Weckst du die Kreativität aus dem Dornröschenschlaf?

Ist die Kreativität eingeschlafen?

Manchmal, wenn der Fernseher eingeschaltet ist und mein Mann und ich die neuesten Sachen durchgehen, stellt sich häufig die Frage … haben wir nur einfach schon so viel gesehen oder fällt den Verantwortlichen einfach nur nichts mehr ein?

Es werden alte Sachen neu verfilmt (meist ist das Original besser gelungen als das Remake). Neuverfilmungen haben meist (vielleicht der heutigen Zeit geschuldet), viel lautere Musikstücke und Knalleffekte als die Originale drinnen. Neue Filme sind eher selten, was eigentlich schade ist, weil es so viele gute Bücher gibt, die eine Verfilmung brauchen könnten 🙂

Die letzte Neuverfilmung, die wir fanden, bin ich fast schon am Überlegen:
„Der Doktor und das liebe Vieh“ – die alte Serie war so charmant … 🙂 – mal sehen 😉

Einen Geniestreich legte hier zum Beispiel Dr. Who hin, als der erste Doktor gewechselt wurde und genau darum gelang das auch so gut … eine neue Regeneration!

Dann wiederum werden Filme und Serien bis ins Letzte ausgequetscht – mein Mann nannte das mal „kicking the dead horse“. Als Beispiel nehme ich hier mal Star Wars (wenn du ein Fan davon bis, nimm es nicht persönlich, weil die Geschichten mitunter und der aufgebaute Hintergrund bis zu einem gewissen Grad richtig gut sind). Manchmal frage ich mich, ob es nicht sinnvoller wäre, es mit dem ruhen zu lassen, was bisher ist? Wie viele Facetten können in dieser Welt denn tatsächlich geschrieben und gedreht werden?
(Gegen gute Geschichten ist übrigens nichts einzuwenden 😉 )

Wie mit Star Wars ist es mit vielen anderen Bereichen auch, Star Trek oder die ganzen Marvel/DC Themen beispielsweise. Fakt ist, dass es irgendwann einmal nichts mehr zu erzählen gibt – oder doch?

Wenn wir uns beispielsweise das Vampir-Genre ansehen, so existiert eine immense Bandbreite (wenn du mal die Möglichkeit hast und das Genre glaubst gut zu kennen, dann sieh dir mal den Film „Martin“ an, der ist etwas – sagen wir mal – ungewöhnlich, aber gehört auch in dieses Genre). Ähnlich ist es mit dem Zombie-Thema und anderen Genres.

Manch einer mag sich die Frage stellen, warum so viele „versuchen zu schreiben“, obwohl doch alles erzählt wurde. Gegenfrage, ist das wirklich so?

Jeder Mensch hat ein eigenes Leben, mit eigenen Verwicklungen und Ver(w)irrungen, Freuden und Leiden … so wie kein Cocktail oder keine Speise 100% ident ist, so ist es auch bei Erzählungen. Gewiss, die Geschichten mögen sich ähnlich sein, aber sie sind doch auch vom Schreiberling geprägt.

Zudem kommt dazu, dass viele es einmal probieren wollen und dann merken, es ist nicht das, was sie wirklich tun wollen. Darum, haut in die Tasten und macht euch ans Werk … für jeden Text gibt es Leser und das ist auch gut so!

Nehmen wir einmal Folgendes an:

Du und ich würden eine Aufgabe bekommen:
Schreib eine Geschichte, es sollte eine Liebesgeschichte werden zweier Seelen, die erst mit der Zeit einander „zugehörig“ sein dürfen. (Ein wenig wie Romeo und Julia) 😉
Viele würden zwei Teenager auf einer Schule wählen mit den üblichen Herz-Schmerz-Themen.
Ich würde bei so einer Aufgabe zwei Tiere nehmen, vielleicht zwei Katzen oder eine Katze und einen Husky. Beides in Alaska ansiedeln, und zwar in Kombination mit dem dortigen Schlittenhunderennen.
Was würdest du nehmen? Was wäre deine Version?

Von einer einzigen, kleinen Aufgabe heraus können wir uns einbringen mit den Dingen und Aspekten, dass es schade wäre, wenn Gedanken nicht nach außen dringen dürfen 😉

Und aus diesem Grunde heraus hab ich eine kleine „Reise“ zusammengestellt, die du in den nächsten Beiträgen bekommen wirst. Nutze sie, wenn du dies willst, denn ich bin der Meinung, wenn du schreiben möchtest, dann tu es!
Manchmal braucht es „nur“ einen kleinen Gedanken, bis die Flügel flattern und die Worte fließen.

Was meinst du? Interessiert?

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Konventionen und Grenzen – wie gehen wir damit um?

Unsere Leben gehören nicht uns!

Wie siehst du das?

Wie viel in unserem Leben können wir tatsächlich „frei“ entscheiden? Es fängt damit an, in welche Kultur wir hinein geboren werden. Jede Kultur hat ihre „erwünschten Verhaltensmuster“ bei weiblichen wie männlichen Nachkommen. Hinzu kommt, wie alt wir jetzt sind und somit, wann wir aufwuchsen. Was prägte uns in unserer Jugend?
Wir haben Vorbilder, leben in einer Welt der Werbung und Medien und vieles mehr … also stellt sich hier die Frage, wie frei sind wir wirklich und gehören unsere Leben wirklich uns?

Ich mag den Film „der Wolkenatlas“, weil nicht nur die Geschichte gut ist und zum Nachdenken anregt, sondern auch, weil es so viele schöne Zitate drin gibt.

Darunter dieses aus dem Munde von Somni:
„Unsere Leben gehören nicht uns! Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden, in Vergangenheit und Gegenwart und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.“

Der Mensch ist ein soziales Wesen und somit sind wir auch mit anderen verbunden. Selbst jene, die für gewisse Zeit Survivals praktizieren, auf einer einsamen Insel landen oder isoliert leben (aus verschiedenen Gründen heraus), haben etwas, das sie prägte. Selbst jene „Wolfskinder“ wie Tarzan, die es tatsächlich gab und gibt und die von Tieren aufgezogen wurden, stehen nicht alleine wie der „Einsame Wolf“, sondern sind mit anderen verbunden.

Gehen wir nun einen Schritt weiter, so sind wir nicht nur mit anderen Menschen, sondern mit der Umwelt verbunden. Können wir wirklich in einer Welt leben, in der der Mensch völlig isoliert von allem ist? Selbst in einer abgekapselten Welt wie einem kleinen Raumschiff ist doch die Verbindung zu etwas anderem da. Auf Erden fühlen wir den Wind durch das Haar streichen, riechen das Salz des Meeres oder spüren die wohltuende Entspannung der Wälder. Wenn du dich mit „Waldbaden“ einmal genauer befasst hast, wirst du wissen, worauf ich hinaus will.
Wir sind ein Teil von allem, von unserer Umwelt und unserem sozialen Umfeld. Da mag es die ein oder andere Seele geben, mit der wir einfach bevorzugt Kontakt haben wollen, aber es gibt auch unzählige Leben, die an uns vorbeirauschen, wenn wir beispielsweise in einem anonymen Supermarkt einkaufen und an der Kassa stehen. Da blicken wir vielleicht dem Kunden hinter uns kurz in die Augen – auch das zählt!

Blicken wir auf all das, so sind wir mit einfach allem verbunden – ein Teil des sogenannten „Raumschiff Erde“.

Doch kehren wir zurück, so erkennen wir, dass wir in dem Umfeld, in dem wir aktuell leben, gewissen Konventionen folgen um ein Teil davon zu sein und es vielleicht auch zu bleiben.

Dabei sind Konventionen per se eine „Notwendigkeit“, um ein Miteinander abseits von Anarchie zu praktizieren. Wobei bei genauer Betrachtung selbst Anarchie ein Muster von Konventionen zeigt und praktiziert 😉

„Alle Grenzen sind Konventionen, die nur darauf warten, überwunden zu werden. Man kann jede Konvention überwinden, man muss diesen Schritt nur erst begreifen.“ (Zitat Wolkenatlas)

Wie gerne würden wir doch so manche uns auferlegte Grenze überwinden und ignorieren? Vielleicht kommt daher die Sehnsucht von so vielen nach „Superhelden“, die sich um Konventionen keinen deut scheren müssten und es nach eigenen Gedanken doch tun.

Ein Freund von mir formulierte es einmal so (oder so ähnlich):
„Keine Grenze, die ich mir nicht selbst auferlegt habe …“

Doch betrachten wir die Sachlage genauer, so sind Grenzen oft unüberwindbar – und genau darum mag ich das Zitat so gerne … „man muss diesen Schritt nur erst begreifen.“

Wie viele Geschichten kennst du, in denen die Hauptfigur die ihm/ihr gesetzten Grenzen überwand und nicht nur daraus lernte, sondern Alternativen zum Gewohnten aufzeigten? Natürlich bestand für die Figur dabei häufig das Dilemma, etwas verbergen zu müssen oder das Risiko sein Leben aufs Spiel zu setzen – ABER der Weg hinter die Grenzen war es wert.

Alanna von Trebond (die schwarze Stadt, im Bann der Göttin)
Konvention und Grenze – nur Burschen werden zum Ritter ausgebildet ….
sie pfeift drauf und verkleidet sich als Junge …
Neo (Matrix)
Die Wahl der Pillen … bleiben in den Grenzen der Konventionen oder diese verlassen – ein Weg ohne Wiederkehr
Kirk und Uhura (Star Trek)
In Zusammenhang mit einer damals recht fortschrittlichen Serie „Raumschiff Enterprise“ und der erste Kuss zwischen Farbig und Weiß (wenn auch erzwungen).

