Welche Fixpunkte wählst du für den Schicksalsfaden?

Wenn wir reisen, wohin reisen wir und was erleben wir?

Kennst du die Serie „Dr. Who“? Nach dem Hintergrund des Denkens in der gallifreyischen Kultur besteht die eigene Lebenslinie darin, ein paar Fixpunkte zu haben, um die keiner herumkommt. ABER wie dieser Charakter zum jeweiligen Fixpunkt gelangt, das kann sehr unterschiedlich sein.

Ein Charakter aus Gallifrey, ein sogenannter Time-Lord, wird also in der Zeit seiner Existenz immer wieder etwas haben, um das er/sie nicht herumkommt. Die Zeit dazwischen jedoch – hier kann er/sie sich frei entfalten und verschieden agieren. Er/sie ist also frei darin sich zu entwickeln, und seinen Weg wie Rotkäppchen immer mal wieder verlassen. Schlussendlich jedoch ist er/sie dann in Großmutters Hütte.

Manche sehen es in ihrem eigenen Denken genauso oder zumindest sehr ähnlich. Diese Fixpunkte sind nichts anderes als bestimmte Ereignisse oder Erfahrungen, die eine Persönlichkeit zu machen hat, bevor er/sie den nächsten Schritt im Leben unternehmen kann. Wobei dieser Fixpunkt im übertragenen Sinn auch einfach nur „Buuummm – Bombe“ heißen könnte.

Nehmen wir den Faden vom letzten Beitrag auf und spinnen ihn weiter.

Wir haben nun den jeweiligen Schicksalsfaden verschiedener Figuren, als Ganzes miteinander verwoben. Vielleicht zeichnet sich auch schon ein hübsches Wandgemälde ab oder ein gelungenes Kreidemuster auf dem Steinboden unter unseren Füßen oder es sieht ganz anders aus.

Da es hier um unsere Hauptfigur geht, ist sein/ihr Faden in Grün, die anderen sind in Grau. Stell dir vor, wie sich der grüne Faden durch das Gewirr an anderen Fäden windet. Vereinzelt hast du goldene Glasperlen im Fadenspiel. Diese Perlen sind nichts anderes, als die zuvor angesprochenen Fixpunkte.

Wie aber kannst du das nutzen, um einer Figur Leben einzuhauchen? Dazu nimmst du den Schicksalsfaden einer Figur und siehst ihn dir genau an. Wer sagt, dass es immer linear zugehen muss? Du kannst auch einen Punkt in die Mitte des Lebensfadens legen und von dort aus starten. Nehmen wir hier wieder das Beispiel meiner Wikingergeschichte. Dort findest du den weiblichen Gegenpart zum Hauptcharakter. Den „zentralen“ Punkt in der Geschichte stellt das Treffen der beiden Figuren dar, die eigentlich niemals zusammenkommen würden. Bedenken wir einmal, wie weit die Entfernung zwischen dem hohen Norden und dem Herzen Afrikas ist und wie lange eine Reise mit früheren Mitteln gewesen sein mochte.
Und doch steht sie irgendwann als junge Frau, mit ihrer goldbraunen Haut und den dunklen Augen auf dem Marktplatz eines Dorfes im hohen Norden. Davon ausgehend stellt sich die Frage, wie kommt sie dahin?

Hier bietet sich an Schritt für Schritt zurückzugehen. Sie hat eine lange Reise hinter sich (sonst wäre sie nicht hier). Also ist die erste Perle der Beginn der Reise. Um es spannender zu machen und etwas märchenhaften Touch einfließen zu lassen, nehmen wir hier noch die göttlichen Elemente dazu. Als Kind träumte sie von späteren Zeiten, von ihm, als erwachsenen Mann. Damit startet die ganze Sache und wir haben eine Möglichkeit auch etwas Märchenhaftes einfließen zu lassen. Das sind die zwei Glasperlen ihres Lebens davor.

Wie füllen wir den Raum zwischen den Fixpuntkten des Schicksalsfaden aus?

Gibt es in ihrer Familie besondere Fähigkeiten oder ist sie „auserwählt“ von den Göttern? Vielleicht kann sie im Traum in die Zukunft sehen und sieht hinter dem Mann Schneeflocken? In ihrem Umfeld bisher gibt es keinen Schnee, was also sieht sie?
Zwischen ihrem Traum und dem Beginn der Reise kann auch viel geschehen. Ihr Dorf könnte überfallen worden sein, sie könnte verheiratet sein (was sie nicht ist), vielleicht hört sie einen bestimmten Ruf in ihrem Herzen und macht sich selbst auf den Weg.
Vom Beginn der Reise bis zum Marktplatz kann auch viel geschehen sein. Sie sollte dort verkauft werden – oder vielleicht ist sie selbst Händlerin geworden? Ist sie als Sklavin nach oben gebracht worden? Wie kam sie in die Hände der Händler?

Bereits zwischen diesen Glasperlen gibt es viele Möglichkeiten, wie sich die Dinge entwickeln können.

Einfacher ist es hier beispielsweise, wenn die Figur, über die schreibst, keine Fiktion ist, sondern es sich beispielsweise um eine Biographie handelt. Hier hast du bereits einen vorhandenen „Schicksalsfaden / Lebensfaden“, der sich mit anderen längst verwoben hat und Teil eines vollständigen Konstruktes ist. Dabei kann es sich um die Biographie eines Anverwandten handeln (beispielsweise das Leben von Großmutter zu Zeiten der 40er Jahre oder es kann eine historische Persönlichkeit wie Hildegard von Bingen oder Zwingli sein).

Freier bist du, wenn du eine Figur aus dem „Nichts“ erschaffst. Wobei das auch so eine Sache für sich ist. Wenn du einmal „die unendliche Geschichte“ gelesen hast, dann erinnerst du dich sicher, wie Bastian aus dem Nichts, ein völlig neues Phantasien erstehen lässt. Er kreiert und erschafft es völlig neu und doch wird nichts so, wie er es anfangs glaubt. Und auch, wenn es als Kinderbuch „beworben“ wurde, so ist es doch viel mehr als das, es regt zum Nachdenken an und lässt einen selbst nach all den Jahren (ich bin Jahrgang 1977 😉 ) mit einer leichten Gänsehaut zurück. Je älter wir werden, umso mehr Geheimnisse lassen sich in dieser Geschichte entdecken.

