Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen …. oder doch?

Warum sich anstrengen, wenn es doch keinen interessiert?

Hast du einem Kind einmal genauer zugesehen, wie es mit allen Mitteln um die Aufmerksamkeit seines Elternteils buhlt und kämpft?
Wir strengen uns häufig bis ins hohe Alter an, um jemand anderen zu beeindrucken und dessen/deren Aufmerksamkeit zu erlangen. Doch warum tun wir das und was hat das mit dem Schreiben zu tun?

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich einst selber jünger war und alles dran setzte, um eine ganz bestimmte Person in meinem Leben stolz auf mich zu machen. Dafür strengte ich mich ganz besonders an – doch das ersehnte Lob blieb aus. Es war nicht das, was diese Person haben wollte. Irgendwann begriff ich, dass es nicht der beste Weg ist.

Wenn wir schreiben, schreiben wir oft nur für uns selbst, aber glauben doch, es sei für den Leser von Interesse. Die Frage ist daher, ob dem wirklich so ist.

Für wen schreibst du?

Willst du etwas schreiben, so ist es eine gute Idee anfangs einmal drauflos zu schreiben. Häufig entwickeln sich die Texte in die eine oder andere Richtung. Vielleicht ist dir von Anfang an bewusst, für wen du schreiben willst. Es ist in Ordnung, wenn du für dich alleine schreibst – doch warum willst du dann veröffentlichen?
Es ist auch in Ordnung, wenn du für andere schreibst, doch dann ist die Frage, was tust du dafür, um deine Leser zu verstehen?

Gerade anfangs machen wir als Schreiberlinge uns darüber entweder zu viele oder viel zu wenige Gedanken. Nur du alleine kannst entscheiden, für wen du die Worte aufs Papier bringst oder in die Tastatur hämmerst.

Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen …. oder doch?

Hast du dir je darüber Gedanken gemacht, was es bedeuten mag, warum Texte vielleicht nicht gelesen werden? Es ist doch wie in so vielen anderen Bereichen. Wenn es nicht gelingt, den Empfänger zu erreichen, wird dieser selbst die größte Bemühung nicht erfahren, geschweige denn wahrnehmen und schon gar nicht konsumieren wollen. Was hilft ein Text, der nach den ersten zwei, drei Seiten wieder weggelegt wird in den du über Monate hinweg Arbeit, Schweiß und Tränen investiert hast?

Darum ist die Frage zu Beginn, für wen willst du schreiben? Hast du darüber schon einmal nachgedacht? Natürlich hilft Werbung, Marketing und vieles mehr dazu gelesen zu werden – ABER was hilft das bekannteste Produkt, wenn es dann nur im Regal steht und keiner liest es? Das ist wohl eher nicht der Wunsch, warum wir schreiben.

Es gibt dazu zwei recht „bekannte“ Beispiele:
Viele haben die Bibel zu Hause stehen, aber haben sie wirklich alles die ganzen Kapitel und Seiten tatsächlich gelesen? Wie viele hatten wohl „mein Kampf“ im Haus und haben es sicher nicht gelesen.

Überlege dir einmal, wie viele Bücher du dir gekauft oder anderweitig organisiert hast, sie angelesen hast und einfach nicht weiterlesen konntest. Häufig liegt es an der Art, wie der Text geschrieben wurde. Nun stellt sich doch die Frage, wie muss ein guter Text geschrieben sein, damit du ihn gerne liest? Hat der Schreiberling des Textes es geschafft, dich zu begeistern und mitzureißen, oder hat er/sie nur für sich selbst geschrieben?
Nehmen wir als Gegenbeispiel Ken Follet. Er schuf mit Geschichten wie „die Säulen der Erde“ Romane, bei denen den meisten Lesern gar nicht auffällt, wie die Geschichte vorbeifliegt und schon ist das Ende des Buches erreicht.

Doch woran liegt das? Was machen die einen so, dass die Leser dranbleiben, die anderen wiederum schaffen es nicht?

Beschreibe bildlich

Wenn du von einer alten Bank im Wald erzählst, was schwebt dir vor? Wie sieht sie aus? Ist es eine neue, erst kürzlich aufgebaute Bank mit gerade Lehne und Betonklötzen an der Seite oder vielleicht doch ein altes Teil, das leicht knarzt, wenn sich jemand draufsetzt? Wo moosbedeckte, alte Holzplanken zum Verweilen einladen und die Sonne sich in den alten Schrauben spiegelt?

Als Leser mag ich es, wenn die Geschichten und Texte nicht einfach nur stichwortartig erzählt werden – sondern auch, wenn der Schreiberling dahinter etwas mehr ausschmückt. Die Frage ist dann, wie weit macht es Sinn? Es gibt auch Geschichten und Romane, wo so gut wie alles in x Einzelheiten geschildert wird und somit der Raum für die eigenen Gedanken völlig fehlen mag. Nur ja nichts auslassen – ist hier wohl die Devise 😉

Nehmen wir Texte aus früheren Zeiten, so sind sie häufig karg in ihrer bildhaften Sprache, manche Autoren nutzten ewig-lange Schachtelsätze, andere wiederum umrissen die Sachlage und ließen den Leser einfach raten, was geschehen war oder werden mochte.

