Wie können wir Einschränkungen nutzen?

Gewinnen oder verlieren wir die Freiheit durch Einschränkungen?

Hast du dich schon mal gefragt, warum in Klöstern in den Schreibstuben einst die Räume kahl und die Männer und Frauen darin unter Einschränkungen ihrem Tun nachgingen?

Für viele sind die heutigen Covid-Einschränkungen ein Horror, keine Reisen mehr, oder nur noch in erschwerten Möglichkeiten, Maskenpflicht und Lockdowns überall. ABER betrachten wir die Situation einmal genauer, so wurde uns auch etwas geschenkt – nämlich die Chance auf „Selbstreflexion“.

Meine Muse meinte einst, wirklich frei bist du erst dann, wenn du im Inneren, im Kopf, frei bist. Und er hatte damit recht. Ich spüre täglich mehr davon, eine unbezahlbare Freiheit.

Betrachte dich und deine Situation einmal genauer. Vielleicht hast du Kinder und darum weniger Zeit, durch Homeschooling, vielleicht hast du einen Homeoffice-Job und kannst ungestört arbeiten oder du bist in Kurzarbeit, oder, oder, oder … Nicht für jeden ist die Situation heute gleich.

So haben beispielsweise Introvertierte heutzutage eine großartige Chance bekommen, Menschen, die es schätzen sich nicht ständig der Hektik aussetzen zu müssen … andere wiederum sehen das Heute als massiven Einschnitt in ihren gewohnten Alltag.

Egal, wie dich die Einschränkungen auch treffen mögen – betrachte es einmal von der Seite einer Chance, deine persönliche, innere Freiheit zu erlangen.

Sieh dir Klöster an, wo die Nonnen und Mönche oftmals ihren gewohnten Alltag völlig ablegen und mitunter in weltabgewandte Orden eintreten. Betrachte die Shaolin-Klöster und sieh dir an, welche Freiheiten sie gefunden haben.

Manchmal ist dieses Phänomen auch in Gefängnissen zu beobachten, wo Insassen ein komplett neues Leben beginnen.

Oder nimm einfach mal meine kleine Mietze oben, die zwar mit ihrem Geschirr eine neue Einschränkung hat, ABER dafür eine bis dahin ungewohnte Freiheit bekam, die sie längst zu schätzen gelernt hat (weniger, wenn sie nachher vor der Tür hockt und jammert, weil sie wieder raus will 😉 ).

Wenn das Äußere eingeschränkt ist, vielfach Tand und Ablenkungen entschwinden, dann ist es Zeit für die Erforschung des Inneren. Natürlich tun sich auch viele sehr schwer damit, sich auf das eigene Ich zu konzentrieren – wer bereits meditiert ist hier klar im Vorteil. ABER warum diese Chance vergeuden?

Welche Figur würdest du wohin setzen, damit du diesem Charakter die Möglichkeit zur Selbsterfahrung bieten könntest?

16 Gedanken zu “Wie können wir Einschränkungen nutzen?

  1. Ich persönlich sehe es nicht so eng, weil ich Erfahrungen gemacht habe. Durch Homeoffice fällt die Fahrzeit weg, dadurch ist der Stress weg, morgens die Kinder erst zur Schule und dann zur Arbeit, um später pünktlich wieder zuhause zu sein, wenn die Kinder nach Hause kommen. Eine Stunde mehr als vorher. Wir sind auch nicht die Leute ständig in Urlaub fahren müssen. Zuhause ist es auch schön. Aber vermissen tun wir es schon, nicht wegzufahren. Urlaub von zuhause. Nicht hinfahren, wohin wir wollen. Wir haben das Beste daraus gemacht. Auf Massenaufläufe hatten wir nie Lust. Wir sind immer dort hingefahren, wo nicht so ein Trubel und Hektik war. Aber es fehlt trotzdem. Uns nervt es nur, wenn die Leute einen auf die Pelle rücken und sie es nicht verstehen. Wir vermissen Freunde zu treffen, dass ist das was wir wohl am Meisten vermissen. Einfach nicht nur übers Telefon zu reden, sondern live erleben. Mal einen Pizzaabend oder Frühstück zusammen. Meine Familie und die Familie meines Bruders hatten einen Plan. Wir wollten uns letztes Jahr einmal im Monat gemeimsam zum Frühstücken treffen. Es sollte eine neue Tradition von uns werden. Ja, die Krise hat es verhindert. Ich hoffe sehr, dass wir die Tradition doch noch umsetzen können. Aber momentan sehe ich noch schwarz. Ich glaube, da ich ein Dorfkind bin und wir einen eigenen Garten haben, fiel es uns nicht so schwer. Wir konnten im Garten die Seele baumeln lassen. Ab und zu, mit genügend Abstand, über den Zaun mit den Nachbarn klönen. Wenn es erlaubt war, mit der engsten Familie zu treffen. Nur die Freunde fehlten dabei. Und ich habd noch etwas gelernt. Manche Freunde, die dich heute Freunde nennen, sind in der Krise aus deinen näheren Umfeld verschwunden, weil sie dich nur gebraucht haben und nicht als wirklich als Freunde gesehen zu haben. Die Krise hat die wahren Freunde zutage gebracht. Auch das ich neue Leute übers das Netz kennengelernt habe, die sehr sympatisch sind, die ich sonst nie kennengelernt hätte.

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    1. Rhiannon

      Ein wundervoller, langer Kommentar – ich danke dir dafür …

      Du sagst was Wahres – in schweren Zeiten, da erkennt man/frau wer die wahren Freunde sind. Es sind nicht immer die, die am lautesten schreien, sondern es sind die, die einem die Hand reichen, wenn du es wirklich brauchst.

