Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen …. oder doch?

Warum sich anstrengen, wenn es doch keinen interessiert?

Hast du einem Kind einmal genauer zugesehen, wie es mit allen Mitteln um die Aufmerksamkeit seines Elternteils buhlt und kämpft?
Wir strengen uns häufig bis ins hohe Alter an, um jemand anderen zu beeindrucken und dessen/deren Aufmerksamkeit zu erlangen. Doch warum tun wir das und was hat das mit dem Schreiben zu tun?

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich einst selber jünger war und alles dran setzte, um eine ganz bestimmte Person in meinem Leben stolz auf mich zu machen. Dafür strengte ich mich ganz besonders an – doch das ersehnte Lob blieb aus. Es war nicht das, was diese Person haben wollte. Irgendwann begriff ich, dass es nicht der beste Weg ist.

Wenn wir schreiben, schreiben wir oft nur für uns selbst, aber glauben doch, es sei für den Leser von Interesse. Die Frage ist daher, ob dem wirklich so ist.

Für wen schreibst du?

Willst du etwas schreiben, so ist es eine gute Idee anfangs einmal drauflos zu schreiben. Häufig entwickeln sich die Texte in die eine oder andere Richtung. Vielleicht ist dir von Anfang an bewusst, für wen du schreiben willst. Es ist in Ordnung, wenn du für dich alleine schreibst – doch warum willst du dann veröffentlichen?
Es ist auch in Ordnung, wenn du für andere schreibst, doch dann ist die Frage, was tust du dafür, um deine Leser zu verstehen?

Gerade anfangs machen wir als Schreiberlinge uns darüber entweder zu viele oder viel zu wenige Gedanken. Nur du alleine kannst entscheiden, für wen du die Worte aufs Papier bringst oder in die Tastatur hämmerst.

Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen …. oder doch?

Hast du dir je darüber Gedanken gemacht, was es bedeuten mag, warum Texte vielleicht nicht gelesen werden? Es ist doch wie in so vielen anderen Bereichen. Wenn es nicht gelingt, den Empfänger zu erreichen, wird dieser selbst die größte Bemühung nicht erfahren, geschweige denn wahrnehmen und schon gar nicht konsumieren wollen. Was hilft ein Text, der nach den ersten zwei, drei Seiten wieder weggelegt wird in den du über Monate hinweg Arbeit, Schweiß und Tränen investiert hast?

Darum ist die Frage zu Beginn, für wen willst du schreiben? Hast du darüber schon einmal nachgedacht? Natürlich hilft Werbung, Marketing und vieles mehr dazu gelesen zu werden – ABER was hilft das bekannteste Produkt, wenn es dann nur im Regal steht und keiner liest es? Das ist wohl eher nicht der Wunsch, warum wir schreiben.

Es gibt dazu zwei recht „bekannte“ Beispiele:
Viele haben die Bibel zu Hause stehen, aber haben sie wirklich alles die ganzen Kapitel und Seiten tatsächlich gelesen? Wie viele hatten wohl „mein Kampf“ im Haus und haben es sicher nicht gelesen.

Überlege dir einmal, wie viele Bücher du dir gekauft oder anderweitig organisiert hast, sie angelesen hast und einfach nicht weiterlesen konntest. Häufig liegt es an der Art, wie der Text geschrieben wurde. Nun stellt sich doch die Frage, wie muss ein guter Text geschrieben sein, damit du ihn gerne liest? Hat der Schreiberling des Textes es geschafft, dich zu begeistern und mitzureißen, oder hat er/sie nur für sich selbst geschrieben?
Nehmen wir als Gegenbeispiel Ken Follet. Er schuf mit Geschichten wie „die Säulen der Erde“ Romane, bei denen den meisten Lesern gar nicht auffällt, wie die Geschichte vorbeifliegt und schon ist das Ende des Buches erreicht.

Doch woran liegt das? Was machen die einen so, dass die Leser dranbleiben, die anderen wiederum schaffen es nicht?

Beschreibe bildlich

Wenn du von einer alten Bank im Wald erzählst, was schwebt dir vor? Wie sieht sie aus? Ist es eine neue, erst kürzlich aufgebaute Bank mit gerade Lehne und Betonklötzen an der Seite oder vielleicht doch ein altes Teil, das leicht knarzt, wenn sich jemand draufsetzt? Wo moosbedeckte, alte Holzplanken zum Verweilen einladen und die Sonne sich in den alten Schrauben spiegelt?

