Vielschichtige männliche Charaktere, losgelöst von Stereotypen … Multilayered male characters, detached from stereotypes

Betrachten wir die männlichen Figuren in Roman und Film, dann wirken diese häufig klischeebehaftet … leider fehlt hier häufig die Vielschichtigkeit.

Männliche Charaktere sind weit mehr als nur „stark“, „kampfeslustig“ oder „kräftig“ , sondern in ihnen können sich so viel mehr Aspekte verstecken, auch wenn dies manchmal aufgrund der Kürze einer Geschichte bisweilen schwer darzustellen ist.

Ein sehr gutes Beispiel ist Dr. Who, gerade im 50er Jahre-Special wo mehrere Inkarnationen aufeinandertreffen. Die aktuelle Doktorin nehme ich hier bewusst aus, da es in diesem Beitrag um männliche Charaktere geht! (Tja, damit ist wohl klar, ich mag den Doktor.)

Er ist lustig (Nr 11), kann arrogant sein (Nr 6), ist ein Lehrer (Nr 8), ein besorgter Großvater (Nr 1) … und vieles mehr. Er zeigt verschiedenste Facetten in unterschiedlichen Inkarnationen, ABER er ist es nicht gleichzeitig.

Würdest du Floki (Vikings), den Joker (Comicfigur), Jareth (die Reise ins Labyrinth) oder den Tod (Scheibenweltromane) als vielschichtig bezeichnen?

Welche vielschichtigen, männlichen Charaktere kennst du? Welche würdest du als solche sehen?

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If we look at the male characters in novel and film, they often seem clichéd … Unfortunately, complexity is often missing here.

Male characters are much more than „strong“, „belligerent“ or „strong“, but they can hide so much more aspects, even if this is sometimes difficult to portray because of the brevity of a story.

A very good example is Dr. Who, especially in the 50’s special where several incarnations meet. I deliberately exclude the current doctor here, because this article is about male characters! (Well, that’s for sure, I like the doctor.)

He is funny (number 11), can be arrogant (number 6), is a teacher (number 8), a worried grandfather (number 1) … and much more. He shows different facets of different incarnations, BUT he is not at the same time.

Would you describe Floki (Vikings), the Joker (cartoon character), Jareth (the journey into the labyrinth) or Death (Discworld novels) as multi-layered?

What multi-layered male characters do you know? Which ones would you see as such?

Wer ist für dich eine starke, weibliche Figur in der Literatur? – Who do you think is a strong female figure in literature?

Starke, männliche Charaktere gibt es in Film und Literatur zur Genüge. Bei starken, weiblichen Charakteren jedoch fällt auf, dass sie häufig fehlen.

Erinnerst du dich an den Ausdruck „Scream Queen?“. Damit sind weibliche Rollen in Filmen gemeint, die schreien und versuchen davonzulaufen … Schauspielerinnen wie Linnea Quigley spielten sie häufig.

Inzwischen haben es starke, weibliche Charaktere in Film und Literatur geschafft. Und dennoch fallen einem selbst jetzt nicht besonders viele Charaktere ein, eigenständiger Charaktere, von Beginn auf.

Natürlich ist es leicht, männliche Charaktere auf weiblich umzubauen, aber diese meine ich nicht.

Nein. Nimm Charaktere, die von Anfang an als weiblich gedacht sind.

Dazu stellt sich dann die Frage – wie definierst du weibliche Stärke bei Charakteren in Filmen, Serien oder Romanen?

Würdest du beispielsweise Susan Ivanova (Babylon 5), Hermine Granger (Harry Potter), Margot (the magicians), Alanna von Trebond (die schwarze Stadt) oder Johanna von Orleans (Kriegerin) als stark sehen?

Betrachte dein Umfeld. Gibt des dort jemanden, der für dich dieser Stärke entspricht?

Was würdest du einer starken, weiblichen Figur auf ihrem Weg mitgeben?

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There are plenty of strong male characters in film and literature. With strong, female characters, however, it is noticeable that they are often missing.

Do you remember the expression „Scream Queen“? This refers to female roles in movies that scream and try to run away … Actresses like Linnea Quigley often played them.

In the meantime, powerful female characters have made it into film and literature. And yet even now you can’t think of many characters that match them.