Ein speziellerer Fall ist hier der Roman „Dracula“. Hast du die Geschichte jemals gelesen oder kennst du „nur“ die Filme? Und wenn, welche Version davon kennst du? Der Text ist in Form von Tagebuchaufzeichnungen und Briefen gehalten – nicht unbedingt einfach zu lesen, da einem mitunter die farbigen Beschreibungen fehlen. Aber auf seine Weise ist der Roman etwas ganz Besonderes in seiner Art des geschriebenen Wortes.

Häufig tendieren wir dazu, das zu schreiben, was wir selber gerne lesen. Dagegen ist rein gar nichts einzuwenden – ganz im Gegenteil! Doch ist es eine gute Idee, diese Art zu verwenden und darauf aufzubauen, den eigenen Stil zu entwickeln.

Wie passt das mit meinem Titel zusammen?

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie egoistisch der Mensch sein kann? Die Grundstruktur liegt im Überleben des kleinen Kindes. Es muss egoistisch sein, weil es abhängig ist von anderen. Darum setzt es die eigenen Interessen an oberste Stelle – in Kombination damit, gefallen zu wollen.

(Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen ….) – diesen Gedanken tragen wir über viele Jahre hinweg mit. Wir strengen uns am, um zu gefallen, wir geben uns Mühe, um Aufmerksamkeit und Bewunderung zu erlangen. Unglaublich viele Personen sind gefallsüchtig und können ohne Aufmerksamkeit anderer nicht mehr existieren. Nur ganz wenige haben es geschafft, sich hier gänzlich auszuklinken, denn sind wir uns ehrlich selbst gegenüber, so tut uns Lob doch allen gut 😉

Die Kernfrage lautet also vielleicht weniger, für wen schreibst du, als vielmehr, „ich schreibe, um anderen zu gefallen, – magst du mich lesen? Ich bin soooo gut getextet, du musst einfach Gefallen an mir finden!“ Aber dem ist ganz und gar nicht so.

Du kannst einen Text ausfeilen, wunderschön mit Worten spicken, bis ins letzte Detail herumfeilen und dann gefällt er nicht. Vielleicht schaffst du einen hingeworfenen Text, der supergut ankommt – doch woran liegt es?

Hast du dir jemals amerikanische Werbespots angesehen und mit den Spots aus dem deutschsprachigen Raum verglichen?
Amerikanische Werbung erzählt häufiger Geschichten und will unterhalten – deutschsprachige Werbung vermittelt üblicherweise nur „kauf mich“. Wohin greifst du, wenn du solche Dinge vergleichst?

Wir lieben Geschichten – und taten es schon immer. Wir greifen dort zu, wo wir eine Geschichte haben, ungekünstelt und „menschlich“, wollen als „Du“ angesprochen werden, nicht als wandelnde Geldbörse.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es daran mangelt. Wir als Schreiberlinge wollen erzählen – hast du dir je wirklich darüber Gedanken gemacht, aus welchen Motiven heraus wir schreiben?
Version 1 – du schreibst, weil du für dich schreibst und einfach etwas loswerden willst … ob du es dann veröffentlichst, spielt für dich keine Rolle
Version 2 – du schreibst, um zu unterhalten, Geld ist hier eher die Nebensache, du willst unterhalten
Version 3 – du schreibst, weil dich vor allem das Geld dahinter lockt

Die Motivation des Schreibens kann sich wandeln, vielleicht habe ich auch eine Motivation übersehen – ich trag sie gerne nach, wenn du mir verrätst, was du darüber denkst 😉

Warum sich also mit dem Schreiben beschäftigen, wenn es vielleicht nie jemand interessiert, WAS du schreibst? Kafka konnte ja auch nicht davon leben 😉 und doch schrieb er weiter.

Verfolgst du meinen Blog schon eine geraume Weile, dann hast du vielleicht eine Ahnung, warum ich schreibe – wie steht es um dich? Was ist deine Motivation dahinter und könntest du dir vorstellen auch zu schreiben, wenn es niemals jemand lesen würde?

19 Gedanken zu “Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen …. oder doch?

  1. Ich fürchte, viele Schreiber, auch Vielschreiber, sind sich ihrer tatsächlichen Triebfeder entweder nicht bewusst oder leugnen sie, aus Sorge, eitel und nicht ‚gut dazustehen‘. Ginge es uns wirklich nur um unser Vergnügen oder um einen kathartischen Prozess, so reichte ein privat geführtes oldschool Tagebuch oder eine Schubladen-Loseblatt-Sammlung vollkommen aus. Auch traue ich Aussagen nicht, die behaupten, es sei ihnen vollkommen egal, ob anderen das Geschriebene gefällt oder nicht. Das klingt verdächtig nach Selbstbetrug, der sich schnell entlarvt, erhascht man einen Blick auf angepisste (sorry!) Reaktionen auf etwa vorhandene negative Kommentare.

