Beherrschst du die „Macht“ des Small-Talk?

Können wir kommunzieren ohne zu kommunzieren?

Definitiv NEIN!
Allein wenn wir „nur“ dastehen und uns bewegen, ist es auch eine Art von Kommunikation.

Wir sind soziale Wesen, genauso wie Tiere. Selbst bei Ameisen haben sie ausgetestet, wie Alleinsein sich auf sie auswirkt. Für viele ist es eine Katastrophe weniger Kontakte zu haben als früher, immerhin leben wir in „interessanten Zeiten“. Dann wiederum ist die Kehrseite bei jenen, die es befreiend empfinden, sich nicht im sozialen Small-Talk-Thema messen zu müssen und einfach ihrem Job nachgehen können. Wie jede Münze hat auch diese Zeit also zwei verschiedene Seiten (und sicher noch mehr).

Doch egal, wie wir sonst ticken, wir sind nach wie vor soziale Wesen und schätzen den Gedankenaustausch.

Beherrschst du „Small-Talk“?

Vielleicht sollte ich das bei einem Bewerbungsgespräch mal einfließen lassen, denn es ist eine meiner Schwächen. Ich bin kein Meister darin und tue mir schwer damit, einfach nur reden um des Redens willen. Wie geht es dir damit?

Mir bleibt ein Gespräch in Erinnerung, das ich erst kürzlich führte. Es ging dabei (nanona) um das Thema Impfungen und dann die direkte Frage an mich: „Du hast doch auch eine Meinung dazu – oder etwa nicht?“

Habe ich diese denn? Ja, ich bin informiert über die akutelle Situation und die Vor- und Nachteile diverser Impfstoffe, kenne die Verschwörungstheorien und vieles mehr – und halte mich bei solchen Themen lieber raus. Allzu leicht gerät es sonst in einen Streit, der in übler Laune für alle endet. Aber ist so ein Thema eigentlich noch Small-Talk?

Bei verschiedenen Themen sehe ich dann Parallelen zur Vergangenheit. Sei es, jemand sagt, „die Politiker gehören doch aufgehängt“ (dabei fällt mir die französische Revolution ein, die einen „haitianischen Napoleon“ zur Welt brachte, den Sklavenaufstand auslöste und schlussendlich damit Lincoln zu seinen Reden inspirierte und in Amerika wiederum einen weiteren Auslöser im Bürgerkrieg veranlasste) oder es fällt die Rede „wo bleiben die ganzen Impfstoffe“ (was bei mir wiederum die Geschichte der ersten Pockenimpfung in Erinnerung bringt, als Impfungen noch getestet wurden, weil keiner eine Ahnung hatte, ob das wirklich funktionieren könnte und wie die österr. Herrscher sie damals erzwangen).

Ticke ich wirklich so anders?

DAS ist mein Dilemma beim klassischen Small-Talk. Mir fallen so viele historische Anekdoten auch zum Thema Politik ein, aber den einfachen Small-Talk, damit hab ich so meine Problemchens. Mein Mann meinte dazu: „Wenn andere von Äpfeln reden, erzählst du von Birnen …“

Apropos Anekdote zum Thema Politik:
Die meisten Politiker ziehen Hunde als Haustiere vor. Katzenmenschen unter Politikern sind eher selten. Clinton glaube ich, mich erinnern zu können, hatte ja seinen „Mr. Socks“. Aber ansonsten? Fällt dir noch einer ein?
Da war noch einer: Lenin
Aber warum? Er hatte in seiner Zeit in Wien nämlich festgestellt, dass Hausbesorger mit Hunden ihren Mietern gerne nachspionierten, hatten sie Katzen, war es ihnen egal, was der Mieter tat. Darum zog Lenin im Endeffekt Katzen vor 😉

Da Politik ein heikles Thema ist:
ich bin parteilos 😉 – ich mag nur einfach solche Anekdoten 🙂

Wie geht es dir mit Small-Talk? Bist du Meister darin oder tust du dir auch schwer damit? Hast du einen Tip für jemanden wie mich, um sich aus solchen Situationen besser rauszuwinden?

Vertraust du mir?

Vertrauen ist ein schnödes Wort – vergänglich und doch …. vertraust du mir?

