Wohin führt der Weg?

Welche Geschichte, die du gelesen oder gesehen hast, hatte das meiste Entwicklungspotential in deinen Augen?

In einem Gutteil aller Geschichten geht es um die Entwicklung von Figuren, wie sie ihre Schwächen abzulegen suchen, etwas erreichen wollen, Stärken finden und vieles mehr. Vergleichen wir die Figuren am Ende mit dem, was sie zu Beginn waren, so stehen wir als Leser oft vor einem echten „Aha-Erlebnis“ oder „Wow-Effekt“. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine lange Serie wie die Geschichte um „Uhtred von Bebbanburg“ in „Last Kingdom“ geht oder etwas, das in vielleicht 50 Seiten abgehandelt werden kann.

Wir alle entwickeln uns in unserem Leben, Erfahrungen führen uns zu einem neuen Ich, wenn wir – du genauso – Entscheidungen treffen, ist es genauso eine Entwicklung, wie wenn wir uns alledem verweigern und vielleicht als Einsiedler in die Natur zurückziehen.
Die wohl besten Schreiberlinge schaffen es, uns mit in diese Welt zu nehmen, mitfiebern lassen und einfach eine Verbundenheit zu fühlen, die die Geschichte lebendig werden lässt. Doch wie schaffen sie das? Die Frage kann dir der jeweilige Schreiberling wohl nur selber beantworten – ABER es ist wohl eine gute Idee, sich zu überlegen, wie du eine Entwicklung in einer Figur vorantreibst.

Es gibt immer mehrere Möglichkeiten von einem Ende der Entwicklung zur nächsten zu gelangen. Eine dieser Punkte besteht darin zu sagen, wo die Figur schlussendlich sein soll. Stellen wir uns doch einen ganz konkreten Endpunkt vor, wie beispielsweise eine Figur, die auf einer einsamen Insel gelandet ist und dort die letzten Tage seines Lebens in Frieden verbringt, oder eine andere Figur, die im Feuer eingeschlossen ist und nicht weiß, wie es weitergehen soll. Eine andere Figur steht vielleicht auf dem Podest und hält eine Goldmedaille für den Sieg in Händen und strahlt vor Glück, die andere wiederum liegt im Sarg unter der Erde und wurde scheintot begraben.
So viele Leben es auch geben mag, jedes Leben hat irgendwo einen Punkt, wo es schlussendlich hinwill oder aus bestimmten Umständen heraus landen soll.

Nehmen wir also einen x-beliebigen Punkt, ein bestimmtes Szenario, wohin diese Figur kommen soll. Wie wäre es in dem Fall mit einer Figur, die einen kleinen, aber bedeutsamen, Wissenfunken finden soll? Dieser eine Funke ruht verborgen in der Erde verborgen, etwas, das die Entwicklung der Menschheitsgeschichte nachhaltig verändern wird (erinnerst du dich an den Stein von Rosette, durch den erstmals Übersetzungen alter Sprachen wirklich möglich waren?).
Diese Figur, soll eines Tages diesen Funken in Händen halten und damit eine Chance, um etwas zu erreichen, das vieles aus der Vergangenheit erklärt.

Doch diese Figur lebt nicht einmal im gleichen Land, es ist eine junge Teenagerin, die im Augenblick die Sorge hat, wie sie einmal ihr Leben finanzieren soll.

Nun stellt sich die Frage, wie sich die Figur entwickeln muss, um schlussendlich an diese besagte Stelle zu gelangen. Sie ist schüchtern, introvertiert und leicht aus der Bahn zu bringen, sie ist neugierig und interessiert.

Wie also kommt die Figur von ihrer Ausgangsbasis zum Fundplatz?
Was muss sie lernen, um zu erkennen, zu verstehen und zu wissen, wieso sie gerade dort graben soll?

Wenn wir als Schreiberlinge eine solche Situation aufbauen können wir ein paar Brocken in die Geschichte einstreuen, die nötig sind, beispielsweise Fixpunkte wie eine Reise oder im Fall der Figur einen Punkt, warum sie überhaupt dorthin fahren soll. Dies kann eine berufliche Reise ebenso sein, wie einfach mal eine Auszeit nehmen. Wenn sie vor Entscheidungen steht, dann ist es sinnvoll, ihr Möglichkeiten zu bieten, die ihr die Wahl leichter machen. Vielleicht hat sie auch ein Trauma erlebt und besondere Fertigkeiten erlernt – wodurch sie erst auf diesen Gedanken kommt.

Wenn wir einer Figur in einer Geschichte eine Entwicklung ermöglichen, so sind Erfahrungen sehr wichtig, Stillstand hilft der Entwicklung nicht. Ob diese gut oder schlecht sind, sei dahingestellt, aus jeder Erfahrung lernen wir und genau dadurch entwickeln wir uns auch. Wenn eine Figur dann meint, sie muss einen eigenen Weg gehen, na umso besser 😉 denn dann hat sie einen guten Grund, auch wenn er vielleicht dem ursprünglichen Gedanken nicht entspricht.

Wenn du als Schreiberling eine Idee hast, wohin die Geschichte gehen soll, dann überleg dir eine Ausgangsposition und verstreue Punkte, die der Figur helfen, sich zu entwickeln. Fixpunkte vielleicht oder Erlebnisse – denn wenn es um das Ziel geht, kannst du so auch ein klein wenig steuern.

Oder nutzt du eher eine Ausgangsposition und lässt dich lieber überraschen, was werden wird?

