Möchtest du so bleiben wie du bist?

„Ich will so bleiben, wie ich bin!“

Kennst du den Werbeslogan? Ich bin mir ziemlich sicher, dass du sogar die Melodie im Kopf haben könntest, wenn du diesen Satz hörst und du weißt vermutlich auch, welche zwei Worte sich da noch dranhängen, um die Werbung gut im Kopf zu platzieren.

Schau mal nach oben auf das Foto. Das war Maze am Tag, als wir sie bekamen. Herzallerliebste schwarze Miezekatze und jetzt ist sie eine richtige Katzenschönheit geworden, die auch schon mal am Fenster sitzt und den Schwalben über unserem Fenster nachgackert. Sie hat sich entwickelt und entdeckt ihre Fähigkeiten und Kräfte, die in ihr wohnen.

Denk wieder an die Werbung oben und was sie suggeriert.

Bleib wie du bist? Soll das wirklich gut sein?
Wieso erzählen dann so viele Geschichten von Weiterentwicklung und Fortschritten, wenn wir nur so bleiben sollen, wie wir gerade sind?
Jeden Tag, wenn wir aufstehen, sind wir anders als Abend zuvor, wo wir ins Bett gingen und uns in Morpheus Arme begaben.

Willst du so bleiben, wie du bist?

Was würde deine Figur sagen, wenn du sie danach fragen würdest? Hat sie einen Traum, den er/sie/es verfolgt? Vielleicht ist es aber so, dass sich diese Figur gerade wohl fühlt, wo er/sie/es gerade ist? Warum sollte eine Figur, die doch alles hat genau dieses „Alles“ aufgeben?

Nehmen wir dazu eine Figur, die in Wohlstand aufwächst und alles hat, was das Herz begehrt. Es gibt keinen Hunger und keine Langeweile, für gutes Essen ist gesorgt, für Unterhaltung und auch für die Liebe. Und doch gibt diese Figur alles auf – warum?
Wenn du in der Geschichte zurückgehst, so findest du (mindestens) eine Gestalt, die genau das tat. Die Gestalt, die ich meine, findest du namentlich am aktuellen Papst – oder lies nach dem „Hl. Franziskus“. Aufgewachsen in Wohlstand, es mangelte an nichts, ließ er doch alles zurück und widmete sich anderem.
Hätte ihm jemand gesagt „bleib so wie die bist“, hätte er diesen Rat befolgt?

Aus genau solchen Aspekten heraus, kannst du einen Figur in ein gewaltiges Abenteuer stürzen. Dies kann simpel mit einer Pilgerfahrt oder einer einfachen Rucksacktour anfangen oder es geht gleich in phantastische Welten. Vielleicht ist es auch eine Schleife, in der diese Figur gefangen bleibt, bis sie etwas gelernt hat?
Nimm eine Figur in einem ganz bestimmten Umfeld und versetz sie an das genaue Gegenteil. Die Frage hier ist, warum soll die Figur „freiwillig“ den Standort wechseln?

In vielen Fällen ist „Dekadenz“ und „Langeweile“ der Hintergrund. Wir haben alles gesehen und alles erlebt (kennst du Q aus Star Trek? In der Serie „Voyager“ wird genau das mit einem anderen unsterblichen Q thematisiert, der einfach nicht mehr will!). Genauso ist der Trend, der immer wieder kehrt, miste aus und kehre zu den Basics zurück. Wir brauchen doch all den Tand nicht wirklich – oder doch?

Entwicklung ist etwas, das wir draus machen und genau so kannst du eine Idee für eine Geschichte aufbauen. Nimm eine Figur, die einfach alles hat und sich keine Sorgen machen muss um das materielle Wohlergehen und doch spürt diese Figur etwas in sich, dass eine Veränderung nötig ist.

