Wie siehst du deine „Aufgabe“ als Schreiberling?

Hast du dir schon einmal überlegt, dass wir Schreiberlinge auch eine „Aufgabe“ in uns tragen?

Wie viele Bücher und Geschichten hast du in deinem Leben bisher gelesen? Kannst du dich daran erinnern und sie zählen oder bräuchtest du bereits eine Lagerhalle, um sie alle unterzubringen?
Ach wie herrlich ist es doch, jetzt diese E-Books zu haben, die doch kein Gewicht haben – ABER die dennoch alles mit sich tragen, das wir je lesen könnten. ABER es fehlt doch das Gewicht und der Geruch des Papieres … kannst du den Geruch eines alten Buches in die Nase ziehen und dich daran erinnern?

Wenn wir schreiben, verändern wir Welten, wir können alte Texte nehmen und sie für das Heute adaptieren, dafür eignen sich insbesondere Märchen sehr gut. Sie sind die „Urgeschichten“, die wir alle in uns tragen, Drachen, Ritter und verborgene Schätze und so vieles mehr. Manchmal lohnt es sich wirklich, die alten Märchenbücher wieder hervorzuholen.

Jede Zeit birgt ihre eigenen Märchen und Legenden, heute sind es die „Urban Legends“, die du mit Sicherheit kennen wirst – ein Ausdruck unserer modernen Zeit. Doch vergessen wir dabei nicht die alten Klassiker!

Nehmen wir als eines der bekanntesten Märchen „Rotkäppchen“. Du kennst mit Sicherheit die ein oder andere Version davon. Welches Kind hat damit KEINEN Kontakt bisher gehabt? Wie viele Varianten davon gibt es heute?
Nehmen wir die bekannteste, klassische von den Gebrüdern Grimm, kindgerecht aufbereitet und als „süße“ Geschichte verbreitet, wo der böse Wolf kein schönes Ende nimmt. (Kindgerecht einen Wolf zu „zerlegen“? Die Zeiten waren damals andere, vergessen wir das nicht, denn damals war ein Wolf mitunter wirklich noch eine Gefahr für Mensch und Tier.), gehen wir zurück, finden wir eine Geschichte, die diesem Rotkäppchen so ähnlich ist, aber definitiv für Erwachsene gedacht ist. Rohe Gewalt, in der Rotkäppchen schlussendlich ihre Jungfräulichkeit verloren hat, der Wolf eigentlich ein Lykantroph (also Werwesen) war und ihr noch so manch andere Misslichkeit zustieß – DAS war es, was die Grimms gründlich entschärften. Heute haben wir Filme, in denen Rotkäppchen auf Wolfsjagd geht und vieles mehr. Es ist die gleiche Grundgeschichte – ABER nicht mehr.

Die Welt verändert sich und doch bleibt sie gleich, sie dreht sich nur einfach weiter.

Wenn wir uns die Welt genauer betrachten und die Geschichte ansehen, ist es immer eine Art Kreislauf. Werden / Vergehen / Werden / Vergehen … und wieder von vorne.

Wir erinnern uns mit Schauder an Zeiten, wo Bücherverbrennungen Gang und Gäbe waren, und damit auch die Menschen zum Schweigen gebracht werden sollten. Viele sehen ähnliche Tendenzen auch heute wieder. In diesen Zeiten kämpften immer ganz besondere Menschen um das „freie Wort“ – die Helden ihrer Zeit.

Texte waren und sind mitunter auch heute noch sehr gefährlich. Heißt es nicht, die Feder sei mächtiger als das Schwert?

Wenn du je „1984“ gelesen hast, dann kennst du sicher auch Begriffe wie „Neusprech“ – betrachte ich mir die diversen Veränderungen der letzten Jahre, so kommt das schon sehr nahe. Natürlich unterliegt unsere Sprache beständigen Veränderungen, machen wir uns nichts vor. Erst kamen Worte aus dem Französischen oder Italienischen, vielleicht auch Lateinischen in den allgemeinen Gebrauch (Trottoir beispielsweise? 😉 ), später die ganzen Anglizismen und jetzt eben das Gendern. Wem es gefällt … Aufhalten lässt sich das alles ohnehin nicht, schade ist nur, dass vieles von einst heute längst nur noch jenen Begriff sind, die sich mit alten Texten beschäftigt haben, geschichtlich interessiert sind/waren oder die einfach noch mit älteren Personen viel Umgang haben.
Mach doch mal den Versuch und überlege, was diese Worte bedeuten könnten oder woher sie stammen könnten:

Achturteil, Anstandswauwau
Pappenheimer, Pelerine, Persilschein, Pyrrhussieg
Zeidlerei
Zehent
Rotzbrems
Lokus
Faland

Es gibt noch so viele andere Worte und Begriffe, kannst du alle ohne googeln erklären? Manchmal kommen sie einem bekannt vor, aber dann wieder – oha? Öhm …

Die Sprache verändert sich, wir bekommen Neues dazu und Altes verschwindet mitunter. Hier ist übrigens die Auflösung:

Achturteil – Verurteilter wird vogelfrei
Anstandswauwau – Anstandsdame zur Wahrung von Sitte
Pappenheimer – Kürassierregiment voller Mut und Entschlossenheit
Pelerine – kurzer Schulterumhang ähnlich einem Cape
Persilschein – Freibrief
Pyrrhussieg – zu teuer erkaufter Erfolg
Zeidlerei – Berufsstand zum Sammeln wilden Honigs
Zehent – der 10.te Teil für die Herrschaft
Rotzbremse – Schnurrbart
Lokus – Toilette
Faland – Verführer / Teufel

Doch was ist nun wirklich unsere „Aufgabe“ als Schreiberling?

Sind nicht wir es, die schreiben und Geschichten weitertragen, die aus dem Vergangenen schöpfen und damit das Morgen „erschaffen“? Ohne Schreiberlinge gäbe es keine Filme, keine Fernsehsendungen (wie seicht diese auch sein mögen). Wir sind es, die zum Nachdenken anregen können und genau das löste in so vielen Fällen die Bücherverbrennungen aus.

Gehen wir aber noch ein Stückchen weiter, so graben wir in der Vergangenheit – insbesondere jene, die historische Romane schreiben. (Wie viel Wahrheit darin ruhen mag variiert jedoch sehr stark!) Wir buddeln in Archiven und finden Anekdoten, formen Geschichten daraus und holen für Biographien Interviews ein.
Nimm als Beispiel die Serie „Band of Brothers“, wo sie die Veteranen zum Schluss tatsächlich interviewten und aufgrund derer Berichte sie die Serie drehten.
Für frühere historische Themen lassen sich Figuren nicht interviewen (wer könnte denn in die Vergangenheit reisen 😉 )

Es gibt großartige Schreiberlinge von historischen Romanen, darunter Ken Follet (die Säulen der Erde) und Bernard Cornwell (Uthret-Saga). Sie lassen Vergangenes lebendig werden – und haben damit die schwere Aufgabe die vergangenen Zeiten zumindest halbwegs authentisch zu schildern. Das wiederum bedeutet vielfach Recherchearbeit und ihnen hören wir doch meist viel lieber zu als einem Geschichtslehrer, der vorrangig Jahreszahlen abfragt.
Weißt du noch was 333 v.Chr. war? – ganz einfach „333, bei Issos große Keilerei“, die Eselsbrücke, dich damals lernte, aber mehr? Viel blieb da nicht hängen. (Allerdings hatte ich eine Lehrerin, die Geschichte gut erzählte und ich mochte das Thema immer schon, ABER es sind die Anekdoten, die hängenbleiben.
Und genau DAS ist unsere Aufgabe!

Jede vergangene Epoche birgt faszinierende Möglichkeiten. Wir brauchen uns nur eine Figur herauspicken und über sie erzählen – oder uns von einer vergangenen Gestalt inspirieren lassen. Ob das nun reale Figuren wie Hildegard von Bingen, Mata Hari oder Sokrates ist, oder eine erfundene Gestalt wie Uthret, Richard Sharp oder jemand ganz anderer – spielt das eine Rolle?

Die Vergangenheit ist UNSERE Leinwand, WIR lassen diese Zeiten wieder ersten!

WIR sind es, die mit unseren Geschichten Interesse wecken können und Zeiten verbinden. Oder wie ist deine Meinung dazu? Lass sie mich lesen 🙂

Möchtest du mir abseits des Blogs schreiben, kannst du das hier:
Mail: petrichor@gmx.at
Whatsapp: +436507963081

Brennt deine Flamme noch?

Wie stark funkelt dein Licht?

Vor einiger Zeit fragte mich eine Kollegin, wie ich es nur schaffe, alles unter einen Hut zu bringen und Energie für die ganzen Dinge aufzutreiben. Es war genau die Zeit, wo alle ins Homeoffice geschickt worden waren – und wo es KEIN Pendeln gab für jene, die im Homeoffice arbeiteten.

Pendeln frisst viel Zeit und auch extrem viel Energie.

Die letzten Wochen waren aber auch für mich deutlich anstrengender, da ich einen Burnout-Fall im nächsten Umfeld habe. Hier Kraft und Energie zu geben ist anstrengend, aber es lohnt sich.

Dass dadurch andere Dinge auf der Strecke bleiben, ist aber auch logisch und ich würde lügen, wenn ich sagte, das Bloggen und Schreiben wäre mir nicht abgegangen. Jetzt ist jedoch Urlaub und damit auch Kraft tanken und erholen angesagt.

Oder im Klartext – meine Energie – meine Lebensflamme war inzwischen auch geschrumpft und bekommt jetzt endlich wieder neue Nahrung.

Wie steht es um deine Flamme? Brennt sie hell und kräftig oder ist sie auch am unteren Limit angekommen?

Legen wir dies auf eine Figur um, so können wir vieles daraus machen. Wie oft lesen wir von Figuren, die glauben, am Ende ihrer Kraft angekommen zu sein und doch sind sie erst am Anfang ihrer Reise?
Manchmal sind es (Energie)vampire, die ihnen Kraft entziehen, dann wiederum anstrengende Lebensphasen oder es sind ganz andere Aspekte, die Energie nehmen.

Machen wir uns nichts vor, wir nehmen und geben Energie, so funktioniert der Kreislauf des Lebens. ABER wir sind nicht gezwungen, uns aussaugen zu lassen 🙂

Meine Muse sagte einst: „Aus schlechtem Stahl kannst du kein gutes Schwert machen und nur unter Druck wird Kohle zu einem Diamanten!“ Er hatte damit absolut Recht. Wir können viel mehr „ertragen“, als wir anfangs glauben. Und genauso ergeht es auch den Figuren, von denen wir lesen oder über die wir schreiben.

Druck kann formen und stärker machen („bist du zu schwach den Schild zu tragen, dann werde stärker!). Schlechter Stahl zerbricht im heißen Feuer, guter Stahl hingegen wird zu einer wunderschönen Klinge. Genau hier kannst du eine Figur ansetzen und sie wachsen lassen.

