Wenn ein Kind sich in ein Tier verliebt, ….

Ein weiterer, kleiner Textbaustein, welcher der Geschichte dienen sollte.
Jeder, der als Kind ein Haustier wollte oder als Elternteil einem Kind klarzumachen versuchte, warum nicht, wird diese Situation kennen.
Sie eignet sich hervorragend für den Part einer Story, einen kleinen Nebenhandlungsstrang, um einiges zu verdeutlichen. Betrachten wir uns selber in der Situation, wie würden wir darauf reagieren?

*****

»Komm, wir sollten los!«
Sein Haar zurückkämmend, die Schuhe anziehend und sich die alte, abgetragene, nichtsdestotrotz liebgewordene Jacke überwerfend, hatte er längst alles für den Spaziergang vorbereitet. Wartete nur noch auf seine Tochter.
Längst war sie fertig, hatte die Tür aufgestoßen und wartete bereits im hellen Sonnenlicht auf ihren Vater. Es war ein guter Tag fürs Rausgehen. Vielleicht ging es ja im Anschluss daran zu ihren Großeltern.
Graumeliert schimmerten die Schläfen im Sonnenlicht, das Alter war ihm kaum anzusehen, wirkte er doch älter, als er wirklich war. Die Ruhe des sonntäglichen Spazierens tat ihm und seiner Tochter ganz gut. Obwohl sie nicht miteinander sprachen, waren es die Vater-Tochter-Stunden, die ihm so wichtig waren.

Mehr schlendernd, als zügig vorwärts gehend, latschten sie an den Häusern vorbei, zogen in Richtung Kirche und von dort zur alten Burg, die inzwischen staatlichen Interessen diente. Lächelnd winkte der diensthabende Soldat dem Mann zu. Nicht das erste Mal war er mit seiner gerade einmal 5 jährigen Tochter in der Kaserne gewesen.

Während er nachdenklich die Wolken betrachtete, suchte sie auf der Wiese nach hübschen Blumen. Emsig darum bemüht, einen schönen Strauß für ihre Mutter zusammenzustellen. War sie sich doch sicher, dass bereits das Essen auf dem Tisch stünde, wenn sie zurückkämen.
Fasziniert betrachtete sie die unterschiedlichsten Farben und Blütenformen. Wo sich im sachten Wind die Gräser bewegten, schoben sie sich beiseite.
Einige Grasbüschel gaben den Blick auf etwas Schwarzes frei. Mitten zwischen den Gräsern hockte ein kleines, Kätzchen.
Ungläubig starrte das Kind das Tier an. Voll Entzücken näherte es sich, während das Kätzchen zurückwich. Versuchte scheu den Abstand zu wahren.
Doch nach einigen Minuten, in denen es sanft, sehr sanft, mit dem Tier sprach, fasste das Kätzchen Vertrauen und trat näher. Überaus vorsichtig näherte es sich dem Kind und ließ sich dann sogar von ihm streicheln.
Beinahe, als hätte es auf diese Zuneigungsbekundung gewartet.
Erstaunt, mehr noch erfreut, kniete das Kind vor dem Tier und strich sanft über dessen leicht strohiges Fell. Die leichte Glatze auf dem Kopf völlig ignorierend, wollte sie dem Tier einfach nur etwas Gutes tun.

»Komm steh auf, wir gehen!«
»Papa, schau mal!«
Seinen Blick vermochte das Kind nicht zu deuten.
»Komm schon!«
»Aber Papa, die Katze hier …«
»Lass sie.«
»Können wir sie nicht mitnehmen? Die gehört bestimmt keinem.«
»Nein. Komm jetzt!«
Strenge lag in der Stimme, als er seine Tochter aufforderte, endlich in die Gänge zu kommen und folgsam hinter ihm herzutraben.
Es sieht dem Kätzchen hinterher, das den Blick erwidert. Etwas ist in diesem Blick, das sie nicht zu deuten vermag.
»Papa, bitte.«
»Nein, komm jetzt.«