*) spirituelle Entwicklung (Kloster, Pilgerreise, …)
*) geistige Entwicklung (Forschungsreise, Mentor finden, …)
*) soziale Entwicklung (Missionar, …)

Das sind Beispiele, es gibt so vieles mehr. Manche Figuren suchen nach ihrem Seelenheil, manche nach einer Entfaltung oder Erfüllung, wieder andere spüren in sich den Drang aus anderen Gründen eine Entwicklung zu wählen. Am Ende ihrer Reise werden sie stärker und lachen vielleicht nur noch über das, was sie einmal waren.

Ich mag ja beispielsweise die Sache mit den Zeitschleifen. „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist einer meiner liebsten Filme dazu. Wenn eine Figur an einem Punkt ihres Lebens angekommen ist, wo er/sie/es einfach nichts mehr checkt oder die Entwicklung stagniert, er/sie/es ständig den Möglichkeiten ausweicht – wäre dann nicht eine Zeitschleife eine interessante Idee? Darin lässt sich so vieles austesten und lernen – es ist beinahe wie eine Welpenschlule. Was kann denn passieren? Die Figur lernt und begreift irgendwann, was ihm/ihr/es tatsächlich wichtig ist.

In jedem von uns schlummern Samenkörner der Entwicklung. Irgendwann sind sie reif und wollen gesät werden. Das sind im Kern jene Punkte, wo wir erkennen, es ist an der Zeit unser Leben zu verändern. Warum also nicht einen solchen Punkt in eine der Figuren einbinden? Lediglich die Frage „WAS ist zu lernen“ gehört beantwortet und die Figur quasi ins kalte Wasser gestoßen.

Magst du Geschichten, in denen Figuren einen Mentor haben, der ihnen hilft? Da wäre ZB Luke und Meister Yoda (die Szene im Sumpf ist einfach nur köstlich). Stell der Figur einen Mentor beiseite, der ihn/sie/es bei schwierigen Punkten anleitet und weiterhilft – ABER ihm/ihr/es niemals die Suche nach der Antwort gänzlich abnimmt.

Hier bieten sich einfach ältere Figuren und Charaktere an. Das mag eine alte Frau sein, die ihr Wissen an die Enkel weitergibt, ein alter Kampfsportlehrer oder vielleicht ein Wesen wie die „uralter Morla“ aus der unendlichen Geschichte. Vielleicht ist es auch ein Teenager, der Zugriff auf frühere Leben oder Ähnliches hat?

Sieh dich im Internet um, such gezielt nach „Coach“ und sieh dir das durchschnittliche Alter an. Wem würdest du eher zutrauen Wissen „geben“ zu können? Jemandem, der über mehrere Jahre Erfahrung verfügt oder jemanden, der mit 18 schon als Coach von sich spricht? Auch junge Menschen können über sehr viel gutes Wissen verfügen – hier kommt es aber auch sehr drauf an, WAS er/sie lehren will 🙂

Ein Mentor ist einfach jemand, der/die einem/einer anderen hilft, sich weiter zu entwickeln. Vielleicht ist es auch eine Muse, die inspiriert oder schlichtweg jemand, der einen zum Kotzen bringt vor Abscheu als Vorbild.

„Willst du so bleiben, wie du bist?“ Oder willst du dich weiterentwickeln?

Nicht jeder Mentor ist gut für deine Figur, es ist auch wichtig, die richtige Ergänzung zu haben.

Somit ist ein recht gutes Gespann ein Wesen, das aus irgend einem Grund erkennt, der Status Quo stimmt einfach nicht mehr in Kombination mit einem Wesen, das dem ersteren hilft, sich zu entwickeln.