Jede Konvention kann überwunden werden, wenn wir erst einmal realisieren, dass es eine Grenze ist. Jede Grenze hat einen Punkt dahinter und davor haben so viele einfach nur Angst. Doch warum ist das so? Haben wir Angst davor, das zu verlieren, das wir haben?

Konventionen sollen eine Figur in Schach halten und insbesondere in dystopischer Literatur ist es nahezu immer so, dass ein bestimmter Charakter aus verschiedenen Gründen heraus das aktuelle Sein in Frage stellt und dadurch auch die Grenzen.

Beispiele dafür sind „schöne, neue Welt“, „Logans Run“, „1984“ oder „Wir“, in denen der ein oder andere Charakter aus seiner „Realität“ erwacht, weil einmal die eine oder andere Kleinigkeit nicht stimmig ist. Mitunter entdeckt die Figur andere, die zu erwachen beginnen und schlussendlich erkennt diese Figur, dass da mehr ist, als das, was ihm/ihr/es vorgespiegelt wird.

Es spielt hier keine Rolle, ob es eine vergangene Zeitepoche oder eine mögliche Zukunft betrifft, vielleicht ist es eine Welt auf einem fernen Planeten oder es ist eine Fantasy-Welt, in der Terror herrscht oder etwas ganz anderes. Immer sind es Konventionen, wo die Figur erkennt, dass etwas nicht stimmt.

Genau hier kannst du ansetzen, wenn dir eine Idee fehlt.

„Alle Grenzen sind Konventionen, die nur darauf warten, überwunden zu werden. Man kann jede Konvention überwinden, man muss diesen Schritt nur erst begreifen.“ (Zitat Wolkenatlas)

In jeder, wirklich jeder Welt, gibt es Konventionen, jene Grenzen, die aus verschiedensten Gründen heraus gesetzt sind und wurden, damit auch das Zusammenleben funktionieren kann. Eine Welt ohne Regeln formuliert schlussendlich ihre eigenen – Umstürze bauen neu auf, ebenso wie Revolutionen oder Anarchie. Menschen wollen Regeln nach denen sie leben können – ABER es ist sinnvoller, wenn diese nachvollziehbar sind. Darum hat dieser Freund von mir recht mit seinen Worten: „Keine Grenze, die ich mir nicht selbst auferlegt habe …“

Schlussendlich geht es vielfach auch darum, sich selbst in den Spiegeln sehen zu können und zu wissen, die Regelung, der ich unterworfen bin (oder mich unterworfen habe), ist sinnvoll.

Alle Grenzen sind Konventionen, die nur darauf warten, überwunden zu werden.

Keine Konvention ist in Stein gemeißelt, auch wenn manch einer das gerne hätte 😉 … Grenzen, in Regelungen formatiert, die angeben, wie zu leben ist – wir sind in unserem Naturell zwar sehr ähnlich, aber auch grundverschieden. Wo der eine Ruhe mag, schätzt der andere Partykracher, die einen mögen Mathe, die anderen Philosophie, und so geht es weiter. Die Grenzen sollen ein Miteinander ermöglichen, ABER manchmal ist es Zeit zu hinterfragen und zu sehen, was HINTER der Grenze ist. Wer sich traut die Grenzen und damit die festgefahrenen Konventionen zu überwinden – den erwarten mitunter Wunder!

Man kann jede Konvention überwinden, man muss diesen Schritt nur erst begreifen.“

Aus dem Kokon einer sicheren Welt auszubrechen, heißt auch, vieles hinter sich zu lassen und einen Neuanfang zu wagen. Die Konsequenzen, die ein Überwinden mit sich bringt, reichen von ganz klein, bis zur Lebensgefahr und weit darüber hinaus. Nur wer starr in den Konventionen verharrt, der bleibt relativ sicher, aber entwickelt sich auch nicht sonderlich weiter – und das wollen wir doch für unsere Charaktere und Figuren 😉

In welche Welt würdest du eine Figur setzen und welche Konventionen und Grenzen sollte dieser Charakter überwinden?

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Warum? Warum? Warum? öhm … gute Frage?

Was ist das Schönste an einem kleinen Kind?

Sicherlich werden hier insbesondere Eltern ihre ganz eigene Meinung vertreten. Da jedes Kind eine eigene Persönlichkeit ist, warum auch nicht?

Meiner Meinung nach ist das Schönste an jedem Kind die Neugierde und diese äußert sich in einem einzigen Wort: „Warum“?

Wenn du Kinder hast, wie oft bist du bei einer Frage dagestanden und hast keine Antwort gewusst? Das Warum dürfen wir niemals unterschätzen. 🙂

Ich sitze an derzeit an den Feinformulierungen der Fragen an die Selfpublisher, die mir das Interview geben (vielen Dank dafür) und sehe dabei, wie viele „Warum“ Fragen eigentlich darin stecken – eigentlich erstaunlich und vielleicht auch etwas erschreckend.

Warum …
Warum …
Warum …

Es sind im Grunde genommen die „Warum“ Fragen, die wir als Schreiberlinge auch nutzen können und ja – auch sollen. Figuren entwickeln sich im Laufe einer Story, werden reifer, älter und erfahrener. Sie lernen und nutzen dieses erworbene Wissen auch an (zumindest einen Teil davon). Vielleicht lernt die Figur zB Gebärdensprache und nutzt sie nur nie aus Mangel an Möglichkeiten oder etwas anderes?

Wenn wir eine Figur entwerfen (oder sich diese uns vorstellt), wissen wir anfangs nur wenig über ihn/sie/es. Vielleicht wissen wir, wie er/sie/es aussieht oder spricht. Manchmal scheint, als stünde er/sie/es im Raum und strahlt aus, was an Gedanken im Herzen ruhen. Mit der Zeit erfahren wir auch mehr über diese Figur und IMMER ist irgendwo ein Antrieb vorhanden.

Im WARUM liegt der Hintergrund für eine Handlung.

Somit brauchen wir für eine neue Figur nicht nur eine ungefähre er/sie/es-Version, sondern es macht auch Sinn einen Grund zu finden – ein warum? Nicht nur, die Figur selber betrifft es, sondern kann auch der Grund sein, warum er/sie/es sich in einer bestimmten Situation befindet.

Warum wurden Hänsel und Gretel in den Wald gebracht?
Warum ist Spock so ein logisches Wesen und dennoch in sich zerrissen?
Warum wollte Ragnar Lodbrok nach Westen?
Warum ritt Dschingis Khan mit seiner Horde nach Europa?
Warum hast du zu schreiben begonnen? 😉

Es ist so einfach, egal was passiert oder wohin eine Figur geht und woher er/sie/es kommt – es gibt IMMER ein Warum, auch wenn es im Moment nicht unbedingt klar ersichtlich sein mag.

Dieses Warum ist das Benzin, der Treibstoff, der Geschichte. Ein Warum kann vieles erklären aber auch viele neue Fragen aufwerfen. Lösen wir ein Warum, stecken hinter diesem weitere und wieder weitere.

Warum ist die Banane krumm?

Weißt du es, ohne zu googeln?
Bananen wachsen eigentlich parallel zum Erdboden, wobei das Sonnenlicht sie anzieht, wodurch sie sich nach oben krümmen.
Jedes Warum kannst du mit wenigen Worten erklären und genau hier kannst du deiner Figur eine mächtige „Waffe“ in die Hand geben – oder auch einen Schild.

Jede Figur steckt zu Beginn in einer Situation.

  • psychische Probleme
  • Lottogewinn verloren
  • nass im Regen stehend
  • im Knast sitzend
  • mit dem Enkel allein

Jede Figur hat einen Hintergrund, um etwas zu tun.

  • sucht nach den Eltern
  • sucht sich selbst
  • will sich entwickeln
  • hat etwas verloren

Jede Figur entscheidet – und sei es nur, sich nicht zu entscheiden.

  • einem anderen geholfen
  • jemanden verraten
  • Vermögen verschenkt
  • Beziehung eingegangen
  • Job gekündigt

Es gibt so vieles, das du als Schreiberling für ein Warum nutzen kannst – und genau hier sind Segen wie auch Fluch. Die Fülle ist großartig, aber auch schwierig, denn wie viel leichter ist eine Entscheidung zwischen drei Sachen oder 100.000enden?

Denk an dich selber, wie viele Entscheidungen du selbst im Leben schon getroffen hast. Ob dies die Wahl deiner Schule war oder der letzte Einkauf spielt hier keine Rolle, eifnach nur die Tatsache, du hast etwas entschieden. Warum hast du dich für das eine und gegen das andere entschieden?

Diese „Warum“ Frage geschieht oftmals unterbewusst, um uns als Mensch zu entlasten. Im Regelfall hat das mit den 08/15 Abläufen des täglichen Lebens zu tun. ABER dann gibt es Entscheidungen, die schwerer fallen und vielfach hinterfragt werden, um Hand-und-Fuß zu haben.

Betrachten wir die Welt draußen, so hängt alles zusammen.
Ob dies zu hohe Hitze ist, die für Überschwemmungen und Hagel sorgt oder die geringer werdenden Grünflächen, die für die Hitze mit Schuld tragen, ob es alte Relikte sind, die wir finden, und die uns vergangene Rätsel lösen halfen (Stein von Rosette) wodurch Vergessenes wieder ans Tageslicht kam – das Leben und die Welt in der wir sind, sind eins. Alles was getan wird, hat eine Auswirkung. Betrachte einen Stein, den du ins Wasser wirfst und die daraus entstehenden Wellen. Genau darin findest du den Punkt des „Warum“.

Das Warum ist der Stein, was daraus wird, sind die Wellen.

