Kennst du die Schicksalsweberinnen?

Das „Projekt Schildmaid“ zieht längst seine Kreise und bringt neue Themen mit sich – unter anderem das „Brettchenweben“. Immerhin war Weben bei den alten Völkern eine gewichtige wie auch zeitaufwendige Prozedur und Bänder wie diese waren lange vor den Wikingern zur Zierde in Gebrauch. Der Webstuhl hier ist übrigens ein selbstgebauter meines Mannes und die verwendete Wolle stammt von Merinoschafen 🙂

Betrachten wir den Webfaden doch einfach mal wie einen Lebensfaden. Die Schicksalsweberinnen, die diesen Faden spinnen, findest du beispielsweise im hohen Norden als „Nornen“, doch auch andere Völker und Zeiten finden weibliche Figuren, die den Lebensfaden eines Menschen spinnen und ihm Gutes wie Schlechtes einweben können.

Stell dir vor, du wärest eine dieser Weberinnen und wählst den Faden für deine neue Figur, du bist es, der ihm/ihr/es das Leben einhaucht. Du bist es der ihm/ihr/es die Fallstricke und die Glücksmomente mit auf dem Weg gibt. Doch wie eine gute Weberin, wirst du darauf achten, Fehler zu entfernen und einen möglichst guten Faden weben und verzwirnen.

Wie sieht der Faden aus, den du weben würdest? Klar und einfach oder doch eher hart und kantig?

Awesome Blogger Award

Ich danke liebe Maria vom Meereskindblog für deine Nominierung meines Blogs.
So manch ein Follower hat mich bereits zu Beiträgen inspiriert und genau so soll es sein – sich gegenseitig fördernd für ein gutes Miteinander und ein gemeinsames Wachsen. Darum danke, dass ihr mal mehr, mal weniger häufiger bei mir vorbeiseht.

Über den Awesome Blogger Award:

„Dies ist eine Auszeichnung für die absolut wundervollen Schriftsteller auf der ganzen Welt des Bloggens. Sie haben hinreißende und wunderschöne Blogs, sind bezaubernd und liebenswürdig und finden immer einen Weg, dem Leben ihrer Leser Glück und Lachen zu verleihen. Das ist es, was einen großartigen Blogger wirklich ausmacht.“

Regeln, um Teil des „Awesome Blogger Award“ zu sein:

– Danke der Person, die Dich nominiert hat.

– Kennzeichne den Beitrag mit #awesomebloggeraward.

– Beantworte die Fragen, die Dir gestellt wurden.

– Nominiere mindestens 5 Blogger und informiere diese über ihre Nominierung.

– Gib ihnen 10 neue Fragen zur Beantwortung.

  1. Wenn du nochmal die Möglichkeit hättest dein Leben von vorne anzufangen. Was würdest du anders tun?

    Studieren und einen ganz anderen Berufsweg einschlagen. ABER dann wäre ich auch an einem anderen Platz und hätte vielleicht so wundervolle Persönlichkeiten wie meine Muse niemals kennengelernt.

  2. Wenn du wählen könntest als Vogel oder als Fisch zur Welt zu kommen. Für welches Lebewesen würdest du dich entscheiden und warum?

    Fisch
    Weil wir zwar die Lüfte erforscht haben und bis in den Weltraum vorgestoßen sind, aber die Meere nach wie vor Geheimnisse tragen.

  3. Bei einem Wettbewerb hast du eine Reise nach deiner Wahl gewonnen, für welches Reiseziel würdest du dich entscheiden?

    den hohen Norden wo es gerade schneit und das Eis liegt – wäre dann wohl der Nordpol im Moment

  4. Für wen würdest du gerne deine Leibspeise kochen und diese Person als Gast an deinem Tisch haben?

    Michael Ende – weil er mich mit seinen Geschichten zutiefst berührt hat … leider ist der Mann aber verstorben und mit einem Skelett aus dem Grab speisen wäre wohl ein recht eintöniger Gedankenaustausch 😉

    Liebe Maria – eigentlich dich, weil wir uns noch nie persönlich getroffen haben. Aber das ist sicher auch nur eine Zeitfrage 🙂

  5. Wenn du dir jetzt deinen innigsten Wunsch erfüllen könntest würdest du das jetzt tun?

    Wünsche haben IMMER einen Haken – die Frage ist – was wäre der Preis für diesen Wunsch? Wäre ich bereit ihn zu bezahlen?
    Ja – sofern der Preis für mich akzeptabel wäre.