    Warum fällt es uns so schwer zuzugeben, dass wir, egal ob für Blog- oder Bucharbeit, an einer ‚Entlohnung‘ für unsere Mühe interessiert sind? Als Währung akzeptieren wir nicht nur Klimpergeld, sondern, wie alle Menschen, Dank, Zuwendung, Zuspruch, Lob und Ermunterung! „Ich will nur unterhalten“, lese ich oft. Okay, aber jeder Komiker, Zirkusclown, Schauspieler, Maler und eben auch Schriftsteller/Dichter, möchte das. Sollen sie deshalb alle auf ihren Lohn verzichten? Künstler suchen Anerkennung, müssen aber auch Rechnungen bezahlen.

    Sollte ich noch meine Wunschprojekte zur (Buch-) Veröffentlichung bringen, so wünsche ich mir natürlich Leser, die Freude daran haben, ich wünsche mir Feedbacks, Kommentare und Diskussionen, aber ich muss mich nicht dafür schämen, mir für Beiträge auch Likes zu wünschen und für Bücher Tantiemen!

    Eine ganze Industrie lebt von diesem Traum inzwischen ganz gut: Die Dienstleister (Verlage im klassischen Sinne sind es nicht) für Selfpublisher, samt aller am Prozess Beteiligten, wie bspw. professionelle Covergestalter oder Lektoren, die sich übrigens nicht mit Vergnügungspunkten oder Lob bezahlen lassen🙃. Würde uns Schreibenden der private Stolz auf ein einzelnes gebundenes Exemplar unseres Vergnügungsbuches reichen, könnten wir das viel günstiger bei einem Fotoservice ordern.

    Warum kann die Schreib-Motivation also nicht Version 1, 2 und 3 vereinen?

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    1. Rhiannon

      Versionen 1,2 oder 3 (erinnert mich jetzt voll an die TV-Show aus den 80ern 🙂
      sie zum gleichen Moment zu vereinen stelle ich mir zwar kompliziert aber keineswegs unmöglich vor. Wahrscheinlicher ist, dass jeder Schreiberling ala long zumindest einmal die Motivation wechselt – und warum auch nicht?

      Ich glaube einfach, es ist in jedem von uns ein inneres Bedürfnis, was wir tun, denken, und erschaffen anderen zugänglich zu machen. Es ist auch irgendwo eine Frage des Egos, das wir als Kleinkind trugen, manchmal entwickelten wir uns weiter, manchmal nur ganz wenig oder blieben vielleicht auf Kleinkind-Ego.

      Manchmal ist sicher in so gut wie allen von uns Schreiberlingen der Gedanke da, es wäre doch schön vom Schreiben leben zu können – doch Tatsache ist, dass diese nur die wenigsten können. Wie machen dann jene weiter, die das nicht können? Was ist deren Motivation dahinter?

      ein paar nette Worte, etwas Lob, das ist auch eine Art von Währung – eigentlich hast du recht … und auch, dass sich mit schönen Worten alleine die Arbeiten auch nicht bezahlen lassen. Klingende Münze war schon immer die Basis hinter allem, egal, wie gern das jemand hören mochte oder auch nicht.

      Kritik um der Kritik willen ist – gelinde gesagt – einfach sinnfrei. Ist sie hingegen konstruktiv, so tut jeder Schreiberling gut daran, zuzuhören und zu überlegen, was er/sie daraus mitnehmen möchte 🙂

      In diesem Sinne – vielen Dank für deine Worte, denn sie bringen zum Nachdenken 🙂 und bei mir darfst du immer konstruktive Kritik üben … nur so funktioniert es um zum nächsten Step zu kommen …

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      1. Rhiannon

        ein recht vielsagender Kommentar deinerseits – das ist super 🙂
        Ziel erreicht 🙂 mein Blog soll vor allem zum Nachdenken anregen und bringen ….

        zu deinem Kommentar selber:
        Triebfeder kann so ziemlich alles sein, je nachdem, wie man/frau auch grundsätzlich tickt. Manchmal weiß der Schreiberling es selbst nicht wirklich oder sucht erst seinen/ihren Weg um genau diese zu finden.

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      2. In mein Tagebuch schrieb ich vor Monaten:
        *
        Ich beschränke mich stets nur darauf,
        andere zum NACHDENKEN anzuregen,
        ohne damit zugleich überzeugen zu wollen.
        __
        © PachT 2020
        *https://einladungzupachtsblog.files.wordpress.com/2020/09/ssw785.gedanke_denkanstoss.jpg

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  2. Ich interessiere mich schon für dich, aber konnt dir nicht auf Whats Up schreiben, weil mein altes Handy nicht Internetkombatibel ist. Ich hab noch einen Prepaid-Tarif und muss nur alle 18 Monate 15 Euro nachladen. Damit komm ich gut aus. Andere zahlen das dreifache im Monat. Fürs Internet hab ich meinen PC. Das Mailen ist besser als Telen, weil Whats Up ja Daten sammelt und mit Facebook usw. abgleicht. Facebook lehn ich auch ab.

