Niemals aufgeben, niemals kapitulieren – ist es dein Weg?

Aufgeben tut man nur einen Brief – heißt es nicht so?

Bei wahnsinnig vielen Dingen ist Geduld eine wichtige Sache. Wir haben Wünsche, mitunter sogar sehr viele Wünsche, und wollen am liebsten sofort – und dann kommt die Trauer, weil der Wunsch nicht erfüllt wird.

Manchmal hat es einen guten Grund, manchmal ist es Zufall und vielen Fällen stimmte der Zeitpunkt einfach nicht.

Auch, wenn wir es manchmal einfach nicht wahrhaben wollen, in vielen Fällen braucht die Erfüllung eines Wunsches schlicht und ergreifend ein passendes Fundament. Wie sollst du beispielsweise einen Nobelpreis in Chemie bekommen, wenn du von der Sache selber keine Ahnung hast? Das vergessen wir leider manchmal ganz gerne und trauern viel lieber um den verlorenen Wunsch.

Dann gibt es wieder Wünsche, die erfüllt werden, von denen wir nicht einmal wissen, dass wir diesen Wunsch hatten. Beispielsweise verlor ich vor sehr vielen Jahren einen Freund aus den Augen, der mir sehr viel bedeutet hatte. Als er sich vor einiger Zeit wieder bei mir meldete, spürte ich, dass immer irgendwo der Wunsch da war, wieder Kontakt zu haben 🙂
Du wirst das sicher auch in der einen oder anderen Form kennen. Vielleicht sind es die Geschenke des Gefüges der Welt oder Karma oder aus ganz anderen Gründen heraus. Es spielt keine Rolle, sondern nur, dass wir manchmal etwas bekommen, von dem nur unser Inneres weiß, dass es gewünscht wird.

Wenn du den Songcontest verfolgst, so wirst du sicher mitbekommen haben, dass er heute, 22.5.2021, wieder ist. Mir reicht das Endergebnis, die Show selber war früher besser, als die Musiker noch in der eigenen Landessprache spielen mussten. Dabei steht diesmal Island ganz weit oben bei den Top-Kandidaten, was mich wiederum zu einem meiner liebsten Filme bringt: „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“.
Darin geht es um einen Jungen, der von Kinderbeinen an seinen Traum verfolgt, dort teilzunehmen und zu gewinnen. Lars gilt dadurch in seiner Heimatstadt als „schräger Vogel“ und bleibt dennoch am Traum dran – und schließlich steht er auch auf der Bühne. Im letzten Moment hat er eine Erkenntnis, die weit wertvoller ist, als der tatsächliche Sieg. Er verzichtet auf den Sieg und nimmt an, was ihm gegeben wurde und ermöglicht seiner Freundin Sigrit damit etwas Wunderbares, indem er ihr die Möglichkeit gibt, auf isländisch zu singen, den wundervollen Song „Husavik“. Wenn du das Lied nicht kennst, hör es dir an, lies zwischen den Zeilen, denn es sagt, dass wir das, was wir wirklich brauchen, eigentlich bei uns haben und in uns tragen 🙂

Der Film selber war von Will Ferrel ein jahrelanger Traum, auch er ist also an seinem Wunsch drangeblieben, ohne ihn aufzugeben.

Spinne den Bogen weiter zu „the Founder“, in der Michael Keaton den Mann spielte, der MacDonalds zur jetzigen Größe brachte. Oder geht zu anderen Filmen und damit auch Biographien wie „Jobs“ (mit Ashton Kutcher) oder „Marie Curie – Elemente des Lebens“. All diese Filme sind Beispiele von jenen, die nicht aufgegeben haben, sondern ihren Traum verfolgten.

Aufgeben ist so leicht, zu jammern, zu trauern, zu klagen und schlussendlich in einer Ecke zu sitzen und zu weinen. ABER ist es das wirklich, das wir wollen?

Betrachten wir doch einmal das Schreiben unter diesem Aspekt. Wie viele Blogs hast du in den letzten Jahren kommen und gehen sehen? Menschen, die schrieben und irgendwann aufhörten. Die Gründe können vielfältig sein – angefangen von „keine Ideen mehr“, bis hin zu „mich liest doch eh keiner“ oder etwas ganz anderes. Dann betrachte daneben jene Blogs, die es seit vielen Jahren gibt und sieh sie dir an. Die meisten davon transformieren im Lauf der Zeit, verändern sich, wachsen und werden vielleicht auch zu etwas ganz Neuem. Andere bleiben in ihrer eigenen Basis statisch. Beides ist in Ordnung – in beiden Fällen jedoch ist es so, dass die Macher dahinter dranbleiben und nicht aufgeben.

Niemals aufgeben, niemals kapitulieren kann aber auch ein „Falle“ werden. Nimm jemanden, der einen einzigen Traum hat, nur einen Wunsch verfolgt und dafür alles andere, das ihm/ihr gegeben wird, negiert. Dummerweise kann da auch etwas dabei sein, das ihm/ihr hilft genau diesen Traum zu erreichen. Er/sie wirft damit somit eine Art Schlüssel weg, der vielleicht aber nötig wäre, um das Ziel zu erlangen. Das, kann im Grunde genommen, einfach alles sein. Wir sind so verschieden, haben so unterschiedliche Träume und Wünsche – und das ist auch gut so.

Doch was ist, wenn der Wunsch, das Ziel, über allem steht? Wir haben alle Familie, Freunde oder ein mehr oder weniger großes „Netzwerk“. Wären wir wirklich bereit, für unseren Traum, all das zu riskieren? Wärest du es?

Ich las einst von einem Beispiel genau zu diesem Thema, wo ein junger Mann um alles in der Welt Senator werden wollte. Er erreichte sein Ziel, aber der Preis dafür war seine Familie. Ob es ihm wert war, wurde in dieser Geschichte nicht erwähnt.

Wir können sehr viel erreichen, wenn wir ein Ziel haben, einem Traum folgen, und daran arbeiten, ihn zu erreichen. ABER manchmal ist es klüger den Traum nicht in der Form zu verfolgen, wie wir uns dies vorstellen, sondern zu adaptieren.

So nutzen wir als Schreiberlinge Ideen und Phantasie, um unsere Bücher zu vollenden. Wir verändern uns, werden älter und unsere Interessen variieren mit der Zeit. Entsprechend schreibt ein Autor im Lauf der Jahre auch schon mal andere Texte – ABER das Ziel zu schreiben, wird nach wie vor verfolgt 😉

Wenn ich mir all die Figuren in den Filmen und Büchern ansehe und auch die Biographien mancher Persönlichkeiten, so ist es doch fraglich, ob manchmal eine Adaption vielleicht gut gewesen wäre und vor allem, was geschah, nachdem der Wunsch erfüllt war? 😉

Darum mag ich den Film „Firesaga“ gerne. Nicht nur, weil hier auch einmal Island im Zentrum steht (was würde wirklich passieren, wenn Island gewinnen würde? Es wäre echt teuer für das Land), sondern auch, weil Lars einen Traum hat, den er verfolgt. Allzuviel Hilfe hat er zu Beginn nicht, manchmal braucht es natürlich auch Zufall oder vielleicht auch das Wirken höherer Mächte. Ich mag den Film, weil Lars zum Schluss eine Erkenntnis hat, die weit wertvoller ist als alles andere – Die Musik, die wirklich gewinnt, muss aus dem Herzen kommen. Husavik kam aus dem Herzen – und es erzählt, was wirklich wichtig ist.

Tragen wir nicht auch alle genau das in uns und brauchen nur zu folgen?

Wenn du an dich selbst denkst, spürst du, was dir wirklich wichtig ist? Was ist mit deinem innigsten Traum und dem Wunsch, den du tatsächlich erfüllt haben willst? Bist du bereit, ihn zu adaptieren, wenn es nötig ist?

Träume sind vielfältig, so verschieden wie wir es sind. Dein Traum ist ein anderer als es meiner ist – ein Teil des Traumes hat mit meiner Muse zu tun, ein anderer mit einem Lebensprojekt und auch mit der Skaldenschule.

Was ist der Traum, der dich berührt? Ist er „starr“ oder passt du ihn ebenso an, wie die Natur den Verlauf eines Baches, wenn es notwendig ist?

Wo ist das Skelett deiner Geschichte?

Brich herunter und bau wieder auf, erschaffe aus Altem etwas Neues und mach was draus 🙂

Der Begriff „Upcyceln“ wird dir sicher etwas sagen. Du nimmst dafür etwas Altes und erschaffst etwas Neues damit. Dadurch entstehen Möbel der anderen Art ebenso wie kreative Werke oder vielleicht gar ein neues Heim für Streunerkatzen.
Upcyceln hat den Vorteil, Dinge nicht wegwerfen zu müssen, sondern sie umzuarbeiten und einem neuen Zweck zuzuführen.

Hast du je den Roman „the Circle“ gelesen oder den Film dazu gesehen?
Vergleich ihn einmal mit dem Roman „schöne neue Welt“ und du wirst verschiedene Parallelen finden, die einen gründlich irritieren und erschrecken können. Als dritter Kernpunkt käme noch „1984“ in dieses „Triumvirat“.
Inwieweit die Autoren nun voneinander abgeschrieben haben sei dahingestellt, einander beeinflusst haben sie sich vermutlich schon in der ein oder anderen Weise.

Sieh dir die gesamte Literatur an, du wirst im Großen und Ganzen eine Handvoll von „klassischen Texten“ finden, die sich in den verschiedenen Ausprägungen immer wieder zeigen. Ungewöhnlichere Texte sind eher selten, zumal so vieles schon geschrieben wurde 😉

Wenn du alles Fleisch um eine Geschichte weglässt, bleibt im Grunde nur ein „Skelett“, eine Grundidee, übrig. Hier sind ein paar Beispiele:

„die unendliche Geschichte“
Die Phantasie ist eine Parallelwelt und diese wird zerstört. Ein einziges Menschenkind wird zum Retter und baut die Parallelwelt wieder auf.

„Friedhof der Kuscheltiere“
Neu zugezogene Familie verliert den Hauskater und begraben ihn auf einem „magischen“ Grundstück. Das zurückkehrende Tier hat sich verändert und bringt den Tod mit sich.“

„Dracula“
Ein Blutsauger sucht eine neue Heimat, wo er sich an seine neuen Opfer heranmacht.

Im Grund kannst du das mit wirklich jeder Geschichte machen. In allen steckt ein Grundkern, eine Art Skelett. An dieses Skelett kommen Fasern, Muskeln, Haut und schlussendlich ein hübsches Kleid – das Ergebnis, das wir dann zu lesen bekommen.