Of course, it’s easy to convert male characters to female. But characters that were created as female from the beginning!

The question then arises – how do you define female strength in characters in movies, series or novels?

For example, would you see Susan Ivanova (Babylon 5), Hermione Granger (Harry Potter), Margot (the magicians), Alanna of Trebond (the Black City) or Johanna of Orleans (historical personality) as strong?

Look at your surroundings. Is there anyone there who corresponds to this strength for you?

What would you give to a strong female figure on her way?

Gefühle – feelings

Charaktere in Geschichten tragen Emotionen und Gefühle wie wir. Je besser wir diese beschreiben und umschreiben können, umso besser können wir Schreiberlinge Entscheidungen der Charaktere vermitteln.
Nun ist es aber oft sehr schwer die richtigen Worte dafür zu finden und der Charakter bleibt dadurch farbloser.

Versuch ein kleines „Experiment“, wenn du an diesem Punkt angelangt bist.

Stell dir einen Raum voller farbiger Kugeln vor. Du weißt sicher, dass Gefühlen gewisse Farben zugeordnet werden. Sieh dich in diesem Raum um und betrachte die Kugeln. Welche zieht dich besonders an?
Nimm als Beispiel eine rote Kugel → Rot steht üblicherweise für die Liebe.

Greif dir diese Kugel und halte sie in den Händen. Stell dir den Charakter vor, über den du gerade schreibst und gib ihr die Kugel in die Hand. Sieh hin und betrachte den Charakter. Was geschieht?
Weint die Figur oder lacht sie? Gibt sie dir die Kugel zurück oder steckt sie diese ein?
Dann frage sie, wie sie sich fühlt.

Jetzt nimm dieses Bild und das, was dir der Charakter vermittelt und beschreibe genau das.

Was siehst du und was nimmst du wahr?

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Characters in stories carry emotions and feelings like us. The better we can describe and paraphrase them, the better we can communicate character decisions to scribblers.
But now it’s often very hard to find the right words for it and the character remains more colorless.

Try a little „experiment“ when you have reached this point.

Imagine a room full of colored balls. You know for sure that feelings are assigned certain colors. Look around in this room and look at the balls. Which one attracts you most?
Take as an example a red ball → Red usually stands for love.

Grab this ball and hold it in your hands. Imagine the character you are writing about and put the ball in her hand. Look and see the character. What happens?
Is the character crying or laughing? Does she give you the ball back or does she take it?
Then ask her how she feels.

Now take this picture and what the character conveys to you and describe exactly that.

What do you see and what do you perceive?

Wohin zieht es dich? Welche Charaktere magst du?

Denk an deine drei Lieblingsromane / -filme /-serien. Nimm jeweils daraus deinen Lieblingscharakter und vergleiche sie miteinander. Findest du bei ihnen Parallelen?

Die meisten lesen / sehen gern ähnliche Genre/Geschichtentypen und häufig sind es ähnliche Charaktere, die wir mögen.
Dabei sind es nicht immer die »Guten« oder die »Lieben und Freundlichen« Figuren, die wir schätzen. Meistens haben sie Ecken und Kanten, wenn sie uns ans Herz zu wachsen vermögen.

Welche Parallelen findest du bei deinen Lieblingscharakteren?

Häufig sind es Charakterzüge oder Verhaltensmuster, die gut ankommen. Die Figuren können Rebellen sein, mutig, stark oder das Gegenteil davon zaudernd, ängstlich oder mit Problemen beladen.

Beispiel für drei weibliche Figuren/Charaktere:

Alanna von Trebond (Roman: Die schwarze Stadt / Im Bann der Göttin)
Aliena (Roman: Die Säulen der Erde)
Commander Susan Ivanova (Serie: Babylon 5)

Sie stammen aus unterschiedlichsten Welten und doch haben sie Gemeinsamkeiten:
Jede ist weiblich und verfügt über einen starken Willen. Ihre Vergangenheit mag unterschiedlich sein, aber sie wirken lebendig in der Art der Darstellung und können für junge Frauen ein absolutes Vorbild sein.