Wärst du ein guter Mentor?

Was ist für dich ein Mentor?

Im Grunde kann jeder für einen anderen ein Mentor sein, unabhängig von Alter und Rang, Geschlecht oder anderen Aspekten. Vielfach geht es um das Weitergeben von Wissen, Erfahrungswerten und so ganz nebenbei auch ein wenig „Weisheit“ im Umgang mit der Welt.
Gerne wird es als „Mentoring“ im modernen Alltag bei Firmen verwendet, früher hieß es vielleicht „Lehrer“.

In sehr vielen Geschichten tauchen solche Figuren auf, sie sind es häufig, die gute Tipps geben und damit einer anderen Figur – zumeist dem Hauptcharakter – bei der Entwicklung helfen. Wesen in Geschichten aber auch im Realen lernen voneinander … dies mag genausogut die Entenmutter sein, wie auch „Mary Poppins“ oder schlichtweg ein liebevoller Nachbar, der stets mit Rat und Tat zur Seite stehen mag oder jemand ganz anderer.

Üblicherweise besteht das Dasein aus Phasen wie „Leben bekommen“, lernen, weitergeben und dann von der aktuellen Existenz gehen. Dabei spielt es keine Rolle ob Mensch, Katze oder vielleicht ein Fantasiegeschöpf, selbst uralte Wesen waren wohl einmal jung 😉 und brauchten jemanden, der Wissen lehrte, und/oder schenkte.

Es ist wie mit einem gewebten Stück Stoff – eine Masche baut auf der anderen auf und ist Stütze für nachfolgende Maschen. Wenn du dir alte chinesische Filme wie „die 36 Kammern der Shaolin“ ansiehst, merkst du, dass es immer wieder Figuren gibt, die erst unbeherrscht sind, losschlagen wollen und dann mit der Zeit erkennen, dass es manchmal auch Geduld und Ruhe braucht, um zu einem bestimmten Ziel zu erreichen. Es liegt einfach in unserem Naturell erst mit der Zeit zu erkennen, dass es verschiedene Wege gibt, um ein Ziel zu erreichen. Genau hier helfen uns Mentoren – um dies zu erkennen. Aber mal ehrlich, wer hat sich noch keine blutige Nase geholt, weil er/sie/es einfach den eigenen Gedanken durchboxen wollte – und wie war das noch mit der heißen Herdplatte? 😉

Schau dir einmal die älteren Generationen an. Früher waren sie häufig da, um ihr Wissen weiterzugeben, indem sie Märchen erzählten und ihre Enkel beim Erwachsenwerden unterstützten. In verschiedenen Kulturen wurden ältere Menschen als Begleiter einer jüngeren Person zur Seite gestellt, um ihn/sie in eine bestimmte Rolle hinein zu begleiten. – dabei muss diese Rolle aber nicht immer erwünscht gewesen sein.

Im Grunde sind wir als Schreiberlinge auch eine Art Mentor für die Figur an der wir arbeiten. Wir bieten Hilfestellungen, wenn die Figur nicht mehr weiter weiß, geben vielleicht einen Traum mit auf den Weg oder schlichtweg eine andere Figur, die zeitweise als „Unterstützung“ agieren mag.

Wie siehst du die „Arbeit“ eines Mentors, insbesondere wenn du selbst schreibst?

Sehnst du dich nach der Freiheit?

Was ist dir die Freiheit wert? Wie definierst du sie?

Die äußere Freiheit:

Für sehr viele bedeutet dieses eine Wort die Sehnsucht ihres Lebens – viele kämpften für sie, andere unterwarfen sich dem Gegenteil. Denken wir beispielsweise an die Sklaventhematik in Amerika, so war Sklave auch nicht gleichbedeutend Sklave. So gab es die breite Masse an Plantagenarbeitern aber auch die verschuldeten Europäer, die über viele Jahre hinweg in Amerika arbeiteten, um ihre Schulden abzuarbeiten – und frei waren diese Menschen auch nicht.
Es gab Haussklaven, die mitunter wie Familienmitglieder behandelt wurden, hohen Status genossen und vielfach mehr Macht hatten, als die Freien auf der Straße draußen.

Doch das war nicht nur in Amerika so, viele Nationen hielten Sklaven, da konnten sich die Römer mit den Wikingern die Hand geben – und auch heute noch gibt es sie: Menschen, die als Sklaven Dienste verrichten, ob sie nun als solche bezeichnet werden, oder schlichtweg eine Schuld abzutragen haben, ist in diesem Zusammenhang nur sekundär wichtig.

Würdest du einem dieser Menschen die Frage stellen, ob Freiheit das höchste Ziel ist, so kannst du davon ausgehen, dass bei sehr vielen von ihnen „JA!“ die Antwort wäre.

Denk an Spartakus, er war einer derjenigen, die den Kampf um Freiheit mit dem Leben büßten – und es gab viele andere, die das ebenfalls taten – quer durch die Geschichte.

Die innere Freiheit:

Ist ein Mensch hinter „schwedischen Gardinen“ frei? Er/Sie sitzt im Gefängnis, bekommt Kleidung und den Tagesablauf vorgegeben und vieles mehr. Doch auch diese Person kann frei sein.
So gab es im 2. Weltkrieg einen Pfarrer, der einsaß und sich für die Gefangenen einsetzte, auch deren Strafen übernahm, ABER sich als frei fühlte, weil sein Geist frei war.

