Wie lassen sich Emotionen heranziehen? – Enttäuschung!

Kennst du das Dilemma mit den Emotionen?

Wir können nicht mit ihnen aber auch nicht ohne sie. Einerseits sind sie wichtig zur Entwicklung, andererseits sind sie schmerzhaft und tun weh. Ob das Liebe, Wut, Hass, Enttäuschung oder anderes ist – wir brauchen sie aber um uns zu entwickeln. Egal, wie schmerzhaft das auch sein mag.

Eine Emotion, ein Empfinden, das wir alle kennen, ist Enttäuschung.

In den Geschichten, die wir lesen und die wir selber schreiben, geraten die Charaktere so oft in bittere Enttäuschungen und das daraus resultierende ist häufig eine Entwicklung, wie die Figur sich in Zukunft verändern mag.

Es gibt so viele Gründe, warum wir scheitern können, sei es, mangelnde Vorbereitung, sei es die Dinge passen aktuell nicht oder schlichtweg, es ist nicht das, was wir für unsere tatsächliche Entwicklung benötigen. Tritt Erwünschtes oder Erhofftes nicht ein, sind wir dann auch enttäuscht – und das ist bitter.

Natürlich gibt es häufig viel stärkere Probleme, die die Menschheit betrifft, ABER im Grunde ist eine Enttäuschung, die eine bestimmte Figur betreffen, schwerwiegender für diese, als wenn beispielsweise in einem anderen Land ein Sack mit Reis umfällt und dort zu vermodern beginnt. Es ist meist unser eigenes, kleines Reich, wo wir Träume und vielleicht Wünsche hegen – ABER auch Ziele verfolgen. Wenn wir diese akut nicht erreichen oder erlangen können, so ist mitunter Enttäuschung da – und wir wissen vielleicht vorerst auch gar nicht damit umzugehen.
Was daraus folgt, sind häufig Trauer über den Verlust und vielleicht auch Wut oder sonstiges.

Enttäuschung birgt doch das Wort „Täuschung“ in sich, eine Art Täuschung an uns selbst, wenn wir uns ein gewisses Bild oder eine bestimmte Erwartung ausmalen. Die Enttäuschung enttarnt vielleicht diese Annahme und zeigt uns die Wahrheit. So mag es dann aber auch eine Art Ausgleich geben, wo wir etwas erhalten, das wir so nicht erwartet haben. ABER es ist eben nicht das, was uns diesbezüglich vorschwebte.

Enttäuschungen können zu interessanten Geschichten führen:
verschmähte Liebe – zu Rache
Abgelehnte Bewerbung – Frustration
Falsches Geschenk – Trauer

… und vieles mehr, du kannst das natürlich auch vermischen.

Wenn wir Emotionen als eine Art „Motor“ heranziehen um eine Geschichte zu schreiben, etwas, wo wir die Geschichte aufzubauen gedenken, so ist Enttäuschung eine recht interessante Sache. Geschichten um Liebe, Lust und Begehren gibt es viele – eine der bekanntesten ist wohl die von Romeo und Julia. Rache – auch solche Romane finden sich zuhauf … Enttäuschungen resultieren wohl in alledem oder fördern diese Entwicklungen ..

Die eigentliche Frage ist, wie die Figur damit umgeht und was schlussendlich daraus werden wird. Eine enttäuschte Figur kann beispielsweise diesen Aspekt überwinden, daraus lernen und erkennen, wie sie die Dinge besser angehen könnte, oder sie stolpert und fällt von der Enttäuschung in Rachegelüste hinein.

Im Grunde steckt hinter einer Enttäuschung vielleicht auch der ein oder andere Funke dessen, was eine Figur wirklich erreichen will oder was es als Ziel sich selbst gesetzt hat. Schauen wir hinter diesen Aspekt, so könnten wir doch – bei genauer Betrachtung – vielleicht einen kleinen Silberfaden entdecken, der uns sagt, was das eigentliche Ziel dieser Figur sein könnte.

Wie würdest du die Emotion der Enttäuschung nutzen, um eine interessante Story zu erschaffen?

Bist du da?

Meine Carry ist eine ganz besondere Mieze – sie liebt das Abenteuer. (und das kann manchmal recht anstrengend sein).

Wenn du genau hinsiehst, sie trägt ein Katzengeschirr mit Leine und ein Insektenschutzhalsband, dafür darf sie aber auch etwas in den Bäumen klettern und die Natur genießen (soweit es eben möglich ist) – achja, und sie liebt es auf der Schulter zu reiten.

Das rechte Foto entstand, als sie heute auf einem Baum herumturnte – was sie in ihrer Freude aber gerne dabei vergaß, war, dass ich immer unter ihr stand und sie im Notfall mit den Händen erreichen hätte können. Mehrmals ist sie wackelig oben gestanden und einzelne Male ausgerutscht – und ich habe ihr meine Hand so hingehalten, dass sie darauf balancieren konnte, bis sie sich wieder hochgezogen hatte.

Jetzt, im Nachhinein betrachtet, begriff ich, was ein mir sehr lieber Freund einst sagte: „Ich war immer da, wenn du Hilfe brauchtest, auch, wenn du es nicht gemerkt hast.“ Im Nachhinein betrachtet, gab es Situationen, die viel schlimmer hätten ausgehen können und ich mich wunderte, warum? War es, weil er einfach in meinem Herzen war oder weil er mir innere Kraft gab? Spielt es denn eine Rolle?

