der Frühling lässt grüßen – erste Boten sagen Hallo

Es ist soweit. Der Frühling kehrt ein.

Gestern lugten das erste Mal Bärlauchspitzen aus dem Erdboden und unter dem Laub hervor. Es ist bald soweit, Zeit Bärlauch zu sammeln und zu allerlei Leckereien zu verarbeiten – doch Vorsicht, wenn du selber sammelst, achte darauf, dass sie nach Knoblauch riechen, damit du keine giftigen Doppelgänger wie Maiglöckchen sammelst.

Einst war Bärlauch das ersehnte Grün nach einem langen Winter, brachte Vitamine und Nährstoffe mit sich und er ist tatsächlich auch sehr gesund. Bei meinen Wanderungen entdeckte ich viele, schöne Flecken mit Bärlauch, hat sich Bärlauch einmal in einem Gebiet festgesetzt, dann breitet er sich gerne aus – ein wunderschönes „Hallo“ an jeden, der dieses Winken der Natur zu schätzen weiß.

Auf welche Frühlingsboten freust du dich?

Kuwitt – kuwitt …

Hast du schon mal in deinem Leben nachts „Kuwit“ gehört? Du hörst es manchmal wenn du nahe eines Waldes bist – oder direkt darin stehst. Früher hieß es – Kuwit – also „komm – mit“ und erhielt dadurch einen schauderhaften Beigeschmack und fand somit auch Eingang in die Märchen- und Sagenwelt.

Abends ist es ruhiger, meist sind Waldtiere zu vernehmen – sofern man/frau selber sich ruhig verhält und einfach nur als Gast lauschend, irgendwo sich ruhig verhält. Dann fühlen sich die Tiere auch nicht gestört.

Als ich letztens abends unterwegs war, hörte ich auch dieses „kuwit, kuwit“ … und es brachte mich zum Lächeln. Ein paar Schritte weiter und ich stand bei einer kleinen Lichtung, wo ich mich ganz gerne aufhalte. Doch dieser Abend war anders – es schien mir, als wäre die Stimmung abweisend geworden – und betrachtete ich die Bäume, die so oft einfach nur im Wind ihre Blätter bewegen, da wirkte es, als würden sie sich bewegen.

In diesem Moment war zu fühlen, ich war gerade nicht erwünscht und zog mich zurück – wer weiß 😉 vielleicht waren es Schattengespinster, die gerade durch die Wälder zogen oder Udinen, die sich am Rande der Donau aufhielten 😉

Manchmal tut es gut, den normalen Alltag auszublenden und in andere Welten „einzutauchen“, denn genau das ist ein abendlicher Waldspaziergang doch auch.

Ein alter Bekannter meinte einst, es gäbe so wenige Geschichten um Horrorbäume – und er hat nicht ganz unrecht. Stell dir vor, du wärest mitten im Wald, egal zu welcher Jahreszeit und würdest erkennen, die Welt verändert sich, die Pflanzen könnten sich bewegen, ihre Wurzeln vielleicht aus der Erde ziehen und sie könnten nach dir greifen. Wärest du dort in der Situation, was würdest du tun?

Wo die Toten ruhen ….

Mein neues ländliches Leben bedingt gewisse Veränderungen. So ist es nicht mehr möglich ums Eck in den Laden zu gehen, weil zb neue Sportschuhe benötigt werden. Also was tut unsereins, es wird einfach die nächste, größere Stadt erkundet mit ihren Geschäften – und nein, Wien ist es nicht.

Genau genommen ist diese Veränderung ein Genuss, es bedeutet auch, keine spontanen Einkäufe mehr zu machen, sondern zu planen – HACH – ich liebe es. 🙂

Gut, zugegeben, der Ausflug brachte nicht die gewünschten Schuhe (egal, meine bisherigen halten noch eine Weile), dafür lernten mein Mann und ich die Tullner Innenstadt kennen und vor einem Gebäude konnte ich nicht anders – ich musste dort unbedingt ein Foto machen.

Was du oben siehst ist der Zugang zum Tullner Karner. Ich seh immer wieder Firmen, die sich mit „Karner“ benennen, wo ich mich dann frage, ob die überhaupt wissen, was ihr Name bedeutet?
Karner ist nichts anderes als ein „Beinhaus“, wo Knochen von Verstorbenen gelagert werden und wurden, teilweise oft auf kunstvollste Weise aufgebaut und manche wissen sogar von Kronleuchtern zu erzählen, die gänzlich auf diese Weise geschaffen worden waren.

