Wohin die Katzenseele geht …

Als ich meine kleine Carry das erste Mal vor über 2 Jahren sah, war es um mich geschehen. Ein winziges, zerbrechliches Wesen, einem Flauscheball ähnlich und mit Staunen in den Augen, hatte mit einem einzigen Blick mein Herz erobert.
Es dauerte nicht lange und sie bezog ihr neues Heim, wo sie binnen kürzester Zeit ihr großes Herz öffnete.
Die erste Woche roch sie nach Kuhstall, stammte sie doch von einem Bauernhof. Erst nach einigen Tagen verlor sich der Geruch.

Man sagt oft, nicht der Mensch wählt sich die Katze, sondern die Katze erwählt sich ihren Dosenöffner.
Eine Katze in sein Leben zu lassen ist, bedeutet, ein neues Familienmitglied aufzunehmen, für das man Verantwortung trägt. Tiere können erkranken, eines Tages kommen sie in hohes Alter, bis der letzte Weg sie in den Katzenhimmel schickt.
Dann stellt sich die Frage, wie macht »Dosenöffner« weiter?

Es ist nie leicht ein geliebtes Wesen gehen zu lassen. Trauer um den Verlust und die Liebe zu einem Geschöpf, das sich klammheimlich ins Herz geschlichen hat. Ist es jemals ersetzbar?

Ich habe das mit meinem alten Kater Xeni vor zwei Jahren erlebt und binnen kurzer Zeit kam Carry zu uns. Sie ersetzte den Kater nicht, aber füllte eine Lücke mit ihrer Lebendigkeit und ihren Eigenarten aus, wie es nicht besser ginge.

Jedes Jahr verlassen uns Katzen und entschwinden nach einem hoffentlich guten Leben, geliebt von ihren Dosenöffnern und in Erinnerung bleibend.

Hast du dir Gedanken über den »Katzenhimmel« gemacht? Wie sieht er für dich aus?
Keiner von uns kann es sagen, ich könnte mir allerdings ein Sternenfeld vorstellen, wo jedes Funkeln ein Katzenleben ist.
In Österreichs Sagenlandschaft gibt es eine Geschichte, in der der Tod in einer Höhle unzählig viele Kerzen brennen. Um das Leben einer Person zu beenden, braucht der Tod nur dessen Kerze zu löschen.

Was meinst du? Wie sieht er für dich aus?