Stille, Vergessen … silence, forgetting

Kennst du „Dr. Who“?
Er hat viele Gegner, Dalek, Wheeping Angels, Cyberman und unzählig viele andere … Der 11. bekommt einen Gegenspieler mit Namen „Stille“. Siehst du weg, vergisst du sie.
Der Vorteil dieser Serie ist die Vielfältigkeit, in der so vieles zu finden ist, das wir auch als „Inspiration“ für Geschichten nutzen können.

Nehmen wir als Beispiel „die Stille“, dann stehen die Charaktere zu Beginn vor einem fast nicht zu lösenden Rätsel. Es ist schwierig eine Lösung für etwas zu finden, das nicht einmal ansatzweise zu verstehen ist.
Genau davor setzen wir aber die Charaktere in unseren Geschichten. Wir sind, genau betrachtet, Vater oder Mutter dieser Charaktere und helfen ihnen damit bei ihrer Entwicklung. Am Ende der Geschichte sind sie stärker, erfahrener und wissender. Doch welche „Rätsel“ geben wir ihnen auf dem Weg mit?
Sollen sie anfänglich einfach sein oder gleich ein kaum lösbares Rätsel, bei dem die Charaktere verzweifeln und aufgeben?

Meine Krähe Noah steht vor dem Rätsel, wo seine geliebte Soar abgeblieben ist. Seine geliebte Krähendame, in die er sich verliebt hatte und die dann spurlos verschwand. Wo ist sie abgeblieben? Wird er sie wiederfinden? Was wird ihm helfen bei seiner Suche?
Ich bin mit der Geschichte jetzt am Über- und Ausarbeiten. Das Rätsel wird eine Lösung bekommen. Aber bis es soweit ist wird er Zweifel haben und nach ihr suchen.

Die Stille wäre vielleicht eine Lösung, sie vergessen ebenso … aber eine verliebte Krähe gibt nicht einfach auf.

Wie schwer machst du es deinen Charakteren?

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Do you know „Dr? Who“?
He has many opponents, Dalek, Weeping Angels, Cyberman and countless others … The 11th gets an opponent called „Silence“. If you look away, you forget them.
The advantage of this series is the diversity in which so much can be found that we can also use as „inspiration“ for stories.

If we take „Silence“ as an example, the characters are faced with an almost unsolvable puzzle at the beginning. It’s difficult to find a solution for something that can’t even begin to be understood.
Exactly there we put the put the characters in our stories. We are, in fact, the father or mother of these characters, helping them to develop. At the end of the story, they are stronger, more experienced and more knowledgeable. But what „puzzles“ do we give them along the way?
Are they supposed to be simple at the beginning of a puzzle that can hardly be solved, in which the characters despair and give up?

My crow Noah faces the mystery, where his beloved Soar remained. His beloved Krähendame, with whom he had fallen in love and who then disappeared without a trace. Where has she gone? Will he find her again? What will help him in his search?
I am now working on the story, overworking and working out. The riddle will get a solution. But until then he will have doubts and search for her.

The silence might be a solution, they forget as well … but a crow in love doesn’t just give up.

How hard do you make it for your characters?

Prolog – prologue

Prolog

Wort für Wort fügt sich der Text zu einem harmonischen Ganzen. Der Prolog der Geschichte ist in Sütterlin oben zu finden, wenn auch (noch) nicht handschriftlich, dafür jedoch unter Einhaltung der damaligen S-Regeln. Diese sind anfänglich ziemlich chaotisch, aber einfach, wenn sie einmal begriffen werden.
Wann nutzen wir im Süttelrin nun das runde und wann das spitze S?
Ich habe mich im Prolog bemüht, es möglichst gut umzusetzen und glaube fest daran, dass es mir gelungen ist. Sollte sich unter euch ein Sütterlin-Experte befinden, der dies anders sieht – bitte melde dich bei mir. Über Hilfe bin ich dankbar. 🙂

Parallel in allgemein lesbar und Sütterlin zu schreiben ist eine wahre Herausforderung, aber eine reizvolle. Darum entschloss ich mich, das Buch schlussendlich auch in Sütterlin herauszubringen, natürlich unter Einhaltung der S-Regeln. 🙂

Bis dahin gibt es hier einen ersten Vorgeschmack im Bild oben. Wer es als zu klein empfindet, braucht mich nur anschreiben unter Kontakt – ich schicke das Bild gern als pdf via mail.

