„Don’t make me think“ – je einfacher umso besser?

Nachdenken? Muss das sein? Echt jetzt? Ich will mich doch nur unterhalten lassen …

Liest du lieber um dich abzulenken und unterhalten zu lassen oder ziehst du eher vor, selber nachzudenken?
Beide Arten von Lektüren haben ihre Daseinsberechtigung, wenngleich wir als Lesende auch mitunter zwischen beiden schwanken, haben wir doch eine gewisse Grundtendenz, wohin es uns zieht.

„Don’t make me think“

Hast du dir jemals die Filme der Nachkriegszeit angesehen? Meistens waren es Heimatfilme mit einer netten, wenn auch häufig seichten Geschichte, die einfach nur die Zeit vergessen ließ. Nachdenken war hier nicht so willkommen, da die Zeit damals auch nicht unbedingt einfach war und die Zuseher einfach aus der rauen Wirklichkeit entfliehen wollten.

Wenn wir einen Unterhaltungsroman hernehmen, so wird dort auch seltener der Wunsch nach nachdenken mitschwingen. Schwerer Literatur, wie alte Klassiker oder Bücher wie „der Wolkenatlas“ hingegen, die erfordern mehr Aufmerksamkeit – mehr „Make me think!“

Ich gehöre eher in die zweite Kategorie, mag aber auch manchmal seichte Literatur, hach – kannst du dich an die Groschenhefte erinnern, mit ihren meist 64 Seiten? Reihen wie „Professor Zamorra“ oder „John Sinclair“, das waren die seichten Geschichten, die ich gerne las.

Die moderne Technologie hat längst ein interessantes Phänomen hervorgebracht, das immer häufiger diskutiert wird – zusammenhängendes Lesen. Wir sind längst daran gewöhnt, kurze Informationshappen zu erhalten, die wir dann aufnehmen. Das „Don’t make me think“ unterstreicht es einfach nur.

Wie ich lese, so schreibe ich auch 🙂
Tun das nicht die meisten Schreiberlinge, indem sie eher jene Genre vorziehen beim Schreiben, die sie selber gerne lesen? Versuchen wir uns wirklich an seichter Literatur, wenn wir sonst eher die komplexen Texte lesen?

Übrigens ist es ein guter Abgleich zum Gestalten von Blogs und Homepages.
„Don’t make me think“ meint nämlich vor allem eines – bau Blog und Homepage möglichst so auf, dass die Lesenden ohne groß nachzudenken verstehen, was du sagen willst. Viele Beiträge werden überflogen und häufig bleiben die Besucher nicht sonderlich lange. Aber das ist auch ok so – denn nur, was uns fasziniert oder interessiert, dort verweilen wir wirklich länger.

Menschen neigen tendenziell eher dazu, aus dem Bauch heraus zu entscheiden und nicht unbedingt groß nachzudenken.

Wohin tendierst du?

Wir können nicht alle Welt-Best-Sellertexte verfassen, aber wir können alle unser Bestes geben und unterhalten, oder zum Nachdenken anregen. Wohin tendierst du?

Welche Farbe zählt?

Wie traurig wäre eine Welt ohne Farbe? Können wir uns das überhaupt vorstellen?

Auch, wenn ich die klare Struktur des verschneiten Winters sehr mag, gefällt auch mir eine blühende Wiese mit den verschiedensten Blumenfarben – ob weiße Margariten, gelber Löwenzahn, rote Mohnblumen oder blaue Kornblumen – sie und viele andere mehr zaubern farbige Tupfer zwischen die grünen Grashalme.
Als Kind liebte ich es, in diesen Wiesen zu liegen, einen Grashalm im Mund und den Blick zum Firmament gerichtet, wo die Wolken langsam ihre Bahnen zogen und tue es noch immer.

Natürlich gibt es die Farbenlehre, mit der sich so viele beschäftigen und wenn du schon einmal die unterschiedlichen Farben betrachtet hast, merkst du, wie sie auf dich wirken und welche Eigenschaften ihnen nachgesagt werden.

Nehmen wir doch einmal Rot als Beispiel – Rosen aus Liebe verschenkt sind üblicherweise rot, nicht nur, weil sie für das Herz stehen 😉
Grüne Farben verschiedenster Intensitäten beruhigen und Weiß steht für die Unschuld – doch Hoppla – in anderen Ländern steht Weiß auch für den Tod (sieh nach Japan!).