Traurig trabte das Kind hinter dem Vater her. Warum durfte sie kein Kätzchen haben?
Blickte mehrmals zurück und sah das Kätzchen ihnen folgen. Es versuchte, Schritt zu halten, aber dafür waren die kleinen Pfötchen zu kurz.
»Papa, schau mal, die will mit!«
Wortlos ging der Mann voran. Minutenlang schwieg er, während er das Drama erahnte.
An der Kreuzung zur Stadt blieb er stehen, sah seine Tochter und das Kätzchen an.
»Sie kommt nicht mit. Sorg dafür, dass sie dir nicht mehr folgt!«
»Warum?«
»Weil es so ist!«
Traurig blickte die Tochter dem Kätzchen in die Augen, wollte mit ihm spielen und es liebhaben. Doch was sollte sie tun? Also lief sie, zurück zur Wiese, bis das Kätzchen sie aus den Augen verloren hatte. Sie spürte, es war nicht richtig. Dennoch hatte ihr Vater das Sagen.
Hinter der Wiese langte sie erneut an die Straße, wo ihr Vater bereits auf sie wartete.
»Du bist alt genug. Es wird keine Katze geben!«
Während die Tochter schwieg und ihrem Vater nach Hause folgte, blickte sie immer wieder zurück zur Wiese, wo sie das Kätzchen vermutete.
Etwas in ihr war zerbrochen, Vertrauen, das sie in ihren Vater hatte, lag angeschlagen in einer Mulde aus Schmerz. Es würde lange dauern, bis sie darüber zu sprechen in der Lage war.

*****

Meinst du, sie finden im Endeffekt doch zueinander? Das Kind und das Kätzchen?

Verbesserungsvorschläge (by-the-way – für konstruktive Kritik und Verbesserungen bin ich immer zu haben):

von Ulrich Lucas:
Bei der Gelegenheit: Darf ich Dir für den ersten Satz einen Tip geben? Aktuell klingt er, als würde der Vater alles gleichzeitig machen, kämmen, Schuhe an, Jacke an. „Überwerfend“ beschreibt eine Tätigkeit, die gerade passiert. („Sich die Jacke im Hinausgehen überwerfend …“) Tatsächlich wartet er ja komplett fertig gemacht auf seine Tochter: „Sein Haar zurück gekämmt, die Schuhe angezogen und die alte, abgetragene, nichtsdestotrotz liebgewordene Jacke übergeworfen, hatte er längst alles für den Spaziergang vorbereitet. Nun wartete er nur noch auf seine Tochter.“

Wird beim Überarbeiten berücksichtigt. 🙂

neues Buchprojekt … wäre doch gelacht … Update …

Aus dem Gedanken einen reinen Katzenroman zu gestalten, bin ich inzwischen leicht abgewichen. Obwohl die Samtpfoten nach wie vor eine gewichtige Rolle bekommen.

Sie teilen sich den Platz mit einigen anderen Charakteren.
Da wäre Noah, die Krähe oder ein altes Wesen, dessen Bezug zum Wind mit der Zeit deutlich erkennbar wird. Eine Querflöte wird ebenfalls eine tragende Rolle spielen.

Einige Einflüsse stammen aus euren Gedankengängen, die ich passend scheinen, sie geben der Geschichte Schliff. Gleiches gilt für meinen Vogelberater, der mich bereits auf ein paar Aspekte stieß, die angepasst gehören.

Hier ist einmal ein kleines Update meiner drei Miezen.

Links Carry, Mitte Maze und rechts Alice.

Sie haben allesamt Silvester gut überstanden! Eure hoffentlich auch.

Wenn Krähe Noah zu Besuch kommt …

Noah besucht uns häufiger, meist hängt etwas für die Meisen auf dem Balkon, von dem schließlich er speist. Maze selber scheint noch kein richtiges Interesse entwickelt zu haben, spielt viel lieber mit Carry.

Versetzen wir uns die Lage der Krähe, stellt sich die Frage, wie Noah das sieht. Kombinieren wir die Krähe mit einer alten Legende, wenn wir sie sich unterhalten lassen oder ist es ein neuer Charakter, der für die Geschichte wichtig werden könnte? Lassen wir es an uns herankommen, wie sich die Dinge entwickeln werden.

*****

Noah hüpfte auf die Stange des Balkongeländers, kundschaftete vorsichtig das Areal vor sich aus, blickte nach den Meisen, die in den Bäumen hinter ihm warteten, amüsierte sich über die Tauben, die ihn giftig anblickten, weil er sich »ihrer« Nahrung bemächtigte.
Den Kopf neigend, sich dadurch über die Tauben lustig machend, hüpfte er auf die Armlehne des weißen Stuhles auf dem Balkon.