Wenn wir die Menschen auf der Straße ansehen, jene Personen, denen wir über den Weg laufen, die in ihrem „Hamsterrad“ gefangen sind, oder sich ohnmächtig fühlen, so mögen diese vielleicht äußerlich frei sein, aber innerlich sind sie es eben nicht.

Es sind dann die inneren Konflikte, die vielleicht nicht den Kreuzigungstod eines Spartakus nach sich ziehen, aber die ein Leben dennoch zerstören können.

Der Drang nach Freiheit ist wohl jedem Lebewesen verinnerlicht und dabei wird gerne übersehen, dass es nicht bedeutet, alleine auf einer Insel zu sein, fernab von allem und jedem. Es bedeutet auch nicht, ohne jegliche Regeln zu leben.

Wenn wir das normale Leben verschiedener Zeiten und Kulturen betrachten, so ist „normal“ nicht immer ident zu unserer Vorstellung. Freiheit – innerer wie äußere – bedeutet vielmehr (zumindest meiner Vorstellung nach), seinen inneren Kompass folgen zu können, sich aber auch selbst zu hinterfragen, ob Erlerntes noch stimmig ist, offen zu sein für „Neues“, aber auch Altbekanntes in Überlegungen einfließen zu lassen.

Das Wort Freiheit verstehen wir allzuleicht falsch, es lohnt sich, ein wenig darüber nachzudenken. 😉
wie aber lässt sich das nun für eine Geschichte verwenden?

Überlege dir zuerst, in welcher Situation diese Figur steht, sucht er/sie/es eher innere oder äußere Freiheit? Was macht diese Figur, um zum Ziel zu gelangen, und welche „Waffen“ nutzt er/sie/es?

Kennst du Q und seine Lektionen?

Kennst du dich ein wenig im Star-Trek Universum aus?

Vielleicht kennst du ja auch die Figur auf dem Foto 😉 – abgesehen davon, dass mich das Nähen vor so vielen Jahren etliche Wochen gekostet hat. Es sollte so authentisch wie möglich an der tatsächlichen Figur sein und die Materialien aufzutreiben war auch nicht ohne – ABER es war jeden Nadelstich wert.

Ich war über viele Jahre Trekkie, und eigentlich war es die Figur oben, die mich in dieses Universum brachte. Wenn du dir ein wenig die neuen Star Trek Sachen ansiehst, wirst du merken, es hat sich sehr vieles verändert, manche meinen zum Guten, andere sagen zum Schlechten. Nun, meiner Meinung nach verändern sich eben Themen – es ist einfach eine Entwicklung und das ist auch gut so.

Wenn du die Figur Q magst, guck dir die neue Serie „Picard“ an, Staffel 2 – er ist wieder zurück und wieder einmal mit einer Lektion.

Q ist ein Paradebeispiel für eine Figur, die nötig ist, um die Hauptcharaktere wachsen zu lassen – und genau DAS können wir auch fürs Schreiben super nutzen. Ein paar Beispiele?

  • eine zweite Chance (Willkommen im Leben nach dem Tode / Tapestry)
    Q ermöglicht Picard, eine alte Entscheidung zu revidieren.
  • potentielle Allmacht (Rikers Versuchung / Hide And Q)
    Q gibt Riker die Allmacht alles zu tun, was er möchte.
  • einen starken Gegenspieler (Zeitsprung mit Q / Q Who)
    Der erste Auftritt der Borg.
  • Selbstlosigkeit (Noch einmal Q / Déjà Q)
    Eine Lektion für Q – da er selber Mensch wird.
  • eine Lektion in Liebesdingen (Gefangen in der Vergangenheit / Qpid)
    Picard und die Liebe und die Frage, ob sie ihm das wert ist.
  • Leben oder nicht (Eine echte „Q“ / True Q)
    Als Kind von Q selber als Mensch aufgewachsen – ist eine Entscheidung zwischen weiter-Mensch oder Q nötig.
  • Suizid erlauben oder nicht? (Todessehnsucht / Death Wish)
    Ein Q der sterben will, aber es nicht darf, ist seit langem eingesperrt und kämpft um die freie Wahl.

Das sind ein paar Beispiele der Lektionen, die Q in den Episoden gibt, aber nicht alle Episoden, in denen er auftaucht.

*) eine zweite Chance (Willkommen im Leben nach dem Tode / Tapestry)
Q ermöglicht Picard, eine alte Entscheidung zu revidieren.
Wir sind die Summe unserer Entscheidungen. Würden wir also die Möglichkeit bekommen Entscheidungen zu revidieren, würden wir uns auch verändern. Überlege dir einmal eine Entscheidung in deinem Leben, die du bereust oder eher als nicht so günstig bewertest und überlege, wie diese Entscheidung dich bis heute beeinflusst. Wie weit hat diese Entscheidung dich verändert?
Meine Muse meinte einmal Folgendes:
Du kannst dein Leben verleugnen oder dazu stehen, ihm die Schuld am jetzt geben oder stärker aus ihnen hervorgehen?

An jeder Entscheidung wachsen wir – egal ob wir wollen oder nicht, so wie Q es Picard zeigte.

*) potentielle Allmacht (Rikers Versuchung / Hide And Q)
Q gibt Riker die Allmacht alles zu tun, was er möchte.
Auch andere Filme greifen dieses Thema auf wie beispielsweise „Zufällig allmächtig“ mit „Simon Pegg“. Allmächtig zu sein kann für den Anfang eine immense Spielwiese darstellen – ABER irgendwann ist alles ausprobiert und gemacht – und was machst du dann? Allmacht kann auch langweilig werden (wie es in einer der Episoden übrigens auch thematisiert wurde), zudem ist es auch eine Art von Verantwortung, die ein allmächtiges Wesen trägt, das nicht jeder übernehmen wollen würde.