Wer wissen möchte, was als Prolog oben steht, hier ist der Originaltext, wie er im Roman später stehen wird:

Es würde ein Frosttag werden.

Über dem barocken Wiener Augarten lag winterliche Stille. An heißen Sommertagen von Erholungssuchenden überrannt, schlief nun das Leben. Die Zeit stand still wie in einem alten Wintermärchen.

Ein neuer Tag brach an, eingehüllt in Violett und Orange, brach sich zartes Blau den Weg über das Firmament.

Nicht mehr als eine Handvoll Besucher hatte sich in diesen frühen Morgenstunden in den Augarten verirrt. Die meisten von ihnen wären lieber im kuscheligen Bett geblieben, statt ihrem vierbeinigen Liebling Auslauf zu verschaffen. So stapften sie mit grummeligen Gesichtern und in dicke Jacken gehüllt über die hauchzarte Decke aus frisch gefallenem Schnee.

Nur zwei Rattlerwelpen nutzten die Gunst der Stunde und tobten über die hauchdünne Schneeschicht im Hundeareal. Sie wirbelten Schneeflocken auf, die auf ihr dunkles Fell herabrieselten. In ihr Spiel vertieft, ignorierten sie die Nebelschwaden aus ihrem Maul.

Klirrende Kälte hatte den Park in ein Schneemärchen verwandelt. Morgenfrost hielt die letzten, dünnen Grashalme fest im Griff, wo einzelne Schneekristalle ihre wahre Schönheit zeigten und von alten Märchen erzählten.

An den Efeuranken hatte sich längst Nachtfrost geklammert und die letzten Gräser mit klammem Weiß umhüllt.

Langsam krochen morgendliche Sonnenstrahlen herauf, wärmten den hartgefrorenen Erdboden und vertrieben die bitterste Nachtkälte. Binnen weniger Stunden würden die zarten Schneekristalle schmelzen und als Tropfen in der folgenden Nacht erneut gefrieren.

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The word for word, the text blends into a harmonious whole. The prologue of the story can be found in Sütterlin above, although not (yet) handwritten, but in compliance with the S-Rules of that time. These are initially rather chaotic, but simple once they are understood.
When do we use the round S in the Süttelrin and when the pointed S?
In the prologue, I tried to implement it as well as possible and firmly believe that I succeeded. If there is a Sütterlin expert among you who sees this differently – please contact me. I am grateful for the help. 🙂

To write parallel is generally readable and Sütterlin is a real challenge, but an attractive one. That’s why I decided to finally publish the book in Sütterlin as well, of course in compliance with the S-Rules. 🙂

Until then there is a first foretaste in the picture above. If you think it’s too small, just write to me under contact – I’ll send you the picture as pdf via mail.

If you want to know what the prologue says above, here is the original text as it will appear in the novel later – translated in English and I hope it is well enough 🙂

It would be a frosty day.

Winter silence lay over the baroque Viennese Augarten. On hot summer days, overrun by those seeking relaxation, life now slept. Time stood still as in an old winter fairy tale.

A new day dawned, wrapped in violet and orange, delicate blue broke its way across the firmament.

No more than a handful of visitors had gotten lost in the early morning hours of the Augarten. Most of them would have preferred to stay in a cuddly bed instead of giving their four-legged darling a run. So they trudged with grumpy faces and wrapped in thick jackets over the wafer-thin blanket of freshly fallen snow.

Only two Rattler puppies took advantage of the opportunity and raved over the wafer-thin layer of snow in the dog area. They stirred up snowflakes that trickled down onto their dark fur. Deeply absorbed in their game, they ignored the wafts of mist from their mouths.

The clinking cold had turned the park into a snowy fairy tale. Morning frost kept the last thin blades of grass firmly under control, where individual snow crystals showed their true beauty and told of old fairy tales.

Night frost had long since clung to the ivy vines and the last grasses had been covered in clammy white.

Slowly the morning sun rays crawled up, warmed the hard frozen ground and drove away from the bitterest night cold. Within a few hours, the delicate snow crystals would melt and freeze again as drops in the following night.