Hier hing ein Behälter mit Futter, das mit Sicherheit nur ihm zuliebe aufgestellt worden war. Diese Menschen hier schienen ihn zu mögen. Oder wollten sie ihn nur als Spielkamerad für die Schwarzweiße hier haben?
Spielte an sich keine Rolle. Ganz im Gegenteil, er beobachtete erst einmal den Boden des Balkons, bevor er sich dem Futter widmete. Sah in Richtung des Fensters, dann erneut zum Futter und verspeiste einige Brocken.
Vielleicht sollte er hallo sagen? Er hatte die hübschen rosa Ohren der Schwarzweißen nicht gesehen. War sie überhaupt da?
Sachte hüpfte er zum Boden hinab, einige Brocken lagen hier, welche er auflas.
Den Kopf leicht schräg haltend, blickte er zum Glas hin, wartend, ob die Schwarzweiße wieder auftauchte. Hüpfte näher und noch ein kleines Bisschen näher, bis er nur praktisch mit der Spitze seines Schnabels an der Holztür des Balkons stand.
In den Wohnraum hinein blickend, bemerkte er, wie die Schwarzweiße auf dem Boden saß, erst jetzt erkannte, dass er da war.
Hatte sie etwas abgelenkt? Schien fast so. Denn im Hintergrund sah er etwas gänzlich Neues. Pechschwarz, schwärzer noch als Soars Gefieder, leicht schimmernd, erkannte er nur wenig, zu weit weg vom Glas war es. Und doch machte ihn dies neugierig. Er sah noch, wie sich hinter einem Vorhang, der im Raum hing, etwas bewegte, der Vorhang selber dies auch tat.
Doch das schwarze Etwas schien ihn zu ignorieren, was ihn erneut neugieriger werden ließ.
Ein Blick hinein in die Fenster, erkannte er, wie das kleine Wesen die Schwarzweiße ansprang, sich mit ihr balgte.
Das amüsierte ihn, erinnerte es ihn doch ein wenig an andere Gestalten, die er tagtäglich draußen im Freien sah, die kleinen Wesen, die jeden Tag um das eigene Überleben kämpfen musste, weil sie nicht viel hatten und kaum etwas bekamen. Wie die Vögel, die sich stets um die besten Stücke Futter stritten, den schwächeren Tieren mitunter nichts oder nur sehr wenig abgaben, so standen sie da, prügelten sich, wenngleich auch auf andere Weise.

Leicht melancholische Gedanken vor sich hertreibend, konzentrierte er sich vollends auf dieses Fellbündel. Es war klein genug, ob er damit spielen konnte? Oder vielleicht gar verzehren?
Doch dann verwarf er diesen Gedanken wieder, hüpfte näher an die Glasscheibe heran um besser in die Räumlichkeiten dahinter hineinsehen zu können. Stellte jedoch rasch fest, dass er dafür doch etwas zu klein war. Wie die Schwarzweiße dahinter sich duckte, um nicht mehr denn ihre Ohrenspitzen zu zeigen, so war von ihm vielleicht auch nicht mehr als nur die Spitze des Kopfes zu erkennen, die aufgeplusterten Federn, wenn der Wind durch sie hindurch strich.
Hin- und herhüpfend, dabei die Nahrung im Schnabel haltend, vor Neugier gespannt, suchte er den besten Platz um ein klein wenig näher zu rücken und das schwarze Wesen zu sehen.