Carry, meine süße Mieze, hat es perfektioniert auf unserer Schulter zu stehen und zu „reiten“, wenn wir gehen. Sie vertraut uns so weit, dass wir sie oben sitzen lassen – und seien wir mal ehrlich – es ist doch wirklich herzallerliebst 🙂

Vor einigen Jahren stellte mir eine mir sehr wichtige Person die Frage „vertraust du mir?“ Es ist oft so, dass wir nicht wissen, ob wir einer Person wirklich vertrauen können. Wenn diese Person dann sagt – spring, ich fang dich – würden wir es wirklich tun oder hätten wir nicht doch Schiss?

Ja, ich hatte das Vertrauen und es nicht bereut – ganz im Gegenteil. Manchmal müssen wir einfach vertrauen, um zu wachsen, brauchen Vertrauen, um zu erstarken, und vor allem, ist permanentes Misstrauen auch für das eigene Ego nicht sonderlich gut.

Hast du jemanden, dem/der du blind vertrauen würdest?

Im Grunde ist echtes, ehrliches Vertrauen sehr schwer zu erlangen und es sind nur ganz wenige Personen im Leben, die es auch zurecht erhalten sollten. Wie oft lesen wir von Verletzungen und Ausgenutzt-werden? Es fällt oft so schwer zu vertrauen, weil wir so viel Gegenteiliges lesen und erfahren.

Auf der anderen Seite der Münze braucht es wiederum den Aspekt, Hilfe annehmen zu können und dies auch zu wollen.

Somit haben wir bei der Frage „Vertraust du mir?“ zwei Seiten einer Medaille.
Zum einen das Vertrauen desjenigen, der Hilfe anbietet und zum anderen desjenigen, der Hilfe annimmt.

Frag dich selbst einmal, gibt es eine Person in deinem Umfeld, der du blind vertrauen würdest? Wenn diese Person dir sagt – spring, ich fange dich – hättest du dieses Vertrauen?

Als mich diese Person das fragte, zögerte ich nicht mit meiner Antwort, denn ich weiß, dass ich dieser Person wirklich blind vertrauen kann. Allein das Wissen darum ist ein Geschenk, das ich in meinem Herzen trage und wo ich genau weiß, dass es etwas ganz Besonderes ist. Jemanden im Umfeld zu haben, der einfach da ist, wenn er/sie wirklich gebraucht wird, ist keineswegs selbstverständlich. Und ich wünsche dir aus ganzem Herzen, dass du ebenfalls eine solche Person in deinem Umfeld hast.

Vertraust du mir?

Gehen wir nun zurück zum Kern der Sache und stellen wir einer fiktiven Figur diese Frage, in einer dunklen Zeit und Ära, in einem Umfeld, wo Vertrauen mitunter sogar lebensgefährlich ist/war, wie viel heikler ist es dort die Frage zu stellen, als heute?
Hätte diese Figur das Vertrauen? Hättest du es, wenn du anstelle dieser Figur wärest?

Karma is a bitch – stimmt das wirklich?

Karma is a bitch … oder bekommen wir nur, was wir verdienen?

In nahezu jeder Glaubensrichtung und jeder Mythologie findest du in der ein oder anderen Weise die Thematik der Wiedergeburt – was meist damit zusammenhängt, was du in diesem Leben auch tust – die Rechnung bekommst du im nächsten Leben präsentiert.

Manchmal geschieht dies in Form einer Waagschale, wie Anubis sie nutzte in anderer Weise sind es Energien oder einfach deine Taten, die die Wege leiten.

Im Film „Wolkenatlas“ gibt es dazu ein wundervolles Zitat:
Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden, in Vergangenheit und Gegenwart. Und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.
Was wiederum bedeutet, wir sind nicht nur für uns verantwortlich, sondern auch für die Leben, die wir mit beeinflussen.

Vielleicht kennst du die Serie „My Name is Earl“, wenn nicht, schau mal rein, denn die ganze Serie behandelt das Thema Karma. Earl selber erkannte eines Tages, welchen Mist er baute und schrieb eine Liste jener schlechter Taten, die er korrigieren wollte, und er zieht sein Vorhaben durch. Das Karma „unterstützt“ ihn dabei, indem es ihn immer wieder auf den Pfad zurückbringt.