Beim Schreiben sah ich gerade ein Bild, eine Vorstellung – vielleicht eine beginnende Geschichte … Der Blick von außen hinein in einen solchen Karner – und inmitten dieser Knochenberge eine Gestalt mit dunklen, langen Haaren, bleichem Gesicht und die Arme zur Seite gestreckt. Ihr Blick geht ins Mark und die Augen leuchten – wenn auch nicht vor Freundlichkeit, sondern mit etwas anderem.
Die Frage ist nun eher – was ist diese Gestalt? Ist sie jemand, der die Toten beschützt oder doch eher jemand, der selbst unter den Toten ruhte? Aus welcher Epoche stammt diese Gestalt? War sie aus Pestzeiten oder ist sie gar ein schützender Engel? Das verrät mir diese Gestalt nicht – was meinst du? Was könnte dieses Wesen sein?

Hättest du einen Wunsch frei …

Hättest du einen Wunsch frei, egal welcher es ist und egal was du damit wirklich tun könntest, was wäre es? Und würdest du ihn nutzen?

Es gab mal ein Märchen (oder eine Sage?) In der es darum ging, dass ein ärmeres Ehepaar einen Wunschring erhielt und damit sich einen Wunsch hätten erfüllen können. Doch jedesmal wenn sie überlegten, merkten sie, das konnten sie mit ihren eigenen Händen lösen und schlussendlich blieb ihnen ein Leben im Alter im Wohlstand und ein Wunsch, der nie eingelöst worden war.
Dabei hatten sie die Macht einfach ALLES zu bekommen.

Nimm deine Figur, an der du schreibst – stell ihm/ihr/es diese Möglichkeit in den Raum und frag nach, was ist es, das du am meisten begehrst? Was willst du haben?

In Babylon 5 gibt es die Figur des „Mr. Morden“, der die Botschafter fragt „was wollen Sie?“

Nehmen wir an, du hättest die Möglichkeit auf genau einen Wunsch, was würdest du haben/tun wollen? Was wäre es, das du dir wünschst, wenn du alles haben könntest oder alles tun könntest. Es ist nicht bei „Wishmaster“, wo er zwar die Wünsche erfüllt, aber zu Ungunsten des Wünschenden.

Was würdest du tun? Oder ginge es dir wie mit dem Esel und den zwei Heuhaufen, der dazwischen verhungerte?

Katzentod und gehen lassen ….

Inspiriert zum letzten Beitrag hat mich eine Unterhaltung mit dem niederländischen Blogger Thomas Kamphuis – er war derjenige, der seinen Kater Sam gehen lassen musste und dafür lang ersehnten Schnee bekam.

Du kannst seinen Blog hier finden : https://thomaskamphuis.com/2021/01/25/je-weet-nooit-hoe-laat-het-is/

Gerade wer, wie ich, mit Samtpfoten zusammenlebt, der merkt rasch, es tut weh sie gehen zu lassen – aber vielleicht ist es tröstlich sich Gedanken zu machen, wie es ist, wenn sie Leiden nicht mehr ertragen müssen oder wohin sie vielleicht gehen könnten.

Lieber Thomas, ich wünsche dir viel Stärke und Kraft und erfreu dich an dem Geschenk, das du bekommen hast. Sam wird da sein, wenn du ihn brauchst!

Ich werde mich diesem verbrecherischem Missbrauch nicht beugen!

Aus dem Kommentarbereich, einer der Kommentare, der mir so aus dem Herzen spricht:

„Es ist doch wunderbar, dass uns jede Jahreszeit neue Ein- und Ausblicke gewährt, wobei der Winter mit seinen Schwarz-Weiß-Effekten, der klaren Luft und dem Licht den größten Kontrast setzt, zum vorangegangenen Herbst mit seinen Farben und zum kommenden Frühling und dem Erwachen des neuen Lebens in Flora und Fauna. So gesehen ist der Winter eigentlich die wichtigste Jahreszeit.“

Liebe Anna Marie Birken, der Kommentar bringt es auf den Punkt mit wenigen Worten – ihren Blog findest du übrigens hier:
https://annamariebirken.com/