Das Wichtigste an einem wahren Freund ist, dass er/sie da ist, wenn er/sie nicht einmal wahrgenommen wird und doch hilft – ABER einen nicht einschränkt bei der Selbstentfaltung. Manchmal brauchen wir Hilfe und Unterstützung, ohne dass wir es wirklich sehen, solche Freunde sind die wahren Diamanten im Leben … und genau auf diese können und dürfen wir wirklich stolz sein. DAS sind die wahren Schätze, die wir im Leben erlangen können – nicht Geld oder materielle Güter, sondern solche Seelen, die uns helfen uns weiterzuentwickeln, auch, wenn es manchmal schmerzhaft sein mag, bzw. wir uns alleingelassen fühlen (obwohl diese Person da ist, nur wir es nicht wahrnehmen). Manches müssen wir selbst herausfinden – ohne, dass wir eine Anleitung bekommen, denn das Leben gibt uns keine Gebrauchsanleitung mit …

Für diesen Freund, diese ganz besondere Seele, bin ich dankbar, jetzt im Nachhinein betrachtet, begreife ich langsam, dass es auch sehr schwer ist, unten zu stehen, aufzufangen und einfach den anderen mal machen zu lassen, mit all den Fehlern, die diese Person macht, um zu einer Reife zu gelangen und sich zu entwickeln, denn Fehler müssen wir machen um zu lernen. Es ist Dankbarkeit, die ich für ihn und sein Handeln bis heute empfinde, tiefe Dankbarkeit – aber niemals Vorwürfe (auch früher nicht).

Bei meiner Carry merkte ich heute, wie schwer es auch manchmal fallen kann, sie einfach mal zu lassen – und das zeigte mir wiederum, dass dieser Freund vielleicht manchmal ähnlich dachte.

Betrachten wir einen x-beliebigen Pantheon (oder auch die christliche Mythologie), kommt vereinzelt eine Geschichte von einem höheren Wesen, das einen Menschen auch in schweren Zeiten begleitete – und immer da war. Leider sah der Mensch das nicht und machte dem Wesen Vorwürfe, bis ihm die Wahrheit gesagt wurde. Leider kommt nie heraus, was dieses Wesen dabei empfand, denn es tat doch immer sein Bestes, um zu helfen – und genau das finde ich recht schade.

Wenn wir schreiben, Geschichten erzählen, so erzählen wir häufig (manchmal sehr häufig), nur von einer Sicht der Dinge. Natürlich, es ist oft einfacher, leichter, sich nur auf einen Strang zu konzentrieren – ABER es ist spannender, und macht eine Geschichte lebendiger, aus der Sicht mehrerer Figuren zu berichten. Nehmen wir doch einfach mal – weil es sich so anbietet – eine Figur, die von einem Leid zum nächsten wandelt und vermeint, allein gelassen zu sein, dabei jedoch stets das Schlimmste abgefedert bekommt. Diese Figur beschwert sich beständig … wie mag es dabei eigentlich jenem Wesen zu gehen, das hier hilft – und nein, es muss nicht unbedingt ein Schutzengel sein. 😉

Meiner Meinung nach ist die beste Art, jemandem zu helfen, ihn/sie auch mal auf die Schnauze fallen zu lassen, weil die Erfahrung einfach der beste Lehrer ist. Fehler machen wir meist nur selten in Wiederholung, weil sich nur wenige bereitwillig mehrmals die Hand auf der heißen Herdplatte verbrennen oder an der gleichen Stelle x-mal ausrutschen. Wenn du Computerspiele spielst, wirst du vermutlich auch neue Wege suchen, wenn mal eine Taktik nicht so ausgeht, wie du sie angedacht hast. 😉

Ich habe in diesem Freund ein gutes Vorbild und auch dafür bin ich dankbar – ABER ich bin nicht er und so sehe ich seine Art und verbinde sie mit meinem ich, denn jeder „Lehrer“ ist doch auch anders 😉

Wie würde diese Figur des „Unterstützenden“ deiner Meinung nach sein können, um sie als Romanfigur möglichst interessant gestalten zu können?

Was ist deine größte Angst?

Jeder, wirklich jeder, kennt das Empfinden von Angst, ist es doch ein Urempfinden, das alle Lebewesen irgendwie teilen – egal ob Mensch, Tier, Pflanze oder vielleicht ganz andere Geschöpfe.
Angst per se soll das eigene Überleben sichern, so war wohl der Urgedanke der Natur, als sie uns dieses Empfinden mitgab. Sehen wir hinaus, scheint es oft so, als gäbe es nichts anderes mehr als Angst …

Vor einigen Jahren sah ich eine Fotomontage auf der Seite eines amerikanischen Bloggers, die mich bis heute nicht wirklich loslässt, aber ich finde sie einfach nicht mehr.
Links war ein Foto eines jungen Soldaten aus dem 1. Weltkrieg, mit dem Gewehr über der Schulter, davonlaufend – rechts war ein junger Mann mit Kleidung der 70er Jahre und schulterlangem Haar, der sich die ebendieses Haar raufte und wirkte, als wolle er panisch davonlaufen.
Die Schrift dazu:
Einst hatten wir Angst und zogen in den Krieg, um unsere Freiheit zu verteidigen, heute haben wir Angst vor Worten.