Noahs Futterstelle – feeding place

Kehren wir wieder zurück zu meiner Geschichte um Noah, die Aaskrähe. Sie schreitet voran und ist in der letzten Überarbeitung – natürlich auch dank der Unterstützung meines Beraters.
Dafür möchte ich mich hier einfach mal bei ihm bedanken.

Die Fotos oben sind von dieser Woche, stellt dir einfach mal etwas mehr Schnee und Eiseskälte vor, dann bist du dort richtig.

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Let’s get back to my story about Noah, the carrion crow. It is progressing and is in its last revision – of course also thanks to the support of my advisor.
I just want to thank him for that.

The photos above are from this week, just imagine a bit more snow and icy cold, then you are right there.

Ein altes Projekt auf das neue übertragen – macht das Sinn? – Transferring an old project to a new one – does that make sense?

1. Versuch in Sütterlin – 1. attempt in Sütterlin

In meiner Schulzeit wählte ich ein Projekt für mich, das für ein Kind mitunter atypisch erscheinen mag – ich übte für mich selbst die Kurrentschrift.
Durch meine Beschäftigung mit historischen Themen erwachte dieses Interesse erneut, nur bin ich jetzt zum Sütterlin übergegangen.

Dieses Projekt ist vorerst mein „Privatprojekt“. Ihr wisst, ich schreibe an einem Roman. Für mich selbst werde ich diese Geschichte parallel dazu in Sütterlin verfassen, einfach, wie eine große Schreibübung.

Dieses Foto zeigt meinen ersten Versuch und ich kann versichern, wenn man schon ewig nicht mehr mit einem Füllfederhalter und Tinte gearbeitet hat, ist es eine ziemlich heftige Umstellung. Irgendwie war das Gefühl von einem Schulanfänger wieder da.

Ein paar Worte zum Sütterlin selbst:
Heute können nur noch wenige diese Schrift lesen, aber gerade, wenn einem beispielsweise ein altes Kochbuch in die Hände fällt, in denen noch die Rezepte in Sütterlin geschrieben sind, dann ist hilfreich diese Schrift zu können. Viele alte Postkarten oder sogar Feldpost wurde noch in Sütterlin verfasst.

Und hier ist der Originaltext, wie er auf dem Foto zu lesen ist:
Es würde ein Frosttag werden.
Über dem Wiener Augarten lag angenehme Stille. An heißen Sommertagen von Erholungssuchenden überrannt, schlief nun das Leben. Die Zeit stand still wie in einem alten Wintermärchen.

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When I was at school, I chose a project for myself that might sometimes seem atypical for a child – I practiced the Currents script for myself.
This interest was awakened again by my involvement with historical themes, but I have now moved on to Sütterlin.

This project is my „private project“ for the time being. You know, I am writing a novel. For myself, I will write this story parallel to it in Sütterlin, simply, like a great writing exercise.

This photo shows my first attempt and I can assure you that if you haven’t worked with a fountain pen and ink for a long time, it’s quite a violent change. Somehow the feeling of a school beginner was back.

A few words about Sütterlin himself:
Today only a few people can read this script, but just when for example an old cookbook falls into your hands, in which the recipes are still written in Sütterlin, then it is helpful to be able to read this script. Many old postcards or even field post were still written in Sütterlin.

And here is the original text as it can be read on the photo (translated to English!):
It would be a frosty day.
Over the Viennese, Augarten lay pleasant silence. On hot summer days, overrun by those seeking relaxation, life now slept. Time stood still as in an old winter fairy tale.

Die Wahrheit ist ein dreiteiliges Schwert

Vor vielen Jahren kam die Sci-Fi Serie »Babylon 5« ins TV. Auf 5 Seasons ausgelegt, erzählte sie eine Geschichte mit rotem Handlungsfaden, mit dem Hintergrund, nichts ist wirklich so, wie es zu Beginn scheint.
Aktionen aus der ersten Staffel wurden in der 3. oder 4. Staffel wichtig, selbst wenn diese »Kleinigkeiten« waren.

