Schenke ihnen Leben 10

Vorschlag 10 – Murphy

Auf den Gedanken brachte mich der Kommentar von Thomas Kamphuis:

I think Murphy ca pop up any time. Melancholic in the mist. Remembering my dad all of a sudden, walking over. We always want to be happy and even tempered. But that is not life. Without Murphy we wouldn’t be happy after all.

Bezüglich meiner Geschichte zu Rudy überlegte ich schon länger zu einem weiteren Charakter, der gut zu Mortimer passen könnte. Mortimer, der Katzentod und Begleiter beim Sterben und Wiedergeborenwerden.

Murphy ist so etwas wie sein Bruder. Wir beklagen uns so oft, wenn Murphy seine Hände im Spiel hat und Dinge schief gehen lässt. Dann klagen wir oft, warum und wieso? Aber bedenken wir dabei auch, dass auch das seinen Sinn haben könnte und sei es, dass wir daran wachsen sollen?

Thomas Kamphuis, du hast mir den letzten Stein gegeben, um Murphy ins Leben zu geleiten. Danke dafür!

Murphy, wie er hier ist und wirkt ist NICHT der allseits bekannte Murphy, der so gern zitiert wird, aber er ist ihm ähnlich. Als ich mich mit ihm „unterhielt“, meinte er, er mag den Namen und bleibt einfach dabei. Nun, warum auch nicht?

Murphy wird eine tragende Rolle in meiner neuen Geschichte spielen, vielleich möchtest du dich von ihm inspirieren lassen und selber etwas von und über ihn schreiben? Mein Murphy muss nicht dein Murphy sein, weißt du? Bei mir entstammt er alten Tagen, sein Vater war ein liebevoller, starker Krieger, der die seinen beschützte, ABER auch ziemlich grimmig werden konnte. Seine Mutter entstammte einer anderen Welt, kam aus dem Süden als Sklavin verkauft und doch war sie bald frei. Ein Kind ihrer Verbindung, erschaffen zwischen den Welten und gesegnet mit einer besonderen Gabe. Doch diese wirst du im Verlauf der Geschichte um Rudy kennenlernen. Freu dich drauf.

Für mich steht sie fest, was es ist. Was könnte es deiner Meinung nach sein?

Schenke Ihnen Leben 09

Vorschlag 9 – der Feuermeister

Hast du je die griechischen Sagenwelten um Odysseus oder Herakles gelesen? Kennst du dich in der antiken, griechischen Götterwelt aus?

Nun, heute möchte ich dir „den Flammenmeister“ als Vorschlag bieten. Er könnte locker ein Sohn von Zeus sein, doch ist er es meines Wissens nach nicht. Sind wir uns ehrlich hatte Zeus aber viele Kinder, also wer weiß das schon? Von seiner Mutter ist nicht viel bekannt, eigentlich gar nichts.

Nun steht der arme Tropf allein in der Welt, lässt sich von dieser aber nicht unterkriegen. So war er bereits in jungen Jahren erfahren und lernte mal hier mal dort bis er irgendwann in die Dienste eines Kriegsherrn trat.
Seine Fähigkeit besteht in der Erfindung von Dingen, die dem Lagerleben wie dem Kampfverlauf positive Wendungen schenkt, weshalb bereits Verhandlungen um seine Anwesenheit geführt wurden, die ihn fast nach Sparta verfrachtet hätten.

Doch keine Gaben ohne Schatten. Manchmal ist er in sich gekehrt, dann sieht er Dinge aus fernen Landen und Zeiten. Auf seine Weise ist er ein Seher. Er kann die Dinge nicht beeinflussen, wohl aber sie zum Segen und Vorteil nutzen.

Optisch erinnert er an einen jungen Herkules, mit blonden Locken und schlankem Leib, in seinem Herzen brennen die Flammen eines mystischen Symbols, das ihn vorwärts treibt … dessen geistig Kind er auch ist.

Wie lässt du ihn durchs Leben gehen? Was lässt du ihn sehen und was entwickeln?

Suchst du nach Gegenlesern oder bietest du dich selbst als solchen an?

Ein Herzstück der „Skaldenschule“ wird auch die Möglichkeit sein, Gegenleser zu finden und sich selbst als Gegenleser anzubieten.
Wenn wir Schreiberlinge arbeiten, sind wir oft so stolz auf unser Werk, dass wir einfach nicht merken, dass mitunter manche Texte Rechtschreibfehler beinhalten oder auch die Grammatik nicht so möchte, wie wir wollen. Wir können betriebsblind werden und darum sind Gegenleser eine schöne Sache.