Ob du nun an Karma und Wiedergeburt glaubst, spielt hier eigentlich keine Rolle. Vielmehr der Gedanke, wie eine Tat sich auf alles auswirken kann und inwieweit darin ein gewisser Lerneffekt steckt. Wie wir, sind nämlich auch all die Figuren auf dem Lebensweg, um zu lernen, doch was wollen sie wirklich erlernen und wie könnte das Karma hier dreinpfuschen?

Wenn wir sagen „Karma is a bitch“, so kommt die Rechnung für etwas gern binnen kurzer Zeit. Du tust etwas und erhältst dafür die Rechnung.

Manchmal klammern wir uns zu viel und zu sehr an etwas, das wir beständig tun, weil Angst vorherrscht, das Nachfolgende könnte noch schlimmer werden.

Als ich in vom Land in die Großstadt zog, änderte sich für mich mein Leben schlagartig und erst jetzt begreife ich, dass ich die Verbindung zum Ländlichen damit praktisch aufgab – die Rechnung dafür folgte in emotionalem Stress und vielfach Überforderung. Auch das ist eine Art von „Karma-Rechnung“. Unser inneres Ich ist wie ein Kompass, der uns leitet, nur hören wir manchmal nicht zu oder ignorieren ganz gerne, was uns dieser Kompass sagt.

Ich brauchte zwei ganz besondere Seelen, die mir immer wieder halfen, um zu erkennen und zu begreifen, die mir immer wieder die Hand reichten – und ich ergriff sie.
Eine dieser Seelen war und ist meine Muse, würde er mir sagen – spring, ich fange dich – würde ich es tun, denn bei ihm weiß ich, dass er mich auffängt.

Karma is a bitch
ABER ist Karma nicht noch viel mehr?

Meine Muse brachte mich immer wieder dazu, aufzustehen, wenn ich fiel, reichte mir die Hand, wenn ich stolperte, und hielt mich, wenn ich vor Verzweiflung nicht mehr weiterwusste.

Das Karma bringt uns dazu nachzudenken, ABER es gibt uns auch die Mittel zur Lösung in die Hand, wenn wir zulassen, dass wir Hilfe annehmen.

Welche Hilfe gibst du?

Wenn du einer Figur Knüppel zwischen die Beine wirfst – denn DU bist das Karma deiner Figur – dann ist es sinnvoll, dem Charakter auch eine helfende Hand zu reichen. Welche Hilfe bietest du der Figur und würde er/sie/es die Hilfe auch annehmen?

das Tintenblau des Kreativitätsflusses … wie kreativ bist du?

Trinken wir aus der Quelle – oder treiben wir im Fluss?

Folgen wir den kreativen Flüssen und Ergüssen mancher Künstler, Schreiberlinge und anderer kreativer Persönlichkeiten, so wundern wir uns manchmal, woher diese ihre Ideen haben.

Wieso nur konnten Erfinder so viele Dinge entwickeln oder so hartnäckig an einer Sache dranbleiben wie Edison mit seiner Glühbirne?

„das Tintenblau des Kreativitätsflusses“

Es stammt von einem Kommentar von „heathermkaufman“, den zugehörigen Blog findest du hier: https://heathermkaufman.com/. Als ich diese Wortwahl las, sah ich vor mir ein Bild von einem leeren Blatt, einer Feder drauf, ein Tintenfass und eine Linie in dieser Tinte gezeichnet. Du wirst dabei vielleicht etwas anderes sehen – doch die Wortwahl trifft es auf gut.

Kreativität hat viel mehr als eine Farbe und vor allem viel mehr Wege, als wir glauben. Betrachten wir das Leben wie eine Spielwiese, so finden wir darauf so viele Möglichkeiten, die wir oft gar nicht sehen. Denken wir, das Leben wäre ein Fluss, auf dem wir schwimmen, so gibt es Strömungen und Verzweigungen und in jeder davon existieren so viele Möglichkeiten – unterschiedliche – je nachdem, welchen Flussarm wir nun wählen.

Nehmen wir dieses wunderschöne Beispiel des „Tintenblau des Kreativitätsflusses“ – hach, ich liebe diese Wortkombination, weil sie einen an alte Zeiten denken lässt, an einen Schreiberling vergangener Epochen wo noch mit Feder und Tintenfass gearbeitet wurde, ich sehe eine Hand mit einem spitzenbesetzten Hemd, wie es vielleicht Shakespeare einst trug.