Es ist vielfach der Umgang mit der Angst – und vieles davon kann überwunden werden, … manchmal ist es ein Trauma, vielleicht eine Spinne, die wir als Kleinkind gesehen haben, die Angst vor einer Zukunft, die wir uns vorstellen oder etwas ganz anderes. Wir können uns ihr stellen, davonlaufen, verarbeiten oder Lösungen im Umgang damit suchen.

Kürzlich gab es in einem Film eine (wie ich finde) richtig gute Anwort auf die Frage, was ist Ihre größte Angst? – Die Antwort war „ungenutztes Potential“!

So sehen wir die Dinge oft wirklich nicht – ABER es stimmt. Ungenutztes Potential ist etwas, das uns klein bleiben lässt, wo wir nicht wachsen können, wo wir uns selber zum Stubenhocker degradieren und in einer Bubble leben, weil wir Kritik nicht vertragen oder vieles mehr. Die Angst davor, mehr und besser zu werden, lässt unser Potential mitunter ungenutzt vergehen. Ist das nicht sehr schade?

Nehmen wir beim Schreiben also eine Figur, die viel ungenutztes Potential hat, aber Angst vor allem Möglichen, so stellt sich die Frage, wie wir diese Figur dazu nutzen locken können, genau dieses Potential zu nutzen?
Dabei spielt es gar keine Rolle, welche Art von Figur das sein mag.

Nehmen wir als Beispiel meine schwarze Katze Maze – sie hasst es wie die Pest aus der Wohnung zu gehen, weil sie (warum auch immer), einfach nicht will. Klar, es besteht die Möglichkeit, sie nach draußen zu tragen, stattdessen bin ich schon mal froh, wenn sie am Fenster hockt und den Spatzen draußen nachgackert.
Von 0 auf 100 zu zwingen ist bei ihr gar keine gute Idee – sonst hab ich nachher eine Katze mit Trauma zu Hause … nix gut.

Dann wiederum gehe ich in meine Vergangenheit zurück, wo ich einst immenses Bauchweh davor hatte, vor anderen zu sprechen. Als es mir auf die Nerven ging, trat ich bei Redewettbewerben an und errang den 2. Platz … ich konfrontierte mich mit dem, was mir Angst machte – im Nachhinein betrachtet, war es aber auch ein Erforschen von Möglichkeiten meines Potentials.

Zwischen diesen beiden Aspekten gibt es noch sehr viele andere Möglichkeiten. Potential einfach verloren gehen zu lassen ist sehr schade, aber ein schrittweises Herantasten geht fast immer.

Nimmst du dir also eine Figur, die du beschreiben und mit der du Abenteuer erleben willst, so ist eine gute Idee, sie auszuarbeiten mit ihren Ängsten (oder sie erzählt es dir einfach) … und dann das Potential dahinter zu erkunden. Oft glauben Ängste vielleicht, uns auch einfach nur beschützen zu müssen, ABER das ist gar nicht notwendig.

Welches Potential könnte sich beispielsweise hinter diesen Ängsten verbergen?

*) vor anderen zu sprechen
*) Spinnen oder Hunde
*) Erschöpfung, als Furcht wahrgenommen
*) fremde Länder nicht sehen wollen
*) allein zu sterben

Such dir ruhig weitere Ängste aus – was könnte sich hinter all den Ängsten verbergen und wie ließe sich das Potential hervorrufen?

Steckt im „ich kann nicht“ nicht auch „ich darf nicht?“

Manchmal steht jeder von uns vor etwas, das ihm/ihr klar macht … bis hierher und nicht weiter. Vieles davon hat durchaus Sinn, anderes ist individuell und für so manchen gar nicht nachvollziehbar.

Wenn du schon mal in einem Klettergarten warst und vor einer Strecke „verweigert“ hast, so hattest du vielleicht den Eindruck des „ich kann nicht“. Sind wir dann mit Freunden unterwegs, überwindet sich mitunter diese Scheu und du gehst die Strecke dann noch. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich vor einer Strecke stand und erst mal überlegen musste, wie ich diese begehen konnte … oh, es war schon recht lustig 🙂 und ja, ich bin die Strecke gegangen, obwohl ich alleine den Tag dort verbracht hatte.

Im Laufe unseres Lebens hören wir immer wieder „das darfst du nicht!“ – und wundern uns Jahre später, warum wir glauben „das kann ich nicht“!. Manches davon macht schon Sinn, denn würden wir keine Regeln haben, wäre das Zusammenleben mitunter sehr viel schwieriger – ABER andere Aspekte wieder halten uns klein und lassen Möglichkeiten in uns verblühen.

Was ist mit:
ich kann nicht vor anderen reden, kann nicht lernen, kann nicht lesen, kann nichts verstehen, kann nicht erkennen, kann Neues nicht verstehen …
Vielleicht erkennst du ja ein gewisses Muster 😉

Genau das können wir uns auch beim kreativ sein und Schreiben zunutze machen.

Stell dir eine Figur vor, die sich selber nichts zutraut. Ja, solche Geschichten gibt es zur Genüge, aber es wird häufig „nur“ gezeigt, wie sie schlussendlich genau diese Furcht ablegt. Nehmen wir aber einmal an, diese „ich kann nicht“ Gedanken sind Aspekte der eigentlichen Figur selbst und mit der Zeit erst dazu geworden. Was aber, wenn diese Aspekte einmal solo gesetzt werden… was können wir daraus machen? Wie könnte sich dieses „du darfst nicht“, zu einem „jetzt erst recht“ wandeln?