*) einen starken Gegenspieler (Zeitsprung mit Q / Q Who)
Der erste Auftritt der Borg.
Das ist eine einfache Sache, denn in so gut wie jeder Geschichte findet die Hauptfigur einen Gegenspieler, der ihm/ihr das Leben schwer macht. An einem starken Gegenüber wächst jeder, denn er/sie stellt einen vor Herausforderungen und auch vor die Notwendigkeit, etwas zu lernen.

*) Selbstlosigkeit (Noch einmal Q / Déjà Q)
Eine Lektion für Q – da er selber Mensch wird.
Stell dir einmal vor, du würdest einen deiner Sinne verlieren oder deine gesamten, materiellen Dinge – wie würdest du damit umgehen?
Im Grunde ist diese Prüfung für Q nichts anderes als das Erlernen einer neuen Fähigkeit – Selbstlosigkeit! Diesen Punkt zu erlernen ist beispielsweise in vielen anderen Geschichten auch zu sehen, wenn es darum geht einen gewissen Reifegrad zu erkennen und/oder zu erwerben, wobei dies auch eine Abschlussprüfung in einer Schule sein mag oder etwas ganz anderes.

*) eine Lektion in Liebesdingen (Gefangen in der Vergangenheit / Qpid)
Picard und die Liebe und die Frage, ob sie ihm das wert ist.
Sich für ein anderes Wesen zu „entscheiden“ ist immer mit dem Abwägen vieler Dinge verbunden. Es geht in diesem Punkt auch gar nicht darum, die Liebe fürs Leben zu finden, sondern eher – ob man/frau selber reif für die Verantwortung einer Beziehung ist.

*) Leben oder nicht (Eine echte „Q“ / True Q)
Als Kind von Q selber als Mensch aufgewachsen – ist eine Entscheidung zwischen weiter-Mensch oder Q nötig.
Kennst du das, wenn du vor eine Entscheidung gestellt wirst, die dein ganzes, künftiges Leben beeinflusst? Hier ist das simpelste Beispiel die Berufswahl. Es ist aber auch keine Lösung keine Entscheidung zu treffen, du kennst sicherlich die Fabel mit dem Esel, der zwischen zwei Heuhaufen verhungerte, weil er sich nicht entscheiden konnte. Manche Entscheidungen lassen sich revidieren, andere nicht.

*) Suizid erlauben oder nicht? (Todessehnsucht / Death Wish)
Ein Q der sterben will, aber es nicht darf, ist seit langem eingesperrt und kämpft um die freie Wahl.
Dieses Thema ist für viele hochemotional, wenn du dir die diversen Debatten ansiehst, die im Internet beispielsweise Herumkursieren. Jeder macht sich irgendwann Gedanken zu dem Thema. In der Episode wünscht der andere Q einfach nur die Wahlfreiheit, die ihm das Q-Kontinuum verwehrt, schlichtweg will er eine eigene, freie Wahl treffen.

Aus jedem dieser Ansätze lassen sich wundervolle Geschichten schreiben. Reduzierst du Romane auf die Basis, findest du häufiger Figuren, die andere Prüfungen unterziehen. Q nutzte die Prüfungen um die Menschen vorwärtszubringen und in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Natürlich gibt es auch Geschichten um Figuren, die solchen Prüfungen ausgesetzt sind, ohne einen tatsächlichen Nutzen daraus zu ziehen, was schade ist, da viel Potential dadurch verschenkt wird.

Wollen wir und unsere Figuren wirklich „nur“ durchs Leben gleiten oder wollen wir uns entwickeln? Selbst im Film „Matrix“ kam heraus, dass die Menschen eine neue Welt erhalten hatten, weil die alte zu „bequem“ war. Menschen brauchen Herausforderungen und wollen sie auch.

Heutige Frage an dich:
Wie würdest du so eine Figur anlegen damit die Hauptcharaktere ihre „Prüfungen“ erhalten?

kleines Update meiner Projekte ;-)

Wenn du meinen Blog etwas verfolgst, wirst du mitbekommen haben, dass ich mir ein zweites, privates Projekt angefangen habe … Wikingerreenactment!

Es geht hierbei nicht um das, wie die Serie „Vikings“ die Wikinger darstellt, sondern wie die Menschen damals wirklich waren. Das Unterkleid ist das Gleiche … das grüne Oberkleid war zuerst fertig … das blaugrüne ist seit gestern geschafft …

Die Bänder sind aus Merinowolle und selbst gewoben, lediglich der Schmuck ist zugekauft. Die Schnittvorlage entstammt einem Fund aus Hedeby.

Also alles in allem kommt das Projekt Wikinger gut voran 🙂

Was sagt dir „Die Wahrheit ist ein dreischneidiges Schwert“?

Willst du die tatsächliche Wahrheit oder eine der anderen Wahrheiten?

In der Serie „Babylon 5“ heißt der tatsächliche Spruch zwar „Das Verstehen ist ein dreischneidiges Schwert. Eure Seite, die Seite der Gegner und die Wahrheit.“, aber so weit davon entfernt ist die „Wahrheit“ auch wieder nicht – und es ist eines meiner liebsten Zitate aus der Serie, einfach weil es sich so gut für alles Mögliche eignet.