»Du bist zu klein, mein Freund!«
Erschrocken verschluckte sich Noah. Die Stimme erklang hinter ihm beinahe wie aus dem Nichts.
»Du bist einfach nicht groß genug. Bist groß genug um die anderen zu verscheuchen, kommst aber nicht, wenn die Tauben hier speisen.«
»Wer …«
Gelächter ertönte hinter ihm, anders, als es jede Krähe sein könnte. Sie waren niemals in der Lage solche Laute von sich zu geben, wie diese Stimme.
Hustend, ein Bröckchen mochte in seiner Kehle steckengeblieben sein, verschlang er die letzten Rest aus seinem Schnabel und drehte sich um. Woher kam die Stimme?
»Siehst mich nicht?«
Amüsement lag darin, bevor es wieder entschwand.
»Ist ne kleine Katze. Weißt? Hast nicht gesehen, wie sie den Alten weggebracht haben, der zuletzt nur noch in der Gegend rumlag und so viel schlief?«
Noah hüpfte zurück auf die Armlehne des Stuhles. Blickte ins Leere hinaus, wo er die Stimme vermutete.
»Weißt, er war müde, Zeit für ihn zu gehen. Kannst ja nicht ewig leben. War krank, lieb aber krank.«
»Verstehe. Was ist das dann?«
»Sie hat den Platz vom Alten bekommen. Ist ein Mäderl und die da drinnen mögen sie. Also nicht wehtun. Aufpassen, wenn sie mal raushuscht.«
»Wird sich weisen, so selten wie sie rausdürfen. Ich kann mit denen ja nicht mal reden!«
»Wieso solltest denn auch?«
Den Kopf schief haltend, nachdenkend, hüpfte Noah zurück auf das Geländer und hinaus in die leichte Brise. Die Flügel entfaltet, sich vom Luftstrom tragen lassend, flog er zurück zu seinem Nest, darüber musste er erst einmal gründlich nachdenken

*****

Nun habe ich eine Frage an dich.
Mir schwebt für die Stimme aus dem Off zwar schon etwas relativ Konkretes vor, aber was könntet ihr euch vorstellen, wer oder was da mit Noah sprechen könnte?

Powernapping nach der ersten Aufregung …

Das Leben als Katze vermag anstrengend zu sein. Herumtoben, laufen und mit den älteren Katzen zu spielen kostet eine Menge Energie und Kraft. Hier helfen einige Minuten »Powernapping« an den Dosenöffner gekuschelt, bevor die Spielerei und Lauferei erneut startet.

Carry fungiert als ältere Schwester, wobei die Frage ist, was sie ihr alles beibringen wird. Das steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Trotz Gefauche in den ersten Tagen sind die beiden inzwischen nahezu unzertrennlich und nach dem Spielen erschöpft. Da muss der Katzendaddy als Ruhekissen herhalten.

Inzwischen passt sich Maze an ihre großen Schwestern an. Zuerst trillerte sie, jetzt gurrt sie mehr. Wer weiß, gegebenenfalls sprach sie anfänglich einen anderen »Dialekt«.

Abgesehen von einem Wirbelwind und entzückendem Wesen brachte Maze auch den Anfang des Romanes mit sich.
Bedenkt beim Lesen bitte, es ist ein Rohentwurf, der ein wenig Feinarbeit benötigt.

*****

Sie fror. Es wackelte und bewegte sich der Untergrund, auf dem sie lag. Das gefiel ihr nicht besonders, vor allem, wenn sie nichts zu sehen bekam. Das sorgte für Protest, sie maunzte leise und sah die Wesen an, die sie mitgenommen hatten. Was wollten die von ihr nur?

Müdigkeit kroch in ihr hoch.
Wohin kam sie? Was geschah mit ihr?
Hatte sie Angst? Das wusste sie selber nicht so recht. Es schlug das Herz bis hinauf zum Hals, in einem schnellen Takt.
Wo waren die Brüder hin verschwunden, als sie in den Kobel gesetzt wurde?
Es war kalt, sie sah nichts, es rumpelte und ruckelte, wo kam sie denn hin? Was geschah mit ihr?

Würde sie das erfahren wollen? Angst war es nicht, das sie bewegte – wohl eher im Gegenteil, sie spürte langsam aber sicher Müdigkeit in ihren Knochen.
Dann kam sie in die Wärme, es war nicht mehr kalt, sondern einfach nur noch schön warm. Doch wo war sie gelandet? Neugierig steckte die Kleine ihren Kopf hin und her, um möglichst vieles zu beobachten. Wo war sie nur gelandet?

Es roch anders als sie es kannte. Es roch seltsam, nicht mehr nach ihren Brüdern. Dennoch war da noch der Geruch, den sie von früher her kannte, von den großen Wesen, deren Gesten und Worte sie nicht verstand. Es war schon eigenartig. Aber gab es etwas, das sie hier begreifen würde?