Weißt du eigentlich, warum ich all das hier schreibe?
In all der Zeit, wo ich den Blog führe, ist immer mehr zu sehen, dass es so viele da draußen gibt, die vor einem leeren Blatt sitzen und nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Im Kopf ist eine Geschichte, eine Idee und sie will raus. Ich fühle, dass ich helfen will, genau diesen Geschichten ein Leben zu geben. Also, ran an die Schreibfeder oder die Tastatur, du kriegst das hin! – Versprochen 🙂
Es ist häufig nur das Handwerkszeug, das fehlen mag – nicht mehr – nicht weniger. Und wenn dich die Kreativität im Moment zu meiden scheint, sie ist einfach nur ein Schmetterling, der mal davonflattert und sich dann auf dein Knie setzt und dich ansieht.

Kommen wir aber zurück zum ursprünglichen Kernpunkt der Sache.
In jeder Geschichte gibt es einen roten Faden / Schicksalsfaden / Lebensfaden von mindestens einem Charakter. Der Aufbau eines solchen Fadens ergibt aus verschiedenen Gründen heraus einen Sinn und dazu möchte ich in die Kunst abschweifen. Soweit ich weiß (und wer es besser weiß, bitte korrigiere mich 🙂 ) haben Maler einst für die Gemälde in der freien Natur ein Rechteck aus Holz genutzt. Dazwischen waren Fäden gespannt und anhand dieser Fäden ließ sich ein ganzes Gemälde leichter aufbrechen. Sie teilten ein großes Ganzes in verschiedene, kleinere Zonen.

Mit deiner Figur machst du genau das Gleiche. Du nimmst ihren Schicksalsfaden und zerteilst ihn in kleinere Portionen. Dadurch hast du die Möglichkeit dich nicht auf alles gleichzeitig konzentrieren zu müssen, sondern Stück für Stück abarbeiten zu können.

Nehmen wir wieder die Wikingergeschichte. Bereits zwischen den goldenen Fixpunkten kannst du zwischen zwei (und sicher noch mehreren) Versionen wählen, wie du hier siehst:

Und genauso kannst du in jeder anderen Version, deine ganze Geschichte auf kleinere Brocken herunterbrechen. Diese Methode liegt sicher nicht jedem, ABER sie ist eine gute Sache, wenn du mit dem ganzen Schreiben erst beginnst – und sie ist auch hilfreich, wenn du einfach mal nicht mehr weiter weißt. Stehst du vor einer Schreibblockade, ist es eine gute Möglichkeit, um einfach neue und andere Möglichkeiten auszuloten.

Wie siehst du die Sache mit dem Schicksalsfaden? Nutzt du sie selbst? (Und achja, ich wage mich ja wirklich an diese Wikingergeschichte – anhand dieses Beispiels siehst du übrigens auch, wie ich vorgehe, um einen Roman zu verfassen, es war bei meinem Erstling „Wenn Krähen lieben….“ meine Wahl um den Text zu erfassen. Dass sich dann Mortimer einfach so dazwischen schob und mitmischen wollte – er war mir sehr willkommen, weil er einfach genau den märchenhaften Touch schenkte, den ich brauchte um zu erkennen, was ich in Zukunft schreiben will und wohin meine Schreibfeder mich führt.

Manchmal können wir noch so viel planen, wie wir wollen, es spielt keine Rolle, denn die Fäden beginnen sich manchmal zu verwirren, zu verdrehen und schlussendlich taucht ein ganz neuer Faden auf, den wir zuvor nicht gesehen haben, der aber immer schon da war.

Lass dich in dem Fall nicht verwirren, sondern greif zu. Betrachte den neuen Faden ob er zu deiner Geschichte passt oder nicht. Manchmal passen sie nicht, dann nimm eine geistige Schere und schneide den Faden durch. Solange er nicht zu einem der Fixpunkte gehört, kannst du ihn einbinden, musst es aber nicht. Hast du den Eindruck, er ist sinnvoll für den Verlauf der Geschichte, dann erhöhe ihn und schreib über ihn.

Beginne anfangs mit ganz dieser goldenen Glasperlen. Nutze die Macht der Fixpunkte sehr sorgfältig, denn du wirst merken, dass sich eine Geschichte im Laufe der Zeit verändert. Hast du Zwischenpunkte, die dir sehr wichtig erscheinen, dann mach sie ruhig zu zusätzlichen Fixpunkten. Lass dir aber auch genug Freiraum.

Bedenke, du willst die Leser unterhalten.

Natürlich kannst du eine Geschichte schreiben, die keiner versteht, oder die strukturell eine Katastrophe sind – ABER auch solche sind wichtig in der Literatur zu haben. Der durchschnittliche Leser jedoch zieht einfachere Kost vor, mit einfacheren Worten und einer nachvollziehbaren Handlung. Dabei kann die Art der Geschichte durchaus komplex sein. Um sie für den Leser als lesenswert zu erschaffen, ist es wichtig, die Geschichte auch „leserfreundlich“ zu schreiben.

Hier kannst du dich durchaus an den durchschnittlichen Krimis orientieren. Es gibt einen Fall, etwas ist passiert und am Ende gibt es die Lösung. Wie du dahin kommst – ist ein anderes Thema 😉

Mit Hilfe eines solchen Schicksalsfadens tust du dir leichter, um dem Leser genau das zu geben, was er/sie haben will – etwas „leserfreundliches“, mit „Magie zwischen den Zeilen“ und vor allem, dass die Chance besteht, dass er/sie auch bis zur letzten Seite weiterliest. Doch Vorsicht – es kommt nämlich auch aufs Fleisch an und nicht nur auf das Skelett.
Denn was ist der Schicksalsfaden anderes als das Skelett und somit die pure Grundstruktur?