Nehmen wir dich selbst als Beispiel. Du stehst an irgendeinem Punkt deines Lebens und erahnst vielleicht einen Punkt, wo du dich entwickeln willst. Du spürst es in dir und vielleicht merkst du auch, du brauchst Unterstützung und Hilfe. Sieh dich in deinem Umfeld um und überleg dir, wer für dich dafür als „Mentor“ in Frage käme, weite die „Suche“ aus und sieh dich weiter um. Vielleicht ist es ein Coach, den du dafür bezahlst, vielleicht ist es die alte Frau am Nachbargrundstück, die zwar mürrisch ist, aber nur, weil sie sich alleine fühlt. Ein Mentor hat seinen eigenen Grund, warum er/sie hilft und häufig liegt es darin, weil er/sie/es Wissen weitergeben möchte. Sieh dir die Filme an und wie oft ein Mentor von seinem künftigen Schüler erst aufgefordert werden muss, um überhaupt den Schüler als solchen anzunehmen.

Wenn du einen „Mentor“ gefunden hast, dann kannst du dich in deine Figur umso besser hineinversetzen. Die Suche nach einem Mentor ist mitunter schwieriger als das spätere Lernen. Dann bleibt die Frage, nimmt der Schüler die Lektionen auch an?

Viele Lektionen des Mentors mögen auf den ersten Blick unverständlich sein, und doch sind sie wichtig für das Spätere. Die Frage ist, begreift der Schüler das auch? Oder hat er einen Mentor, der vor allem rausfinden will, wie weit der Schüler blind folgt?

Es ist ein Zusammenspiel zweier Charaktere, die du zu einer interessanten Charakterstudie in Romanform gestalten kannst.

Wo sind deine Figur und dessen/deren Mentor zu finden? In welches Umfeld setzt du sie und was kannst du damit deinen Lesern als „Lerneffekt“ mitgeben?

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Ist ein offener Bücherkasten dein bester Freund – kennst du die „Gehsteig-Bücherei“?

Ein offener Bücherkasten oder auch offener Bücherschrank ist der wahrgewordene Traum vieler Bibliophiler 🙂 gehörst du zu ihnen?

Nutzt du sie eigentlich?

Über lange Jahre hinweg wurden Telefonzellen immer seltener, gingen verloren und schienen beinahe schon Geschichte zu werden, bis irgendjemand auf die Idee kam, ihnen neues Leben einzuhauchen.

Die Grundidee ist wundervoll. Bücher können gratis weitergegeben werden, wenn wir sie nicht mehr brauchen. Bei meinem Umzug aus Wien stellte ich viele Bücher verteilt in diese Bücherkästen. Immerhin fand ich in den letzten Jahren auch immer wieder Gustostückerl. Das letzte Buch, das ich mir mitnahm, war beispielsweise „die Papstmacherin“ – nunja, jetzt weiß ich zumindest, was eine „Pornokratie“ ist. Eigentlich ist damit „nur Mätressenherrschaft gemeint und geht bis in die Zeit der Wikinger zurück. Wenn du dich für diese Themen interessierst oder begeistern kannst, lies das Buch, es zahlt sich aus.

Ich werde es demnächst wieder in einen offenen Bücherschrank zurückstellen 🙂

Tatsächlich verbergen sich manchmal wahre Schätze darin, von Kochbüchern, Kinderbüchern über allgemeine Literatur, bis hin zu historischen Werken ist nahezu alles zu finden.

In Wien findest du wirklich viele davon, sehr viele sind ehemalige Telefonzellen, aber beispielsweise im 2. Bezirk ist (oder wahr?) Ein Lokal, das sein Fensterbrett dafür nutzte (bring und nimm). Es gibt sie bei der Mariahilferstrasse, im 5. Bezirk, Schottengasse, beim Brunnenmarkt und an vielen anderen Flecken kannst du da schon fündig werden. Im Lauf der Jahre fand ich dann noch welche in Stockerau und anderen Orten, die zum „Speckgürtel von Wien“ zu rechnen sind.

Ist dir schon einmal in den Sinn gekommen, dass diese Gehsteig-Bücherei ein richtig kreatives Umfeld bietet? Nimm dir ein Buch, das du vielleicht nie kaufen würdest, und lies es. Vielleicht entdeckst du ein doch recht interessantes Genre für dich. Vielleicht findest du eine Visitenkarte in den Büchern, einst als Lesezeichen gedacht – oder eine Notiz von jemandem, der sich eine Brieffreundschaft wünscht.

