Nutzt du die Stille?

Laut ist es in unserer hektischen Welt geworden.
Lärm gehört längst zum Alltag dazu, vorrangig, wenn du in einer größeren Stadt wohnst. Menschen, die die Ruhe vorziehen, werden häufig als »Spinner« bezeichnet. Früher verstanden Menschen die Vorzüge des »in-sich-gehens«, wie es heute oftmals verloren ging.

Viele lassen sich Dauerberieseln und »fremdlenken«, doch damit verlieren sie auch ihre eigene Individualität – und das vor allem, weil es bequemer und ablenkend ist. Viele der jungen Generation kennen es gar nicht mehr anders.

Ich sehe es in meinem persönlichen Umfeld, in einer Familie, wo der Sohn, ein Volksschüler, nicht ohne Hintergrundgeräusche sein kann und der ohne seine elektrischen Spielsachen beinahe durchdreht. Im Vergleich dazu die ältere Schwester, die Bücher liest und sich trotz ihrer jungen Jahre verantwortungsbewusst verhält.

Es geht hier nicht um Sinn oder Unsinn moderner Gerätschaften, als vielmehr zu begreifen, wie viel wir alle verlieren können, wenn wir nicht ab und zu innehalten, durchatmen und still sind. In dieser Stille liegt Kraft, die von vielen gern übersehen wird.

Wege zur Stille und zur Ruhe zu kommen gibt es viele, ob du es nun mit (ZaZen)Meditation, Waldspaziergängen oder Kontemplation versuchst, spielt keine Rolle, solange es für dich das Richtige ist.
Ziel ist im Regelfall Achtsamkeit, Gelassenheit und innere Ruhe zu finden.

In Japan beispielsweise wird seit einigen Jahren das »Waldbaden« ärztlich verordnet. Das Eintauchen in die Natur, tiefes Durchatmen mitten im Wald und die Ruhe zu genießen fällt anfangs schwer, aber bald schon »dockt« der Mensch an und erhält Ausgeglichenheit.

Welchen Weg der Besinnung wählst du und warum?

58 Antworten auf „Nutzt du die Stille?

  1. Stille auszuhalten, ist nicht jedem gegeben, und oft ist diese Fähigkeit auch abhängig von dem, was im Innern vorgeht. Wenn man selbst unruhig ist, kann Stille manchmal bedrückend wirken, also liegt es nahe, diesen Druck durch selbstgewählte Geräuschkulissen zu übertünchen.

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      1. oder wie im Kommentar von Blaupause angedeutet,
        etwas in sie etwas „geladen“ wurde (und auch nicht gelerntnhaben, wie du schreibst), was nicht nur in der angesprochenen Hinsicht, gut tut…

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  2. Oh, da bin ich gerne ein Spinner! Ich habe immer die höhere Lebensqualität des Landlebens vorgezogen. Und mir jetzt den Traum des „Kleinstbauern“ erfüllt. Hier finde ich alles, was Körper und Seele verlangen, dazu die Waldläufe, das Lauschen des glucksenden Wassers am vorbeirauschenden Fluss. All das ist Heilmittel und Religion in einem.

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    1. Vielleicht ist es sogar mehr als das … ein Eintauchen in vergangene Zeiten. Wie sehr liebt ich als Kind Bücher wie „Die Kinder von Bullerbü“, Märchen um die Stille …
      es ist so schade, dass so vieles verloren ging in den letzten Jahrzehnten.

      Ich freu mich für dich, dass du diese Möglichkeit für dich leben kannst.

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  3. Ich liebe die Stille und ich brauche sie, um ganz bei mir sein zu können. Ich werde häufig als Spinner oder Mimose betitelt, das macht mir aber nichts aus. Musik höre ich nur bewusst, nicht als Hintergrundgeräusch. Oft meditiere ich, einfach um Kraft zu tanken. Auf meiner Löffelliste steht der Wunsch, einmal in ein Kloster zu einer Schweigezeit zu gehen, diesen Wunsch werde ich mit sicherlich bald erfüllen, zumal es hier in der Nähe ein Kloster gibt, in dem man das machen kann.
    Liebe Grüße am Sonntag
    Regina

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    1. Ich wünsche dir, dass du eines Tages die „laute Stille“ erfährst.
      Zuletzt erlebte ich dies in einer Winterzeit, bei Schnee und mitten im Wald. Es war so still, dass einem diese Stille in den Ohren schmerzte und doch möchte ich diese Erfahrung nicht missen.

      Alles Gute für dich, Tinnitus ist Mist.

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  4. Ich liebe und brauche die Stille. Und „Waldbaden“ genieße ich seit der Kinderzeit. Nur gabs so einen Begriff damals noch nicht. Mit Opa durch den Wald spazieren, die Strukturen von Rinde und Holz bewundern, den Geruch nach Moos und Moder und nach geschlagenem Holz oder nach dem Regen – ich liebe es auch heute noch.

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    1. Dann kennst du auch „Petrichor“, den Duft von gefallenem Regen nach einem heißen Sommertag …
      Ein wunderbares Wort, das so vieles ausdrückt …

      Was du beschreibst sind Erinnerungen wie ich sie an meine eigenen Großeltern habe – Pilzesuchen im Wald im Herbst und einfach die Schönheit des Waldes zu genießen …

      Der Begriff selber tauchte erst vor einigen Jahren auf, aber er beschreibt es in einer wundervollen Weise.