Nehmen wir einen jungen Burschen aus früheren Tagen. Er mag vielleicht ein ärmlicher Bauernsohn sein, wie er in so vielen Märchen x-mal vorkommt und wird dann in den Krieg geschickt. Was er dort sieht, erschreckt ihn fürchterlich, die Grausamkeiten, Brutalitäten und so unendlich vieles mehr. Aber es härtet ihn auch ab und lässt ihn überleben – die Frage ist nur, wird das Schwert in seinem Inneren zu einer guten oder zu einer brutalen Klinge werden?

Ein anderes Beispiel ist die Geschichte einer jungen Frau, die schlagartig alleine auf der Welt ist. Sie hat alles verloren und muss sich als Dienstmagd verdingen, um irgendwie über die Runden zu kommen – dabei war sie die Tochter eines überaus Wohlhabenden, der alles verloren hatte. Auch ihr Stahl im Inneren gerät unter Druck und ihr inneres Schwert erstarkt. Was wird aus ihr werden? Ein gutes Schwert oder doch etwas anderes?

Es spielt schlichtweg keine Rolle, wo die Figur angesiedelt wird und wo er/sie/es lebt, wichtig ist, dass er/sie/es eine schwere Zeit erleben wird, um aus dem inneren Kohlestück einen wundervollen Diamanten, aber auch ein großartiges Schwert zu formen. Die Frage, die sich stellt, ist eher, wo ist die Grenze des Erträglichen?

Als Schreiberling ist es auch unsere „Aufgabe“, der Figur Aufgaben zu stellen, an der er/sie/es wachsen kann.
Kennst du, ohne zu googeln, den Begriff „Baggereltern“?
Damit sind Eltern gemeint, die dem Kind einfach alles aus dem Weg räumen. Für das Kind mag es anfangs sicherlich eine schöne Sache sein, aber was, wenn es dann erwachsen ist, wo kein Elternteil da ist, um dem Kind alles abzunehmen? Wann hätte es denn beispielsweise Konfliktfähigkeit erlernen können?
Genau das wollen wir den Figuren im Regelfall aber NICHT antun. Wir wollen ihm/ihr/es beim Wachsen begleiten und dazu gehört mitunter eben auch Druck.

Doch was, wenn der Druck dann eines schönen Tages doch zu groß ist und die innere Flamme zu flackern beginnt und vielleicht auf ein glimmendes Fünkchen runterreduziert wird? Diese Situation birgt viele Möglichkeiten.

*) vom Wahnsinn umnachtet – die Figur könnte Fähigkeiten darin finden, die er/sie/es zwar schon immer hatte, aber die er/sie/es niemals fand
*) Selbstmord – das Dumme ist nur, dass es so viele Geschichten und Legenden gibt, die besagen, dass Selbstmörder nach dem Tode auf Erden wandeln – wie also sollte sich so ein Geistwesen verständig machen?
*) Rückzug ins Religiöse – Wahn hat viele Gesichter, vielleicht sieht er/sie/es Heilige oder will selbst ein entsprechendes Leben führen?
*) gespaltene Persönlichkeit – huch, in meinem Kopf sind noch andere Ich? Wie wäre ein Treffen verschiedener Persönlichkeiten in einer Figur?

Es gibt noch so viele andere Möglichkeiten, doch im Grunde ist nur die Frage, ob die Figur durch den Druck wächst und stärker wird, oder schlussendlich doch am Druck zerbricht. Wo ist die Grenze und wo wird diese überschritten?

Wenn wir durch die Zeiten gehen und einen Trommlerjungen der napoleonischen Ära mit einem durchschnittlichen 12jährigen von Heute vergleichen, so ist nicht schwer zu erraten, wer im Inneren wohl stärker sein mag und genau das lässt sich mit vielen anderen Aspekten vergleichen. Viele sind heute in einer „Blase“ von Frieden aufgewachsen und genau hier können wir für eine Geschichte ansetzen.

Dies kann sein, indem wir die Leben der beiden verbinden oder den einen in die Zeit des anderen holen. Vielleicht ist der heutige Junge eine Leseratte und findet eine Geschichte über den Trommlerjungen, wo sich binnen weniger Seiten eine Art Verbindung aufbaut?

Lässt du die Flamme aufflammen oder erstickst du sie?

Wenn wir an einer Story schreiben und den Druck schildern, ist die Frage nach dem kalten Wasserbottich nicht weit und auch die Frage, nach der Belohnung, die schlussendlich auf die Figur wartet.

Kennst du die Gulla-Romane?
Eigentlich geht es in diesen Geschichten um ein Kind, das auf einem Bauernhof schwere Arbeit verrichten soll. Der Bauer nahm sie auf, weil sie als Kind zwar zur Schule zu gehen hat, aber weitaus weniger als eine erwachsene Magd kostete. Das Leben für Gulla war richtig hart (damals gab es noch keine Zentralheizung oder Ähnliches), doch die Belohnung auch eine großartige. Der Druck als Dienstmagd zu arbeiten, hatte ihr vieles beigebracht, das sie in späteren Tagen gut brauchen konnte.

Genauso ist die Frage, was wir unter Druck tatsächlich erlernen.

Welcher Art Druck würdest du eine Figur aussetzen und warum gerade diese?

*****

Möchtest du mir abseits des Blogs schreiben, kannst du das hier:
Mail: petrichor@gmx.at
Whatsapp: +436507963081

Möchtest du so bleiben wie du bist?

„Ich will so bleiben, wie ich bin!“

Kennst du den Werbeslogan? Ich bin mir ziemlich sicher, dass du sogar die Melodie im Kopf haben könntest, wenn du diesen Satz hörst und du weißt vermutlich auch, welche zwei Worte sich da noch dranhängen, um die Werbung gut im Kopf zu platzieren.

Schau mal nach oben auf das Foto. Das war Maze am Tag, als wir sie bekamen. Herzallerliebste schwarze Miezekatze und jetzt ist sie eine richtige Katzenschönheit geworden, die auch schon mal am Fenster sitzt und den Schwalben über unserem Fenster nachgackert. Sie hat sich entwickelt und entdeckt ihre Fähigkeiten und Kräfte, die in ihr wohnen.

Denk wieder an die Werbung oben und was sie suggeriert.

Bleib wie du bist? Soll das wirklich gut sein?
Wieso erzählen dann so viele Geschichten von Weiterentwicklung und Fortschritten, wenn wir nur so bleiben sollen, wie wir gerade sind?
Jeden Tag, wenn wir aufstehen, sind wir anders als Abend zuvor, wo wir ins Bett gingen und uns in Morpheus Arme begaben.

Willst du so bleiben, wie du bist?

Was würde deine Figur sagen, wenn du sie danach fragen würdest? Hat sie einen Traum, den er/sie/es verfolgt? Vielleicht ist es aber so, dass sich diese Figur gerade wohl fühlt, wo er/sie/es gerade ist? Warum sollte eine Figur, die doch alles hat genau dieses „Alles“ aufgeben?

Nehmen wir dazu eine Figur, die in Wohlstand aufwächst und alles hat, was das Herz begehrt. Es gibt keinen Hunger und keine Langeweile, für gutes Essen ist gesorgt, für Unterhaltung und auch für die Liebe. Und doch gibt diese Figur alles auf – warum?
Wenn du in der Geschichte zurückgehst, so findest du (mindestens) eine Gestalt, die genau das tat. Die Gestalt, die ich meine, findest du namentlich am aktuellen Papst – oder lies nach dem „Hl. Franziskus“. Aufgewachsen in Wohlstand, es mangelte an nichts, ließ er doch alles zurück und widmete sich anderem.
Hätte ihm jemand gesagt „bleib so wie die bist“, hätte er diesen Rat befolgt?

Aus genau solchen Aspekten heraus, kannst du einen Figur in ein gewaltiges Abenteuer stürzen. Dies kann simpel mit einer Pilgerfahrt oder einer einfachen Rucksacktour anfangen oder es geht gleich in phantastische Welten. Vielleicht ist es auch eine Schleife, in der diese Figur gefangen bleibt, bis sie etwas gelernt hat?
Nimm eine Figur in einem ganz bestimmten Umfeld und versetz sie an das genaue Gegenteil. Die Frage hier ist, warum soll die Figur „freiwillig“ den Standort wechseln?

In vielen Fällen ist „Dekadenz“ und „Langeweile“ der Hintergrund. Wir haben alles gesehen und alles erlebt (kennst du Q aus Star Trek? In der Serie „Voyager“ wird genau das mit einem anderen unsterblichen Q thematisiert, der einfach nicht mehr will!). Genauso ist der Trend, der immer wieder kehrt, miste aus und kehre zu den Basics zurück. Wir brauchen doch all den Tand nicht wirklich – oder doch?

Entwicklung ist etwas, das wir draus machen und genau so kannst du eine Idee für eine Geschichte aufbauen. Nimm eine Figur, die einfach alles hat und sich keine Sorgen machen muss um das materielle Wohlergehen und doch spürt diese Figur etwas in sich, dass eine Veränderung nötig ist.

*) spirituelle Entwicklung (Kloster, Pilgerreise, …)
*) geistige Entwicklung (Forschungsreise, Mentor finden, …)
*) soziale Entwicklung (Missionar, …)

Das sind Beispiele, es gibt so vieles mehr. Manche Figuren suchen nach ihrem Seelenheil, manche nach einer Entfaltung oder Erfüllung, wieder andere spüren in sich den Drang aus anderen Gründen eine Entwicklung zu wählen. Am Ende ihrer Reise werden sie stärker und lachen vielleicht nur noch über das, was sie einmal waren.

Ich mag ja beispielsweise die Sache mit den Zeitschleifen. „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist einer meiner liebsten Filme dazu. Wenn eine Figur an einem Punkt ihres Lebens angekommen ist, wo er/sie/es einfach nichts mehr checkt oder die Entwicklung stagniert, er/sie/es ständig den Möglichkeiten ausweicht – wäre dann nicht eine Zeitschleife eine interessante Idee? Darin lässt sich so vieles austesten und lernen – es ist beinahe wie eine Welpenschlule. Was kann denn passieren? Die Figur lernt und begreift irgendwann, was ihm/ihr/es tatsächlich wichtig ist.

In jedem von uns schlummern Samenkörner der Entwicklung. Irgendwann sind sie reif und wollen gesät werden. Das sind im Kern jene Punkte, wo wir erkennen, es ist an der Zeit unser Leben zu verändern. Warum also nicht einen solchen Punkt in eine der Figuren einbinden? Lediglich die Frage „WAS ist zu lernen“ gehört beantwortet und die Figur quasi ins kalte Wasser gestoßen.

Magst du Geschichten, in denen Figuren einen Mentor haben, der ihnen hilft? Da wäre ZB Luke und Meister Yoda (die Szene im Sumpf ist einfach nur köstlich). Stell der Figur einen Mentor beiseite, der ihn/sie/es bei schwierigen Punkten anleitet und weiterhilft – ABER ihm/ihr/es niemals die Suche nach der Antwort gänzlich abnimmt.