Wie siehst du das?

Schicksalsfaden und Verweben – wie stellst du dich als Schicksalweberin an?

Die Knoten eines Teppichs, fertig gewebte Stoffe und das geschriebene Wort haben eines gemeinsam – Fäden verbinden und schaffen ein harmonisches Ganzes.

Vor einiger Zeit schrieb ich über die „Schicksalsweberinnen“. Sie ziehen die Fäden für jeden – will man/frau der Mythologie Glauben schenken. Du findest den Beitrag hier: https://myskaldkonur.com/2020/09/20/kennst-du-die-schicksalsweberinnen/
Ein Schreiberling ist auch nicht viel anderes, als diese mythologischen Wesen, webt er/sie doch den Faden der Geschichte und damit das „Leben“ seiner/ihrer Figur.

Die meisten „Neulinge“ im Schreiberterrain konzentrieren sich auf eine einzige Hauptfigur oder könntest du dir vorstellen, ein Werk zu erschaffen wie „Krieg und Frieden“ von Tolstoj? Wie vielen Figuren bot er darin eine Bühne? Wir brauchen nicht gleich nach Tolstojs vielen Fäden zu schielen, für den Anfang reicht doch ein einziger auch völlig aus.

Nehmen wir als Beispiel die Nornen – Urd, Verdandi und Skuld
*) Urd steht dabei für das Einst
*) Verdandi für das Heute
*) Skuld für das Morgen

Sie sitzen dabei an der Wurzel der Urquelle und nutzen deren Gabe, um das Schicksal, den Schicksalsfaden, zu spinnen. Dieses Trio erinnert einen doch frappant an verschiedene Märchengestalten 😉

Schicksalsfaden und Wassertropfen

Stell dir vor, du stündest genau dort und hättest das Wasser dieser Urquelle zur Verfügung. Ein einziger Tropfen reicht aus, heb ihn hoch, lass darin die Sonne sich spiegeln und erfreu dich am Glanz des baldigen Fadens. Wie eine Spinne ihr Netz spinnen mag, so kannst du dies auch mit diesem einzigen Tropfen. Sieh in ihn hinein und betrachte die schillernde Schönheit darin. Dreh und wende den Tropfen, du siehst verschiedene Farben, vielleicht sogar mehr.

Als ich mit dem Brettchenweben begann, erschien mir anfangs alles wahnsinnig kompliziert. Natürlich gibt es unterschiedlich schwere Muster, die gewebt werden wollen, aber wenn du einmal weißt, wie es geht, ist es gar nicht mehr so kompliziert. So ist es auch mit dem Betrachten dieses einen Tropfens.

Wo willst du deine Figur platzieren? Dabei ist noch lange nicht die Örtlichkeit gemeint, sondern das Alter – falls du damit anfangen möchtest. Bei manchen Figuren ist das nicht ganz so einfach 😉
In vielen Geschichten steht doch das Heute als zentraler Kernpunkt. Du hast eine Figur an einem bestimmten Punkt ihres Lebens – dem Heute. Setzt du dort an, kannst du auch den Tropfen in verschiedene Richtungen weiterfließen lassen. Damit erschaffst du das Gestern und das Morgen. Interessant ist es, wenn die Figur beispielsweise das Gedächtnis verloren hat, so entspinnt sich das Gestern erst im Lauf der Handlung. Oder was ist mit einer Figur, die hellsehen kann und genau weiß, wie sich ihre Zukunft entwickelt?

Doch um beim einfacheren Punkt zu bleiben, webst du den Schicksalsfaden wie eine gerade Linie. Du stellst dabei die Figur auf einen Punkt ihres Lebens und siehst dabei zu, wie sich das Einst formt und wie das Morgen erstehen kann.

Wo die Nornen (und anderen Schicksalsweberinnen) einen einzigen Faden spinnen und sich dieser formt, so ist es beim Brettchenweben ähnlich und doch anders. Du hast dabei mehrere Fäden nebeneinander, die du zu einem hübschen Muster verweben kannst, wie du hier siehst. Das ist übrigens mein aktuellstes und eigentlich eher ein Zufallsprodukt geworden 😉

So wie wir selbst durch das Leben wandeln, folgen wir einem inneren Pfad, meist sieht das aus wie bei Rotkäppchen. Sie sollte ja der lieben Großmutter etwas Gutes bringen und wich doch ständig vom Weg ab, weil sie alles Mögliche sah und es genauer betrachten wollte. Vom Weg abzuweichen ist nichts Schlechtes, denn Feinheiten in unserem Leben erlernen wir häufig genau dadurch. Gehen wir den Weg strikt weiter, ohne uns umzusehen, kann es leicht passieren, dass wir etwas Übersehen, das aber wichtig ist.

Mit dem Schicksalsfaden erschaffst du nichts anderes als eine Art Lebenslinie für deine Figur, doch sie ist im Normalfall nicht alleine in der Welt, sonst würde doch die gesamte Interaktion fehlen. Und hier kommen wir zur Verbindung mit den Teppichen, den Stoffen und den gewebten Bändern.

Du kannst einer Figur einen Schicksalsfaden erschaffen. Doch neben dieser gibt es andere Schicksalsfäden von anderen Figuren. Als Schreiberling verknüpfst du sie allesamt zu einem wunderschönen Wandteppich. Du erzählst damit nicht nur eine Geschichte, sondern schlussendlich soll aus all den Fäden etwas Ganzes erstehen, das mitreißt und bewegt.