Vielleicht steht deine Figur vor einem Warum, das er/sie/es nicht beeinflussen kann, vielleicht hat er/sie/es dieses Warum selbst ausgelöst – das ist eine ganz andere Frage. ABER der Kernpunkt lautet: Gib deiner Geschichte mindestens EIN Warum und lass deine Figur mit diesem Punkt arbeiten. Ob dies jemand wie Fox Mulder ist, der an allem zweifelt oder jemand, wie Marie Curie, die etwas lösen wollte, spielt keine Rolle – das WARUM hingegen sehr wohl. Nehmen wir Figuren, die durchs Leben gleiten und denen einfach alles egal ist – für die spielt das warum wohl keine sonderliche Rolle, aber ihre Geschichten werden wohl auch nicht gelesen werden. Je klarer das Warum eine Story und eine Figur „dominiert“, umso eher sorgt die Geschichte auch für Interesse 😉

Hast du mal die Geschichte „Solos Reise“ gelesen? Eigentlich geht es um ein junges Katerchen, das immer auf den prophezeiten Retter wartet und nicht einmal mitbekommt, dass er dieser Retter selbst ist. Er stellt zwar die falsche Frage, aber das WARUM ist immer da. Warum tut er es? Weil er es kann und weil er die Notwendigkeit sieht. (Übrigens ist es ein wirklich entzückender Roman, den ich nur empfehlen kann.)

Das Warum ist immer da – nur ist es sinnvoll die richtigen Fragen zu stellen.

Du kennst sicher viele Autoren und ihre Werke (wenn auch nicht unbedingt persönlich). WARUM haben sich diese Autoren für genau ihr Genre entschieden?
Warum konzentriert sich Stephen King auf Horrorgeschichten?
Warum sind die Geschichten von Rosamunde Pilcher im romantischen Sektor?
Warum schrieb Ken Follet nach moderner Spionage historische Romane?
warum, warum, warum, …?

Meine Wahl für das Märchenhafte und das Tiergenre entfiel darauf, weil ich es selber gerne lese und mein Bauch irgendwann mal sagte – JA – das passt, nimm das und schreibe darin.
Meine Wahl für die Skaldenschule war, weil ich merkte, dass es so viele gibt, die ZB nicht mal wissen, wie sie anfangen sollen – die Skaldenschule ist dafür da, um zu helfen.

Das sind meine „Warum“.
Was sind deine Warum und was schreibst du, bzw. welche Genre bevorzugst du als Schreiberling?

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Sind Namen Schall und Rauch für dich?

Welchen Namen wird dein „Kind“ tragen?

Viele Eltern überlegen weit vor der eigentlichen Geburt, wie der Nachwuchs heißen soll. Dabei ist die Bandbreite enorm, die Namen können von klassisch, altertümlich, bis hin zu ultramodern so ziemlich alles sein. Aber nicht alle Namen sind für ein Kind wirklich sinnvoll oder geeignet.

Nehmen wir doch das Beispiel „Alexa“. Könntest du dir heute vorstellen, dein Kind so zu benennen? Oder ein anderes Beispiel eines alten, hochdeutschen und einst sehr beliebten Frauennamens – Kunigunde. (nunja, wer möchte heute denn „die Kuhäugige“ genannt werden? 😉 )

Im Grunde bedeuten so gut wie alle Namen etwas. Hast du deinen Namen eigentlich schon einmal nachrecherchiert?

Nehmen wir einfach ein paar Beispiele, die es in männlicher, wie weiblicher Version gibt:

Thomas / Thomine – der Zwilling
Alexander / Alexandra – der Beschützer + der Männer Abwehrende
Andreas / Andrea – der Tapfere

Ein paar eher ungewöhnliche Vornamen:

Allegra – die Fröhliche
Aurelia – die Goldene
Cedrik – der Liebenswürdige
Fionn – der Blonde, der Weiße
Madita – die Perle
Nieves – Frau aus dem Schnee
Vincent – der Siegende

Diese Namen findest du sowohl in göttlichen Sphären als auch in Pässe – und dazu kannst du jede Mythologie heranziehen 😉

Beispielsweise die Göttin der Jagd:
Skadi / Diana / Artemis

Baldur – Gott der Weisheit, Tugendhaftigkeit, Frühling
Freyr – Gott der Fruchtbarkeit
Frigg – Muttergöttin
Loki – Trickser und Schalk
Wotan – Göttervater
Thora – Gott des Donners

Natürlich gibt es sehr viel mehr, wenn dir einmal etwas „langweilig“ ist, dann mach dir ruhig den Spaß und such gezielt nach solchen Namen 😉

Sind Namen aber wirklich nur „Schall und Rauch“?

Jeder – und damit wirklich JEDER – verbindet mit bestimmten Namen etwas. Wer manche Vornamen trägt, der tut sich mitunter schwer, Karriere zu machen, nur aufgrund seines Vornamens. Ob dies nun daran liegt, weil diese Person dieses „Vorurteil“ irgendwann annimmt oder ob der Name selber die Person so werden lässt, spielt vielleicht auch gar keine Rolle.

Genau so verhält es sich aber auch mit deinem anderen „Kind“, deinem Buch und deiner Geschichte.

Wenn du schon veröffentlicht hast, wie bist du zu dem Namen gekommen?

Bei mir sind es verschiedene Motive. Die „Skaldenschule“ beispielsweise soll eine Reihe darstellen, in der du als Lesender deine Kreativität fördern kannst mit einfachen Mitteln (und Skaldenschmiede war schon vergeben 😉 ).

„Köstliches aus Wald und Flur“ – spricht das, was es ist, Rezepte mit den Kräutern und Pflanzen, die ebendort wachsen.

„Wenn Krähen lieben …“ – nun in dem Roman geht es um Noah, eine verliebte Krähe …

Andere wiederum nehmen Titel, die auf den ersten Blick nichts auszusagen scheinen, oder könntest du mit Titeln wie „die Nackten und die Toten“ etwas anzufangen ohne den Inhalt zu kennen?

Manchmal ist es schon sinnvoll, einen reißerischen Titel zu verwenden, immerhin ist es die Verpackung, auf der erste Blick fällt. Selbst, wenn wir eine noch so gute Geschichte schreiben, passt der Name nicht, dann bleibt das Buch häufig im Regal liegen.

Mit meiner momentanen Lesevorliebe von Tiergeschichten ist es vielleicht etwas einfacher, da der Titel häufig sagt, worum es geht (wie zb das Buch „Die Schwalbe Hirundo und ihre Erlebnisse“). Es werden nur mehr wenige Tierromane geschrieben, von daher ist es recht einfach sich auf ältere Geschichten zu konzentrieren.

Gib einmal in Amazon das Wort „Vampir“ oder „Zombie“ ein und setze den Filter auf Bücher – wie viele Titel werden aufgelistet? Wie oft kommt es zu ähnlich klingenden Titeln, über die ein williger Leser sofort drüberrasselt (oder gezielt zugreift?). Es ist doch der klassischen Namensgebung bei Kindern nicht unähnlich. Bestimmte Namen und Titel wecken eine gewisse Erwartungshaltung, die nicht immer eingehalten wird.

Wenn du also ein Buch schreibst und einen Titel vergibst, wonach orientierst du dich?
Wählst du einen Titel, der quasi in absoluter Kurzversion den Buchinhalt wiedergibt oder suchst du nach einem ungewöhnlichen Buchtitel, der nichts aussagt wie bei „die Nackten und die Toten“?

Wie weit spielt der Buchtitel wirklich eine Rolle?

Selbst wenn du dich jetzt für einen Titel entschieden hast, der supergut klingen mag und alles beinhaltet, was du dir vorstellst und wo du glaubst, damit bekommst du auch die Leser – wie verhält es sich dann mit dem Umstand, ob der Titel noch „frei“ ist?

Es ist ja schon interessant, wie viele Bücher im Titel „Bibel“ stehen haben. Die meisten von uns hatten dieses Buch ja tatsächlich mindestens einmal in Händen und Bibel selbst steht ja auch häufig für etwas anderes, als das religiöse Werk, ABER es wird auch ganz gern „inflationär“ genutzt.

Wie schwierig aber ist es wirklich, einen Titel zu finden, den es wirklich noch nicht gibt?
Der erste Gedanke ist schlichtweg – googeln wir doch einfach mal – oder du machst es einfacher und gehst auf diese Seite:
https://portal.dnb.de/opac.htm

Jeder Buchtitel, der mit ISBN versehen ist, scheint zumindest 1x dort auf. Du kommst beim Link auf die Seite der „Deutschen Nationalbibliothek“ und du kannst dort auch nach Autoren suchen. Das wiederum ist eine gute Sache, wenn du dir ein Pseudonym zulegen möchtest und überlegst, wie du dich benennen magst. Es ist nämlich keine gute Idee, ein Pseudonym zu wählen, das es schon gibt, weil es zu schrägen Verwicklungen führen kann.

Wenn du dein Werk veröffentlichen willst, dann wähle entweder deinen tatsächlichen Namen, oder ein Pseudonym, das es so noch nicht gibt. Im Übrigen darfst du deinen tatsächlichen Namen verwenden, selbst wenn dieser irgendwo als Autor schon aufscheint – immerhin ist es ja auch dein Name.

Bei all den Gedanken, wie wir eine Figur gut aufbauen und wie wir eine Geschichte aufs Papier oder in den Computer zaubern, dürfen wir nicht vergessen, wenn wir schreiben und den Text irgendwann mal veröffentlichen, dass wir hier einiges zu beachten haben.

Wenn ich mir die ganzen Plagiatsthemen so betrachte, die einem das Leben gründlich versauen können, so sind wir ja auch stolz auf unser Werk und wollen auch einzigartig bleiben (und sein). Darum ist es so wichtig, auf den Namen zu achten.

Namen sind definitiv mehr als nur „Schall und Rauch“, denn sie sind in Kürze das, wofür du als Schreiberling blutest, wofür dein Werk stehen mag und was nicht zuletzt jener Punkt ist, für den du alles tust. Einzigartig sein und vor allem auch – dein Herz bloßlegen.