Du kennst sicher das Märchen „Rotkäppchen“. Wie viele Filme kamen in den letzten Jahren heraus, die auf diesem Märchen beruhen? So kannst du das auch mit anderen Märchen sehen, wo eine „Grundgeschichte“ verarbeitet, verändert und manchmal komplett neu interpretiert wurde.

Was ist dein Lieblingsroman bzw. deine Lieblingsgeschichte? Wie würdest du das Skelett in maximal zwei Sätzen beschreiben?

Wenn du einmal keine Idee hast, um etwas Neues zu schreiben, dann nimm deine Lieblingsstory und nimm ihr das Kleid weg. Somit fallen beispielsweise Unterhaltungen weg, weil diese mit einem kurzen Kommentar abgetan werden, oder Beschreibungen können abgekürzt werden. Somit kannst du aus einer Geschichte mit beispielsweise 300 Seiten auf vielleicht 200 Seiten herunterbrechen.
Als Nächstes nimmst du die Haut weg. Wo kannst du jetzt die Geschichte kürzen? Nimm beispielsweise Handlungsstränge weg, die für die Geschichte selber nicht wichtig sind, oder such dir Figuren raus, die für die Story nicht von Bedeutung sind.
Nun betrachte die Muskelfasern und löse diese. Damit kannst du weitere Seiten lösen. Das mag eine brutale und brachiale „Löschung“ wichtiger Themen sein, aber sie sind für das Skelett selber nicht mehr wichtig.

So bleiben dir vielleicht noch 1 oder 2 A4-Seiten über. Von diesen Überbleibseln kannst du wieder vieles streichen und dadurch kommst du an die tatsächlichen Fragmente, mit denen ein Schreiberling vielleicht einst begann. Wenn beispielsweise 10 Personen dies mit einer Geschichte machen, muss aber nicht unbedingt die gleiche Fragmentur übrig bleiben, da wir nicht immer das Gleiche als wichtig erachten.

Gehen wir aber noch einmal zu den 1 bis 2 A4-Seiten zurück. Nimm genau diese übrig gebliebenen Fragmente. Sie haben in etwa die Länge eines durchschnittlichen Märchens und geh jetzt den Weg um 180 Grad gedreht.

Das heißt, einfach nur, gib du der Geschichte die Muskelfasern, wie DU sie schreiben würdest. Wenn du damit fertig bist, dann gib ihnen die Haut und schlussendlich ein neues Kleid. Dabei muss deine Version nicht lange sein, sondern sie sollte aus deinem Inneren kommen. Hole nichts Altes aus der ursprünglichen Geschichte, sondern schreibe etwas ganz Neues. Ob deine Version dann 30 Seiten hat oder 1.000 ist völlig egal, denn es ist DEINE!

Hast du jemals Groschenheftromane gelesen? Die Länge war im Regelfall 64 Seiten und sehr viele davon stammen aus dem Bastei-Verlag. Ich verschlang beispielsweise früher „Professor Zamorra“, andere liebten „John Sinclair“ und sehr viele mochten diverse Arzt- oder Krankenhausgeschichten. Gerade im letzteren Bereich sind die Geschichten häufig nach dem gleichen Schema aufgebaut und nur die Handlungen und Namen verändert. Es ist nichts dagegen einzuwenden, denn manchmal ist auch leichte Kost sinnvoll und kann nett zu lesen sein 😉

Bei vielen Romanen ist es sehr ähnlich. Nimm beispielsweise die Vampir-Roman-Schwemme, die nach Twilight auf den Markt kam. Wie viele der Geschichten waren sich im Grunde sehr ähnlich und nur durch Namen, Orte und andere Kleinigkeiten verändert? Aber sie sind halt nicht sonderlich „individuell“ 😉

Viele Schreiberlinge stehen manchmal vor der Situation nichts mehr schreiben zu können, weil ihr Kopf völlig leer ist und ihnen nichts mehr einfällt. In diesen Momenten ist es wichtige einfach zu schreiben, schreiben und wieder zu schreiben – und sei es nur ein beliebiges Wort immer und immer wieder. Alleine, um wieder ins Schreiben zu kommen ist es eine gute Übung, denn eine Geschichte auseinander zu nehmen und etwas ganz Neues draus zu machen ist nicht nur viel Denkarbeit, sondern bringt einen auch schon mal auf ganz neue Ideen.

Wie viele von uns sind ständig darum bemüht etwas Neues zu erschaffen, etwas zu kreieren und schlussendlich schlägt die Verzweiflung zu. Es fällt uns nichts ein, die Worte fließen nicht so richtig und das Blatt vor einem bleibt leer. Allein eine Geschichte auf ihr Skelett zu reduzieren und etwas ganz Neues daraus zu erschaffen ist „Arbeit“. Betrachte doch einmal, wie viele Geschichten die exakt gleiche Grundaussage haben. Vergleiche die Grundaussage deiner Lieblingsromane und du wirst vielleicht immer auf das gleiche „Skelett“ stoßen.

Im Grunde ist Schreiben mit dem Kochen zu vergleichen. Wir haben gewisse Grundzutaten und bereiten ein Gericht zu. Vielleicht gibt es ein Rezept, aber selbst wenn sich mehrere Personen exakt an das gleiche Rezept halten, muss noch lange nicht das gleiche Ergebnis am Teller landen. Der eine würzt vielleicht etwas mehr, der andere lässt das Gericht 10 Sekunden länger kochen und der dritte stellt statt Wasser Saft zum Trinken hin, wodurch sich auch der Geschmack wieder leicht ändert.

Genauso ist es mit dem Schreiben. Selbst wenn du und ich die gleiche Geschichte schreiben würden, so käme doch ein anderes Ergebnis dabei heraus, der Stil ist anders, wir würden vielleicht unterschiedliche Worte oder Namen nehmen … das „Kleid“ wäre anders, die Haut und die Muskelfasern ebenso, wir stecken unsere Persönlichkeit in die Geschichte, wenn wir schreiben. Selbst zu unterschiedlichen Zeiten mag dies bei der gleichen Person variieren.

Möchtest du testen?

Nimm dazu ein x-beliebiges „Skelett“ und schreibe einen kleinen Text dazu. Leg ihn beiseite und nimm einige Tage später das gleiche „Skelett“ und schreibe etwas daraus. Notiere immer dazu, wie du dich gerade fühlst und ob du beispielsweise Stress hast. Mach das über mehrere Wochen immer wieder und dann vergleiche die Texte. Betrachte die Unterschiede. Was fällt dir auf?
Auf diese Weise kannst du herausfinden, wann du gut schreiben kannst, wo die Ideen leichter kommen 😉
Das Schöne ist, wir sind alle unterschiedlich, was dich inspiriert muss es bei mir nicht tun und umgekehrt. ABER der Trick ist eine Hilfe um es für sich selber herauszufinden 😉

Was ist das „Skelett“ jener Geschichten, die du gerne liest?

Bringst du die nötige Geduld auf deinem Weg mit?

„Ein Mann soll in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen.“

Kennst du diesen alten Spruch? Angeblich soll er von Martin Luther stammen.

Es ist ein Vermächtnis, das dahinter steckt, etwas, damit der „Mensch“ nicht vergessen wird, sondern sein Erbe bestehen bleibt.

In früheren Tagen wollten Menschen mit Sicherheit auch oft nicht warten, sondern etwas „sofort“ haben. Einst wie heute ist der Wunsch vom sofort-erfüllten-Traum ohne etwas dafür tun zu müssen, in uns verankert. Es ist sehr schwer, Geduld zu erlernen, wenn wir dies nicht von Kindheit auf gelernt haben.

Kennst du Ray Kroc? Wenn du ihn nicht kennst, das macht gar nichts, was er vertrieb jedoch, das kennst du mit Sicherheit. Selbst, wenn du nie eines seiner Produkte verzehrt hast – doch ich wage zu behaupten „McDonalds“ kennst du mit Sicherheit. (Als kleiner Filmtipp dazu: „The Founder“! Der Film ist wirklich eine gute Biographie von Ray Kroc.

Was haben diese beiden Punkte gemeinsam? So unterschiedlich sie sein mögen, so benötigt es in beiden Fällen Zeit. Etwas aufzubauen, niemals vergessen zu werden oder für spätere Generationen noch „da“ zu sein, alles benötigt Zeit.

Recht interessant ist hierzu das Betrachten der verschiedensten Jenseits-Vorstellungen, wobei sich die meisten gar nicht so sehr voneinander unterscheiden. In so gut wie allen Fällen dreht es sich darum, ein möglichst gutes Leben zu führen und die Welt besser zu hinterlassen, als man/frau sie vorgefunden hat. Entweder wartet dann ein Paradies (welcher Art auch immer) oder es geht um einen besseren Start in das nächste Leben.

In allen Fällen kann die lebende Seele eigentlich nur eines tun, möglichst viele gute Dinge tun und sich damit für später etwas aufbauen. Auch hier hast du wieder die Sache mit der Geduld.

Wenn wir schreiben, dann fehlt oft das Fundament.

Wir sehen irgendwo schon in weiter Ferne die Bücher, die in Massen über die Ladentheke gehen oder wir verschenken sie, weil wir jemandem eine Freude machen wollen oder nutzen sie vielleicht auch für Kurse, die wir geben und halten wollen. Schreiberlinge sehen sehr häufig das fertige Ergebnis, aber der Weg bis dahin, davor herrscht mitunter große Scheu.

Wie wir aus Geschichten wie um Ray Kroc erfahren können, dauert alles seine Zeit, es geht selten von heute auf Morgen und wenn, dann fällt häufig das erbaute Kartenhaus auseinander, weil das Fundament nicht stabil genug ist.

Ein Freund sagte mir einst:
Es ist alles subjektiv. Für den einen vergeht die Zeit, wie wir sie kennen, sieh stattdessen zu großen Bergen hin und höre ihnen zu. Sie wandern in ihrem eigenen Tempo, das der Mensch gar nicht mitbekommt, aber sie wandern, einer schneller als der andere, und in seinen Augen war dabei ein Zwinkern, wie ich es so gerne mag.

So ist es auch, wenn wir Schreiberlinge vor einem Buch sitzen. Natürlich ist es unterschiedlich, wie wir die Dinge angehen. Wo der eine bereits die fertige Geschichte im Kopf hat und nur mehr runtertippt, so baut der andere Stein für Stein auf, bis seine Geschichte fertig ist. Doch in allen Fällen braucht es Zeit, die Worte zu formulieren, zu finden und auch niederzuschreiben oder zu tippen. Nehmen wir uns die Zeit, um von Anfang an aufzubauen, so ist es auch eine Art Wachstum für uns selber.