Um die „Skaldenschule“ zu erschaffen benötigt es auch Gegenleser und darum lade ich dich ein, hier deinen Kommentar zu hinterlassen:
https://skaldenschule.com/2020/10/04/mochtest-du-gegenlesen-oder-brauchst-du-einen-gegenleser-would-you-like-to-proofread-or-do-you-need-a-proofreader/?preview_id=216&preview_nonce=149e7cc6f3&preview=true

Fühl dich eingeladen mitzumachen – du bist willkommen.

Schenke ihnen Leben 08

Vorschlag 8 – Hörbert

Gestern, als ich im Wald unterwegs war und das Herbstwetter roch, sah ich im Gras etwas, das mich auf den ersten Blick an einen kleinen Waldbewohner erinnerte.

Dann trat ich näher und sah Hörbert. Dieses kleine Geschöpf sieht aus wie ein Baumstumpf und mit den Blättern ist er sehr gut getarnt.

Wie Miselind ist er ein Geschöpf des Waldes. Er bewegt sich flink wie ein Wiesel und erstarrt augenblicklich, wenn er eines Menschen ansichtig wird.

Er ist scheu, aber verfügt über das Wissen von Generationen. Viele kommen zu ihm und fragen um Rat.

Und er hütet den Wald in dem er lebt. Wenn er sieht, wie sich Gäste schlecht benehmen, dann trifft ihn dies … nunja, manche Gäste kamen nachher nie mehr zurück … waren sie doch der Meinung, es spuke in diesem Wald …

Erzähl mir von ihm, welche Geschichte verbirgt sich deiner Meinung nach hinter Hörbert?

Schenke ihnen Leben 07

Vorschlag 7 – Beatrice

Hast du jemals Gaslichtromane gelesen oder Geschichten aus dem 19. Jahrhundert, in der es um eine unerfüllte Liebe geht? Oft waren die Hauptfiguren Gouvernanten, die sich in den Hausherrn verliebten.

In eine ähnliche Schiene läuft Beatrice. Sie entstammte einer Familie der Mittelschicht und lernte in ihren jungen Jahren einen Mann kennen, den sie sehr mochte und wo sich auch eine zarte Blüte der Liebe entwickelte. Er bedeutete ihr sehr viel und oft genug träumte sie auch von ihm.

Dann jedoch verloren sie sich aus den Augen und jeder ging seiner eigenen Wege.

Wie es ihm dabei ging? Das fragte sie sich des Öfteren. Lange Zeit hoffte sie darauf, ihn wiederzusehen, bis sie das normale Leben einholte und sie ihn langsam aber sicher aus dem Gedächtnis verlor. Sie selbst heiratete und gründete eine Familie. Bald schon war sie Witwe und führte das Erbe ihres Mannes weiter.

Nach vielen Jahren trafen sie erneut aufeinander. Anfangs war sie skeptisch, doch binnen kurzem tauchte etwas in ihrem Herzen auf, das nach ihm verlangte.

Doch wieder sollten sie sich aus den Augen verlieren, nur diesmal schrieben sie sich Briefe und hielte so Kontakt.

Erst nach vielen weiteren Jahren, als sie schon grauhaarig war und ihr Leben gelebt hatte, da trafen sie sich erneut und sie erkannte, dass sie eigentlich nie wirklich gelebt hatte.
Sie hatte viel erreicht, lebte in Wohlstand und hatte einen Kreis an Leuten, mit denen sie sich regelmäßig traf, aber nichts davon war wirklich wichtig für sie. Vielleicht war das der Grund, warum sie immer erfolgreich gewesen war.

Nach all diesen Jahren stand ihr dieser eine Mann gegenüber, den sie in jungen Jahren so sehr begehrt hatte. Er trug sein Haar nun schlohweiß, doch die Wangenknochen und die leicht schrägen Zähne, das Glitzern in den Augen und seine Stimme ließen sie vibrieren.

Er steht ihr gegenüber und sieht sie an – greift nach ihrer Hand und sie steht da und weißt nicht im Geringsten, wie sie mit der Situation umgehen soll.

Wie denkst du, wird es hier weitergehen?