  6. Welches Buch war in deinem Leben so eindrucksvoll, das du es gleich mehrmals lesen musstest?

    die unendliche Geschichte von Michael Ende
    auch, wenn es wie eine Kindergeschichte wirkt, so steckt doch sehr viel mehr dahinter, als es auf den ersten Blick scheint – und sie hat mein Leben geprägt

  7. Hast du schon Mal etwas total Verrücktes in deinem Leben gemacht, bei welchem du dich immer wieder noch gerne daran erinnerst und was war das?

    Allerdings 🙂 … ich kann nur sagen, es hat mit einer mir sehr wichtigen Person zu tun – alles andere ist ein klein wenig zu privat 😉
    und bevor es Spekulationen gibt – es geht in Richtung emotionaler Stabilisierung …

  8. Ist die Digitalisierung für dich Fortschritt und wie hat dieses Medium dein Alltag verändert?

    Digitalisierung ist beides – Fluch wie auch Segen …. wir können Gutes wie Schlechtes damit bewirken und es auf die verschiedensten Weisen für uns nutzen.
    Mein Alltag ist dadurch definitiv verändert, ich schreibe viel für den Blog, an meinen Büchern und manchmal wünsche ich mich durch die Digitalisierung auch zurück in die einfacheren Zeiten, als das Leben noch von Wind und Wetter bestimmt war.

  9. Was war dein erster Gedanke als das Lockdown durch Covid19 ausgerufen wurde?

    Anfangs hielt ich es eher für einen Scherz – und binnen kurzer Zeit erinnerte ich mich an Bücher wie „die Pest zu London“ und begann zu vergleichen. Aber den einen Gedanken hatte ich in dem Sinn nicht.

  10. Was würde sich für dich verändern beim Schreiben, wenn sich hinter einem Blog ein weltberühmter Autor verbirgt und er dir eine positive Private Message zukommen lässt. Würde sich dein Schreibverhalten ändern?

    Nein. Denn jeder Mensch – egal wie berühmt er/sie auch sein mag – ist ein Mensch mit Stärken und Schwächen, Träumen und Wünschen.

Ich würde gerne die folgenden Blogs nominieren:

https://schreibrausch.com/
https://bluemooncaffee.de/
https://susannehaun.com/
https://kloenschnack.blog/
https://lukonblog.wordpress.com/
https://restless-roots.com/
https://msnaiv.blog/
https://derkleineherrfelix.wordpress.com/
https://veledalantia.wordpress.com/
https://books2cats.wordpress.com/

Die 10 Fragen für die Neu-Nominierten:

1. Mit welcher Person aus der Vergangenheit würdest du gerne essen und warum gerade diese? Es kann genauso gut ein einfacher Bauer wie eine berühmte Persönlichkeit sein.
2. Könntest du eine Figur aus einer Geschichte in unser reales Leben ziehen – wer wäre das und warum gerade diese?
3. Würdest du die Patenschaft für ein Kind übernehmen, für welches Land würdest du dich entscheiden?
4. Welche Mythologie findest du besonders spannend – es spielt keine Rolle ob du an diese glaubst oder nicht.
5. Feierst du die Feste wie sie fallen oder ziehst du eher Traditionen vor?
6. Küchenköstlichkeiten aus welchem Land würdest du gerne mal probieren?
7. Hättest du die Möglichkeit einen Bestseller zu schreiben – worum ginge es dabei?
8. Nimm an, eine gute Fee würde dich in eine Epoche deiner Wahl schicken können (du müßtest dort aber für den Rest deines Lebens verweilen) – welche wäre das?
9. Hättest du die Chance an einem neuen Projekt teilzunehmen, wofür würdest du dich entscheiden und warum gerade dieses?
10. Stell dir vor, eine Person der du zutiefst vertraut, würde dich fragen, ob du lieber die blaue Pille (für das Vergessen und weitermachen wie gewohnt) oder die rote Pille (für eine erschütternde Wahrheit) wählen würdest. Wie würde deine Entscheidung lauten?