Sieh dir eine Blumenwiese an und überlege dir, wie lange es gedauert hat, bis diese Vielfalt an Blüten sich eingefunden hat. Wann kamen welche Pflanzen in deinem Umfeld an? Weißt du noch, wann das erste Mal Kartoffel in Europa wirklich gegessen wurden und warum sie anfangs aus Amerika mitgenommen wurden? (Der Grund waren übrigens ihre Blumen und anfangs war die Kartoffel einfach nur eine hübsche Zierpflanze) 🙂
Bis wir unsere heutige Vielfalt erreicht haben, dauerte es auch Jahrhunderte und ging nicht über Nacht mit einem Fingerschnippen.

Betrachte doch einmal die Autoren, die wir heute als „Superseller“ in den Regalen stehen haben. Sie alle fingen einmal irgendwo klein an. Selbst Goethe zahlte die ersten Exemplare seiner Werke aus eigener Tasche, um überhaupt veröffentlicht zu werden. Stephen King und viele andere schrieben am Beginn ihrer Karriere kurze Texte für Zeitschriften und erst mit der Zeit wurden sie so erfolgreich, wie sie heute sind. Gewiss finden wir den ein oder anderen Autor, wo einfach nur absoluter Glücksfall eintrat, doch diese sind wirklich sehr rar gesät, bei den meisten steckt viel Energie, Arbeit und auch Geduld dahinter – und sie lernten mit jedem Werk dazu.

Geduld zu haben ist eine Notwendigkeit, aber nur schwer zu erlernen, wenn wir sie nicht von Kindertagen an mitbekommen haben. Es ist schwer, sich selber einzugestehen, dass einem die Dinge viel zu langsam gehen. Ja, auch ich hätte nichts dagegen, wenn meine Werke mehr Lesern helfen könnten, aber das ist sicher auch nur eine Frage der Zeit, denn ich will unterhalten und unterstützen, du weißt für dich selbst, was du mit deinen Werken erreichen willst 🙂

Schreiben ist ein Handwerk und das lässt sich erlernen!

Stell dir vor, du lernst eine ganz neue Sprache. Wo fängst du an? Viele beginnen mit den Schimpfwörtern, weil sie am einfachsten zu erlernen sind (sagen manche).
Wenn wir zu schreiben beginnen, lernen wir doch im Üblichen erst einmal das Alphabet, dann kommen einfache Wörter und Sätze, und erst mit der Zeit kommt es zu längeren Texten und zu ganzen Werken. Aber damit ist es nicht getan. Als Schreiberling brauchst du mehr als „nur“ das Basiswerkzeug – Phantasie beispielsweise ist eine gute Sache.

Und dann hast du die geborenen Erzähler. Diese haben vielleicht nie schreiben und lesen gelernt, aber erzählen in einer Weise, dass du an ihren Lippen hängen bleibst. Sie erzählen „freier“, weil sie die Buchstaben nicht fesseln.

Wenn du beides kannst, dann hast du eine großartige Basis für deine Werke.

Sehe ich mir die Bücher an, die ich bisher geschrieben und veröffentlicht habe, so habe ich bei jedem Buch dazu gelernt. Rechtschreib- und Grammatikfehler konnten inzwischen auf ein Minimum runterreduziert werden (ich gebe mein Bestes) … eine faszinierende Eigenheit konnte ich auch feststellen:
Gib mir einen Text zu lesen und ich finde auf den ersten Blick Rechtschreibfehler, wo andere drüber lesen. Mein Mann kann das schon gar nicht mehr hören, wenn ich ihm das erzähle … unter anderem in einem großen Möbelhaus, wo an der Wand gepinselt die Aufforderung an die Kunden stehen sollte, sich Notizen zu machen ….
Und was steht dort?
„machen Sie sich Notzitzen“ (guck genau hin, erkennst du den Schreibfehler?)
Jeden Tag gehen dort Hunderte, wenn nicht Tausende Menschen vorbei – und wie viele erkennen es wirklich?

Aus den Anfängen entwickeln sich mit etwas Geduld weit mehr Aspekte, als wir glauben.
So wie Bäume nicht unbedingt geradlinig wachsen, sondern Triebe ausbilden, so entwickeln wir auch beim Schreiben verschiedene Fertigkeiten, die vielleicht gar nicht beabsichtigt waren und die wir schlussendlich doch haben. Ob dies nun Genauigkeit beim Lesen ist, oder die Fähigkeit mit anderen besser sprechen zu können, Farben super aufeinander abstimmen können oder in der Liebe ein absoluter Champion sind – das WAS spielt keine Rolle. Wir unterschätzen jedoch manchmal, WARUM Geduld wichtig ist.

Stell Menschen eine einzige Frage:
„Würdest du etwas annehmen, das sich dir sofort und ohne Anstrengung eröffnet und hingibt?“
Oh, es ist verführerisch, keine Frage und jeder wird überlegen, ein solches Angebot anzunehmen. Aber wäre es im Sinne der Entwicklung wirklich sinnvoll? Mir fällt jetzt erst beim Schreiben dieses Beitrags auf, wie weitschichtig Geduld Gaben mit sich bringt, die wir so gerne hätten, aber unterschätzen, sie zu bekommen.

Es ist jetzt auch kein Plädoyer, denn du entscheidest ganz alleine, ob du dich damit befassen willst oder nicht. Bedenke jedoch, Geduld ist nach wie vor eine Tugend und als solche nicht unwichtig.

Wenn du ein Haus erbaust oder einen Baum pflanzt – erwartest du doch auch nicht, dass morgen schon alles fertig ist (oder hast du einen Dschinn, der dir mit Fingerschnippen alles hinstellt?) Du weißt, dass manches Zeit benötigt. Wenn der Blick jedoch in andere Richtung fällt, so ist Ungeduld mitunter schon ein echtes Problem.

Es ist sehr schwer damit klarzukommen, zu warten und zu warten und vielleicht nie ans Ziel zu kommen. Darum ist es auch eine gute Idee, die Augen offenzuhalten und auch Alternativen anzunehmen, wenn diese auftauchen. Manchmal tauchen sie auf und winken mit einem roten Tuch und doch ignorieren wir sie, weil sie nicht unserem Wunsch entsprechen. Aber das ist auch ok, denn es ist menschlich.

Es ist unsere Achillesferse als Mensch, nicht warten zu können, obwohl es nötig wäre. Unzufrieden zu sein und einfach alles sofort haben zu wollen. Doch so, wie die Natur Zeit braucht um zu wachsen und zu gedeihen ist es auch für unser Leben nötig.

So ist nun die einzige Frage, die sich ergibt:
Wie ist ein gutes Fundament um schlussendlich das Ziel zu erreichen? Was denkst du?

Frühlingsbote und was war da noch?

Wo der Ursprung zu finden ist – steckt er nicht vor deiner Nase?

Seit ich aus der Stadt aufs ländliche Terrain übersiedelte, wird der Herzschlag ruhiger, der Blutdruck wird gesünder und überhaupt lässt es sich besser atmen 😉
Ich bin ein Landei und stolz drauf 🙂

Seit einigen Tagen fliegen sie wieder – die Maikäfer. Als Kind lernte ich dieses Lied, die Melodie hab ich noch immer im Kopf. Kennst du es?

Maikäfer, flieg!
Der Vater ist im Krieg.
Die Mutter ist im Pommerland.
Und Pommerland ist abgebrandt.

Kennst du das Lied? Weißt du um den Ursprung des Liedes?

Dieses Kinderlied mit der sanften Wiegenliedmelodie birgt in sich einen bitteren Wahrheitsgehalt, denn es bezieht sich auf die Zeit des 30jährigen Krieges. 1618 – 1648 überzogen die verschiedensten Konflikte vor allem den deutschsprachigen Raum, Gustav Adolf wirst du vielleicht ebenso vom Namen her kennen wie Wallenstein. Du wirst vielleicht im Schulunterricht ein paar Brocken aus jener Zeit erfahren haben, aber das wahre Dunkle darin erzählt dir im Regelfall kein Lehrer.

Beginnend mit dem „Prager Fenstersturz“ endete dieser Konflikt mit dem „Westfälischen Frieden“. Hier gab es noch dazu eine kleine Besonderheit in Form eines Söldners namens Peter Hagendorf der tatsächlich lesen und schreiben konnte und sogar ein Tagebuch führte. Somit sind viele seiner Aufzeichnungen die einzige Quelle über das tatsächliche Soldatenleben anno dazumal.

Jene Zeit war brutal und nahm üblicherweise keine Rücksicht auf den Einzelnen. Manche sagen, dass diese Ära so grauenhaft gewesen sein muss, dass sie sich so tief in die Seelen der Menschen grub, dass dies bis heute nachschwingt, wie eine „ewige Schuld“. Was da dran ist, lass ich einfach einmal im Raum stehen.

Das Ende jedoch, der „Westfälische Frieden“, brachte etwas Gutes mit sich, etwas, bis dahin nie Dagewesenes. Somit haben wir auch hier das Prinzip von „etwas Gutes im Schlechten“ oder „etwas Schlechtes im Guten“.

Es gibt das eine nicht ohne das andere oder gibt es Schatten ohne Licht?

Betrachtest du schattige Stellen, merkst du recht bald, dass Schatten nur existieren können und genauso ist es mit allem anderen auch. Etwas Schlechtes birgt auch etwas Gutes in sich, selbst, wenn es noch so unwahrscheinlich sein mag.

Wir haben heute eine andere Zeit, die für viele sehr schwierig ist, ABER, die auch Gutes in sich birgt. In den letzten Monaten konnten viele beispielsweise Homeoffice tatsächlich erhalten und viele wollen es beibehalten (Fortschritt kann ein Segen sein) – andere wiederum wollen zurück ins Büro. Andere haben erkannt, was sie an ihren Kindern und der Familie tatsächlich haben und wo ihnen etwas fehlt. Sehr viele haben darüber nachgedacht, ob sie tatsächlich weiterleben wollen wie bisher und sich für Änderungen entschieden. Manche sagten, wir werden bald im Wassermannzeitalter leben – nur müssen wir vorher durch eine dunkle Ära hindurchgehen. Dann waren da noch Hellseher wie Baba Wanga, die ein menschenleeres Europa prophezeite (Stichwort Ausgangssperre).

Einst wurden die Frühlingsboten Maikäfer zu Tausenden gesammelt, da sie als Schädlinge galten. Manch einer denkt auch heute noch so. Gehen wir ein Stückchen weiter, dann können diese Tiere sogar noch weit mehr sein, als einfach nur ein geflügeltes Wesen.