    Jeder schreibt halt gern Texte, stellt sich gern selbst dar. Und im Internet kann man sie reinstellen und eventuell ein Feedback erhalten. Eine gute Sache. Ich denk du veröffentlichst ganze Bücher? Da müssten sich doch die Käufer für deine Texte interessieren. Versteh deine Zweifel nicht. Werden deine Bücher nicht gekauft? Dann solltest du dir einen Verlag suchen, der Werbung für dich macht. Zuschussverlage tun das nicht, was ihr Manko ist. Sie wollen nur dein Geld. Ich würd nie in einem Verlag veröffentlichen, wo ich selbst was bezahlen muss.

    LG Sven 🙂

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    1. Rhiannon

      Social Media und Co sind ein Thema für sich. W.A. hab ich vor allem, um mit meiner Familie in engeren Kontakt zu bleiben – Facebook und Co hingegen nicht. 😉

      die guten, alten Prepaid- Handies haben keineswegs ihren Stellenwert verloren – sie sind durchwegs nach wie vor sehr nützlich und vor allem nicht so empfindlich wie moderne Smartphones 🙂

      Ach weißt du, Zweifel in dem Sinne hab ich nicht. Den Titel des Beitrags las ich vor kurzem in einem Text und fand ihn nur super-genial, weil er so herrlich gepasst hat 🙂
      Ich hab, so ganz nebenbei gesagt, auch alle drei Phasen/Versionen schon durch. Angefangen hab ich, weil ich meiner Mutter ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk machen wollte (wer schenkt denn schon sowas? 🙂 ) … und inzwischen hab ich begriffen, dass es viele gibt, die einfach ein wenig Mut brauchen um mit dem Schreiben überhaupt loszulegen – darum arbeite ich an der „Skaldenschule“ 😉

      Vor meiner ersten Veröffentlichung habe ich mich bezüglich Verlagen sehr intensiv mit allem beschäftigt und mich deswegen für BOD entschieden, weil sie genau das boten, was ich brauchte. Recht geringe Kosten von unter 20 EUR, dafür, dass alles schlussendlich im Laden erhältlich ist, finde ich nicht tragisch. Und bislang hat noch jedes meiner Bücher diese Kosten wieder reingespielt – also alles, was drüber ist – ist ein kleiner Gewinn, der für das nächste Buch die Basiskosten schon vorwegnimmt.

      Die Zuschussverlage, von denen du schreibst, die verlangen mitunter zig 1.000 EUR und das ist es mir echt nicht wert. 😉

      aber du bringst mich grade damit auf den nächsten Blogbeitrag 🙂 … coool …

      Sven, du inspirierst mich doch glatt … 🙂

      LG
      Rhia

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  3. Liebe Rhianon,
    dieser von Dir sehr umfassende Beitrag (mit der Dohle auf Deinem Balkon, die mich wieder einmal an die beiden Raben Hugin und Munin von Odin erinnert) spricht mir aus dem Herzen.
    Deshalb auch eine etwas ausführlichere Reaktion meinerseits
    Du triffft nämlich einen Nerv, den ich fasertief nachempfinde. Dem Text folgend sehe ich meine eigene Situation, die allerdings vielfältigere Motivationen zum Schreiben (egal wie) gut dargestellt.
    Nietzsche hat einmal klar gesagt, dass er nicht für diejenigen schreibt, die ihn nicht verstehen wollen, dann aber für die, die ihn wenigstens verstehen möchten.
    W. Somerset Maugham forderte, dass Literatur unterhalten sollte. Er hat mit lediglich malayische Regionen näher gebracht. Joseph Conrad hat mit seiner subtilen Psychologie Interesse zu einem exotischen Leben erweckt. Ernest Hemingway lehrt und, dass man nur wirklich schreiben kann, wenn man vorher selbst tief gelitten hat. Ein Leser meiner Texte, der niemals zuvor von Baudelaire, Fromm oder meinetwegen Rimbaud gehört hat, niemals Böll gefolgt ist (was eine sehr verkürzte willkürliche Reihe ist), das wird niemals mein Leser sein. Gut so!
    Die Kernfrage ist meines Erachtens ebenso nicht, für wen ich schreibe (den das ist geklärt), aber für mich ganz wesentlich auch nicht der vollkommen systemkonforme, weiterhin abartige Wunsch anderen zu gefallen, letztlich mich der Kulturindustrie gegenüber (im Kontext zu Adorno) zu prostituieren.
    Zur Motivation des Schreibens als geistige Tätigkeit spielt für mich eine gewisse Agitation aus der Position einer kritischen politischen Philosophie eine gewisse Rolle, wobei allein durch die isolierte Lebensart zwischen kambodschanischen Reisfeldern weder ein Diskurs und aufgrund aller von Dir selbst beschrieben Negationen auch sehr selten wirkliche Diskussionen stattfinden. (wie in Version 1 spielt eine spätere Publikation absolut kein Rolle). Der Version 2 nach möchte ich nicht nur unterhalten, das wäre falsch reduziert, zumindest auch etwas zu einer gesellschaftlichen Änderung beitragen, die historisch inzwischen sogar rein technologisch bedingt nahezu unmöglich escheint. Aber wir schreiben … ha ha. Finanzielle Interessen habe ich seit gut vierzig Jahren nicht auf meinem Schirm. War nebenbei auch lange im Umweltschutz freiberuflich tätig, habe es aber aus Entfremdung, nein, aus Ekel vor der sich anbahnenden systemimmanenten Yuppie- Ökodiktatur in rein privat agierende, durchaus objektivere wissenschaftliche Bahnen gelenkt (resp. natürlichem Klimawandel nach einer geologischen erst kürzlich zu Ende gegangenen Eiszeit oder den Pandemie-Irrsinn mit seinen Profiterwartungen). Anyway.
    Deine letzte Frage in Deinem Blogbeitrag bringt mich ein wenig zum Schmunzeln. Könntest du dir vorstellen zu schreiben, wenn es niemals jemand lesen würde? … Ja.
    Liebe Grüße – 🐧🐧 – Günter & Khmer-Wolf Robby