Möchtest du Teil der Skaldenschule sein?

Vor einiger Zeit erzählte ich davon, dass ich eine „Skaldenschule“ aufbauen möchte – in der jeder seinen Beitrag bringen kann und es auch schön ist, wenn wir uns gegenseitig unterstützen können.

Maria vom Meereskindblog brachte mich dann auf eine Idee:
https://skaldenschule.com/2020/09/20/liebesbrief/

Wir können uns alle gegenseitig unterstützen, wenn wir zum Beispiel unsere Texte gegenlesen lassen oder wer jemanden braucht, der andere ermutigen möchte, ist dort genau richtig.

In diesem Sinne möchte ich dich einladen dir zu überlegen, ob du Teil davon sein möchtest und wenn ja – dann sei herzlich willkommen. Wir können alle etwas beitragen zu einem großen Neuen und hoffentlich auch hilfreichen Miteinander.

Die Skaldenschule findest du hier:
https://skaldenschule.com/

Kennst du die Schicksalsweberinnen?

Das „Projekt Schildmaid“ zieht längst seine Kreise und bringt neue Themen mit sich – unter anderem das „Brettchenweben“. Immerhin war Weben bei den alten Völkern eine gewichtige wie auch zeitaufwendige Prozedur und Bänder wie diese waren lange vor den Wikingern zur Zierde in Gebrauch. Der Webstuhl hier ist übrigens ein selbstgebauter meines Mannes und die verwendete Wolle stammt von Merinoschafen 🙂

Betrachten wir den Webfaden doch einfach mal wie einen Lebensfaden. Die Schicksalsweberinnen, die diesen Faden spinnen, findest du beispielsweise im hohen Norden als „Nornen“, doch auch andere Völker und Zeiten finden weibliche Figuren, die den Lebensfaden eines Menschen spinnen und ihm Gutes wie Schlechtes einweben können.

Stell dir vor, du wärest eine dieser Weberinnen und wählst den Faden für deine neue Figur, du bist es, der ihm/ihr/es das Leben einhaucht. Du bist es der ihm/ihr/es die Fallstricke und die Glücksmomente mit auf dem Weg gibt. Doch wie eine gute Weberin, wirst du darauf achten, Fehler zu entfernen und einen möglichst guten Faden weben und verzwirnen.

Wie sieht der Faden aus, den du weben würdest? Klar und einfach oder doch eher hart und kantig?

Schenke ihnen Leben 06

Vorschlag 6 – Miselind

Wann hast du das letzte Mal ein Märchen gelesen?

Es gibt so wundervolle Gestalten und Figuren unter den Märchengeschöpfen, dass es fast schon schade ist, wenn wir uns immer nur auf die Hauptfiguren konzentrieren.

Heute möchte ich dir ein kleines Waldwesen übergeben, es ist eine Art Kobold oder Waldfee, so ganz sagt es mir nämlich nicht, was es sein möchte. Ich kann dir nicht mal sagen, ob es weiblich oder männlich ist, oder wie alt „es“ ist.
Doch was ich dir von Miselind erzählen kann ist, dieses Wesen ist quirlig und aufgeweckt, an allem dran, was nur möglich ist und für jeglichen Schabernack zu haben. Das fällt Miselind aber auch manchmal auf den Kopf, wenn es drum geht, einen Hasen zu necken, der dann mit den Hinterbeinen austritt oder wenn Miselind einem Kobold seine Sachen zu klauen versucht.
Hast du dir mal überlegt, was passieren kann, wenn man einen Topf mit Gold findet und den versteckt? Der eigentliche Besitzer hat sicher keinen Sinn für Humor dafür.

Das traute Heim von Miselind ist auf einem moosbedeckten Flecken. Es gibt dort viele Steine und noch mehr herabgefallene Blätter, dazu ein winzig, kleines Bächlein, das Miselind rasch in den Schlaf fallen lässt, wenn die Heimstatt einmal aufgesucht wird.

Traust du dir zu, ein eigenes, neues Märchen um Miselind zu erzählen? Welche Lektion soll Miselind lernen?

Schenke ihnen Leben 05

Vorschlag 5 – Eyya

Hast du dich je mit Reenactment oder Living History befasst?