Eine Verwandlung von „du darfst nicht“ zu „ich kann nicht“, kann ja auch eine Art innere Lösung sein und das nicht dürfen akzeptieren zu können ;-), aber oft genug ist es dann nichts anderes als ein Verdrehen des inneren ich und des inneren Kompasses – und genau das könnten wir mit einer Geschichte lösen.

Rowina, eine Schülerin, traut sich nicht vor anderen zu sprechen. Sie wurde immer wieder aufgefordert, zu schweigen, wegen des familiären Umfeldes, aber auch ihre Freunde haben sie immer wieder überschrien. Und so kam sie dann zur Einstellung, sie kann das nicht – denn nur wenn sie schwieg und nichts sagte, wurde sie schlussendlich als „besonders brav“ gelobt. ABER ihr Inneres wollte sprechen und erzählen – und so begann sie zu schreiben, aber nur geheim, denn sie „konnte ja nicht sprechen“…

Was könnte sie nun also tun? Denn ihr inneres ich ist unglücklich. Was meinst du?

Und welche anderen Beispiele fallen dir noch so ein? Denn ALLES was wir als „ich kann das nicht“ empfinden, könnte seine Ursprung genau in solchen „Musterdenken“ haben.

ein kleiner Step vorwärts

Manchmal ist es Zeit einen Schritt weiter zu gehen – darum gibt es ab jetzt meine Wikinger-Ergebnisse auch auf Instagram:
https://www.instagram.com/skaldkonur/

Viele von euch haben hier den Vorteil, sich damit schon länger beschäftig zu haben … 😉
also für Tipps bin ich jederzeit offen …

Der Instagram-Account ist nur für die Wikinger-Thematik reserviert, es soll in Richtung „experimentelle Archäologie“ Ergebnisse und mehr zeigen, aber wirklich einen Plan hab ich noch nicht … mal sehen, was sich so ergeben wird 😉

Kurz und knackig:
Ich will damit zeigen, wie die Wikinger wirklich waren und lebten, vielleicht möchtest du mit mir gemeinsam die damalige Zeit erkunden? Fühle dich eingeladen dazu …

Tragisch Göttliches – sind sie mehr als Spiegelbild für uns?

Kennst du Göttersagen?

Gerade in der Schulzeit, wenn die ägyptischen, griechischen und römischen Götterwelten an der Tagesordnung sind, lernen wir die Tragik so mancher Geschichten kennen. Erinnert es einen nicht an unsere menschliche Existenz?

Im Grunde stellen göttliche Wesen und ihre Pantheone eine Art Spiegel der Menschen dar, sie tragen ihre guten wie schlechten Seiten, sind liebevoll und eifersüchtig, schmieden Ränke und helfen, herrschen und dienen und vieles mehr. Wie vieles finden wir in ihnen, wenn wir genauer hinsehen?

Ab und zu kommen Filme und auch Romane mit den Göttern zu uns, werden im Fernsehen und Kino gezeigt. Ein paar Beispiele sind:

Ägyptische Mythologie:
„Moonknight“
Gods of Egypt
Immortal – New York 2095: Die Rückkehr der Götter

Griechische Mythologie:
Percy Jackson – Diebe im Olymp
Kampf der Titanen
Krieg der Götter

Nordische Mythologie:
Serie „Ragnarök“
Drachenkrieger – Das Geheimnis der Wikinger
Serie „Vikings“

Betrachten wir die Geschichten um Götter, erhalten wir zumindest ein rudimentär passendes Ebenbild jener Zeit, in der sie besonders stark verehrt wurden. Dass der Glaube an sie heute wieder erstarkt – ist eigentlich kein Wunder, denn sie sind mitunter so viel menschlicher als das Göttliche in den Buchreligionen, mit ihren Stärken und Schwächen können wir Menschen uns mitunter viel einfacher identifizieren, als mit dem Rauschebart im Himmel.

(Dass Glauben aber eine ganz persönliche Sache ist, ist ein anderes Thema und hat mit diesem Beitrag nichts zu tun!)

Kennst du dich mit den Mythologien aus?

Nimm als Beispiel Fenris, den Wolf. Gebunden und verbannt hängt seine Befreiung mit Ragnarök zusammen – dem Zeitpunkt, an dem das Jetzt zu vergehen beginnt. Er wuchs auf in gutem Glauben, wurde vielleicht von den Göttern sogar geliebt, bis er größer wurde und die Angst vor ihm wuchs – und darum wurde er gebunden. Dabei hat er nichts falsch gemacht – er ist einfach nur gewachsen. Wenn wir die Medien lesen, wie oft werden Tiere gebunden aus ähnlichen Motiven heraus oder schlichtweg ausgesetzt? So etwas kann das Herz eines Wesens brechen und Dinge hervorbringen, die sonst vielleicht nie geschehen wären. Was tut ein verletztes Wesen?

Dabei ist das nur ein Beispiel an Tragik in den mythologischen Geschichten und Erzählungen. Nach heutigen Maßstäben wären Aspekte wie die Ehe von Isis und Osiris beispielsweise ein absolutes No-Go (Ehe zwischen Geschwistern – in dem Fall Zwillinge). Athena wurde aus dem Haupt von Zeus geboren und Odin opferte ein Auge für Wissen. Manches aus den Mythologien wäre heute wohl eher in Splatter- und Horrorfilmen zu finden. Betrachten wir die Götterwelten näher, so sind sie mitunter sehr weit weg von freundlicher „Kinderkost“, aber genau dadurch werden sie interessant. Sie „leben“ und sind nicht so steril wie das Bild vom Himmel mit den Sphären/Harfenklängen.