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    1. Rhiannon

      vielen, lieben Dank für deinen langen Kommtar, den ich mehrmals gelesen habe, bevor ich jetzt doch einmal die Zeit fand darauf zu antworten:

      Es freut mich übrigens, dass dich die Frage zum Schmunzeln brachte, denn jede Reaktion ist eine gute, sie zeigt, was geschrieben wurde, bewegt (in welcher Weise auch immer) …

      Viele schreiben ja aus den unterschiedlichsten Motiven und vergessen dabei völlig auf ihre Leser. Wie wollen wir denn schreiben, wenn es keinen gibt, der den Text liest? Wie wollen wir uns „verewigen“, wenn es keinen interessiert?

      Manchmal erscheint eine Art Grätsche durchaus sinnvoll, da viele Leser ja auch bereit und willens sind, sich Neuem gegenüber zu öffnen – ABER die wenigsten versuchen sich an einem komplett neuen Lesenerlebnis und bleiben doch „ihrem“ Genre treu gegenüber.

      Ich las viele der Schreiberlinge früherer Jahrhunderte, was manchem so schwer fällt, weil die Wortwahl ungewohnt und der Text mitunter zu kompliziert ist. Die Geschichten selber, sofern verfilmt, aber gern gesehen wird.

      Manchmal scheint mir fast, dass wir wieder zurückkommen in jene Zeiten, wo Zu“Höhrer“ noch ebendas war – aber nicht unbedingt ein „Leser“ sein musste.

      NIetzsche alleine schon, wäre einen ellenlangen Beitrag wert, müsste darüber echt mal nachdenken … daher danke für die Inspiration 🙂

      Wie siehst du den allgemeinen „Trend“?

      LG und bitte eine Extra-Streicheleinheit für Robby 🙂

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      1. Liebe Rhiannon,
        habe in Dir also doch einen Leser gefunden, also eine Leserin. Wirkliche inhaltlich Reaktionen auf meine Texte? Bisher (bis auf wenige Ausnahmen) keine.
        Eine turnerische Grätsche auf dem Balken der Kulturindustrie werde ich nicht machen. Nicht weil die Knochen etwas steifer geworden sind, eher aus einem Prinzip heraus. Ich vertraue auf den Verlauf der Zeit. Irgendwann wird es frei denkende Menschen geben, die sich die Chancen, die meine Generation einst hatte nur noch erträumen kann.
        Es geht also hier nicht um ein individuelles „Verewigen“, sondern um die Menschen, die dieses dramatische, jetzt bereits historische Dilemma für sich selbst begreifen möchten.
        In der Tat hat bereits Nietzsche klar gesagt (gern wiederhole ich mich hier, denn es trifft unseren gemeinsamen Nerv), dass er nicht für die schreibt, die ihn nicht verstehen wollen, dann aber für diejenigen, die ihn wenigstens verstehen möchten.
        Besonders die Altvorderen (die s. g. Klassiker der Literatur) wirklich zu lesen ist eine Grundbedingung einer sich in unserem Kopf erhaltenden Kultur. So mag beispielsweise Tolstois Erzählung „Wie viel Erde braucht der Mensch“ der Schlüssel nicht meiner Politisierung, dann aber eher einer philosophischen Bewusstheit gewesen sein. Bei mir war das zunächst Heinrich Böll, der diese Metapher aus dem Russischen Milieu mit einem südländischen Fischer grossartig kolportiert hat. Das geschah schier vor Äonen in der Hippiezeit … ha ha

        Gute Frage. Wie sehe ich den heutigen allgemeinen „Trend“?