      Wir können wirklich froh sein über die medialen Möglichkeiten – neue sympathische Kontakte – du drückst es wundervoll aus.

      Ansonsten – ja ich bin bei dem ganzen Kommentar bei dir – weil es mir ähnlich geht 🙂

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      1. Danke. Es ist schon interessant. Jemanden, den man nicht persönlich kennt und nur über das Netz kennengelernt hat, gleiche Gedanken hat. Im Endeffekt hätte man sie nie getroffen, wenn es das Internet nicht gäbe. Durch die Krise schweisst es doch irgendwie zusammen. Aus Fremde werden Freunde oder Bekannte. Man kennt sich nicht persönlich, aber irgendwie versteht man sich.

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      2. Rhiannon

        Durch das Netz haben wir heute eine wunderbare Chance bekommen. Wie hätten zB wir beide uns sonst kennengelernt? Ich mag den Kontakt zu dir 🙂

        und Krisen – sie sind immer der Punkt, wo sich jene auseinanderdividieren, mit denen wir zu tun haben … „die Guten ins Töpfchen – die Schlechten ins Kröpfchen“ – hieß es nicht so auch bei Aschenputtel?

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  2. After a year of covid news I started stopping the physical newspaper and the news on TV. It gave me enormous rest and spares me hours of covid nonsense. ‚When it’s over, wake me up‘ is my attitude now. I spend the free coming hours with reading books, research, listening music I haven’t heard for tens of years or never heard at all, walk in the nature. Doing all things what I did before internet became life consuming.

    We have a choice.

    Stepping away from all the noise and nonsense in life must be our all highest goal in life and take care of the physical world around is. The real world, not the digital one.

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    1. Rhiannon

      News can drive you completely crazy – not only because it can be very contradicting, but also because it can drive you insane. Unfortunately, many are also shaped in a certain direction and truths often get lost. As the saying goes … the truth is a three-edged sword – yours, mine and the real truth … and at least one page is missing in the media.

      You’re doing well at it, and abstinence from news also makes you much freer in your mind.

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  3. Seit ich vor 21 Jahren an einer Angststörung mit Panikattacken erkrankte, habe ich im Prinzip das Haus nicht mehr verlassen können. Ohne diese Behinderung an dieser Stelle en detail zu erklären, gibt mir der Lockdown ein „Werkzeug“ an die Hand, meine alltägliche Einschränkungen Nichtbetroffenen zu verdeutlichen. Erzwungenermaßen (egal ob durch Krankheit oder per Anordnung) Zeit für sich, Zeit zur Meditation zu haben, fühlt sich deutlich unangenehmer an, als wenn man aus der FREIHEIT heraus für sich entscheidet, sich für wenige Momente zurückzuziehen, um Kraft und Regeneration daraus zu ziehen. Wie sehr die/der Einzelne unter einer ungewollten Beschneidung der Kontakte leidet, hängt u.a. auch vom Typ ab (intro- oder extrovertiert). Oft will man eigentlich nur immer genau das, was man nicht haben kann😩 und achtet nicht darauf, ob sich zuweilen nicht etwas Positives im Ist-Zustand entdecken ließe. (Warum denke ich dabei gerade an Robinson Crusoe🏝, der in seiner ungeliebten Zwangslage einen Freund fand und letztlich die Insel nicht mehr verlassen wollte?)

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    1. Rhiannon

      die Schlußfolgerung mit Crusoe finde ich wundervoll … denn auch, wenn wir manchmal in ungewollte Situationen geraten, so sind sie mitunter genau das, was wir brauchen um dran zu wachsen.

      ich wünsch dir alles Gute, eventuell wäre Wingwave eine Möglichkeit, wenn du sehr darunter leidest … mir hat es bei einer sehr tief vergrabenen Sache geholfen 🙂

      guter Kommentar übrigens

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      1. ❤️-lichen Dank, insbesondere für die guten Wünsche und den Tipp! Leider, so fürchte ich, ist bei mir Hopfen und Malz verloren, denn die Zeit hat für eine solide Manifestation gesorgt, aber ich arbeite dennoch daran. Im Gegensatz zu Robinson, würde ich meine Insel gerne mal verlassen können😉. – Kompliment übrigens für Deinen empathischen Blog und die einfühlsamen, persönlichen Kommentarfeedbacks!

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      2. Rhiannon

        „niemals aufgeben – niemals kapitulieren“ …
        das stammt zwar aus dem Film „Galaxy Quest“, birgt aber einen wahren Kern in sich …

        du wirst eines Tages wissen, wie du mit allem umzugehen hast, damit es für dich passt … manchmal ist eine schwierige Phase zum Lernen sehr wichtig – manchmal aber auch nicht …

        probier mal folgendes, wenn du es möchtest:
        nimm einen Zettel, schreib einen innigen Wunsch drauf und vergrab ihn im Wald … lass den Wunsch wachsen wie ein Samenkorn 😉
        selbst, wenn es vielleicht nichts bringt, aber emotional ist es eine gute Sache 😉

        ui – gaaaanz lieb deine Abschlussworte – werd ganz rot 🙂
        dangesön 🙂

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  4. Die Einschränkungen waren für mich eine gute Erfahrung. Mir reichen ein paar Freunde und meine Partnerin, die ich am WE treffe. Und gut auch: Wenn die einschränkungen aufhören, werde ich keineswegs so weitermachen wie vorher sondern alles noch mal abwägen.

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