Nehmen wir beispielsweise eine Figur aus der Wikingerzeit – einen jungen Krieger. Die Geschichte beginnt in seiner Jugend, doch bereits in jungen Jahren erfährt er verschiedenes aus seiner Zukunft. In dieser Zwischenphase kannst du bereits einen gewebten Faden sehen – auch, wenn es bis dato nur Bruchstücke sind. Als zweiten Faden haben wir eine junge Frau, in etwa in seinem Alter, die aber in Afrika lebt. Die Kulturen sind unterschiedlich. Wie können wir also diese Fäden miteinander verknüpfen?
Hier helfen Geschichtskenntnisse 🙂
Da Sklavenhandel in früheren Tagen durchaus Gang und Gäbe war, wird die junge Frau von Sklavenhändlern verschleppt und im hohen Norden verkauft. Ihren Faden legen wir dabei so an, dass sie bereits als Kind von diesem Wikinger geträumt hat. Damit sind beide Fäden von Kindertagen an miteinander verbunden und verwoben. Doch soll es damit enden, dass er sie „kauft“? Nein, denn eigentlich kauft er sie ja nicht, sondern befreit sie auf dem Markt, um zu verhindern, dass sie in schlechte Hände gerät. Er schenkt ihr die Freiheit, denn sie hat er als Junge gesehen.
Das ist eigentlich gar nicht so kompliziert 😉
Spinnen wir das Band weiter (nicht mehr Faden, sondern Band), dann sind ihre Leben miteinander verbunden auf lange Zeit. Sie haben beide Kontakte zu anderen Figuren und schon verweben sich weitere Fäden in das Stück und aus dem kleinen Bändchen wird ein Teppich.

Kannst du dich an das Zitat aus dem Wolkenatlas erinnern?
„Unsere Leben gehören nicht uns. Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden. In Vergangenheit und Gegenwart. Und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.“

Es sagt viel darüber aus, wie der Faden gesponnen werden kann, der schlussendlich als verwobenes Werk das Leben einer Figur darstellt. Doch ohne den Schicksalsfaden einer einzelnen Figur zerfällt das große Ganze.

Hast du jemals einen Teppich gesehen, der sich aufzulösen beginnt und wo einzelne Fäden verloren gehen? Er hält vielleicht noch, aber es ist zu sehen, da fehlt etwas. Die Stärke einer Struktur geht leicht verloren, wenn ein Faden entschwunden ist. Nun stellen wir doch in den Raum, der Faden einer Figur löst sich in Luft auf. Was bleibt dann übrig? Du bist als Schreiberling der Schöpfer über diese Figur. Nimmst du sie aus der Geschichte, was bleibt im Anschluss daran über? Wie kommen die anderen Figuren und das ganze Geschehen klar? Natürlich, jeder ist ersetzbar und die Schicksalsweberinnen wissen, wie sie eine Lücke füllen. Beispielsweise setzen sie Fäden einfach anders und drapieren sie um, sodass das Ganze weiter bestehen bleibt.
Doch was, wenn genau dieser eine Faden verloren geht?

Hier sind auch wieder zwei Möglichkeiten gegeben. Zum einen bricht die Geschichte in seiner momentanen Form zusammen. Die anderen Charaktere spüren den Verlust und müssen damit umgehen können oder es erlernen. Die andere Möglichkeit besteht darin, dass den ursprünglichen Faden ein anderes Wesen bekommt. Nehmen wir als Beispiel eine Figur, die eine wichtige Sache erfinden soll und in frühen Jahren aus dem Leben bugsiert wird. Diese Sache muss trotzdem erfunden werden, weil es für den Werdegang der Story notwendig ist – also besteht die Möglichkeit, diese Sache eine andere Figur erfinden zu lassen. Was wäre, wenn beispielsweise nicht Marie und Pierre Currie die Radioaktivität erforscht hätten, weil Marie nie nach Paris gekommen wäre? Hätte vielleicht ein Laborassistent von Pierre durch Zufall Maries Entdeckung gemacht? Das Ergebnis für unser heutiges Leben wäre annähernd gleich – doch der Entdecker wäre ein anderer gewesen.

Das Schöne am Spinnen der Fäden sind die Möglichkeiten.

Weil sie so viele Möglichkeiten bieten, so vieles mit sich machen lassen.

Jetzt ist es an dir – wie siehst du das mit dem Spinnen der Fäden und dem Verweben der Schicksale?

Endet die Zeit der Märchen oder fängt sie gerade erst an?

Wo sind sie nur die Superhelden des Lebens?

Dazu erst einmal die Frage an dich, siehst du dir gerne Comic oder Filme mit und um Superhelden an? Wenn ja, warum und was magst du an ihnen bzw. was fasziniert dich an den Superhelden?

Ob nun Marvel oder DC, ob Batman, Superman, Catwoman oder vielleicht gar Thor oder Dr. Strange, sind sie vielleicht die neuen Märchen, die die früheren wie Rotkäppchen oder Schneewittchen ersetzen?

In Band 5 meiner Buchreihe „Der Kuss der Skaldin“ findest du als eine der 365 Möglichkeiten beispielsweise, stell dir vor, du wärest ein Superheld – welche Superfähigkeit würdest du haben und warum? Was würdest du damit tun?
Ist doch ein ganz nettes Gedankenspiel 🙂

Wenn wir uns die alten Märchen in Erinnerung rufen, so steckt in ihnen meist ein Kern einer Lektion oder die Möglichkeit sich „zu entwickeln“ oder zu erkennen, was ohnehin schon da ist und mit etwas Glück etwas Besseres zu erreichen. Die meisten Superhelden hingegen kommen im Schnitt durch Zufall an ihre Fähigkeiten und wissen meist auch ganz schnell, wie sie damit umzugehen haben.

Vielleicht brauchen wir derzeit Figuren wie Wolverine oder Flash.

Doch was ist mit den alten Märchen wie „der Teufel mit den 3 goldenen Haaren“ oder „Frau Holle“?

Nehmen wir einfach einmal die typischen, geschenkten Fähigkeiten:
Schnelligkeit – unter Missachtung der physikalischen Gesetze
Unsichtbarkeit – betrifft es auch die Kleidung oder „nur die Figur selbst“?
Superkraft – wo ist der Hebelpunkt? Denn auch die stärkste Figur braucht logischerweise einen Ansatzpunkt – was ist, wenn dieser fehlt?
Und was es nicht alles mehr gibt …

In den Märchen hast du beispielsweise häufig eine unsichtbare Welt neben der unseren, es ist das Eingreifen von höheren Mächten oder das Auftreten einer bestimmten Aufgabe, die zu lösen ist.