        Liebe Rhiannon, es geht uns hier vom Thema her eigentlich explizit um Literatur, auch um Kultur im weitesten Sinne. Ich hole dennoch etwas weiter aus.
        Lässt man einmal die „deutsche Leitkultur“ die „neue Ethik der Globalisierung“ (z. B. ein Ethikrat in Bayern), die unvorstellbare, alles nur kritisch Daherkommende rigoros eliminierende Macht, die „Big Brother“ sich erschlichen hat, allen auf uns zukommenden Ökofaschismus beiseite, auch den extrem anwachsenden Militarismus bei den Grünen, die weiterhin provozierte Kriegsgefahr allein durch die atlantisch-orientalische Nato, die Abschaffung des fürsorglichen Staates durch „Privatisierungen“, den zunehmenden perfiden Sozialabbau und eine anwachsende Armut, die Monopolisierung durch die Kulturindustrie etc. pp. vollkommen beiseite, so schaue ich auf folgendes Bild:
        Da gibt es, im Hinter- oder Untergrund, im Kleinen verborgen (s. Internet) unglaublich viele geistige Potentiale, die durchaus eine künftige tragfähige Avantgarde darstellen könnten.
        „Trotz alledem und alledem…“
        Nur: sie sind in sich zersplittert und sich ideologisch noch spinnefeind. Das war zwar schon immer so, nur kommt heutzutage eine sehr bedenkliche politische Polarisierung, angefeuert durch die Propaganda der Medien hinzu, die bis auf den heute längst etablierten totalitären Überwachungs- und Polizeistaat, exakt den Bedingungen vor der Machtergreifung der Nazis entspricht. Soweit zum allgemeinen Hintergrund für meine Einschätzung.
        Ich lächle über den damaligen Marktplatzphilosophen Sokrates, wenn er den sagt, dass die „heutige Jugend“ die allerschlimmste sei, die es jemals gab. Mal ganz ehrlich: wir waren in den 60er bis 80er Jahren sicher noch viel schlimmer, weil aggressiv, romantisch, theoretisch, pragmatisch, voller Hoffnung und erfüllt von Friedenssehnsucht, auch von Gefühl und Härte. Das alles hat sich bei mir konsolidiert, verdichtet und mag ganz natürlich jetzt vulkanisch, eruptiv oder glühend heiss fliessend hervor quellen.
        Es lohnt sich heute weiterhin (wenn nicht heute, wann dann?), unbedingt ein individuelles Schreiben, welches aber nicht immer explizit kritisch sein muss. Es kann auch rein unterhaltend, gern auch humorvoll sein.
        In meiner späten Jugend wurde ich mit dem verbrecherischen aber auch kulturellen Erbe einer subtil weiterhin stattfindenden Nazizeit konfrontiert. Später war es der Vietnamkrieg, der erneute Verrat durch die SPD (die Berufsverbote für „Willygebrandtmarkte“ etc.), der Krieg im Irak und Hunderte anderer schwerer Konflikte inmeiner Lebenszeit. Auch muss der zumindest vorausgesehene Frust über die nicht unbedingt akute Entwicklung der GRÜNEN und der LINKEN erst einmal weiter verkraftet werden. In diesem Fokus bauen sich selbst weit ausserhalb angesiedelt lohnende literarisch darzustellende dramatische Szenarien auf, die sich durchaus zwischen Rosamunde Pilcher , Hermann Hesse, Karl Kraus, Michael Moore oder Naom Chomsky bewegen sollten. Nach dem Motto: Jeder sollte nach seiner Facon glücklich werden.
        Jedem das seine, was immer auch für eine sich frei gebärende Literatur, für Frauenliteratur in Feuchtgebieten oder für den homerischen Heldengesang, deshalb also auch für Uns gelten sollte. LG Felix

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      2. 06/14/2021 GSK an RHIA
        Repeat
        Liebe Rhiannon,
        habe in Dir also doch einen Leser gefunden, also eine Leserin. Wirkliche inhaltlich Reaktionen auf meine Texte? Bisher (bis auf wenige Ausnahmen) keine.
        Eine turnerische Grätsche auf dem Balken der Kulturindustrie werde ich nicht machen. Nicht weil die Knochen etwas steifer geworden sind, eher aus einem Prinzip heraus. Ich vertraue auf den Verlauf der Zeit. Irgendwann wird es frei denkende Menschen geben, die sich die Chancen, die meine Generation einst hatte nur noch erträumen kann.
        Es geht also hier nicht um ein individuelles „Verewigen“, sondern um die Menschen, die dieses dramatische, jetzt bereits historische Dilemma für sich selbst begreifen möchten.
        In der Tat hat bereits Nietzsche klar gesagt (gern wiederhole ich mich hier, denn es trifft unseren gemeinsamen Nerv), dass er nicht für die schreibt, die ihn nicht verstehen wollen, dann aber für diejenigen, die ihn wenigstens verstehen möchten.
        Besonders die Altvorderen (die s. g. Klassiker der Literatur) wirklich zu lesen ist eine Grundbedingung einer sich in unserem Kopf erhaltenden Kultur. So mag beispielsweise Tolstois Erzählung „Wie viel Erde braucht der Mensch“ der Schlüssel nicht meiner Politisierung, dann aber eher einer philosophischen Bewusstheit gewesen sein. Bei mir war das zunächst Heinrich Böll, der diese Metapher aus dem Russischen Milieu mit einem südländischen Fischer grossartig kolportiert hat. Das geschah schier vor Äonen in der Hippiezeit … ha ha

        Gute Frage. Wie sehe ich den heutigen allgemeinen „Trend“?