Sehen wir uns den Kern dieser Aussage an, so lässt sie sich auf so gut wie alles anwenden – egal, ob es sich um einen Ausflug, einen Unfall oder etwas ganz anderes handelt. Schön aufgesplittet ist dieser Spruch im Film „The Last Duell“ dargestellt, in der es um den Vorwurf der Vergewaltigung ging, wobei schlussendlich ein „Gottesurteil“ den Schiedsspruch übernehmen sollte.
In diesem Film wurden drei Handlungsstränge erzählt von den direktesten Beteiligten und auch ein Gutteil der Vorgeschichte und wie es zu dem Vorfall gekommen war.

Die Wahrheit ist im Grunde nur etwas, das für jeden anders aussieht. Selbst klare Wahrheiten wie „die Welt ist eine Scheibe“ wurden widerlegt – wobei es dennoch auch heute noch Menschen gibt, die daran glauben. So ist es wie überall, wir sehen eine Wahrheit und wissen eigentlich nicht, ob es die tatsächliche Wahrheit wirklich ist. So könnten wir auch beispielsweise darüber philosophieren, ob das, woran die Religionen glauben einfach das Gleiche ist und jeder sieht nur eine andere Sicht der Dinge – oder ob die anderen schlichtweg falsch liegen.

Wenn wir uns des Themas Wahrheit annehmen, so ist ein kleiner Blick zum oben angeführte Ausspruch eine gute Idee, denn allein aus einem einzigen Vorfall oder Geschehen lässt sich so viel machen. Allein die Schwarz/Weiß Schemata sind doch schon zwei Seiten der Medaille – jeder ist sich sicher „seine“ Wahrheit ist die einzig korrekte ohne darüber nachzudenken, ob nicht vielleicht im anderen auch ein wenig Wahrheit stecken könnte.
Betrachten wir uns selbst, so können wir nie sicher sein, ob wir nicht vielleicht doch falsch liegen – und ich meine hier nicht einmal die ganzen News, Fake-News und so vieles mehr, sondern schlichtweg – das eigene Leben. Wir werden älter, sehen als Teenager Dinge ganz anders als mit 50 – und doch ist es die jeweilige Wahrheit in genau diesem Moment.

Genau hier können wir bei einer Geschichte ansetzen.
Nehmen wir zwei Bühnenschauspieler – der eine jung und hungrig nach Erfolg, der andere etwas älter und besonnener. Sie stehen auf der Bühne und wollen beide die gleiche Rolle ergattern, die soeben frei geworden ist. Der „Kampf“ um diese Rolle beginnt mit kleinen Bosheiten und endet schlussendlich im Unfall eines weiteren Kandidaten, den die beiden jedoch nicht ernst genommen haben. Da beide die Rolle mehr wollten als alles andere, sind natürlich die beiden unter Verdacht. Sie erzählen beide ihre Wahrheit, während der ermittelnde Inspektor jedoch die Augen auch nach weiteren Möglichkeiten offenhält.
Wer ist also nun der tatsächliche Verursacher?
Hinter dem Bühnenvorhang steht eine junge Frau, die die beiden Männer ausbooten wollte und schlussendlich mit einem kleinen, fingierten Unfall ihrem Freund die Rolle verschaffen wollte, schließlich war der Unfall nicht so schlimm, sorgte aber dafür, dass die beiden Kampfhähne in einer peinlichen Situation waren, in der ihnen keiner mehr die Rolle geben wollte.
Diese Art von Dreieck lässt sich auf so viele ummünzen – ist aber eine hervorragende Ausgangsposition für viele Geschichten – egal ob diese gut oder schlecht geschrieben sind.

Du kennst sich die Frage „Kopf oder Zahl“, wenn es um eine Entscheidung durch den Münzwurf geht. Im Normfall wird sich auch eine der Seiten zeigen, doch was passiert, wenn sie auf dem Rand stehen bleibt? 😉

Das könnte beispielsweise eine Nonne sein, die von sich sagt, sie hätte Besuch von einem Teufel gehabt. Werden wir ein wenig kreativer, so erzählt sie in einer Beichte von einem „Incubus“, der sie nächtens heimsucht. Erst wird vermutet, es könnte ein Mann sein – doch da es keine Männer im Gebäude gibt, ist die Frage, wo soll dieser Mann denn hergekommen sein? Sagt sie nun die Wahrheit und hat tatsächlich Besuch oder lügt sie und will nur Aufmerksamkeit?
Was könnte hier die Wahrheit sein? Vielleicht einfach nur Einbildung? Denn das wäre kein Teufel, aber auch kein Mann.

Wenn du dir den Spruch durchliest, was fällt dir dazu ein?

Wo liegt der Kern der Dinge?

Könnten wir heute ohne das Gestern überhaupt sein?

Viele verfolgen die aktuelle Lage im Osten, sehr viele haben Sorge – nicht nur um die Leben an den Konfliktplätzen, sondern auch darum, ob es sich bis Mitte oder Westen Europas (oder vielleicht sogar weiter) ausdehnen könnte. Vielleicht gehörst du dazu – und/oder hast sogar Liebste oder gute Freunde dort. Schenke, wenn du kannst, zumindest tröstende Worte, viel mehr ist oft gar nicht möglich.
Doch kannst du dich noch erinnern, was vor ein paar Jahren in genau diesem Land geschehen war? Erinnerst du dich an das Jahr 2014, in der die ersten Unstimmigkeiten zu mehr als „bösen Worten“ führten? Das Heute wäre ohne das Gestern 2014 so vielleicht nie passiert.