Beispiel für drei männliche Figuren/Charaktere:

Cpt. Jack Harness (Serie: Torchwood / Dr. Who)
Eliot (Serie: The Magicians)
Lucifer Morningstar (Serie: Lucifer)

Jede dieser Figuren spielt mit ihrer Anziehungskraft, sie wirken verführerisch und gleichzeitig nehmen sie viele Dinge nicht ernst. Bei genauerer Betrachtung verfügen sie aber alle über eine erstaunliche Tiefe.

Vergleichst du deine Lieblingscharaktere miteinander, dann findest du erst eine Handvoll »oberflächlicher« Verbindungen. Tauch in sie ein und du erkennst, dass mehr dahinter steht. Gute Charaktere müssen nicht immer gut sein!
Im Lauf einer Geschichte verändern sich Charaktere und Figuren, wie wir entwickeln sie sich weiter.

Welche Charakter magst du und was siehst du in ihnen?

Du bist der Puppenspieler – oder ist es der Charakter, der dich regiert?

Anfänglich erscheint einem die Geschichte im Kopf, Location, Zeit, Epoche, Genre und vieles mehr hat der Schreiberling festgelegt. Er erwartet, dass die Geschichte sich entwickelt, wie es ihm vorschwebt.

Gelingt das immer?

Vor einiger Zeit las ich von der Schwierigkeit einer Autorin, ihren Krimihelden, einen Detektiv, zu leiten. Sie hatte vorgesehen, wie er zu agieren und zu reagieren hatte und doch gelang es ihr nicht, den Helden im gewünschten Vorgang zu beschreiben.
Leicht gefrustet legte sie eine Schreibpause ein und schrieb ein paar Tage später weiter. Dieses Mal achtete sie beim Schreiben darauf, was eher zum Charakter passen würde – und tatsächlich gelang ihr dieses Mal ein gelungener Text. Die ganze Zeit hatte der Charakter einfach nur »seinen Schädel« durchzusetzen versucht. Er war schließlich kein dummer Schläger, der sich mit Wut im Bauch auf die Jagd machte, sondern ein Detektiv mit feinem, messerscharfen Verstand, den er auch zu nutzen wünschte. Sie hatte vergessen seinen Charakter mit einzuberechnen, der eher den Worten als der Klinge den Vorzug schenkte.

Wer hat hier die Fäden in der Hand? Die Autorin oder der Charakter?
Und vor allem, wie ist es bei dir? Bist du der Puppenspieler, der alles vorgibt und dem die Figuren blindlings gehorchen oder sind es die Charaktere, über die du schreibst, die dir die Worte eingeben?

Wir reisen mit Erinnerungen

Jeder von uns ist ein Ergebnis bisheriger Erlebnisse, Entscheidungen und daraus resultierender Erinnerungen. Diese sind nicht zwangsläufig gute, aber sie sind Teil unseres Selbst.

Warum sollte es einem Charakter in einem Roman anders ergehen? Wo wir mit »Erinnerungen reisen«, tut es eine Figur in einer Geschichte ebenfalls.
Kaum einer mag über flache Figuren lesen, es fehlt ihnen an Leben.

Wenn du schreibst und eine Figur zum Leben erweckst, weißt du stets im Vorhinein, welche Ereignisse ihn in der Vergangenheit prägten und zu dem werden ließen, was er nun ist?

Einige Blogger machen es so, dass sie aus Rollenspielbüchern die Fragebögen heranziehen, um einem Charakter einen passenden Background zu schenken.
Andere nutzen »Charakter-Sheets« für Schriftsteller. Die nächsten Schreiberlinge erzählen einfach den Hintergrund, wie sie ihn haben möchten.

An sich ist der Gedanke mit den Charakterbögen aus Rollenspielbüchern eine gute Idee … doch Vorsicht. Wenn du dich mit den unterschiedlichen Systemen nicht auskennst, kann das verwirrend werden. Vieles davon wird durch Würfel entschieden (Größe, Stärke, …)

Hier stellt sich die Frage, wie ausführlich willst du deinen Charakter vorab gestalten?

Für Einsteiger, die wenig ausfüllen wollen bietet sich beispielsweise das »Ctulhu«System an … hier reicht im Regelfall eine einzige A4 Seite aus.
Willst du den Charakter sehr weit verfeinern, passen eher alte Fantasy-Spielsysteme.
Mittendrin liegt beispielsweise »Vampire – the Masquerade« von White Wolf.