Warum steht himmelblau für den männlichen und rosa für den weiblichen Nachwuchs? Bei genauerer Betrachtung ist rosa doch die hellere Version von Rot, was im historischen Kontext wiederum dem Sohn zuteil werden würde, als eher für den Kampf Vorgesehenen. Strahlendes Rot wiederum war in Wikingerzeiten eine der teuersten Farben überhaupt.

Gehen wir nach historischen Aspekten, so ist die Sache mit den Farben oft gar nicht so einfach 😉

Welche Farbe steht deiner Meinung nach für Kreativität?

Lass deinen Bauch sprechen, klammere das allgemeine Farbenwissen aus, das du hast und das in dir steckt und hör einfach auf dein inneres Ich. Welche Farbe hat die Kreativität für dich und warum gerade diese?

der Frühling lässt grüßen – erste Boten sagen Hallo

Es ist soweit. Der Frühling kehrt ein.

Gestern lugten das erste Mal Bärlauchspitzen aus dem Erdboden und unter dem Laub hervor. Es ist bald soweit, Zeit Bärlauch zu sammeln und zu allerlei Leckereien zu verarbeiten – doch Vorsicht, wenn du selber sammelst, achte darauf, dass sie nach Knoblauch riechen, damit du keine giftigen Doppelgänger wie Maiglöckchen sammelst.

Einst war Bärlauch das ersehnte Grün nach einem langen Winter, brachte Vitamine und Nährstoffe mit sich und er ist tatsächlich auch sehr gesund. Bei meinen Wanderungen entdeckte ich viele, schöne Flecken mit Bärlauch, hat sich Bärlauch einmal in einem Gebiet festgesetzt, dann breitet er sich gerne aus – ein wunderschönes „Hallo“ an jeden, der dieses Winken der Natur zu schätzen weiß.

Auf welche Frühlingsboten freust du dich?

Kuwitt – kuwitt …

Hast du schon mal in deinem Leben nachts „Kuwit“ gehört? Du hörst es manchmal wenn du nahe eines Waldes bist – oder direkt darin stehst. Früher hieß es – Kuwit – also „komm – mit“ und erhielt dadurch einen schauderhaften Beigeschmack und fand somit auch Eingang in die Märchen- und Sagenwelt.

Abends ist es ruhiger, meist sind Waldtiere zu vernehmen – sofern man/frau selber sich ruhig verhält und einfach nur als Gast lauschend, irgendwo sich ruhig verhält. Dann fühlen sich die Tiere auch nicht gestört.

Als ich letztens abends unterwegs war, hörte ich auch dieses „kuwit, kuwit“ … und es brachte mich zum Lächeln. Ein paar Schritte weiter und ich stand bei einer kleinen Lichtung, wo ich mich ganz gerne aufhalte. Doch dieser Abend war anders – es schien mir, als wäre die Stimmung abweisend geworden – und betrachtete ich die Bäume, die so oft einfach nur im Wind ihre Blätter bewegen, da wirkte es, als würden sie sich bewegen.

In diesem Moment war zu fühlen, ich war gerade nicht erwünscht und zog mich zurück – wer weiß 😉 vielleicht waren es Schattengespinster, die gerade durch die Wälder zogen oder Udinen, die sich am Rande der Donau aufhielten 😉

Manchmal tut es gut, den normalen Alltag auszublenden und in andere Welten „einzutauchen“, denn genau das ist ein abendlicher Waldspaziergang doch auch.

Ein alter Bekannter meinte einst, es gäbe so wenige Geschichten um Horrorbäume – und er hat nicht ganz unrecht. Stell dir vor, du wärest mitten im Wald, egal zu welcher Jahreszeit und würdest erkennen, die Welt verändert sich, die Pflanzen könnten sich bewegen, ihre Wurzeln vielleicht aus der Erde ziehen und sie könnten nach dir greifen. Wärest du dort in der Situation, was würdest du tun?

Wo die Toten ruhen ….

Mein neues ländliches Leben bedingt gewisse Veränderungen. So ist es nicht mehr möglich ums Eck in den Laden zu gehen, weil zb neue Sportschuhe benötigt werden. Also was tut unsereins, es wird einfach die nächste, größere Stadt erkundet mit ihren Geschäften – und nein, Wien ist es nicht.

Genau genommen ist diese Veränderung ein Genuss, es bedeutet auch, keine spontanen Einkäufe mehr zu machen, sondern zu planen – HACH – ich liebe es. 🙂

Gut, zugegeben, der Ausflug brachte nicht die gewünschten Schuhe (egal, meine bisherigen halten noch eine Weile), dafür lernten mein Mann und ich die Tullner Innenstadt kennen und vor einem Gebäude konnte ich nicht anders – ich musste dort unbedingt ein Foto machen.