        Liebe Rhiannon, es geht uns hier vom Thema her eigentlich explizit um Literatur, auch um Kultur im weitesten Sinne. Ich hole dennoch etwas weiter aus.
        Lässt man einmal die „deutsche Leitkultur“ die „neue Ethik der Globalisierung“ (z. B. ein Ethikrat in Bayern), die unvorstellbare, alles nur kritisch Daherkommende rigoros eliminierende Macht, die „Big Brother“ sich erschlichen hat, allen auf uns zukommenden Ökofaschismus beiseite, auch den extrem anwachsenden Militarismus bei den Grünen, die weiterhin provozierte Kriegsgefahr allein durch die atlantisch-orientalische Nato, die Abschaffung des fürsorglichen Staates durch „Privatisierungen“, den zunehmenden perfiden Sozialabbau und eine anwachsende Armut, die Monopolisierung durch die Kulturindustrie etc. pp. vollkommen beiseite, so schaue ich auf folgendes Bild:
        Da gibt es, im Hinter- oder Untergrund, im Kleinen verborgen (s. Internet) unglaublich viele geistige Potentiale, die durchaus eine künftige tragfähige Avantgarde darstellen könnten.
        „Trotz alledem und alledem…“
        Nur: sie sind in sich zersplittert und sich ideologisch noch spinnefeind. Das war zwar schon immer so, nur kommt heutzutage eine sehr bedenkliche politische Polarisierung, angefeuert durch die Propaganda der Medien hinzu, die bis auf den heute längst etablierten totalitären Überwachungs- und Polizeistaat, exakt den Bedingungen vor der Machtergreifung der Nazis entspricht. Soweit zum allgemeinen Hintergrund für meine Einschätzung.
        Ich lächle über den damaligen Marktplatzphilosophen Sokrates, wenn er den sagt, dass die „heutige Jugend“ die allerschlimmste sei, die es jemals gab. Mal ganz ehrlich: wir waren in den 60er bis 80er Jahren sicher noch viel schlimmer, weil aggressiv, romantisch, theoretisch, pragmatisch, voller Hoffnung und erfüllt von Friedenssehnsucht, auch von Gefühl und Härte. Das alles hat sich bei mir konsolidiert, verdichtet und mag ganz natürlich jetzt vulkanisch, eruptiv oder glühend heiss fliessend hervor quellen.
        Es lohnt sich heute weiterhin (wenn nicht heute, wann dann?), unbedingt ein individuelles Schreiben, welches aber nicht immer explizit kritisch sein muss. Es kann auch rein unterhaltend, gern auch humorvoll sein.
        In meiner späten Jugend wurde ich mit dem verbrecherischen aber auch kulturellen Erbe einer subtil weiterhin stattfindenden Nazizeit konfrontiert. Später war es der Vietnamkrieg, der erneute Verrat durch die SPD (die Berufsverbote für „Willygebrandtmarkte“ etc.), der Krieg im Irak und Hunderte anderer schwerer Konflikte in meiner Lebenszeit. Auch muss der zumindest vorausgesehene Frust über die nicht unbedingt akute Entwicklung der GRÜNEN und der LINKEN erst einmal weiter verkraftet werden. In diesem Fokus bauen sich selbst weit ausserhalb angesiedelt lohnende literarisch darzustellende dramatische Szenarien auf, die sich durchaus zwischen Rosamunde Pilcher , Hermann Hesse, Karl Kraus, Michael Moore oder Naom Chomsky bewegen sollten. Nach dem Motto: Jeder sollte nach seiner Facon glücklich werden.
        Jedem das seine, was immer auch für eine sich frei gebärende Literatur, für Frauenliteratur in Feuchtgebieten oder für den homerischen Heldengesang, deshalb also auch für Uns gelten muss. LG Felix

