zu dem, was du tust stehe – das Schwache vergehe … stand by what you do – the weak fade away

Diese Worte sagte vor langer Zeit ein Freund, den ich überaus schätze und sie brachten mich dazu, nachzudenken, über mich selbst und über die Welt, in der wir leben.

Es sind nur ein paar kleine Worte und doch bergen sie viel Wahrheit in sich. Kennst du die Geschichte von Pinocchio, der Holzpuppe? Immer, wenn sie lügt, wird ihre Nase länger und länger und hört kaum auf zu wachsen. Ist es wirklich so schwer zu dem zu stehen, was man/frau/es tut?

Diese Worte inspirierten mich schließlich dazu, Figuren zu hinterfragen und Geschichten genauer zu betrachten. In wie vielen Geschichten wird gelogen und betrogen? Wie oft sind Figuren zu schwach, um für ihre eigenen Entscheidungen einzustehen? Macht es für eine Figur wirklich Sinn zu lügen?

Wenn wir eine Geschichte schaffen und darin Figuren zum Leben erwecken, stellt sich manchmal auch die Frage, wie stark bleibt genau diese Figur bei der Wahrheit?

Es sind Worte, die für jeden eine andere Bedeutung haben können, doch als Basis sind sie leicht zu begreifen – eine Stufe der Entwicklung nämlich.

Auf den ersten Blick mögen sie hart klingen, vielleicht, dass nur das Starke es wert sei zu leben, die eigenen Schwächen jedoch auszumerzen seien. Mitnichten.
Bei genauer Betrachtung sagen sie vielmehr eines:
Steh hinter deinen Entscheidungen und wachse daran und damit, Schwächen können zu Stärken werden, wenn du es zulässt und genau dadurch wird das Schwache vergehen.

Wenn ich eine Figur erschaffe und kreiere nutze ich ganz gern diese Worte um sie zu „formen“, ich gebe ihm/ihr/es Schwächen und Stärken und in den Geschichten werden sie wachsen. Na gut, ich arbeite zwar immer noch an meinem ersten Roman, aber ich bin eine Leseratte und habe seit ich denken kann immer viel gelesen. Das hilft auch bei der Inspiration.

Nehmen wir hier als Beispiel Noah, meine Aaskrähe. Er ist auf der Suche nach seiner liebsten Soar, die einfach verschwand, aber statt sich in Selbstmitleid zu ergießen setzt er alles Mögliche dran um sie wiederzufinden. Seine Schwäche ist aber auch eine Stärke – die Liebe, für die er durch das Feuer gehen würde und dazu steht er auch.

Heute stelle ich dir keine Frage – sondern gebe dir einfach einen Gedanken mit auf deinen Weg:
Nimm die Worte meines Freundes und denke nach, was sie für dich bedeuten könnten.

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These words were said a long time ago by a friend whom I hold in high esteem, and they made me think about myself and the world we live in.

They are only a few small words, and yet they contain much truth. Do you know the story of Pinocchio, the wooden doll? Whenever she lies, her nose gets longer and longer and hardly stops growing. Is it so hard to stand by what you do?

These words finally inspired me to question characters and look at stories more closely. In how many stories are lying and cheating? How often are characters too weak to stand up for their own decisions? Does it make sense for a character to lie?

When we create a story and bring characters to life in it, sometimes the question arises, how strong does the character stay with the truth?

They are words that can have a different meaning for everyone, but as a basis, they are easy to understand – a stage of development.

At first sight, they may sound harsh, perhaps that only the strong is worth living, but that one’s weaknesses should be eliminated. Not at all.
On closer inspection, they say one thing instead:
Stand behind your decisions and grow with them, weaknesses can become strengths if you allow them to, and that is what will make the weak go away.

When I create a character, I like to use these words to „shape“ him/her, I give him/her weaknesses and strengths, and in the stories, they will grow. Well, I’m still working on my first novel, but I’m a bookworm and have been reading a lot since I can remember. That also helps with inspiration.

Take Noah, my carrion crow, for example. He is looking for his favorite soar, which disappeared, but instead of feeling sorry for himself, he does everything he can to find it again. But his weakness is also a strength – the love he would go through fire for, and he stands by it.

Today I am not asking you a question – but give you a thought for your path:
Take the words of my friend and think about what they could mean for you.

Weg und Ziel – way and goal

Wie möchtest du deinen Charakter vorwärtsbringen?

Die meisten von uns wissen ja selbst nicht einmal, wie sie ihren Weg gehen wollen/können, viele wissen nicht einmal ein Ziel, dem sie entgegenstreben möchten.