Wenn wir die Mythologien so durchsehen, finden wir sehr viele Parallelen, beispielsweise die Nornen oder auch die Götter der Liebe oder des Krieges, nur die Art wie sie dargestellt werden ist häufig sehr unterschiedlich.

Für Geschichten, die wir schreiben, könnten wir im Grunde auch einen Aspekt aus eine x-beliebigen Mythologie nehmen und diesen auf neue Weise nutzen.
Nehmen wir doch einmal die Sache mit Odins Auge. Was wären wir bereit, zu geben, um Weisheit zu erlangen? Alles – wirklich alles – hat seinen Preis, das vergessen wir heute einfach nur sehr leicht. Aber genau diese Suche finden wir in so vielen Abenteuergeschichten wieder.

Welche Mythologie würdest du heranziehen und welchen Aspekt daraus würdest du nehmen? Was würdest du aus diesem einen Aspekt machen? Sei aber vorsichtig, wer weiß, wie die Götter darauf reagieren würden 😉 manche von ihnen kannst du damit zum Lachen bringen, andere könnten rachsüchtig reagieren 😉

Wohin führt der Weg?

Welche Geschichte, die du gelesen oder gesehen hast, hatte das meiste Entwicklungspotential in deinen Augen?

In einem Gutteil aller Geschichten geht es um die Entwicklung von Figuren, wie sie ihre Schwächen abzulegen suchen, etwas erreichen wollen, Stärken finden und vieles mehr. Vergleichen wir die Figuren am Ende mit dem, was sie zu Beginn waren, so stehen wir als Leser oft vor einem echten „Aha-Erlebnis“ oder „Wow-Effekt“. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine lange Serie wie die Geschichte um „Uhtred von Bebbanburg“ in „Last Kingdom“ geht oder etwas, das in vielleicht 50 Seiten abgehandelt werden kann.

Wir alle entwickeln uns in unserem Leben, Erfahrungen führen uns zu einem neuen Ich, wenn wir – du genauso – Entscheidungen treffen, ist es genauso eine Entwicklung, wie wenn wir uns alledem verweigern und vielleicht als Einsiedler in die Natur zurückziehen.
Die wohl besten Schreiberlinge schaffen es, uns mit in diese Welt zu nehmen, mitfiebern lassen und einfach eine Verbundenheit zu fühlen, die die Geschichte lebendig werden lässt. Doch wie schaffen sie das? Die Frage kann dir der jeweilige Schreiberling wohl nur selber beantworten – ABER es ist wohl eine gute Idee, sich zu überlegen, wie du eine Entwicklung in einer Figur vorantreibst.

Es gibt immer mehrere Möglichkeiten von einem Ende der Entwicklung zur nächsten zu gelangen. Eine dieser Punkte besteht darin zu sagen, wo die Figur schlussendlich sein soll. Stellen wir uns doch einen ganz konkreten Endpunkt vor, wie beispielsweise eine Figur, die auf einer einsamen Insel gelandet ist und dort die letzten Tage seines Lebens in Frieden verbringt, oder eine andere Figur, die im Feuer eingeschlossen ist und nicht weiß, wie es weitergehen soll. Eine andere Figur steht vielleicht auf dem Podest und hält eine Goldmedaille für den Sieg in Händen und strahlt vor Glück, die andere wiederum liegt im Sarg unter der Erde und wurde scheintot begraben.
So viele Leben es auch geben mag, jedes Leben hat irgendwo einen Punkt, wo es schlussendlich hinwill oder aus bestimmten Umständen heraus landen soll.

Nehmen wir also einen x-beliebigen Punkt, ein bestimmtes Szenario, wohin diese Figur kommen soll. Wie wäre es in dem Fall mit einer Figur, die einen kleinen, aber bedeutsamen, Wissenfunken finden soll? Dieser eine Funke ruht verborgen in der Erde verborgen, etwas, das die Entwicklung der Menschheitsgeschichte nachhaltig verändern wird (erinnerst du dich an den Stein von Rosette, durch den erstmals Übersetzungen alter Sprachen wirklich möglich waren?).
Diese Figur, soll eines Tages diesen Funken in Händen halten und damit eine Chance, um etwas zu erreichen, das vieles aus der Vergangenheit erklärt.

Doch diese Figur lebt nicht einmal im gleichen Land, es ist eine junge Teenagerin, die im Augenblick die Sorge hat, wie sie einmal ihr Leben finanzieren soll.

Nun stellt sich die Frage, wie sich die Figur entwickeln muss, um schlussendlich an diese besagte Stelle zu gelangen. Sie ist schüchtern, introvertiert und leicht aus der Bahn zu bringen, sie ist neugierig und interessiert.

Wie also kommt die Figur von ihrer Ausgangsbasis zum Fundplatz?
Was muss sie lernen, um zu erkennen, zu verstehen und zu wissen, wieso sie gerade dort graben soll?

Wenn wir als Schreiberlinge eine solche Situation aufbauen können wir ein paar Brocken in die Geschichte einstreuen, die nötig sind, beispielsweise Fixpunkte wie eine Reise oder im Fall der Figur einen Punkt, warum sie überhaupt dorthin fahren soll. Dies kann eine berufliche Reise ebenso sein, wie einfach mal eine Auszeit nehmen. Wenn sie vor Entscheidungen steht, dann ist es sinnvoll, ihr Möglichkeiten zu bieten, die ihr die Wahl leichter machen. Vielleicht hat sie auch ein Trauma erlebt und besondere Fertigkeiten erlernt – wodurch sie erst auf diesen Gedanken kommt.