In den letzten Jahren haben wir die Schönheit des Winters so häufig vermisst – und es gibt so viele, die sich danach sehnen. Morgens, wenn ich das Haus verlasse für einen Spaziergang und es ist noch dunkel, wenn die Dämmerung beginnt und den Kontrast dunkel/hell hervorhebt, die Luft kalt an der Nase klebt und der Wind um die Ohren pfeift, dann spür ich das Leben! Vielleicht geht es dir ja ähnlich 🙂

Als ich meinen Roman um „Mortimer, den Katzentod“, Noah und meine Katzen schrieb, da erzählte Mortimer von seinem Dasein, brachte Frieden mit sich. Viele von uns haben Katzen und sind traurig, wenn sie gehen. Ein anderer Blogger verlor kürzlich seinen geliebten Kater und erhielt dafür ein Geschenk, auf das er seit langen Jahren wartete – Schnee, Unmengen an Schnee. Woher wollen wir wissen, dass nicht Seelen, die gehen, ein kleines Geschenk senden?
Apropos Katzen – wusstest du, dass Katzen die Zugtiere der nordischen Göttin Freya sind und ihren Wagen ziehen?

Doch was hat das alles mit dem Titel zu tun?
„Ich werde mich diesem verbrecherischem Missbrauch nicht beugen!“
Es ist ein Zitat aus dem Film „der Wolkenatlas“ und gibt mitunter zu denken.
Wie oft stecken wir in einer Situation, die uns unangenehm ist, die wir aber aus verschiedenen Gründen heraus ertragen. Wir sind vielleicht nicht mutig genug um Schritte zu setzen, diese Situation zu verändern. Betrachte den Winter als die Ruhephase des Jahres, in der ein Samen gesetzt wird, in der wir für das Kommende aufbauen.
In meinem Leben gibt es eine Situation, die mir nicht gefällt und die ich nicht hinnehmen werde (und nein, meine Ehe ist es nicht 😉 ). Ich setze JETZT den Samen für das Kommende und lasse ihn wachsen.

Wie ist es bei dir? Bist du mit einer Situation in deinem Leben derzeit unzufrieden? Setzt du einen Samen in die Erde und lässt du ihn wachsen oder nimmst du die Dinge hin, weil du glaubst, es eh nicht ändern zu können?

Wie kann ich dem widerstehen?

Wir sitzen da und wollen doch eigentlich nur in Ruhe unsere übliche Säuberungs- und Putzroutine ausführen. Putzen unsere Fußsohlen, knabbern zwischen den Krallen und dann DAS …
Dosenöffner sieht uns an, gibt Laute von sich, die wir nicht verstehen und dann kommt das daher …!
WAH … Es macht einen irre – aber widerstehen können wir nicht … Mist!

Wenn du mit Samtpfoten zu tun hast, hast du schon mal probiert ihnen einen Finger hinzuhalten? Sie wollen unbedingt daran riechen, wollen unbedingt wissen …

Also die Frage an die Katze in deinem Umfeld – kannst du dem Finger widerstehen? 😉

Sonne oder Schnee – wo bleibt der Igel?

Hier siehst du einen Fund meiner letzten Wanderung am Montag. Es war frisch, der Atem noch weiß vor dem Mund und es gab einige wundervolle Flecken, darunter auch eine Aussichtswarte, die leider erst ab April offen hat.

Die Winter von einst gehören leider der Vergangenheit an, vielleicht kehren die Frostgesellen, Schneegeister und Wintergestalten eines Tages wieder. Es erinnert einen an Märchen wie „die Schneekönigin“.

Hier ist ein kleiner „Schneeigel“, die Kristalle klar abgezeichnet und mitten im Weg als einziger weißer Flecken ruhend.

Wir glauben so oft, Schnee und Kälte müsse etwas Trauriges, Eingefrorenes sein, aber ist dem wirklich so? Ist es nicht eher eine Ruhephase vor dem Neubeginn?
War nicht 2020 ein Jahr der Ruhe? Stehen wir nicht vor einer Art „Neubeginn“?

Wenn du an einen Neubeginn für dich denkst, woraus besteht dieser? Von meinem hab ich dir schon erzählt, doch denk an den Samen in dir, der den Frühling begrüßen möchte. Welch wundersame Pflanze wird daraus für dich erstehen?