Gastbeitrag – Alles ist Welt

Wir sind viele. Je weiter wir im Leben gehen umso mehr verbinden wir uns mit anderen, knüpfen Lebensfäden und entwickeln uns auch durch andere weiter.
Wir inspirieren und kreieren neue Ideen, suchen und finden Sinn in Worten und Texten. Über viele dieser Themen unterhielt ich mich mit Dirk vom Blog Schreibrausch und darf euch nun einen Gastbeitrag von ihm vorstellen.

Seinen Blog findest du hier (einfach draufklicken).

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Für Sinnsucher, Schriftsteller, Blogger und Texter

Vom Glück des Schreibens

Dem Glücklichen, sagt man, schlägt keine Stunde. Vielleicht haben Sie es ja schon erlebt: Sie folgen schreibend ihren Gedanken und ringen um die passenden Worte. Kein Radio, keine Mails. Vielleicht haben Sie vergessen, die Heizung anzustellen und nicht einmal gemerkt, dass Sie frieren. In der Kaffeetasse dümpelt einsam ein Rest des heißgeliebten Getränks. Und wo ist eigentlich das Handy?

Es ist dieser Zustand, der mit dem Begriff „Flow“, Selbstvergessenheit oder „im Hier und Jetzt sein“ bezeichnet wird. Gedanken, Gefühle, Worte und Sätze fließen. Sie müssen nichts tun – rein gar nichts, außer aufzuschreiben, was Ihnen durch den Kopf geht. Selbsterkenntnis breitet sich aus wie süßer Tau. Nichts liegt Ihnen ferner als darüber nachzudenken, was andere von Ihrem Text halten oder ob Sie damit einst Geld verdienen werden.

Wenn Sie regelmäßig schreiben, werden Sie diesen Zustand als eine positive Form von Sucht erleben. Er wird Sie anziehen wie eine verwunschene Insel. Aber das ging schon anderen so.

Franz Kafka schrieb seine Erzählung „Das Urteil“ in einer einzigen Nacht nieder und berichtete von rauschhaften Glückszuständen. Er beschrieb eine Vater-Sohn-Beziehung, die für beide tödlich endet. Warum konnte ihn das glücklich machen? Dem Werk liegt ein selbst durchlebter, schmerzhafter Konflikt zugrunde, der Kafkas Leben und Persönlichkeit nachhaltig geprägt hatte. Versuche mit seinem Vater zu reden, waren gescheitert. Der warf ihm Kälte, und Undankbarkeit vor und verurteilte ihn und alles was er tat. Es war ihm nicht zu vermitteln, dass er, der Vater, daran seinen Anteil trug. Kafka schrieb es sich von der Seele. Es ging um nichts weniger als um sein Leben. Er fand psychische Entlastung durch Projektion seines Problems in die Protagonisten und rauschhafte Glückszustände im nächtlichen Flow.

Vielleicht ziehen wir dann nach einer Zeit selbstvergessener Beschäftigung die Rollläden hoch und blinzeln in den trüben Morgen. Da ist er, der Tag, und er hat ganz ohne uns angefangen. Wir waren weg – hin und weg könnte man sagen. Alles, was wir heute wirklich tun wollten, ist getan. Jetzt kommen die Nebensachen.

Jener Text, den Kafka wie im Rausch niederschrieb, handelte von seinem ganz persönlichen Problem, das er jedoch, wie sich zeigte, mit vielen Menschen seiner Generation teilte. Dem Problem lagen die Konflikte einer patriarchalisch organisierten Gesellschaft zu Grunde. Kafka hat über sich und seinen Vater geschrieben, über sein tief empfundenes, persönliches Leid. Aber es war das Leid seiner Generation und das Leid eines ganzen Jahrhunderts, das er im Kunstschaffen verewigte. Auf dem Wege der Veröffentlichung konnte er sich wieder mit dem Kollektiv verbinden.