Auch, wenn die aktuelle Zeit neue Möglichkeiten an Kreativität mit sich bringt, ist es denn nicht auch schön, einmal die alten Wege neu zu erkunden? Manchmal liegt der Kern der Kreativität im Einst, im Vergangenen, im Verborgenen und nicht im hellen Licht moderner Technik 😉

Stellen wir uns vor, wir würden auf einem Floß einen Fluss entlangfahren und an die Gestade des Ufers blicken, sehen wir dort das Ufer eines Dschungels oder vielleicht doch eine steile Felsenküste, die keiner je erklimmen könnte?
Nimm als anderes Beispiel den Fluss Styx, wo der Fährmann Charon die Verstorbenen in die Unterwelt brachte, sofern sie ihren Obolus beglichen. Wenn ich mir diesen Fluss vorstelle, dann stehe ich vielleicht auf Charons Fähre, sehe in das tiefe Wasser hinab und erblicke Verstorbene, die über das Boot geworfen worden waren und nun verzweifelt nach oben greifen, weil sie Hilfe erbitten wollen.

Lassen wir dieses Bild einfach einmal auf uns wirken, was siehst du bei der Wortkombination „das Tintenblau des Kreativitätsflusses?

Bist du derzeit im „Fluss“?

Wir können nicht immer im „Flow“ sein. Sicher, manche werfen eine Idee nach der anderen aus und arbeiten damit, aber jeder braucht mal auch eine Schaffenspause um Batterien wieder aufzuladen. Oder wie siehst du das und wie gehst du damit um, wenn du einmal nicht im Fluss bist?

Interview mit … DIR!

Wir alle haben eine Geschichte – DU genauso! Was macht dich so Einzigartig?

Ein Interview kennst du mit Sicherheit, ob nun an die Politiker oder Stars gerichtet, an die Manager oder andere Persönlichkeiten – es wird immer jemand interviewt.

Manchmal, wie bei meinem Bloggerkollegen Thomas Kamphuis (sein Blog ist hier: https://thomaskamphuis.com/), werden Interviews mit älteren Persönlichkeiten geführt, die über ihr Leben und die Vergangenheit erzählen.

Vielleicht kannst du dich an ein Bewerbungsgespräch erinnern, das du mal geführt hast, das mehr den Schein eines klassischen Interviews trug als reales Interesse.

Wenn du hinter eine Maske blicken willst, dann ist es wichtig, die richtigen Fragen zu stellen. Natürlich können wir Worte im Mund verdrehen, oder aus scheinbaren Schwächen untadelige Stärken machen. Doch das ist nicht der Sinn eines Interviews, wie es mir vorschwebt.

Stell dir vor, du würdest dich selbst interviewen. Setz dich vor einen Spiegel und stell dir vor, du würdest dich selber zu etwas interviewen, das genau „DICH“ auszeichnet. Überlege dir vorher einen Fragekatalog und dann nimm dir ausreichend Zeit. Denn DU bist es, um den / die es im Moment geht.

Warum bist du etwas Besonderes? Was ist das Tolle, das du tust oder was war das große, schwere Leiden, das du ertragen hast?
Jeder von uns ist anders, darum können wir auch die gleichen Fragen nur bedingt stellen.

Du und dein Interview – was wäre danach?

Hast du die Antworten auf deine Fragen, was würdest du damit tun? Wärest du bei einer Zeitung angestellt und hättest die Fragen für eine Kolumne gebraucht oder ginge es dabei um etwas anderes?
Was wäre die wichtigeste Frage, die du dir selbst stellen würdest – und warum gerade diese?

Wo willst du leben? Wo willst du dich verwurzeln?

Wenn das Leben eine Reise ist, wo ist dann der Ausgangspunkt und wo das Ende und wo sind deine Wurzeln?