Gehen wir ein x-beliebiges Geschehen in der Weltgeschichte an, so fällt eines auf:
Es sind nahezu immer und überall Aktionen gesetzt worden, die in Folgewirkung weitere Aktionen auslösten und häufig (wenn nicht fast immer), ging es dabei um Land und Besitz eines ganz konkreten Landstriches oder das Kolonialisieren und dadurch Steueren und wirtschaftliche Güter zu bekommen. Manchmal sind es auch „andere“ Aspekte.

Stellen wir einmal verschiedene, zeitliche Geschehnisse wertfrei in den Raum mit den aktuellen Konsequenzen, so sind wir uns heute vieler Ursprünge gar nicht mehr wirklich bewusst oder kennen die eigentlichen Ursachen einer heutigen Situation gar nicht mehr.

*) Französische Revolution => Haitis Sklavenaufstände => die „Underground Railroad“ führten schlussendlich zu Lincolns „Sklavenbefreiung
*) Britische Kolonie Indien => bis heute Kastensystem
*) Kolonien in Afrika (verschiedene Nationen) => wie sieht es dort aktuell aus?
*) Das Attentat von Sarajevo => hätte es einen 1. Weltkrieg oder gar den 2. Weltkrieg gegeben, wenn das nicht passiert wäre?

Ich könnte noch viele, sehr viele Beispiele aus der Geschichte nehmen, ABER ich glaube, dir fallen auch selber noch genug ein, die die Weltgeschichte veränderten.

Nimm ein x-beliebiges Geschehnis aus der Vergangenheit und sieh dir an, wie die Welt sich seither entwickelt hat. Geh zurück zu diesem Ereignis, stell dir einfach vor, es wäre nie passiert. Natürlich gibt es diese Art der Geschichtenschreiberei schon, manchmal tritt ein anderes Ereignis in den Romanen an dessen Stelle, um genau die gleiche Entwicklung auszulösen, in anderen Romanen entwickelt sich ein gänzlich neuer Strang und hinterlässt so ein komplett neues Heute.
Welches Ereignis würdest du wählen und warum – und vor allem, was würde geschehen?

In diesem Atemzug geh einen Schritt weiter:
Sieh die heutige Welt wie sie ist!
Es gibt so vieles, das eine Veränderung auslösen könnte. Such dir einen x-beliebigen Ansatzpunkt und überlege dir beispielsweise 3 verschiedene Möglichkeiten wohin das führen könnte.
Was würde sein? Was würde geschehen?

Ein ganz interessantes Gedankenspiel dazu wäre:
Was würde passieren, wenn wir einen Gedanken aus der Antike aufgreifen würden?
Wenn es einmal nötig war, wurde ein ‚„Diktator“ ernannt, der die Dinge wieder in Linie bringen sollte. Oh, er konnte so gut wie alles tun und machen – ABER er musste sich hinterher auch rechtfertigen für seine Taten und es war keinesfalls angedacht, dass dessen Herrschaft lange dauern sollte.
Was würde heute passieren, wenn es so einen Diktator gäbe, der jedoch nur auf kurze Zeit eingesetzt werden würde und nicht nur die aktuelle, politische „Elite“ aus den Ämtern katapultieren würde?

Viele solcher Gedankenspielereien können auf heftige Emotionen stoßen, wie beispielsweise diese:
*) alle müss(t)en plötzlich vegan leben
*) alle müss(t)en einen Elternführerschein machen, um die Kinder behalten zu dürfen
*) alle müss(t)en sich einem „Social-Media-Score“ unterwerfen, der anhand ihres Verhaltens ihren Status und die Möglichkeiten bestimmt

(Falls du sie noch nicht kennst – guck dir mal die Serie „Black Mirror“ an, dort werden einige Sachen auf absolut bitterböse Weise thematisiert, die genau in diese Richtung kommen.)

Alles was wir tun, als einzelner Mensch oder Gesellschaft oder Menschheit im Ganzen hat Auswirkungen auf das Morgen – so wie die Aktionen von gestern Auswirkungen auf Heute haben.

Was würdest du aus dem heute ändern mit welchen Konsequenzen für morgen und was würdest du von Einst nehmen, um zu sehen, wie das Heute anders wäre? Würdest du eine lebenswerte Welt schaffen oder eine, aus der man/frau am liebsten wegrennen würde? Oder würde sich nichts verändern?

Wie gut kennst du die Märchen?

Kannst du dich an die alten Märchenfilme wie „3 Haselnüsse für Aschenbrödel“ erinnern? Es sind schön gemachte, häufig auch tschechische Produktionen, die ich in meiner Kindheit gerne sah und auch heute noch haben sie mitunter einen leicht sentimentalen Touch an sich.
Und ui – hab gerade gesehen, es wurde in Norwegen neu verfilmt unter „Tre nøtter til Askepott“, den muss ich mir ansehen 🙂 – juhu ….

Die meisten neuen Märchenfilme wie „Once upon a time“ oder „Maleficent“ gehen jedoch von den klassischeren Märchenverfilmungen weg und setzen ein neues Markenzeichen / Statement, indem sie die „klassischen Geschichten“ verändern und in ein neues Kleid packen.