Gehen wir zurück in der Geschichte, kommen wir wiederum zu „Superhelden der Antike“ wie Herkules, der im Grunde beides vereint, indem er seine Gabe seiner Herkunft (seinem Vater) verdankt, aber auch Aufgaben bekommt, diese zu lösen.

Sowohl Märchen als auch Superhelden haben sicher beiderseits ihre Daseinsberechtigung, wobei es auch mal Spaß macht, die Unterschiede zwischen beiden Bereichen zu durchleuchten.

Gedankenspiele

Wäre es nicht einmal ein interessantes Gedankenexperiment eine Superheldenfigur in eine Märchenwelt zu versetzen oder einer Märchenfigur Superheldenfähigkeiten zu verpassen?

Welche Superheldenfigur würdest du nehmen und wohin versetzt du sie?

Beherrschst du die „Macht“ des Small-Talk?

Können wir kommunzieren ohne zu kommunzieren?

Definitiv NEIN!
Allein wenn wir „nur“ dastehen und uns bewegen, ist es auch eine Art von Kommunikation.

Wir sind soziale Wesen, genauso wie Tiere. Selbst bei Ameisen haben sie ausgetestet, wie Alleinsein sich auf sie auswirkt. Für viele ist es eine Katastrophe weniger Kontakte zu haben als früher, immerhin leben wir in „interessanten Zeiten“. Dann wiederum ist die Kehrseite bei jenen, die es befreiend empfinden, sich nicht im sozialen Small-Talk-Thema messen zu müssen und einfach ihrem Job nachgehen können. Wie jede Münze hat auch diese Zeit also zwei verschiedene Seiten (und sicher noch mehr).

Doch egal, wie wir sonst ticken, wir sind nach wie vor soziale Wesen und schätzen den Gedankenaustausch.

Beherrschst du „Small-Talk“?

Vielleicht sollte ich das bei einem Bewerbungsgespräch mal einfließen lassen, denn es ist eine meiner Schwächen. Ich bin kein Meister darin und tue mir schwer damit, einfach nur reden um des Redens willen. Wie geht es dir damit?

Mir bleibt ein Gespräch in Erinnerung, das ich erst kürzlich führte. Es ging dabei (nanona) um das Thema Impfungen und dann die direkte Frage an mich: „Du hast doch auch eine Meinung dazu – oder etwa nicht?“

Habe ich diese denn? Ja, ich bin informiert über die akutelle Situation und die Vor- und Nachteile diverser Impfstoffe, kenne die Verschwörungstheorien und vieles mehr – und halte mich bei solchen Themen lieber raus. Allzu leicht gerät es sonst in einen Streit, der in übler Laune für alle endet. Aber ist so ein Thema eigentlich noch Small-Talk?

Bei verschiedenen Themen sehe ich dann Parallelen zur Vergangenheit. Sei es, jemand sagt, „die Politiker gehören doch aufgehängt“ (dabei fällt mir die französische Revolution ein, die einen „haitianischen Napoleon“ zur Welt brachte, den Sklavenaufstand auslöste und schlussendlich damit Lincoln zu seinen Reden inspirierte und in Amerika wiederum einen weiteren Auslöser im Bürgerkrieg veranlasste) oder es fällt die Rede „wo bleiben die ganzen Impfstoffe“ (was bei mir wiederum die Geschichte der ersten Pockenimpfung in Erinnerung bringt, als Impfungen noch getestet wurden, weil keiner eine Ahnung hatte, ob das wirklich funktionieren könnte und wie die österr. Herrscher sie damals erzwangen).

Ticke ich wirklich so anders?

DAS ist mein Dilemma beim klassischen Small-Talk. Mir fallen so viele historische Anekdoten auch zum Thema Politik ein, aber den einfachen Small-Talk, damit hab ich so meine Problemchens. Mein Mann meinte dazu: „Wenn andere von Äpfeln reden, erzählst du von Birnen …“

Apropos Anekdote zum Thema Politik:
Die meisten Politiker ziehen Hunde als Haustiere vor. Katzenmenschen unter Politikern sind eher selten. Clinton glaube ich, mich erinnern zu können, hatte ja seinen „Mr. Socks“. Aber ansonsten? Fällt dir noch einer ein?
Da war noch einer: Lenin
Aber warum? Er hatte in seiner Zeit in Wien nämlich festgestellt, dass Hausbesorger mit Hunden ihren Mietern gerne nachspionierten, hatten sie Katzen, war es ihnen egal, was der Mieter tat. Darum zog Lenin im Endeffekt Katzen vor 😉

Da Politik ein heikles Thema ist:
ich bin parteilos 😉 – ich mag nur einfach solche Anekdoten 🙂

Wie geht es dir mit Small-Talk? Bist du Meister darin oder tust du dir auch schwer damit? Hast du einen Tip für jemanden wie mich, um sich aus solchen Situationen besser rauszuwinden?

Fehlt dir die zündende Idee?

Was sind Geschichten anderes mehr als Träume oder gelebte Leben?

Ganz am Anfang meines Blogs schrieb ich mal, warum ich zu schreiben begonnen habe. Den Beitrag kannst du hier finden.
https://myskaldkonur.com/2018/11/16/wie-kommt-jemand-eigentlich-zum-schreiben-und-glaubt-dann-noch/

Das Foto ist zwar von vor einigen Tagen (jaaaa, es grünt inzwischen 🙂 ) – aber es zeigt gut ein mitunter vorhandenes Dilemma. Manchmal stehen wir da und warten einfach auf eine zündende Idee. Es kann eine Schreibblockade sein oder schlichtweg einfach, dass wir noch nicht so recht wissen, wohin wir gehen wollen.

Vor kurzem entdeckte ich ein Bild, ähnlich einem Scherenschnitt, der mich auf eine Idee brachte, eine Geschichte zu schreiben, die märchenhaft sein soll, dem Wikingerthema nahe und einen Touch meines letzten Romans einbinden könnte. Also – liebe Leute – zu meinen ganzen anderen Projekten kommt jetzt wohl noch ein erster „Liebesroman“ dazu … 😉 … keine Ahnung wie lange das wieder dauern wird.