Machen wir uns nichts vor, in unseren Texten steckt so viel von uns selbst, wenn du schreibst, tust du das häufig um zu unterhalten und schenkst dabei vieles von dir her. Wir Schreiberlinge geben viel von uns, denn einerseits sind wir „Handwerker“, andererseits aber auch Künstler und gerade letztere gehen ihrem Werk nach, um andere glücklich zu machen. (Der Handwerker wiederum tut es häufiger für Geld, als für Luft und Liebe 😉 – bei Künstlern mag das mitunter andersrum sein.) Somit sind wir Schreiberlinge irgendwo das Bindeglied zwischen beiden Aspekten.

Wie wählst du deinen Buchtitel? Worauf kommt es dir an?

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Sendest du deine Wünsche an den Weihnachtsmann?

Möchtest du dir auch was wünschen?

Wenn du meinem Blog schon eine Weile folgst, dann weißt du wahrscheinlich auch, dass ich nur bedingt ein Freund hoher Temperaturen bin und mich längst wieder auf die nächsten Schneewehen und Eiszapfen freue 🙂

Wie geht es dir, wenn die Temperaturen über 30 Grad steigen? Bei mir fängt im Durchschnitt ab 33 Grad Weihnachtsstimmung an aufzukommen.

Kennst du auch nur einen einzigen Weihnachtsfilm, in dem es KEINEN Schnee gibt? Ich schon – leider! Aber auch NUR einen einzigen 🙂 – juhu!

Auch wenn Weihnachtsfilme wahnsinnig kitschig sein können, so haben sie vielfach eines gemeinsam – Besinnlichkeit in Kombination mit guten Wünschen und vor allem WINTER und SCHNEEEEEEEEEE! 🙂

Vielleicht sollte ich mal ne Weihnachtsedition mit einer Auflistung aller Weihnachtsfilme zusammenstellen … Aber Spaß beiseite.

Es spielt doch im Grunde gar keine Rolle, ob jemand Weihnachten feiert oder nicht, ob er/sie nun Chanukka (Judentum), Diwali (Hinduismus), Visakha Puja (Buddhismus), das Julfest (Asatru und Naturreligionen) oder etwas anderes feiert, es geht in allen diesen Festen um das Beisammensein und das sich-unterstützen.

Weihnachtsstimmung bedeutet für mich jedoch einfach einmal heißer Kakao, meine Kuscheldecke, Kaminfeuerprogramm im Fernseher und einfach Schnee.

Dazu stell ich dir hier einfach mal zwei der Weihnachtsfilme vor, die ich wirklich mag:

„Santa’s Slay – Blutige Weihnachten (bzw. „Very Bad Santa“)

Eigentlich ist es eine Horrorkomödie aus dem Jahr 2005, in der Santa Claus der Sohn des Satans ist. Bis er mit einem Engel eine Wette einging und diese verlor. Erst verbreitete er Angst und Schrecken und als verlorene Wette hatte er nun die Aufgabe, den Menschen 1.000 Jahre Freude zu bereiten.

Nach Ende der 1.000 Jahre verlässt er den Nordpol und beginnt seinen blutigen Weihnachtsfeldzug. Allerdings – wie in sehr vielen anderen Filmen auch – findet sich ein junger Widersacher, der diesem Santa gründlich Paroli bietet.

Hier ist das Kostüm optisch eher an nördlichere Tracht angelehnt, als dem klassischen „Coca-Cola-Weihnachtsmann“. Ernst nehmen darf den Film echt keiner, aber auf seine Weise ist der Streifen schon richtig charmant.

Den zweiten Weihnachtsfilm fand ich erst vor wenigen Tagen:

„Wunder einer Winternacht – Die Weihnachtsgeschichte (Originaltitel Joulutarina)“

Dieser Streifen entstammt einer finnisch/kanadischen Coproduktion aus dem Jahre 2007.

Vor hunderten von Jahren verlor Nikolas seine Eltern auf tragische Weise. Der Weisenknabe kam nun jedes Jahr bei einer anderen Familie unter, bis die Fischsaison keine ausreichende Nahrung brachte. Nikolas bedankte sich auf seine Weise und schnitzte den Familien als Dankeschön etwas Schönes. Das sah auch der Tischler Iisakki, der ihn als seinen Lehrling übernahm, wo kein anderer ausreichend Nahrung für ihn übrig hatte. Nach einer anstrengenden Lehrzeit wird Nikolas praktisch sein Sohn und hat ein feines Zuhause. Jedes Jahr zu Weihnachten verschenkt er seine Schnitzereien, indem er sie vor die Türen der Familien legt und sorgt sogar dafür, dass ihn keiner mit dem „Weihnachtsmann“ in Verbindung bringt.
Als er dann zu alt dafür wird, übernehmen die Eltern diese Aufgabe, sodass immer ein Geschenk vor der Tür für die Kinder da ist.

Diese Version gefällt mir von all den Santa-Claus-Filmen inzwischen am besten. Sie ist nicht kitschig, sondern einfach nur märchenhaft mit einem leichten Touch der früheren, tschechischen Märchenfilme. Angezuckerte Landschaften, tiefe Schneewehen und vor allem die Entwicklung von einem traurigen Weisenjungen hin zum Weihnachtsmann ist einfach nur entzückend und absolut kindgerecht gedreht! Achja, und die Rentiere dort haben schlichtweg Angst vor roter Kleidung – darum bekam er seine rote Tracht….

Also wenn du mal in Weihnachtsstimmung bist dank der Hitze, guck einfach mal in diese Filme rein – es lohnt sich 😉

Abgesehen davon gibt es natürlich noch viele andere, wundervolle Weihnachtsfilme wie ZB:
-The Nightmare Before Christmas (1993)
-Schöne Bescherung (National Lampoon’s Christmas Vacation, 1989)
-Buddy, der Weihnachtself (Elf, 2003)
-Der Grinch (How the Grinch stole Christmas, 2000, 2018)
-Santa Clause – Eine schöne Bescherung (1994)

Was ist dein liebster Weihnachtsfilm und warum?

Heiße Sommertage und Weihnachtsfilme sind vielleicht grundsätzlich konträr, aber warum auch nicht? Sie sind meist kurzweilige, nette Filme, mit einer lieben Grundaussage und vor allem SCHNEE … lasst uns das nicht vergessen, denn als Kinder haben wir diese Zeit doch alle geliebt …

Hm … würdest du eine Weihnachtsgeschichte schreiben, wovon würde sie handeln?

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Wie siehst du deine „Aufgabe“ als Schreiberling?

Hast du dir schon einmal überlegt, dass wir Schreiberlinge auch eine „Aufgabe“ in uns tragen?

Wie viele Bücher und Geschichten hast du in deinem Leben bisher gelesen? Kannst du dich daran erinnern und sie zählen oder bräuchtest du bereits eine Lagerhalle, um sie alle unterzubringen?
Ach wie herrlich ist es doch, jetzt diese E-Books zu haben, die doch kein Gewicht haben – ABER die dennoch alles mit sich tragen, das wir je lesen könnten. ABER es fehlt doch das Gewicht und der Geruch des Papieres … kannst du den Geruch eines alten Buches in die Nase ziehen und dich daran erinnern?

Wenn wir schreiben, verändern wir Welten, wir können alte Texte nehmen und sie für das Heute adaptieren, dafür eignen sich insbesondere Märchen sehr gut. Sie sind die „Urgeschichten“, die wir alle in uns tragen, Drachen, Ritter und verborgene Schätze und so vieles mehr. Manchmal lohnt es sich wirklich, die alten Märchenbücher wieder hervorzuholen.

Jede Zeit birgt ihre eigenen Märchen und Legenden, heute sind es die „Urban Legends“, die du mit Sicherheit kennen wirst – ein Ausdruck unserer modernen Zeit. Doch vergessen wir dabei nicht die alten Klassiker!

Nehmen wir als eines der bekanntesten Märchen „Rotkäppchen“. Du kennst mit Sicherheit die ein oder andere Version davon. Welches Kind hat damit KEINEN Kontakt bisher gehabt? Wie viele Varianten davon gibt es heute?
Nehmen wir die bekannteste, klassische von den Gebrüdern Grimm, kindgerecht aufbereitet und als „süße“ Geschichte verbreitet, wo der böse Wolf kein schönes Ende nimmt. (Kindgerecht einen Wolf zu „zerlegen“? Die Zeiten waren damals andere, vergessen wir das nicht, denn damals war ein Wolf mitunter wirklich noch eine Gefahr für Mensch und Tier.), gehen wir zurück, finden wir eine Geschichte, die diesem Rotkäppchen so ähnlich ist, aber definitiv für Erwachsene gedacht ist. Rohe Gewalt, in der Rotkäppchen schlussendlich ihre Jungfräulichkeit verloren hat, der Wolf eigentlich ein Lykantroph (also Werwesen) war und ihr noch so manch andere Misslichkeit zustieß – DAS war es, was die Grimms gründlich entschärften. Heute haben wir Filme, in denen Rotkäppchen auf Wolfsjagd geht und vieles mehr. Es ist die gleiche Grundgeschichte – ABER nicht mehr.

Die Welt verändert sich und doch bleibt sie gleich, sie dreht sich nur einfach weiter.

Wenn wir uns die Welt genauer betrachten und die Geschichte ansehen, ist es immer eine Art Kreislauf. Werden / Vergehen / Werden / Vergehen … und wieder von vorne.

Wir erinnern uns mit Schauder an Zeiten, wo Bücherverbrennungen Gang und Gäbe waren, und damit auch die Menschen zum Schweigen gebracht werden sollten. Viele sehen ähnliche Tendenzen auch heute wieder. In diesen Zeiten kämpften immer ganz besondere Menschen um das „freie Wort“ – die Helden ihrer Zeit.

