Meinst du, die Augen sind der Spiegel zur Seele?

Fürchtest du dich vor Clowns?

Überleg dir einmal, wann du das letzte Mal einen Clown gesehen hast. Ich spreche dabei nicht von den „traurigen Clowns“, einem Pierrot, sondern von einem, der das Publikum zum Lachen bringen soll.

Sie sollen amüsieren und erheitern, sollen ablenken und Freude bereiten und doch haben sehr viele Menschen Angst vor ihnen. Doch warum? Kennst du den Grund?

Nehmen wir als Beispiel „Pennywise“. Für sehr viele war/ist er der Grund, warum sie Furcht beim Anblick eines solchen Spaßmachers empfinden. Hast du dir je „Es“ angesehen? Ich sah den Film vor vielen Jahren und mir ging es danach wie vielen – Clowns verpassten mir eine Mega-Gänsehaut und das legte sich erst nach etlichen Jahren. Damals gruselte es mich gründlich vor ihnen.

Doch abgesehen von literarischen/filmischen Aspekten stellt sich die Frage, warum haben Menschen oft wirklich Angst vor Clowns? Sieh dir die Gesichter an, die sie sich aufmalen, betrachte die Bewegungen und die Gags, die sie nutzen. All das zielt dazu ab, das Publikum im besten Sinne zu unterhalten.

Sieh dir die Augen des Clowns an – lächeln sie auch?

Unterbewusst nehmen wir diese Unterschiede sehr wohl wahr. Vielleicht sehen wir es nicht bewusst, aber das Unterbewusstsein sehr wohl. Gehen wir von den Clowns weg und betrachten wir einen x-beliebigen Menschen von der Straße oder in deinem Umfeld und du siehst diese Person lächeln, betrachte einmal die Augen. Tun sie dies auch?

Heute tragen wir Masken, weil uns dies vorgeschrieben wird. Die Mimik, über die wir lange Zeit glaubten, jemanden „lesen“ zu können, spielt keine Rolle mehr. (Wie auch, wenn wir sie unter der Maske nicht sehen können?) Also konzentrieren wir uns auf etwas anders – nämlich die Augen.

In letzter Zeit las ich vereinzelt Blogbeiträge, die von einer Art „evolutionärer Entwicklung“ sprechen. Dabei meinen diese Blogger, der Eindruck entstünde daher, da immer mehr Menschen lernten, über die Augen zu „kommunizieren“, da der Rest des Gesichts unter der Maske verborgen bleibt.

Über viele Jahre hinweg blieb mir schleierhaft, wie Frauen, wenn sie den Schleier tragen, mit ihrem Gesicht kommunizieren können, wo doch häufig nur die Augen zu sehen sind. Ein großes Rätsel und Mysterium, vielleicht haben diese Frauen es nur einfach gelernt mit ihren Augen auszudrücken, was sie tatsächlich sagen wollen.

Evolution bringt immer wieder die erstaunlichsten Dinge zum Vorschein. Wir entdecken Aspekte, die wir sonst nicht sehen würden, das Leben bahnt sich neue Wege und vieles mehr.

Augen sind weit mehr als „nur“ die Sehorgane, die der Körper uns bietet. In ihnen lässt sich so vieles lesen und so vieles mit ihnen ausdrücken. Oder siehst du es anders?

Wenn wir vom Gesicht nur die Augen wirklich wahrnehmen, so ist dies ein gravierender Unterschied, als würden wir auch den Rest dazu sehen. Derzeit konzentrieren wir uns rein auf die Sehorgane in Kombination mit Körpersprache und lernen dadurch, andere auf völlig neue Weise zu „lesen“.

Nehmen wir ein anderes Beispiel. Sieh dir die Tuareg an. Meines Wissens nach ist es das einzige Volk, in dem Männer den Schleier tragen, Frauen jedoch nicht. In vielen (historischen) Malereien und in verschiedensten Filmen tragen Frauen in Wüstengegenden häufig dünne Seidentücher vor dem Gesicht, aber das Gesicht selbst ist nach wie vor sichtbar. Es gab immer wieder Zeiten, in denen Menschen aus unterschiedlichen Gründen ihr Gesicht verhüllten. Vielfach hat es mit Religion zu tun, heute mit der Gesundheit und über lange Jahre hinweg waren auch schon mal Schimasken (wegen der Kälte) oder Mopedhelme gegen den Fahrtwind sinnvoll.