Die meisten meines Alters haben in der ein oder anderen Weise Erfahrung mit Tischrollenspielen (Pen&Paper). Durch PC, Internet, Online-Games und Co ist das ein wenig in den Hintergrund gerückt, das Grundprinzip bei manchen Online-Spielen jedoch ist das Gleiche.

Frage an dich:
Welches Spielsystem vermagst du für welche »Detailliertheit« empfehlen?

Ach wo war er nur der Koboldkönig?

Hast du jemals »Reise ins Labyrinth« gesehen?

Die Geschichte um die es geht, ist zauberhaft. Eine junge Teenagerin, die es leid ist auf ihren Bruder aufzupassen und ihn zu den Kobolden wünscht.
Das Grundprinzip kennen die meisten von uns. Was, wenn es wahrlich machbar wäre seine Wünsche mit einem simplen »ich wünsche mir« in Erfüllung gehen zu lassen?

Aus einer kleinen Unterhaltung mit einem guten Freund meinerseits:
»Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünscht …. Es könnte in Erfüllung gehen..

Was könnte passieren, wenn deine Wünsche sich erfüllen würden? Dann kommen wir zu »Lucifer Morningstar« in der gleichnamigen Serie – der das antworten könnte:
„Never ask the devil about his tricks.“

Kehren wir zu Jareth zurück, es gab einen Kommentar darin, der zu denken gibt. Jeder von uns hat Wünsche, die er/sie erfüllt haben möchte. Welche sind wichtig und welche wollen wir tatsächlich erfüllt bekommen? Oder sind die Wünsche nicht eher eine Art »Gusto«, der einen simplen Hunger stillen soll?

Jareth brachte es auf den Punkt:
»Ich habe alles nur für dich getan, jeden einzelnen Wunsch habe ich dir von den Augen abgelesen. Du hast alles bekommen, das du wolltest!«

Er hatte damit recht.

Hier kommen wir wieder ins Schreiben zurück. Welche Wünsche hat der Charakter für deine Geschichte? Kein Wesen existiert wunschlos – selbst, wenn es dies glauben mag. Alles Leben besteht aus Wünschen.
Aus den Wünschen für deine Charakterfigur kannst du sie formen und ihr Aufgaben in der Story schenken.
Wenn du einmal nicht mehr weiter weißt in der Story, dann frag sie: »Was wünscht du dir?«

Glaubst du, die Figur würde dir darauf antworten? Wenn ja, was würde sie sich wünschen?

Mein Charakter lebt – deiner auch?

Wo es »reicht« bei einem Sachbuch Fakten aufzubereiten und klar und einfach lesbar zu schreiben, verlangen Romane mehr.

Ich merke es, während ich über meine neuen »Haupthelden« Noah und Carry schreibe. Welch ein Glück, dass ich zumindest Carry praktisch ihr ganzes Leben lang kenne.

In einem dicken »Lern-richtig-schreiben-Wälzer« empfahl der Autor, seine fiktive Figur zu interviewen und zu tun, als säßen sie sich gegenüber.
Bei einem Vogel klappt das bedingt, nur wie sieht es mit anderen Charakteren aus?

Nehmen wir einmal einen einfachen, menschlichen Charakter, ist dieser weitaus komplexer.

Fragen wären beispielsweise:

*) Identität:
Bist du jemand, der ….

*) Erwartungshaltung:
Was befürchtest oder erwartest du, dass …

*) unbewusste Überzeugungen:
Was musst du immer, wenn ….

Welche Persönlichkeit hat der Charakter und was mag die Figur?

In vielen Blogs hier lese ich, dass Schreiberlinge sich schwertun ab, sobald ein gewisser Punkt überschritten ist. Hier hat der Autor den Vorschlag gemacht, »rede« mit der Figur. Warum will er/sie nicht, wie du möchtest und laß dir sagen, was der Charakter selber vorzieht zu tun.

Viele Schreiberlinge spüren zwar beim Verfassen, was sie mit ihrem Charakter machen möchten und können, aber was, wenn du das nicht kannst?

Probier einmal diesen Charakter zu »interviewen«.
Manchmal, glaube ich, ist er einfach jemand, der sich eingesperrt fühlen könnte und daraufhin jegliche Kooperation verweigert.

Was machst du, wenn deine Figur einmal nicht mag?