Märchen sind auch heute noch zeitgemäß – nicht nur, weil wir die klassischen Märchen praktisch copy-right-frei nutzen können, sondern auch weil wir sie verändern können. Wir können Figuren wie bei Maleficent zu Hauptcharakteren machen oder ihre tatsächliche Geschichte neu erzählen, aber wir können auch Märchen in unsere Zeit transferieren – ODER wir gehen den Märchen auf den Ursprung.

Nehmen wir einmal Schneewittchen und die 7 Zwerge …
Es gab einst in Deutschland eine Adelstochter, die ausbüxte und bei 7 Kinderbergleuten unterkam … darauf beruht (angeblich) das Märchen.
Rotkäppchen war eine ziemlich blutrünstige Werwolfsgeschichte und von anderen können wir oft nur raten, wo die Ursprünge zu finden sind.
Hier dürfen wir gerne auch einfach einmal spekulieren …

Dabei müssen es nicht einmal die Märchen der Gebrüder Grimm sein, es gibt auch beispielsweise Märchen der Native Americans oder die „1001 Nacht-Geschichten“, die doch auch Märchen sind.

Zu den beliebtesten Märchen gehören:

*) Aschenputtel
*) Schneewittchen
*) Der gestiefelte Kater
*) Dornröschen
*) Hänsel und Gretel
*) Die Bremer Stadtmusikanten
*) Rotkäppchen
*) Froschkönig
*) Rapunzel
*) Tischlein deck Dich

Alleine aus diesen wenigen Märchen, die so viele von uns kennen, ließe sich so wundervolles Neues erschaffen … dass Märchenhaftes nicht immer märchenhaft sein muss ergänzt bereits der Gedanke, dass die Märchen häufig dort endeten, wo sich das Paar gefunden hat und heirateten. Was kam danach? Wurde in den Märchen von Ehestreitigkeiten erzählt oder wie schwer es mitunter sein kann, Kinder zu erziehen?

Doch wenn wir einmal einen kreativen Schub brauchen, zahlt es sich aus, ein x-beliebiges Märchen auszuwählen und zu überlegen, was du damit machen kannst. Vielleicht versetzen wir Rotkäppchen wieder in die Originalversion zurück, in der ein Werwolf herumgeistert, und ihr reicht es einfach sich zu fürchten – was würde sie tun?
Was ist mit „Frau Holle“? Vielleicht weißt du, dass sie auf „Hel“ zurückzugehen scheint – jene Hel, die in der nordischen Mythologie die Herrscherin der gleichnamigen Unterwelt ist. Doch muss das schlecht sein? Vielleicht gibt es eine neue Gestalt, die die Einladung annimmt, vielleicht die Schneeflocken zählt, die vielleicht die Seelen darstellen mögen, die gerade zu neuem Leben geschickt werden. Was wäre hier der nächste Punkt und wo ließe sich ansetzen?

Was ist dein Lieblingsmärchen und warum gerade dieses? Wie würdest du es „erneuern“?

trägt dich manchmal die Sehnsucht?

Kennst du das Gefühl einer Sehnsucht, die du nicht erklären kannst?

Gefühle, Emotionen und Sehnsüchte sind der „Kern“ von vielen, sehr vielen Geschichten – sei es der Wunsch nach Freiheit, etwas erreichen zu wollen oder vielleicht die Sehnsucht nach einer ganz bestimmten Person, der wir nahe sein wollen … Vielleicht sind diese Dinge genau das, was uns „lebendig“ sein lässt.

Du hast vielleicht schon mitbekommen, dass ich die Geschichte „der Wolkenatlas“ sehr mag – Seelen, die über Jahrhunderte hinweg miteinander verbunden sind und einander immer wieder treffen. Wiedergeburten – mögen somit eine Art „Kreislauf des Lebens“ darstellen.

Doch was wäre, wenn wir nun genau das als Ansatz für eine Geschichte nehmen würden? Nehmen wir einmal zwei Seelen, die irgendwann und aus irgend einem Grund einander sehr nahe waren. Sie lernten sich kennen, verbrachten vielleicht Zeit miteinander oder auch nur einen winzigen Moment – und dann verloren sie sich aus den Augen.
Dann sind da andere Leben, zwei Seelen, die einander das erste Mal sahen und sofort spürten, da war schon mal etwas. Dabei spielt es keine Rolle ob sensitiv oder nicht – sie wussten es einfach. Ich kenne es selbst, dass es in meinem Leben eine Seele gibt, von der ich überzeugt bin, dass genau diese Person schon in früheren Zeiten zumindest teilweise mein Begleiter war – ähnliches sagte mal meine Mutter über meinen Mann .. vielleicht verstehen sie sich auch deswegen so gut 🙂 und gibt es etwas Besseres, als wenn die Schwiegereltern sich mit dem Partner des eigenen Kindes gut verstehen und umgekehrt? 🙂

Diese Art Sehnsucht von der ich oben schreibe kann einfach sehr vieles sein, um eine Geschichte ins Rollen zu bringen, wäre es hier die Sehnsucht nach dieser einen, ganz besonderen Seele. Vielleicht liegt ja auch darin der Umstand begraben, dass wir oft die ganz besondere, einzigartige Liebe suchen oder spüren, dass wir vielleicht dem eigenen Geschlecht zugetan sind, weil es um die Liebe zu dieser Seele geht und nicht um den Körper, in dem diese Person steckt?

Das Gute am Schreiberling sein ist ja, dass wir uns über Dinge Gedanken machen, die anderen häufig schnurzpiepegal sind … und selbst das spielt eigentlich auch keine Rolle.

