Wie kommt jemand eigentlich zum Schreiben …

Ich glaube, die Intention dahinter zu schreiben ist vielfältig – eigentlich so vielfältig, wie die Leser es sind.
Die einen schreiben, weil sie sich ausdrücken wollen, die anderen, weil sie selber gern lesen. Viele erfinden Geschichten und wollen sie mitteilen, für andere ist es eine Möglichkeit kreativ zu sein und vielen geht es ausschließlich ums Geld.

Wie war das bei mir?

Ich habe bereits in der Schulzeit gern geschrieben und viel gelesen, mitunter haben meine Deutschlehrer sicher über meinen Aufsätzen die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.
Schreiben sollte einem Spaß machen. Anfangs muss der Schreibende gar nicht perfekt sein, sondern sollte Freude an seinem Tun haben. Die Perfektion kommt mit der Zeit ohnehin.

Vergleiche ich mein erstes Buch mit den letzten, sehe ich selber Fortschritte.
Schreiben ist ein Lernprozess.

Mit dem Schreiben habe ich begonnen, weil ich früher schon lieber Geschenke gebastelt habe, als zu kaufen. Individuelle Geschenke sind doch weitaus persönlicher.
Da ich in dem Zeitraum auch die Freude am Kochen entdeckte und einige Fantasy-Romane gelesen hatte, lag es nahe, diese Themen zu verbinden.

Voila – »Rezepte einer Küchenmagd« erblickte das Licht der Welt. Meine Mom ist fast vom Hocker gefallen, als sie das Päckchen auspackte.

Mission erfüllt!

Wie habt ihr zu schreiben begonnen, wenn ihr etwas schreibt?

27 Antworten auf „Wie kommt jemand eigentlich zum Schreiben …

  1. Bei mir war es umgekehrt, also ich habe ich der Schule das Schreiben von Aufsätzen gehasst, auch habe ich in meiner Kindheit und Jugend niemals freiwillig ein Buch gelesen. Das mag u.a. daran gelegen haben, dass ich in der Schule mit Mobbing zu kämpfen hatte und daher nicht wirklich der Kopf frei war für den Unterrichtsstoff. – Und an meiner Deutsch-Lehrerin, die einen sehr speziellen Literaturgeschmack hatte. Jedenfalls fand ich zum Schreiben, als ich meine Mobbing-Erfahrungen und den Weg aus einer daraus resultierenden Angsterkrankung niederschrieb. Mein Therapeut sagte damals „Mensch, Sie haben ja so viele Tagesprotokolle geschrieben, da könnten Sie glatt ein Buch draus machen.“. Das habe ich dann auch praktisch getan 🙂 Nach einem Erfahrungsbericht und einem Ratgeber kam ich schließlich zum Genre „Krimi“ und es wurden seitdem zwei veröffentlicht. – Beide mit einen ökologischen Hintergrund, angesiedelt in der Region Rheinhessen. Und ich arbeite gerade am dritten…

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    1. Hallo Grünschreiber,

      Danke für deine Worte.

      Ich freue mich für dich, dass du aus deinen unangenehmen Erfahrungen etwas Großartiges geschaffen hast. Manchmal wissen wir nur nicht, wozu manche Dinge im Leben passieren.

      Bei dir sehe ich viel Engagement für die Umwelt, da passen diese Themen in einen Krimi verpackt wunderbar zusammen.

      Würdest du sagen, das Schreiben ist für dich auch eine Art Therapie (gewesen)? Manchmal wissen ja die Tagebücher viel mehr über uns als wir selber.