Hier war meine zündende Idee für eine Geschichte, und ich glaube, du weißt inzwischen, ich bleibe an meinen Projekten dran 🙂 Genauso wie am Interviewbuch (wenn du noch dazu stoßen möchtest – melde dich dafür – noch ist Platz 🙂 )

Wenn wir uns nun umsehen und merken, manchmal brauchen wir etwas Input, so stehen wir häufig da, starren vielleicht in die Luft und verzehren uns nach einer Idee – die sich genauso gut versteckt wie die Liebe, wenn wir sie verzweifelt suchen. Darum ist es eine ganz gute Idee, solche zündenden Ideen (wenn wir sie denn haben) aufzunotieren.
Woran ich arbeite, bzw. was auf meiner Liste steht, das findest du übrigens hier:
https://myskaldkonur.com/aktuelle-projekte/

Manchmal ist es wichtig einfach den Blickwinkel zu verändern, so sehen wir vielleicht nicht das Hoppelhäschen, das sich im hohen Gras verbirgt, oder die Taube, die zwischen den Ästen hockt, wir sehen nur den Baum oder das Gras.

Verändern wir den Blickwinkel, sehen wir, was wir vorher nicht sahen.

Vielleicht spielt es anfangs nicht so sehr eine Rolle WIE wir zum Schreiben kommen, als vielmehr, dass wir es einfach angehen. Wenn du noch nicht schreibst aber drüber nachdenkst, dann tu es einfach. Es muss doch gar kein Meisterwerk sein, lass die Worte fließen.

Wenn du schon schreibst, wie hat es bei dir begonnen und woher nimmst du deine zündende Idee für das jeweilige Projekt?

Wie lange ist es her …? Mortimers erste Meldung …

Blickst du zurück zu den Anfängen eines Projektes – wunderst du dich über die Wurzeln?

Es war keine einfache Zeit, als unser alter Kater von uns ging. Verlässt uns ein Gefährte, sei er/sie Mensch oder Tier, bleibt stets eine Lücke. Es bleiben Erinnerungen und gute Wünsche. Die Trauer um ein geliebtes Wesen ist notwendig, wir verarbeiten und finden Trost in einem neuen Wesen an unserer Seite. Dieses neue Wesen kann das vorherige nicht ersetzen, aber es kann auf seine/ihre Weise das Herz zum Lachen bringen.

Kleines Kätzchen folgst du mir?

Als Lexx ging, unser alter, stolzer Kater, suchten wir nach einem neuen Kätzchen, dem wir ein schönes Heim geben konnten. Das kleine Kätzen, das wir bekamen ist längst ein stolzer Stubentiger geworden, mit einem Herz aus Gold und dem Wunsch die Wohnung möglichst nicht zu verlassen.

Damals entstanden die ersten Gedanken zu Mortimer, dem Katzentod, Begleiter von einem Leben ins nächste. Die ersten Worte, die er damals zu mir sprach, du findest sie hier:
„Kleines Kätzchen folgst du mir?“

Mortimer ist ein wundervoller Charakter, liebevoll und sanft zu den Geschöpfen, die er begleitet. Manchmal ist er etwas harscher, doch stets im Sinne des Wesens, das er begleitet.

Ob dies nun ein alter Kater am Ende seines Lebens ist oder ein junges Kätzchen, das stirbt, weil die Mutter nicht mehr lebt – er begleitet die Seelen und schenkt ihren Herzen Frieden.

Wenn ich mich zurückerinnere, so bin ich dankbar für die Unterstützung, die ich damals hatte, um die Geschichte zu schreiben. Mortimer selbst sehe ich jetzt noch vor mir, wie er in seinem olivfarbenen Sweater sitzt, auf der Flöte spielt und dabei lächelt. Sein Humor ist es, der mich zu Lächeln bringt.

Erst nachher fiel auf, ich hatte nirgendwo die Haarfarbe beschrieben, aber dafür diese haselnussbraunen Augen, die einen verfolgen, beschützend betrachten und in denen der Funke von Sanftmut steckt.

Inzwischen bin ich der Meinung, er wollte das vielleicht nur einfach nicht, dabei seh ich die dunklen Haare so gut vor mir, leicht gelockt und bis zu den Schultern herab, mit einem Band gebunden und würdest du sie berühren, sie fühlten sich wie Engelshaar an. Aber wer weiß, vielleicht siehst du ihn als blond an oder er hat rote Haare für dich.

Wenn du über eine Figur schreibst – wie genau beschreibst du ihn/sie/es?

Für mich ist Mortimer ein wundervoller Charakter geworden, den ich sehr mag – und Maze, nunja, die Kleine ist ein ganz eigenes Geschöpf für sich, „spricht“ mit uns, gurrt uns an und kuschelt gerne mit uns, da ist sie glücklich. Nur raus mag sie noch nicht so richtig – aber das wird auch noch werden 🙂

Erzähl doch mal, wie geht es dir denn, wenn du über die Anfänge eines Projektes stolperst, das du abgeschlossen hast?

Buchmagie – wem vertraust du bei Empfehlungen?

Wir können nicht alles gelesen haben – wonach orientierst du dich?

Ein neues Buch muss her. Unbedingt. Sofort. Hach, die Bücherregale sind durchgelesen – ich brauche wieder mal „Buchmagie“. Ich hab zwar einige offene Bücherkästen und im Regelfall auch etliche ungelesene Bücher in der Nähe, aber an und an braucht es einfach neue Lektüre.

