Schreiben und überarbeiten, wie arbeitest du? … Writing and reworking, how do you work?

Mit dem Fertigstellen einer Geschichte ist es nicht getan. Die erste Fassung ist meistens ein Rohentwurf, der in eine passende Form gebracht werden will.

Mein Rohentwurf landet meist für ein oder zwei Wochen in einer „Lade“ und wartet. In der Zwischenzeit schreibe ich andere Texte oder mache Pause vom Schreiben.
Nach dieser Zeit nehme ich mir den Text wieder vor und überarbeite ihn. Ich korrigiere Grammatik, Rechtschreibung und Stil. Gleichzeitig kümmer ich mich um unlogische Textpassagen, Wortwiederholungen oder andere Aspekte, die in einem guten Text stören.
Danach lege ich ihn wieder ein paar Tage auf Pause.

Abschließend folgt die letzte Überarbeitung. Hier kommen Feinheiten zum Tragen, ich lese den Text kritischer durch und füge Aspekte ein, die eine Szenerie anschaulicher beschreiben.

Es können auch Anhaltspunkte für eine gewisse Zeit sein. Beispielsweise „Gustav Adolfs Kriegsheer“, wenn du die Zeit des 30jährigen Krieges wählst oder „der alte Trenchcoat, wie ihn bereits ein altbekannter Detektiv gern trug“.

Zuletzt bitte ich meine Muse den Text kritisch zu lesen.

Erst danach halte ich ihn für bereit seine ersten, selbständigen Schritte zu gehen.

Wie hältst du es in diesem Zusammenhang?

*****

Completing a story isn’t enough. The first version is usually a rough draft that needs to be put into a suitable form.

My rough draft usually lands in a „drawer“ for one or two weeks and waits. In the meantime, I write other texts or take a break from writing.
After this time, I take the text back and revise it. I correct grammar, spelling, and style. At the same time, I take care of illogical text passages, word repetitions or other aspects that interfere with a good text.
After that, I take a break for a few days.

Finally, the last revision follows. This is where subtleties come into play, I read the text through more critically and insert aspects that describe a scenery more vividly.

They can also be clues for a certain period of time. For example „Gustav Adolf’s War Army“, if you choose the time of the 30-year war or „the old trench coat, as already a well-known detective liked to wear it“.

Finally, I ask my muse to read the text critically.

Only then do I consider him ready to take his first independent steps.

How do you see it in this context?


29 Antworten auf „Schreiben und überarbeiten, wie arbeitest du? … Writing and reworking, how do you work?

  1. Das sieht bei mir genauso aus. Nach meiner „finalen“ Überarbeitung lasse ich drei Testleser/innen ran, um dann deren Korrekturen, Anmerkungen usw. zu werten und ggf. einzuarbeiten.
    Genau an der Stelle bin ich im Moment bei meinem Roman – und warte auf ein paar Illustrationen, die ich unbedingt aufnehmen will.

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  2. Liebe Rhiannon,
    Ich gehe das ähnlich an. Zeit zwischen dem ersten und zweiten Entwurf gibt mir den nötigen Abstand, um mein Geschriebenes kritisch zu betrachten und rigoros Textpassagen zu streichen oder komische Formulierungen auszutauschen, an denen ich gleich nach dem Schreiben erstmal festgehalten hätte.
    Gibst du deinen Romanen noch ein Lektorat bevor dem Veröffentlichen oder bist du mit deinem eigenen kritischen Blick zufrieden?
    Liebe Grüße, Aurora

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    1. Mein derzeitiger Gegenleser ist meine Muse, aber diese Person kann sehr kritisch sein. Derzeit genügt mir mein eigener, kritischer Blick. Aber wer weiß, was die Zukunft bringen wird 😉

      Liebe Grüße
      Rhiannon

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  3. Für mich ist es sehr wichtig, den Text im letzten Schritt einmal auszudrucken und zu lesen. Ich weiß nicht, woran das liegt, aber bei ausgedruckten Texten finde ich deutlich mehr Fehler/unsaubere Beschreibungen/Dopellungen, als wenn ich sie mir auf dem Computer anschaue. Mit der Atmosphäre gehe ich ebenfalls so vor, dass ich sie in den späteren Überarbeitungen ergänze, um den Text organischer wirken zu lassen.