Texte waren und sind mitunter auch heute noch sehr gefährlich. Heißt es nicht, die Feder sei mächtiger als das Schwert?

Wenn du je „1984“ gelesen hast, dann kennst du sicher auch Begriffe wie „Neusprech“ – betrachte ich mir die diversen Veränderungen der letzten Jahre, so kommt das schon sehr nahe. Natürlich unterliegt unsere Sprache beständigen Veränderungen, machen wir uns nichts vor. Erst kamen Worte aus dem Französischen oder Italienischen, vielleicht auch Lateinischen in den allgemeinen Gebrauch (Trottoir beispielsweise? 😉 ), später die ganzen Anglizismen und jetzt eben das Gendern. Wem es gefällt … Aufhalten lässt sich das alles ohnehin nicht, schade ist nur, dass vieles von einst heute längst nur noch jenen Begriff sind, die sich mit alten Texten beschäftigt haben, geschichtlich interessiert sind/waren oder die einfach noch mit älteren Personen viel Umgang haben.
Mach doch mal den Versuch und überlege, was diese Worte bedeuten könnten oder woher sie stammen könnten:

Achturteil, Anstandswauwau
Pappenheimer, Pelerine, Persilschein, Pyrrhussieg
Zeidlerei
Zehent
Rotzbrems
Lokus
Faland

Es gibt noch so viele andere Worte und Begriffe, kannst du alle ohne googeln erklären? Manchmal kommen sie einem bekannt vor, aber dann wieder – oha? Öhm …

Die Sprache verändert sich, wir bekommen Neues dazu und Altes verschwindet mitunter. Hier ist übrigens die Auflösung:

Achturteil – Verurteilter wird vogelfrei
Anstandswauwau – Anstandsdame zur Wahrung von Sitte
Pappenheimer – Kürassierregiment voller Mut und Entschlossenheit
Pelerine – kurzer Schulterumhang ähnlich einem Cape
Persilschein – Freibrief
Pyrrhussieg – zu teuer erkaufter Erfolg
Zeidlerei – Berufsstand zum Sammeln wilden Honigs
Zehent – der 10.te Teil für die Herrschaft
Rotzbremse – Schnurrbart
Lokus – Toilette
Faland – Verführer / Teufel

Doch was ist nun wirklich unsere „Aufgabe“ als Schreiberling?

Sind nicht wir es, die schreiben und Geschichten weitertragen, die aus dem Vergangenen schöpfen und damit das Morgen „erschaffen“? Ohne Schreiberlinge gäbe es keine Filme, keine Fernsehsendungen (wie seicht diese auch sein mögen). Wir sind es, die zum Nachdenken anregen können und genau das löste in so vielen Fällen die Bücherverbrennungen aus.

Gehen wir aber noch ein Stückchen weiter, so graben wir in der Vergangenheit – insbesondere jene, die historische Romane schreiben. (Wie viel Wahrheit darin ruhen mag variiert jedoch sehr stark!) Wir buddeln in Archiven und finden Anekdoten, formen Geschichten daraus und holen für Biographien Interviews ein.
Nimm als Beispiel die Serie „Band of Brothers“, wo sie die Veteranen zum Schluss tatsächlich interviewten und aufgrund derer Berichte sie die Serie drehten.
Für frühere historische Themen lassen sich Figuren nicht interviewen (wer könnte denn in die Vergangenheit reisen 😉 )

Es gibt großartige Schreiberlinge von historischen Romanen, darunter Ken Follet (die Säulen der Erde) und Bernard Cornwell (Uthret-Saga). Sie lassen Vergangenes lebendig werden – und haben damit die schwere Aufgabe die vergangenen Zeiten zumindest halbwegs authentisch zu schildern. Das wiederum bedeutet vielfach Recherchearbeit und ihnen hören wir doch meist viel lieber zu als einem Geschichtslehrer, der vorrangig Jahreszahlen abfragt.
Weißt du noch was 333 v.Chr. war? – ganz einfach „333, bei Issos große Keilerei“, die Eselsbrücke, dich damals lernte, aber mehr? Viel blieb da nicht hängen. (Allerdings hatte ich eine Lehrerin, die Geschichte gut erzählte und ich mochte das Thema immer schon, ABER es sind die Anekdoten, die hängenbleiben.
Und genau DAS ist unsere Aufgabe!

Jede vergangene Epoche birgt faszinierende Möglichkeiten. Wir brauchen uns nur eine Figur herauspicken und über sie erzählen – oder uns von einer vergangenen Gestalt inspirieren lassen. Ob das nun reale Figuren wie Hildegard von Bingen, Mata Hari oder Sokrates ist, oder eine erfundene Gestalt wie Uthret, Richard Sharp oder jemand ganz anderer – spielt das eine Rolle?

Die Vergangenheit ist UNSERE Leinwand, WIR lassen diese Zeiten wieder ersten!

WIR sind es, die mit unseren Geschichten Interesse wecken können und Zeiten verbinden. Oder wie ist deine Meinung dazu? Lass sie mich lesen 🙂

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Brennt deine Flamme noch?

Wie stark funkelt dein Licht?

Vor einiger Zeit fragte mich eine Kollegin, wie ich es nur schaffe, alles unter einen Hut zu bringen und Energie für die ganzen Dinge aufzutreiben. Es war genau die Zeit, wo alle ins Homeoffice geschickt worden waren – und wo es KEIN Pendeln gab für jene, die im Homeoffice arbeiteten.

Pendeln frisst viel Zeit und auch extrem viel Energie.

Die letzten Wochen waren aber auch für mich deutlich anstrengender, da ich einen Burnout-Fall im nächsten Umfeld habe. Hier Kraft und Energie zu geben ist anstrengend, aber es lohnt sich.

Dass dadurch andere Dinge auf der Strecke bleiben, ist aber auch logisch und ich würde lügen, wenn ich sagte, das Bloggen und Schreiben wäre mir nicht abgegangen. Jetzt ist jedoch Urlaub und damit auch Kraft tanken und erholen angesagt.

Oder im Klartext – meine Energie – meine Lebensflamme war inzwischen auch geschrumpft und bekommt jetzt endlich wieder neue Nahrung.

Wie steht es um deine Flamme? Brennt sie hell und kräftig oder ist sie auch am unteren Limit angekommen?

Legen wir dies auf eine Figur um, so können wir vieles daraus machen. Wie oft lesen wir von Figuren, die glauben, am Ende ihrer Kraft angekommen zu sein und doch sind sie erst am Anfang ihrer Reise?
Manchmal sind es (Energie)vampire, die ihnen Kraft entziehen, dann wiederum anstrengende Lebensphasen oder es sind ganz andere Aspekte, die Energie nehmen.

Machen wir uns nichts vor, wir nehmen und geben Energie, so funktioniert der Kreislauf des Lebens. ABER wir sind nicht gezwungen, uns aussaugen zu lassen 🙂

Meine Muse sagte einst: „Aus schlechtem Stahl kannst du kein gutes Schwert machen und nur unter Druck wird Kohle zu einem Diamanten!“ Er hatte damit absolut Recht. Wir können viel mehr „ertragen“, als wir anfangs glauben. Und genauso ergeht es auch den Figuren, von denen wir lesen oder über die wir schreiben.

Druck kann formen und stärker machen („bist du zu schwach den Schild zu tragen, dann werde stärker!). Schlechter Stahl zerbricht im heißen Feuer, guter Stahl hingegen wird zu einer wunderschönen Klinge. Genau hier kannst du eine Figur ansetzen und sie wachsen lassen.

Nehmen wir einen jungen Burschen aus früheren Tagen. Er mag vielleicht ein ärmlicher Bauernsohn sein, wie er in so vielen Märchen x-mal vorkommt und wird dann in den Krieg geschickt. Was er dort sieht, erschreckt ihn fürchterlich, die Grausamkeiten, Brutalitäten und so unendlich vieles mehr. Aber es härtet ihn auch ab und lässt ihn überleben – die Frage ist nur, wird das Schwert in seinem Inneren zu einer guten oder zu einer brutalen Klinge werden?

Ein anderes Beispiel ist die Geschichte einer jungen Frau, die schlagartig alleine auf der Welt ist. Sie hat alles verloren und muss sich als Dienstmagd verdingen, um irgendwie über die Runden zu kommen – dabei war sie die Tochter eines überaus Wohlhabenden, der alles verloren hatte. Auch ihr Stahl im Inneren gerät unter Druck und ihr inneres Schwert erstarkt. Was wird aus ihr werden? Ein gutes Schwert oder doch etwas anderes?

Es spielt schlichtweg keine Rolle, wo die Figur angesiedelt wird und wo er/sie/es lebt, wichtig ist, dass er/sie/es eine schwere Zeit erleben wird, um aus dem inneren Kohlestück einen wundervollen Diamanten, aber auch ein großartiges Schwert zu formen. Die Frage, die sich stellt, ist eher, wo ist die Grenze des Erträglichen?

Als Schreiberling ist es auch unsere „Aufgabe“, der Figur Aufgaben zu stellen, an der er/sie/es wachsen kann.
Kennst du, ohne zu googeln, den Begriff „Baggereltern“?
Damit sind Eltern gemeint, die dem Kind einfach alles aus dem Weg räumen. Für das Kind mag es anfangs sicherlich eine schöne Sache sein, aber was, wenn es dann erwachsen ist, wo kein Elternteil da ist, um dem Kind alles abzunehmen? Wann hätte es denn beispielsweise Konfliktfähigkeit erlernen können?
Genau das wollen wir den Figuren im Regelfall aber NICHT antun. Wir wollen ihm/ihr/es beim Wachsen begleiten und dazu gehört mitunter eben auch Druck.