Nehmen wir doch einmal an, Bücher könnten „leben“, selbst agieren und müssten mitunter angekettet werden, um keinen Schaden anzurichten. Du kennst diese Szenen ganz bestimmt aus Geschichten und Filmen. Bist du auf der Suche nach Fachliteratur zu Themen, wo es wenig gibt, bist du ohnehin drauf angewiesen zu nehmen, was da ist.
Ansonsten kannst du natürlich nach den Kritiken bei Amazon gehen (tun wir das eigentlich wirklich?), du kannst nach Buchkritikern und Buchrezensenten gehen oder du kannst einfach auf gut Glück gehen. Vielleicht hast du auch den ein oder anderen Buchhändler an der Hand, der für dich bestellt und dessen Empfehlungen du vertraust.

Buchmagie ist ein Teil, warum wir Bücher überhaupt in die Hand nehmen und die Inhalte lesen. Es ist der Teil in uns, der uns vorantreibt und Lust auf mehr macht.

Was verstehst du darunter?

Ich überlege recht gut, wo ich einen Kommentar hinterlasse, überfliege häufig Beiträge und lese sie auch genauer, wenn mich der Kern interessiert. Dann hinterlasse ich schon auch mal einen Beitrag und schlage mitunter auch Bücher vor, die ich selber mag oder die dazu passen.

Wir haben in der Bloggersphäre so viele Rezensenten, die eine Unmenge an Literatur kommentieren, manche sind in ihren ganz eigenen Genres, die anderen wiederum kommentieren, was ihnen gerade zwischen die Finger kommt. Heute hätte ich von dir gerne einfach ein paar Gedanken.

Erzähl doch mal, welche/r Buchblogger ist deiner Meinung nach ein guter Rezensent? Wer in all der Bloggesphäre schafft es, dir ein Buch so zu empfehlen, dass du zugreifst und weißt, du WILLST es wirklich lesen?

Wenn wir Scheiberlinge Texte verfassen, so tun wir dies aus verschiedenen Gründen heraus. Um zu unterhalten ist nur einer der Punkte. Ich rezensiere recht wenige Bücher, weil es einfach nicht mein Hauptblogthema ist, vielleicht hab ich hier auch etwas Nachholbedarf 😉

Wenn Bücher rezensiert werden, so geschieht dies ebenso aus verschiedenen Gründen heraus. Wenn du zu denen gehörst, die rezensieren, erzähl doch mal ein wenig von dir … warum tust du das? Wie schaffst du es, die Buchmagie zu übermitteln?

Erzähl doch mal 🙂
Die ganze Welt ist Bühne 🙂

Vertraust du mir?

Vertrauen ist ein schnödes Wort – vergänglich und doch …. vertraust du mir?

Carry, meine süße Mieze, hat es perfektioniert auf unserer Schulter zu stehen und zu „reiten“, wenn wir gehen. Sie vertraut uns so weit, dass wir sie oben sitzen lassen – und seien wir mal ehrlich – es ist doch wirklich herzallerliebst 🙂

Vor einigen Jahren stellte mir eine mir sehr wichtige Person die Frage „vertraust du mir?“ Es ist oft so, dass wir nicht wissen, ob wir einer Person wirklich vertrauen können. Wenn diese Person dann sagt – spring, ich fang dich – würden wir es wirklich tun oder hätten wir nicht doch Schiss?

Ja, ich hatte das Vertrauen und es nicht bereut – ganz im Gegenteil. Manchmal müssen wir einfach vertrauen, um zu wachsen, brauchen Vertrauen, um zu erstarken, und vor allem, ist permanentes Misstrauen auch für das eigene Ego nicht sonderlich gut.

Hast du jemanden, dem/der du blind vertrauen würdest?

Im Grunde ist echtes, ehrliches Vertrauen sehr schwer zu erlangen und es sind nur ganz wenige Personen im Leben, die es auch zurecht erhalten sollten. Wie oft lesen wir von Verletzungen und Ausgenutzt-werden? Es fällt oft so schwer zu vertrauen, weil wir so viel Gegenteiliges lesen und erfahren.

Auf der anderen Seite der Münze braucht es wiederum den Aspekt, Hilfe annehmen zu können und dies auch zu wollen.

Somit haben wir bei der Frage „Vertraust du mir?“ zwei Seiten einer Medaille.
Zum einen das Vertrauen desjenigen, der Hilfe anbietet und zum anderen desjenigen, der Hilfe annimmt.

Frag dich selbst einmal, gibt es eine Person in deinem Umfeld, der du blind vertrauen würdest? Wenn diese Person dir sagt – spring, ich fange dich – hättest du dieses Vertrauen?

Als mich diese Person das fragte, zögerte ich nicht mit meiner Antwort, denn ich weiß, dass ich dieser Person wirklich blind vertrauen kann. Allein das Wissen darum ist ein Geschenk, das ich in meinem Herzen trage und wo ich genau weiß, dass es etwas ganz Besonderes ist. Jemanden im Umfeld zu haben, der einfach da ist, wenn er/sie wirklich gebraucht wird, ist keineswegs selbstverständlich. Und ich wünsche dir aus ganzem Herzen, dass du ebenfalls eine solche Person in deinem Umfeld hast.

Vertraust du mir?

Gehen wir nun zurück zum Kern der Sache und stellen wir einer fiktiven Figur diese Frage, in einer dunklen Zeit und Ära, in einem Umfeld, wo Vertrauen mitunter sogar lebensgefährlich ist/war, wie viel heikler ist es dort die Frage zu stellen, als heute?
Hätte diese Figur das Vertrauen? Hättest du es, wenn du anstelle dieser Figur wärest?

„Don’t make me think“ – je einfacher umso besser?

Nachdenken? Muss das sein? Echt jetzt? Ich will mich doch nur unterhalten lassen …

Liest du lieber um dich abzulenken und unterhalten zu lassen oder ziehst du eher vor, selber nachzudenken?
Beide Arten von Lektüren haben ihre Daseinsberechtigung, wenngleich wir als Lesende auch mitunter zwischen beiden schwanken, haben wir doch eine gewisse Grundtendenz, wohin es uns zieht.

„Don’t make me think“

Hast du dir jemals die Filme der Nachkriegszeit angesehen? Meistens waren es Heimatfilme mit einer netten, wenn auch häufig seichten Geschichte, die einfach nur die Zeit vergessen ließ. Nachdenken war hier nicht so willkommen, da die Zeit damals auch nicht unbedingt einfach war und die Zuseher einfach aus der rauen Wirklichkeit entfliehen wollten.