Mir gefallen daran bis heute Zitate, die auf das Leben, und auf die Schreiberei zutreffen. Darunter ein Zitat, das den Kern einer guten Geschichte trifft:

»Die Wahrheit ist ein dreischneidiges Schwert!«

Was lässt sich daraus für einen Autor heranziehen?

Wahrheit 1 – du schreibst die Geschichte, du bist der Autor, du entscheidest
Wahrheit 2 – der Charakter in der Geschichte vermag einen eigenen Kopf entwickeln, die Entwicklung mag dir nicht immer genehm sein
Wahrheit 3 – die endgültige Geschichte, weder du noch der Charakter sehen alles – und wenn es »nur« Kleinigkeiten sind, die sich beim Schreiben verändern

Ich merke es beim Schreiben der Geschichte überdeutlich. Abweichend von der ursprünglichen Idee, ein anderer Hauptcharakter nimmt den Platz für sich ein, doch selbst dieser scheint die Entwicklung des Plots nicht völlig zu beherrschen.
Somit ist die endgültige Geschichte die dritte Wahrheit – das eigentliche, um das es geht.

Frage an dich:
Welche Zitate sind für deine schriftstellerischen Arbeiten passend?

Hauche mir Leben ein … Triff Entscheidungen!

Für viele Schreiberlinge, vor allem jene, die erst am Anfang stehen, stellt sich die Frage, wie sie Figuren kreieren sollen oder können. Welche Möglichkeiten bestehen hierfür?

Gleich vorweg, kein Schreiberling ist wie der andere. Die einen brauchen Hintergrundgeräusche beim Schreiben, die anderen benötigen absolute Stille. Verschiedene Inspirationsquellen dienen hier gleichrangig zum Einfluss einer potentiellen oder vorhandenen Muse.

Die Art des Schreibens und die Texte, alles hängt an unterschiedlichen Komponenten und Facetten.

Stellen wir eine fiktive Figur in den imaginären Raum.

Sie hat keinen Namen, kein Geschlecht, keinen Background und nichts, das sie sein könnte. Es ist unbekannt, in welchem Umfeld sie existiert und losgelöst von einer Vergangenheit, die sie nicht hatte.

Kennst du den Roman »die unendliche Geschichte«? Darin geht es um einen Jungen (Bastian Balthasar Bux), der eine zerstörte Welt aufbaut, indem er sich Dinge wünscht, vorstellt und sie neu erschafft. Er kreiert mit seiner Phantasie Unglaubliches.

Stell dir diesen Funken einer Existenz genauso vor – ähnlich wie „Phantásien„, das Land in der »Unendlichen Geschichte«. Du bist ihr Schöpfer – ob Engel oder Teufel oder ein Frankenstein, es liegt an dir, was du daraus machst.

Welchen Punkt könntest du als erstes heranziehen?

Triff Entscheidungen!

Du kannst sie unter verschiedenen Aspekten heraus entstehen lassen. Welches Genre magst du? Wo soll die Geschichte spielen? Hast du eine Welt, wo du die Figur einbauen willst oder möchtest du Neues kreieren?

Mein Katzentod beispielsweise ist eine Figur, angelehnt an Wesen aus der Mythologie mit dem Touch eines menschlichen Wesens.
Doch dazu eines:
Wenn du jemanden als »Vorbild« nimmst, sei fair und informiere ihn oder sie vor einer Veröffentlichung der Story. Sonst könnte das unangenehme Folgen nach sich ziehen.
Mein Vorbild hat sich amüsiert, geschmeichelt gefühlt und seinen Sanktus darunter gesetzt – danke dafür 🙂

Die ersten Entscheidungen wirst du treffen. Erst später, wenn die Basics klar sind, dann entwickeln Figuren mitunter ein ganz erstaunliches Eigenleben.

Frage an dich:
Welche Entscheidung triffst du als Erstes und warum?

Möchtest du ihn kennenlernen?

Heute stelle ich euch einen neuen Charakter vor, den ich vorerst »Katzentod« nenne. Er wird eine gewichtige Rolle in der Geschichte spielen und die Flöte, von der ich schrieb, ist die seine.