Hier bieten sich einfach ältere Figuren und Charaktere an. Das mag eine alte Frau sein, die ihr Wissen an die Enkel weitergibt, ein alter Kampfsportlehrer oder vielleicht ein Wesen wie die „uralter Morla“ aus der unendlichen Geschichte. Vielleicht ist es auch ein Teenager, der Zugriff auf frühere Leben oder Ähnliches hat?

Sieh dich im Internet um, such gezielt nach „Coach“ und sieh dir das durchschnittliche Alter an. Wem würdest du eher zutrauen Wissen „geben“ zu können? Jemandem, der über mehrere Jahre Erfahrung verfügt oder jemanden, der mit 18 schon als Coach von sich spricht? Auch junge Menschen können über sehr viel gutes Wissen verfügen – hier kommt es aber auch sehr drauf an, WAS er/sie lehren will 🙂

Ein Mentor ist einfach jemand, der/die einem/einer anderen hilft, sich weiter zu entwickeln. Vielleicht ist es auch eine Muse, die inspiriert oder schlichtweg jemand, der einen zum Kotzen bringt vor Abscheu als Vorbild.

„Willst du so bleiben, wie du bist?“ Oder willst du dich weiterentwickeln?

Nicht jeder Mentor ist gut für deine Figur, es ist auch wichtig, die richtige Ergänzung zu haben.

Somit ist ein recht gutes Gespann ein Wesen, das aus irgend einem Grund erkennt, der Status Quo stimmt einfach nicht mehr in Kombination mit einem Wesen, das dem ersteren hilft, sich zu entwickeln.

Nehmen wir dich selbst als Beispiel. Du stehst an irgendeinem Punkt deines Lebens und erahnst vielleicht einen Punkt, wo du dich entwickeln willst. Du spürst es in dir und vielleicht merkst du auch, du brauchst Unterstützung und Hilfe. Sieh dich in deinem Umfeld um und überleg dir, wer für dich dafür als „Mentor“ in Frage käme, weite die „Suche“ aus und sieh dich weiter um. Vielleicht ist es ein Coach, den du dafür bezahlst, vielleicht ist es die alte Frau am Nachbargrundstück, die zwar mürrisch ist, aber nur, weil sie sich alleine fühlt. Ein Mentor hat seinen eigenen Grund, warum er/sie hilft und häufig liegt es darin, weil er/sie/es Wissen weitergeben möchte. Sieh dir die Filme an und wie oft ein Mentor von seinem künftigen Schüler erst aufgefordert werden muss, um überhaupt den Schüler als solchen anzunehmen.

Wenn du einen „Mentor“ gefunden hast, dann kannst du dich in deine Figur umso besser hineinversetzen. Die Suche nach einem Mentor ist mitunter schwieriger als das spätere Lernen. Dann bleibt die Frage, nimmt der Schüler die Lektionen auch an?

Viele Lektionen des Mentors mögen auf den ersten Blick unverständlich sein, und doch sind sie wichtig für das Spätere. Die Frage ist, begreift der Schüler das auch? Oder hat er einen Mentor, der vor allem rausfinden will, wie weit der Schüler blind folgt?

Es ist ein Zusammenspiel zweier Charaktere, die du zu einer interessanten Charakterstudie in Romanform gestalten kannst.

Wo sind deine Figur und dessen/deren Mentor zu finden? In welches Umfeld setzt du sie und was kannst du damit deinen Lesern als „Lerneffekt“ mitgeben?

*****

Möchtest du mir abseits des Blogs schreiben, kannst du das hier:
Mail: petrichor@gmx.at
Whatsapp: +436507963081

Woran leidet deine Figur und bist du ihr ähnlich?

Ich habe keine Angst – sagte der Junge und trat direkt in den Untergang – Ängste schützen / Ängste lehren / Ängste können grausam sein …

„Huch“, sagte die Katze und verkroch sich rasch hinter einer großen Kissenburg.
„Wer bist denn du?“
Hinter einer großen Tanne, die mitten im Zimmer stand, trat eine Gestalt hervor, in rot und weiß gehüllt, mit einem Fell vom Mund herabhängend, in das sie liebend gerne die Krallen geschlagen hätte.

Diese Gestalt kniete sich nieder, zog den rechten Handschuh aus und deutete der Katze an, sie möge doch zu ihr kommen ….

Wenn ich meine beiden Katzen so ansehe, sind die beiden mit unterschiedlichen Charakteren gesegnet, Carry, die Schwarz/Weiße ist mutig und neugierig, und kann einen echt nerven, wenn sie unbedingt noch mal in den Innenhof möchte. Maze wiederum, die kleine Schwarze von oben, wehrt sich mit allen vier Pforten und maunzt erbärmlich, wenn sie mal raus soll. Aber das ist nicht alles … wer Haustiere oder auch Kinder hat, der merkt, wie unterschiedlich Wesen doch sein können.

Wenn wir Geschichten schreiben, so schreiben wir vielfach über Aspekte unserer Selbst. Vielleicht ist es das „Alter-Ego“, das sich ganz gerne zeigt und das „erzählt“ werden will. Manchmal schreiben wir aber auch von Figuren, die uns auf den ersten Blick nicht ferner sein könnten, als sie es tastsächlich sind.

Figuren, sofern sie auch nur halbwegs lebendig wirken sollen, tragen „Menschliches“ in sich, mit ihren Stärken und Schwächen, Träumen und eben auch ihren Phobien und Ängsten.

Wenn du an einer Figur arbeitest und über sie schreibst, welche Ängste hat er/sie/es? Sind es Ängste, die du auch kennst? Nicht jede Angst ist ein „Alles-Schatten-Fresser“, sondern manchmal sind es Kleinigkeiten, die einfach nur „nerven“. In den letzten Monaten haben viele neue Ängste kennengelernt, hatten vielleicht auch die Ruhe, um sich selber besser kennenzulernen und vieles mehr. Was sind die Ängste, die dich im Moment am meisten nerven und dich vielleicht auch quälen?

Ich glaube, du weißt schon, wen die Katze oben trifft? 😉
Was könnte ihr der Weihnachtsmann als Wunsch wohl erfüllen?

Nehmen wir eine Figur, die eine ganz bestimmte Angst hat. Diese Figur traut sich nicht so recht ins Leben, ist zurückgezogen und es fehlt ihr an vielem – vor allem aber an Selbstvertrauen. Ja, diese Figur arbeitet mitunter dran und kann dann auch vor anderen reden und vieles mehr, aber immer sind da diese Selbstzweifel in ihr.
(Sag mir, kommt dir das bekannt vor? Bei dir selbst oder jemandem in deinem Umfeld?)
Sie wagt nichts mehr zu tun, wohnt in einem Umfeld, das ihr Bauchweh bereitet, weil sie sich stark eingeschränkt fühlt und auch, wenn manch einer ihr helfen möchte, so kommt doch keiner an diese Figur heran. Bis ihr eines Tages jemand sehr direkt sagt, sie hätte einen Schatten an sich kleben. Etwas, das ihre ganze Kraft, ihr ganzes Licht und ihre Stärke auffrisst.
(Wie glaubst du, geht diese Figur nun vor?)

Wie lösen wir also Ängste auf?

Wenn diese Figur es richtig anstellt, dann braucht es nur eine einzige Aktion, eine „Kleinigkeit“, um den Schatten zu eliminieren, ihn aus dem Leben zu verbannen und somit das eigene Licht wieder zu erlangen, das eigentlich in ihr strahlt und brennt – das Kraft hat. Ihr Licht sollte scheinen und helfen und nicht unter dem Schatten vergehen.

Dieses Szenario trifft auf so viele Figuren zu, die in Romanen und Geschichten ihr Leben haben. Da mag der kleine Junge sein, der gemobbt wird und sich nach Phantasien zurückzieht (die unendliche Geschichte) – oder die Kinder, die vor einem Grauen flüchten und sich ihm dann stellen (Es). Vielleicht ist es auch eine Frau, die vergeht, weil sie ihr Blut verliert (Dracula) oder der Krieger, der auf dem Schlachtfeld steht und einfach nur um sein Leben zittert und sich darum tot stellt (Ravenous, friss oder stirb).
In all diesen und noch vielen Geschichten mehr, ist das Szenario, dass jede Figur irgendwo Angst verspürt und Furcht in sich trägt. Im Lauf der Geschichte lernen die Figuren die Ängste zu besiegen und in Luft aufzulösen oder sie machen sie zu einem Teil ihrer Selbst und lernen etwas daraus.
Wie das Leben ein Lernprozess ist, so sind es auch die Geschichten, in denen die Figuren ihr Dasein haben. Wie wir, sind auch sie auf einem „goldenen Pfad“, der sie nach vorne bringt, wenn sie ihn gehen.
Doch eines dürfen wir beim Schreiben nicht vergessen, wie viel Kraft haben diese Figuren und wo ist ihre Batterie verbraucht?

Nehmen wir hier einen Menschen, der an Burnout leidet. Wo ist dessen Grenze? Kann diese Person überhaupt noch aus dem Bett aufstehen oder ist auch dieser Punkt schon längst überschritten? Wenn du dir Batterien und Akkus ansiehst, so kannst du sie auch „tiefen-entladen“ – nur was geschieht dann?

Immer wenn wir an einer Figur arbeiten, die an ihren Ängsten zu zerbrechen droht, so geht es häufig darum, dass die Ängste an den Energien saugen und die Figur damit zerstören können.

Kennst du den Begriff „Energievampire“? Im Grunde sind es Lebens-weg-nehmer, Energiefresser, die sich an der Energie von anderen Wesen bereichern. Wenn du jemals mit jemandem in einem Raum warst und dich nach diesem Treffen ausgelaugt und erschöpft gefühlt hast, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er oder sie ein Energievampir ist. Vielleicht ist dieser Person das nicht einmal bewusst – aber es gibt sie – und das ist nicht lustig! :-/
Wenn dich das Thema interessiert, du findest viele Informationen dazu im Internet.

Etwas ähnliches gibt es auch an bestimmten Orten und Flecken. Dies kann ein kleines Stückchen in der Natur sein, wo du den Eindruck gewinnst, dort ist einfach alles nur noch „tot“. Da stellt sich die Frage – warum? Gibt es dort einen bestimmten Energieknotenpunkt oder liegt darunter ein Massengrab?
Es gibt in den Städten manche Häuser, die ein absolutes Grauen ausstrahlen und an manchen Orten ist einem, als wolle einen dieser Flecken nicht dorthaben und sagt einfach nur „verschwinde“! Vielfach existieren dazu Geschichten oder Erzählungen, in denen sich manchmal Geister aufhalten sollen oder es mag dort etwas Grauenhaftes geschehen sein.
Falls du mal in den USA die Zeit dafür findest – besuch mal die ehemalige Nervenheilanstalt „Penhurst“ – ich war zwar noch nicht dort, aber angeblich soll es ein derartiges Häuschen sein, in dem noch viel los ist. Erzähl dann mal, wie es sich dort angefühlt hat. Geisterhäuser und gruselige Orte gibt es viele – ob diese einen dann nicht einen „Schatten“ ankleben, ist ein ganz anderes Thema.