Immer wieder blieb die Frage, wie soll man/frau mit dem Gegenüber „kommunizieren“, allein anhand der Augen? Dies kann auch Angst machen, weil das Gegenüber nicht offen „lesbar“ ist, wir die Reaktion des Gegenübers einfach nicht einschätzen können. Was also tun? Es kann dadurch zu verschiedensten Missverständnissen kommen, die können wir vor allem lösen durchs Reden oder indem die „Evolution“ sich entwickelt und somit neue Möglichkeiten zur Kommunikation schafft 😉

Seit wir die Masken tragen, scheint es, als wären viele Menschen aggressiver geworden, zurückhaltender und vieles mehr, das ins eher Negative geht. Wie viel davon ist dabei nur die Angst, den anderen nicht mehr „lesen“ zu können?

Spielt das wirklich eine Rolle?

Eigentlich schon. Kommunikation ist nämlich weit mehr, als „nur“ das gesprochene Wort. Wir kommunizieren auf verschiedensten Ebenen, von Worten über Gestik bis hin zur Mimik.

Doch was hat das alles mit dem Blog hier zu tun?

Ganz einfach. Augen sind – wie schon geschrieben – der Spiegel zur Seele. Sie sind Eintrittstor und erzählen Geschichten, wenn wir dies zulassen, und sie hören (lesen) wollen.

2002 drehten die Pang-Brüder Oxide und Danny den Horrorfilm „the Eye“. Natürlich wurde auch dieser Streifen in den USA neuverfilmt. (Ich empfehle, hier das Original anzusehen, nicht das Remake!) Die Frage stellt sich, was passiert, wenn jemand die Augen eines Verstorbenen implantiert bekommt? Die Antwort darauf kann erschreckend sein. Wenn du den Film noch nicht kennst 😉 ansehen – (lohnt sich vor allem, wenn du Asia-Horror magst).

Die Augen sind wie ein Schlüssel, „es fällt mir wie Schleier von den Augen“ – so heißt doch auch ein Sprichwort. Wir verbinden uns die Augen, um die anderen Sinne stärker zu erfahren und vieles mehr.

Eine meiner Lieblingsgeschichte, die ich immer wieder lesen kann ist „im Bann der Göttin“ – von Tamorra Pierce. Darin geht es um die junge Alanna, die sich zum Ritter ausbilden lässt und sich dafür als Junge ausgibt. In einer Sequenz findet sie Puppen, die in einem Sack stecken, holt sie heraus und plötzlich erkennen viele die Wahrheit.

So kannst du es auch handhaben. Nimm eine Figur, die bildlich gesprochen, mit Blindheit geschlagen ist. Dabei kann dies mit einer Situation zusammenhängen oder auch mit tatsächlicher Blindheit. Figuren wachsen und lernen – genau wie wir – wenn wir leben. Sie reifen, wenn sie Erfahrungen machen und gelangen schlussendlich an einen für sie essentiellen Punkt in ihrer Existenz.

Wie schlage ich die Figur mit Blindheit?

Wähle hier zwei Punkte für deine Figur.
Punkt 1 – wo ist das Ziel der Figur? Wohin geht es, bzw. was soll er/sie/es erreichen?
Natürlich kannst du der Figur klar und deutlich zeigen, wohin es geht und ihm/ihr/es Steine in den Weg legen – ODER du verhüllst, wohin es wirklich geht und enthüllst immer nur ein Stückchen nach dem anderen, bis du ihm/ihr/es das eigentliche Ziel zeigst.
Punkt 2 – wo startet die Figur?