Vor einiger Zeit schlug Blogger »The Inner Circle« (hier zu finden: https://moonknight65.wordpress.com/) vor, die Flöte Freddy zu benennen, nach »Freddy the Flute«. Der Gedanke ist gut, aber ob und wie ich das umsetzen kann, bin ich noch am Überlegen.
Inzwischen recherchierte ich über »Freddy the Flute« und bedaure, dass diese Serie niemals in Österreich im Fernsehen zu sehen war. Dafür fand ich sie in der Show »My name is Earl«. In diesem Sinne, danke ich dir für den Tipp. 🙂

Kommen wir zum eigentlichen »Postthema« zurück. Eine kleine Unterhaltung zwischen Noah und dem Katzentod – und ich habe mich bemüht, eure Tipps wegen Partizipationen und Co umzusetzen. Ihr habt recht, es klingt besser!

*****

Sein täglicher Streifzug durch den Augarten und das nahe gelegene Umfeld brachten seit Tagen keine Spur seiner Liebsten. Und doch gab er die Hoffnung nicht auf.
Irgendwo auf seiner täglichen Route hielt Noah, wie so oft, Einkehr, auf einem kleinen Balkon, direkt an einer für diesen Wiener Bezirk mittelmäßig befahrenen Straße.
Sommers wie winters bot sich ihm hier ein kleines »Buffet« an Meisenknödeln, Erdnüssen oder anderen Leckereien zur Stärkung.

»Hey, was machst du schon wieder hier?«
Allmählich kam der Krähe der Verdacht, der komische Kauz mit seinem schelmischen Grinsen könnte ihm tatsächlich folgen, wohin auch immer er seine Flügel lenkte.
»Verflogst du mich?«
»Nein. Warum sollt ich?«
»Du gehst mir im Moment echt auf die Nerven.«
»Warum?«

Im Schneidersitz auf dem Geländer sitzend balancierte er die Querflöte in der rechten Hand, während die linke sich am Griff desselben abstützte.
Sein Grinsen verbreiterte sich, blickte ihn mit einem Blitzen in den Augen an. Hob die Querflöte an seine Lippen und spielte die ersten Noten einer alten Melodie.
Grummelnd legte Noah den Kopf schief, bewegte sich ein paar Krähenschritte von ihm am Balkongeländer weg.

»Lass dieses blöde Lied endlich. Es nervt!«
»Dann passt ja. Lenkt dich ab!«
»Nein, nervt einfach nur! Genau wie du!«

Die Flöte von den Lippen nehmend, lehnte er sich leicht in den stärker gewordenen Luftstrom zurück, klopfte sich nicht vorhandenen Staub von der Kleidung und verschränkte seine Arme. Nach wie vor hielt seine rechte Hand die Flöte.
Mit verschmitzten Ausdruck in den haselnussbraunen Augen, deren leichte Krähenfüße das Zeichen oftmaligen Lachens zu sein schienen, starrte er ihn schweigend an.

»Was stört dich?«
»Kannst du nicht mal was anderes spielen? Ist immer das gleiche Lied, die gleiche Melodie. Ich kann sie echt nicht mehr hören!«
»Is das alles?«
»Ja. Verflixt noch mal, es nervt!«
»Nein, bist eigentlich wegen Soar gefrustet. Kannst sagen, ich hab recht!«

Leicht hin und her schaukelnde Bewegungen brachten Noah dazu, die Augen zu verdrehen. Nahm der Knilch denn gar nichts ernst? Zumindest hatte er bislang kaum ernsthafte Momente bei ihm erlebt.
Ja, die Melodie mochte schön klingen. Allerdings war auch irgendwo einmal Sendepause. Als gäbe es keine anderen Lieder, die er spielen könnte.
Überdies kam dazu, dass er ihn so oft hörte, bevor er ihn zu sehen bekam, dass dies quasi beinahe schon so etwas wie eine »Auftrittsmelodie« war.

*****

Meine Vorstellung vom Katzentod ist klar und vorformuliert, doch bin ich neugierig, wie du ihn siehst.
Was glaubst du, könnte er sein und wie könnte er sich verhalten?


Wenn die Krähe erzählt …

Hier geht es weiter:
Nun interessiert mich deine Meinung. Ich werde den geplanten Roman auszugsweise hier auf dem Blog posten. Du bist willkommen für jegliche Art konstruktiver Kritik, schließlich soll die Geschichte auch gut werden 🙂

Also, lass mal lesen, was du zu sagen hast, ich bin neugierig auf deine Meinung.