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  2. Ich wurde als Kind in der Familie oft getadelt oder beschimpft, wenn ich in ein Buch vertieft war.
    Das wurde überhaupt nicht verstanden – schließlich gab es ja sooo viel Arbeit.
    Hab aber, solange ich mich bewusst wahrnehme, schon immer auch selbst viel geschrieben.
    … bisher aber, außer lyrischen Texten, noch nie wirklich etwas vollendet. Vor einigen Jahren machte ich (nur für mich selbst) ein Buch, in dem ich so einiges aus meiner künstlerischen Arbeit festhielt. … gut, auch einige Gedichte und autobiografische Texte.
    Wegen der vielen Fotos und dem dafür geeigneten Papier, wäre es für den Markt aber zu teuer geworden.
    So ließ ich eine Auflage von nur 20 Stück drucken.
    Gerade arbeite ich an einem neuen Buch, das in erster Linie selbsttherapeutischen Zwecken dienen soll. Ob ich dann auch versuchen werde es zu veröffentlichen, weiß ich im Moment noch nicht.
    Schönes Blog hier. … und danke für die Frage!
    Alles Liebe,
    Michael

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    1. Autsch!
      Gerade Kinder brauchen doch die Bücher um Phantasie zu entwickeln, kreativ zu werden und ihre eigenen Stärken (mit) zu entdecken.

      Trau dich und veröffentliche es. Heute gibt es so viele Möglichkeiten es günstig bis sogar gratis zu veröffentlichen. Wer weiß, vielleicht würde es jemand lesen, dem du damit helfen könntest. Mir gefiele dieser Gedanke.

      Ich danke dir.

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      1. Ich hatte einen richtig tollen Großvater, der mir oft vorlas und auch wunderschöne Märchen und Geschichten erzählen konnte. Doch ich glaube heute, die Arbeit hat, unter den damals gegebenen Umständen, auch ihn aufgefressen. Manchmal wünschte ich mir, er schaue mir ab und zu noch über die Schulter. Er würde sich an allem was ich tue sehr freuen.
        Das Buch – ich muss es ja erstmal fertigstellen. Aber da bin ich sehr zuversichtlich, denn erstmals schaffe ich es nichts mehr schön-zu-schreiben.
        Lieben Dank, für Deine ermutigenden Worte!
        Alles Liebe,
        Michael

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      2. Unsere Lieben sind niemals ganz weg, auch, wenn sie nicht mehr leben. Allein die Erinnerung hält sie bereits lebendig.

        Lass dir all die Zeit, die du brauchst, dann wird es auch gut. Es zählt, was du als wichtig erachtest, denn Bücher mit genau dieser Seele in sich geben den Funken des Autors weiter – in diesem Falle eben deinen.

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  3. Ich habe tatsächlich erst richtig spät angefangen. Erst 2016. Vorher war mein Kopf immer vollgestopft. In den 20ern habe ich mich durch den zweiten Bildungsweg zum Abi gekämpft, danach Studium und dann Arbeit – Da hatte ich einen verantwortungsvollen Posten, der mich auch im Urlaub oder Freizeit verfolgte. Dann kam 2015 ein Mobbingfall und eine Degradierung zur normalen Arbeitsbiene. Was besseres hätte mir nicht passieren können. Mein Kopf war auf einmal so frei und 2016 war es fast körperlich spürbar. Bei Tante Tex (https://wp.me/p3Nl3y-4CB) gab es eine Aufgabe und ich schrieb was Erlebtes. Es war als wäre ein Knoten geplatzt. Ich habe es wirklich fast gespürt. Und das war ein so tolles Gefühl. Echt befreiend.

    Liebe Grüsse

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    1. Das klingt nach einem wunderbaren Ende einer langen, beschwerlichen Reise. Ich freue mich für dich, einfach, weil du aus einem tiefen Tal herausgefunden hast. Hast du Pläne für die Schreiberei in nächster Zeit?

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      1. Ist Kreativitität nicht eine der Triebfedern beim Schreiben?
        Gab es nicht einst den Kommentar „Die wahren Abenteuer sind im Kopf …?“

        Wer weiß, vielleicht steckt in dir ja der nächste Nebula-Award-Winner oder etwas Ähnliches. 🙂

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      2. 😉 Danke.
        Ich denke bei jedem sollte die Kreativität mehr gefördert werden. Leider wird sie viel zu oft durch den Alltag verschüttet.
        Liebe Grüsse