Als Leser mag ich es, wenn die Geschichten und Texte nicht einfach nur stichwortartig erzählt werden – sondern auch, wenn der Schreiberling dahinter etwas mehr ausschmückt. Die Frage ist dann, wie weit macht es Sinn? Es gibt auch Geschichten und Romane, wo so gut wie alles in x Einzelheiten geschildert wird und somit der Raum für die eigenen Gedanken völlig fehlen mag. Nur ja nichts auslassen – ist hier wohl die Devise 😉

Nehmen wir Texte aus früheren Zeiten, so sind sie häufig karg in ihrer bildhaften Sprache, manche Autoren nutzten ewig-lange Schachtelsätze, andere wiederum umrissen die Sachlage und ließen den Leser einfach raten, was geschehen war oder werden mochte.

Ein speziellerer Fall ist hier der Roman „Dracula“. Hast du die Geschichte jemals gelesen oder kennst du „nur“ die Filme? Und wenn, welche Version davon kennst du? Der Text ist in Form von Tagebuchaufzeichnungen und Briefen gehalten – nicht unbedingt einfach zu lesen, da einem mitunter die farbigen Beschreibungen fehlen. Aber auf seine Weise ist der Roman etwas ganz Besonderes in seiner Art des geschriebenen Wortes.

Häufig tendieren wir dazu, das zu schreiben, was wir selber gerne lesen. Dagegen ist rein gar nichts einzuwenden – ganz im Gegenteil! Doch ist es eine gute Idee, diese Art zu verwenden und darauf aufzubauen, den eigenen Stil zu entwickeln.

Wie passt das mit meinem Titel zusammen?

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie egoistisch der Mensch sein kann? Die Grundstruktur liegt im Überleben des kleinen Kindes. Es muss egoistisch sein, weil es abhängig ist von anderen. Darum setzt es die eigenen Interessen an oberste Stelle – in Kombination damit, gefallen zu wollen.

(Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen ….) – diesen Gedanken tragen wir über viele Jahre hinweg mit. Wir strengen uns am, um zu gefallen, wir geben uns Mühe, um Aufmerksamkeit und Bewunderung zu erlangen. Unglaublich viele Personen sind gefallsüchtig und können ohne Aufmerksamkeit anderer nicht mehr existieren. Nur ganz wenige haben es geschafft, sich hier gänzlich auszuklinken, denn sind wir uns ehrlich selbst gegenüber, so tut uns Lob doch allen gut 😉

Die Kernfrage lautet also vielleicht weniger, für wen schreibst du, als vielmehr, „ich schreibe, um anderen zu gefallen, – magst du mich lesen? Ich bin soooo gut getextet, du musst einfach Gefallen an mir finden!“ Aber dem ist ganz und gar nicht so.

Du kannst einen Text ausfeilen, wunderschön mit Worten spicken, bis ins letzte Detail herumfeilen und dann gefällt er nicht. Vielleicht schaffst du einen hingeworfenen Text, der supergut ankommt – doch woran liegt es?

Hast du dir jemals amerikanische Werbespots angesehen und mit den Spots aus dem deutschsprachigen Raum verglichen?
Amerikanische Werbung erzählt häufiger Geschichten und will unterhalten – deutschsprachige Werbung vermittelt üblicherweise nur „kauf mich“. Wohin greifst du, wenn du solche Dinge vergleichst?

Wir lieben Geschichten – und taten es schon immer. Wir greifen dort zu, wo wir eine Geschichte haben, ungekünstelt und „menschlich“, wollen als „Du“ angesprochen werden, nicht als wandelnde Geldbörse.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es daran mangelt. Wir als Schreiberlinge wollen erzählen – hast du dir je wirklich darüber Gedanken gemacht, aus welchen Motiven heraus wir schreiben?
Version 1 – du schreibst, weil du für dich schreibst und einfach etwas loswerden willst … ob du es dann veröffentlichst, spielt für dich keine Rolle
Version 2 – du schreibst, um zu unterhalten, Geld ist hier eher die Nebensache, du willst unterhalten
Version 3 – du schreibst, weil dich vor allem das Geld dahinter lockt

Die Motivation des Schreibens kann sich wandeln, vielleicht habe ich auch eine Motivation übersehen – ich trag sie gerne nach, wenn du mir verrätst, was du darüber denkst 😉

Warum sich also mit dem Schreiben beschäftigen, wenn es vielleicht nie jemand interessiert, WAS du schreibst? Kafka konnte ja auch nicht davon leben 😉 und doch schrieb er weiter.

Verfolgst du meinen Blog schon eine geraume Weile, dann hast du vielleicht eine Ahnung, warum ich schreibe – wie steht es um dich? Was ist deine Motivation dahinter und könntest du dir vorstellen auch zu schreiben, wenn es niemals jemand lesen würde?