Doch was, wenn der Druck dann eines schönen Tages doch zu groß ist und die innere Flamme zu flackern beginnt und vielleicht auf ein glimmendes Fünkchen runterreduziert wird? Diese Situation birgt viele Möglichkeiten.

*) vom Wahnsinn umnachtet – die Figur könnte Fähigkeiten darin finden, die er/sie/es zwar schon immer hatte, aber die er/sie/es niemals fand
*) Selbstmord – das Dumme ist nur, dass es so viele Geschichten und Legenden gibt, die besagen, dass Selbstmörder nach dem Tode auf Erden wandeln – wie also sollte sich so ein Geistwesen verständig machen?
*) Rückzug ins Religiöse – Wahn hat viele Gesichter, vielleicht sieht er/sie/es Heilige oder will selbst ein entsprechendes Leben führen?
*) gespaltene Persönlichkeit – huch, in meinem Kopf sind noch andere Ich? Wie wäre ein Treffen verschiedener Persönlichkeiten in einer Figur?

Es gibt noch so viele andere Möglichkeiten, doch im Grunde ist nur die Frage, ob die Figur durch den Druck wächst und stärker wird, oder schlussendlich doch am Druck zerbricht. Wo ist die Grenze und wo wird diese überschritten?

Wenn wir durch die Zeiten gehen und einen Trommlerjungen der napoleonischen Ära mit einem durchschnittlichen 12jährigen von Heute vergleichen, so ist nicht schwer zu erraten, wer im Inneren wohl stärker sein mag und genau das lässt sich mit vielen anderen Aspekten vergleichen. Viele sind heute in einer „Blase“ von Frieden aufgewachsen und genau hier können wir für eine Geschichte ansetzen.

Dies kann sein, indem wir die Leben der beiden verbinden oder den einen in die Zeit des anderen holen. Vielleicht ist der heutige Junge eine Leseratte und findet eine Geschichte über den Trommlerjungen, wo sich binnen weniger Seiten eine Art Verbindung aufbaut?

Lässt du die Flamme aufflammen oder erstickst du sie?

Wenn wir an einer Story schreiben und den Druck schildern, ist die Frage nach dem kalten Wasserbottich nicht weit und auch die Frage, nach der Belohnung, die schlussendlich auf die Figur wartet.

Kennst du die Gulla-Romane?
Eigentlich geht es in diesen Geschichten um ein Kind, das auf einem Bauernhof schwere Arbeit verrichten soll. Der Bauer nahm sie auf, weil sie als Kind zwar zur Schule zu gehen hat, aber weitaus weniger als eine erwachsene Magd kostete. Das Leben für Gulla war richtig hart (damals gab es noch keine Zentralheizung oder Ähnliches), doch die Belohnung auch eine großartige. Der Druck als Dienstmagd zu arbeiten, hatte ihr vieles beigebracht, das sie in späteren Tagen gut brauchen konnte.

Genauso ist die Frage, was wir unter Druck tatsächlich erlernen.

Welcher Art Druck würdest du eine Figur aussetzen und warum gerade diese?

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Möchtest du so bleiben wie du bist?

„Ich will so bleiben, wie ich bin!“

Kennst du den Werbeslogan? Ich bin mir ziemlich sicher, dass du sogar die Melodie im Kopf haben könntest, wenn du diesen Satz hörst und du weißt vermutlich auch, welche zwei Worte sich da noch dranhängen, um die Werbung gut im Kopf zu platzieren.

Schau mal nach oben auf das Foto. Das war Maze am Tag, als wir sie bekamen. Herzallerliebste schwarze Miezekatze und jetzt ist sie eine richtige Katzenschönheit geworden, die auch schon mal am Fenster sitzt und den Schwalben über unserem Fenster nachgackert. Sie hat sich entwickelt und entdeckt ihre Fähigkeiten und Kräfte, die in ihr wohnen.

Denk wieder an die Werbung oben und was sie suggeriert.

Bleib wie du bist? Soll das wirklich gut sein?
Wieso erzählen dann so viele Geschichten von Weiterentwicklung und Fortschritten, wenn wir nur so bleiben sollen, wie wir gerade sind?
Jeden Tag, wenn wir aufstehen, sind wir anders als Abend zuvor, wo wir ins Bett gingen und uns in Morpheus Arme begaben.

Willst du so bleiben, wie du bist?

Was würde deine Figur sagen, wenn du sie danach fragen würdest? Hat sie einen Traum, den er/sie/es verfolgt? Vielleicht ist es aber so, dass sich diese Figur gerade wohl fühlt, wo er/sie/es gerade ist? Warum sollte eine Figur, die doch alles hat genau dieses „Alles“ aufgeben?

Nehmen wir dazu eine Figur, die in Wohlstand aufwächst und alles hat, was das Herz begehrt. Es gibt keinen Hunger und keine Langeweile, für gutes Essen ist gesorgt, für Unterhaltung und auch für die Liebe. Und doch gibt diese Figur alles auf – warum?
Wenn du in der Geschichte zurückgehst, so findest du (mindestens) eine Gestalt, die genau das tat. Die Gestalt, die ich meine, findest du namentlich am aktuellen Papst – oder lies nach dem „Hl. Franziskus“. Aufgewachsen in Wohlstand, es mangelte an nichts, ließ er doch alles zurück und widmete sich anderem.
Hätte ihm jemand gesagt „bleib so wie die bist“, hätte er diesen Rat befolgt?

Aus genau solchen Aspekten heraus, kannst du einen Figur in ein gewaltiges Abenteuer stürzen. Dies kann simpel mit einer Pilgerfahrt oder einer einfachen Rucksacktour anfangen oder es geht gleich in phantastische Welten. Vielleicht ist es auch eine Schleife, in der diese Figur gefangen bleibt, bis sie etwas gelernt hat?
Nimm eine Figur in einem ganz bestimmten Umfeld und versetz sie an das genaue Gegenteil. Die Frage hier ist, warum soll die Figur „freiwillig“ den Standort wechseln?

In vielen Fällen ist „Dekadenz“ und „Langeweile“ der Hintergrund. Wir haben alles gesehen und alles erlebt (kennst du Q aus Star Trek? In der Serie „Voyager“ wird genau das mit einem anderen unsterblichen Q thematisiert, der einfach nicht mehr will!). Genauso ist der Trend, der immer wieder kehrt, miste aus und kehre zu den Basics zurück. Wir brauchen doch all den Tand nicht wirklich – oder doch?

Entwicklung ist etwas, das wir draus machen und genau so kannst du eine Idee für eine Geschichte aufbauen. Nimm eine Figur, die einfach alles hat und sich keine Sorgen machen muss um das materielle Wohlergehen und doch spürt diese Figur etwas in sich, dass eine Veränderung nötig ist.

*) spirituelle Entwicklung (Kloster, Pilgerreise, …)
*) geistige Entwicklung (Forschungsreise, Mentor finden, …)
*) soziale Entwicklung (Missionar, …)

Das sind Beispiele, es gibt so vieles mehr. Manche Figuren suchen nach ihrem Seelenheil, manche nach einer Entfaltung oder Erfüllung, wieder andere spüren in sich den Drang aus anderen Gründen eine Entwicklung zu wählen. Am Ende ihrer Reise werden sie stärker und lachen vielleicht nur noch über das, was sie einmal waren.

Ich mag ja beispielsweise die Sache mit den Zeitschleifen. „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist einer meiner liebsten Filme dazu. Wenn eine Figur an einem Punkt ihres Lebens angekommen ist, wo er/sie/es einfach nichts mehr checkt oder die Entwicklung stagniert, er/sie/es ständig den Möglichkeiten ausweicht – wäre dann nicht eine Zeitschleife eine interessante Idee? Darin lässt sich so vieles austesten und lernen – es ist beinahe wie eine Welpenschlule. Was kann denn passieren? Die Figur lernt und begreift irgendwann, was ihm/ihr/es tatsächlich wichtig ist.

In jedem von uns schlummern Samenkörner der Entwicklung. Irgendwann sind sie reif und wollen gesät werden. Das sind im Kern jene Punkte, wo wir erkennen, es ist an der Zeit unser Leben zu verändern. Warum also nicht einen solchen Punkt in eine der Figuren einbinden? Lediglich die Frage „WAS ist zu lernen“ gehört beantwortet und die Figur quasi ins kalte Wasser gestoßen.

Magst du Geschichten, in denen Figuren einen Mentor haben, der ihnen hilft? Da wäre ZB Luke und Meister Yoda (die Szene im Sumpf ist einfach nur köstlich). Stell der Figur einen Mentor beiseite, der ihn/sie/es bei schwierigen Punkten anleitet und weiterhilft – ABER ihm/ihr/es niemals die Suche nach der Antwort gänzlich abnimmt.

Hier bieten sich einfach ältere Figuren und Charaktere an. Das mag eine alte Frau sein, die ihr Wissen an die Enkel weitergibt, ein alter Kampfsportlehrer oder vielleicht ein Wesen wie die „uralter Morla“ aus der unendlichen Geschichte. Vielleicht ist es auch ein Teenager, der Zugriff auf frühere Leben oder Ähnliches hat?

Sieh dich im Internet um, such gezielt nach „Coach“ und sieh dir das durchschnittliche Alter an. Wem würdest du eher zutrauen Wissen „geben“ zu können? Jemandem, der über mehrere Jahre Erfahrung verfügt oder jemanden, der mit 18 schon als Coach von sich spricht? Auch junge Menschen können über sehr viel gutes Wissen verfügen – hier kommt es aber auch sehr drauf an, WAS er/sie lehren will 🙂

Ein Mentor ist einfach jemand, der/die einem/einer anderen hilft, sich weiter zu entwickeln. Vielleicht ist es auch eine Muse, die inspiriert oder schlichtweg jemand, der einen zum Kotzen bringt vor Abscheu als Vorbild.

