Frühlingsbote und was war da noch?

Wo der Ursprung zu finden ist – steckt er nicht vor deiner Nase?

Seit ich aus der Stadt aufs ländliche Terrain übersiedelte, wird der Herzschlag ruhiger, der Blutdruck wird gesünder und überhaupt lässt es sich besser atmen 😉
Ich bin ein Landei und stolz drauf 🙂

Seit einigen Tagen fliegen sie wieder – die Maikäfer. Als Kind lernte ich dieses Lied, die Melodie hab ich noch immer im Kopf. Kennst du es?

Maikäfer, flieg!
Der Vater ist im Krieg.
Die Mutter ist im Pommerland.
Und Pommerland ist abgebrandt.

Kennst du das Lied? Weißt du um den Ursprung des Liedes?

Dieses Kinderlied mit der sanften Wiegenliedmelodie birgt in sich einen bitteren Wahrheitsgehalt, denn es bezieht sich auf die Zeit des 30jährigen Krieges. 1618 – 1648 überzogen die verschiedensten Konflikte vor allem den deutschsprachigen Raum, Gustav Adolf wirst du vielleicht ebenso vom Namen her kennen wie Wallenstein. Du wirst vielleicht im Schulunterricht ein paar Brocken aus jener Zeit erfahren haben, aber das wahre Dunkle darin erzählt dir im Regelfall kein Lehrer.

Beginnend mit dem „Prager Fenstersturz“ endete dieser Konflikt mit dem „Westfälischen Frieden“. Hier gab es noch dazu eine kleine Besonderheit in Form eines Söldners namens Peter Hagendorf der tatsächlich lesen und schreiben konnte und sogar ein Tagebuch führte. Somit sind viele seiner Aufzeichnungen die einzige Quelle über das tatsächliche Soldatenleben anno dazumal.

Jene Zeit war brutal und nahm üblicherweise keine Rücksicht auf den Einzelnen. Manche sagen, dass diese Ära so grauenhaft gewesen sein muss, dass sie sich so tief in die Seelen der Menschen grub, dass dies bis heute nachschwingt, wie eine „ewige Schuld“. Was da dran ist, lass ich einfach einmal im Raum stehen.

Das Ende jedoch, der „Westfälische Frieden“, brachte etwas Gutes mit sich, etwas, bis dahin nie Dagewesenes. Somit haben wir auch hier das Prinzip von „etwas Gutes im Schlechten“ oder „etwas Schlechtes im Guten“.

Es gibt das eine nicht ohne das andere oder gibt es Schatten ohne Licht?

Betrachtest du schattige Stellen, merkst du recht bald, dass Schatten nur existieren können und genauso ist es mit allem anderen auch. Etwas Schlechtes birgt auch etwas Gutes in sich, selbst, wenn es noch so unwahrscheinlich sein mag.

Wir haben heute eine andere Zeit, die für viele sehr schwierig ist, ABER, die auch Gutes in sich birgt. In den letzten Monaten konnten viele beispielsweise Homeoffice tatsächlich erhalten und viele wollen es beibehalten (Fortschritt kann ein Segen sein) – andere wiederum wollen zurück ins Büro. Andere haben erkannt, was sie an ihren Kindern und der Familie tatsächlich haben und wo ihnen etwas fehlt. Sehr viele haben darüber nachgedacht, ob sie tatsächlich weiterleben wollen wie bisher und sich für Änderungen entschieden. Manche sagten, wir werden bald im Wassermannzeitalter leben – nur müssen wir vorher durch eine dunkle Ära hindurchgehen. Dann waren da noch Hellseher wie Baba Wanga, die ein menschenleeres Europa prophezeite (Stichwort Ausgangssperre).

Einst wurden die Frühlingsboten Maikäfer zu Tausenden gesammelt, da sie als Schädlinge galten. Manch einer denkt auch heute noch so. Gehen wir ein Stückchen weiter, dann können diese Tiere sogar noch weit mehr sein, als einfach nur ein geflügeltes Wesen.