Folgst du den Verlockungen der Muse? – Do you follow the lure of the muse?

Worin besteht das »Werk« einer Muse?

Ist es »nur« die Inspiration, die sie gibt oder nicht vielmehr, dass sie Geschichten, Charaktere und Texte schreiben hilft? Sie dem eigenen Leben manchmal Lektionen verpasst und Fragen beantwortet, die der Schreiberling sich nicht einmal selber zu beantworten vermag?

Gestern erst führte ich mit meiner Muse eine Unterhaltung, die mir (unter anderem) Entscheidungen zu meinen Geschichten variieren und verändern half. So nachträglich, wie diese Person mein Leben bei jeder Gelegenheit ins Positive lenkt(e), genauso wichtig ist sie für die Entscheidungen beim Schreibprozess.

Denk an deine Muse, wenn du eine hast.
Inwieweit inspiriert sie dich auf positive Weise? Hilft sie dir »nur« dabei kreativer zu sein oder ist sie mehr eine Art Schachspieler, der dir Anregungen gibt?

Vereinzelt bekam ich mit, dass einige von euch sehnsüchtig nach ihrer eigenen Muse Ausschau halten – bislang vergeblich.

Ich weiß, was meine Muse für mich ausmacht. Was macht für dich eine gute Muse aus?
In diesem Sinne stelle ich heute die Frage in den Raum für all jene, die ihre Muse bislang nicht gefunden haben.

*****

What is the „work“ of a muse?

Is it „only“ the inspiration it gives or instead that it helps to write stories, characters, and texts? Does she sometimes give lessons to her own life and answer questions that the scribe is not even able to explain himself?

Only yesterday, I had a conversation with my muse that helped me (among other things) to vary and change decisions about my stories. As retrospectively, as this person directs my life into the positive at every opportunity, it is just as crucial for the decisions in the writing process.

Think of your muse when you have one.
To what extent does she positively inspire you? Does it „only“ help you to be more creative, or is it more of a chess player who inspires you?

Occasionally I have noticed that some of you are longingly looking for your muse – so far in vain.

I know what my muse is for me. What makes an excellent muse for you?
With this in mind, today, I am going to ask the question in the room for all those who have not yet found their muse.

Wenn die Muse Pause macht … – When the muse takes a break …

… dann sitzt mancher Schreiberling vor leeren Blättern und weissem Schirm.

Immer wieder lese ich, dass es Schreibblockaden gibt oder die Texte nicht fließen. Schreiben ist Handwerk, kreativ und manchmal braucht es eine Pause.

Frage dazu: Will der Schreibende das?
Wer schreibt, wünscht sich häufig, Ideen wie am Fließband zu produzieren, logisch betrachtet ist das ein Ding der Unmöglichkeit.

Was macht jemand, der ansteht?

– > Pause machen

Dieser Weg ist nicht jedermanns Sache. Der Vorteil daran ist unbestritten, einmal die Gedanken in andere Bahnen zu lenken. Das erzeugt neue Ideen, die eine Geschichte wunderbar beleben können.

– > beiseitelegen und anderes schreiben

Dieser Weg kann ebenfalls wunderbar sein. Manchmal will eine Textstelle nicht geschrieben werden – zumindest nicht im Moment. Vielleicht will die Figur nicht, oder es fehlen passende Worte.
Hier findet sich der Vorteil daran, die Geschichte ruhen zu lassen und mit anderem weiter zu machen. Vielleicht befruchten sich die Texte gegenseitig oder verschmelzen zu einer einzigen, harmonischen Story.

– > Inspirieren lassen

»Sperr dich nicht immer ins Zimmer ein, sondern hole dir Inspiration.«
Das las ich letztens auf einem Blog.
Ja, die Idee ist gut, denn selbst ein kleiner Spaziergang vermag neue Ideen zu erwecken.

– > weiterschreiben

Stephen King praktizierte seine »Musen-freien-Tage« indem er weiter schrieb. Jeden Tag. Irgendwann kam sie wieder.
Wenn der Schreiberling nichts mehr weiß, dann schreibt er irgendetwas und seien es die Namen aus dem nächstbesten Telefonbuch.
Wegstreichen geht später immer noch.

– > und wenn das nichts hilft?

Dann gibt es Autoren, die eine andere Art der Ideenfindung praktizieren. In ihrem Kreativbereich liegt ein kleines Päckchen Tarot. Nicht, um Tarot zu legen, sondern um den nächsten Schritt der Geschichte zu finden.
Wenn derjenige nicht mehr weiterweiß, zieht er eine Karte, schlägt deren Bedeutung nach und schreibt weiter. Manchmal geht es ja »nur« um eine kleine Wendung und sonst nichts.