„Willst du so bleiben, wie du bist?“ Oder willst du dich weiterentwickeln?

Nicht jeder Mentor ist gut für deine Figur, es ist auch wichtig, die richtige Ergänzung zu haben.

Somit ist ein recht gutes Gespann ein Wesen, das aus irgend einem Grund erkennt, der Status Quo stimmt einfach nicht mehr in Kombination mit einem Wesen, das dem ersteren hilft, sich zu entwickeln.

Nehmen wir dich selbst als Beispiel. Du stehst an irgendeinem Punkt deines Lebens und erahnst vielleicht einen Punkt, wo du dich entwickeln willst. Du spürst es in dir und vielleicht merkst du auch, du brauchst Unterstützung und Hilfe. Sieh dich in deinem Umfeld um und überleg dir, wer für dich dafür als „Mentor“ in Frage käme, weite die „Suche“ aus und sieh dich weiter um. Vielleicht ist es ein Coach, den du dafür bezahlst, vielleicht ist es die alte Frau am Nachbargrundstück, die zwar mürrisch ist, aber nur, weil sie sich alleine fühlt. Ein Mentor hat seinen eigenen Grund, warum er/sie hilft und häufig liegt es darin, weil er/sie/es Wissen weitergeben möchte. Sieh dir die Filme an und wie oft ein Mentor von seinem künftigen Schüler erst aufgefordert werden muss, um überhaupt den Schüler als solchen anzunehmen.

Wenn du einen „Mentor“ gefunden hast, dann kannst du dich in deine Figur umso besser hineinversetzen. Die Suche nach einem Mentor ist mitunter schwieriger als das spätere Lernen. Dann bleibt die Frage, nimmt der Schüler die Lektionen auch an?

Viele Lektionen des Mentors mögen auf den ersten Blick unverständlich sein, und doch sind sie wichtig für das Spätere. Die Frage ist, begreift der Schüler das auch? Oder hat er einen Mentor, der vor allem rausfinden will, wie weit der Schüler blind folgt?

Es ist ein Zusammenspiel zweier Charaktere, die du zu einer interessanten Charakterstudie in Romanform gestalten kannst.

Wo sind deine Figur und dessen/deren Mentor zu finden? In welches Umfeld setzt du sie und was kannst du damit deinen Lesern als „Lerneffekt“ mitgeben?

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Woran leidet deine Figur und bist du ihr ähnlich?

Ich habe keine Angst – sagte der Junge und trat direkt in den Untergang – Ängste schützen / Ängste lehren / Ängste können grausam sein …

„Huch“, sagte die Katze und verkroch sich rasch hinter einer großen Kissenburg.
„Wer bist denn du?“
Hinter einer großen Tanne, die mitten im Zimmer stand, trat eine Gestalt hervor, in rot und weiß gehüllt, mit einem Fell vom Mund herabhängend, in das sie liebend gerne die Krallen geschlagen hätte.

Diese Gestalt kniete sich nieder, zog den rechten Handschuh aus und deutete der Katze an, sie möge doch zu ihr kommen ….

Wenn ich meine beiden Katzen so ansehe, sind die beiden mit unterschiedlichen Charakteren gesegnet, Carry, die Schwarz/Weiße ist mutig und neugierig, und kann einen echt nerven, wenn sie unbedingt noch mal in den Innenhof möchte. Maze wiederum, die kleine Schwarze von oben, wehrt sich mit allen vier Pforten und maunzt erbärmlich, wenn sie mal raus soll. Aber das ist nicht alles … wer Haustiere oder auch Kinder hat, der merkt, wie unterschiedlich Wesen doch sein können.

Wenn wir Geschichten schreiben, so schreiben wir vielfach über Aspekte unserer Selbst. Vielleicht ist es das „Alter-Ego“, das sich ganz gerne zeigt und das „erzählt“ werden will. Manchmal schreiben wir aber auch von Figuren, die uns auf den ersten Blick nicht ferner sein könnten, als sie es tastsächlich sind.

Figuren, sofern sie auch nur halbwegs lebendig wirken sollen, tragen „Menschliches“ in sich, mit ihren Stärken und Schwächen, Träumen und eben auch ihren Phobien und Ängsten.

Wenn du an einer Figur arbeitest und über sie schreibst, welche Ängste hat er/sie/es? Sind es Ängste, die du auch kennst? Nicht jede Angst ist ein „Alles-Schatten-Fresser“, sondern manchmal sind es Kleinigkeiten, die einfach nur „nerven“. In den letzten Monaten haben viele neue Ängste kennengelernt, hatten vielleicht auch die Ruhe, um sich selber besser kennenzulernen und vieles mehr. Was sind die Ängste, die dich im Moment am meisten nerven und dich vielleicht auch quälen?

Ich glaube, du weißt schon, wen die Katze oben trifft? 😉
Was könnte ihr der Weihnachtsmann als Wunsch wohl erfüllen?

Nehmen wir eine Figur, die eine ganz bestimmte Angst hat. Diese Figur traut sich nicht so recht ins Leben, ist zurückgezogen und es fehlt ihr an vielem – vor allem aber an Selbstvertrauen. Ja, diese Figur arbeitet mitunter dran und kann dann auch vor anderen reden und vieles mehr, aber immer sind da diese Selbstzweifel in ihr.
(Sag mir, kommt dir das bekannt vor? Bei dir selbst oder jemandem in deinem Umfeld?)
Sie wagt nichts mehr zu tun, wohnt in einem Umfeld, das ihr Bauchweh bereitet, weil sie sich stark eingeschränkt fühlt und auch, wenn manch einer ihr helfen möchte, so kommt doch keiner an diese Figur heran. Bis ihr eines Tages jemand sehr direkt sagt, sie hätte einen Schatten an sich kleben. Etwas, das ihre ganze Kraft, ihr ganzes Licht und ihre Stärke auffrisst.
(Wie glaubst du, geht diese Figur nun vor?)

Wie lösen wir also Ängste auf?

Wenn diese Figur es richtig anstellt, dann braucht es nur eine einzige Aktion, eine „Kleinigkeit“, um den Schatten zu eliminieren, ihn aus dem Leben zu verbannen und somit das eigene Licht wieder zu erlangen, das eigentlich in ihr strahlt und brennt – das Kraft hat. Ihr Licht sollte scheinen und helfen und nicht unter dem Schatten vergehen.

Dieses Szenario trifft auf so viele Figuren zu, die in Romanen und Geschichten ihr Leben haben. Da mag der kleine Junge sein, der gemobbt wird und sich nach Phantasien zurückzieht (die unendliche Geschichte) – oder die Kinder, die vor einem Grauen flüchten und sich ihm dann stellen (Es). Vielleicht ist es auch eine Frau, die vergeht, weil sie ihr Blut verliert (Dracula) oder der Krieger, der auf dem Schlachtfeld steht und einfach nur um sein Leben zittert und sich darum tot stellt (Ravenous, friss oder stirb).
In all diesen und noch vielen Geschichten mehr, ist das Szenario, dass jede Figur irgendwo Angst verspürt und Furcht in sich trägt. Im Lauf der Geschichte lernen die Figuren die Ängste zu besiegen und in Luft aufzulösen oder sie machen sie zu einem Teil ihrer Selbst und lernen etwas daraus.
Wie das Leben ein Lernprozess ist, so sind es auch die Geschichten, in denen die Figuren ihr Dasein haben. Wie wir, sind auch sie auf einem „goldenen Pfad“, der sie nach vorne bringt, wenn sie ihn gehen.
Doch eines dürfen wir beim Schreiben nicht vergessen, wie viel Kraft haben diese Figuren und wo ist ihre Batterie verbraucht?

Nehmen wir hier einen Menschen, der an Burnout leidet. Wo ist dessen Grenze? Kann diese Person überhaupt noch aus dem Bett aufstehen oder ist auch dieser Punkt schon längst überschritten? Wenn du dir Batterien und Akkus ansiehst, so kannst du sie auch „tiefen-entladen“ – nur was geschieht dann?

Immer wenn wir an einer Figur arbeiten, die an ihren Ängsten zu zerbrechen droht, so geht es häufig darum, dass die Ängste an den Energien saugen und die Figur damit zerstören können.

Kennst du den Begriff „Energievampire“? Im Grunde sind es Lebens-weg-nehmer, Energiefresser, die sich an der Energie von anderen Wesen bereichern. Wenn du jemals mit jemandem in einem Raum warst und dich nach diesem Treffen ausgelaugt und erschöpft gefühlt hast, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er oder sie ein Energievampir ist. Vielleicht ist dieser Person das nicht einmal bewusst – aber es gibt sie – und das ist nicht lustig! :-/
Wenn dich das Thema interessiert, du findest viele Informationen dazu im Internet.

Etwas ähnliches gibt es auch an bestimmten Orten und Flecken. Dies kann ein kleines Stückchen in der Natur sein, wo du den Eindruck gewinnst, dort ist einfach alles nur noch „tot“. Da stellt sich die Frage – warum? Gibt es dort einen bestimmten Energieknotenpunkt oder liegt darunter ein Massengrab?
Es gibt in den Städten manche Häuser, die ein absolutes Grauen ausstrahlen und an manchen Orten ist einem, als wolle einen dieser Flecken nicht dorthaben und sagt einfach nur „verschwinde“! Vielfach existieren dazu Geschichten oder Erzählungen, in denen sich manchmal Geister aufhalten sollen oder es mag dort etwas Grauenhaftes geschehen sein.
Falls du mal in den USA die Zeit dafür findest – besuch mal die ehemalige Nervenheilanstalt „Penhurst“ – ich war zwar noch nicht dort, aber angeblich soll es ein derartiges Häuschen sein, in dem noch viel los ist. Erzähl dann mal, wie es sich dort angefühlt hat. Geisterhäuser und gruselige Orte gibt es viele – ob diese einen dann nicht einen „Schatten“ ankleben, ist ein ganz anderes Thema.