Achten Sie jeden Ihrer Gedanken, jedes Ihrer Gefühle, denn Ihr scheinbar individueller Flow ist Teil der großen Kette von Ursachen und Wirkungen, die wir als die Welt beschreiben. In jedem Gedanken, jedem Gefühl manifestiert sie sich. Der Dualismus zwischen „Innen“ und „Außen“ ist eine Illusion. In Wahrheit gilt: Alles ist Welt.

Herzlich grüßt Euch Euer Sinnsucher

Dirk von Schreibrausch

Frisuren wie ein Wikinger

Nachdem es meiner Carry besser geht, dürfen wir uns an etwas anderem erfreuen – nämlich neuer Leselektüre.

Wobei es sich bei den Büchern eher um Flechtanleitungen handelt.

Ich bin keine Friseurin und meine „Haarkunst“ erstreckt sich bei einfachen Zöpfen, aber wer von euch mal etwas Neues ausprobieren möchte – die Bücher hab ich vom dänischen Nationalmuseum.

Die Autorin arbeitete sich dabei durch Funde und nutzte auch Inspirationen von entsprechenden Events. Die darin enthaltenen Anleitungen sind übrigens gut nachflechtbar.

Wenn dich historische Flechtkunst interessiert, die Bücher zahlen sich aus.

Knastschwester

Ab und zu – wenn du ein Mitbewohner von pelzigen Geschöpfen bist – wirst du auch den Besuch beim Tierarzt erledigen. Begeistert ist wohl keine von ihnen 😉 aber hey – das sind wir doch auch nicht.

Hier mal ein kleines Up-Date meiner Carry, der der heutige Weg nicht erspart blieb und zurück ging es dann mit Augentropfen für ihr beleidigtes Auge.

Wie geht es denn deiner Mieze beim Tierarzt? Wir haben jetzt eine gaaanz liebe Tierärztin, bei der sich die Kleine wohl fühlt und wo sie schon die ganze Praxis erkunden war. Neugier ist eine Mietze 🙂

Wie entsteht ein neues Projekt bei dir?

Erinner dich an dein letztes Projekt und denk dran zurück, wie es entstanden ist. War es bewusst oder unbewusst? Kannst du dich noch erinnern, wie es sich begonnen hat zu entwickeln und wann der erste Funke des Projektes in deinem Herzen und deinem Kopf war?

Hast du den Vorschlag zu „Eyya“ gelesen? Diese Figur ist lebendiger, als es mir erst schien, denn sie brachte einen Gedanken hervor, der recht interessant ist.
Für Geschichte interessierte ich mich eigentlich schon immer. Durch die Serie Vikings und verschiedene andere Umstände entstand die Figur „Eyya“ und diese möchte nicht „nur“ eine Figur sein, sondern zu mehr werden.

Wie könnte ich mich dieser starken Persönlichkeit denn widersetzen, wenn es auf offene Ohren stößt? 🙂
Heute Morgen lag ich noch schlaftrunken im Bett, hatte etwas geträumt, an das ich mich nicht mehr zu erinnern vermag und spürte diesen einen, kleinen Funken, der immer da ist, wenn ein neues Projekt erstehen möchte:

Nennen wir es doch „Projekt Schildmaid“.

Ich lade dich ein, von Anfang an mit dabei zu sein, wenn du das denn möchtest.
Was ist das „Projekt Schildmaid“?
Liest du dir den Beitrag zu „Eyya“ durch, dann hast du eine erste Idee davon.
Praktisch gesehen, möchte ich mich mehr mit der Materie Schildmaid auseinandersetzen, von den historischen Hintergründen, bis zu einem passenden Outfit, Rezepten und vieles mehr. Wie es nun genau werden wird, kann ich derzeit absolut noch nicht sagen – aber ich lade dich ein, von Anfang an mit dabei zu sein.

Möchtest du mitmachen? Dann melde dich einfach bei mir – und lass uns Gedanken austauschen 🙂

Schenke ihnen Leben 06

Vorschlag 6 – Miselind

Wann hast du das letzte Mal ein Märchen gelesen?