Nehmen wir also wieder diese Figur von oben, stellt sich die Frage, warum es diesen Schatten um ihr inneres Licht gibt. War sie mal an einem Ort, wo sie nicht hätte sein sollen oder hat sie jemandem im Umfeld, der ihr schadet oder hat sie gar jemand verflucht?
Möglichkeiten gibt es viele, die Lösung mag in einer sehr simplen und extra-einfachen Version entstehen.

Wenn du selbst an einer Angst leidest – überlege dir einmal, wie du eine Figur schreibst, die genau diese Angst mit dir teilt und woher diese Figur ihren „Schatten“ haben könnte …. die Frage ist nun, was würdest du tun, oder ihr geben, damit sie diesen wegbekommt? Wie löst sie diesen Schatten, um ihr inneres Licht wieder strahlen zu lassen?

(Kleiner Tipp – teste es einfach selber mal aus, stell dir eine Angst vor und löse den Schatten …. bei mir hat es mit einer Sache funktioniert 🙂 ABER da meine Ängste nicht die deinen sind, kannst du nur selber herausfinden, WIE du damit umgehst. Wie würdest du den Schatten deiner Angst lösen und damit deiner Figur die Lösung in die Hand geben?)

Und da Ängste einen immer die eine oder andere Lektion beibringen – welche Lektion nimmst du bzw. deine Figur daraus mit?

Machst du Ängste zu Stärken?

Sind die Stärken oder die Schwächen es, die eine Figur ausmachen?

Viele, wirklich sehr, sehr viele Geschichten, handeln von Figuren, die an ihren Schwächen kränkeln und mit ihnen ihre liebe Not haben. Sie verzweifeln vielleicht an ihnen und fühlen sich alles andere als kräftig genug, um in ihrem Leben voran zu gelangen. Im Lauf der Zeit erhalten oder finden sie „Verbündete“, die mit ihnen durch das Leben schreiten und gemeinsam daran arbeiten, dass Schwächen überwunden oder gar zu Stärken werden.

Ist das nicht wunderbar? Wir können uns entwickeln 🙂

Sind wir selber in einer solchen Situation, so ist es wohl weit weniger lustig oder amüsant. Es entstehen Selbstzweifel oder Ängste, die zuvor wohl nicht vorhanden waren. Wenn ich mich an mein früheres Ich zurückerinnere, so kommen mir manchmal die Tränen, aber ich habe viele Ängste ablegen können – weil ich es wie die Figuren in den Geschichten hielt, ich hatte „Verbündete“, treue und liebe Freunde, die mir halfen … Schwächen wurden dadurch zu Stärken, – und ich bin mir sicher, dass es auch bei dir solche Dinge gab, die sich hinterher als Gewinn herausstellten.

Genau das ist ein Punkt, den du fürs Schreiben nutzen kannst.

Jede Figur, die in den Büchern und Geschichten ihr Leben lebt und vorwärtsschreitet, hat die ein oder andere Angst, die häufig in einer früheren Situation begründet liegt.

*) Angst vor Hunden – als Kind gebissen worden
*) Angst verlassen zu werden – als Kind die Mutter aus den Augen verloren
*) Angst zu versagen – ausgelacht worden, weil bei einem Referat etwas vergessen …

Und so könnten wir die Liste lange weiterführen. Viele Ängste stecken irgendwo in einer Situation aus dem vergangenen Leben, die wir heute vielleicht gar nicht mehr erklären können, geschweige denn wissen, dass sie je existierten. Nur sehr wenige Menschen haben ein Gedächtnis, das alles bewusst aufrufbar macht und vieles ist ohnehin besser, wenn wir es vergessen, weil es zu schmerzhaft scheint.

Wie nutzt du es nun für das Schreiben einer Geschichte?

Ängste (aber auch Phobien) gibt es wohl so viele wie Sand am Meer, viele tragen heute schön klingende Namen, die eigentlich nichts aussagen, als dass es Spezialbegriffe sind. Was dahinter steckt, ist selten offensichtlich, nur wenn wir dann nachrecherchieren oder selbst Probleme damit haben.

Würdest du wissen, was hinter diesen Begriffen steckt, ohne nachzurecherchieren?

Aelurophobie, Allodoxaphobie, Anatidaephobie, Anthophobie, Bibliophobie, Blennophobi, Cenosillicaphobie, Coulrophobie, Hippopotamomonstrosesquipedaliophobie, Lachanophobie, Metrophobie, oder Nomophobie

Ängste mögen belastend sein, furchteinflößend und vieles mehr, nur dummerweise entwickeln sie sich auf diesem Wege auch häufig zu einer Art Teufelskreis, aus dem ein Ausbruch nicht immer einfach ist. Dennoch gibt es viele Wege, um hier wieder rauszukommen.

Übrigens ist hier die Auflösung 😉 (klassische Frage wäre – „hätten Sie es gewusst?)

Aelurophobie – Angst vor Katzen
Allodoxaphobie – Angst vor anderen Meinungen
Anatidaephobie – Angst, von einer Ente beobachtet zu werden
Anthophobie – Angst vor Blumen
Bibliophobie – Angst vor Büchern
Blennophobi – Angst vor Schleim
Cenosillicaphobie – Angst vor einem leeren Bierglas
Coulrophobie – Angst vor Clowns
Hippopotamomonstrosesquipedaliophobie – Angst vor langen Wörtern
Lachanophobie – Angst vor Gemüse
Metrophobie – Angst vor Poesie und Gedichten
Nomophobie – Angst, ohne Handy zu sein

Diese „kleine“ Liste ist schon etwas „spezieller“, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, wie sehr sie jemanden belasten können – und es gibt noch sehr viel mehr davon.

Hast du jemals Blogs gelesen, wo die Schreiberlinge dahinter von ihren Ängsten erzählen und wie sie damit umgehen? Das Schöne an der Bloggersphäre ist ja, dass wir über so gut wie alles schreiben können, das uns bewegt – und viele nutzen ihre Ängste dazu, um anderen Mut zu machen und von ihnen zu erzählen um so anderen zu helfen. Oder sie schreiben, wie sie ihre Angst in den Griff bekommen haben oder woran sie derzeit noch leiden.
Wenn du einen solchen Blog führst, stell ihn in den Kommentaren ruhig vor 🙂

Wenn wir eine Figur zum Leben erwecken wollen, so ist es interessanter ihr Ecken und Kanten mitzugeben, sie „menschlich“ zu zeigen, auch, wenn die Figur vielleicht kein Mensch ist. Eine „glatte“ Figur, die nur schwarz/weiß ist und vielleicht gar keine Schattierungen trägt, ist die überhaupt interessant?

Wenn diese Figur beispielsweise von Anfang an eine Angst hat, mit der er/sie/es ihr Leben in der Geschichte startet, so könnte das eine Recht interessante Handlung ergeben und du hast bereits einen Start, um ein erstes Blatt Papier zu füllen.

Verlustangst:
Nehmen wir als Beispiel eine Frau Mitte 30, die eigentlich fest im Leben steht, einen Job und Familie hat und der es soweit ganz gut geht. In sich trägt sie aber eine Angst, die sie selber nicht erkennt. Nennen wir sie Anna. Als junge Frau hatte sie ihre erste Liebe in Form eines gleichaltrigen Burschen, Tobias. Sie war damals Anfang 20 und nicht sonderlich selbstbewusst. Er hatte ihr geholfen, sich aufzurichten, stärker zu werden, und irgendwann spürte er, dass es für ihn Zeit war zu gehen. Als Anna einen anderen Mann kennenlernte, Max, da wusste er sie in starken und guten Händen und ließ sie gehen. Anna spürte ihr Herz beinahe zerbrechen, als sie merkte, Tobias war weg, aber sie war nicht allein, denn Max war für sie da. So konnte sie die nächsten Jahre zu der starken Frau reifen, die sie nun war. Dann traf sie zufällig wieder auf Tobias, sie saßen bei einem Kaffee und unterhielten sich – in diesem Moment spürte sie, dass da noch etwas war, ein Funke für ihn empfand und sie wieder die Wunde in ihrem Herzen aufzureißen begann. Es war wieder die Angst davor, ihn zu verlieren … und doch war es nicht ihre Art, ihm nachzueilen. Der Kontakt blieb aufrecht, aber sie klammerte nicht, sondern freute sich über die Treffen bei Kuchen und Kaffee und die Zeit, die sie zusammen hatten. Irgendwann erkannte sie in sich diese Angst als einen kleinen, fiesen Schatten, der ein keines Kind umhüllte und verscheuchte den Schatten. Die Angst Tobias zu verlieren, verlief sich und sie erkannte in diesem Moment, welche Stärke sie eigentlich in sich trug, indem sie es schaffte ihn gehen zu lassen, statt Angst davor zu haben.

So könntest du beispielsweise eine klassische Angst nutzen, um eine Geschichte aufzubauen 😉

In jeder Angst steckt der Kern einer Stärke. Wir und damit auch die Figuren, von denen wir erzählen, wachsen, indem Ängste überwunden werden, wir uns ihnen stellen und schlussendlich erkennen, dass es häufig „nur“ ein Schatten ist, der sich um eine Teil unseres Ichs legen. Vielleicht ist es auch ein Schleier, hinter dem wir gefangen sind und den wir einreißen müssen, um zu werden. Es ist in all den Geschichten die Frage, wie damit umgehen und welche Begleiter und Helfer wir selbst erhalten bzw. welche wir unseren Figuren mitgeben.

Welche Angst würde dir einfallen, die du für eine Geschichte verwenden würdest und welche Stärke könnte dahinterstecken?

Niemals aufgeben, niemals kapitulieren – ist es dein Weg?

Aufgeben tut man nur einen Brief – heißt es nicht so?

Bei wahnsinnig vielen Dingen ist Geduld eine wichtige Sache. Wir haben Wünsche, mitunter sogar sehr viele Wünsche, und wollen am liebsten sofort – und dann kommt die Trauer, weil der Wunsch nicht erfüllt wird.

Manchmal hat es einen guten Grund, manchmal ist es Zufall und vielen Fällen stimmte der Zeitpunkt einfach nicht.

Auch, wenn wir es manchmal einfach nicht wahrhaben wollen, in vielen Fällen braucht die Erfüllung eines Wunsches schlicht und ergreifend ein passendes Fundament. Wie sollst du beispielsweise einen Nobelpreis in Chemie bekommen, wenn du von der Sache selber keine Ahnung hast? Das vergessen wir leider manchmal ganz gerne und trauern viel lieber um den verlorenen Wunsch.

Dann gibt es wieder Wünsche, die erfüllt werden, von denen wir nicht einmal wissen, dass wir diesen Wunsch hatten. Beispielsweise verlor ich vor sehr vielen Jahren einen Freund aus den Augen, der mir sehr viel bedeutet hatte. Als er sich vor einiger Zeit wieder bei mir meldete, spürte ich, dass immer irgendwo der Wunsch da war, wieder Kontakt zu haben 🙂
Du wirst das sicher auch in der einen oder anderen Form kennen. Vielleicht sind es die Geschenke des Gefüges der Welt oder Karma oder aus ganz anderen Gründen heraus. Es spielt keine Rolle, sondern nur, dass wir manchmal etwas bekommen, von dem nur unser Inneres weiß, dass es gewünscht wird.

