eine reine Stilfrage ….

Unterschiedlichste Arten zu erzählen existieren in Romanen. Verschieden wie die Geschichten selbst, sind auch die Stile, in denen diese erzählt werden.
Bei mir kommt es auf die Geschichte an. Manchmal mag ich es kurz und knackig ausgeprägt, direkt auf den Punkt gebracht, dann wieder schätze ich ausschweifendere Texte mit langen Schachtelsätzen. Einen konkreten Stil, den ich bevorzuge habe ich nicht unbedingt.

Beim Schreiben selbst sieht es anders aus. Diese kurze Textpassage ist der Anfang der Geschichte um Noah.

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Über dem Wiener Augarten lag angenehme Ruhe. An heißen Tagen überrannt, voller Erholungssuchender, schlief nun das Leben, schien die Zeit stillzustehen.
Der neue Tag brach an, eingetaucht in Violett und Orange, bis sich zartes Blau den Weg über das Firmament brach.
Nicht mehr als eine Handvoll Menschen mit ihren Vierbeinern hatten sich bereits in diesen frühen Morgenstunden hierher verirrt. Dick eingemummelt, zumeist gestrickte Hauben tief hinab gezogen, wären die meisten von ihnen lieber im warmen Bett geblieben.
Nur zwei Welpen nutzten die Gunst der Stunde und tobten über die hauchdünne Schneeschicht, die Nebelschwaden aus ihrem Maul ignorierend. Wirbelten im Spiel Schneeflocken auf, spürten in ihrem Überschwang nicht, wie diese sachte auf ihre schwarzen, felligen Körper herab rieselten.

Klirrende Kälte hatte den alten, barocken Park, der sich über mehr als einen halben Quadratkilometer erstreckte, in ein Schneemärchen verwandelt. Morgenfrost hielt die letzten, dünnen Grashalme fest im Griff, wo sich einzelne Schneekristalle in ihrer Schönheit zeigten. Es würde ein Frosttag werden.

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Welchen Stil ziehst du vor – beim Lesen wie beim Schreiben?