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    1. Stimmt, ausdrucken hätte ich noch in den Beitrag einfügen sollen.
      Du hast völlig recht. Ausgedruckt auf Papier ist es ganz anders, als via Bildschirm.
      Ich druck sie ganz zuletzt aus, bevor ich sie meiner Muse in die Hand gebe. Ein letzter, kritischer Blick eben.

      Danke für deinen EInwand 🙂

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  4. Stimmt. Ich bin mit den Blog angefangen. Irgendwann fragten mich meine Kinder, ob ich eine Geschichte schreiben könnte. Bin angefangen und habe meinen ersten Entwurf meiner Familie vorgelesen. Sie fanden es gut, aber mir viele Sachen ein und habe es komplett umgeschrieben. Danach haben meine Kinder es ihrer Oma erzählt und sie hat es gelesen. Sie war begeistert und meinte, ich solle es an einen Verlag schicken. Da haben es noch andere gelesen und haben genau das Gleiche gelesen. Veröffentlich habe ich es noch nicht. Muss mir noch ein Cover überlegen. Aber das wird dauern. Dir viel Spass beim Schreiben

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    1. Es kommt immer auf den Verlag an. Manche übernehmen für dich die Covergestaltung, bei anderen musst du dir selber Gedanken darum machen.

      Hör auf dein Herz bei der Coverwahl, es sagt dir genau, welches passen könnte und wird 🙂

      Verrätst du, worum es in der Geschichte geht?

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      1. Fantasy. Zeitreisen, Einhörner, Meerjungfrauen und Fabelwesen. Meine Kinder sollten mir sagen, was drin sein sollten. Manche wünschte ich mir, ich könnte zurückreisen und allen, die nicht mehr da sind, sagen das ich sie vermisse.

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      2. Wenn du über einen Verlag nachdenkst, dann such einen passenden, der sich für Fantasy/Kinderthemen erwärmt – oder vertrau auf dein Gefühl 🙂

        Wenn sie noch leben, dann kannst du das … tun sie das nicht mehr, dann kannst du immer noch eine Geste setzen.
        Als meine Großmutter starb, schrieb ich einen Brief in dem ich mich verabschiedete und ihr darin sagte, wie wichtig sie mir war. Vielleicht ist das eine Möglichkeit auch für dich.

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      3. Das Problem ist, das meine Eltern innerhalb von drei Jahren starben. Mein Vater hatte Demenz und das war schwer. Er war solange wie es ging zuhause. Dann ging er ins Pflegeheim und ein Jahr später war er nicht mehr da. Meine Tochter hat ihn nur kurz kennengelernt. Drei Jahre später folgte meine Mutter. Sie hat dasJahr leider die Einschulung von meiner Kleinen nicht mehr mitbekommen. Das Problem war, das ich es mit meiner Mutter ein halbes Jahr gespürt habe. Wir waren auf einer Feier. Am nächsten Tag ging es ihr schlecht. Wir dachten es wäre Magen und Darmgrippe, weil sie umging. Es waren Vorzeichen eines Herzinfarktes. Wenn ich nur geahnt hätte, das hätte ich beim Notarzt drauf bestanden, das sie ins Krankenhaus geht. Und für meinen Vater hätte ich mir mehr Zeit genommen, aber wenn man arbeitet und Kinder hat, nimmt man sich nicht soviel Zeit für die Eltern wie man möchte. Es wird erst bewusst, wenn sie nicht mehr da sind. Ich habe auch einen Brief geschrieben, aber sie fehlen trotzdem. Die Erinnerung im Herzen bleibt.

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      4. Natürlich bleibt die Erinnerung – und so soll es auch sein.
        Wir können niemanden zwingen, auch, wenn wir es manchmal der Person zuliebe gerne täten. Du klingst, als würdest du dir Selbstvorwürfe machen. Ich bin mir aber gewiss, du hast zu jenem Moment richtig gehandelt.

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      5. Vorwürfe nicht direkt. Ich merke nur wie schnell die Zeit vergeht. Früher habe ich immer gedacht, wir hätten ewig Zeit. Aber das ist es nicht. Wir müssen die Zeit besser nutzen. Ich fotografiere gerne und wollte die Fotos auf den Blog stellen, aber das ging nicht wie ich es wollte und fing wieder an zu schreiben. Damals habe ich vieles aufgeschrieben. Über Instagram veröffentliche ich jetzt meine Bilder. Die Zeit festhalten. Die Momente festhalten.