Es dauerte für sie eine Ewigkeit, dann erst kam sie hinein in Wärme. Das eine große Wesen öffnete den Kobel und ließ sie hinausblicken. Es roch nach Nahrung, hatte das Wesen ihr doch etwas zu essen hingestellt.
Klar hatte sie Hunger, aber sie wollte auch Ruhe. War erschöpft und müde.
Es machte nichts aus, dass der Magen knurrte. Müde war sie. Sehr müde.
Dann die ganze Aufmerksamkeit, die es hier gab.
Die Streicheleinheiten.
Anfangs war sie bei allen scheu gewesen, das war doch auch bei den Geschwistern so gewesen. Es hatte etwas gedauert, bis das altbekannte Wesen sie hochheben durfte, weg von der Mama. Doch daran hatte sie sich gewöhnt und schließlich sogar gemocht. Den Geruch des Wesens, den sie öfters schon in der Nase hatte, noch weit vor der Zeit, als es sich um sie kümmerte. Wurde von diesem Wesen gestreichelt und liebgehabt.
Das neue Wesen hier, es schien dem anderen, altbekannten ähnlich zu sein. Das war in Ordnung. Leise fing sie zu schnurren an, sich selber zu beruhigen, so erschien ihr die Sache durchaus sinnvoll.
Der Schlaf drückte sie, doch noch war es nicht so weit.
Fasziniert vom neuen Geruch stand sie erst einmal da, nahm ihn in sich auf, sog ihn ein.
Da war noch etwas, das sie nicht verstand. Es roch nach etwas, wie sie selber war.
Aufrecht stehend, wartend, was da kommen möge, öffnete sich eine Tür und zwei andere Ihresgleichen kamen herein.
Der Schlafmangel machte sich allmählich doch bemerkbar.
Der Schlaf wollte nicht kommen, dazu die Aufregung und das Adrenalin. Wie das Herz pumpte und sie wachhielt. Es klopfte bis zum Hals. Dazu kam, dass diese fremden Wesen sie ständig hochhoben, dann jedoch spürte sie ihren Herzschlag und das beruhigte sie wieder.
Dann setzte eines dieser Wesen sie auf eine bequeme und weiche Unterlage. Das erinnerte sie an ihre Familie, ihr eigenes Rudel. Doch das war nicht da, war weit weg. Ob sie jemals wieder zurückkam? Spielte das eine Rolle?
Sie saß vor einem der Nahrungsplätze, es roch gut und angenehm. Bis sie mit der Nase vor dem Pott stand und zu futtern begann.
Nichts ließ sie übrig, das Essen stillte zumindest ihren Hunger. Sie hatte in dem Sinn auch keine Bange mehr, es schmeckte gut.
Dann hob das eine Wesen sie erneut hoch und sie startete mit dem Schnurren, diesmal eher gesättigt und aus Wonne, denn vor Angst.
Es setzte sie hinauf auf die weiche Unterlage und streichelte sie vom Kopf bis zur Schwanzspitze. Erinnerte sie irgendwie an ihr altes Rudel und ihre Mama, jetzt konnte sie einschlafen, alles war gut.

*****

Wie verlief die Eingewöhnungsphase bei dir, wenn du Katzen hast?
Hat es ohne Stress und Streitereien geklappt oder verlief es eher sehr hektisch und mit viel Gefauche?

Wohin die Katzenseele geht …

Als ich meine kleine Carry das erste Mal vor über 2 Jahren sah, war es um mich geschehen. Ein winziges, zerbrechliches Wesen, einem Flauscheball ähnlich und mit Staunen in den Augen, hatte mit einem einzigen Blick mein Herz erobert.
Es dauerte nicht lange und sie bezog ihr neues Heim, wo sie binnen kürzester Zeit ihr großes Herz öffnete.
Die erste Woche roch sie nach Kuhstall, stammte sie doch von einem Bauernhof. Erst nach einigen Tagen verlor sich der Geruch.

Man sagt oft, nicht der Mensch wählt sich die Katze, sondern die Katze erwählt sich ihren Dosenöffner.
Eine Katze in sein Leben zu lassen ist, bedeutet, ein neues Familienmitglied aufzunehmen, für das man Verantwortung trägt. Tiere können erkranken, eines Tages kommen sie in hohes Alter, bis der letzte Weg sie in den Katzenhimmel schickt.
Dann stellt sich die Frage, wie macht »Dosenöffner« weiter?

