Zeit für Phantasie II – time for phantasy II

Kennst du die alten Shaw Brothers Filme, dann weißt du auch, was dieses Bild auf den ersten Blick sein soll: eine Frau, die sich im Stabkampf übt, wobei es hier völlig egal ist, wie alt diese Frau tatsächlich ist und ob sie erfahren darin ist, vielleicht gar Lehrerin oder eine junge Schülerin, die alles erst erlernen muss.

Siehst du genauer hin, stellst du dir vielleicht die Frage, warum gerade Stockkampf? Kennst du dich in der Geschichte aus, dann weißt du, dass es immer wieder Zeiten gab, in denen dem Normalsterblichen das Tragen und Nutzen von Waffen untersagt war. Dadurch entwickelte sich beispielsweise waffenloser Kampfsport. Es kam aber auch zu europäischen Bauernaufständen, in denen mit Dreschflegeln und Sensen auf Soldaten losgegangen wurde.

Dieses Bild soll die Notwendigkeit zum Eintreten der eigenen Überzeugungen darstellen. Wer sich darin übt in einer Sache gut zu werden, kann dies aus verschiedenen Gründen heraus tun, entweder aus Leidenschaft und Hingabe, aber beispielsweise auch, um aus Not heraus eine Stärke zu finden.

Sich darin zu üben besser zu werden bedingt in diesem Zusammenhang eine Notwendigkeit heraus, aber auch den Kern um sich aus dieser Not zu befreien.

Manchmal müssen wir für etwas aktiv kämpfen, um zum Ziel zu gelangen, manchmal ist es das Gegenteil dessen, was wir erreichen wollen. So müssen wir uns manchmal unterwerfen um frei zu werden, müssen durch die Hölle gehen um die himmlischen Gefilde betreten zu dürfen.

Doch der Punkt ist der, dass dieser negative Faktor nur ein Übergang ist und nicht von Dauer.

Für manche Wünsche müssen wir erst einmal Hilflosigkeit erfahren um zu erkennen, was wir wirklich wollen. Dieses Bild soll zeigen, dass wir in uns jene Kraft tragen, die wir brauchen, um das Ziel zu erreichen. Manchmal wissen wir nämlich einfach noch nicht, was wir wirklich wollen und um das zu erlangen müssen wir erst einmal erleben, was wir NICHT haben wollen.

Wie kann dir das aber jetzt beim Schreiben helfen?
Oft genug stehen Romanfiguren vor der Situation, dass sie nicht wissen, was sie wollen oder wie sie ein Ziel erreichen können. Denk darüber nach oder lass dir von dieser Figur sagen, was er/sie/es haben möchte und gib ihm/ihr/es genau das Gegenteil des Gewünschten. Lass deiner Figur damit erkennen, ob das Gewollte wirklich ist, was er/sie/es will.

Du kennst doch den Fluch – Pass auf, was du dir wünschst, es könntein Erfüllung gehen.
Dieses Bild kann deiner Figur also bei der Entwicklung genau sagen, ob ihr Wunsch auch wirklich ist, was er/sie/es schlussendlich erlangen möchte.

*****

If you know the old Shaw Brothers movies, then you also know what this picture is supposed to be at first glance: a woman who is practicing stick fighting, whereby it doesn’t matter how old this woman is and whether she is experienced in it, maybe even a teacher or a young student who has to learn everything first.

If you take a closer look, you might ask yourself the question, why stick fighting in particular? If you know history, you know that there have always been times when ordinary mortals were forbidden to carry or use weapons. This led to the development of unarmed martial arts. But there were also European peasant revolts in which flails and scythes were used to attack soldiers.

This picture is intended to illustrate the need to stand up for one’s convictions. Whoever practices becoming good at something can do so for various reasons, either out of passion and devotion, but also, for example, to find strength out of necessity.

In this context, becoming better requires a necessity, but also the core to free oneself from this need.

Sometimes we have to actively fight for something to reach our goal; sometimes, it is the opposite of what we want to achieve. So sometimes we have to submit ourselves to become free, we have to go through hell to be allowed to enter the heavenly realms.

But the point is that this negative factor is only a transition and not permanent.