Manche sagen, sie seien „Krafttiere“, dem Krafttier ähnlich, das in der Mythologie der American Native, aber beispielsweise auch in russischen Gefilden, gern häufig genannt wird. Wenn du dich etwas mit Schamanismus auskennst, dann weißt du, dass dies nicht allein dem Thema um „Manitou“ alleine begründet ist, sondern sich auch beispielsweise in den hohen Norden erstreckt.

Viele wissen davon, dass Bären oder Adler Krafttiere sein können, aber man sagt auch anderen wie Kröten oder eben Maikäfern nach, dass sie solche sein könne. Und warum auch nicht?

Krafttiere, wenn sie dir begegnen, sollen dir helfen etwas in deinem Leben zu lösen, vielleicht Altes abzustoßen oder Neues anzunehmen. Somit sind wir bereits im nächsten Schritt gelandet. Viele versuchen, ihr Krafttier zu finden und scheitern, weil sie vielleicht noch nicht reif genug dafür sind oder schlichtweg es sich noch nicht offenbaren will. Das bedeutet, der/diejenige ist einfach noch nicht reif genug dafür. Wenn sich „dein“ Krafttier offenbart, dann wirst du es mit Sicherheit wissen.

Vielleicht hörst du den Namen des Krafttieres also beispielsweise Bär, Wolf, Elch, Rabe oder Schlange. Möglicherweise siehst du es ohne Worte oder du spürst den Atem des Wesens. Allgemeingültig scheint zu sein, dass es sich bei Krafttieren um ein Schutzwesen handelt, dessen Eigenschaften auf den Menschen übergeht. Ob dies nun ein Schamane ist oder nicht, spielt das wirklich eine Rolle?

Einst, als die Menschen großteils noch in Naturnähe lebten, vielleicht auch als Wanderer durch die Lande zogen, war eine andere Verbindung zu Tieren gegeben, als wir dies heute haben. Vielfach zogen sich Verbindungen zu den Tieren, die wir heute nicht mehr kennen, es gab keine Massentierhaltung, sondern ein Tier wurde meist geschlachtet oder gejagt, wenn es an der Zeit war. Vielfach lebten gerade bäuerliche Gesellschaften mit den Tieren in nebeneinanderliegenden Räumlichkeiten. (Die Wikinger waren hier übrigens keine Ausnahme 😉 )

Wie sehr Tieren gewisse Eigenschaften bis heute noch nachhängen, siehst du in Märchen.

Ein paar Beispiele gefällig?

*) Fuchs / Reinecke / schlau, listig, durchtrieben
*) Hase / Meister Lampe / ängstlich, vorsichtig, vorlaut
*) Storch / Meister Adebar / hochmütig, gelehrt
*) Wolf / Isegrim / lügt, gierig, rücksichtslos, böse

Es ist also nicht verwunderlich, dass Krafttieren ebenso gewisse Fähigkeiten nachgesagt werden. Warum sollten wir uns diesen Geschöpfen nicht anvertrauen? Sie sind nicht nur anmutig, sondern gleichermaßen auch wundervolle Lehrer, wenn sie sich einem anvertrauen. Ein Beispiel, dass dieses Thema sogar in der Sci-Fi-Ära angekommen ist, findest du in der Serie „Star Trek Voyager“ in der Figur des Chakotay, der selbst vom Hintergrund den Kontakt zu Krafttieren kennt.

Doch was können wir aus all diesen Informationen nun machen?

Wenn du keine Idee hast, worüber du schreiben möchtest, dann versuch es einmal so, wie ich hier mit dem Beitrag. Nimm irgend etwas, das dir gerade über den Weg läuft oder worauf dein Blick fällt und zieh die Eselsbrücken. Wie kämen wir sonst vom Maikäfer zum 30jährigen Krieg und landeten schlussendlich bei den Krafttieren? 😉

Sieh dich um, was siehst du als Erstes und welche Eselsbrücken findest du dabei und was würdest du daraus machen, um einer Figur zu helfen „geboren“ zu werden?

Gastbeitrag: Zwischen Musenzwist und Musenkuss

Heute übergebe ich den Platz für einen Gastbeitrag einer lieben Bloggerfreundin. Sie neigt dazu, beim Schreiben mit „Augenzwinkern“ zu formulieren und die Worte zu setzen.

Ihren Blog findest du hier: https://heathermkaufman.com/
Besuch sie doch mal 🙂

und nun, viel Freude beim Lesen ihres Beitrags – liebe Heather, damit bist du gemeint 😉

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Zwischen Musenzwist und Musenkuss

Irgendwann gibt es für alles ein erstes Mal. Das gilt auch für Schreiberlinge und beginnt zaghaft mit dem Dasein eines ‚Leserlings‘. Das erste vorgelesene Buch, das erste selbstgelesene Buch, die ersten selbstgeschriebenen Buchstaben – von mir noch mit dem Griffel auf eine Schiefertafel gekratzt -, die ersten kindlichen Schreibversuche mit tintenblauen Fingern, und etliche eindrucksreiche Jahre später, erste tagebuchähnliche Memobücher, erste kleine Geschichten, das erste Selfpub-Kinderbuch, ein erster Blog … Die Kette bleibt genauso offen, wie die dazugehörige Lebenslinie.

Die Auslassungspünktchen könnten für weitere Bücher (vielleicht ein erstes Verlagsbuch) stehen. Gerade jetzt stehen sie für ein anderes erstes Mal, denn die liebe Rhiannon, Content Creator dieses inspirierenden Blogs, fragte mich, ob ich Lust hätte, einen Gastbeitrag zu schreiben. Wer einen Blick auf unsere höchst unterschiedlichen Reichweiten wirft, wird meine Unsicherheit nachfühlen können, aber welcher Schreiberling kann schon der Versuchung nach ihrer/seiner Lieblingsbeschäftigung widerstehen? Thematisch soll es um das Schreiben gehen. Oder um Kreativität. Am besten um beides.

Nur die Kreativität verwandelt die Auslassungspünktchen in Fakten. Je nach Neigung, Begabung oder Talent entsteht durch sie etwas Neues, Unbekanntes, wenn auch vielleicht nur im Auge des Schöpfers selbst. Und während ich noch meine Hände schwebend über der Tastatur hielt, um diesen Beitrag zu schreiben, wurde ich Gedankenzeugin eines seltsamen Dialogs:

K: »Na, sieh mal einer an, so trifft man sich endlich wieder!«
F: »Hallo? Warum gleich so zickig?«
K: »Hast dich ja hübsch rar gemacht in den vergangenen Wochen!«
F: »Wieso? Hast du mich etwa vermisst?«
K: »Vermisst ist untertrieben! Du weißt selber, wie sehr ich dich brauche! Ich habe regelrecht am Rad gedreht, als du sang- und klanglos abgetaucht warst.«
F: »Du meine Güte! Da gönne ich mir einmal ´ne kurze Auszeit, die bitter nötig war, weil du mich regelrecht ausgesaugt hast. Warum belämmerst du nicht zur Abwechslung die anderen mit deinem Problem?«
K: »Ach, hör doch auf! Ich habe Fleiß um Hilfe gebeten, die alten Ideen angerufen, bin sogar zum Gedächtnis nach Hause gefahren, alle hatten nur faule Ausreden, warum sie mir gerade jetzt nicht helfen können. Die Inspiration ist seit Wochen verreist und sitzt wahrscheinlich irgendwo coronabedingt und unerreichbar fest. In meiner Verzweiflung habe ich dann das Gelaber der Logik über mich ergehen lassen.«
F: »Und?«
K: »Nichts ‚und‘. Nicht innovativ genug, nicht originell, todlangweilig.«
F: »Mensch, jetzt lass dich nicht so hängen. Du bist undankbar, denn wir alle reißen uns nonstop für dich die Gene auf. Also hör auf zu jammern! Was hast du bis jetzt?
K: »Okay, ich kenne das Problem und die Ausgangssituation. Danach habe ich, wie immer, das Ziel definiert. Gleich im Anschluss, dem Gesülze der Logik und ein paar hilfreichen Tipps vom Gedächtnis sei Dank, habe ich alle Fakten zusammengetragen, aber danach habe ich mich hoffnungslos verfranzt. Seitdem fühle ich mich total uninspiriert. Ohne dich komme ich nicht weiter.«
F: »So, so. Nun geht´s also um die Wurst oder um´s Eingemachte – apropos, irgendwie habe ich jetzt Hunger. Geht´s dir auch so? Könntest du uns fix ein paar Häppchen machen?«
K: »O, bitte fang nicht wieder an zu prokrastinieren! Ich werde noch wahnsinnig!«
F: »Ha, ha, Genie und Wahnsinn – ein anderes dysfunktionales Duo in unserem Schaffenskreis. Komm, sei nicht sauer – ich verstehe doch deine Sorgen. Du brauchst jetzt meine Imagination, meine Fähigkeit Gedanken zu malen, damit du sie mit deinem Gedächnisinhalt neu verknüpfen kannst. Ich liebe deine Phase des Brainstormings über alle Maßen, in der alles möglich ist, alle Grenzen aufgehoben sind und ich richtig aus dem Vollen schöpfen kann!«
K: »Hör auf zu schwärmen und leg´ endlich los, damit ich deine Ideen mitschreiben kann.«
F: »Langsam, gute Freundin, nicht so hektisch! Was habe ich eigentlich davon?«
K: »Wie meinst du das, und seit wann ist dir das denn wichtig? Nach unserer gemeinsamen kreativen Phase, filze ich alles genau durch, kläre, trenne Nützliches und Brauchbares von Blödsinn, schaffe neue Verbindungen, erfinde, entdecke und setze all das zum Endergebnis um, dem großen Paukenschlag. Das Ergebnis sollte sich dann sehen lassen können! Wenn du möchtest, kann ich dich kurz erwähnen. Oder was hast du dir sonst vorgestellt?«
F: »So, wie ich es fragte. W-A-S H-A-B-E I-C-H D-A-V-O-N? Oder glaubst du kleine ‚Schlüsselkompetenz‘, ich schenke dir immer weiter meine Ideen, damit du den Lohn ernten kannst?«
K: »Meine liebe Fantasie! Eines will ich mal klarstellen. Du bist ein Teil von mir, zwar mit gewissen Freiheiten, aber mehr auch nicht. Denn ohne mich, könntest du dich überhaupt nicht mitteilen. Kaum jemand erführe, dass du überhaupt existierst, würde ich nicht mit meiner Gabe, dich mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen, den sichtbaren Beweis liefern. Wie oft hast du mir schon Flöhe ins Ohr gesetzt, die nicht umsetzbar waren und alle schrien auf, ich sei nicht mehr kreativ. Dein Gewinn sind meine Ergebnisse, die von dir zeugen und wiederum die Basis für neuen Ideen sein können. Ohne mich bist du unsichtbar!«
F: »Nun, wenn das so ist, liebste Kreativität, kann ich meine Auszeit ja getrost noch ein wenig ausdehnen und mache mich mal ohne dein Zutun unsichtbar. Meines Wissens bist auch du nur ein Teil von etwas Größerem und womöglich verzichtbar, wenn du deinen Job nicht mehr beherrschst. Vielleicht gelingt dir dein Projekt sogar ohne meine Hilfe, aber ich versichere dir, das wird verdammt schwer! Weißt du was? Du kannst mich mal küssen wo ich schmutzig bin!«