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      1. Ich hörte das Wort das erste Mal in der Serie „Dr. Who“ und es fühlte sich so vielsagend an. Eigentlich kommt es ja aus dem Griechischen.

        Behalt dir die Erinnerungen, sie sind so wertvoll …

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  5. Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele! Ja, ich bin gerne ein Spinner 🙂 . Mich zieht es oft in den Wald, den ich hier glücklicherweise vor der Haustür habe. Mit dem Hund an der Seite sind das wunderbar heilsame Zeiten, die ich nicht mehr missen möchte. Der allgegenwärtige Lärm wird mir zunehmend anstrengend. Gerne würde ich deinen Beitrag auf meinem Blog teilen, wenn du das erlaubst?
    Besten Dank und liebe Grüße
    Manuela

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    1. liebe Michaela,

      natürlich darfst du das … und ich freue mich sehr darüber 🙂

      danke für deine Worte

      alles Liebe

      Rhiannon

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  6. Ich bin Einzelgängerin und Stille ist mir extrem wichtig. Das ist manchmal nicht leicht zu Händeln, da ich verheiratet bin und drei Kinder habe. Deswegen habe ich diese Bedürfnisse verlagert. Ich habe mich zur Frühaufsteherin gemausert, um Morgens die Ruhe zu genießen und wenn ich schreiben möchte, benutze ich Kopfhörer und höre Regenclips bei YouTube. Lg

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  7. I have to have some sort of noise in my house….when its too quiet,I remember much too vividly and I really don’t to get locked into that. I play music or use YouTube at night and use that to help me fall asleep.

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      1. HAH …. sonst hättest dich auch nicht so recht getraut – gelle?
        *GGG* …
        ein Miau von meinen Samtpfoten zu den deinen soll ich dir ausrichten 😉

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  8. Greeting Rhiannon, sadly my German is extremely basic … any chance of an english header to give me a clue about your posts? Thanks for the follow and can see you are interested in meditation 🙂

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    1. Hello calmkatze,

      on the right site is a button „translate“. There you can every text here switch via translator.

      I hope this is working well for you.

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      1. You can always ask me, maybe send me a message. In the moment my english is not well enough to translate, but I´m planning to translate all of my postings, because I see a lot of new english-talking followers.

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      2. Google-translator is only for the first look, the reader can get a first impression. In the next time, my plan is translating the postings in English because I got a lot of new English-speaking followers.
        at the moment I don´t know how well my English is. so I thank you for your offer and maybe I use it.

        At the moment I don´t know how well my English is. So I thank you for your offer and maybe I use it.

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      3. thank you so much 🙂
        You inspired me to my article for the day.
        I´m no Native-Speaker-English so I need a good respons. I hope others think in same way – than I start this new, little project. I know this would be a good way to train another language 🙂

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    1. Hello Felipe,

      I´m glad about your words.
      It is wonderful talking to people in English. At the moment I´m working on this language, so I hope in next time, I can write my postings in good English too.

      Have a great weekend.
      Rhiannon

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    1. I write in English, because for Dutch (is it correct?) I need a translator for my own.
      You like running? It is a good and healty way – you are right.

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    1. I love the naturepictures on your blog. They are great. Walking in wood is one of my passions – so your pictures remember me on those days 🙂

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  9. I love silence. One of my favorite spots is resting on the bank of the dam at Salt Fork Lake nearby. The water is so calming to me and gives me peace. It’s also a great place to open my mind for stories to write. Maybe it’s because I taught first grade for twenty years, but silence is something I crave.

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    1. I think there’s something in your heart that wants to keep the silence. In our soul we have a special way of living. As we get older, most of us need more silence for our health and our soul. Some people need it a little earlier.

      A lake is a wonderful place to find peace.
      May I ask what you taught in school?

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    1. As I understand your blog, nature is important to you. We all need it – there is no life without it.
      But nature doesn’t need us.
      It’s a great topic for a blog 🙂

      The most peaceful places are often in the middle of a forest, perhaps with a small stream in the middle.

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    1. Wenn du, wie ich, in der großen Stadt lebst, aber eigentlich vom Land kommst – dann fehlt dir genau das – die Ruhe eines eigenen Gartens.
      Ich bin nicht neidisch, sondern freue mich für dich, dass du eine solche Möglichkeit hast – weil ich selber weiß, wie es ist, einen solchen zu haben. 🙂

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  10. Ich bin auch kein Stadtkind sondern ein Dorfkind. Sogar meine Kinder sagen, sie würden später lieber auf den Dorfleben. Wenn ich an die Nachbarskinder denke, wird mir bewusst, das unsere Kinder wesentlich aktiver sind. Unsere Nachbarskinder sitzen in Sommer lieber vor der Ps 3 oder Ps 4 als in Pool zu springen. Meine Kinder springen lieber in den Pool. Wenn schönes Wetter sind sie draussen. Eine Freundin meiner Dorf darf nicht draussen spielen, das verstehe ich nicht. Zum Glück denken nicht alle Eltern so. Fahrradfahren, Inlineskate, Jazzdance und Dorfjugend gehören zum Alltag wie beim Nachbarnkindern die Ps 3 oder Ps 4.

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    1. Es gibt da einen schönen Spruch:

      „Du kannst die Stadt nicht aus einem Menschen bringen, aber den Menschen aus der Stadt.“
      Leg ihn um auf das Landleben …

      wo wir aufgewachsen sind, das bleibt immer im Herzen. Wir können noch so alt werden – aber Land oder Stadt werden immer ein Teil des eigenen Ich sein.

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