Sind Namen Schall und Rauch für dich?

Welchen Namen wird dein „Kind“ tragen?

Viele Eltern überlegen weit vor der eigentlichen Geburt, wie der Nachwuchs heißen soll. Dabei ist die Bandbreite enorm, die Namen können von klassisch, altertümlich, bis hin zu ultramodern so ziemlich alles sein. Aber nicht alle Namen sind für ein Kind wirklich sinnvoll oder geeignet.

Nehmen wir doch das Beispiel „Alexa“. Könntest du dir heute vorstellen, dein Kind so zu benennen? Oder ein anderes Beispiel eines alten, hochdeutschen und einst sehr beliebten Frauennamens – Kunigunde. (nunja, wer möchte heute denn „die Kuhäugige“ genannt werden? 😉 )

Im Grunde bedeuten so gut wie alle Namen etwas. Hast du deinen Namen eigentlich schon einmal nachrecherchiert?

Nehmen wir einfach ein paar Beispiele, die es in männlicher, wie weiblicher Version gibt:

Thomas / Thomine – der Zwilling
Alexander / Alexandra – der Beschützer + der Männer Abwehrende
Andreas / Andrea – der Tapfere

Ein paar eher ungewöhnliche Vornamen:

Allegra – die Fröhliche
Aurelia – die Goldene
Cedrik – der Liebenswürdige
Fionn – der Blonde, der Weiße
Madita – die Perle
Nieves – Frau aus dem Schnee
Vincent – der Siegende

Diese Namen findest du sowohl in göttlichen Sphären als auch in Pässe – und dazu kannst du jede Mythologie heranziehen 😉

Beispielsweise die Göttin der Jagd:
Skadi / Diana / Artemis

Baldur – Gott der Weisheit, Tugendhaftigkeit, Frühling
Freyr – Gott der Fruchtbarkeit
Frigg – Muttergöttin
Loki – Trickser und Schalk
Wotan – Göttervater
Thora – Gott des Donners

Natürlich gibt es sehr viel mehr, wenn dir einmal etwas „langweilig“ ist, dann mach dir ruhig den Spaß und such gezielt nach solchen Namen 😉

Sind Namen aber wirklich nur „Schall und Rauch“?

Jeder – und damit wirklich JEDER – verbindet mit bestimmten Namen etwas. Wer manche Vornamen trägt, der tut sich mitunter schwer, Karriere zu machen, nur aufgrund seines Vornamens. Ob dies nun daran liegt, weil diese Person dieses „Vorurteil“ irgendwann annimmt oder ob der Name selber die Person so werden lässt, spielt vielleicht auch gar keine Rolle.

Genau so verhält es sich aber auch mit deinem anderen „Kind“, deinem Buch und deiner Geschichte.

Wenn du schon veröffentlicht hast, wie bist du zu dem Namen gekommen?

Bei mir sind es verschiedene Motive. Die „Skaldenschule“ beispielsweise soll eine Reihe darstellen, in der du als Lesender deine Kreativität fördern kannst mit einfachen Mitteln (und Skaldenschmiede war schon vergeben 😉 ).

„Köstliches aus Wald und Flur“ – spricht das, was es ist, Rezepte mit den Kräutern und Pflanzen, die ebendort wachsen.

„Wenn Krähen lieben …“ – nun in dem Roman geht es um Noah, eine verliebte Krähe …

Andere wiederum nehmen Titel, die auf den ersten Blick nichts auszusagen scheinen, oder könntest du mit Titeln wie „die Nackten und die Toten“ etwas anzufangen ohne den Inhalt zu kennen?

Manchmal ist es schon sinnvoll, einen reißerischen Titel zu verwenden, immerhin ist es die Verpackung, auf der erste Blick fällt. Selbst, wenn wir eine noch so gute Geschichte schreiben, passt der Name nicht, dann bleibt das Buch häufig im Regal liegen.

Mit meiner momentanen Lesevorliebe von Tiergeschichten ist es vielleicht etwas einfacher, da der Titel häufig sagt, worum es geht (wie zb das Buch „Die Schwalbe Hirundo und ihre Erlebnisse“). Es werden nur mehr wenige Tierromane geschrieben, von daher ist es recht einfach sich auf ältere Geschichten zu konzentrieren.