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      3. 06/14/2021 GSK an RHIA
        Repeat
        Liebe Rhiannon,
        habe in Dir also doch einen Leser gefunden, also eine Leserin. Wirkliche inhaltlich Reaktionen auf meine Texte? Bisher (bis auf wenige Ausnahmen) keine.
        Eine turnerische Grätsche auf dem Balken der Kulturindustrie werde ich nicht machen. Nicht weil die Knochen etwas steifer geworden sind, eher aus einem Prinzip heraus. Ich vertraue auf den Verlauf der Zeit. Irgendwann wird es frei denkende Menschen geben, die sich die Chancen, die meine Generation einst hatte, nur noch erträumen kann.
        Es geht also hier nicht um ein individuelles „Verewigen“, sondern um die Menschen, die dieses dramatische, jetzt bereits historische Dilemma für sich selbst begreifen möchten.
        In der Tat hat bereits Nietzsche klar gesagt (gern wiederhole ich mich hier, denn es trifft unseren gemeinsamen Nerv), dass er nicht für die schreibt, die ihn nicht verstehen wollen, dann aber für diejenigen, die ihn wenigstens verstehen möchten.
        Besonders die Altvorderen (die s. g. Klassiker der Literatur) wirklich zu lesen ist eine Grundbedingung einer sich in unserem Kopf erhaltenden Kultur. So mag beispielsweise Tolstois Erzählung „Wie viel Erde braucht der Mensch“ der Schlüssel nicht meiner Politisierung, dann aber eher einer philosophischen Bewusstheit gewesen sein. Bei mir war das zunächst Heinrich Böll, der diese Metapher aus dem Russischen Milieu mit einem südländischen Fischer grossartig kolportiert hat. Das geschah schier vor Äonen in der Hippiezeit … ha ha

        Gute Frage. Wie sehe ich den heutigen allgemeinen „Trend“?

        Liebe Rhiannon, es geht uns hier vom Thema her eigentlich explizit um Literatur, auch um Kultur im weitesten Sinne. Ich hole dennoch etwas weiter aus.
        Lässt man einmal die „deutsche Leitkultur“ die „neue Ethik der Globalisierung“ (z. B. ein Ethikrat in Bayern), die unvorstellbare, alles nur kritisch Daherkommende rigoros eliminierende Macht, die „Big Brother“ sich erschlichen hat, allen auf uns zukommenden Ökofaschismus beiseite, auch den extrem anwachsenden Militarismus bei den Grünen, die weiterhin provozierte Kriegsgefahr allein durch die atlantisch-orientalische Nato, die Abschaffung des fürsorglichen Staates durch „Privatisierungen“, den zunehmenden perfiden Sozialabbau und eine anwachsende Armut, die Monopolisierung durch die Kulturindustrie etc. pp. vollkommen beiseite, so schaue ich auf folgendes Bild:
        Da gibt es, im Hinter- oder Untergrund, im Kleinen verborgen (s. Internet) unglaublich viele geistige Potentiale, die durchaus eine künftige tragfähige Avantgarde darstellen könnten.
        „Trotz alledem und alledem…“
        Nur: sie sind in sich zersplittert und sich ideologisch noch spinnefeind. Das war zwar schon immer so, nur kommt heutzutage eine sehr bedenkliche politische Polarisierung, angefeuert durch die Propaganda der Medien hinzu, die bis auf den heute längst etablierten totalitären Überwachungs- und Polizeistaat, exakt den Bedingungen vor der Machtergreifung der Nazis entspricht. Soweit zum allgemeinen Hintergrund für meine Einschätzung.
        Ich lächle über den damaligen Marktplatzphilosophen Sokrates, wenn er den sagt, dass die „heutige Jugend“ die allerschlimmste sei, die es jemals gab. Mal ganz ehrlich: wir waren in den 60er bis 80er Jahren sicher noch viel schlimmer, weil aggressiv, romantisch, theoretisch, pragmatisch, voller Hoffnung und erfüllt von Friedenssehnsucht, auch von Gefühl und Härte. Das alles hat sich bei mir konsolidiert, verdichtet und mag ganz natürlich jetzt vulkanisch, eruptiv oder glühend heiss fliessend hervor quellen.
        Es lohnt sich heute weiterhin (wenn nicht heute, wann dann?), unbedingt ein individuelles Schreiben, welches aber nicht immer explizit kritisch sein muss. Es kann auch rein unterhaltend, gern auch humorvoll sein.
        In meiner späten Jugend wurde ich mit dem verbrecherischen aber auch kulturellen Erbe einer subtil weiterhin stattfindenden Nazizeit konfrontiert. Später war es der Vietnamkrieg, der erneute Verrat durch die SPD (die Berufsverbote für „Willygebrandtmarkte“ etc.), der Krieg im Irak und Hunderte anderer schwerer Konflikte in meiner Lebenszeit. Auch muss der zumindest vorausgesehene Frust über die nicht unbedingt akute Entwicklung der GRÜNEN und der LINKEN erst einmal weiter verkraftet werden. In diesem Fokus bauen sich selbst weit ausserhalb angesiedelt lohnende literarisch darzustellende dramatische Szenarien auf, die sich durchaus zwischen Rosamunde Pilcher , Hermann Hesse, Karl Kraus, Michael Moore oder Naom Chomsky bewegen sollten. Nach dem Motto: Jeder sollte nach seiner Facon glücklich werden.
        Jedem das seine, was immer auch für eine sich frei gebärende Literatur, für Frauenliteratur in Feuchtgebieten oder für den homerischen Heldengesang, deshalb also auch für Uns gelten muss. LG Felix

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