Es ist nie leicht ein geliebtes Wesen gehen zu lassen. Trauer um den Verlust und die Liebe zu einem Geschöpf, das sich klammheimlich ins Herz geschlichen hat. Ist es jemals ersetzbar?

Ich habe das mit meinem alten Kater Xeni vor zwei Jahren erlebt und binnen kurzer Zeit kam Carry zu uns. Sie ersetzte den Kater nicht, aber füllte eine Lücke mit ihrer Lebendigkeit und ihren Eigenarten aus, wie es nicht besser ginge.

Jedes Jahr verlassen uns Katzen und entschwinden nach einem hoffentlich guten Leben, geliebt von ihren Dosenöffnern und in Erinnerung bleibend.

Hast du dir Gedanken über den »Katzenhimmel« gemacht? Wie sieht er für dich aus?
Keiner von uns kann es sagen, ich könnte mir allerdings ein Sternenfeld vorstellen, wo jedes Funkeln ein Katzenleben ist.
In Österreichs Sagenlandschaft gibt es eine Geschichte, in der der Tod in einer Höhle unzählig viele Kerzen brennen. Um das Leben einer Person zu beenden, braucht der Tod nur dessen Kerze zu löschen.

Was meinst du? Wie sieht er für dich aus?

lassen wir die Krähe erzählen …

Krähen sind, genau wie Raben oder Schwäne, Tiere mit ausgeprägtem Partnerdenken. Im Gegensatz zum Menschen vermag eine Krähe jedoch nicht das Smartphone zücken um den Partner anzurufen, sondern es bleibt ihr nichts anderes übrig, als zu warten.

Kennst du das Gefühl, auf den eigenen Partner zu warten? Ist ihm oder ihr etwas zugestoßen? Diese Gedanken wiegen schwer, wenn die Sorge groß ist.
Doch wie mag sich ein Vogel dabei fühlen, wenn der Partner nicht mehr an der eigenen Seite fliegt?

Noahs Hauptdilemma erscheint mir darin zu liegen, dass seine Partnerin nicht mehr da ist. Er weiß nicht, wo sie geblieben ist. Es fällt ihm schwer, das Nest zu hüten, das sie gemeinsam gebaut haben. Obwohl er genug Nahrung findet, legt er ständig etwas für seine Liebste beiseite und träumt davon, dass sie zu ihm zurückkehrt.

**********

Kälte kroch vom Boden auf, leichter Morgenfrost gefror jene dünnen Gräser, die das Jahr über bestanden und zog sich die Efeuranken den Baum hinauf, auf dem er nach wie vor ausharrte.
Sein Nest fühlte sich leer und einsam an, verwahrlost, nachdem seine Jungen flügge geworden waren und ihn und seine Liebste verlassen hatten. Vielleicht würde er eines schönen Tages einen von ihnen wiedersehen, aber ob er sie erkennen würde?
Viel zu oft hatte er es bei anderen Krähenpaaren mitbekommen, dass die Jungen nie mehr wiederkehrten, egal wie sehr sich die Eltern das wünschten.

Erste Schneeflocken fielen zu Boden, bildeten jene hauchdünne, weiße Decke, die binnen Kurzen wieder entschwand. Sie würde die wärmeren Temperaturen nicht ertragen und dahinschmelzen. Kalt pfiff der Wind durch sein Gefieder.
Sein Magen knurrte laut und vernehmlich, Hunger machte sich bemerkbar.

Vom Baum zu Boden hüpfend, wo noch einige Brocken Futter lagen, auf mögliche andere Vögel achtend, sah er die Brotkrumen, schnappte nach ihnen und stopfte sie sich in den Schnabel.
Es war gar nicht so einfach, alles aufzusammeln, viel zu wenig Platz fand sich darin. So pfiff der Wind durch die halbgeöffnete Futterluke.
Knurrend machte sich der Magen erneut bemerkbar, doch hier am Boden war der falsche Ort um sich die Nahrung, die Brotstücke, sinnvoll einzuverleiben.
Zurück zu seinem windgeschützten Flecken, den er sein Zuhause nannte, sein Nest, das er nur noch alleine bewohnte, verzehrte er gedankenverloren die Brotkrumen. Dachte dabei an seine Liebste, die er seit vielen Nächten nicht mehr gesehen hatte. Er vermochte nicht einmal ansatzweise zu sagen, was passiert war, wohin sie entschwunden war.
Lediglich das bittere Gefühl allein zu sein, hatte sie hinterlassen.