Wenn wir einer Figur in einer Geschichte eine Entwicklung ermöglichen, so sind Erfahrungen sehr wichtig, Stillstand hilft der Entwicklung nicht. Ob diese gut oder schlecht sind, sei dahingestellt, aus jeder Erfahrung lernen wir und genau dadurch entwickeln wir uns auch. Wenn eine Figur dann meint, sie muss einen eigenen Weg gehen, na umso besser 😉 denn dann hat sie einen guten Grund, auch wenn er vielleicht dem ursprünglichen Gedanken nicht entspricht.

Wenn du als Schreiberling eine Idee hast, wohin die Geschichte gehen soll, dann überleg dir eine Ausgangsposition und verstreue Punkte, die der Figur helfen, sich zu entwickeln. Fixpunkte vielleicht oder Erlebnisse – denn wenn es um das Ziel geht, kannst du so auch ein klein wenig steuern.

Oder nutzt du eher eine Ausgangsposition und lässt dich lieber überraschen, was werden wird?

Wärst du ein guter Mentor?

Was ist für dich ein Mentor?

Im Grunde kann jeder für einen anderen ein Mentor sein, unabhängig von Alter und Rang, Geschlecht oder anderen Aspekten. Vielfach geht es um das Weitergeben von Wissen, Erfahrungswerten und so ganz nebenbei auch ein wenig „Weisheit“ im Umgang mit der Welt.
Gerne wird es als „Mentoring“ im modernen Alltag bei Firmen verwendet, früher hieß es vielleicht „Lehrer“.

In sehr vielen Geschichten tauchen solche Figuren auf, sie sind es häufig, die gute Tipps geben und damit einer anderen Figur – zumeist dem Hauptcharakter – bei der Entwicklung helfen. Wesen in Geschichten aber auch im Realen lernen voneinander … dies mag genausogut die Entenmutter sein, wie auch „Mary Poppins“ oder schlichtweg ein liebevoller Nachbar, der stets mit Rat und Tat zur Seite stehen mag oder jemand ganz anderer.

Üblicherweise besteht das Dasein aus Phasen wie „Leben bekommen“, lernen, weitergeben und dann von der aktuellen Existenz gehen. Dabei spielt es keine Rolle ob Mensch, Katze oder vielleicht ein Fantasiegeschöpf, selbst uralte Wesen waren wohl einmal jung 😉 und brauchten jemanden, der Wissen lehrte, und/oder schenkte.

Es ist wie mit einem gewebten Stück Stoff – eine Masche baut auf der anderen auf und ist Stütze für nachfolgende Maschen. Wenn du dir alte chinesische Filme wie „die 36 Kammern der Shaolin“ ansiehst, merkst du, dass es immer wieder Figuren gibt, die erst unbeherrscht sind, losschlagen wollen und dann mit der Zeit erkennen, dass es manchmal auch Geduld und Ruhe braucht, um zu einem bestimmten Ziel zu erreichen. Es liegt einfach in unserem Naturell erst mit der Zeit zu erkennen, dass es verschiedene Wege gibt, um ein Ziel zu erreichen. Genau hier helfen uns Mentoren – um dies zu erkennen. Aber mal ehrlich, wer hat sich noch keine blutige Nase geholt, weil er/sie/es einfach den eigenen Gedanken durchboxen wollte – und wie war das noch mit der heißen Herdplatte? 😉

Schau dir einmal die älteren Generationen an. Früher waren sie häufig da, um ihr Wissen weiterzugeben, indem sie Märchen erzählten und ihre Enkel beim Erwachsenwerden unterstützten. In verschiedenen Kulturen wurden ältere Menschen als Begleiter einer jüngeren Person zur Seite gestellt, um ihn/sie in eine bestimmte Rolle hinein zu begleiten. – dabei muss diese Rolle aber nicht immer erwünscht gewesen sein.

Im Grunde sind wir als Schreiberlinge auch eine Art Mentor für die Figur an der wir arbeiten. Wir bieten Hilfestellungen, wenn die Figur nicht mehr weiter weiß, geben vielleicht einen Traum mit auf den Weg oder schlichtweg eine andere Figur, die zeitweise als „Unterstützung“ agieren mag.

Wie siehst du die „Arbeit“ eines Mentors, insbesondere wenn du selbst schreibst?

Sehnst du dich nach der Freiheit?

Was ist dir die Freiheit wert? Wie definierst du sie?

Die äußere Freiheit:

Für sehr viele bedeutet dieses eine Wort die Sehnsucht ihres Lebens – viele kämpften für sie, andere unterwarfen sich dem Gegenteil. Denken wir beispielsweise an die Sklaventhematik in Amerika, so war Sklave auch nicht gleichbedeutend Sklave. So gab es die breite Masse an Plantagenarbeitern aber auch die verschuldeten Europäer, die über viele Jahre hinweg in Amerika arbeiteten, um ihre Schulden abzuarbeiten – und frei waren diese Menschen auch nicht.
Es gab Haussklaven, die mitunter wie Familienmitglieder behandelt wurden, hohen Status genossen und vielfach mehr Macht hatten, als die Freien auf der Straße draußen.