Nehmen wir ein Beispiel:
Der Charakter wird der erste sein, der mit Außerirdischen kommunizieren lernt. Heute ist er/sie/es ein Kind von sagen wir mal 3 Jahren. Du kannst dieser Figur von Anfang an gewisse Interessen mitgeben oder ihn/sie/es einfach durchs Leben treiben lassen. Hat er/sie/es ein klares Ziel vor Augen, so kann diese Figur zielstrebig drauf hinarbeiten – ABER ist wirklich sicher, dass er/sie/es stark genug dafür ist? Oder du nutzt den Schleier und hebst immer mal wieder ein Stückchen. Lass die Figur erst Sachen lernen, bevor du den Schleier etwas mehr hebst. So verhinderst du, dass die Figur von Haus aus wahnsinnig werden könnte, wie in den Szenen, wenn er/sie/es Cthulhu trifft 😉

Der Grundgedanke besagt nun:
Überlege dir gut, ob du deine Figur mit Blindheit schlagen lässt und sie Stück für Stück an ihr Ziel geleitest oder führst … ODER ob du sie von Haus aus klar und deutlich ans Ziel bringst. Beide Möglichkeiten haben ihre Vorteile 🙂

Die Augen sind der Spiegel zur Seele – und wenn du der Figur eine Möglichkeit gibst, etwas in den eigenen Pupillen zu entdecken, so könnte er/sie/es auch vorzeitig den Schleier lösen 😉 – selbst im Wahnsinn liegt eine Form von Genie.

Welche Version würdest du für dich selber vorziehen und warum?

7 Gedanken zu “Meinst du, die Augen sind der Spiegel zur Seele?

  1. Ich finde es ganz spannend, wie sich unsere Wahrnehmung verändert hat, seit wir alle Masken tragen. Oder ist es nur meine? Ich bin mir nicht sicher.
    Fest steht, ich habe aufgehört, auf das ganze Gesicht zu achten, und gelernt, mich auf die Augen zu konzentrieren. Die Maske kann noch so schön bunt sein, am Ende des Gesprächs ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich nicht mehr weiß, welche Farbe sie hatte – denn ich muss meinem Gegenüber in die Augen sehen, um zu verstehen, was er/sie kommunizieren will. Das ist, wie du schon sagst, anfällig für Missverständnisse, aber die grobe Stimmung lässt sich an Augen extrem gut ablesen. Ein Lächeln, das die Augen erreicht – ein echtes Lächeln – sieht man auch über der Maske. Sicherlich lässt sich nicht alles transportieren, viel an Mimik fällt einfach weg, aber ich finde, man gewöhnt sich daran.

    Was nun Charaktere angeht, so finde ich es immer spannender, wenn sie Stück für Stück „sehen“ lernen und nicht von Anfang an wissen bzw. klar sehen, welcher Weg vor ihnen liegt. Da hat man dann so viel Platz für Dramatik 😉
    LG Anna

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  2. Vermutlich verlassen wir uns im Alltag auf die Sinneswahrnehmungen, die uns bzgl. der Kommunikation untereinander am seltensten in die Irre geleitet haben. So nutzen Blinde oder Sehschwache beispielsweise Nuancen im gesprochenen Wort. Es gibt Menschen mit der Erbkrankheit ‚Prosopagnosie‘, der sogenannten Gesichtsblindheit, die zwar Stimmungen in der Mimik ihres direkten Gegenübers ablesen können, sie aber nicht wiedererkennen, wenn sie sie kurz darauf erneut treffen, und wieder andere sind generell außerstande, Mimik verlässlich zu deuten. Unter uns Maskenträgern suchen wir ebenfalls die Informationen, die uns ersatzweise zur Verfügung stehen, sei in den Augen, in der Körpersprache – wir hören Menschen lächeln oder gar lachen. Nur müssten wir das noch sehr viel länger üben und wir wollen ja wieder maskenfrei werden.