In abgewandelter Form gibt es „versteckte Kästen“ schon sehr viel länger. Wer heute „geheime Botschaften“ mit unbekannt teilen möchte, bräuchte eigentlich nur ein Buch mit einer Notiz versehen, es in den Bücherkasten stellen und warten, bis der andere es entnimmt. Es wäre doch für „Kinderspiele“ ein ganz nettes Detektiv-Thema 😉
Früher gab es sie in abgewandelter Version, um beispielsweise Spione nie direkt miteinander zu konfrontieren. Dies wurde beispielsweise in der ehemaligen DDR genutzt, als die Mauer noch stand.
Gehen wir weiter zurück zu Winston Churchill, so nutzten seine „Spione“ diese ebenfalls gerne. Wie das aussah, kannst du dir in der Netflix Serie „Churchills Geheimagenten – Die Neuen“ ansehen.

Wie sahen solche Kästen dann aus?

Telefonzellen waren es wohl keine. Hier handelte es sich um Dinge, die auf den ersten Blick 100% mit dem Umfeld harmonierten. So konnte dies ein Stück ausgehöhltes Holz sein, eine Milchpackung neben einer Mülltonne oder etwas ganz anderes sein. Das Wichtigste daran war lediglich, es durfte nicht auffallen. Auf diesem Weg ließ sich Kontakt wahren und halten ohne, dass die beiden Korrespondierenden direkten Kontakt zueinander aufnehmen mussten. In heiklen Zeiten war dies eine recht gute Möglichkeit Informationen weiterzugeben. Es garantierte zwar keine 100%ige Sicherheit, ABER minimierte das Risiko.

Die offenen Bücherschränke von heute werden eines Tages auch nicht mehr gebraucht werden, aber derzeit sind sie eine wundervolle Idee um etwas weiterzugeben an Unbekannt. Wie würde es wohl einem Buch ergehen, wenn es aus seinem „Schlaf“ in einer alten Bibliothek geweckt werden würde, ausgemistet wird und in einem solchen Kasten käme? Stellen wir uns die Gedanken dieses Buches vor, wie es in seinem Inneren vor Aufregung scheppert, wenn sich die Tür öffnet. Würde es sich freuen, mitgenommen zu werden, oder wäre es eher verängstigt, weil es noch in seinem inneren Schlaf verweilen möchte? Wie würde es sich fühlen, wenn neue Hände es halten würden und darin blätterten? Manchmal ist eine Gedankenspielerei wie diese ausreichend, um ein paar neue Ideen für Geschichten zu haben 😉

Stellen wir uns einen solchen Bücherschrank vor, wo würde der stehen? Wo würdest du einen hinstellen? Stünde er vor einer Schule, um die Kinder zum Lesen zu animieren oder vielleicht doch in einer Wohnhausanlage? Etliche, die ich fand, standen an Straßenecken, wo Menschen vorbeigehen, ohne hinzusehen, aber vereinzelt sind immer wieder welche dort, öffnen die Tür und suchen nach den verborgenen Schätzen darin. Gehörst du dazu?

Wo hast du einen gefunden?
Erzähl doch mal, nutzt du sie?

„Don’t make me think“ – je einfacher umso besser?

Nachdenken? Muss das sein? Echt jetzt? Ich will mich doch nur unterhalten lassen …

Liest du lieber um dich abzulenken und unterhalten zu lassen oder ziehst du eher vor, selber nachzudenken?
Beide Arten von Lektüren haben ihre Daseinsberechtigung, wenngleich wir als Lesende auch mitunter zwischen beiden schwanken, haben wir doch eine gewisse Grundtendenz, wohin es uns zieht.