Einst hieß es, bau dein Haus und verwurzle dich, in den letzten Jahrzehnten gingen so viele der alten Wurzeln verloren. Es war früher sicher ein klein wenig einfacher, der Frage nachzukommen: „Wo willst du leben?“

Im geschichtlichen Kontext betrachtet und gehen wir die Ahnenreihe zurück, so sind manche Wurzeln mit großer Vorsicht zu genießen – ABER wir können nicht ohne das Einst sein. Vieles aus dem Gestern ist der Kern des Morgens, vieles davon sind großartige Anekdoten und vieles davon verwenden wir heute noch als Spruch ohne den Ursprung darin zu kennen. Oder weißt du beispielsweise woher der Titel „Sheriff“ kommt oder wo die Margarine ihren Ursprung hat?

Wenn dich jemand fragt, „wo willst du leben“, ist es das, wo du gerade bist oder wohin es dich zieht? Wo würdest du Wurzeln schlagen wollen?
Ich lebte die letzten 23 Jahre in der Großstadt und war dort nie glücklich – zu viel Hektik, zu viel Stress und ich bin einfach kein Stadtmensch. Was ich mir für mich vorstellen könnte, wäre eine Blockhütte mitten im Wald, umgeben von Nadelbäumen und mit eher kühlerem Klima. 🙂
Ein mir ganz besonders wichtiger Freund hat es geschafft mitten im Wald in einer Falkenaufzuchtstation zu leben – ich freue mich so sehr für ihn, weil es ihn glücklich macht. Es ist kein Neid, sondern einfach nur ehrliche Freude, weil es ihm guttut, und ich will, dass er glücklich ist. (Eigentlich sollten wir doch alle dort leben können, wo wir uns wohl fühlen, glaube ich.)

Mein Wunschort passt nicht für jeden – und genauso ist es bei den Figuren, wenn wir über sie schreiben.

Stellst du die Frage – „Wo willst du leben? Wo willst du dich verwurzeln?“ – was wäre dein Platz, wohin zieht dich dein Herz? Es muss dabei nicht einmal ein real existierender Ort sein, sondern könnte im Grunde alles sein 😉

Fragen wir die Figur, an der wir arbeiten:
Wo willst du leben? Wo willst du dich verwurzeln?

Wenn du jemals „schöne, neue Welt“ gelesen hast, dann ist der Hauptcharakter ein ungewöhnlicher Charakter, den ich aber sehr gut verstehe, zieht es ihn doch in kühlere Regionen und abseits vom „normalen“ Wünschen. Nicht immer sind die Figuren dort, wo sie ihre Wurzeln schlagen könnten und sollen. Wohin zieht es deine Figur? Wo will er/sie/es leben und wo will er/sie/es Wurzeln schlagen?

Sind Träume für das Schreiben wichtig?

Sind es die nicht die Träume, die uns voran treiben? Wovon sprechen deine Träume, glaubst du, sie sind zum Schreiben wichtig?

Hast du je ein Traumtagebuch geführt oder kannst du dich an einen ganz besonderen Traum erinnern?

In vielen Kulturen werden Träume als Botschaften gesehen, werden analysiert und begutachtet. Wie oft erscheinen sie als Propheten und bieten so viel mehr, als nur einfach eine Verarbeitung des normalen Alltags?

Hast du dich je mit der Interpretation von Träumen beschäftigt oder dass sie auf unser „Urgedächtnis“ zugreifen sollen? Bilder vom Fallen, vom Sterben oder von Zähnen können mitunter Ängste zeigen oder dass wir etwas verarbeiten sollen.

Aber was ist mit den hellen Köpfen, die große Rätsel mit Hilfe ihrer Träume lösten oder mit Geschichten, die durch Träume inspiriert wurden?

Letztens lief eine Biographie von J.K.Rowling über den Bildschirm, worin gezeigt wurde, dass sie von Harry Potter eigentlich im Traum erfuhr und dann über ihn schrieb, wodurch sie ihn ins Leben rief.
Nun könnte man/frau sich auch denken, dass vielleicht die Gestalt des Jungen immer schon existierte und leben wollte, bei ihr im Traum anklopfte und sie dazu brachte über ihn zu schreiben und ihm somit Leben schenkte.