Manche sagen, sie seien „Krafttiere“, dem Krafttier ähnlich, das in der Mythologie der American Native, aber beispielsweise auch in russischen Gefilden, gern häufig genannt wird. Wenn du dich etwas mit Schamanismus auskennst, dann weißt du, dass dies nicht allein dem Thema um „Manitou“ alleine begründet ist, sondern sich auch beispielsweise in den hohen Norden erstreckt.

Viele wissen davon, dass Bären oder Adler Krafttiere sein können, aber man sagt auch anderen wie Kröten oder eben Maikäfern nach, dass sie solche sein könne. Und warum auch nicht?

Krafttiere, wenn sie dir begegnen, sollen dir helfen etwas in deinem Leben zu lösen, vielleicht Altes abzustoßen oder Neues anzunehmen. Somit sind wir bereits im nächsten Schritt gelandet. Viele versuchen, ihr Krafttier zu finden und scheitern, weil sie vielleicht noch nicht reif genug dafür sind oder schlichtweg es sich noch nicht offenbaren will. Das bedeutet, der/diejenige ist einfach noch nicht reif genug dafür. Wenn sich „dein“ Krafttier offenbart, dann wirst du es mit Sicherheit wissen.

Vielleicht hörst du den Namen des Krafttieres also beispielsweise Bär, Wolf, Elch, Rabe oder Schlange. Möglicherweise siehst du es ohne Worte oder du spürst den Atem des Wesens. Allgemeingültig scheint zu sein, dass es sich bei Krafttieren um ein Schutzwesen handelt, dessen Eigenschaften auf den Menschen übergeht. Ob dies nun ein Schamane ist oder nicht, spielt das wirklich eine Rolle?

Einst, als die Menschen großteils noch in Naturnähe lebten, vielleicht auch als Wanderer durch die Lande zogen, war eine andere Verbindung zu Tieren gegeben, als wir dies heute haben. Vielfach zogen sich Verbindungen zu den Tieren, die wir heute nicht mehr kennen, es gab keine Massentierhaltung, sondern ein Tier wurde meist geschlachtet oder gejagt, wenn es an der Zeit war. Vielfach lebten gerade bäuerliche Gesellschaften mit den Tieren in nebeneinanderliegenden Räumlichkeiten. (Die Wikinger waren hier übrigens keine Ausnahme 😉 )

Wie sehr Tieren gewisse Eigenschaften bis heute noch nachhängen, siehst du in Märchen.

Ein paar Beispiele gefällig?

*) Fuchs / Reinecke / schlau, listig, durchtrieben
*) Hase / Meister Lampe / ängstlich, vorsichtig, vorlaut
*) Storch / Meister Adebar / hochmütig, gelehrt
*) Wolf / Isegrim / lügt, gierig, rücksichtslos, böse

Es ist also nicht verwunderlich, dass Krafttieren ebenso gewisse Fähigkeiten nachgesagt werden. Warum sollten wir uns diesen Geschöpfen nicht anvertrauen? Sie sind nicht nur anmutig, sondern gleichermaßen auch wundervolle Lehrer, wenn sie sich einem anvertrauen. Ein Beispiel, dass dieses Thema sogar in der Sci-Fi-Ära angekommen ist, findest du in der Serie „Star Trek Voyager“ in der Figur des Chakotay, der selbst vom Hintergrund den Kontakt zu Krafttieren kennt.

Doch was können wir aus all diesen Informationen nun machen?

Wenn du keine Idee hast, worüber du schreiben möchtest, dann versuch es einmal so, wie ich hier mit dem Beitrag. Nimm irgend etwas, das dir gerade über den Weg läuft oder worauf dein Blick fällt und zieh die Eselsbrücken. Wie kämen wir sonst vom Maikäfer zum 30jährigen Krieg und landeten schlussendlich bei den Krafttieren? 😉

Sieh dich um, was siehst du als Erstes und welche Eselsbrücken findest du dabei und was würdest du daraus machen, um einer Figur zu helfen „geboren“ zu werden?