„Don’t make me think“

Hast du dir jemals die Filme der Nachkriegszeit angesehen? Meistens waren es Heimatfilme mit einer netten, wenn auch häufig seichten Geschichte, die einfach nur die Zeit vergessen ließ. Nachdenken war hier nicht so willkommen, da die Zeit damals auch nicht unbedingt einfach war und die Zuseher einfach aus der rauen Wirklichkeit entfliehen wollten.

Wenn wir einen Unterhaltungsroman hernehmen, so wird dort auch seltener der Wunsch nach nachdenken mitschwingen. Schwerer Literatur, wie alte Klassiker oder Bücher wie „der Wolkenatlas“ hingegen, die erfordern mehr Aufmerksamkeit – mehr „Make me think!“

Ich gehöre eher in die zweite Kategorie, mag aber auch manchmal seichte Literatur, hach – kannst du dich an die Groschenhefte erinnern, mit ihren meist 64 Seiten? Reihen wie „Professor Zamorra“ oder „John Sinclair“, das waren die seichten Geschichten, die ich gerne las.

Die moderne Technologie hat längst ein interessantes Phänomen hervorgebracht, das immer häufiger diskutiert wird – zusammenhängendes Lesen. Wir sind längst daran gewöhnt, kurze Informationshappen zu erhalten, die wir dann aufnehmen. Das „Don’t make me think“ unterstreicht es einfach nur.

Wie ich lese, so schreibe ich auch 🙂
Tun das nicht die meisten Schreiberlinge, indem sie eher jene Genre vorziehen beim Schreiben, die sie selber gerne lesen? Versuchen wir uns wirklich an seichter Literatur, wenn wir sonst eher die komplexen Texte lesen?

Übrigens ist es ein guter Abgleich zum Gestalten von Blogs und Homepages.
„Don’t make me think“ meint nämlich vor allem eines – bau Blog und Homepage möglichst so auf, dass die Lesenden ohne groß nachzudenken verstehen, was du sagen willst. Viele Beiträge werden überflogen und häufig bleiben die Besucher nicht sonderlich lange. Aber das ist auch ok so – denn nur, was uns fasziniert oder interessiert, dort verweilen wir wirklich länger.

Menschen neigen tendenziell eher dazu, aus dem Bauch heraus zu entscheiden und nicht unbedingt groß nachzudenken.

Wohin tendierst du?

Wir können nicht alle Welt-Best-Sellertexte verfassen, aber wir können alle unser Bestes geben und unterhalten, oder zum Nachdenken anregen. Wohin tendierst du?

Welche Farbe zählt?

Wie traurig wäre eine Welt ohne Farbe? Können wir uns das überhaupt vorstellen?

Auch, wenn ich die klare Struktur des verschneiten Winters sehr mag, gefällt auch mir eine blühende Wiese mit den verschiedensten Blumenfarben – ob weiße Margariten, gelber Löwenzahn, rote Mohnblumen oder blaue Kornblumen – sie und viele andere mehr zaubern farbige Tupfer zwischen die grünen Grashalme.
Als Kind liebte ich es, in diesen Wiesen zu liegen, einen Grashalm im Mund und den Blick zum Firmament gerichtet, wo die Wolken langsam ihre Bahnen zogen und tue es noch immer.

Natürlich gibt es die Farbenlehre, mit der sich so viele beschäftigen und wenn du schon einmal die unterschiedlichen Farben betrachtet hast, merkst du, wie sie auf dich wirken und welche Eigenschaften ihnen nachgesagt werden.

Nehmen wir doch einmal Rot als Beispiel – Rosen aus Liebe verschenkt sind üblicherweise rot, nicht nur, weil sie für das Herz stehen 😉
Grüne Farben verschiedenster Intensitäten beruhigen und Weiß steht für die Unschuld – doch Hoppla – in anderen Ländern steht Weiß auch für den Tod (sieh nach Japan!).