For some desires, we first have to experience helplessness to realize what we want. This picture should show that we carry within us the strength we need to reach the goal. Sometimes we simply don’t know what we want, and to achieve this, we must first experience what we do NOT want.

But how can that help you write now?
Often enough, new characters are faced with the situation that they don’t know what they want or how they can achieve a goal. Think about it or let this character tell you what he/she/it wants and give him/her/it precisely the opposite of what he/she wants. Let your character see if what he/she/it wants is really what he/she wants.

You know the curse – be careful what you wish for, it could come true.
This picture can tell your character during the development process, whether her wish is really what he/she wants to achieve.

5 Gedanken zu “Zeit für Phantasie II – time for phantasy II

  1. Ich finde es wunderbar, die Hilfe zu haben, die Sie mir geben, um die Streifen eines Schriftstellers zu entdecken.
    Es ist faszinierend, wie Sie die Situation einstellen, um ein Thema oder Argument zu entwickeln, mit dem Schreiben zu beginnen.
    Ich werde es nutzen, um mein Wissen zu erweitern.
    Du weißt, ich schreibe Gedichte. Und ich möchte Ihnen zeigen, wie es geht.
    Vor fünf Jahren, als ich in den Ruhestand ging, wollte ich meine Freizeit füllen. Ich bin ein Leser von Romanen. Aber diesmal habe ich zur Abwechslung Gedichtbände ausgewählt. Ich las die Gedichte und Reime von Gustabo Adolfo Bécquer (Spanien 1836) und sagte mir, dass ich auch Gedichte schreiben könnte.
    Und ohne zu wissen, wie oder warum, kam Inspiration zu mir. Heute habe ich mehr als 350 Gedichte im Blog. Sie übersetzen mich ins Englische und Italienische. Und jetzt werden sie auf Rumänisch und Polnisch sein.
    Wenn Sie mich bis jetzt fragen, wie Inspiration kommt, kann ich Ihnen nur sagen, dass ich es auch nicht weiß, ich bin motiviert von einer Situation, einem Wort, einem anderen Gedicht oder wenn mein inneres Selbst etwas sagen möchte.
    Ich habe versucht, Prosa zu schreiben und es geht mir nicht gut. Ich gehe direkt zur Poesie und fühle mich besser.
    Ich wollte dir das alles erklären, weil ich dein Blog für eine großartige Lektüre halte. Ich erweitere mein Wissen.
     Ich spreche nur Spanisch, ich benutze den Übersetzer für die anderen Sprachen und bisher ist nichts schiefgegangen.
    Ich freue mich, Ihren Blog zu lesen.
    Eine große Umarmung und vielen Dank für Ihre Teilnahme.
    Manuel

    Gefällt 2 Personen

    1. Rhiannon

      Lieber Manuel,

      schreib du mir doch mal eine Mail, ich fürchte fast, meine kommt bei dir nicht an.

      Ich hoffe sehr, dass ich dir und anderen dabei helfen kann Mut zu finden, selber zu schreiben. Gerade jetzt braucht es Geschichten, die Mut machen und uns zum Nachdenken anregen für eine bessere Zeit.

      Mein Projekt der Skaldenschule ist genau dafür gedacht, hier zu helfen, Mut zu machen und überhaupt einfach mal anzufangen.

      Für mich klingt es, als hörtest du damals auf dein Herz und genau damit hast du den richtigen Schritt getan. Du hast zugehört und einfach gemacht und das ist das Tolle auch am Schreiben.
      Du hast den Flügelschlag der Kreativität deines Ich wahrgenommen und darauf reagiert … was du dichtest klingt gut und ich wünsche dir dabei noch viel Glück.

      Inspiration kann von allem kommen, für jeden ist es etwas anders, wo der eine den Lufthauch nutzt, braucht es für den anderen vielleicht den Lärmpegel einer belebten Straße. Das kann dir wohl keiner beantworten – wichtig ist nur, DU spürst es und lässt dich inspirieren. Darum geht es.
      Dein Herz sagt dir, was dir liegt – aber teste dich aus und du weißt, was genau deines ist. Sehr gut machst du das!

      Auch dir eine ganz feste Umarmung und alles Liebe und Gute.

      Liebe Grüße

      Rhiannon

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