Für viele mag dieses Kapitel nicht sonderlich interessant sein, doch jeder, der gerne Rätsel löst, sich mit früheren Epochen befasst und einmal etwas abseits des „normalen Alltags“ erleben möchte, der kennt micht ziemlicher Sicherheit Mittelaltermärkte, Schaukämpfe von Ritterdarstellern oder es zieht ihn/sie vielleicht auch nach Ausgrabungsstätten wie Carnuntum oder möglicherweise ist auch ein Besuch im römischen Colloseum drin.

Diesmal geht es um einen weiblichen Charakter, der in einer Großstadt lebt und den die Sehnsucht treibt. Sie spürt, dass in der aktuellen Welt, in der sie lebt (vor Corona allerdings), vieles fehlt. All die Jahre, seit ihrer Kindheit, war dieser Charakter fasziniert von den Wikingern. Natürlich kennt sie anfangs noch wenig von den wahren Hintergründen und betrachtet alte Filme, die historisch nun wirklich nicht der Wahrheit entsprechen.
Sie beginnt also zu graben und erkennt, dass etwas in ihr die Wahrheit finden möchte.

So macht sie sich auf die Suche nach einer Vergangenheit, die manche heute wieder lebendig werden lassen. Sie gräbt nach historischen Schnitten, sucht historische Rezepte und beginnt körperliches Training wie sie es vermutet, dass die Wikinger einst auch taten.
Dazu nimmt sie weder die Geräte aus den Fitnesscentern und schon gar keine Zusatzpräparate, sondern beginnt mit Waldläufen, Hanteltraining und sich mit viel Eiweiß zu ernähren. Sie beginnt auch selbst zu kochen.

In der Zeit ihrer Suche lernt sie andere kennen, die wie sie, an Geschichte interessiert sind und irgendwann erkennt sie, dass sie wie ein Vorbild ihrerseits sein möchte – wie die Schildmaid Eyya, von der sie in einem alten Kinderbuch einst las und sie nennt sich ab jetzt ebenso wie diese Figur (zumindest wenn sie in ihre Wikingerkleidung schlüpft).

Nun hätten wir zwei Möglichkeiten, wie du die Geschichte lenken kannst:
Variante 1 – du lässt sie einfach ihre Welt erkunden und stärker werden
Variante 2 – du lässt sie sich mit ihrem Vorbild konfrontieren, denn vielleicht ist diese Eyya ja eigentlich eine Walküre oder Göttin

Wohin führst du diesen Charakter und was machst du aus ihr?

Kennst du die „Sprache der Dichtkunst“?

Erinnerst du dich an jene Tage in deiner Schulzeit, als dir versucht wurde, Rechtschreibung und Grammatik beizubringen – du die „Sprache der Dichtkunst“ über Goethe, Schiller & Co erfahren solltest?

Rechtscheibung wie Grammatik sind nicht unbedingt die Favoriten eines Schulkindes, aber nichtsdestotrotz für den Grundriss einer Geschichte nötig oder zumindest sinnvoll.

Weitaus beliebter war das „freie Schreiben“ bei so gut wie allen. Manche versuchten einen Roman aus Aufgaben zu verfassen, andere hielten sich kurz. Ich selbst schrieb damals schon meist ohne Ende und dann fehlte mir die Zeit, die Texte zu kontrollieren.

Wie ging es dir dabei?

Ein wesentlicher Kern beim Schreiben ist es, einen Satz, einen Text oder einfach nur kurze Worte „auszuschmücken“. Frigga legte mir hier die „Edda“ nahe, das berühmteste Werk von Snorri Sturluson. Im zweiten Teil geht es vorrangig um „die Sprache der Dichtkunst“.

Beispielsweise wird darin erläutert:

„Ich muss meine Gedanken und das unvergängliche Gedicht anstrengen, um es einem Herrscher zu widmen.“
Das daraus Ausgebaute:
Ich muss anschwellen den Wind der Braut des Felsenjarls und das später alt werdende Schiff der Zwerge, um es auf den Weg zu schicken.

Oder

„Überall wo die Sonne über dem freigebigen Fürsten steht.“
Das daraus Ausgebaute:
Überall wo die Waberlohe der Schale der Welt schwebt über unserem Freund der Kostbarkeiten, am grimmigsten dem Feuer der Burg Beitis.

Wir müssen nicht unbedingt so lyrisch werden, aber einen Satz ausbauen um einen Text zu veranschaulichen, ist eine gute Idee.
Wie tust du dir damit?