Dieser Zwist führte mir erneut die unterschiedlichen Eigenschaften von Fantasie und Kreativität vor Augen. Zwei von vielen Begriffen, die fälschlicherweise, auch von mir, häufig synonym verwendet werden. Fantasie erschafft die Ideen, die die Kreativität umsetzt. Es gibt Ideen, die sich nicht verwirklichen lassen – dann bin ich nicht kreativ. Fantasie hat jeder und man kann sie erweitern, aber leider auch verkümmern lassen. Fantasie ist die Frage, Kreativität die Antwort. Fantasie hat kaum Grenzen, Kreativität hingegen schon. Zur Kreativität gehören aber neben Fantasie noch Begeisterung, Eifer, Fleiß, Disziplin, handwerkliche Fertigkeiten, Talent und die Gabe, das Vorgestellte mit der Realität in Einklang zu bringen, um etwas zu Erschaffen, zu ‚Schöpfen‘.

Die Fantasie eines kleinen Kindes fragt, ob Popel wohl zum Mond fliegen können, die Kreativität lässt es aus Toilettenpapierrollen, Watte, Papier, Zwirn, Klebstoff und allerlei Krimskrams experimentieren, bis eine nützliche Trägerrakete entsteht. Diese schöpferische Kraft, den Erfindungsreichtum, die Fähigkeit, alte Denkweisen aufzuweichen, um neue Verbindungen zu schaffen, gilt es früh zu fördern. In jedem Alter (im Erwachsenenalter aber bitte ohne Popel). Die erwachsene menschliche Fantasie greift nach den Sternen und ermöglichte der Kreativität den Spaziergang auf dem Mond und eines fernen Tages die Schaffung eines Vergnügungsparks auf dem Mars. Sie ist zudem die Voraussetzung für Empathie, ohne die wir kaum befähigt wären, beispielsweise einen einfühlsamen Roman zu schreiben.

Wenn wir Schreiberlinge uns mal wieder in einer Schaffenskrise befinden oder uns an einer Blockade die Zähne ausbeißen, weil sich die Fantasie eine Pause gönnt, hilft es manchmal, wenn wir das restliche ‚Team‘ zusammentrommeln und andere Projekte beispielsweise nur mit Handwerk und Fleiß produzieren, denn das ärgert die Fantasie ziemlich, und sie lässt sich mit Eifersucht gut provozieren. Oder wir stärken uns in der Zwischenzeit mit neuem Wissen, Spionage bei der Konkurrenz oder dem Üben vorhandener Fähigkeiten.

Vielleicht spornt uns auch jemand zu kreativer Leistung an? (Meine ist übrigens nicht menschlich, aber dennoch natürlich.) Seit ihr schon einmal von einer Muse geküsst worden? Verratet, wer es war oder ist es und wie sich dieser Kuss auf eure Arbeit auswirkt.

Umarmst du den Drachen?

Umarme den Drachen – sagte der Meister und lächelte …

Welches Bild hast du dabei vor dir? Vor sehr vielen Jahren sah ich „die 36 Kammern der Shaolin“, viele Shaw-Brothers-Filme später sah ich ihn wieder und selbst jetzt ist der Film manchmal auf meiner Filmliste und will angesehen werden.

Wir denken so oft, dass Schreiben einem als Talent in die Wiege gelegt wurde. Bei vielen ist das auch richtig, die spüren von Beginn an gut, wie sie Worte setzen müssen, damit der Text gern gelesen wird. Es gibt so viele, die lebendig erzählen können und doch nichts schreiben. Die breite Masse jedoch braucht Zeit, um genau das zu erlernen, was andere als „selbstverständlich“ betrachten.

Ich war als Kind eine Leseratte, was dazu führte, dass ich ständig Bücher dabei hatte. Wer viel liest, nimmt auch vieles mit im Lauf der Jahre. Worte bleiben hängen, eine Vorliebe für bestimmte Arten zu schreiben ebenso. Es ist somit eine gute Vorbereitung für den späteren Werdegang als tatsächlicher Schreiberling. Wenn du dich selbst betrachtest, wirst du sicher gut spüren, wohin du selbst tendierst und ob dir schreiben leicht oder schwer fällt.

Im oben angesprochenen Film musste der Schüler verschiedene Sachen erlernen. Erst, wenn eine der „Kammern“ beherrscht wurde, durfte der Schüler weiterziehen. Beispielsweise musste er lernen, über Wasser zu „fliegen“ oder einen langen Stock mit einem schweren Gewicht am anderen Ende zu beherrschen. In Filmen wie diesem geht es vor allem darum, den eigenen Geist zu beherrschen, vorwärtszukommen durch Entwicklung. Die physische Ebene ist einfach „Mittel zum Zweck“ – beherrschst du den Körper, dann beherrschst du auch den Geist.

Umarmst du den Drachen, so beherrschst du ihn und übernimmst auch seine Fähigkeiten, da er zu einem Teil von dir wird. Der Hauptcharakter tat im Grunde genau das und obsiegte. Er wurde stärker und vermochte Dinge zu lösen, die er vorher nicht konnte. Doch die wenigsten schaffen es von alleine. Fast immer ist irgendwo ein „Meister“ oder „Lehrer“ dabei. Wenn das fehlt, so können Lernwillige auch von anderen „profitieren“, indem sie Bücher erwerben oder schlussendlich andere nachahmen und imitieren.

Doch wie überall hat auch das einen Haken. Vielleicht kennst du das Buch „das Zen der ersten Million“. Der Autor selber lebte lange Zeit in einem Zen-Kloster, bis ihm sein Meister einen Auftrag erteilte und wegschickte. Schlussendlich erfuhr er, warum: Er sollte erst das Fundament erschaffen, bevor er sich dem Geistigen widmen solle.

Nehmen wir ein Beispiel:
Wenn du ein Stück Land hast, dessen Boden beispielsweise nahe an einem Flussufer liegt oder das ohnehin nur wenig Belastung zu lässt, wie würdest du das Haus erbauen? Ein erfahrener Baumeister nutzt sein Wissen, um erst den Boden zu stabilisieren, vielleicht Stelzen wegen drohender Überflutungen oder ähnliches. Kurz und gut, er/sie würde ein starkes Fundament erschaffen, bevor es an die nächste Ebene geht.

Im eigenen Leben ist es nicht immer so, da wollen wir weit hinaus, gleich die Quantenphysik lernen, ohne das kleine 1×1 zu können. Es fehlt häufig die Basis hinter allem, wodurch Träume mitunter auch leicht kaputt gehen.

Beim Schreiben ist es oftmals sehr ähnlich. (Bedenke aber, jeder Schreiberling ist etwas anders – darum haben wir zum Glück so eine Fülle an Literatur und somit für jeden Geschmack etwas.)

Wir wissen vielleicht nicht immer, was wir mit etwas Erlerntem anfangen sollen, aber wie beispielsweise Mathematiklehrer es Schülern manchmal nicht erklären können, warum sie Mathe lernen sollen, so kommen sie vielleicht mal drauf, oha – beim Billardspielen kann ich es ja auch brauchen 😉

Ein Buch zu schreiben bedeutet weit mehr Arbeit als „nur“ Blogbeiträge zu verfassen. Es bedeutet, den Text fertigzubekommen, Korrekturlesen und gerade für Selfpublisher noch vieles mehr wie Cover aussuchen oder den Verlag auswählen und dann vielleicht noch Werbung zu machen. Doch das ganze Drumherum hilft nichts, wenn kein Text da ist.

Stellen wir uns das Veröffentlichen vor, wie die Kammer der Shaolin aus dem Film.

Der erste Stepp war „über das Wasser fliegen“ – warum lassen wir nicht die Gedanken fliegen und einfach zu? Die Suche nach der Kreativität verliert sich häufig im Alltagsstress, bis sich ein kleiner Funke meldet. Vielleicht ist es ein Traum, an den du dich erinnerst oder eine Zufallsbegegnung. Wenn du schon mal ein Deja-Vu hattest, auch das kann der „Weckruf“ sein und noch vieles mehr.

Bald schon lernte der Charakter im Film, wie er den Weg zu gehen hatte, veränderte sich dabei, denn auch, wenn die Übungen körperliche waren, so dienten sie auch dazu den Geist zu harmonisieren, stabilisieren und zu entwickeln. Aus anfänglichem Hass und Wut wurde Besonnenheit und Klarheit. Genau das können wir ja auch unseren Figuren auf ihrem Weg zum Werden mitgeben 😉

Blick in deinem Leben zurück, welche Person hat dich besonders gut geleitet?
Bei mir war/ist es ein Mann, der mich über sehr viele Jahre hinweg immer wieder auffing, aber er war/ist nicht der Einzige 😉
Du wirst auch einige haben, die du für dich als „inneren Lehrer“ siehst.

da war noch die Sache mit den Jedi …

Einen anderen – aber ähnlichen Ansatzpunkt – nutzten die Jedi aus Star Wars. Siehst du den ersten, alten Film bewusst an, so erkennst du, dass es eine ähnliche Grundstruktur wie viele Märchen und Sagen aufweist. Es ist halt ein wunderschönen schwarz/weiß Schema. Siehst du aber genauer hin, so sind auch diese Figuren nicht immer so leicht zu „lesen“, wie es scheint.

Du hast in diesem modernen Märchen auch die Geschichte vom Lehrer und seinem Schüler, der ihn über viele Jahre hinweg begleitet und mit Tipps weiterhilft, bis der Schüler auf seinem Weg weit genug ist, um selbst zu Meister zu werden und das Wissen und die Kenntnisse weiterzugeben.