Doch das war nicht nur in Amerika so, viele Nationen hielten Sklaven, da konnten sich die Römer mit den Wikingern die Hand geben – und auch heute noch gibt es sie: Menschen, die als Sklaven Dienste verrichten, ob sie nun als solche bezeichnet werden, oder schlichtweg eine Schuld abzutragen haben, ist in diesem Zusammenhang nur sekundär wichtig.

Würdest du einem dieser Menschen die Frage stellen, ob Freiheit das höchste Ziel ist, so kannst du davon ausgehen, dass bei sehr vielen von ihnen „JA!“ die Antwort wäre.

Denk an Spartakus, er war einer derjenigen, die den Kampf um Freiheit mit dem Leben büßten – und es gab viele andere, die das ebenfalls taten – quer durch die Geschichte.

Die innere Freiheit:

Ist ein Mensch hinter „schwedischen Gardinen“ frei? Er/Sie sitzt im Gefängnis, bekommt Kleidung und den Tagesablauf vorgegeben und vieles mehr. Doch auch diese Person kann frei sein.
So gab es im 2. Weltkrieg einen Pfarrer, der einsaß und sich für die Gefangenen einsetzte, auch deren Strafen übernahm, ABER sich als frei fühlte, weil sein Geist frei war.

Wenn wir die Menschen auf der Straße ansehen, jene Personen, denen wir über den Weg laufen, die in ihrem „Hamsterrad“ gefangen sind, oder sich ohnmächtig fühlen, so mögen diese vielleicht äußerlich frei sein, aber innerlich sind sie es eben nicht.

Es sind dann die inneren Konflikte, die vielleicht nicht den Kreuzigungstod eines Spartakus nach sich ziehen, aber die ein Leben dennoch zerstören können.

Der Drang nach Freiheit ist wohl jedem Lebewesen verinnerlicht und dabei wird gerne übersehen, dass es nicht bedeutet, alleine auf einer Insel zu sein, fernab von allem und jedem. Es bedeutet auch nicht, ohne jegliche Regeln zu leben.

Wenn wir das normale Leben verschiedener Zeiten und Kulturen betrachten, so ist „normal“ nicht immer ident zu unserer Vorstellung. Freiheit – innerer wie äußere – bedeutet vielmehr (zumindest meiner Vorstellung nach), seinen inneren Kompass folgen zu können, sich aber auch selbst zu hinterfragen, ob Erlerntes noch stimmig ist, offen zu sein für „Neues“, aber auch Altbekanntes in Überlegungen einfließen zu lassen.

Das Wort Freiheit verstehen wir allzuleicht falsch, es lohnt sich, ein wenig darüber nachzudenken. 😉
wie aber lässt sich das nun für eine Geschichte verwenden?

Überlege dir zuerst, in welcher Situation diese Figur steht, sucht er/sie/es eher innere oder äußere Freiheit? Was macht diese Figur, um zum Ziel zu gelangen, und welche „Waffen“ nutzt er/sie/es?

Kennst du Q und seine Lektionen?

Kennst du dich ein wenig im Star-Trek Universum aus?

Vielleicht kennst du ja auch die Figur auf dem Foto 😉 – abgesehen davon, dass mich das Nähen vor so vielen Jahren etliche Wochen gekostet hat. Es sollte so authentisch wie möglich an der tatsächlichen Figur sein und die Materialien aufzutreiben war auch nicht ohne – ABER es war jeden Nadelstich wert.

Ich war über viele Jahre Trekkie, und eigentlich war es die Figur oben, die mich in dieses Universum brachte. Wenn du dir ein wenig die neuen Star Trek Sachen ansiehst, wirst du merken, es hat sich sehr vieles verändert, manche meinen zum Guten, andere sagen zum Schlechten. Nun, meiner Meinung nach verändern sich eben Themen – es ist einfach eine Entwicklung und das ist auch gut so.

Wenn du die Figur Q magst, guck dir die neue Serie „Picard“ an, Staffel 2 – er ist wieder zurück und wieder einmal mit einer Lektion.

Q ist ein Paradebeispiel für eine Figur, die nötig ist, um die Hauptcharaktere wachsen zu lassen – und genau DAS können wir auch fürs Schreiben super nutzen. Ein paar Beispiele?

  • eine zweite Chance (Willkommen im Leben nach dem Tode / Tapestry)
    Q ermöglicht Picard, eine alte Entscheidung zu revidieren.
  • potentielle Allmacht (Rikers Versuchung / Hide And Q)
    Q gibt Riker die Allmacht alles zu tun, was er möchte.
  • einen starken Gegenspieler (Zeitsprung mit Q / Q Who)
    Der erste Auftritt der Borg.
  • Selbstlosigkeit (Noch einmal Q / Déjà Q)
    Eine Lektion für Q – da er selber Mensch wird.
  • eine Lektion in Liebesdingen (Gefangen in der Vergangenheit / Qpid)
    Picard und die Liebe und die Frage, ob sie ihm das wert ist.
  • Leben oder nicht (Eine echte „Q“ / True Q)
    Als Kind von Q selber als Mensch aufgewachsen – ist eine Entscheidung zwischen weiter-Mensch oder Q nötig.
  • Suizid erlauben oder nicht? (Todessehnsucht / Death Wish)
    Ein Q der sterben will, aber es nicht darf, ist seit langem eingesperrt und kämpft um die freie Wahl.

Das sind ein paar Beispiele der Lektionen, die Q in den Episoden gibt, aber nicht alle Episoden, in denen er auftaucht.