Sein Herz wurde schwer. Obwohl es noch andere wunderschöne Krähendamen gab, die in seiner Nähe noch partnerlos herumflatterten, so vermochte doch keine von ihnen so wunderbar zu sein wie seine Verlorene mit ihrem schlanken, grauen Fleck auf der Vorderseite und den einzelnen, grauen Federn im Gefieder.

Sehnsucht nach ihr sang in seinem Kopf, berührte zutiefst sein Herz, das nach ihr fragte und zu zerspringen drohte. Nur der Hunger in seinen Eingeweiden rumorte stärker.
Für einen Moment hatte er beinahe vergessen, dass sie nicht mehr da war. Sein Herz, sein Ein-und-alles, das er so schmerzlich vermisste, unzertrennlich waren sie gewesen, verliebt – und nichts vermochte sie dereinst voneinander zu trennen. In all den langen Nächten, die sie unzertrennlich gemeinsam unterwegs waren, hatte er sein Herz und seine Seele stets bei ihr gewusst.
Doch jetzt, wo sie nicht mehr bei ihm war, was blieb ihm noch übrig, als zu hoffen, sie möge eines Tages zu ihm zurückkehren und sein Herz erneut wärmen.

Völlig in Gedanken versunken hatte er wie früher einige der Brotkrumen in eine Ecke des Nestes gestopft um für sie und die Jungen etwas Nahrung bereitzuhalten. Völlig allein saß er in seinem Nest, schnappte sich die Brotstücke, die er zuvor noch gebunkert hatte und verspeiste sie.

Traurig blickte er den anderen Krähen zu, die oftmals paarweise im Augarten herumflogen auf der Suche nach Nahrung.
Von den meisten ignoriert, blickte er zu ihnen hin und fühlte sich beinahe wie ein Ausgestoßener, so einsam und alleine, dass es die anderen zu spüren schienen.
Inmitten dieses Auflebens von Gefühlen und impulsiven Emotionen der Herzen um ihn herum spürte er die Kälte, die sich beißend unter sein Gefieder schlich.

Er vermisste seine Liebste, die ihm regelmäßig Wärme schenkte, allein, indem sie sich an ihn kuschelte, wenn der Wind wieder einmal eisig kalt durch die Äste pfiff.

**********

Was meinst du? Was könnte ihr zugestoßen sein?

**********

Anmerkung von Lex Nimrod (und werde ich entsprechend korrigieren im Text):

kleine Vorschläge: hungrige Krähen bunkern nicht, sie schlingen sofort runter,.. was im Kropf is, kann ihnen niemand mehr wegnehmen,.. erwachsene Vögel kuschel sich nicht aneinander, bei Kälte brauchen sie den Abstand, damit sie sich aufplustern können und so volle Wärmeisolierung ihres „Daunenschlafsacks“ haben…

wo die Krähen ihre Nester haben …

Nachdem sich Noah langsam aber sicher als Figur im Roman bemerkbar macht, stellte ich mir die Frage, ob Noah männlich oder weiblich wird.

Mir persönlich ist das Geschlecht ziemlich egal, aber die Auswirkung auf die Geschichte vermag deswegen drastisch zu sein. Bedenken wir alleine die Sache mit der Brutpflege!

Ich wohne nahe dem Wiener Augarten, einer Grünfläche, die allerdings im Sommer völlig überlaufen ist. Bei einem Wetter wie heute hingegen ist es weitaus ruhiger, schließlich schätzen die meisten Nieselwetter kaum.

Krähen findet der beobachtende Spaziergänger dort mitunter sehr viele. Ich weiß, dass Noah auch dort seine Heimat haben wird, vermutlich mitten im Herzen des Augartens, ganz bei einem der alten Flaktürme. Rein darf man nicht, aber für eine Krähe ist es kein Problem sich oben an der Spitze ein Nest zu bauen.

Eine von ihnen neigt dazu, wie ein Hamster, sich die Krumen in den Rachen zu stopfen, kein einziges Stück zu verlieren. Der Schnabel geht ohnehin kaum mehr zu. Dann hoppelt sie weiter und fliegt davon in Richtung des Flakturmes.