        Gefällt 3 Personen

  4. Also ich habe als Kind schon sehr gerne geschrieben. Im Gegensatz zu anderen Mitschülern war das Fach Deutsch meine Königsdisziplin.^^ Und Filmkritiken schreiben wurde über den Zweiten Bildungsweg geebnet. 😉 Aber wer meint, mich nur auf Filmthemen festzunageln, wird sich schnell getäuscht sehen. 😉 Auf meinem dritten Blog kommen Bücher und Musik nicht zu kurz. Naja, auf der einen Seite ist man bestrebt den Bildungsauftrag zu erfüllen, auf der anderen Seite möchte man mit Poesie glänzen. Aber wie auch immer, nicht jeder kann ein YouTuber sein. Erschwerend kommt hinzu, dass ich für vor der Kamera nicht geeignet bin. Deshalb ein Hundertelffaches Hoch auf die kreativen Schreiberlinge. 😉

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    1. Mit anderen Worten, schreiben wurde dir in die Wiege gelegt.
      Ich hege den Verdacht, könnten alle gleichermaßen gut vor Youtube und Co agieren, wer weiß, ob das geschriebene Wort den jetzigen Status noch hätte.

      Liest oder schreibst du lieber selber?

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      1. By the way: Am liebsten lese ich, wenn ich mich wirklich überwinde, am liebsten Thriller oder Jugenddramen. Aber auch an Historisches bin ich sehr interessiert.

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      2. Zu den besten historischen Romanen gehören Geschichten wie „die Säulen der Erde“. Welche Favoriten hast du?

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  5. Hallo Rhiannon,

    vielen Dank, dass Du meinem Blog folgst!
    Damit bin ich auch auf Deinen aufmerksam geworden – und dafür noch mehr Dank! 🙂

    Das ist eine gute Frage: Wie bin ich zum Schreiben gekommen? Eigentlich mache ich Musik und Fotos. Alles Dinge, mit denen man etwas ausdrücken kann – ohne viele Worte. Und jetzt doch schreiben? Warum? Hm….

    Ich schreibe einige Zeit schon Tagebuch, ich denke, das hilft mir bei der Bewältigung meiner Krankheit, die vor etwa zwei Jahren dignostiziert wurde: ich habe Multiple Sklerose.

    Und weil mir dieses Tagebuch-Schreiben etwas gibt, mich zufrieden macht und mir auch riesen Spaß macht, möchte ich das auch mit anderen Menschen teilen. Vielleicht kann ich ja damit auch etwas zurück geben. Darum hab‘ ich meinen Blog aufgemacht und schreibe da 1 zu 1 aus meinem Tagebuch. (naja, nicht jeder Tag kommt in meinen Blog).

    Ein Buch habe ich aber noch nie angedacht. Wie ist das, ein Buch zu schreiben, Du hast da ja schon viel Erfahrung. Ist das nicht eine Herkulesaufgabe?

    Liebe Grüße
    Farouk

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    1. Hallo Farouk,

      Tagebuch schreiben ist auf jeden Fall dem ein oder anderen eine Hilfe, die Gedanken dem Papier oder der Tastatur anzuvertrauen ist besser, als vieles einfach nur zu schlucken.

      Ein früherer, guter Bekannter von mir, hatte MS in fortgeschrittenem Stadium (daher bin ich über deinen Blog auch gestolpert). Er klagte unter anderem über Probleme mit der Hitze und das war für mich dann der auslösende Faktor, weshalb ich das „Hitzehassbuch“ geschrieben habe. Ich weiß zwar jetzt nicht, wie weit die MS bei dir ist, aber ich weiß, dass viele MS-Patienten immense Hitzeprobleme haben.

      Für jedes Buch gibt es einen Auslöser, warum es geschrieben wird und wieso es überhaupt entstehen will. Wobei ich den Eindruck habe, viele schreiben leichter und lieber Romane als Sachbücher – aber auch umgekehrt. Nicht jedem liegt jeder Stil und jedes Thema.

      Das erste Buch ist vermutlich das „komplizierteste“, es sind neue Erfahrungen, will mich ein Verlag überhaupt oder entscheide ich mich bewusst dafür, selber zu veröffentlichen? Die Möglichkeiten sind vielfältig.
      Viele schreiben auch einfach für sich ihre Bücher.