Warum steht himmelblau für den männlichen und rosa für den weiblichen Nachwuchs? Bei genauerer Betrachtung ist rosa doch die hellere Version von Rot, was im historischen Kontext wiederum dem Sohn zuteil werden würde, als eher für den Kampf Vorgesehenen. Strahlendes Rot wiederum war in Wikingerzeiten eine der teuersten Farben überhaupt.

Gehen wir nach historischen Aspekten, so ist die Sache mit den Farben oft gar nicht so einfach 😉

Welche Farbe steht deiner Meinung nach für Kreativität?

Lass deinen Bauch sprechen, klammere das allgemeine Farbenwissen aus, das du hast und das in dir steckt und hör einfach auf dein inneres Ich. Welche Farbe hat die Kreativität für dich und warum gerade diese?

der Frühling lässt grüßen – erste Boten sagen Hallo

Es ist soweit. Der Frühling kehrt ein.

Gestern lugten das erste Mal Bärlauchspitzen aus dem Erdboden und unter dem Laub hervor. Es ist bald soweit, Zeit Bärlauch zu sammeln und zu allerlei Leckereien zu verarbeiten – doch Vorsicht, wenn du selber sammelst, achte darauf, dass sie nach Knoblauch riechen, damit du keine giftigen Doppelgänger wie Maiglöckchen sammelst.

Einst war Bärlauch das ersehnte Grün nach einem langen Winter, brachte Vitamine und Nährstoffe mit sich und er ist tatsächlich auch sehr gesund. Bei meinen Wanderungen entdeckte ich viele, schöne Flecken mit Bärlauch, hat sich Bärlauch einmal in einem Gebiet festgesetzt, dann breitet er sich gerne aus – ein wunderschönes „Hallo“ an jeden, der dieses Winken der Natur zu schätzen weiß.

Auf welche Frühlingsboten freust du dich?

Kuwitt – kuwitt …

Hast du schon mal in deinem Leben nachts „Kuwit“ gehört? Du hörst es manchmal wenn du nahe eines Waldes bist – oder direkt darin stehst. Früher hieß es – Kuwit – also „komm – mit“ und erhielt dadurch einen schauderhaften Beigeschmack und fand somit auch Eingang in die Märchen- und Sagenwelt.

Abends ist es ruhiger, meist sind Waldtiere zu vernehmen – sofern man/frau selber sich ruhig verhält und einfach nur als Gast lauschend, irgendwo sich ruhig verhält. Dann fühlen sich die Tiere auch nicht gestört.

Als ich letztens abends unterwegs war, hörte ich auch dieses „kuwit, kuwit“ … und es brachte mich zum Lächeln. Ein paar Schritte weiter und ich stand bei einer kleinen Lichtung, wo ich mich ganz gerne aufhalte. Doch dieser Abend war anders – es schien mir, als wäre die Stimmung abweisend geworden – und betrachtete ich die Bäume, die so oft einfach nur im Wind ihre Blätter bewegen, da wirkte es, als würden sie sich bewegen.

In diesem Moment war zu fühlen, ich war gerade nicht erwünscht und zog mich zurück – wer weiß 😉 vielleicht waren es Schattengespinster, die gerade durch die Wälder zogen oder Udinen, die sich am Rande der Donau aufhielten 😉

Manchmal tut es gut, den normalen Alltag auszublenden und in andere Welten „einzutauchen“, denn genau das ist ein abendlicher Waldspaziergang doch auch.

Ein alter Bekannter meinte einst, es gäbe so wenige Geschichten um Horrorbäume – und er hat nicht ganz unrecht. Stell dir vor, du wärest mitten im Wald, egal zu welcher Jahreszeit und würdest erkennen, die Welt verändert sich, die Pflanzen könnten sich bewegen, ihre Wurzeln vielleicht aus der Erde ziehen und sie könnten nach dir greifen. Wärest du dort in der Situation, was würdest du tun?