Beobachte ich die Krähen im Augarten, dann sehe ich ein lebendiges Treiben, ein Hin-und-Herflattern und -fliegen. Ich sehe aber auch, wie die Krähen vertrauensvoll hoppeln und dabei am Boden spazieren, wenn jemand ihnen Brotkrumen oder Gebäckstücke hinwirft.

Das ist zwar nicht Noah, dafür fehlen die grauen Stellen an der Brustseite, aber in puncto Humor kann dieser Vogel durchaus mithalten.

Was habt ihr in Zusammenhang mit Krähen schon einmal erlebt?

Noah, der Zaungast …

Kennt ihr das auch, wenn sich beim Schreiben eine Figur praktisch verselbständigt?

Noah ist bei mir eines dieser Beispiele, sitzt auf dem Balkon, sieht in den Wohnraum hinein und scheint beinahe zu erahnen, dass er bald ein Teil einer Geschichte werden wird.
Manche Schreiber erzählen, wie die Figur vor ihren Augen lebendig zu werden scheint, so deutlich sehen sie diese vor sich. Ob das mit Noah auch der Fall ist?

Die Namenswahl war rasch getroffen. Noah – so wird er heißen. Nur, ob er ein Rabenherr oder eine Rabendame sein wird, das hat Noah noch nicht verraten.

Dafür jedoch hat das Universum manchmal einen sehr eigenartigen Sinn für Humor, in diesem Fall ist das positiv gemeint.
Über diesen Blog hat sich ein Freund aus früheren Tagen bei mir wieder gemeldet. Es war schön wieder von ihm zu hören, weil uns damals viel verband.
Inzwischen arbeitet er in einer Falknerei mit und ich will ihm hier auch danke sagen, dass ich mich mit Fragen an ihn wenden darf.

Nun, von ihm weiß ich, dass unser Zaungast eine Aaskrähe ist. Ob dem Vogel das egal ist? Jedenfalls ist er eine treue Seele und kommt immer zu Besuch und das wird auch einer seiner Hauptcharakterzüge sein.

Was meint ihr, könnte noch zu Noah passen?

Anbetungswürdiges Wasserwesen … woher kommst du und wohin gehst du?

Wasser ist vielen Katzen nicht geheuer.

Trinken ja – mehr nein!

Es zeugt von Mutproben am Badewannenrand zu spazieren und den Menschen darin zu »teebeuteln«. Mein alter Kater trank gern aus der Wanne, wenn das Badewasser frisch eingelassen war. Ohne Badezusätze und ohne Schaum ist das Badewasser zwar warm aber für den Katzenmagen nicht schädlich.
Ohne Bedenken trank er selbst dann Wasser aus der Wanne, wenn ich im Wasser war. Ob sich ein Teebeutel ähnlich fühlt, wenn der Mensch Tee trinkt?

Eines schönen Tages im Sommer sah ich Lexx in der Wanne sitzen und den Abfluss betrachten. Wenige Wochen später tat es ihm das Katzenbaby Carry nach. Immer wieder sitzen sie zusammen oder getrennt in der Wanne und betrachten Abfluss wie Duschkopf mit einer seltsamen Inbrunst.

Daraufhin meinte mein Lebensgefährte, sie sitzen in der Wanne und verhalten sich wie Gläubige in einer Kirche.
Wissen wir, ob er nicht recht hat und die Katzen eine Art »Katzenreligion« praktizieren?

Ich denke, ich werde etwas in dieser Art in meinen Roman einfließen lassen.
Könntet ihr euch vorstellen, einen »Katzenglauben« in dem Wasser eine Rolle spielt?

alles wird belegen, insbesondere wenn es mir nicht gehört …

Gestern kam das Päckchen mit meinem neuen Buch.
Sieht man einen einzigen Moment nicht hin, will sich vor dem Durchblättern zu trinken holen, legt es für einen Augenblick beiseite, passiert was?

Carry sieht es und macht sich darauf bequem.
Dann grinst sie mich erhobenen Hauptes an und pennt darauf ein.

Vor Carry sind weder Bücher, Einkaufstaschen oder andere Dinge sicher. Ein Karton und sie sitzt drinnen noch bevor er leergeräumt ist und sieht mit großen Augen hinaus.

Kennt ihr das von euren Rabauken?