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  5. Erst kommt der Protagonist auf den Prüfstand: Ist es völlig klar, was er will und warum er es will? Kämpft er mit allem was er hat dafür? Wäre seine Gesellschaft ein unvergessliches Erlebnis? Entwickelt er sich? Gleiches gilt für den Antagonisten. Der muss außerdem wirklich bösartig sein. Ist der Konflikt glaubwürdig und für beide unvermeidlich? Gibt es eine klare Prämisse, auf die jeder Satz einzahlt?

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    1. Sehr guter Einwand 🙂
      Dazu wird noch ein Beitrag folgen – danke!

      Frag mich nur grade, was passiert, wenn beide Gegenspieler zur bösartigen Fraktion gehören oder zur netten …
      Gedankenspielereien 😉
      was machst du dann?

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      1. Dann müssten beide Fraktionen eben so viele positive Eigenschaften haben, dass der Leser sich noch identifizieren kann. Nette Halunken, die mit Kartentricks betrügen vielleicht oder windige Gurus, die esotherische Therapien verkaufen, an die sie schon lange nicht mehr glauben. Interessanter als Otto Normalo, der sein Leben mit Rasenmähen, grillen und Fernsehen verbringt wären die allemal. Oder?

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      2. Genau so ist es.
        Betrachten wir uns die literarischen Bösewichte und Schurken, so finden sich viele gute Ideen darin, wie genau diese Charaktere aussehen könnten.
        Ein klein bisschen Charme und Zuneigung zu ihnen – ohne geht es tatsächlich kaum, um eine gute/interessante Verbindung zu den Charakteren aufzubauen.

        Selbst Otto Normalo könnte in die Kategorie fallen, sofern er ein kleines Geheimnis hätte 😉

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  6. Wenn ich etwas erlebt habe, was ich unbedingt loswerden möchte, schreibe ich einfach darauf los und veröffentliche den Beitrag – schließlich möchte ich ganz ehrlich und aufrichtig sein und nicht perfekt wirken. Wenn ich über Themen schreibe, die gerade aktuell sind oder die mich schon länger beschäftigen, dann lese ich mir den Text doch noch einmal durch , aber wenn mir gefällt, was ich da lese und ich denken, dass man verstehen kann, worauf ich hinaus will und wenn ich das Gefühl habe, dass wirklich jedes Wort an dem richtigen Platz sitzt, dann veröffentliche ich den Beitrag doch relativ schnell. Ich mag es nämlich nicht so gerne, wenn ein, eigentlich schon fertiger Artikel, noch tagelang auf seine Veröffentlichung wartet. Deshalb kommt es bei mir vor, dass ich an einem Tag drei und am den nächsten Tag nichts veröffentliche.

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    1. authentisch sein ist – glaub ich – grade bei einem Blog wichtig, und mitunter doch nur sehr schwer zu erlangen …

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  7. Reworking is important and so is reading it by putting oneself in a reader’s shoes and whether it still holds good appeal 🙂 am glad for you translating your works for us readers.

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  8. Ein interessanter Einblick! Ich verfahre ganz ähnlich mit den Artikeln auf meinem Blog. Am schlimmsten ist es mit Interviews. Die lege ich mehrmals beiseite und nehme sie mir danach wieder vor, um schlussendlich sicher zu sein zu können, genau den Sinn und Wortlaut des Interviewten getroffen zu haben.

    Liebe Grüße, Annika von https://jurastudentin.home.blog/

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    1. Mit Interviews habe ich keine Erfahrungen. Wo ist der Unterschied zu einem Sachbuch oder auch zu einem Roman? Worauf ist besonders zu achten?
      Nach deinen Worten macht es einen nicht unwesentlichen Unterschied aus.

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  9. Ich finde es eine Herausforderung den Interviewten genau zu befragen, seine Gedanken akurat zu notieren und später spannend und originalgetreu zu verwirklichen. Ein Unterschied besteht vielleicht auch in der Zeitorganisation. Während man andere Schriftstücke über eine längere Zeitspanne überdenkt. So würde man bei Interviews über einen längeren Zeitraum eher die winzigen Einzelheiten des Interviews vergessen. Also mehrmals vornehmen ja, aber hier eher in kurzen Intervallen würde ich sagen.

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    1. Kürzer, kompakter?
      Hat aber sicher Vorteile, beispielsweise, nicht zu viel drüber nachdenken, mehr aus dem Bauch heraus?

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