Wo die Toten ruhen ….

Mein neues ländliches Leben bedingt gewisse Veränderungen. So ist es nicht mehr möglich ums Eck in den Laden zu gehen, weil zb neue Sportschuhe benötigt werden. Also was tut unsereins, es wird einfach die nächste, größere Stadt erkundet mit ihren Geschäften – und nein, Wien ist es nicht.

Genau genommen ist diese Veränderung ein Genuss, es bedeutet auch, keine spontanen Einkäufe mehr zu machen, sondern zu planen – HACH – ich liebe es. 🙂

Gut, zugegeben, der Ausflug brachte nicht die gewünschten Schuhe (egal, meine bisherigen halten noch eine Weile), dafür lernten mein Mann und ich die Tullner Innenstadt kennen und vor einem Gebäude konnte ich nicht anders – ich musste dort unbedingt ein Foto machen.

Was du oben siehst ist der Zugang zum Tullner Karner. Ich seh immer wieder Firmen, die sich mit „Karner“ benennen, wo ich mich dann frage, ob die überhaupt wissen, was ihr Name bedeutet?
Karner ist nichts anderes als ein „Beinhaus“, wo Knochen von Verstorbenen gelagert werden und wurden, teilweise oft auf kunstvollste Weise aufgebaut und manche wissen sogar von Kronleuchtern zu erzählen, die gänzlich auf diese Weise geschaffen worden waren.

Beim Schreiben sah ich gerade ein Bild, eine Vorstellung – vielleicht eine beginnende Geschichte … Der Blick von außen hinein in einen solchen Karner – und inmitten dieser Knochenberge eine Gestalt mit dunklen, langen Haaren, bleichem Gesicht und die Arme zur Seite gestreckt. Ihr Blick geht ins Mark und die Augen leuchten – wenn auch nicht vor Freundlichkeit, sondern mit etwas anderem.
Die Frage ist nun eher – was ist diese Gestalt? Ist sie jemand, der die Toten beschützt oder doch eher jemand, der selbst unter den Toten ruhte? Aus welcher Epoche stammt diese Gestalt? War sie aus Pestzeiten oder ist sie gar ein schützender Engel? Das verrät mir diese Gestalt nicht – was meinst du? Was könnte dieses Wesen sein?

Hättest du einen Wunsch frei …

Hättest du einen Wunsch frei, egal welcher es ist und egal was du damit wirklich tun könntest, was wäre es? Und würdest du ihn nutzen?

Es gab mal ein Märchen (oder eine Sage?) In der es darum ging, dass ein ärmeres Ehepaar einen Wunschring erhielt und damit sich einen Wunsch hätten erfüllen können. Doch jedesmal wenn sie überlegten, merkten sie, das konnten sie mit ihren eigenen Händen lösen und schlussendlich blieb ihnen ein Leben im Alter im Wohlstand und ein Wunsch, der nie eingelöst worden war.
Dabei hatten sie die Macht einfach ALLES zu bekommen.

Nimm deine Figur, an der du schreibst – stell ihm/ihr/es diese Möglichkeit in den Raum und frag nach, was ist es, das du am meisten begehrst? Was willst du haben?

In Babylon 5 gibt es die Figur des „Mr. Morden“, der die Botschafter fragt „was wollen Sie?“

Nehmen wir an, du hättest die Möglichkeit auf genau einen Wunsch, was würdest du haben/tun wollen? Was wäre es, das du dir wünschst, wenn du alles haben könntest oder alles tun könntest. Es ist nicht bei „Wishmaster“, wo er zwar die Wünsche erfüllt, aber zu Ungunsten des Wünschenden.

Was würdest du tun? Oder ginge es dir wie mit dem Esel und den zwei Heuhaufen, der dazwischen verhungerte?

Katzentod und gehen lassen ….