Wenn du den Songcontest verfolgst, so wirst du sicher mitbekommen haben, dass er heute, 22.5.2021, wieder ist. Mir reicht das Endergebnis, die Show selber war früher besser, als die Musiker noch in der eigenen Landessprache spielen mussten. Dabei steht diesmal Island ganz weit oben bei den Top-Kandidaten, was mich wiederum zu einem meiner liebsten Filme bringt: „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“.
Darin geht es um einen Jungen, der von Kinderbeinen an seinen Traum verfolgt, dort teilzunehmen und zu gewinnen. Lars gilt dadurch in seiner Heimatstadt als „schräger Vogel“ und bleibt dennoch am Traum dran – und schließlich steht er auch auf der Bühne. Im letzten Moment hat er eine Erkenntnis, die weit wertvoller ist, als der tatsächliche Sieg. Er verzichtet auf den Sieg und nimmt an, was ihm gegeben wurde und ermöglicht seiner Freundin Sigrit damit etwas Wunderbares, indem er ihr die Möglichkeit gibt, auf isländisch zu singen, den wundervollen Song „Husavik“. Wenn du das Lied nicht kennst, hör es dir an, lies zwischen den Zeilen, denn es sagt, dass wir das, was wir wirklich brauchen, eigentlich bei uns haben und in uns tragen 🙂

Der Film selber war von Will Ferrel ein jahrelanger Traum, auch er ist also an seinem Wunsch drangeblieben, ohne ihn aufzugeben.

Spinne den Bogen weiter zu „the Founder“, in der Michael Keaton den Mann spielte, der MacDonalds zur jetzigen Größe brachte. Oder geht zu anderen Filmen und damit auch Biographien wie „Jobs“ (mit Ashton Kutcher) oder „Marie Curie – Elemente des Lebens“. All diese Filme sind Beispiele von jenen, die nicht aufgegeben haben, sondern ihren Traum verfolgten.

Aufgeben ist so leicht, zu jammern, zu trauern, zu klagen und schlussendlich in einer Ecke zu sitzen und zu weinen. ABER ist es das wirklich, das wir wollen?

Betrachten wir doch einmal das Schreiben unter diesem Aspekt. Wie viele Blogs hast du in den letzten Jahren kommen und gehen sehen? Menschen, die schrieben und irgendwann aufhörten. Die Gründe können vielfältig sein – angefangen von „keine Ideen mehr“, bis hin zu „mich liest doch eh keiner“ oder etwas ganz anderes. Dann betrachte daneben jene Blogs, die es seit vielen Jahren gibt und sieh sie dir an. Die meisten davon transformieren im Lauf der Zeit, verändern sich, wachsen und werden vielleicht auch zu etwas ganz Neuem. Andere bleiben in ihrer eigenen Basis statisch. Beides ist in Ordnung – in beiden Fällen jedoch ist es so, dass die Macher dahinter dranbleiben und nicht aufgeben.

Niemals aufgeben, niemals kapitulieren kann aber auch ein „Falle“ werden. Nimm jemanden, der einen einzigen Traum hat, nur einen Wunsch verfolgt und dafür alles andere, das ihm/ihr gegeben wird, negiert. Dummerweise kann da auch etwas dabei sein, das ihm/ihr hilft genau diesen Traum zu erreichen. Er/sie wirft damit somit eine Art Schlüssel weg, der vielleicht aber nötig wäre, um das Ziel zu erlangen. Das, kann im Grunde genommen, einfach alles sein. Wir sind so verschieden, haben so unterschiedliche Träume und Wünsche – und das ist auch gut so.

Doch was ist, wenn der Wunsch, das Ziel, über allem steht? Wir haben alle Familie, Freunde oder ein mehr oder weniger großes „Netzwerk“. Wären wir wirklich bereit, für unseren Traum, all das zu riskieren? Wärest du es?

Ich las einst von einem Beispiel genau zu diesem Thema, wo ein junger Mann um alles in der Welt Senator werden wollte. Er erreichte sein Ziel, aber der Preis dafür war seine Familie. Ob es ihm wert war, wurde in dieser Geschichte nicht erwähnt.

Wir können sehr viel erreichen, wenn wir ein Ziel haben, einem Traum folgen, und daran arbeiten, ihn zu erreichen. ABER manchmal ist es klüger den Traum nicht in der Form zu verfolgen, wie wir uns dies vorstellen, sondern zu adaptieren.

So nutzen wir als Schreiberlinge Ideen und Phantasie, um unsere Bücher zu vollenden. Wir verändern uns, werden älter und unsere Interessen variieren mit der Zeit. Entsprechend schreibt ein Autor im Lauf der Jahre auch schon mal andere Texte – ABER das Ziel zu schreiben, wird nach wie vor verfolgt 😉

Wenn ich mir all die Figuren in den Filmen und Büchern ansehe und auch die Biographien mancher Persönlichkeiten, so ist es doch fraglich, ob manchmal eine Adaption vielleicht gut gewesen wäre und vor allem, was geschah, nachdem der Wunsch erfüllt war? 😉

Darum mag ich den Film „Firesaga“ gerne. Nicht nur, weil hier auch einmal Island im Zentrum steht (was würde wirklich passieren, wenn Island gewinnen würde? Es wäre echt teuer für das Land), sondern auch, weil Lars einen Traum hat, den er verfolgt. Allzuviel Hilfe hat er zu Beginn nicht, manchmal braucht es natürlich auch Zufall oder vielleicht auch das Wirken höherer Mächte. Ich mag den Film, weil Lars zum Schluss eine Erkenntnis hat, die weit wertvoller ist als alles andere – Die Musik, die wirklich gewinnt, muss aus dem Herzen kommen. Husavik kam aus dem Herzen – und es erzählt, was wirklich wichtig ist.

Tragen wir nicht auch alle genau das in uns und brauchen nur zu folgen?

Wenn du an dich selbst denkst, spürst du, was dir wirklich wichtig ist? Was ist mit deinem innigsten Traum und dem Wunsch, den du tatsächlich erfüllt haben willst? Bist du bereit, ihn zu adaptieren, wenn es nötig ist?

Träume sind vielfältig, so verschieden wie wir es sind. Dein Traum ist ein anderer als es meiner ist – ein Teil des Traumes hat mit meiner Muse zu tun, ein anderer mit einem Lebensprojekt und auch mit der Skaldenschule.

Was ist der Traum, der dich berührt? Ist er „starr“ oder passt du ihn ebenso an, wie die Natur den Verlauf eines Baches, wenn es notwendig ist?

Wo ist das Skelett deiner Geschichte?

Brich herunter und bau wieder auf, erschaffe aus Altem etwas Neues und mach was draus 🙂

Der Begriff „Upcyceln“ wird dir sicher etwas sagen. Du nimmst dafür etwas Altes und erschaffst etwas Neues damit. Dadurch entstehen Möbel der anderen Art ebenso wie kreative Werke oder vielleicht gar ein neues Heim für Streunerkatzen.
Upcyceln hat den Vorteil, Dinge nicht wegwerfen zu müssen, sondern sie umzuarbeiten und einem neuen Zweck zuzuführen.

Hast du je den Roman „the Circle“ gelesen oder den Film dazu gesehen?
Vergleich ihn einmal mit dem Roman „schöne neue Welt“ und du wirst verschiedene Parallelen finden, die einen gründlich irritieren und erschrecken können. Als dritter Kernpunkt käme noch „1984“ in dieses „Triumvirat“.
Inwieweit die Autoren nun voneinander abgeschrieben haben sei dahingestellt, einander beeinflusst haben sie sich vermutlich schon in der ein oder anderen Weise.

Sieh dir die gesamte Literatur an, du wirst im Großen und Ganzen eine Handvoll von „klassischen Texten“ finden, die sich in den verschiedenen Ausprägungen immer wieder zeigen. Ungewöhnlichere Texte sind eher selten, zumal so vieles schon geschrieben wurde 😉

Wenn du alles Fleisch um eine Geschichte weglässt, bleibt im Grunde nur ein „Skelett“, eine Grundidee, übrig. Hier sind ein paar Beispiele:

„die unendliche Geschichte“
Die Phantasie ist eine Parallelwelt und diese wird zerstört. Ein einziges Menschenkind wird zum Retter und baut die Parallelwelt wieder auf.

„Friedhof der Kuscheltiere“
Neu zugezogene Familie verliert den Hauskater und begraben ihn auf einem „magischen“ Grundstück. Das zurückkehrende Tier hat sich verändert und bringt den Tod mit sich.“

„Dracula“
Ein Blutsauger sucht eine neue Heimat, wo er sich an seine neuen Opfer heranmacht.

Im Grund kannst du das mit wirklich jeder Geschichte machen. In allen steckt ein Grundkern, eine Art Skelett. An dieses Skelett kommen Fasern, Muskeln, Haut und schlussendlich ein hübsches Kleid – das Ergebnis, das wir dann zu lesen bekommen.

Du kennst sicher das Märchen „Rotkäppchen“. Wie viele Filme kamen in den letzten Jahren heraus, die auf diesem Märchen beruhen? So kannst du das auch mit anderen Märchen sehen, wo eine „Grundgeschichte“ verarbeitet, verändert und manchmal komplett neu interpretiert wurde.

Was ist dein Lieblingsroman bzw. deine Lieblingsgeschichte? Wie würdest du das Skelett in maximal zwei Sätzen beschreiben?

Wenn du einmal keine Idee hast, um etwas Neues zu schreiben, dann nimm deine Lieblingsstory und nimm ihr das Kleid weg. Somit fallen beispielsweise Unterhaltungen weg, weil diese mit einem kurzen Kommentar abgetan werden, oder Beschreibungen können abgekürzt werden. Somit kannst du aus einer Geschichte mit beispielsweise 300 Seiten auf vielleicht 200 Seiten herunterbrechen.
Als Nächstes nimmst du die Haut weg. Wo kannst du jetzt die Geschichte kürzen? Nimm beispielsweise Handlungsstränge weg, die für die Geschichte selber nicht wichtig sind, oder such dir Figuren raus, die für die Story nicht von Bedeutung sind.
Nun betrachte die Muskelfasern und löse diese. Damit kannst du weitere Seiten lösen. Das mag eine brutale und brachiale „Löschung“ wichtiger Themen sein, aber sie sind für das Skelett selber nicht mehr wichtig.

So bleiben dir vielleicht noch 1 oder 2 A4-Seiten über. Von diesen Überbleibseln kannst du wieder vieles streichen und dadurch kommst du an die tatsächlichen Fragmente, mit denen ein Schreiberling vielleicht einst begann. Wenn beispielsweise 10 Personen dies mit einer Geschichte machen, muss aber nicht unbedingt die gleiche Fragmentur übrig bleiben, da wir nicht immer das Gleiche als wichtig erachten.

Gehen wir aber noch einmal zu den 1 bis 2 A4-Seiten zurück. Nimm genau diese übrig gebliebenen Fragmente. Sie haben in etwa die Länge eines durchschnittlichen Märchens und geh jetzt den Weg um 180 Grad gedreht.