Bringst du die nötige Geduld mit?

Geduld

Meine Katze, die darauf wartete, auf den Balkon zu dürfen – jetzt nach Jahren – darf sie im Gras sitzen und die Freiheit eines Gartens genießen (vorausgesetzt es ist ihr nicht zu kalt 🙂 ).

Vom ersten Gedankenfunken bis zum fertigen Buch braucht es Zeit, manchmal weit mehr, als wir auf den ersten Blick glauben. Es ist eine Frage wie viel Zeit wir dafür aufwenden können, aber auch, wie „perfekt“ es schlussendlich werden soll.

Hier kommt der Faktor der „Geduld“ ins Spiel.

2020 ist sicher ein Jahr, das keiner von uns je vergessen wird. Für mich gingen nach vielen Jahren des Wartens und der Geduld gleich drei Wünsche in Erfüllung.
Ich konnte endlich von zu Hause aus arbeiten, das Homeoffice zog ein 🙂 und ich will es bitte behalten 🙂
(Das ist sicher nicht für jeden geeignet, ABER für mich die perfekte Lösung), ein anderer war der Umzug von der Großstadt aufs Land (nach 23 Jahren wieder Landluft atmen ist großartig) und der dritte Wunsch hat mit meiner Muse zu tun. Doch was das ist, behalte ich mir für mich 😉
Für mich war 2020 daher ein durchaus positives Jahr.

Natürlich ist mir klar, dass dies nicht für jeden so ist. Viele haben Schwierigkeiten oder sind in Kurzarbeit, es fehlen häufig die Sozialkontakte und vieles mehr.

Hast du mitbekommen, dass sich deshalb auch viele ein Haustier aus dem Tierheim geholt haben? Ich hoffe nur, dass diese Tiere dann auch im neuen Zuhause bleiben dürfen, wenn das „Social-Distancing“ doch wieder aufgehoben wird.
Liebe Tiere, ich wünsche euch hier das Beste, auch wenn ich ganz genau weiß, dass viele das Fernweh plagt.

Geduld ist eine Sache für sich. Wir brauchen sie, um Projekte in Gang zu setzen und dranzubleiben, aber auch um gewisse Dinge uns anzueignen (beispielsweise den Körper ans Laufen zu gewöhnen).
Es ist häufig eine Frage des Alters, je jünger jemand ist umso schwerer tut sich diese Person häufig (wenn auch nicht immer). Ich bin Jahrgang 1977 und merke selbst, wie sich dies bei mir in den letzten Jahren verändert hat.

Bücher schreiben hat viel mit Geduld zu tun, aber auch mit dem richtigen Timing die Geschichte „gehen“ zu lassen, wenn es so weit ist und sie nicht zu Tode zu bearbeiten.

Hast du je etwas bekommen nach langer Zeit des Wartens, das dir wirklich wichtig war?

Wohin geht unsere Reise?

Wenn wir schreiben, an einem Buch arbeiten, Texte entwerfen, dann sind unsere Wege vielfach sehr ähnlich, aber doch mit unterschiedlichen Zugängen.

Meine Zugänge sind häufig eine erste Idee, woraus sich etwas entwickelt. Ich lasse mich gern inspirieren – aber suche auch nach neuen Wegen. Darum bin ich bei meinem Genre gelandet mit Noah und Mortimer, dem Raben und dem Katzentod.

Wenn du schon geschrieben hast, wie ist deine Art des Zugangs? Lässt du dich von einem Buch, einem Text oder einem Bild inspirieren? Hast du vielleicht ein Erlebnis gehabt, das dir hier auf die Sprünge half?

Wenn du noch am Anfang stehst und einen Traum vom Buch vor dir hast, wie willst du anfangen? Wo ist deine „Startposition“?

Im Werden eines Buches stehen häufig vier große Themen, vier Phasen, die eine nach der anderen abgeklappert werden, bis das fertige Buch in Händen ist, oder der Text in der Schublade verschwindet.

Phase 1 – die Idee
Phase 2 – um das „Skelett“ formt sich das „Fleisch“ – also aus einem Funken wird mehr
Phase 3 – das Schreiben selbst
Phase 4 das Überarbeiten (die wenigsten nehmen ihren ersten Entwurf, es wird auch nachher noch daran herumgefeilt)

Wie siehst du es? Würdest du es anders unterteilen?