Inspiriert zum letzten Beitrag hat mich eine Unterhaltung mit dem niederländischen Blogger Thomas Kamphuis – er war derjenige, der seinen Kater Sam gehen lassen musste und dafür lang ersehnten Schnee bekam.

Du kannst seinen Blog hier finden : https://thomaskamphuis.com/2021/01/25/je-weet-nooit-hoe-laat-het-is/

Gerade wer, wie ich, mit Samtpfoten zusammenlebt, der merkt rasch, es tut weh sie gehen zu lassen – aber vielleicht ist es tröstlich sich Gedanken zu machen, wie es ist, wenn sie Leiden nicht mehr ertragen müssen oder wohin sie vielleicht gehen könnten.

Lieber Thomas, ich wünsche dir viel Stärke und Kraft und erfreu dich an dem Geschenk, das du bekommen hast. Sam wird da sein, wenn du ihn brauchst!

Ich werde mich diesem verbrecherischem Missbrauch nicht beugen!

Aus dem Kommentarbereich, einer der Kommentare, der mir so aus dem Herzen spricht:

„Es ist doch wunderbar, dass uns jede Jahreszeit neue Ein- und Ausblicke gewährt, wobei der Winter mit seinen Schwarz-Weiß-Effekten, der klaren Luft und dem Licht den größten Kontrast setzt, zum vorangegangenen Herbst mit seinen Farben und zum kommenden Frühling und dem Erwachen des neuen Lebens in Flora und Fauna. So gesehen ist der Winter eigentlich die wichtigste Jahreszeit.“

Liebe Anna Marie Birken, der Kommentar bringt es auf den Punkt mit wenigen Worten – ihren Blog findest du übrigens hier:
https://annamariebirken.com/

In den letzten Jahren haben wir die Schönheit des Winters so häufig vermisst – und es gibt so viele, die sich danach sehnen. Morgens, wenn ich das Haus verlasse für einen Spaziergang und es ist noch dunkel, wenn die Dämmerung beginnt und den Kontrast dunkel/hell hervorhebt, die Luft kalt an der Nase klebt und der Wind um die Ohren pfeift, dann spür ich das Leben! Vielleicht geht es dir ja ähnlich 🙂

Als ich meinen Roman um „Mortimer, den Katzentod“, Noah und meine Katzen schrieb, da erzählte Mortimer von seinem Dasein, brachte Frieden mit sich. Viele von uns haben Katzen und sind traurig, wenn sie gehen. Ein anderer Blogger verlor kürzlich seinen geliebten Kater und erhielt dafür ein Geschenk, auf das er seit langen Jahren wartete – Schnee, Unmengen an Schnee. Woher wollen wir wissen, dass nicht Seelen, die gehen, ein kleines Geschenk senden?
Apropos Katzen – wusstest du, dass Katzen die Zugtiere der nordischen Göttin Freya sind und ihren Wagen ziehen?

Doch was hat das alles mit dem Titel zu tun?
„Ich werde mich diesem verbrecherischem Missbrauch nicht beugen!“
Es ist ein Zitat aus dem Film „der Wolkenatlas“ und gibt mitunter zu denken.
Wie oft stecken wir in einer Situation, die uns unangenehm ist, die wir aber aus verschiedenen Gründen heraus ertragen. Wir sind vielleicht nicht mutig genug um Schritte zu setzen, diese Situation zu verändern. Betrachte den Winter als die Ruhephase des Jahres, in der ein Samen gesetzt wird, in der wir für das Kommende aufbauen.
In meinem Leben gibt es eine Situation, die mir nicht gefällt und die ich nicht hinnehmen werde (und nein, meine Ehe ist es nicht 😉 ). Ich setze JETZT den Samen für das Kommende und lasse ihn wachsen.

Wie ist es bei dir? Bist du mit einer Situation in deinem Leben derzeit unzufrieden? Setzt du einen Samen in die Erde und lässt du ihn wachsen oder nimmst du die Dinge hin, weil du glaubst, es eh nicht ändern zu können?