Was du oben siehst ist der Zugang zum Tullner Karner. Ich seh immer wieder Firmen, die sich mit „Karner“ benennen, wo ich mich dann frage, ob die überhaupt wissen, was ihr Name bedeutet?
Karner ist nichts anderes als ein „Beinhaus“, wo Knochen von Verstorbenen gelagert werden und wurden, teilweise oft auf kunstvollste Weise aufgebaut und manche wissen sogar von Kronleuchtern zu erzählen, die gänzlich auf diese Weise geschaffen worden waren.

Beim Schreiben sah ich gerade ein Bild, eine Vorstellung – vielleicht eine beginnende Geschichte … Der Blick von außen hinein in einen solchen Karner – und inmitten dieser Knochenberge eine Gestalt mit dunklen, langen Haaren, bleichem Gesicht und die Arme zur Seite gestreckt. Ihr Blick geht ins Mark und die Augen leuchten – wenn auch nicht vor Freundlichkeit, sondern mit etwas anderem.
Die Frage ist nun eher – was ist diese Gestalt? Ist sie jemand, der die Toten beschützt oder doch eher jemand, der selbst unter den Toten ruhte? Aus welcher Epoche stammt diese Gestalt? War sie aus Pestzeiten oder ist sie gar ein schützender Engel? Das verrät mir diese Gestalt nicht – was meinst du? Was könnte dieses Wesen sein?

Hättest du einen Wunsch frei …

Hättest du einen Wunsch frei, egal welcher es ist und egal was du damit wirklich tun könntest, was wäre es? Und würdest du ihn nutzen?

Es gab mal ein Märchen (oder eine Sage?) In der es darum ging, dass ein ärmeres Ehepaar einen Wunschring erhielt und damit sich einen Wunsch hätten erfüllen können. Doch jedesmal wenn sie überlegten, merkten sie, das konnten sie mit ihren eigenen Händen lösen und schlussendlich blieb ihnen ein Leben im Alter im Wohlstand und ein Wunsch, der nie eingelöst worden war.
Dabei hatten sie die Macht einfach ALLES zu bekommen.

Nimm deine Figur, an der du schreibst – stell ihm/ihr/es diese Möglichkeit in den Raum und frag nach, was ist es, das du am meisten begehrst? Was willst du haben?

In Babylon 5 gibt es die Figur des „Mr. Morden“, der die Botschafter fragt „was wollen Sie?“

Nehmen wir an, du hättest die Möglichkeit auf genau einen Wunsch, was würdest du haben/tun wollen? Was wäre es, das du dir wünschst, wenn du alles haben könntest oder alles tun könntest. Es ist nicht bei „Wishmaster“, wo er zwar die Wünsche erfüllt, aber zu Ungunsten des Wünschenden.

Was würdest du tun? Oder ginge es dir wie mit dem Esel und den zwei Heuhaufen, der dazwischen verhungerte?

Katzentod und gehen lassen ….

Inspiriert zum letzten Beitrag hat mich eine Unterhaltung mit dem niederländischen Blogger Thomas Kamphuis – er war derjenige, der seinen Kater Sam gehen lassen musste und dafür lang ersehnten Schnee bekam.

Du kannst seinen Blog hier finden : https://thomaskamphuis.com/2021/01/25/je-weet-nooit-hoe-laat-het-is/

Gerade wer, wie ich, mit Samtpfoten zusammenlebt, der merkt rasch, es tut weh sie gehen zu lassen – aber vielleicht ist es tröstlich sich Gedanken zu machen, wie es ist, wenn sie Leiden nicht mehr ertragen müssen oder wohin sie vielleicht gehen könnten.

Lieber Thomas, ich wünsche dir viel Stärke und Kraft und erfreu dich an dem Geschenk, das du bekommen hast. Sam wird da sein, wenn du ihn brauchst!

Ich werde mich diesem verbrecherischem Missbrauch nicht beugen!