*) eine zweite Chance (Willkommen im Leben nach dem Tode / Tapestry)
Q ermöglicht Picard, eine alte Entscheidung zu revidieren.
Wir sind die Summe unserer Entscheidungen. Würden wir also die Möglichkeit bekommen Entscheidungen zu revidieren, würden wir uns auch verändern. Überlege dir einmal eine Entscheidung in deinem Leben, die du bereust oder eher als nicht so günstig bewertest und überlege, wie diese Entscheidung dich bis heute beeinflusst. Wie weit hat diese Entscheidung dich verändert?
Meine Muse meinte einmal Folgendes:
Du kannst dein Leben verleugnen oder dazu stehen, ihm die Schuld am jetzt geben oder stärker aus ihnen hervorgehen?

An jeder Entscheidung wachsen wir – egal ob wir wollen oder nicht, so wie Q es Picard zeigte.

*) potentielle Allmacht (Rikers Versuchung / Hide And Q)
Q gibt Riker die Allmacht alles zu tun, was er möchte.
Auch andere Filme greifen dieses Thema auf wie beispielsweise „Zufällig allmächtig“ mit „Simon Pegg“. Allmächtig zu sein kann für den Anfang eine immense Spielwiese darstellen – ABER irgendwann ist alles ausprobiert und gemacht – und was machst du dann? Allmacht kann auch langweilig werden (wie es in einer der Episoden übrigens auch thematisiert wurde), zudem ist es auch eine Art von Verantwortung, die ein allmächtiges Wesen trägt, das nicht jeder übernehmen wollen würde.

*) einen starken Gegenspieler (Zeitsprung mit Q / Q Who)
Der erste Auftritt der Borg.
Das ist eine einfache Sache, denn in so gut wie jeder Geschichte findet die Hauptfigur einen Gegenspieler, der ihm/ihr das Leben schwer macht. An einem starken Gegenüber wächst jeder, denn er/sie stellt einen vor Herausforderungen und auch vor die Notwendigkeit, etwas zu lernen.

*) Selbstlosigkeit (Noch einmal Q / Déjà Q)
Eine Lektion für Q – da er selber Mensch wird.
Stell dir einmal vor, du würdest einen deiner Sinne verlieren oder deine gesamten, materiellen Dinge – wie würdest du damit umgehen?
Im Grunde ist diese Prüfung für Q nichts anderes als das Erlernen einer neuen Fähigkeit – Selbstlosigkeit! Diesen Punkt zu erlernen ist beispielsweise in vielen anderen Geschichten auch zu sehen, wenn es darum geht einen gewissen Reifegrad zu erkennen und/oder zu erwerben, wobei dies auch eine Abschlussprüfung in einer Schule sein mag oder etwas ganz anderes.

*) eine Lektion in Liebesdingen (Gefangen in der Vergangenheit / Qpid)
Picard und die Liebe und die Frage, ob sie ihm das wert ist.
Sich für ein anderes Wesen zu „entscheiden“ ist immer mit dem Abwägen vieler Dinge verbunden. Es geht in diesem Punkt auch gar nicht darum, die Liebe fürs Leben zu finden, sondern eher – ob man/frau selber reif für die Verantwortung einer Beziehung ist.

*) Leben oder nicht (Eine echte „Q“ / True Q)
Als Kind von Q selber als Mensch aufgewachsen – ist eine Entscheidung zwischen weiter-Mensch oder Q nötig.
Kennst du das, wenn du vor eine Entscheidung gestellt wirst, die dein ganzes, künftiges Leben beeinflusst? Hier ist das simpelste Beispiel die Berufswahl. Es ist aber auch keine Lösung keine Entscheidung zu treffen, du kennst sicherlich die Fabel mit dem Esel, der zwischen zwei Heuhaufen verhungerte, weil er sich nicht entscheiden konnte. Manche Entscheidungen lassen sich revidieren, andere nicht.

*) Suizid erlauben oder nicht? (Todessehnsucht / Death Wish)
Ein Q der sterben will, aber es nicht darf, ist seit langem eingesperrt und kämpft um die freie Wahl.
Dieses Thema ist für viele hochemotional, wenn du dir die diversen Debatten ansiehst, die im Internet beispielsweise Herumkursieren. Jeder macht sich irgendwann Gedanken zu dem Thema. In der Episode wünscht der andere Q einfach nur die Wahlfreiheit, die ihm das Q-Kontinuum verwehrt, schlichtweg will er eine eigene, freie Wahl treffen.

Aus jedem dieser Ansätze lassen sich wundervolle Geschichten schreiben. Reduzierst du Romane auf die Basis, findest du häufiger Figuren, die andere Prüfungen unterziehen. Q nutzte die Prüfungen um die Menschen vorwärtszubringen und in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Natürlich gibt es auch Geschichten um Figuren, die solchen Prüfungen ausgesetzt sind, ohne einen tatsächlichen Nutzen daraus zu ziehen, was schade ist, da viel Potential dadurch verschenkt wird.

Wollen wir und unsere Figuren wirklich „nur“ durchs Leben gleiten oder wollen wir uns entwickeln? Selbst im Film „Matrix“ kam heraus, dass die Menschen eine neue Welt erhalten hatten, weil die alte zu „bequem“ war. Menschen brauchen Herausforderungen und wollen sie auch.

Heutige Frage an dich:
Wie würdest du so eine Figur anlegen damit die Hauptcharaktere ihre „Prüfungen“ erhalten?