Wir reisen mit Erinnerungen

Jeder von uns ist ein Ergebnis bisheriger Erlebnisse, Entscheidungen und daraus resultierender Erinnerungen. Diese sind nicht zwangsläufig gute, aber sie sind Teil unseres Selbst.

Warum sollte es einem Charakter in einem Roman anders ergehen? Wo wir mit »Erinnerungen reisen«, tut es eine Figur in einer Geschichte ebenfalls.
Kaum einer mag über flache Figuren lesen, es fehlt ihnen an Leben.

Wenn du schreibst und eine Figur zum Leben erweckst, weißt du stets im Vorhinein, welche Ereignisse ihn in der Vergangenheit prägten und zu dem werden ließen, was er nun ist?

Einige Blogger machen es so, dass sie aus Rollenspielbüchern die Fragebögen heranziehen, um einem Charakter einen passenden Background zu schenken.
Andere nutzen »Charakter-Sheets« für Schriftsteller. Die nächsten Schreiberlinge erzählen einfach den Hintergrund, wie sie ihn haben möchten.

An sich ist der Gedanke mit den Charakterbögen aus Rollenspielbüchern eine gute Idee … doch Vorsicht. Wenn du dich mit den unterschiedlichen Systemen nicht auskennst, kann das verwirrend werden. Vieles davon wird durch Würfel entschieden (Größe, Stärke, …)

Hier stellt sich die Frage, wie ausführlich willst du deinen Charakter vorab gestalten?

Für Einsteiger, die wenig ausfüllen wollen bietet sich beispielsweise das »Ctulhu«System an … hier reicht im Regelfall eine einzige A4 Seite aus.
Willst du den Charakter sehr weit verfeinern, passen eher alte Fantasy-Spielsysteme.
Mittendrin liegt beispielsweise »Vampire – the Masquerade« von White Wolf.

Die meisten meines Alters haben in der ein oder anderen Weise Erfahrung mit Tischrollenspielen (Pen&Paper). Durch PC, Internet, Online-Games und Co ist das ein wenig in den Hintergrund gerückt, das Grundprinzip bei manchen Online-Spielen jedoch ist das Gleiche.

Frage an dich:
Welches Spielsystem vermagst du für welche »Detailliertheit« empfehlen?

Hauche mir Leben ein … Triff Entscheidungen!

Für viele Schreiberlinge, vor allem jene, die erst am Anfang stehen, stellt sich die Frage, wie sie Figuren kreieren sollen oder können. Welche Möglichkeiten bestehen hierfür?

Gleich vorweg, kein Schreiberling ist wie der andere. Die einen brauchen Hintergrundgeräusche beim Schreiben, die anderen benötigen absolute Stille. Verschiedene Inspirationsquellen dienen hier gleichrangig zum Einfluss einer potentiellen oder vorhandenen Muse.

Die Art des Schreibens und die Texte, alles hängt an unterschiedlichen Komponenten und Facetten.

Stellen wir eine fiktive Figur in den imaginären Raum.

Sie hat keinen Namen, kein Geschlecht, keinen Background und nichts, das sie sein könnte. Es ist unbekannt, in welchem Umfeld sie existiert und losgelöst von einer Vergangenheit, die sie nicht hatte.

Kennst du den Roman »die unendliche Geschichte«? Darin geht es um einen Jungen (Bastian Balthasar Bux), der eine zerstörte Welt aufbaut, indem er sich Dinge wünscht, vorstellt und sie neu erschafft. Er kreiert mit seiner Phantasie Unglaubliches.

Stell dir diesen Funken einer Existenz genauso vor – ähnlich wie „Phantásien„, das Land in der »Unendlichen Geschichte«. Du bist ihr Schöpfer – ob Engel oder Teufel oder ein Frankenstein, es liegt an dir, was du daraus machst.

Welchen Punkt könntest du als erstes heranziehen?

Triff Entscheidungen!

Du kannst sie unter verschiedenen Aspekten heraus entstehen lassen. Welches Genre magst du? Wo soll die Geschichte spielen? Hast du eine Welt, wo du die Figur einbauen willst oder möchtest du Neues kreieren?

Mein Katzentod beispielsweise ist eine Figur, angelehnt an Wesen aus der Mythologie mit dem Touch eines menschlichen Wesens.
Doch dazu eines:
Wenn du jemanden als »Vorbild« nimmst, sei fair und informiere ihn oder sie vor einer Veröffentlichung der Story. Sonst könnte das unangenehme Folgen nach sich ziehen.
Mein Vorbild hat sich amüsiert, geschmeichelt gefühlt und seinen Sanktus darunter gesetzt – danke dafür 🙂

Die ersten Entscheidungen wirst du treffen. Erst später, wenn die Basics klar sind, dann entwickeln Figuren mitunter ein ganz erstaunliches Eigenleben.

Frage an dich:
Welche Entscheidung triffst du als Erstes und warum?