    Bezüglich der Charaktere einer Erzählung bevorzuge ich den realistischen Weg. Niemand überblickt seinen geplanten Weg komplett en detail und ist daher stets gezwungen, sich flexibel an neue Umstände anzupassen, um nicht zu scheitern oder zu verzweifeln. Es reicht (ich übertreibe mal), sich als Kind das Ziel zu setzen, einfach erwachsen zu werden und diesen Weg Schritt für Schritt, Etappe für Etappe, Zwischenziel für Zwischenziel zu bestreiten. Die kleinen Ziele dazwischen können allerdings gewünscht, definiert oder geplant werden, denn jedes neue hängt schließlich vom Ausgang des vorangegangen ab. ‚Das Leben‘ verfolgt nämlich ein eigenes Ziel und oft ein anderes, als das, was man sich für sich selbst oder seine Romanfigur wünscht.😲

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  3. Nehmen wir mal Frodo, den Hobbit aus dem Auenland. Anfangs sieht er seine Bestimmung noch nicht aber nach und nach begreift er, dass es an ihm ist, den Ring der Macht im Feuerberg zu vernichten, auch wenn es sein Leben kostet.. Seine Freunde helfen ihm in dem Prozess.

    Gefällt 2 Personen

    1. Rhiannon

      Das Erkennen ist es, das oft so lange dauert. Ist das Wissen da, ist es nur noch eine Art von „Zeitfrage“, die Aufgabe zu erledigen.

      Ich glaube einfach, wennst mal weißt, was die eigene Bestimmung ist, dann fühlt sich das im Inneren irgendwie auch richtig an.

      Gutes Beispiel deinerseits.

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  4. Was du über die Macht der Augen schreibst, fasziniert mich, weil ich jedes Wort unterschreibe. Die Augen sind der Spiegel der Seele, die Augen zeigen die Wahrheit, über die Augen läuft ein Großteil der nonverbalen Kommunikation.

    Schau dir nur mal den Millionär Robert Geiss an. Du musst nur ein Bild googeln und du siehst ein zur Fratze aufgesetztes Lächeln, wo die Augen nicht lachen. Wer wirklich lacht, der bekommt neben den Augen kleine (Lach-)Fältchen. Beim Rooobert fehlen diese immer. Gehört zwar nicht zu deinem Thema, aber ich frag mich dann immer, wenn ich ihn sehe: „Ist dieser Mensch wirklich glücklich oder spielt er nur seine Rolle? Ich tippe auf Narzissmus, der nur Glück im Selbstdarstellen und Scheffeln findet.

    Man spricht auch vom „Augengruß“, wo sich zwei Menschen nicht verbal, sondern über die Augen grüßen.

    Was den Horrorfilm betrifft, so mögen die Augen, die ein anderer erhält, wohl eine gute Story liefern, aber das Auge speichert keine Daten. Das Auge bricht nur das Licht und die Bilder entstehen im Hirn und werden dort gespeichert.

    Ohne Augen wäre die Welt schwarz. Erst das Auge durch seine Linse lässt durch die Lichtbrechung Farben entstehen und die Unterscheidung zwischen hell und dunkel. Frag die Blinden: Sie sehen richtiger.

    Die Welt ist dunkel, die Welt ist tonlos, die Welt ist ohne Gerüche usw. Erst unsere Sinne ordnen die Welt durch ihre Intuition. Und unsere Welt entsteht immer in unserem Hirn.

    Alles andere ist Illusion.

    LG Sven ❤

    Gefällt 1 Person

    1. Rhiannon

      Warum sollte es nicht zum Thema gehören? 😉
      Meine Beiträge sind dazu gedacht, anzuregen – und da wir alle doch etwas unterschiedlich ticken, sind dann die Kommentare oft so unterschiedlich und herzerfrischend mit Aspekten, die mir vielleicht gar nicht einfallen würden …

      Ein guter Freund von mir hat Krähenfüße an den Augen, weil er so viel lacht und oft grinst …. und ich liebe diese Fältchen, weil sie ihn wiederspiegeln … 🙂

      Glücklich? ob der Millionär glücklich ist? Das könnte er dir vielleicht selber nicht beantworten – vielen ist ja Geld wichtiger als alles andere.

      deine Kommentare sind immer interessant – mach weiter so 🙂

      LG

      Rhia

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