Das heißt, einfach nur, gib du der Geschichte die Muskelfasern, wie DU sie schreiben würdest. Wenn du damit fertig bist, dann gib ihnen die Haut und schlussendlich ein neues Kleid. Dabei muss deine Version nicht lange sein, sondern sie sollte aus deinem Inneren kommen. Hole nichts Altes aus der ursprünglichen Geschichte, sondern schreibe etwas ganz Neues. Ob deine Version dann 30 Seiten hat oder 1.000 ist völlig egal, denn es ist DEINE!

Hast du jemals Groschenheftromane gelesen? Die Länge war im Regelfall 64 Seiten und sehr viele davon stammen aus dem Bastei-Verlag. Ich verschlang beispielsweise früher „Professor Zamorra“, andere liebten „John Sinclair“ und sehr viele mochten diverse Arzt- oder Krankenhausgeschichten. Gerade im letzteren Bereich sind die Geschichten häufig nach dem gleichen Schema aufgebaut und nur die Handlungen und Namen verändert. Es ist nichts dagegen einzuwenden, denn manchmal ist auch leichte Kost sinnvoll und kann nett zu lesen sein 😉

Bei vielen Romanen ist es sehr ähnlich. Nimm beispielsweise die Vampir-Roman-Schwemme, die nach Twilight auf den Markt kam. Wie viele der Geschichten waren sich im Grunde sehr ähnlich und nur durch Namen, Orte und andere Kleinigkeiten verändert? Aber sie sind halt nicht sonderlich „individuell“ 😉

Viele Schreiberlinge stehen manchmal vor der Situation nichts mehr schreiben zu können, weil ihr Kopf völlig leer ist und ihnen nichts mehr einfällt. In diesen Momenten ist es wichtige einfach zu schreiben, schreiben und wieder zu schreiben – und sei es nur ein beliebiges Wort immer und immer wieder. Alleine, um wieder ins Schreiben zu kommen ist es eine gute Übung, denn eine Geschichte auseinander zu nehmen und etwas ganz Neues draus zu machen ist nicht nur viel Denkarbeit, sondern bringt einen auch schon mal auf ganz neue Ideen.

Wie viele von uns sind ständig darum bemüht etwas Neues zu erschaffen, etwas zu kreieren und schlussendlich schlägt die Verzweiflung zu. Es fällt uns nichts ein, die Worte fließen nicht so richtig und das Blatt vor einem bleibt leer. Allein eine Geschichte auf ihr Skelett zu reduzieren und etwas ganz Neues daraus zu erschaffen ist „Arbeit“. Betrachte doch einmal, wie viele Geschichten die exakt gleiche Grundaussage haben. Vergleiche die Grundaussage deiner Lieblingsromane und du wirst vielleicht immer auf das gleiche „Skelett“ stoßen.

Im Grunde ist Schreiben mit dem Kochen zu vergleichen. Wir haben gewisse Grundzutaten und bereiten ein Gericht zu. Vielleicht gibt es ein Rezept, aber selbst wenn sich mehrere Personen exakt an das gleiche Rezept halten, muss noch lange nicht das gleiche Ergebnis am Teller landen. Der eine würzt vielleicht etwas mehr, der andere lässt das Gericht 10 Sekunden länger kochen und der dritte stellt statt Wasser Saft zum Trinken hin, wodurch sich auch der Geschmack wieder leicht ändert.

Genauso ist es mit dem Schreiben. Selbst wenn du und ich die gleiche Geschichte schreiben würden, so käme doch ein anderes Ergebnis dabei heraus, der Stil ist anders, wir würden vielleicht unterschiedliche Worte oder Namen nehmen … das „Kleid“ wäre anders, die Haut und die Muskelfasern ebenso, wir stecken unsere Persönlichkeit in die Geschichte, wenn wir schreiben. Selbst zu unterschiedlichen Zeiten mag dies bei der gleichen Person variieren.

Möchtest du testen?

Nimm dazu ein x-beliebiges „Skelett“ und schreibe einen kleinen Text dazu. Leg ihn beiseite und nimm einige Tage später das gleiche „Skelett“ und schreibe etwas daraus. Notiere immer dazu, wie du dich gerade fühlst und ob du beispielsweise Stress hast. Mach das über mehrere Wochen immer wieder und dann vergleiche die Texte. Betrachte die Unterschiede. Was fällt dir auf?
Auf diese Weise kannst du herausfinden, wann du gut schreiben kannst, wo die Ideen leichter kommen 😉
Das Schöne ist, wir sind alle unterschiedlich, was dich inspiriert muss es bei mir nicht tun und umgekehrt. ABER der Trick ist eine Hilfe um es für sich selber herauszufinden 😉

Was ist das „Skelett“ jener Geschichten, die du gerne liest?

Bringst du die nötige Geduld auf deinem Weg mit?

„Ein Mann soll in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und einen Sohn zeugen.“

Kennst du diesen alten Spruch? Angeblich soll er von Martin Luther stammen.

Es ist ein Vermächtnis, das dahinter steckt, etwas, damit der „Mensch“ nicht vergessen wird, sondern sein Erbe bestehen bleibt.

In früheren Tagen wollten Menschen mit Sicherheit auch oft nicht warten, sondern etwas „sofort“ haben. Einst wie heute ist der Wunsch vom sofort-erfüllten-Traum ohne etwas dafür tun zu müssen, in uns verankert. Es ist sehr schwer, Geduld zu erlernen, wenn wir dies nicht von Kindheit auf gelernt haben.

Kennst du Ray Kroc? Wenn du ihn nicht kennst, das macht gar nichts, was er vertrieb jedoch, das kennst du mit Sicherheit. Selbst, wenn du nie eines seiner Produkte verzehrt hast – doch ich wage zu behaupten „McDonalds“ kennst du mit Sicherheit. (Als kleiner Filmtipp dazu: „The Founder“! Der Film ist wirklich eine gute Biographie von Ray Kroc.

Was haben diese beiden Punkte gemeinsam? So unterschiedlich sie sein mögen, so benötigt es in beiden Fällen Zeit. Etwas aufzubauen, niemals vergessen zu werden oder für spätere Generationen noch „da“ zu sein, alles benötigt Zeit.

Recht interessant ist hierzu das Betrachten der verschiedensten Jenseits-Vorstellungen, wobei sich die meisten gar nicht so sehr voneinander unterscheiden. In so gut wie allen Fällen dreht es sich darum, ein möglichst gutes Leben zu führen und die Welt besser zu hinterlassen, als man/frau sie vorgefunden hat. Entweder wartet dann ein Paradies (welcher Art auch immer) oder es geht um einen besseren Start in das nächste Leben.

In allen Fällen kann die lebende Seele eigentlich nur eines tun, möglichst viele gute Dinge tun und sich damit für später etwas aufbauen. Auch hier hast du wieder die Sache mit der Geduld.

Wenn wir schreiben, dann fehlt oft das Fundament.

Wir sehen irgendwo schon in weiter Ferne die Bücher, die in Massen über die Ladentheke gehen oder wir verschenken sie, weil wir jemandem eine Freude machen wollen oder nutzen sie vielleicht auch für Kurse, die wir geben und halten wollen. Schreiberlinge sehen sehr häufig das fertige Ergebnis, aber der Weg bis dahin, davor herrscht mitunter große Scheu.

Wie wir aus Geschichten wie um Ray Kroc erfahren können, dauert alles seine Zeit, es geht selten von heute auf Morgen und wenn, dann fällt häufig das erbaute Kartenhaus auseinander, weil das Fundament nicht stabil genug ist.

Ein Freund sagte mir einst:
Es ist alles subjektiv. Für den einen vergeht die Zeit, wie wir sie kennen, sieh stattdessen zu großen Bergen hin und höre ihnen zu. Sie wandern in ihrem eigenen Tempo, das der Mensch gar nicht mitbekommt, aber sie wandern, einer schneller als der andere, und in seinen Augen war dabei ein Zwinkern, wie ich es so gerne mag.

So ist es auch, wenn wir Schreiberlinge vor einem Buch sitzen. Natürlich ist es unterschiedlich, wie wir die Dinge angehen. Wo der eine bereits die fertige Geschichte im Kopf hat und nur mehr runtertippt, so baut der andere Stein für Stein auf, bis seine Geschichte fertig ist. Doch in allen Fällen braucht es Zeit, die Worte zu formulieren, zu finden und auch niederzuschreiben oder zu tippen. Nehmen wir uns die Zeit, um von Anfang an aufzubauen, so ist es auch eine Art Wachstum für uns selber.

Sieh dir eine Blumenwiese an und überlege dir, wie lange es gedauert hat, bis diese Vielfalt an Blüten sich eingefunden hat. Wann kamen welche Pflanzen in deinem Umfeld an? Weißt du noch, wann das erste Mal Kartoffel in Europa wirklich gegessen wurden und warum sie anfangs aus Amerika mitgenommen wurden? (Der Grund waren übrigens ihre Blumen und anfangs war die Kartoffel einfach nur eine hübsche Zierpflanze) 🙂
Bis wir unsere heutige Vielfalt erreicht haben, dauerte es auch Jahrhunderte und ging nicht über Nacht mit einem Fingerschnippen.

Betrachte doch einmal die Autoren, die wir heute als „Superseller“ in den Regalen stehen haben. Sie alle fingen einmal irgendwo klein an. Selbst Goethe zahlte die ersten Exemplare seiner Werke aus eigener Tasche, um überhaupt veröffentlicht zu werden. Stephen King und viele andere schrieben am Beginn ihrer Karriere kurze Texte für Zeitschriften und erst mit der Zeit wurden sie so erfolgreich, wie sie heute sind. Gewiss finden wir den ein oder anderen Autor, wo einfach nur absoluter Glücksfall eintrat, doch diese sind wirklich sehr rar gesät, bei den meisten steckt viel Energie, Arbeit und auch Geduld dahinter – und sie lernten mit jedem Werk dazu.

Geduld zu haben ist eine Notwendigkeit, aber nur schwer zu erlernen, wenn wir sie nicht von Kindertagen an mitbekommen haben. Es ist schwer, sich selber einzugestehen, dass einem die Dinge viel zu langsam gehen. Ja, auch ich hätte nichts dagegen, wenn meine Werke mehr Lesern helfen könnten, aber das ist sicher auch nur eine Frage der Zeit, denn ich will unterhalten und unterstützen, du weißt für dich selbst, was du mit deinen Werken erreichen willst 🙂

Schreiben ist ein Handwerk und das lässt sich erlernen!

Stell dir vor, du lernst eine ganz neue Sprache. Wo fängst du an? Viele beginnen mit den Schimpfwörtern, weil sie am einfachsten zu erlernen sind (sagen manche).
Wenn wir zu schreiben beginnen, lernen wir doch im Üblichen erst einmal das Alphabet, dann kommen einfache Wörter und Sätze, und erst mit der Zeit kommt es zu längeren Texten und zu ganzen Werken. Aber damit ist es nicht getan. Als Schreiberling brauchst du mehr als „nur“ das Basiswerkzeug – Phantasie beispielsweise ist eine gute Sache.