Träume sind wie Spiegel, wir können viel oder wenig in sie hineininterpretieren. Ich kann mich noch sehr gut erinnern als ich als Teenager davon träumte auf einer Eisscholle zu treiben und einen Wolf bei mir zu haben. Ob es sich erfüllt hat? Nunja, ich kenne tatsächlich jemanden, der viel Gemeinsamkeiten mit einem Wolf hat und mich im geistigen Sinne von einer Eisscholle zog, wenn auch viele Jahre später.
Dann träumte ich vor einiger Zeit von meiner Muse und 13 Monden – was das nun wieder bedeutet, daran wird noch gerätselt 😉
Ich selber führe übrigens kein Traumtagebuch, aber vielleicht sollte ich es tun 😉

Führst du eines? Gibt es darin einen Traum, an den du dich gut erinnern kannst? Möchtest du davon erzählen?

Träume können jedenfalls eines sein – Inspirationsquelle für Geschichten, Romane und vieles mehr. Wir sollten vielleicht öfters träumen und so die Welt erleben, weg von den allgemeinen, trockenen Fakten und uns mehr aufs Abenteuerliche einlassen – denn auch die Träume sind im Grunde Abenteuer im Inneren.

Hat sich einer deiner Träume aus Schlafenszeiten einmal erfüllt?

Wie können wir Einschränkungen nutzen?

Gewinnen oder verlieren wir die Freiheit durch Einschränkungen?

Hast du dich schon mal gefragt, warum in Klöstern in den Schreibstuben einst die Räume kahl und die Männer und Frauen darin unter Einschränkungen ihrem Tun nachgingen?

Für viele sind die heutigen Covid-Einschränkungen ein Horror, keine Reisen mehr, oder nur noch in erschwerten Möglichkeiten, Maskenpflicht und Lockdowns überall. ABER betrachten wir die Situation einmal genauer, so wurde uns auch etwas geschenkt – nämlich die Chance auf „Selbstreflexion“.

Meine Muse meinte einst, wirklich frei bist du erst dann, wenn du im Inneren, im Kopf, frei bist. Und er hatte damit recht. Ich spüre täglich mehr davon, eine unbezahlbare Freiheit.

Betrachte dich und deine Situation einmal genauer. Vielleicht hast du Kinder und darum weniger Zeit, durch Homeschooling, vielleicht hast du einen Homeoffice-Job und kannst ungestört arbeiten oder du bist in Kurzarbeit, oder, oder, oder … Nicht für jeden ist die Situation heute gleich.

So haben beispielsweise Introvertierte heutzutage eine großartige Chance bekommen, Menschen, die es schätzen sich nicht ständig der Hektik aussetzen zu müssen … andere wiederum sehen das Heute als massiven Einschnitt in ihren gewohnten Alltag.

Egal, wie dich die Einschränkungen auch treffen mögen – betrachte es einmal von der Seite einer Chance, deine persönliche, innere Freiheit zu erlangen.

Sieh dir Klöster an, wo die Nonnen und Mönche oftmals ihren gewohnten Alltag völlig ablegen und mitunter in weltabgewandte Orden eintreten. Betrachte die Shaolin-Klöster und sieh dir an, welche Freiheiten sie gefunden haben.

Manchmal ist dieses Phänomen auch in Gefängnissen zu beobachten, wo Insassen ein komplett neues Leben beginnen.

Oder nimm einfach mal meine kleine Mietze oben, die zwar mit ihrem Geschirr eine neue Einschränkung hat, ABER dafür eine bis dahin ungewohnte Freiheit bekam, die sie längst zu schätzen gelernt hat (weniger, wenn sie nachher vor der Tür hockt und jammert, weil sie wieder raus will 😉 ).

Wenn das Äußere eingeschränkt ist, vielfach Tand und Ablenkungen entschwinden, dann ist es Zeit für die Erforschung des Inneren. Natürlich tun sich auch viele sehr schwer damit, sich auf das eigene Ich zu konzentrieren – wer bereits meditiert ist hier klar im Vorteil. ABER warum diese Chance vergeuden?

Welche Figur würdest du wohin setzen, damit du diesem Charakter die Möglichkeit zur Selbsterfahrung bieten könntest?

Ist dein Leben eine Warteschleife?

Die blaue oder die rote Pille – willst du ein Leben in einer Schleife führen oder dich entwickeln? Traust du dich?

Manchmal erscheint einem das Leben wie eine Warteschleife – es geht nichts weiter, wir wiederholen Tag für Tag die gleichen Dinge und Fehler, aber auch die schönen und guten Dinge im Leben.