      Ich denke, jeder hat eine Geschichte zu erzählen – du auch. Du könntest deine Erfahrungen in einer Art Tagebuch in einem Buch unterbringen oder Gedanken zu etwas sammeln, das dir über den Tag hilft.
      Eine Herkulesaufgabe ist vieles im Leben, wichtig ist, dass es dir Freude macht, dann ist der Weg richtig. Spürst du starken Widerstand dagegen ist vielleicht noch nicht der Moment da.
      Du spielst aber schon mit dem Gedanken daran – also wäre es denkbar, dass du den Schritt wagen solltest. Selbst, wenn du es schreibst und dann in der Schublade lässt – jetzt spielt das keine Rolle. Eines Tages vielleicht, aber nicht im Augenblick.

      Mein Gedanke dazu ist:
      Denk einfach mal darüber nach, was du schreiben würdest und welche Thematik. Ginge es dabei um MS oder um ein Märchen ala Grimm? Vielleicht erzählst du von deinen Erfahrungen mit Ärzten oder du träumst von einer schönen Zukunft.
      Mein Tipp:
      Was bewegt dich? Worüber könntest du dich längere Zeit austauschen?

      Ein Buch schreiben ist sicher zeitaufwändig, aber es bringt viele Erfahrungen und Erlebnisse mit sich, die Nicht-Schreibern häufig verborgen bleiben.

      Trau dich!

      LG

      Rhiannon

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  6. Hallo Rhiannon,

    hey, nach diesen ermunternden Worten von Dir, werde ich mich ganz bestimmt trauen! Toll, Danke! 🙂

    Ich schrheibe wirklich gerne, allein um der beruhigenden Situation wegen, im abendlich gedämmten Licht da zu sitzen und mit aller Ruhe, die Gedanken schriftlich festzuhalten (ich sage jetzt ganz bewußt nicht zu Papier bringen, da ich alles tippe..

    Dann kam mir vorhin der Einfall…ich werde in meinem blog eine Art Fortsetzungsgeschichte schreiben. Im Grunde wie ein Buch, aber eben in quasi Echtzeit. Weißt Du, wie ich das meine? Naja, ich experimentiere einfach mal drauf los!

    LG Farouk

    Gefällt 2 Personen

    1. Es spielt keine Rolle ob du händisch oder mit Tastatur arbeitest – jeder ist anders. Dir muss es liegen.

      Ja, ich weiß, was du meinst. Vereinzelt gibt es Blogs, auf denen dies bereits so gehandhabt wird.

      Mach es einfach. In welche Richtung willst du? Welches Genre?

      LG

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      1. Ja, Du hast recht, ich werd einfach mal was starten!
        …die Richtung…irgendwas, was mich persönlich beschäftigt, muss ich noch sehen….
        Danke für‘s mit „Rüberkommen“ auf meinen anderen Blog 🙂
        LG

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      2. Einfach versuchen …
        Anfänge müssen nicht perfekt sein, wichtig ist, hab Freude dran.

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  7. Ich schreibe schon jahrzehnte tagebuch und gedichte und songtexte…..jetztnhabbichnja mit dem blog angefangen….,und darin kurzgeschichten über meinnabenteuerliches leben zu sxhreiben……,die will ich sammeln und im nächsten jahr mein erstes buch über meinenverrückten erölebnisse in den usa zu verfassen……hab schon ideen für buch 2 und 3…..und…..hihi…..vielleicht auch mal eins mit stories ausbden diversen Psychiatrien der welt…..natürlich alles autobiografisch….,,damit ich den reflexivenbund therapeutischenneffect davon habe…,und vielleicht verstehnich irgendwann…,warumnich bin….wie ich bin..,,love andnpeace

    Gefällt 1 Person

    1. Ich ziehe den Hut vor der Entscheidung den Weg nach Santiago de Compostella zu gehen.
      Dein Blog sagt mir, du hattest nicht unbedingt das leichteste Leben bisher, aber eine schwere Vergangenheit führt oft zu einem Leben in Einklang mit sich selber, kombiniert mit großer Stärke.

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