9 Gedanken zu “Frühlingsbote und was war da noch?

  1. Oder einfach die Seele öffnen und auf Papier rausbluten, was zuoberst schwimmt, was dich am tiefsten bewegt. Und so nach und nach das innerseelisch Angstaute abarbeiten. Auch Jugend und Kindheit sind das Goldland der Schriftsteller. Am Anfang ist es schwer, aber mit der Zeit entsteht so eine Art „Schreibautomatik“. Soviel zu meinem System .. Doch jeder hat eine andere Methode. Jede ist richtig, wenn sie hilft.

    Lieben Gruß, Sven 🤓

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      1. Rhiannon

        …. und dann immer mehr in die Tiefe gehen, wovor so viele Angst haben.
        Sich mit dem eigenen Ich konfrontieren ist nicht so einfach, wie sich das manch einer wünscht.

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      2. Wer das Schreiben als Seelenreinigung sieht, der kann gar nicht anders. Sieh nur Poe, Hesse, Kafka: Das sind alles Krankenakten der Seele und das sind meine Vorbilder. Literatur ist nichts für Angsthasen. Deshalb find ichs auch nicht so gut, andere Menschen zum Schreiben zu animieren. Es gibt schon genug schlechte Bücher und krampfhaft gesuchte Themen. Literatur muss lebensnotwendig sein, wenn sie wirken soll. Alles andere ist Eitelkeit und Tand .. Der wahre Schriftsteller aber schreibt trotz aller Widerstände, der braucht keine selbsternannten Coaches .. Sorry, aber meine Erfahrung und meine Meinung: Es bringt ja nix, irgendwelchen Leuten das Handwerk nahezubringen, wenn sie ihre Themen auf der Straße auflesen müssen und andere Menschen damit langweilen. Die Welt ist überflutet von schlechten Büchern und schlechten Texten. Danke für jeden, der sich ein anderes Hobby sucht. Tut Servietten falten oder sammelt Bierdeckel, aber lasst bitte um Gottes Willen das Schreiben – Ihr lernt es doch nicht, Ihr lernt es nimmermehr, egal was man euch sagt .. 😉

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      3. Rhiannon

        Literatur ist nichts für Angsthasen.
        DAS gefällt mir! 🙂

        Du brauchst dich für deine Meinung doch nicht entschuldigen – ich finde es gut, wenn du sagst, was du dir denkst, denn nur so kommen auch Diskussionen und gute Unterhaltungen ins Laufen. Tragisch finde ich jene, die allen anderen nur nach dem Mund reden statt ihre eigene Meinung in Worte zu fassen.

        Es sind gute Vorbilder, gerade Poe liebe ich heiß und innig, Kafkas Werke waren (simpel gesagt) sehr verwirrend, aber auch eher ungewöhnlich in ihrer Art und so ließe sich das mit all den anderen großartigen Schreiberlingen von Einst weiterführen.

        Wenn ich mir unsere Welt so ansehe, glaube ich allerdings schon, dass es viel Bedarf an Schreibereien gibt. So viele wissen vielleicht gar nicht, was in ihrer Brust wirklich schlummert – und ihnen dann helfen mag. So kann auch ein neuer Poe oder Hesse entstehen. Nur wer eine Chance erhält, der hat die Möglichkeit zu entdecken. Wer nicht dafür geeignet sein mag, der „produziert“ einfach 08/15, aber er/sie hat es zumindest „versucht“. Und auch für diese Art Schreiberei gibt es ein Publikum.

        Nur eines stimmt schon auch – nur wer wirklich lernen will, der wird auch Tipps annehmen 😉 und das sind jene, für die es sich schlussendlich tatsächlich lohnt. 🙂

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    1. Rhiannon

      geht es nicht?

      ich glaub, es kommt auf den Einzelnen selber an …. wo die einen sich extra Zeit nehmen, haben andere beispielsweise immer eine Art Notizbuch dabei in dem sie permanent rumkritzeln …

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  2. Integration von Eigenschaften, die man bei sich nicht sehen will, die man nicht leben kann, die man mit dem eigenen Ego schlecht vereinbaren kann, das geschieht, wenn wir uns mit Krafttieren auseinandersetzen. Für allzu rationale Menschen ist das eher schwierig aber wer sich drauf einlässt, wird bereichert.
    Herzlicher Gruß vom Sinnfinder

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