Gib einmal in Amazon das Wort „Vampir“ oder „Zombie“ ein und setze den Filter auf Bücher – wie viele Titel werden aufgelistet? Wie oft kommt es zu ähnlich klingenden Titeln, über die ein williger Leser sofort drüberrasselt (oder gezielt zugreift?). Es ist doch der klassischen Namensgebung bei Kindern nicht unähnlich. Bestimmte Namen und Titel wecken eine gewisse Erwartungshaltung, die nicht immer eingehalten wird.

Wenn du also ein Buch schreibst und einen Titel vergibst, wonach orientierst du dich?
Wählst du einen Titel, der quasi in absoluter Kurzversion den Buchinhalt wiedergibt oder suchst du nach einem ungewöhnlichen Buchtitel, der nichts aussagt wie bei „die Nackten und die Toten“?

Wie weit spielt der Buchtitel wirklich eine Rolle?

Selbst wenn du dich jetzt für einen Titel entschieden hast, der supergut klingen mag und alles beinhaltet, was du dir vorstellst und wo du glaubst, damit bekommst du auch die Leser – wie verhält es sich dann mit dem Umstand, ob der Titel noch „frei“ ist?

Es ist ja schon interessant, wie viele Bücher im Titel „Bibel“ stehen haben. Die meisten von uns hatten dieses Buch ja tatsächlich mindestens einmal in Händen und Bibel selbst steht ja auch häufig für etwas anderes, als das religiöse Werk, ABER es wird auch ganz gern „inflationär“ genutzt.

Wie schwierig aber ist es wirklich, einen Titel zu finden, den es wirklich noch nicht gibt?
Der erste Gedanke ist schlichtweg – googeln wir doch einfach mal – oder du machst es einfacher und gehst auf diese Seite:
https://portal.dnb.de/opac.htm

Jeder Buchtitel, der mit ISBN versehen ist, scheint zumindest 1x dort auf. Du kommst beim Link auf die Seite der „Deutschen Nationalbibliothek“ und du kannst dort auch nach Autoren suchen. Das wiederum ist eine gute Sache, wenn du dir ein Pseudonym zulegen möchtest und überlegst, wie du dich benennen magst. Es ist nämlich keine gute Idee, ein Pseudonym zu wählen, das es schon gibt, weil es zu schrägen Verwicklungen führen kann.

Wenn du dein Werk veröffentlichen willst, dann wähle entweder deinen tatsächlichen Namen, oder ein Pseudonym, das es so noch nicht gibt. Im Übrigen darfst du deinen tatsächlichen Namen verwenden, selbst wenn dieser irgendwo als Autor schon aufscheint – immerhin ist es ja auch dein Name.

Bei all den Gedanken, wie wir eine Figur gut aufbauen und wie wir eine Geschichte aufs Papier oder in den Computer zaubern, dürfen wir nicht vergessen, wenn wir schreiben und den Text irgendwann mal veröffentlichen, dass wir hier einiges zu beachten haben.

Wenn ich mir die ganzen Plagiatsthemen so betrachte, die einem das Leben gründlich versauen können, so sind wir ja auch stolz auf unser Werk und wollen auch einzigartig bleiben (und sein). Darum ist es so wichtig, auf den Namen zu achten.

Namen sind definitiv mehr als nur „Schall und Rauch“, denn sie sind in Kürze das, wofür du als Schreiberling blutest, wofür dein Werk stehen mag und was nicht zuletzt jener Punkt ist, für den du alles tust. Einzigartig sein und vor allem auch – dein Herz bloßlegen.

Machen wir uns nichts vor, in unseren Texten steckt so viel von uns selbst, wenn du schreibst, tust du das häufig um zu unterhalten und schenkst dabei vieles von dir her. Wir Schreiberlinge geben viel von uns, denn einerseits sind wir „Handwerker“, andererseits aber auch Künstler und gerade letztere gehen ihrem Werk nach, um andere glücklich zu machen. (Der Handwerker wiederum tut es häufiger für Geld, als für Luft und Liebe 😉 – bei Künstlern mag das mitunter andersrum sein.) Somit sind wir Schreiberlinge irgendwo das Bindeglied zwischen beiden Aspekten.

Wie wählst du deinen Buchtitel? Worauf kommt es dir an?

*****

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9 Gedanken zu “Sind Namen Schall und Rauch für dich?