Doch EINES kann kein noch so guter Lehrer seinem Schüler abnehmen – sich den eigenen Dämonen zu stellen und den eigenen Drachen zu umarmen. Der Lehrer kann (ge)leiten und Beistand stellen. Er kann unterstützen und darauf achten, dass sich der Schüler kein Bein bricht, aber er kann ihm den Weg nicht abnehmen. Ein guter Lehrer gibt dem Schüler all das nötige Werkzeugen mit, das dieser braucht, um seinen Weg zu gehen, aber er diktiert nicht.
Ebenso wird ein guter Lehrer zu Beginn, den Schüler wie einen Welpen behandeln – ihn spielen lassen in einem geschützten Umfeld aber keinen echten Gefahren aussetzen. Er wird ihn immer wieder testen und prüfen um herauszufinden, ob der Schüler für den nächsten Schritt bereit ist oder ob er noch Zeit braucht. Gleichermaßen ist ein guter Lehrer ein Zuhörer, der mit Rat zur Seite steht und den Schüler nicht gängeln.

Kurz und gut, ein guter Lehrer ist daran interessiert, dem Schüler das nötige Werkzeug mitzugeben und ihm zu helfen, aber nicht zu bevormunden. Er kann seinen Schüler bis zu einem gewissen Punkt bringen, aber darüber hinaus muss sein Schüler (oder bei den Jedi eben Padawan) den Weg selber gehen.

Für den Schüler ist das sicher nicht immer einfach. Viele sehen zwar ein großes Ziel, aber der Weg dahin erscheint ihnen allzu lange – und dann geben sie auf. Ein guter Schüler hingegen nimmt die Hürden auf sich, sucht sich nicht den bequemen Weg mit Schummeln (und ja, ich kenne auch die Geschichte des Kobayashi-Maru-Tests von Kirk 😉 ). Nein, ein guter Schüler arbeitet an sich selber, um weiterzukommen, denn er will ja auf etwas hin.

Betrügt der Schüler, so enttäuscht er nicht nur seinen Meister (meiner Meinung nach ist es ein No-Go!, denn ist der Lehrer gut, dann wird er das ohnehin mitbekommen), er betrügt sich schlussendlich auch selbst.

Umarme den Drachen!

Hat sich der Schüler durchgemogelt, fehlen häufig gewisse Grundparameter und der Drache verschlingt den Schüler. Das kann in Wahnsinn enden oder schlichtweg darin, dass er aufgibt. Ist der Schüler soweit, dann kann er den Drachen umarmen und dessen Stärke in sich aufnehmen.

Siehst du den Unterschied? 😉

Was würdest du daraus basteln?

Meinst du, die Augen sind der Spiegel zur Seele?

Fürchtest du dich vor Clowns?

Überleg dir einmal, wann du das letzte Mal einen Clown gesehen hast. Ich spreche dabei nicht von den „traurigen Clowns“, einem Pierrot, sondern von einem, der das Publikum zum Lachen bringen soll.

Sie sollen amüsieren und erheitern, sollen ablenken und Freude bereiten und doch haben sehr viele Menschen Angst vor ihnen. Doch warum? Kennst du den Grund?

Nehmen wir als Beispiel „Pennywise“. Für sehr viele war/ist er der Grund, warum sie Furcht beim Anblick eines solchen Spaßmachers empfinden. Hast du dir je „Es“ angesehen? Ich sah den Film vor vielen Jahren und mir ging es danach wie vielen – Clowns verpassten mir eine Mega-Gänsehaut und das legte sich erst nach etlichen Jahren. Damals gruselte es mich gründlich vor ihnen.

Doch abgesehen von literarischen/filmischen Aspekten stellt sich die Frage, warum haben Menschen oft wirklich Angst vor Clowns? Sieh dir die Gesichter an, die sie sich aufmalen, betrachte die Bewegungen und die Gags, die sie nutzen. All das zielt dazu ab, das Publikum im besten Sinne zu unterhalten.

Sieh dir die Augen des Clowns an – lächeln sie auch?

Unterbewusst nehmen wir diese Unterschiede sehr wohl wahr. Vielleicht sehen wir es nicht bewusst, aber das Unterbewusstsein sehr wohl. Gehen wir von den Clowns weg und betrachten wir einen x-beliebigen Menschen von der Straße oder in deinem Umfeld und du siehst diese Person lächeln, betrachte einmal die Augen. Tun sie dies auch?

Heute tragen wir Masken, weil uns dies vorgeschrieben wird. Die Mimik, über die wir lange Zeit glaubten, jemanden „lesen“ zu können, spielt keine Rolle mehr. (Wie auch, wenn wir sie unter der Maske nicht sehen können?) Also konzentrieren wir uns auf etwas anders – nämlich die Augen.

In letzter Zeit las ich vereinzelt Blogbeiträge, die von einer Art „evolutionärer Entwicklung“ sprechen. Dabei meinen diese Blogger, der Eindruck entstünde daher, da immer mehr Menschen lernten, über die Augen zu „kommunizieren“, da der Rest des Gesichts unter der Maske verborgen bleibt.

Über viele Jahre hinweg blieb mir schleierhaft, wie Frauen, wenn sie den Schleier tragen, mit ihrem Gesicht kommunizieren können, wo doch häufig nur die Augen zu sehen sind. Ein großes Rätsel und Mysterium, vielleicht haben diese Frauen es nur einfach gelernt mit ihren Augen auszudrücken, was sie tatsächlich sagen wollen.

Evolution bringt immer wieder die erstaunlichsten Dinge zum Vorschein. Wir entdecken Aspekte, die wir sonst nicht sehen würden, das Leben bahnt sich neue Wege und vieles mehr.

Augen sind weit mehr als „nur“ die Sehorgane, die der Körper uns bietet. In ihnen lässt sich so vieles lesen und so vieles mit ihnen ausdrücken. Oder siehst du es anders?

Wenn wir vom Gesicht nur die Augen wirklich wahrnehmen, so ist dies ein gravierender Unterschied, als würden wir auch den Rest dazu sehen. Derzeit konzentrieren wir uns rein auf die Sehorgane in Kombination mit Körpersprache und lernen dadurch, andere auf völlig neue Weise zu „lesen“.

Nehmen wir ein anderes Beispiel. Sieh dir die Tuareg an. Meines Wissens nach ist es das einzige Volk, in dem Männer den Schleier tragen, Frauen jedoch nicht. In vielen (historischen) Malereien und in verschiedensten Filmen tragen Frauen in Wüstengegenden häufig dünne Seidentücher vor dem Gesicht, aber das Gesicht selbst ist nach wie vor sichtbar. Es gab immer wieder Zeiten, in denen Menschen aus unterschiedlichen Gründen ihr Gesicht verhüllten. Vielfach hat es mit Religion zu tun, heute mit der Gesundheit und über lange Jahre hinweg waren auch schon mal Schimasken (wegen der Kälte) oder Mopedhelme gegen den Fahrtwind sinnvoll.

Immer wieder blieb die Frage, wie soll man/frau mit dem Gegenüber „kommunizieren“, allein anhand der Augen? Dies kann auch Angst machen, weil das Gegenüber nicht offen „lesbar“ ist, wir die Reaktion des Gegenübers einfach nicht einschätzen können. Was also tun? Es kann dadurch zu verschiedensten Missverständnissen kommen, die können wir vor allem lösen durchs Reden oder indem die „Evolution“ sich entwickelt und somit neue Möglichkeiten zur Kommunikation schafft 😉

Seit wir die Masken tragen, scheint es, als wären viele Menschen aggressiver geworden, zurückhaltender und vieles mehr, das ins eher Negative geht. Wie viel davon ist dabei nur die Angst, den anderen nicht mehr „lesen“ zu können?

Spielt das wirklich eine Rolle?

Eigentlich schon. Kommunikation ist nämlich weit mehr, als „nur“ das gesprochene Wort. Wir kommunizieren auf verschiedensten Ebenen, von Worten über Gestik bis hin zur Mimik.

Doch was hat das alles mit dem Blog hier zu tun?

Ganz einfach. Augen sind – wie schon geschrieben – der Spiegel zur Seele. Sie sind Eintrittstor und erzählen Geschichten, wenn wir dies zulassen, und sie hören (lesen) wollen.

2002 drehten die Pang-Brüder Oxide und Danny den Horrorfilm „the Eye“. Natürlich wurde auch dieser Streifen in den USA neuverfilmt. (Ich empfehle, hier das Original anzusehen, nicht das Remake!) Die Frage stellt sich, was passiert, wenn jemand die Augen eines Verstorbenen implantiert bekommt? Die Antwort darauf kann erschreckend sein. Wenn du den Film noch nicht kennst 😉 ansehen – (lohnt sich vor allem, wenn du Asia-Horror magst).

Die Augen sind wie ein Schlüssel, „es fällt mir wie Schleier von den Augen“ – so heißt doch auch ein Sprichwort. Wir verbinden uns die Augen, um die anderen Sinne stärker zu erfahren und vieles mehr.

Eine meiner Lieblingsgeschichte, die ich immer wieder lesen kann ist „im Bann der Göttin“ – von Tamorra Pierce. Darin geht es um die junge Alanna, die sich zum Ritter ausbilden lässt und sich dafür als Junge ausgibt. In einer Sequenz findet sie Puppen, die in einem Sack stecken, holt sie heraus und plötzlich erkennen viele die Wahrheit.

So kannst du es auch handhaben. Nimm eine Figur, die bildlich gesprochen, mit Blindheit geschlagen ist. Dabei kann dies mit einer Situation zusammenhängen oder auch mit tatsächlicher Blindheit. Figuren wachsen und lernen – genau wie wir – wenn wir leben. Sie reifen, wenn sie Erfahrungen machen und gelangen schlussendlich an einen für sie essentiellen Punkt in ihrer Existenz.

Wie schlage ich die Figur mit Blindheit?

Wähle hier zwei Punkte für deine Figur.
Punkt 1 – wo ist das Ziel der Figur? Wohin geht es, bzw. was soll er/sie/es erreichen?
Natürlich kannst du der Figur klar und deutlich zeigen, wohin es geht und ihm/ihr/es Steine in den Weg legen – ODER du verhüllst, wohin es wirklich geht und enthüllst immer nur ein Stückchen nach dem anderen, bis du ihm/ihr/es das eigentliche Ziel zeigst.
Punkt 2 – wo startet die Figur?