Wenn wir einen Unterhaltungsroman hernehmen, so wird dort auch seltener der Wunsch nach nachdenken mitschwingen. Schwerer Literatur, wie alte Klassiker oder Bücher wie „der Wolkenatlas“ hingegen, die erfordern mehr Aufmerksamkeit – mehr „Make me think!“

Ich gehöre eher in die zweite Kategorie, mag aber auch manchmal seichte Literatur, hach – kannst du dich an die Groschenhefte erinnern, mit ihren meist 64 Seiten? Reihen wie „Professor Zamorra“ oder „John Sinclair“, das waren die seichten Geschichten, die ich gerne las.

Die moderne Technologie hat längst ein interessantes Phänomen hervorgebracht, das immer häufiger diskutiert wird – zusammenhängendes Lesen. Wir sind längst daran gewöhnt, kurze Informationshappen zu erhalten, die wir dann aufnehmen. Das „Don’t make me think“ unterstreicht es einfach nur.

Wie ich lese, so schreibe ich auch 🙂
Tun das nicht die meisten Schreiberlinge, indem sie eher jene Genre vorziehen beim Schreiben, die sie selber gerne lesen? Versuchen wir uns wirklich an seichter Literatur, wenn wir sonst eher die komplexen Texte lesen?

Übrigens ist es ein guter Abgleich zum Gestalten von Blogs und Homepages.
„Don’t make me think“ meint nämlich vor allem eines – bau Blog und Homepage möglichst so auf, dass die Lesenden ohne groß nachzudenken verstehen, was du sagen willst. Viele Beiträge werden überflogen und häufig bleiben die Besucher nicht sonderlich lange. Aber das ist auch ok so – denn nur, was uns fasziniert oder interessiert, dort verweilen wir wirklich länger.

Menschen neigen tendenziell eher dazu, aus dem Bauch heraus zu entscheiden und nicht unbedingt groß nachzudenken.

Wohin tendierst du?

Wir können nicht alle Welt-Best-Sellertexte verfassen, aber wir können alle unser Bestes geben und unterhalten, oder zum Nachdenken anregen. Wohin tendierst du?

Karma is a bitch – stimmt das wirklich?

Karma is a bitch … oder bekommen wir nur, was wir verdienen?

In nahezu jeder Glaubensrichtung und jeder Mythologie findest du in der ein oder anderen Weise die Thematik der Wiedergeburt – was meist damit zusammenhängt, was du in diesem Leben auch tust – die Rechnung bekommst du im nächsten Leben präsentiert.

Manchmal geschieht dies in Form einer Waagschale, wie Anubis sie nutzte in anderer Weise sind es Energien oder einfach deine Taten, die die Wege leiten.

Im Film „Wolkenatlas“ gibt es dazu ein wundervolles Zitat:
Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden, in Vergangenheit und Gegenwart. Und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.
Was wiederum bedeutet, wir sind nicht nur für uns verantwortlich, sondern auch für die Leben, die wir mit beeinflussen.

Vielleicht kennst du die Serie „My Name is Earl“, wenn nicht, schau mal rein, denn die ganze Serie behandelt das Thema Karma. Earl selber erkannte eines Tages, welchen Mist er baute und schrieb eine Liste jener schlechter Taten, die er korrigieren wollte, und er zieht sein Vorhaben durch. Das Karma „unterstützt“ ihn dabei, indem es ihn immer wieder auf den Pfad zurückbringt.

Ob du nun an Karma und Wiedergeburt glaubst, spielt hier eigentlich keine Rolle. Vielmehr der Gedanke, wie eine Tat sich auf alles auswirken kann und inwieweit darin ein gewisser Lerneffekt steckt. Wie wir, sind nämlich auch all die Figuren auf dem Lebensweg, um zu lernen, doch was wollen sie wirklich erlernen und wie könnte das Karma hier dreinpfuschen?

Wenn wir sagen „Karma is a bitch“, so kommt die Rechnung für etwas gern binnen kurzer Zeit. Du tust etwas und erhältst dafür die Rechnung.

Manchmal klammern wir uns zu viel und zu sehr an etwas, das wir beständig tun, weil Angst vorherrscht, das Nachfolgende könnte noch schlimmer werden.

Als ich in vom Land in die Großstadt zog, änderte sich für mich mein Leben schlagartig und erst jetzt begreife ich, dass ich die Verbindung zum Ländlichen damit praktisch aufgab – die Rechnung dafür folgte in emotionalem Stress und vielfach Überforderung. Auch das ist eine Art von „Karma-Rechnung“. Unser inneres Ich ist wie ein Kompass, der uns leitet, nur hören wir manchmal nicht zu oder ignorieren ganz gerne, was uns dieser Kompass sagt.

Ich brauchte zwei ganz besondere Seelen, die mir immer wieder halfen, um zu erkennen und zu begreifen, die mir immer wieder die Hand reichten – und ich ergriff sie.
Eine dieser Seelen war und ist meine Muse, würde er mir sagen – spring, ich fange dich – würde ich es tun, denn bei ihm weiß ich, dass er mich auffängt.

Karma is a bitch
ABER ist Karma nicht noch viel mehr?

Meine Muse brachte mich immer wieder dazu, aufzustehen, wenn ich fiel, reichte mir die Hand, wenn ich stolperte, und hielt mich, wenn ich vor Verzweiflung nicht mehr weiterwusste.

Das Karma bringt uns dazu nachzudenken, ABER es gibt uns auch die Mittel zur Lösung in die Hand, wenn wir zulassen, dass wir Hilfe annehmen.

Welche Hilfe gibst du?

Wenn du einer Figur Knüppel zwischen die Beine wirfst – denn DU bist das Karma deiner Figur – dann ist es sinnvoll, dem Charakter auch eine helfende Hand zu reichen. Welche Hilfe bietest du der Figur und würde er/sie/es die Hilfe auch annehmen?