Möchtest du es deinem Charakter einfach machen, dann lässt du ihn/sie/es schnurgerade auf das Ziel zugehen. Das mag beispielsweise bei einer „Schulgeschichte“ funktionieren, aber welchen „Lernwert“ hat dies für den Charakter?

Willst du die Figur auch etwas lernen lassen, dann bietet sich hier eine Alternative an. Sie mag schmerzhaft sein und vielleicht auch grausam dem Charakter gegenüber, aber die Erkenntnis daraus wird die Figur mit Sicherheit einen Riesenschritt vorwärts bringen.
Es ist nur die Frage, welche Art Geschichte du erzählen möchtest.

Dazu ein paar Beispiele:
*) Soll deine Figur stark werden, dann lass sie vorher Schwäche erfahren.
*) Wünscht du ihm/ihr/es, dass sie innerlich schön wird, dann lass die Figur sich mit der eigenen, häßlichen Seite auseinandersetzen.
*) Will er/sie/es ihren Weg finden, dann sollte sie diesen erst verlieren.

Klingt es kompliziert? Auf den ersten Blick tut es das – ja. Auf den zweiten Blick hingegen ist es sehr einfach zu verstehen.
Wir neigen dazu (genau wie unsere Figuren), uns ein Ziel zu erwählen und auszumalen, wie es sein wird, wenn wir dort angelangt sind. Wir stellen uns gerne vor, wie der Weg sein wird und wie schön das Ergebnis sein würde.
Doch sind Ziel und Weg immer so einfach und klar?

Nehmen wir einmal an, deine Figur hat Interesse an einem potentiellen Beziehungspartner (egal ob Mann/Frau/Alien … spielt hier keine Rolle). Deine Figur ist verliebt oder einfach nur verrückt nach diesem Gegenpart und begreift den Rückzug nicht. Vielleicht hat diese Figuren Tendenzen eines Stalkers oder ist einfach nur verliebt wie ein Teenager.
Dann merkt diese Figur eines Tages, den gewünschten Gegenpart vielleicht zu verlieren und so spricht sie laut aus „ich lasse dich los, lasse dich gehen“. Die nächsten Tage sind seltsam, weil Gefühle ruhiger werden, sie selbst gelassener wird.
Dann begreift die Figur, etwas gehen zu lassen, bedeutet nicht, es zu verlieren, was wichtig ist, das kommt zurück. Mit dieser Erkenntnis versteht dann die Figur, dass es um den Kern geht und spricht offen mit dem potentiellen Partner der/die auf genau diese Erkenntnis gewartet hat. Die Figur ist erwachsen geworden, indem er/sie/es akzeptieren lernte.

Was wäre es, das deine Figur erst „verlieren“ müßte oder welchen „Schatten“ müsste er/sie/es sich erst stellen um an das gewünschte Ziel zu gelangen?

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How do you want to advance your character?

Most of us don’t even know how we want to/can go their way; many of us don’t also see a goal they want to reach.

If you want to make it easy for your character, you let him/her move straight towards the goal. This may work, for example, with a „school story“, but what „learning value“ does this have for the character?

If you also want to let the character learn something, then this is an alternative. It may be painful and maybe even cruel to the character, but the knowledge gained from this will surely bring the character a giant step forward.
It’s just a question of what kind of story you want to tell.

Here are a few examples:
*) If you want your character to be strong, let him experience weakness first.
*) If you wish him/her to become beautiful inside, make the character deal with his/her ugly side.
*) If he/she wants to find her way, then she should lose it first.

Does it sound complicated? At first sight, it does – yes. But at second glance, it is elementary to understand.
We tend to choose a goal (just like our characters) and imagine what it will be like when we get there. We like to imagine what the path will be like and how beautiful the result would be.
But are goal and path always so simple and clear?

Let’s assume that your character is interested in a potential relationship partner (whether man/woman/alien … doesn’t matter here). Your character is in love or just crazy about this counterpart and doesn’t understand the retreat. Maybe this character has tendencies of a stalker or is only in love like a teenager.
Then one day, this character notices that he might lose the desired counterpart, and so he speaks out loud, „I let you go, let you go“. The next few days are strange, because feelings become calmer, she becomes more relaxed.
Then the figure understands that letting something go does not mean losing it; what is essential comes back. With this realization, the figure understands that it is all about the core and speaks openly with the potential partner who has been waiting for precisely this realization. The figure has grown up by learning to accept it.

What would it be that your character would first have to „lose“ or which „shadow“ would he/she have to face to reach the desired goal?