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Part 2:

den ursprünglichen Text findest du: hier

Langsam krochen morgendliche Sonnenstrahlen herauf, wärmten den hartgefrorenen Erdboden, vertrieben die bitterste Nachtkälte. Binnen weniger Stunden würden die zarten Schneekristalle schmelzen. An den Efeuranken hatte sich längst der Nachtfrost geklammert, die letzten Gräser mit klammem Weiß umhüllt.

Inmitten einer starken Baumkrone erbaut, hockte Noah in seinem Nest. Einsam. Es fühlte sich leerer an, seit seine Jungen flügge geworden waren und ihn und seine Liebste verlassen hatten.
Eisig pfiff schneidender Wind durch sein Gefieder, plusterte es mehr noch auf, als er selbst dies bereits getan hatte. Kälte und Wind trotzend, hockte er mit aufgeplustertem Federkleid im Nest, ließ sich doch die Körperwärme damit besser halten.

Lose ineinander aufgestellt sorgten die Federn für wärmende Luftpolster, halfen ihm, eisige Nächte und kalte Tage heil zu überstehen.
Vernehmliches Magenknurren vertrieb ihn aus seinen Träumen. Hunger machte sich überdeutlich bemerkbar, war es doch längst an der Zeit, wie jeden Morgen, die Futterstelle aufzusuchen. Wenige, windstille Momente ausnutzend, hüpfte Noah aus seinem Nest. Wohlweislich Eichhörnchen und Meisen zugedachte Brotkrumen, teilweise auf dem nächtlichen Boden angefroren, bediente sich Noah ohne Rücksicht, war ihm doch sein eigener Magen näher als die anderen Geschöpfe des Augartens.

Der nahe gelegene Flakturm, dessen alte Aufgabe als Hochbunker im Kriege längst zu einer verfallenden Ruine mutierte und stattdessen nun ungezählten Generationen an Tauben als Unterkunft diente, warf seinen Schatten in Richtung der Futterstelle.
Einen Blick in dessen Richtung werfend, von seinem Platz aus die Futterstelle gut einsehend, hüpfte Noah von seinem Hauptast weg, über andere Äste hinüber, bis er sich auf den nahe gelegenen Baum zu schwingen vermochte.
Dabei stets auf andere Vögel achtend, schwebte Noah beinahe zu Boden und hüpfte dabei vorsichtig näher an die Futterquelle. Einzelne Brotkrumen schnappend, sich diese in den Schnabel stopfend, dachte er das erste Mal seit Tagen nicht mehr an Soar.

Sich aufs Sammeln konzentrierend, fand er es gar nicht so einfach, möglichst viel des guten Futters, aufzusammeln, mangelte es doch an ausreichend Platz im Schnabel.
So pfiff der Wind durch die halbgeöffnete Futterluke. Doch auch nur einen einzigen Brocken davon abzugeben kam ihm nicht in den Sinn. Schließlich war es sein Magen, der knurrte und sich erneut bemerkbar machte. Überdies erbeutete er sich die Nahrung ehrlich. Wenn die Meisen zu lange Zeit benötigten, war es ja nicht sein, sondern deren Problem.
Wie viele Augen ihn beobachteten, wie viele Seelen wünschten, er möge doch verschwinden, es interessierte Noah nicht im Geringsten. Erst, als er keine weiteren Brocken mehr aufzunehmen in der Lage war, begann er damit, beiseite zu hüpfen, einen Flecken suchend zum Verzehr.

Beständig die Futterquelle im Auge behaltend, kehrte er mehrmals zurück, immer wieder Brotkrumen und Erdnüsse aufsammelnd, bis nichts mehr zu sehen war. Wütende Blicke von Eichhörnchen und Meisen gekonnt ignorierend, kehrte er zurück in sein windgeschütztes Nest, hoch über dem nach wie vor gefrorenen Erdboden.

*****

Part 1:

Es würde ein Frosttag werden.