Nehmen wir also wieder diese Figur von oben, stellt sich die Frage, warum es diesen Schatten um ihr inneres Licht gibt. War sie mal an einem Ort, wo sie nicht hätte sein sollen oder hat sie jemandem im Umfeld, der ihr schadet oder hat sie gar jemand verflucht?
Möglichkeiten gibt es viele, die Lösung mag in einer sehr simplen und extra-einfachen Version entstehen.

Wenn du selbst an einer Angst leidest – überlege dir einmal, wie du eine Figur schreibst, die genau diese Angst mit dir teilt und woher diese Figur ihren „Schatten“ haben könnte …. die Frage ist nun, was würdest du tun, oder ihr geben, damit sie diesen wegbekommt? Wie löst sie diesen Schatten, um ihr inneres Licht wieder strahlen zu lassen?

(Kleiner Tipp – teste es einfach selber mal aus, stell dir eine Angst vor und löse den Schatten …. bei mir hat es mit einer Sache funktioniert 🙂 ABER da meine Ängste nicht die deinen sind, kannst du nur selber herausfinden, WIE du damit umgehst. Wie würdest du den Schatten deiner Angst lösen und damit deiner Figur die Lösung in die Hand geben?)

Und da Ängste einen immer die eine oder andere Lektion beibringen – welche Lektion nimmst du bzw. deine Figur daraus mit?

Machst du Ängste zu Stärken?

Sind die Stärken oder die Schwächen es, die eine Figur ausmachen?

Viele, wirklich sehr, sehr viele Geschichten, handeln von Figuren, die an ihren Schwächen kränkeln und mit ihnen ihre liebe Not haben. Sie verzweifeln vielleicht an ihnen und fühlen sich alles andere als kräftig genug, um in ihrem Leben voran zu gelangen. Im Lauf der Zeit erhalten oder finden sie „Verbündete“, die mit ihnen durch das Leben schreiten und gemeinsam daran arbeiten, dass Schwächen überwunden oder gar zu Stärken werden.

Ist das nicht wunderbar? Wir können uns entwickeln 🙂

Sind wir selber in einer solchen Situation, so ist es wohl weit weniger lustig oder amüsant. Es entstehen Selbstzweifel oder Ängste, die zuvor wohl nicht vorhanden waren. Wenn ich mich an mein früheres Ich zurückerinnere, so kommen mir manchmal die Tränen, aber ich habe viele Ängste ablegen können – weil ich es wie die Figuren in den Geschichten hielt, ich hatte „Verbündete“, treue und liebe Freunde, die mir halfen … Schwächen wurden dadurch zu Stärken, – und ich bin mir sicher, dass es auch bei dir solche Dinge gab, die sich hinterher als Gewinn herausstellten.

Genau das ist ein Punkt, den du fürs Schreiben nutzen kannst.

Jede Figur, die in den Büchern und Geschichten ihr Leben lebt und vorwärtsschreitet, hat die ein oder andere Angst, die häufig in einer früheren Situation begründet liegt.

*) Angst vor Hunden – als Kind gebissen worden
*) Angst verlassen zu werden – als Kind die Mutter aus den Augen verloren
*) Angst zu versagen – ausgelacht worden, weil bei einem Referat etwas vergessen …

Und so könnten wir die Liste lange weiterführen. Viele Ängste stecken irgendwo in einer Situation aus dem vergangenen Leben, die wir heute vielleicht gar nicht mehr erklären können, geschweige denn wissen, dass sie je existierten. Nur sehr wenige Menschen haben ein Gedächtnis, das alles bewusst aufrufbar macht und vieles ist ohnehin besser, wenn wir es vergessen, weil es zu schmerzhaft scheint.

Wie nutzt du es nun für das Schreiben einer Geschichte?

Ängste (aber auch Phobien) gibt es wohl so viele wie Sand am Meer, viele tragen heute schön klingende Namen, die eigentlich nichts aussagen, als dass es Spezialbegriffe sind. Was dahinter steckt, ist selten offensichtlich, nur wenn wir dann nachrecherchieren oder selbst Probleme damit haben.

Würdest du wissen, was hinter diesen Begriffen steckt, ohne nachzurecherchieren?

Aelurophobie, Allodoxaphobie, Anatidaephobie, Anthophobie, Bibliophobie, Blennophobi, Cenosillicaphobie, Coulrophobie, Hippopotamomonstrosesquipedaliophobie, Lachanophobie, Metrophobie, oder Nomophobie

Ängste mögen belastend sein, furchteinflößend und vieles mehr, nur dummerweise entwickeln sie sich auf diesem Wege auch häufig zu einer Art Teufelskreis, aus dem ein Ausbruch nicht immer einfach ist. Dennoch gibt es viele Wege, um hier wieder rauszukommen.

Übrigens ist hier die Auflösung 😉 (klassische Frage wäre – „hätten Sie es gewusst?)

Aelurophobie – Angst vor Katzen
Allodoxaphobie – Angst vor anderen Meinungen
Anatidaephobie – Angst, von einer Ente beobachtet zu werden
Anthophobie – Angst vor Blumen
Bibliophobie – Angst vor Büchern
Blennophobi – Angst vor Schleim
Cenosillicaphobie – Angst vor einem leeren Bierglas
Coulrophobie – Angst vor Clowns
Hippopotamomonstrosesquipedaliophobie – Angst vor langen Wörtern
Lachanophobie – Angst vor Gemüse
Metrophobie – Angst vor Poesie und Gedichten
Nomophobie – Angst, ohne Handy zu sein

Diese „kleine“ Liste ist schon etwas „spezieller“, auch wenn ich mir gut vorstellen kann, wie sehr sie jemanden belasten können – und es gibt noch sehr viel mehr davon.

Hast du jemals Blogs gelesen, wo die Schreiberlinge dahinter von ihren Ängsten erzählen und wie sie damit umgehen? Das Schöne an der Bloggersphäre ist ja, dass wir über so gut wie alles schreiben können, das uns bewegt – und viele nutzen ihre Ängste dazu, um anderen Mut zu machen und von ihnen zu erzählen um so anderen zu helfen. Oder sie schreiben, wie sie ihre Angst in den Griff bekommen haben oder woran sie derzeit noch leiden.
Wenn du einen solchen Blog führst, stell ihn in den Kommentaren ruhig vor 🙂

Wenn wir eine Figur zum Leben erwecken wollen, so ist es interessanter ihr Ecken und Kanten mitzugeben, sie „menschlich“ zu zeigen, auch, wenn die Figur vielleicht kein Mensch ist. Eine „glatte“ Figur, die nur schwarz/weiß ist und vielleicht gar keine Schattierungen trägt, ist die überhaupt interessant?

Wenn diese Figur beispielsweise von Anfang an eine Angst hat, mit der er/sie/es ihr Leben in der Geschichte startet, so könnte das eine Recht interessante Handlung ergeben und du hast bereits einen Start, um ein erstes Blatt Papier zu füllen.

Verlustangst:
Nehmen wir als Beispiel eine Frau Mitte 30, die eigentlich fest im Leben steht, einen Job und Familie hat und der es soweit ganz gut geht. In sich trägt sie aber eine Angst, die sie selber nicht erkennt. Nennen wir sie Anna. Als junge Frau hatte sie ihre erste Liebe in Form eines gleichaltrigen Burschen, Tobias. Sie war damals Anfang 20 und nicht sonderlich selbstbewusst. Er hatte ihr geholfen, sich aufzurichten, stärker zu werden, und irgendwann spürte er, dass es für ihn Zeit war zu gehen. Als Anna einen anderen Mann kennenlernte, Max, da wusste er sie in starken und guten Händen und ließ sie gehen. Anna spürte ihr Herz beinahe zerbrechen, als sie merkte, Tobias war weg, aber sie war nicht allein, denn Max war für sie da. So konnte sie die nächsten Jahre zu der starken Frau reifen, die sie nun war. Dann traf sie zufällig wieder auf Tobias, sie saßen bei einem Kaffee und unterhielten sich – in diesem Moment spürte sie, dass da noch etwas war, ein Funke für ihn empfand und sie wieder die Wunde in ihrem Herzen aufzureißen begann. Es war wieder die Angst davor, ihn zu verlieren … und doch war es nicht ihre Art, ihm nachzueilen. Der Kontakt blieb aufrecht, aber sie klammerte nicht, sondern freute sich über die Treffen bei Kuchen und Kaffee und die Zeit, die sie zusammen hatten. Irgendwann erkannte sie in sich diese Angst als einen kleinen, fiesen Schatten, der ein keines Kind umhüllte und verscheuchte den Schatten. Die Angst Tobias zu verlieren, verlief sich und sie erkannte in diesem Moment, welche Stärke sie eigentlich in sich trug, indem sie es schaffte ihn gehen zu lassen, statt Angst davor zu haben.

So könntest du beispielsweise eine klassische Angst nutzen, um eine Geschichte aufzubauen 😉

In jeder Angst steckt der Kern einer Stärke. Wir und damit auch die Figuren, von denen wir erzählen, wachsen, indem Ängste überwunden werden, wir uns ihnen stellen und schlussendlich erkennen, dass es häufig „nur“ ein Schatten ist, der sich um eine Teil unseres Ichs legen. Vielleicht ist es auch ein Schleier, hinter dem wir gefangen sind und den wir einreißen müssen, um zu werden. Es ist in all den Geschichten die Frage, wie damit umgehen und welche Begleiter und Helfer wir selbst erhalten bzw. welche wir unseren Figuren mitgeben.

Welche Angst würde dir einfallen, die du für eine Geschichte verwenden würdest und welche Stärke könnte dahinterstecken?