Nehmen wir ein Beispiel:
Der Charakter wird der erste sein, der mit Außerirdischen kommunizieren lernt. Heute ist er/sie/es ein Kind von sagen wir mal 3 Jahren. Du kannst dieser Figur von Anfang an gewisse Interessen mitgeben oder ihn/sie/es einfach durchs Leben treiben lassen. Hat er/sie/es ein klares Ziel vor Augen, so kann diese Figur zielstrebig drauf hinarbeiten – ABER ist wirklich sicher, dass er/sie/es stark genug dafür ist? Oder du nutzt den Schleier und hebst immer mal wieder ein Stückchen. Lass die Figur erst Sachen lernen, bevor du den Schleier etwas mehr hebst. So verhinderst du, dass die Figur von Haus aus wahnsinnig werden könnte, wie in den Szenen, wenn er/sie/es Cthulhu trifft 😉

Der Grundgedanke besagt nun:
Überlege dir gut, ob du deine Figur mit Blindheit schlagen lässt und sie Stück für Stück an ihr Ziel geleitest oder führst … ODER ob du sie von Haus aus klar und deutlich ans Ziel bringst. Beide Möglichkeiten haben ihre Vorteile 🙂

Die Augen sind der Spiegel zur Seele – und wenn du der Figur eine Möglichkeit gibst, etwas in den eigenen Pupillen zu entdecken, so könnte er/sie/es auch vorzeitig den Schleier lösen 😉 – selbst im Wahnsinn liegt eine Form von Genie.

Welche Version würdest du für dich selber vorziehen und warum?

Kreativität kennt viele Gesichter – welche sind dir besonders vertraut?

Unterschätzen wir die kreativen Ergüsse, die wir haben?

In vielen dystrophischen Geschichten wird die Kreativität als „Monster“ gesehen, etwas, das ausgemerzt gehört. Heute, kommt einem manchmal vor, sind wir wieder an einem ähnlichen Punkt angelangt, wie in so vielen Zeiten früher.

Weißt du, wann es Bücherverbrennungen gab?

Bücherverbrennungen waren meist ein Zeichen einer dunklen Ära. Häufig galt es, unliebsame Gedankengänge zu unterbinden, Freiheit und Kreativität zu unterdrücken. Heute denken wir zwar vielfach, frei zu sein, aber betrachten wir es genauer, sind mitunter Zweifel an dieser Sachlage vorhanden.

Durch verschiedenste Umstände fehlt uns häufig die Zeit, Energie oder anderes, um die Kreativität zu entdecken. Blogs, die die Kreativität fordern (egal ob nun mit Handarbeit, Do-it-yourself oder anderen Themen) sind wirklich wichtig geworden. Sie zeigen auf, dass in unser aller Herzen noch Kreativität schlummert, die geweckt werden will.

Zugegeben, es ist manchmal echt schwer, wenn eine Phase da ist, diese kreativen Ergüsse zu locken – ABER die sind ok und manchmal ist es gut, sie zu fühlen. So wissen wir zu schätzen, was wir eigentlich haben, wenn uns die Muse küsst.

Sehe ich mir die Anfänge meines Blogs an, so merke ich langsam, dass eigentlich alles in die Richtung führte, wo ich jetzt bin. Rückmeldungen, in den Kommentaren und per E-Mail zeigen die Wichtigkeit auf, Unterstützung zu geben, Mut zu machen und auch mal ein paar Tipps zu geben, um die Kreativität wieder in Fluss zu setzen.

Hätte die Kreativität eine Gestalt, so wäre sie vermutlich sehr individuell. Für mich hat sie etwas von meiner Muse, einem Fluss, der dahinfließt und noch einiges mehr. Für dich ist sie vielleicht ein Regenbogen mit dem Gold eines Kobolds auf dem anderen Ende, ein Buch mit 1000 Siegeln oder vielleicht gar dein eigenes Kind, das dich beständig inspiriert.

Heute möchte ich dir von meinem neuen Projekt erzählen.

Neben all den anderen Projekten arbeite ich an der Skaldenschule, es gibt verschiedene Bände darin, mit Inspirationen für jeden Tag. Dies kann sowohl eine Tätigkeit als auch eine Zeichnung zu einem bestimmten Wort sein. Kreativität hat viele Gesichter, nicht nicht nur eines 😉
Sieh in den Spiegel – vielleicht siehst du sogar deines darin 🙂

Der aktuelle Band ist ein wenig anders gedacht.
Hier kommen Interviews mit verschiedenen Self-Publisher-Autoren dazu, die davon erzählen, wie sie ihr Werk geschaffen haben und wo sie jetzt gerade stehen.
Du kannst jeden von ihnen besuchen:

*) https://schreibrausch.com/
–> vom und über das kreative Schreiben

*) https://fraukasselwillwunder.com/
–> vom Mut niemals aufzugeben

*) https://martinawrites.com/
–> Schreiberling mit Ambitionen und Lust auf mehr

*) https://gefuehlsgedankenfragmente.de/
–> von Gedichten und Geschichten über Beziehungen und Zuhause

*) https://michaelsenautor.wordpress.com/
–> vom Werden und Schreiben eines ambitionierten Schreiberlings

(Lust dich anzuschließen? Schreib mich an 😉 )

Es geht hierbei darum, verschiedene Erfahrungswerte zu zeigen, wenn du ein Buch schreiben und schlussendlich veröffentlichen möchtest. Du wirst darin Tipps finden, wie du deine Kreativität auch mal ein wenig anstupsen kannst 😉

Dazu eine Frage an dich:

Was erwartest du dir von einem Buch dieser Art? Ich habe zwar einen Fahrplan, aber du kennst mich inzwischen vielleicht gut genug, dass du weißt, dass ich auch Feedback von dir schätze.
Gerade das erste Buch, das geschrieben werden will, öffnet ja sehr viele Fragen. Es beginnt mit „was schreibe ich“, über „welchen Verlag nehme ich“ und geht bis „wie mache ich Werbung für mein Werk“.

Wenn du noch ganz am Anfang stehst, wirst du sicher viele Fragen haben. Fragen sind superwichtig und sehr gut, denn nur Fragen bringen uns weiter, helfen uns bei der Entwicklung und schlussendlich zu einem abgeschlossenen Ganzen. Jedes Buch, an dem wir arbeiten, ist ein Werk unserer eigenen Entwicklung 🙂

Kommen wir noch einmal auf den Titel zurück – „Kreativität hat viele Gesichter!“ – so spiegelt sich auch jeder Schreiberling als solches in der Fülle wieder. Wir wollen keine Bücherverbrennungen, sondern ganz im Gegenteil, unser Füllhorn öffnen und Wissen weitergeben oder einfach nur unterhalten. 🙂

Ich kann dir meine Erfahrungen auf deinem Weg mitgeben, die von mir Interviewten tragen andere Erfahrungen in ihrem Herzen und so schließt sich ein Kreis. Denn egal, aus welchem Grund wir schreiben – schlussendlich zählt doch eines: „Entwicklung und Freude an der Sache“ – alles andere ist Bonus 😉

Wie siehst du es?

Ist ein offener Bücherkasten dein bester Freund – kennst du die „Gehsteig-Bücherei“?

Ein offener Bücherkasten oder auch offener Bücherschrank ist der wahrgewordene Traum vieler Bibliophiler 🙂 gehörst du zu ihnen?

Nutzt du sie eigentlich?

Über lange Jahre hinweg wurden Telefonzellen immer seltener, gingen verloren und schienen beinahe schon Geschichte zu werden, bis irgendjemand auf die Idee kam, ihnen neues Leben einzuhauchen.

Die Grundidee ist wundervoll. Bücher können gratis weitergegeben werden, wenn wir sie nicht mehr brauchen. Bei meinem Umzug aus Wien stellte ich viele Bücher verteilt in diese Bücherkästen. Immerhin fand ich in den letzten Jahren auch immer wieder Gustostückerl. Das letzte Buch, das ich mir mitnahm, war beispielsweise „die Papstmacherin“ – nunja, jetzt weiß ich zumindest, was eine „Pornokratie“ ist. Eigentlich ist damit „nur Mätressenherrschaft gemeint und geht bis in die Zeit der Wikinger zurück. Wenn du dich für diese Themen interessierst oder begeistern kannst, lies das Buch, es zahlt sich aus.

Ich werde es demnächst wieder in einen offenen Bücherschrank zurückstellen 🙂

Tatsächlich verbergen sich manchmal wahre Schätze darin, von Kochbüchern, Kinderbüchern über allgemeine Literatur, bis hin zu historischen Werken ist nahezu alles zu finden.

In Wien findest du wirklich viele davon, sehr viele sind ehemalige Telefonzellen, aber beispielsweise im 2. Bezirk ist (oder wahr?) Ein Lokal, das sein Fensterbrett dafür nutzte (bring und nimm). Es gibt sie bei der Mariahilferstrasse, im 5. Bezirk, Schottengasse, beim Brunnenmarkt und an vielen anderen Flecken kannst du da schon fündig werden. Im Lauf der Jahre fand ich dann noch welche in Stockerau und anderen Orten, die zum „Speckgürtel von Wien“ zu rechnen sind.

Ist dir schon einmal in den Sinn gekommen, dass diese Gehsteig-Bücherei ein richtig kreatives Umfeld bietet? Nimm dir ein Buch, das du vielleicht nie kaufen würdest, und lies es. Vielleicht entdeckst du ein doch recht interessantes Genre für dich. Vielleicht findest du eine Visitenkarte in den Büchern, einst als Lesezeichen gedacht – oder eine Notiz von jemandem, der sich eine Brieffreundschaft wünscht.

In abgewandelter Form gibt es „versteckte Kästen“ schon sehr viel länger. Wer heute „geheime Botschaften“ mit unbekannt teilen möchte, bräuchte eigentlich nur ein Buch mit einer Notiz versehen, es in den Bücherkasten stellen und warten, bis der andere es entnimmt. Es wäre doch für „Kinderspiele“ ein ganz nettes Detektiv-Thema 😉
Früher gab es sie in abgewandelter Version, um beispielsweise Spione nie direkt miteinander zu konfrontieren. Dies wurde beispielsweise in der ehemaligen DDR genutzt, als die Mauer noch stand.
Gehen wir weiter zurück zu Winston Churchill, so nutzten seine „Spione“ diese ebenfalls gerne. Wie das aussah, kannst du dir in der Netflix Serie „Churchills Geheimagenten – Die Neuen“ ansehen.

Wie sahen solche Kästen dann aus?

Telefonzellen waren es wohl keine. Hier handelte es sich um Dinge, die auf den ersten Blick 100% mit dem Umfeld harmonierten. So konnte dies ein Stück ausgehöhltes Holz sein, eine Milchpackung neben einer Mülltonne oder etwas ganz anderes sein. Das Wichtigste daran war lediglich, es durfte nicht auffallen. Auf diesem Weg ließ sich Kontakt wahren und halten ohne, dass die beiden Korrespondierenden direkten Kontakt zueinander aufnehmen mussten. In heiklen Zeiten war dies eine recht gute Möglichkeit Informationen weiterzugeben. Es garantierte zwar keine 100%ige Sicherheit, ABER minimierte das Risiko.