Über dem Wiener Augarten lag angenehme Ruhe. An heißen Tagen überrannt, voller Erholungssuchender, schlief nun das Leben, schien die Zeit stillzustehen.
Der neue Tag brach an, eingetaucht in Violett und Orange, bis sich zartes Blau den Weg über das Firmament brach.
Nicht mehr als eine Handvoll Menschen mit ihren Vierbeinern hatten sich bereits in diesen frühen Morgenstunden hierher verirrt. Dick eingemummelt, zumeist gestrickte Hauben tief hinab gezogen, wären die meisten von ihnen lieber im warmen Bett geblieben.
Nur zwei Welpen nutzten die Gunst der Stunde und tobten über die hauchdünne Schneeschicht, die Nebelschwaden aus ihrem Maul ignorierend. Wirbelten im Spiel Schneeflocken auf, spürten in ihrem Überschwang nicht, wie diese sachte auf ihre schwarzen, felligen Körper herab rieselten.

Klirrende Kälte hatte den alten, barocken Park, der sich über mehr als einen halben Quadratkilometer erstreckte, in ein Schneemärchen verwandelt. Morgenfrost hielt die letzten, dünnen Grashalme fest im Griff, wo sich einzelne Schneekristalle in ihrer Schönheit zeigten.

take a little break – oder warum eine Pause gut sein kann …

Ein kurzer Spaziergang reicht meistens um an neue Ideen zu kommen und diese in die Geschichte integrieren zu können.

Ich möchte euch heute einen potentiellen, neuen Charakter vorstellen, der mir heute im Augarten über den Weg gelaufen ist:

In Anlehnung an eine alte Kinderserie sind die Eichhörnchen bei mir immer Puschel. Im Augarten gibt es einen kleinen, umzäunten Bereich, den die Tiere lieben. Es ist kein Wunder, werden sie doch bei jedem Wetter gefüttert.

Dementsprechend zahm verhalten sie sich, haben sie doch (abgesehen von Hunden) nichts zu fürchten.

Das Foto stammt von heute. Ich saß dabei im Gras und wartete nur darauf, dass es zu mir kam.
(Wer das ausprobieren will, braucht anfangs jedoch Geduld und kühles Wetter.)

Was hat dich schon zu einer Figur oder zu einem Charakter inspiriert?

eine reine Stilfrage ….

Unterschiedlichste Arten zu erzählen existieren in Romanen. Verschieden wie die Geschichten selbst, sind auch die Stile, in denen diese erzählt werden.
Bei mir kommt es auf die Geschichte an. Manchmal mag ich es kurz und knackig ausgeprägt, direkt auf den Punkt gebracht, dann wieder schätze ich ausschweifendere Texte mit langen Schachtelsätzen. Einen konkreten Stil, den ich bevorzuge habe ich nicht unbedingt.

Beim Schreiben selbst sieht es anders aus. Diese kurze Textpassage ist der Anfang der Geschichte um Noah.

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Über dem Wiener Augarten lag angenehme Ruhe. An heißen Tagen überrannt, voller Erholungssuchender, schlief nun das Leben, schien die Zeit stillzustehen.
Der neue Tag brach an, eingetaucht in Violett und Orange, bis sich zartes Blau den Weg über das Firmament brach.
Nicht mehr als eine Handvoll Menschen mit ihren Vierbeinern hatten sich bereits in diesen frühen Morgenstunden hierher verirrt. Dick eingemummelt, zumeist gestrickte Hauben tief hinab gezogen, wären die meisten von ihnen lieber im warmen Bett geblieben.
Nur zwei Welpen nutzten die Gunst der Stunde und tobten über die hauchdünne Schneeschicht, die Nebelschwaden aus ihrem Maul ignorierend. Wirbelten im Spiel Schneeflocken auf, spürten in ihrem Überschwang nicht, wie diese sachte auf ihre schwarzen, felligen Körper herab rieselten.

Klirrende Kälte hatte den alten, barocken Park, der sich über mehr als einen halben Quadratkilometer erstreckte, in ein Schneemärchen verwandelt. Morgenfrost hielt die letzten, dünnen Grashalme fest im Griff, wo sich einzelne Schneekristalle in ihrer Schönheit zeigten. Es würde ein Frosttag werden.

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Welchen Stil ziehst du vor – beim Lesen wie beim Schreiben?