Es gibt so wundervolle Gestalten und Figuren unter den Märchengeschöpfen, dass es fast schon schade ist, wenn wir uns immer nur auf die Hauptfiguren konzentrieren.

Heute möchte ich dir ein kleines Waldwesen übergeben, es ist eine Art Kobold oder Waldfee, so ganz sagt es mir nämlich nicht, was es sein möchte. Ich kann dir nicht mal sagen, ob es weiblich oder männlich ist, oder wie alt „es“ ist.
Doch was ich dir von Miselind erzählen kann ist, dieses Wesen ist quirlig und aufgeweckt, an allem dran, was nur möglich ist und für jeglichen Schabernack zu haben. Das fällt Miselind aber auch manchmal auf den Kopf, wenn es drum geht, einen Hasen zu necken, der dann mit den Hinterbeinen austritt oder wenn Miselind einem Kobold seine Sachen zu klauen versucht.
Hast du dir mal überlegt, was passieren kann, wenn man einen Topf mit Gold findet und den versteckt? Der eigentliche Besitzer hat sicher keinen Sinn für Humor dafür.

Das traute Heim von Miselind ist auf einem moosbedeckten Flecken. Es gibt dort viele Steine und noch mehr herabgefallene Blätter, dazu ein winzig, kleines Bächlein, das Miselind rasch in den Schlaf fallen lässt, wenn die Heimstatt einmal aufgesucht wird.

Traust du dir zu, ein eigenes, neues Märchen um Miselind zu erzählen? Welche Lektion soll Miselind lernen?

Schenke ihnen Leben 05

Vorschlag 5 – Eyya

Hast du dich je mit Reenactment oder Living History befasst?

Für viele mag dieses Kapitel nicht sonderlich interessant sein, doch jeder, der gerne Rätsel löst, sich mit früheren Epochen befasst und einmal etwas abseits des „normalen Alltags“ erleben möchte, der kennt micht ziemlicher Sicherheit Mittelaltermärkte, Schaukämpfe von Ritterdarstellern oder es zieht ihn/sie vielleicht auch nach Ausgrabungsstätten wie Carnuntum oder möglicherweise ist auch ein Besuch im römischen Colloseum drin.

Diesmal geht es um einen weiblichen Charakter, der in einer Großstadt lebt und den die Sehnsucht treibt. Sie spürt, dass in der aktuellen Welt, in der sie lebt (vor Corona allerdings), vieles fehlt. All die Jahre, seit ihrer Kindheit, war dieser Charakter fasziniert von den Wikingern. Natürlich kennt sie anfangs noch wenig von den wahren Hintergründen und betrachtet alte Filme, die historisch nun wirklich nicht der Wahrheit entsprechen.
Sie beginnt also zu graben und erkennt, dass etwas in ihr die Wahrheit finden möchte.

So macht sie sich auf die Suche nach einer Vergangenheit, die manche heute wieder lebendig werden lassen. Sie gräbt nach historischen Schnitten, sucht historische Rezepte und beginnt körperliches Training wie sie es vermutet, dass die Wikinger einst auch taten.
Dazu nimmt sie weder die Geräte aus den Fitnesscentern und schon gar keine Zusatzpräparate, sondern beginnt mit Waldläufen, Hanteltraining und sich mit viel Eiweiß zu ernähren. Sie beginnt auch selbst zu kochen.

In der Zeit ihrer Suche lernt sie andere kennen, die wie sie, an Geschichte interessiert sind und irgendwann erkennt sie, dass sie wie ein Vorbild ihrerseits sein möchte – wie die Schildmaid Eyya, von der sie in einem alten Kinderbuch einst las und sie nennt sich ab jetzt ebenso wie diese Figur (zumindest wenn sie in ihre Wikingerkleidung schlüpft).

Nun hätten wir zwei Möglichkeiten, wie du die Geschichte lenken kannst:
Variante 1 – du lässt sie einfach ihre Welt erkunden und stärker werden
Variante 2 – du lässt sie sich mit ihrem Vorbild konfrontieren, denn vielleicht ist diese Eyya ja eigentlich eine Walküre oder Göttin

Wohin führst du diesen Charakter und was machst du aus ihr?

Wie kannst du „lebendig erzählen“?