  1. Für meine fiktiven Stoffe, versuche ich Personen- und Ortsnamen zu finden, die möglichst kurz, ‚unbelastet‘ und gut voneinander zu unterscheiden sind, denn wir schreiben schließlich nicht für uns, sondern für unsere Leser. Im Idealfall kennen wir eine ganze Arbeitszeit über unseren Plot samt aller Figuren in- und auswendig, aber die Leser, die eine Geschichte in einem Zuge durchlesen, müssen sich die Personen merken können, sie korrekt zuordnen, und da ist ein ‚Tom‘ einem ‚Tirowikatomhala‘ (😂) immer im Vorteil. ‚Harry Potter‘ (in unserer Sprache vllt. ein Heinrich oder Harald Töpfer) hat es in all seiner Schlichtheit zu Ruhm gebracht!

    Ortsnamen versuche ich (sofern keine realen benötigt werden) sprachlich sinnvoll herzuleiten und natürlich auch leicht zu merken. ‚Düsterwald‘ und ‚Auenland‘ sind bspw. schöne Vorbilder, aber auch ‚Mordor‘.

    Buchtitel sind schon eine schwierigere Geschichte und ich kenne etliche gelungene, wie leider auch sehr viel mehr beliebige. Bei der Menge von jährlichen Neuerscheinungen, ist auch hier das Rad nicht neu erfindbar. Im Genre Thriller könnte ich allein anhand des Titels nicht mehr genau sagen, ob ich das Buch schon kenne oder nicht, denn alle Kombinationen aus Sog, Angst, Blut, Schuld, Hass, Wut, dunkel, kalt, rot … scheint es mehrfach zu geben, genauso wie in anderen Genres ‚Das kleine Café in der Provence (Paris, Rom, an der Küste …). Der Zeitgeschmack scheint auch eine Rolle zu spielen, da derzeit ungewöhnlich lange Titel Trend zu sein scheinen. Auch hier denke ich, wird dem Gedächtnis potentieller Leser zu wenig Rechnung getragen.

    Ich persönlich liebe Wortspielereien, Ableitungen aus bekannten Redewendungen oder scheinbar widersprüchliche Aussagen, die idealerweise die Covergestaltung geschickt einbeziehen – „der Mensch ist ein Augenwesen“. Beinhaltet der Titel bspw. das Wort ‚Liebe‘ und das Cover zeigt ein blutiges Messer, muss die Liebe ziemlich schräg sein, vermute ich mal.

    Auf jeden Fall sollte man sich mit allen Namen viel Zeit lassen – manchmal ziehe ich eine Figur namens ‚A‘ oder ‚B‘ so lange durch einen Plot, bis sie mir ihren Namen zuflüstern.😉

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich zum Bespiel weiss was mein Vorname übersetzt heisst. Mein Vater wollte gerne diesen Namen, sagte meine Mutter. Wir hatten auch Witze darüber gemacht. Irgendwann bekam ich eine Karte geschenkt, darauf stand die Hilfreiche. Und was heisst dein Namen übersetzt?

    Gefällt 2 Personen

    1. Rhiannon

      Dein Name hat doch eine schöne Bedeutung 🙂

      „die große Königin“ bzw. „die große göttliche Königin“

      Aber für mich ist es einfach der Name der keltischen Pferdegöttin 😉

      Gefällt 1 Person

  3. Im Namen kann schon der Kern seiner Geschichte stecken. Für ‚Udo Ucks‘ zum Beispiel sicher nichts Gutes. Mir würde eine Dr. Maria Magdalena de Contreras Cortez gefallen. Maria, die Mutter, Magdalena, die Geliebte, Contreras für die Rebellin und Cortez für die Eroberin. – Ein Symphonie an Assoziationen.

    Gefällt 1 Person

    1. Rhiannon

      Du kennst doch sicher die ganzen Namensverdrehungen zu „bekannten“ Figuren wie Dracula – wo dann sowas wie Alucard rauskommt … im Grunde schlägt das in die gleiche Kerbe …

      Deine Beispiele passen hier wohl … aber es wäre auch immer nötig im Sinne einer Geschichte, auch Zeit / Location anzupassen …

      Um bei deinem Beispiel zu bleiben ….
      diese Maria – was würde sie denn erleben?
      bei Udo Ucks fällt mir eher was wie „Udo Kier“ oder zB Nachkriegszeit ein, also eher eine Geschichte in deutschsprachigen Landen, wo der Charakter vielleicht nicht mal böse sein muss, wohl aber, eine schwere Zeit durchlebt …

      allerdings – ja, da geb ich dir recht, denn Namen die jemand trägt – die können einen schon von Anfang an beeinflussen … als Leser mein ich

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