Die offenen Bücherschränke von heute werden eines Tages auch nicht mehr gebraucht werden, aber derzeit sind sie eine wundervolle Idee um etwas weiterzugeben an Unbekannt. Wie würde es wohl einem Buch ergehen, wenn es aus seinem „Schlaf“ in einer alten Bibliothek geweckt werden würde, ausgemistet wird und in einem solchen Kasten käme? Stellen wir uns die Gedanken dieses Buches vor, wie es in seinem Inneren vor Aufregung scheppert, wenn sich die Tür öffnet. Würde es sich freuen, mitgenommen zu werden, oder wäre es eher verängstigt, weil es noch in seinem inneren Schlaf verweilen möchte? Wie würde es sich fühlen, wenn neue Hände es halten würden und darin blätterten? Manchmal ist eine Gedankenspielerei wie diese ausreichend, um ein paar neue Ideen für Geschichten zu haben 😉

Stellen wir uns einen solchen Bücherschrank vor, wo würde der stehen? Wo würdest du einen hinstellen? Stünde er vor einer Schule, um die Kinder zum Lesen zu animieren oder vielleicht doch in einer Wohnhausanlage? Etliche, die ich fand, standen an Straßenecken, wo Menschen vorbeigehen, ohne hinzusehen, aber vereinzelt sind immer wieder welche dort, öffnen die Tür und suchen nach den verborgenen Schätzen darin. Gehörst du dazu?

Wo hast du einen gefunden?
Erzähl doch mal, nutzt du sie?

Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen …. oder doch?

Warum sich anstrengen, wenn es doch keinen interessiert?

Hast du einem Kind einmal genauer zugesehen, wie es mit allen Mitteln um die Aufmerksamkeit seines Elternteils buhlt und kämpft?
Wir strengen uns häufig bis ins hohe Alter an, um jemand anderen zu beeindrucken und dessen/deren Aufmerksamkeit zu erlangen. Doch warum tun wir das und was hat das mit dem Schreiben zu tun?

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich einst selber jünger war und alles dran setzte, um eine ganz bestimmte Person in meinem Leben stolz auf mich zu machen. Dafür strengte ich mich ganz besonders an – doch das ersehnte Lob blieb aus. Es war nicht das, was diese Person haben wollte. Irgendwann begriff ich, dass es nicht der beste Weg ist.

Wenn wir schreiben, schreiben wir oft nur für uns selbst, aber glauben doch, es sei für den Leser von Interesse. Die Frage ist daher, ob dem wirklich so ist.

Für wen schreibst du?

Willst du etwas schreiben, so ist es eine gute Idee anfangs einmal drauflos zu schreiben. Häufig entwickeln sich die Texte in die eine oder andere Richtung. Vielleicht ist dir von Anfang an bewusst, für wen du schreiben willst. Es ist in Ordnung, wenn du für dich alleine schreibst – doch warum willst du dann veröffentlichen?
Es ist auch in Ordnung, wenn du für andere schreibst, doch dann ist die Frage, was tust du dafür, um deine Leser zu verstehen?

Gerade anfangs machen wir als Schreiberlinge uns darüber entweder zu viele oder viel zu wenige Gedanken. Nur du alleine kannst entscheiden, für wen du die Worte aufs Papier bringst oder in die Tastatur hämmerst.

Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen …. oder doch?

Hast du dir je darüber Gedanken gemacht, was es bedeuten mag, warum Texte vielleicht nicht gelesen werden? Es ist doch wie in so vielen anderen Bereichen. Wenn es nicht gelingt, den Empfänger zu erreichen, wird dieser selbst die größte Bemühung nicht erfahren, geschweige denn wahrnehmen und schon gar nicht konsumieren wollen. Was hilft ein Text, der nach den ersten zwei, drei Seiten wieder weggelegt wird in den du über Monate hinweg Arbeit, Schweiß und Tränen investiert hast?

Darum ist die Frage zu Beginn, für wen willst du schreiben? Hast du darüber schon einmal nachgedacht? Natürlich hilft Werbung, Marketing und vieles mehr dazu gelesen zu werden – ABER was hilft das bekannteste Produkt, wenn es dann nur im Regal steht und keiner liest es? Das ist wohl eher nicht der Wunsch, warum wir schreiben.

Es gibt dazu zwei recht „bekannte“ Beispiele:
Viele haben die Bibel zu Hause stehen, aber haben sie wirklich alles die ganzen Kapitel und Seiten tatsächlich gelesen? Wie viele hatten wohl „mein Kampf“ im Haus und haben es sicher nicht gelesen.

Überlege dir einmal, wie viele Bücher du dir gekauft oder anderweitig organisiert hast, sie angelesen hast und einfach nicht weiterlesen konntest. Häufig liegt es an der Art, wie der Text geschrieben wurde. Nun stellt sich doch die Frage, wie muss ein guter Text geschrieben sein, damit du ihn gerne liest? Hat der Schreiberling des Textes es geschafft, dich zu begeistern und mitzureißen, oder hat er/sie nur für sich selbst geschrieben?
Nehmen wir als Gegenbeispiel Ken Follet. Er schuf mit Geschichten wie „die Säulen der Erde“ Romane, bei denen den meisten Lesern gar nicht auffällt, wie die Geschichte vorbeifliegt und schon ist das Ende des Buches erreicht.

Doch woran liegt das? Was machen die einen so, dass die Leser dranbleiben, die anderen wiederum schaffen es nicht?

Beschreibe bildlich

Wenn du von einer alten Bank im Wald erzählst, was schwebt dir vor? Wie sieht sie aus? Ist es eine neue, erst kürzlich aufgebaute Bank mit gerade Lehne und Betonklötzen an der Seite oder vielleicht doch ein altes Teil, das leicht knarzt, wenn sich jemand draufsetzt? Wo moosbedeckte, alte Holzplanken zum Verweilen einladen und die Sonne sich in den alten Schrauben spiegelt?

Als Leser mag ich es, wenn die Geschichten und Texte nicht einfach nur stichwortartig erzählt werden – sondern auch, wenn der Schreiberling dahinter etwas mehr ausschmückt. Die Frage ist dann, wie weit macht es Sinn? Es gibt auch Geschichten und Romane, wo so gut wie alles in x Einzelheiten geschildert wird und somit der Raum für die eigenen Gedanken völlig fehlen mag. Nur ja nichts auslassen – ist hier wohl die Devise 😉

Nehmen wir Texte aus früheren Zeiten, so sind sie häufig karg in ihrer bildhaften Sprache, manche Autoren nutzten ewig-lange Schachtelsätze, andere wiederum umrissen die Sachlage und ließen den Leser einfach raten, was geschehen war oder werden mochte.

Ein speziellerer Fall ist hier der Roman „Dracula“. Hast du die Geschichte jemals gelesen oder kennst du „nur“ die Filme? Und wenn, welche Version davon kennst du? Der Text ist in Form von Tagebuchaufzeichnungen und Briefen gehalten – nicht unbedingt einfach zu lesen, da einem mitunter die farbigen Beschreibungen fehlen. Aber auf seine Weise ist der Roman etwas ganz Besonderes in seiner Art des geschriebenen Wortes.

Häufig tendieren wir dazu, das zu schreiben, was wir selber gerne lesen. Dagegen ist rein gar nichts einzuwenden – ganz im Gegenteil! Doch ist es eine gute Idee, diese Art zu verwenden und darauf aufzubauen, den eigenen Stil zu entwickeln.

Wie passt das mit meinem Titel zusammen?

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie egoistisch der Mensch sein kann? Die Grundstruktur liegt im Überleben des kleinen Kindes. Es muss egoistisch sein, weil es abhängig ist von anderen. Darum setzt es die eigenen Interessen an oberste Stelle – in Kombination damit, gefallen zu wollen.

(Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen ….) – diesen Gedanken tragen wir über viele Jahre hinweg mit. Wir strengen uns am, um zu gefallen, wir geben uns Mühe, um Aufmerksamkeit und Bewunderung zu erlangen. Unglaublich viele Personen sind gefallsüchtig und können ohne Aufmerksamkeit anderer nicht mehr existieren. Nur ganz wenige haben es geschafft, sich hier gänzlich auszuklinken, denn sind wir uns ehrlich selbst gegenüber, so tut uns Lob doch allen gut 😉

Die Kernfrage lautet also vielleicht weniger, für wen schreibst du, als vielmehr, „ich schreibe, um anderen zu gefallen, – magst du mich lesen? Ich bin soooo gut getextet, du musst einfach Gefallen an mir finden!“ Aber dem ist ganz und gar nicht so.

Du kannst einen Text ausfeilen, wunderschön mit Worten spicken, bis ins letzte Detail herumfeilen und dann gefällt er nicht. Vielleicht schaffst du einen hingeworfenen Text, der supergut ankommt – doch woran liegt es?

Hast du dir jemals amerikanische Werbespots angesehen und mit den Spots aus dem deutschsprachigen Raum verglichen?
Amerikanische Werbung erzählt häufiger Geschichten und will unterhalten – deutschsprachige Werbung vermittelt üblicherweise nur „kauf mich“. Wohin greifst du, wenn du solche Dinge vergleichst?

Wir lieben Geschichten – und taten es schon immer. Wir greifen dort zu, wo wir eine Geschichte haben, ungekünstelt und „menschlich“, wollen als „Du“ angesprochen werden, nicht als wandelnde Geldbörse.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es daran mangelt. Wir als Schreiberlinge wollen erzählen – hast du dir je wirklich darüber Gedanken gemacht, aus welchen Motiven heraus wir schreiben?
Version 1 – du schreibst, weil du für dich schreibst und einfach etwas loswerden willst … ob du es dann veröffentlichst, spielt für dich keine Rolle
Version 2 – du schreibst, um zu unterhalten, Geld ist hier eher die Nebensache, du willst unterhalten
Version 3 – du schreibst, weil dich vor allem das Geld dahinter lockt

Die Motivation des Schreibens kann sich wandeln, vielleicht habe ich auch eine Motivation übersehen – ich trag sie gerne nach, wenn du mir verrätst, was du darüber denkst 😉

Warum sich also mit dem Schreiben beschäftigen, wenn es vielleicht nie jemand interessiert, WAS du schreibst? Kafka konnte ja auch nicht davon leben 😉 und doch schrieb er weiter.

Verfolgst du meinen Blog schon eine geraume Weile, dann hast du vielleicht eine Ahnung, warum ich schreibe – wie steht es um dich? Was ist deine Motivation dahinter und könntest du dir vorstellen auch zu schreiben, wenn es niemals jemand lesen würde?