Stell dir heute zwei Personen vor, such dir Geschlecht, Alter und Herkunft aus und überlege dir, wer sie in früheren Zeiten gewesen sein könnten. Wo und wie haben sie sich kennengelernt? Magst du mir erzählen, wer sie einst waren und wie es dazu kam, dass sie sich im Heute kennenlernten? Oder vielleicht ist es auch nur einer der beiden, der spürt, dass da etwas ist, aber sich bedeckt hält, weil die Erinnerung zu schmerzhaft ist?

Was meinst du, wie würdest du diese Geschichte erzählen?

Wollen wir wirklich zurück?

Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest du es tun?

Die letzten zwei Jahre waren durch Corona geprägt von vielen Veränderungen, sowohl im Privaten wie auch im Öffentlichen. Viele schreien danach, es solle wieder so werden, wie es einmal war – aber das wird nicht mehr geschehen, denn dafür ist zu vieles geschehen.

Wir haben Menschen erlebt, die weit über ihre Limits gegangen sind, Nachdenklichkeit und ein sich-besser-kennenlernen, aber auch die Gegenseite der Medaille. Die jetzige Welt zeigt sich in einer Spaltung, die vielleicht auch nur über Jahrzehnte hinweg verborgen begann und sich nun klar herauskristallisierte.

Ich selbst habe meine Einschulung im letzten Job in der ersten Lockdown-Phase gehabt, und zwar im Homeoffice. Die meiste Zeit arbeitete ich dann auch von zu Hause aus – was für jemanden wie mich ein Segen war, hatte ich doch meine Katzen ständig um mich und konnte mittags mit meinem Mann plaudern.
In meinem jetzigen Job vermisse ich genau das, es beinhaltet wieder pendeln und im Büro sitzen – und ich sehne mich nach dem Homeoffice zurück.

Will ich wieder in eine Zeit wie vor dem Lockdown, bevor ich diese Erfahrungen machen durfte, dass man auch sehr gute Arbeit von zu Hause aus erledigen kann? Ich durfte die letzten zwei Jahre so viel lernen, wie in den 20 Jahren vorher vermutlich nicht – achja, und ich konnte aus Wien raus aufs Land übersiedeln 🙂

Meine Antwort darauf fällt klar und deutlich aus – ABER geht es hier wirklich um mich?

Viele sehnen sich zurück als das Reisen einfacher war und man/frau mit anderen Themen kämpfte, beispielsweise, wohin geht heuer mein Urlaub? Viele sehnen sich zurück – andere nicht. Ich denke, das ist eine sehr persönliche Sache, denn für jeden ist doch etwas anderes wirklich wichtig.

Alles hat sein für und Wider … schön wäre es allerdings, wenn wir als gesamte Menschheit lernen würden aus dem Einst und dem Heute das Beste zusammenzubasteln und somit eine großartige Zukunft für ALLE zu schaffen, wir haben jetzt die beste Möglichkeit dafür eine Welt zu erschaffen, in der wir offen aufeinander zugehen können, wo es möglich ist, arbeiten zu können, WO wir am besten arbeiten können. Vielleicht hast du schon mal was von „the great Resignation“ gelesen, was bedeutet, dass viele ihre Jobs hinterfragen und erkennen, so wollen sie nicht mehr leben!
Oder vielleicht eine Welt, in der wir auch den Tieren mehr Respekt entgegenbringen und ihr Leben als Geschenk annehmen (wenn wir denn Fleisch essen).
Alles in allem ist es eine großartige Möglichkeit – wenn wir es schaffen die richtigen Weichen zu stellen.


Nehmen wir doch diesen Aspekt für eine neue Möglichkeit, kreativ zu sein.

Wir lesen doch immer wieder von Menschen, die lange im Koma lagen oder vielleicht auch in den zeitlosen Höhlen waren. Zeit verfloss in diesen Höhlen anders als außerhalb in der „normalen“ Welt, wer der Einladung folgte, verbrachte vielleicht einen Abend auf einem Fest und kehrte nach Hunderten von Jahren zurück.

Nun stell dir einfach einen Menschen vor, der vor dem ersten Lockdown ins Koma fiel und erst jetzt erwacht. Etwas rüttelt seine Seele wach und holt ihn zurück, weckt ihn auf. Ist es dann ähnlich wie bei Rick aus „the Walking dead“ oder kann diese Person die Welt so annehmen, wie sie gerade ist?
Oder was ist mit einer Person, die – sagen wir mal – vor 10 Jahren auf einer Bergtour verschwand und jetzt wieder aus den Höhlen kommt? Wie würde diese Person die Welt sehen?

Wenn du in der dystopischen Literatur etwas bewandert bist, wird dir der ein oder andere Roman vielleicht bekannt vorkommen, in der jemand in einer „unwirklichen“ Welt aufwacht und erkennt, wie verloren seine/ihre bisherige Existenz war und wo die Wahrheit versteckt ruht.

Stell dir heute jemanden auf einer Bergtour vor, der das Gleichgewicht verliert, ausrutscht und in einen Hang tiefer liegenbleibt. Er/Sie überlebt, träumt von diesen Höhlen und erwacht Jahre später in der aktuellen Wirklichkeit.
Wie ist es, so zu erwachen? Wie sind die Emotionen und Gefühle und kann diese Figur überhaupt wieder in seinen alten Beruf einsteigen?

Was meinst du?