An manchen Tagen hängen wir wirklich in der Warteschleife, wenn wir wo anrufen beispielsweise und hören Musik, die uns zwar beruhigen soll, einen in der Zeit aber auf die Palme bringt.

Kannst du dich an das letzte Mal erinnern, wo du in der Warteschleife gehangen bist? Eine geniale Persiflage darauf findet sich in der Serie „Blood Drive“, in der der Gamemaster Slink selber in einer solchen hängt. Es dauert und dauert und dauert und irgendwann ist ihm so langweilig, dass er alles Mögliche tut, nur um sich die Zeit dabei zu vertreiben. Die Art der Parodie darauf ist einfach nur köstlich.

Manche sagen, die Wiedergeburten seien auch eine Art von „Warteschleife“, ob sie das sind oder nicht, stellen wir einfach einmal in den Raum.

Nun nehmen wir einen Charakter, jede Figur will sich doch in der ein oder anderen Weise weiterentwickeln, wie schaffen wir es aber, diesen alltäglichen Trott zu durchbrechen?
Leg den Hörer auf und klink dich aus 😉

Natürlich sagt sich das leichter, als es wirklich der Fall ist – aber warum immer auf etwas warten, das vielleicht nie passieren mag?

Wie also bringen wir eine Figur in ihrer Entwicklung voran, sodass sie sich ausklinken kann, die Warteschleife verlassen kann und zu einem besseren Selbst wird?

Ich liebe Filme und Geschichten wie „Täglich grüßt das Murmeltier“, Zeitschleifen, in denen sich die Charaktere bis zu einem gewissen Punkt entwickeln müssen um genau diese zu verlassen. Verbinden wir diese Punkte, dann stehen wir vor einem gemeinsamen Nenner – die Figur, an der wir arbeiten – muss etwas tun oder lernen bzw. verstehen, um sich zu entwickeln, dem Schicksal den symbolischen Hörer auf den Tisch zu knallen und damit die Warteschleife zu verlassen.

Stellst du deiner Figur die Frage „Ist dein Leben eine Warteschleife?“ – was würde diese Figur dir antworten?

Tue was du willst ….

Wissen wir wirklich, was wir wollen oder glauben wir nur, es zu wissen?

„Tue was du willst soll sein das ganze Gesetz.“

Dieses Zitat stammt von Aleister Crowley, einer nicht unumstrittenen Persönlichkeit mit einer, sagen wir mal, recht interessanten Biographie. Egal, was wir uns über ihn auch denken mögen, aber das „Tue was du willst …“ nach seinem Ausspruch ist es wert darüber nachzudenken.

Die lässt sich leicht auf jede Figur anwenden, an der wir arbeiten. Jede Figur, jeder Charakter, hat eine eigene Persönlichkeit und Wünsche, Ängste, Träume und vieles mehr. Oft glauben diese Figuren, sie „wollen“ etwas und merken gar nicht, dass sie sich damit vom eigentlichen Weg abwenden.

Nehmen wir als Beispiel Rotkäppchen, so war ihr „Tue was du willst …“ einfach alles erkunden, was sie am Wegrand und im Wald gesehen hat oder war es nicht doch etwas anderes? Sie ließ sich – zugegeben von Schönem – ablenken und das Ergebnis kennen wir alle. Nunja, es gibt auch unterschiedliche Versionen des Märchens, vergessen wir das nicht.

Kehren wir zum ursprünglichen Gedanken zurück, so ist das „Tue was du willst …“ das Erkennen des eigenen, inneren Antriebs. Stell es dir wie einen goldenen Pfad vor (hach, kennen wir den nicht vom „Zauberer von Oz“? 😉 ). Wir gehen durchs Leben und verlassen diesen Pfad immer wieder, weil wir abgelenkt werden. Aber wie sollen wir wissen, wo dieser innere Pfad ist, wenn wir nicht wissen, was unser inneres Ich wirklich will?

Denk an dich selber – weißt du was dein „Tu was du willst …“ wirklich ist? Das Gute ist, unser Bauchgefühl führt uns häufig in die richtige Richtung, wenn wir denn zuhören. Unseren Charakteren, an denen wir schreiben, geht es mitunter sehr ähnlich.

Verrate mir doch, wie verstehst du das innere Wollen und wie ließe es sich auf eine Figur umsetzen?