Die meisten Schreiberlinge kennen jene Tage oder Stunden, wenn die Muse sie im Stich lässt. Wie gehst du mit der Sache um?

… dann sitzt mancher Schreiberling vor leeren Blättern und weissem Schirm.

Immer wieder lese ich, dass es Schreibblockaden gibt oder die Texte nicht fließen. Schreiben ist Handwerk, kreativ und manchmal braucht es eine Pause.

Frage dazu: Will der Schreibende das?
Wer schreibt, wünscht sich häufig, Ideen wie am Fließband zu produzieren, logisch betrachtet ist das ein Ding der Unmöglichkeit.

Was macht jemand, der ansteht?

– > Pause machen

Dieser Weg ist nicht jedermanns Sache. Der Vorteil daran ist unbestritten, einmal die Gedanken in andere Bahnen zu lenken. Das erzeugt neue Ideen, die eine Geschichte wunderbar beleben können.

– > beiseitelegen und anderes schreiben

Dieser Weg kann ebenfalls wunderbar sein. Manchmal will eine Textstelle nicht geschrieben werden – zumindest nicht im Moment. Vielleicht will die Figur nicht, oder es fehlen passende Worte.
Hier findet sich der Vorteil daran, die Geschichte ruhen zu lassen und mit anderem weiter zu machen. Vielleicht befruchten sich die Texte gegenseitig oder verschmelzen zu einer einzigen, harmonischen Story.

– > Inspirieren lassen

»Sperr dich nicht immer ins Zimmer ein, sondern hole dir Inspiration.«
Das las ich letztens auf einem Blog.
Ja, die Idee ist gut, denn selbst ein kleiner Spaziergang vermag neue Ideen zu erwecken.

– > weiterschreiben

Stephen King praktizierte seine »Musen-freien-Tage« indem er weiter schrieb. Jeden Tag. Irgendwann kam sie wieder.
Wenn der Schreiberling nichts mehr weiß, dann schreibt er irgendetwas und seien es die Namen aus dem nächstbesten Telefonbuch.
Wegstreichen geht später immer noch.

– > und wenn das nichts hilft?

Dann gibt es Autoren, die eine andere Art der Ideenfindung praktizieren. In ihrem Kreativbereich liegt ein kleines Päckchen Tarot. Nicht, um Tarot zu legen, sondern um den nächsten Schritt der Geschichte zu finden.
Wenn derjenige nicht mehr weiterweiß, zieht er eine Karte, schlägt deren Bedeutung nach und schreibt weiter. Manchmal geht es ja »nur« um eine kleine Wendung und sonst nichts.

Die meisten Schreiberlinge kennen jene Tage oder Stunden, wenn die Muse sie im Stich lässt. Wie gehst du mit der Sache um?

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…then some scribblers sit before blank pages and white umbrellas.

Again and again, I read that there is writer’s block or that the texts are not flowing. Writing is a craft, creative, and sometimes it needs a break.

Ask me about that: Does the writer want that?
People who write often wish to produce ideas as if on an assembly line, logically speaking, that is an impossibility.

What does someone who is queuing do?

– > Take a break

This way is not for everyone. The advantage of it is undisputed, to steer once the thoughts into other courses. This generates new ideas that can wonderfully animate a story.

– > put it aside and write something else

This path can also be excellent. Sometimes a passage of text does not want to be written – at least not at the moment. Maybe the character doesn’t want to, or there are no suitable words.
Here you find the advantage of letting the story rest and continuing with other things. Perhaps the texts will fertilize each other or merge into a single, harmonious story.

– > Let it inspire you

„Don’t lock yourself in your room all the time. Get inspiration.“
I read that on a blog the other day.
Yeah, that’s a good idea, because even a little walk can spark new ideas.

– > continue writing

Stephen King practiced his „muses-free days“ by continuing to write. Every day. Eventually, she came back.
If the writer can’t remember anything, he writes anything, even if it’s a name in the nearest phone book.
You can always cross out later.

– > And if that doesn’t help?

Then some authors practice a different way of finding ideas. In their creative area, there is a little package of tarot. Not to lay tarot, but to find the next step of the story.
If the person doesn’t know what to do, he draws a card, looks up its meaning, and continues writing. Sometimes it’s „only“ about a little turn and nothing else.

Most writers know the days or hours when the muse abandons them. How do you deal with this?