Und dann hast du die geborenen Erzähler. Diese haben vielleicht nie schreiben und lesen gelernt, aber erzählen in einer Weise, dass du an ihren Lippen hängen bleibst. Sie erzählen „freier“, weil sie die Buchstaben nicht fesseln.

Wenn du beides kannst, dann hast du eine großartige Basis für deine Werke.

Sehe ich mir die Bücher an, die ich bisher geschrieben und veröffentlicht habe, so habe ich bei jedem Buch dazu gelernt. Rechtschreib- und Grammatikfehler konnten inzwischen auf ein Minimum runterreduziert werden (ich gebe mein Bestes) … eine faszinierende Eigenheit konnte ich auch feststellen:
Gib mir einen Text zu lesen und ich finde auf den ersten Blick Rechtschreibfehler, wo andere drüber lesen. Mein Mann kann das schon gar nicht mehr hören, wenn ich ihm das erzähle … unter anderem in einem großen Möbelhaus, wo an der Wand gepinselt die Aufforderung an die Kunden stehen sollte, sich Notizen zu machen ….
Und was steht dort?
„machen Sie sich Notzitzen“ (guck genau hin, erkennst du den Schreibfehler?)
Jeden Tag gehen dort Hunderte, wenn nicht Tausende Menschen vorbei – und wie viele erkennen es wirklich?

Aus den Anfängen entwickeln sich mit etwas Geduld weit mehr Aspekte, als wir glauben.
So wie Bäume nicht unbedingt geradlinig wachsen, sondern Triebe ausbilden, so entwickeln wir auch beim Schreiben verschiedene Fertigkeiten, die vielleicht gar nicht beabsichtigt waren und die wir schlussendlich doch haben. Ob dies nun Genauigkeit beim Lesen ist, oder die Fähigkeit mit anderen besser sprechen zu können, Farben super aufeinander abstimmen können oder in der Liebe ein absoluter Champion sind – das WAS spielt keine Rolle. Wir unterschätzen jedoch manchmal, WARUM Geduld wichtig ist.

Stell Menschen eine einzige Frage:
„Würdest du etwas annehmen, das sich dir sofort und ohne Anstrengung eröffnet und hingibt?“
Oh, es ist verführerisch, keine Frage und jeder wird überlegen, ein solches Angebot anzunehmen. Aber wäre es im Sinne der Entwicklung wirklich sinnvoll? Mir fällt jetzt erst beim Schreiben dieses Beitrags auf, wie weitschichtig Geduld Gaben mit sich bringt, die wir so gerne hätten, aber unterschätzen, sie zu bekommen.

Es ist jetzt auch kein Plädoyer, denn du entscheidest ganz alleine, ob du dich damit befassen willst oder nicht. Bedenke jedoch, Geduld ist nach wie vor eine Tugend und als solche nicht unwichtig.

Wenn du ein Haus erbaust oder einen Baum pflanzt – erwartest du doch auch nicht, dass morgen schon alles fertig ist (oder hast du einen Dschinn, der dir mit Fingerschnippen alles hinstellt?) Du weißt, dass manches Zeit benötigt. Wenn der Blick jedoch in andere Richtung fällt, so ist Ungeduld mitunter schon ein echtes Problem.

Es ist sehr schwer damit klarzukommen, zu warten und zu warten und vielleicht nie ans Ziel zu kommen. Darum ist es auch eine gute Idee, die Augen offenzuhalten und auch Alternativen anzunehmen, wenn diese auftauchen. Manchmal tauchen sie auf und winken mit einem roten Tuch und doch ignorieren wir sie, weil sie nicht unserem Wunsch entsprechen. Aber das ist auch ok, denn es ist menschlich.

Es ist unsere Achillesferse als Mensch, nicht warten zu können, obwohl es nötig wäre. Unzufrieden zu sein und einfach alles sofort haben zu wollen. Doch so, wie die Natur Zeit braucht um zu wachsen und zu gedeihen ist es auch für unser Leben nötig.

So ist nun die einzige Frage, die sich ergibt:
Wie ist ein gutes Fundament um schlussendlich das Ziel zu erreichen? Was denkst du?

Frühlingsbote und was war da noch?

Wo der Ursprung zu finden ist – steckt er nicht vor deiner Nase?

Seit ich aus der Stadt aufs ländliche Terrain übersiedelte, wird der Herzschlag ruhiger, der Blutdruck wird gesünder und überhaupt lässt es sich besser atmen 😉
Ich bin ein Landei und stolz drauf 🙂

Seit einigen Tagen fliegen sie wieder – die Maikäfer. Als Kind lernte ich dieses Lied, die Melodie hab ich noch immer im Kopf. Kennst du es?

Maikäfer, flieg!
Der Vater ist im Krieg.
Die Mutter ist im Pommerland.
Und Pommerland ist abgebrandt.

Kennst du das Lied? Weißt du um den Ursprung des Liedes?

Dieses Kinderlied mit der sanften Wiegenliedmelodie birgt in sich einen bitteren Wahrheitsgehalt, denn es bezieht sich auf die Zeit des 30jährigen Krieges. 1618 – 1648 überzogen die verschiedensten Konflikte vor allem den deutschsprachigen Raum, Gustav Adolf wirst du vielleicht ebenso vom Namen her kennen wie Wallenstein. Du wirst vielleicht im Schulunterricht ein paar Brocken aus jener Zeit erfahren haben, aber das wahre Dunkle darin erzählt dir im Regelfall kein Lehrer.

Beginnend mit dem „Prager Fenstersturz“ endete dieser Konflikt mit dem „Westfälischen Frieden“. Hier gab es noch dazu eine kleine Besonderheit in Form eines Söldners namens Peter Hagendorf der tatsächlich lesen und schreiben konnte und sogar ein Tagebuch führte. Somit sind viele seiner Aufzeichnungen die einzige Quelle über das tatsächliche Soldatenleben anno dazumal.

Jene Zeit war brutal und nahm üblicherweise keine Rücksicht auf den Einzelnen. Manche sagen, dass diese Ära so grauenhaft gewesen sein muss, dass sie sich so tief in die Seelen der Menschen grub, dass dies bis heute nachschwingt, wie eine „ewige Schuld“. Was da dran ist, lass ich einfach einmal im Raum stehen.

Das Ende jedoch, der „Westfälische Frieden“, brachte etwas Gutes mit sich, etwas, bis dahin nie Dagewesenes. Somit haben wir auch hier das Prinzip von „etwas Gutes im Schlechten“ oder „etwas Schlechtes im Guten“.

Es gibt das eine nicht ohne das andere oder gibt es Schatten ohne Licht?

Betrachtest du schattige Stellen, merkst du recht bald, dass Schatten nur existieren können und genauso ist es mit allem anderen auch. Etwas Schlechtes birgt auch etwas Gutes in sich, selbst, wenn es noch so unwahrscheinlich sein mag.

Wir haben heute eine andere Zeit, die für viele sehr schwierig ist, ABER, die auch Gutes in sich birgt. In den letzten Monaten konnten viele beispielsweise Homeoffice tatsächlich erhalten und viele wollen es beibehalten (Fortschritt kann ein Segen sein) – andere wiederum wollen zurück ins Büro. Andere haben erkannt, was sie an ihren Kindern und der Familie tatsächlich haben und wo ihnen etwas fehlt. Sehr viele haben darüber nachgedacht, ob sie tatsächlich weiterleben wollen wie bisher und sich für Änderungen entschieden. Manche sagten, wir werden bald im Wassermannzeitalter leben – nur müssen wir vorher durch eine dunkle Ära hindurchgehen. Dann waren da noch Hellseher wie Baba Wanga, die ein menschenleeres Europa prophezeite (Stichwort Ausgangssperre).

Einst wurden die Frühlingsboten Maikäfer zu Tausenden gesammelt, da sie als Schädlinge galten. Manch einer denkt auch heute noch so. Gehen wir ein Stückchen weiter, dann können diese Tiere sogar noch weit mehr sein, als einfach nur ein geflügeltes Wesen.

Manche sagen, sie seien „Krafttiere“, dem Krafttier ähnlich, das in der Mythologie der American Native, aber beispielsweise auch in russischen Gefilden, gern häufig genannt wird. Wenn du dich etwas mit Schamanismus auskennst, dann weißt du, dass dies nicht allein dem Thema um „Manitou“ alleine begründet ist, sondern sich auch beispielsweise in den hohen Norden erstreckt.

Viele wissen davon, dass Bären oder Adler Krafttiere sein können, aber man sagt auch anderen wie Kröten oder eben Maikäfern nach, dass sie solche sein könne. Und warum auch nicht?

Krafttiere, wenn sie dir begegnen, sollen dir helfen etwas in deinem Leben zu lösen, vielleicht Altes abzustoßen oder Neues anzunehmen. Somit sind wir bereits im nächsten Schritt gelandet. Viele versuchen, ihr Krafttier zu finden und scheitern, weil sie vielleicht noch nicht reif genug dafür sind oder schlichtweg es sich noch nicht offenbaren will. Das bedeutet, der/diejenige ist einfach noch nicht reif genug dafür. Wenn sich „dein“ Krafttier offenbart, dann wirst du es mit Sicherheit wissen.

Vielleicht hörst du den Namen des Krafttieres also beispielsweise Bär, Wolf, Elch, Rabe oder Schlange. Möglicherweise siehst du es ohne Worte oder du spürst den Atem des Wesens. Allgemeingültig scheint zu sein, dass es sich bei Krafttieren um ein Schutzwesen handelt, dessen Eigenschaften auf den Menschen übergeht. Ob dies nun ein Schamane ist oder nicht, spielt das wirklich eine Rolle?

Einst, als die Menschen großteils noch in Naturnähe lebten, vielleicht auch als Wanderer durch die Lande zogen, war eine andere Verbindung zu Tieren gegeben, als wir dies heute haben. Vielfach zogen sich Verbindungen zu den Tieren, die wir heute nicht mehr kennen, es gab keine Massentierhaltung, sondern ein Tier wurde meist geschlachtet oder gejagt, wenn es an der Zeit war. Vielfach lebten gerade bäuerliche Gesellschaften mit den Tieren in nebeneinanderliegenden Räumlichkeiten. (Die Wikinger waren hier übrigens keine Ausnahme 😉 )

Wie sehr Tieren gewisse Eigenschaften bis heute noch nachhängen, siehst du in Märchen.

Ein paar Beispiele gefällig?

*) Fuchs / Reinecke / schlau, listig, durchtrieben
*) Hase / Meister Lampe / ängstlich, vorsichtig, vorlaut
*) Storch / Meister Adebar / hochmütig, gelehrt
*) Wolf / Isegrim / lügt, gierig, rücksichtslos, böse

Es ist also nicht verwunderlich, dass Krafttieren ebenso gewisse Fähigkeiten nachgesagt werden. Warum sollten wir uns diesen Geschöpfen nicht anvertrauen? Sie sind nicht nur anmutig, sondern gleichermaßen auch wundervolle Lehrer, wenn sie sich einem anvertrauen. Ein Beispiel, dass dieses Thema sogar in der Sci-Fi-Ära angekommen ist, findest du in der Serie „Star Trek Voyager“ in der Figur des Chakotay, der selbst vom Hintergrund den Kontakt zu Krafttieren kennt.