Aus dem Kommentarbereich, einer der Kommentare, der mir so aus dem Herzen spricht:

„Es ist doch wunderbar, dass uns jede Jahreszeit neue Ein- und Ausblicke gewährt, wobei der Winter mit seinen Schwarz-Weiß-Effekten, der klaren Luft und dem Licht den größten Kontrast setzt, zum vorangegangenen Herbst mit seinen Farben und zum kommenden Frühling und dem Erwachen des neuen Lebens in Flora und Fauna. So gesehen ist der Winter eigentlich die wichtigste Jahreszeit.“

Liebe Anna Marie Birken, der Kommentar bringt es auf den Punkt mit wenigen Worten – ihren Blog findest du übrigens hier:
https://annamariebirken.com/

In den letzten Jahren haben wir die Schönheit des Winters so häufig vermisst – und es gibt so viele, die sich danach sehnen. Morgens, wenn ich das Haus verlasse für einen Spaziergang und es ist noch dunkel, wenn die Dämmerung beginnt und den Kontrast dunkel/hell hervorhebt, die Luft kalt an der Nase klebt und der Wind um die Ohren pfeift, dann spür ich das Leben! Vielleicht geht es dir ja ähnlich 🙂

Als ich meinen Roman um „Mortimer, den Katzentod“, Noah und meine Katzen schrieb, da erzählte Mortimer von seinem Dasein, brachte Frieden mit sich. Viele von uns haben Katzen und sind traurig, wenn sie gehen. Ein anderer Blogger verlor kürzlich seinen geliebten Kater und erhielt dafür ein Geschenk, auf das er seit langen Jahren wartete – Schnee, Unmengen an Schnee. Woher wollen wir wissen, dass nicht Seelen, die gehen, ein kleines Geschenk senden?
Apropos Katzen – wusstest du, dass Katzen die Zugtiere der nordischen Göttin Freya sind und ihren Wagen ziehen?

Doch was hat das alles mit dem Titel zu tun?
„Ich werde mich diesem verbrecherischem Missbrauch nicht beugen!“
Es ist ein Zitat aus dem Film „der Wolkenatlas“ und gibt mitunter zu denken.
Wie oft stecken wir in einer Situation, die uns unangenehm ist, die wir aber aus verschiedenen Gründen heraus ertragen. Wir sind vielleicht nicht mutig genug um Schritte zu setzen, diese Situation zu verändern. Betrachte den Winter als die Ruhephase des Jahres, in der ein Samen gesetzt wird, in der wir für das Kommende aufbauen.
In meinem Leben gibt es eine Situation, die mir nicht gefällt und die ich nicht hinnehmen werde (und nein, meine Ehe ist es nicht 😉 ). Ich setze JETZT den Samen für das Kommende und lasse ihn wachsen.

Wie ist es bei dir? Bist du mit einer Situation in deinem Leben derzeit unzufrieden? Setzt du einen Samen in die Erde und lässt du ihn wachsen oder nimmst du die Dinge hin, weil du glaubst, es eh nicht ändern zu können?

Wie kann ich dem widerstehen?

Wir sitzen da und wollen doch eigentlich nur in Ruhe unsere übliche Säuberungs- und Putzroutine ausführen. Putzen unsere Fußsohlen, knabbern zwischen den Krallen und dann DAS …
Dosenöffner sieht uns an, gibt Laute von sich, die wir nicht verstehen und dann kommt das daher …!
WAH … Es macht einen irre – aber widerstehen können wir nicht … Mist!

Wenn du mit Samtpfoten zu tun hast, hast du schon mal probiert ihnen einen Finger hinzuhalten? Sie wollen unbedingt daran riechen, wollen unbedingt wissen …

Also die Frage an die Katze in deinem Umfeld – kannst du dem Finger widerstehen? 😉

Sonne oder Schnee – wo bleibt der Igel?

Hier siehst du einen Fund meiner letzten Wanderung am Montag. Es war frisch, der Atem noch weiß vor dem Mund und es gab einige wundervolle Flecken, darunter auch eine Aussichtswarte, die leider erst ab April offen hat.

Die Winter von einst gehören leider der Vergangenheit an, vielleicht kehren die Frostgesellen, Schneegeister und Wintergestalten eines Tages wieder. Es erinnert einen an Märchen wie „die Schneekönigin“.

Hier ist ein kleiner „Schneeigel“, die Kristalle klar abgezeichnet und mitten im Weg als einziger weißer Flecken ruhend.

Wir glauben so oft, Schnee und Kälte müsse etwas Trauriges, Eingefrorenes sein, aber ist dem wirklich so? Ist es nicht eher eine Ruhephase vor dem Neubeginn?
War nicht 2020 ein Jahr der Ruhe? Stehen wir nicht vor einer Art „Neubeginn“?

Wenn du an einen Neubeginn für dich denkst, woraus besteht dieser? Von meinem hab ich dir schon erzählt, doch denk an den Samen in dir, der den Frühling begrüßen möchte. Welch wundersame Pflanze wird daraus für dich erstehen?