Es ist keine Kunst Geschichten „lebendig zu erzählen“, es ist vielmehr ein Handwerk, das sich erlernen lässt.
Wichtig ist hier vor allem eines – erzähle so, dass derjenige, der es liest, sich mitgenommen fühlt.

Oft reicht es vollkommen aus, einen Satz oder Absatz auszuschmücken, „schillernder“ und „farbiger“ zu gestalten.
Es ist immer einfacher, etwas als Beispiel zu haben.

Nehmen wir drei verschiedene Worte nach x-beliebiger Wahl:
Ruhe, See, strahlen

Bilde daraus einen einfachen Satz wie:
Er strahlte eine Ruhe aus, welche sie wie ein klarer See anzog.

Und nun formuliere daraus etwas „Größeres“, du kannst es auch auf mehrere Sätze aufteilen:

Er strahlte eine unglaubliche Ruhe aus, die sie ummantelte und festhielt. Dieses Gefühl erinnerte sie an eine Szene in ihrer Kindheit, als sie vor einem kleinen See stand und die klare, glatte Oberfläche betrachtete, die sie anzog.

Du kannst natürlich, wenn du das möchtest, auch diese Sätze ausbauen.
Der „Trick“ beim lebendig erzählen ist simpel gesagt, umschreibe etwas, verwende keine 08/15 Wörter, sondern werde klarer und deutlicher.

Nimm das Wort Baum und überleg dir, was du bei diesem Wort vor deinem inneren Auge hast. Bei mir wäre es ein verschneiter Nadelbaum oder eine Birke im Frühjahr auf einer schönen, offenen Wiese. Du siehst einen Baum vielleicht gefällt am Boden liegend oder als Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stehen – vielleicht ist ein Baum für dich auch einfach ein kleiner Setzling oder etwas ganz anderes.
Wenn du lebendig schreiben willst, dann nutze die Macht der Worte und werde genauer – baue Texte und Sätze aus.

Probier mal folgende drei Worte:
* Heim, Schwester, sonnig
* Gefühl, Fluss, gläsern
* Unsterblichkeit, Vorstellung, abstrakt

Was zauberst du daraus?

Kennst du die „Sprache der Dichtkunst“?

Erinnerst du dich an jene Tage in deiner Schulzeit, als dir versucht wurde, Rechtschreibung und Grammatik beizubringen – du die „Sprache der Dichtkunst“ über Goethe, Schiller & Co erfahren solltest?

Rechtscheibung wie Grammatik sind nicht unbedingt die Favoriten eines Schulkindes, aber nichtsdestotrotz für den Grundriss einer Geschichte nötig oder zumindest sinnvoll.

Weitaus beliebter war das „freie Schreiben“ bei so gut wie allen. Manche versuchten einen Roman aus Aufgaben zu verfassen, andere hielten sich kurz. Ich selbst schrieb damals schon meist ohne Ende und dann fehlte mir die Zeit, die Texte zu kontrollieren.

Wie ging es dir dabei?

Ein wesentlicher Kern beim Schreiben ist es, einen Satz, einen Text oder einfach nur kurze Worte „auszuschmücken“. Frigga legte mir hier die „Edda“ nahe, das berühmteste Werk von Snorri Sturluson. Im zweiten Teil geht es vorrangig um „die Sprache der Dichtkunst“.

Beispielsweise wird darin erläutert:

„Ich muss meine Gedanken und das unvergängliche Gedicht anstrengen, um es einem Herrscher zu widmen.“
Das daraus Ausgebaute:
Ich muss anschwellen den Wind der Braut des Felsenjarls und das später alt werdende Schiff der Zwerge, um es auf den Weg zu schicken.

Oder

„Überall wo die Sonne über dem freigebigen Fürsten steht.“
Das daraus Ausgebaute:
Überall wo die Waberlohe der Schale der Welt schwebt über unserem Freund der Kostbarkeiten, am grimmigsten dem Feuer der Burg Beitis.

Wir müssen nicht unbedingt so lyrisch werden, aber einen Satz ausbauen um einen Text zu veranschaulichen, ist eine gute Idee.
Wie tust du dir damit?