Doch was können wir aus all diesen Informationen nun machen?

Wenn du keine Idee hast, worüber du schreiben möchtest, dann versuch es einmal so, wie ich hier mit dem Beitrag. Nimm irgend etwas, das dir gerade über den Weg läuft oder worauf dein Blick fällt und zieh die Eselsbrücken. Wie kämen wir sonst vom Maikäfer zum 30jährigen Krieg und landeten schlussendlich bei den Krafttieren? 😉

Sieh dich um, was siehst du als Erstes und welche Eselsbrücken findest du dabei und was würdest du daraus machen, um einer Figur zu helfen „geboren“ zu werden?

Gastbeitrag: Zwischen Musenzwist und Musenkuss

Heute übergebe ich den Platz für einen Gastbeitrag einer lieben Bloggerfreundin. Sie neigt dazu, beim Schreiben mit „Augenzwinkern“ zu formulieren und die Worte zu setzen.

Ihren Blog findest du hier: https://heathermkaufman.com/
Besuch sie doch mal 🙂

und nun, viel Freude beim Lesen ihres Beitrags – liebe Heather, damit bist du gemeint 😉

*****

Zwischen Musenzwist und Musenkuss

Irgendwann gibt es für alles ein erstes Mal. Das gilt auch für Schreiberlinge und beginnt zaghaft mit dem Dasein eines ‚Leserlings‘. Das erste vorgelesene Buch, das erste selbstgelesene Buch, die ersten selbstgeschriebenen Buchstaben – von mir noch mit dem Griffel auf eine Schiefertafel gekratzt -, die ersten kindlichen Schreibversuche mit tintenblauen Fingern, und etliche eindrucksreiche Jahre später, erste tagebuchähnliche Memobücher, erste kleine Geschichten, das erste Selfpub-Kinderbuch, ein erster Blog … Die Kette bleibt genauso offen, wie die dazugehörige Lebenslinie.

Die Auslassungspünktchen könnten für weitere Bücher (vielleicht ein erstes Verlagsbuch) stehen. Gerade jetzt stehen sie für ein anderes erstes Mal, denn die liebe Rhiannon, Content Creator dieses inspirierenden Blogs, fragte mich, ob ich Lust hätte, einen Gastbeitrag zu schreiben. Wer einen Blick auf unsere höchst unterschiedlichen Reichweiten wirft, wird meine Unsicherheit nachfühlen können, aber welcher Schreiberling kann schon der Versuchung nach ihrer/seiner Lieblingsbeschäftigung widerstehen? Thematisch soll es um das Schreiben gehen. Oder um Kreativität. Am besten um beides.

Nur die Kreativität verwandelt die Auslassungspünktchen in Fakten. Je nach Neigung, Begabung oder Talent entsteht durch sie etwas Neues, Unbekanntes, wenn auch vielleicht nur im Auge des Schöpfers selbst. Und während ich noch meine Hände schwebend über der Tastatur hielt, um diesen Beitrag zu schreiben, wurde ich Gedankenzeugin eines seltsamen Dialogs:

K: »Na, sieh mal einer an, so trifft man sich endlich wieder!«
F: »Hallo? Warum gleich so zickig?«
K: »Hast dich ja hübsch rar gemacht in den vergangenen Wochen!«
F: »Wieso? Hast du mich etwa vermisst?«
K: »Vermisst ist untertrieben! Du weißt selber, wie sehr ich dich brauche! Ich habe regelrecht am Rad gedreht, als du sang- und klanglos abgetaucht warst.«
F: »Du meine Güte! Da gönne ich mir einmal ´ne kurze Auszeit, die bitter nötig war, weil du mich regelrecht ausgesaugt hast. Warum belämmerst du nicht zur Abwechslung die anderen mit deinem Problem?«
K: »Ach, hör doch auf! Ich habe Fleiß um Hilfe gebeten, die alten Ideen angerufen, bin sogar zum Gedächtnis nach Hause gefahren, alle hatten nur faule Ausreden, warum sie mir gerade jetzt nicht helfen können. Die Inspiration ist seit Wochen verreist und sitzt wahrscheinlich irgendwo coronabedingt und unerreichbar fest. In meiner Verzweiflung habe ich dann das Gelaber der Logik über mich ergehen lassen.«
F: »Und?«
K: »Nichts ‚und‘. Nicht innovativ genug, nicht originell, todlangweilig.«
F: »Mensch, jetzt lass dich nicht so hängen. Du bist undankbar, denn wir alle reißen uns nonstop für dich die Gene auf. Also hör auf zu jammern! Was hast du bis jetzt?
K: »Okay, ich kenne das Problem und die Ausgangssituation. Danach habe ich, wie immer, das Ziel definiert. Gleich im Anschluss, dem Gesülze der Logik und ein paar hilfreichen Tipps vom Gedächtnis sei Dank, habe ich alle Fakten zusammengetragen, aber danach habe ich mich hoffnungslos verfranzt. Seitdem fühle ich mich total uninspiriert. Ohne dich komme ich nicht weiter.«
F: »So, so. Nun geht´s also um die Wurst oder um´s Eingemachte – apropos, irgendwie habe ich jetzt Hunger. Geht´s dir auch so? Könntest du uns fix ein paar Häppchen machen?«
K: »O, bitte fang nicht wieder an zu prokrastinieren! Ich werde noch wahnsinnig!«
F: »Ha, ha, Genie und Wahnsinn – ein anderes dysfunktionales Duo in unserem Schaffenskreis. Komm, sei nicht sauer – ich verstehe doch deine Sorgen. Du brauchst jetzt meine Imagination, meine Fähigkeit Gedanken zu malen, damit du sie mit deinem Gedächnisinhalt neu verknüpfen kannst. Ich liebe deine Phase des Brainstormings über alle Maßen, in der alles möglich ist, alle Grenzen aufgehoben sind und ich richtig aus dem Vollen schöpfen kann!«
K: »Hör auf zu schwärmen und leg´ endlich los, damit ich deine Ideen mitschreiben kann.«
F: »Langsam, gute Freundin, nicht so hektisch! Was habe ich eigentlich davon?«
K: »Wie meinst du das, und seit wann ist dir das denn wichtig? Nach unserer gemeinsamen kreativen Phase, filze ich alles genau durch, kläre, trenne Nützliches und Brauchbares von Blödsinn, schaffe neue Verbindungen, erfinde, entdecke und setze all das zum Endergebnis um, dem großen Paukenschlag. Das Ergebnis sollte sich dann sehen lassen können! Wenn du möchtest, kann ich dich kurz erwähnen. Oder was hast du dir sonst vorgestellt?«
F: »So, wie ich es fragte. W-A-S H-A-B-E I-C-H D-A-V-O-N? Oder glaubst du kleine ‚Schlüsselkompetenz‘, ich schenke dir immer weiter meine Ideen, damit du den Lohn ernten kannst?«
K: »Meine liebe Fantasie! Eines will ich mal klarstellen. Du bist ein Teil von mir, zwar mit gewissen Freiheiten, aber mehr auch nicht. Denn ohne mich, könntest du dich überhaupt nicht mitteilen. Kaum jemand erführe, dass du überhaupt existierst, würde ich nicht mit meiner Gabe, dich mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen, den sichtbaren Beweis liefern. Wie oft hast du mir schon Flöhe ins Ohr gesetzt, die nicht umsetzbar waren und alle schrien auf, ich sei nicht mehr kreativ. Dein Gewinn sind meine Ergebnisse, die von dir zeugen und wiederum die Basis für neuen Ideen sein können. Ohne mich bist du unsichtbar!«
F: »Nun, wenn das so ist, liebste Kreativität, kann ich meine Auszeit ja getrost noch ein wenig ausdehnen und mache mich mal ohne dein Zutun unsichtbar. Meines Wissens bist auch du nur ein Teil von etwas Größerem und womöglich verzichtbar, wenn du deinen Job nicht mehr beherrschst. Vielleicht gelingt dir dein Projekt sogar ohne meine Hilfe, aber ich versichere dir, das wird verdammt schwer! Weißt du was? Du kannst mich mal küssen wo ich schmutzig bin!«

Dieser Zwist führte mir erneut die unterschiedlichen Eigenschaften von Fantasie und Kreativität vor Augen. Zwei von vielen Begriffen, die fälschlicherweise, auch von mir, häufig synonym verwendet werden. Fantasie erschafft die Ideen, die die Kreativität umsetzt. Es gibt Ideen, die sich nicht verwirklichen lassen – dann bin ich nicht kreativ. Fantasie hat jeder und man kann sie erweitern, aber leider auch verkümmern lassen. Fantasie ist die Frage, Kreativität die Antwort. Fantasie hat kaum Grenzen, Kreativität hingegen schon. Zur Kreativität gehören aber neben Fantasie noch Begeisterung, Eifer, Fleiß, Disziplin, handwerkliche Fertigkeiten, Talent und die Gabe, das Vorgestellte mit der Realität in Einklang zu bringen, um etwas zu Erschaffen, zu ‚Schöpfen‘.

Die Fantasie eines kleinen Kindes fragt, ob Popel wohl zum Mond fliegen können, die Kreativität lässt es aus Toilettenpapierrollen, Watte, Papier, Zwirn, Klebstoff und allerlei Krimskrams experimentieren, bis eine nützliche Trägerrakete entsteht. Diese schöpferische Kraft, den Erfindungsreichtum, die Fähigkeit, alte Denkweisen aufzuweichen, um neue Verbindungen zu schaffen, gilt es früh zu fördern. In jedem Alter (im Erwachsenenalter aber bitte ohne Popel). Die erwachsene menschliche Fantasie greift nach den Sternen und ermöglichte der Kreativität den Spaziergang auf dem Mond und eines fernen Tages die Schaffung eines Vergnügungsparks auf dem Mars. Sie ist zudem die Voraussetzung für Empathie, ohne die wir kaum befähigt wären, beispielsweise einen einfühlsamen Roman zu schreiben.

Wenn wir Schreiberlinge uns mal wieder in einer Schaffenskrise befinden oder uns an einer Blockade die Zähne ausbeißen, weil sich die Fantasie eine Pause gönnt, hilft es manchmal, wenn wir das restliche ‚Team‘ zusammentrommeln und andere Projekte beispielsweise nur mit Handwerk und Fleiß produzieren, denn das ärgert die Fantasie ziemlich, und sie lässt sich mit Eifersucht gut provozieren. Oder wir stärken uns in der Zwischenzeit mit neuem Wissen, Spionage bei der Konkurrenz oder dem Üben vorhandener Fähigkeiten.

Vielleicht spornt uns auch jemand zu kreativer Leistung an? (Meine ist übrigens nicht menschlich, aber dennoch natürlich.) Seit ihr schon einmal von einer Muse geküsst worden? Verratet, wer es war oder ist es und wie sich dieser Kuss auf eure Arbeit auswirkt.