Würdest du dich in die Tiefe wagen?

Träume sind – so sagen viele – der Schlüssel zum eigenen Unterbewußtsein.

Viele Traumbilder wie beispielsweise Drachen oder die Angst vor dem Fallen, sind auf eine Art kollektives Unterbewußtsein zurückzuführen – also Dinge, die so gut wie alle Menschen gleich oder zumindest ähnlich Wahrnehmen und häufig von früheren Generationen und deren Erfahrungen geprägt wurden.

Wenn du „die unendliche Geschichte“ gelesen hast, so erinnerst du dich vielleicht an die Szene, in der in einem Höhlensystem Bilder (viele Bilder) lagen und die doch viel mehr als „nur“ Bilder waren. Träume, Wünsche oder was sonst – kleiner Tipp, das Buch noch einmal hervorholen und lesen 🙂

Das Foto oben ist eine halbe Walnussschale, die ich letztens im Wald gefunden habe … sie wirkt wie ein Herz, aber könnte auch der Eingang zu (d)einem Unterbewußtsein sein. Nehmen wir einmal an, du würdest in deinen eigenen geistigen Untergrund gehen, sei es durch einen Höhleneingang, sei es durch die Wurzeln eines Baumes hindurch oder vielleicht tief hinabgetaucht in einer Variante des Mariannengrabens. Vielleicht findest du deinen Zugang aber auch ganz wo anders, denn das, was sich darin verbirgt, will sich schützen und verstecken.

Findest du den Zugang, findest du viele andere Sachen, die du vorerst gar nicht kanntest oder längst vergessen hast – deine Ängste, die sich verbergen, Träume die du einst hattest oder Erinnerungen, die dir noch immer Angst machen. Sieh dich um und betrachte alles ganz genau. Stell dir vor, du trägst ein Licht bei dir, in deinem Herzen oder deiner Hand und siehst genau hin – was findest du?
Entdeckst du Bilder und Gemälde? Vielleicht gar etwas wie eingefrorene Zeit, wie die Timelord ihre Kunst darstellten? Oder sind es eher kleine Gestalten, die sich zurück ins Dunkel flüchten?

Was du in diesem Zufluchtsort findest, ist etwas, das aus – welchem Grund auch immer – verborgen ist bzw. bleiben wollte. Jeder – wirklich jeder – hat so einen Ort, doch wie vollgeräumt oder leer dieser Flecken im ich ist, das ist ein ganz anderes Thema.

Wie glaubst du, könntest du diesen Flecken für das Schreiben nutzen? Würdest du eine Figur dorthin versetzen in einem Moment der Furcht oder findet deine Figur das Fleckchen von selbst? Was lässt sich für den Charakter daraus ziehen?
Und die wichtigste Frage dazu – womit konfrontierst du den Charakter?

Ich will so bleiben … öhm … das Leben ist nicht statisch – oder doch?

Ich will so bleiben, wie ich bin … (Du kennst vielleicht noch den Werbeslogan mit „du darfst“ im Anschluss?)

Das Leben ist nicht statisch und wird es niemals sein – aber es ist statisch immer an die jeweilige Lebensspanne angepasst. So wird eine Ein-Tagesfliege sicher die Dinge anders wahrnehmen als ein ganzer Berg ;-), der Jahrhunderte braucht um sich zu wandeln und es vielleicht auch „bewußt“ wahrzunehmen“.
Vielleicht erinnerst du dich an „die uralte Morla“ der „unendlichen Geschichte“ 😉 oder an die Q aus Star Trek … und weitere Beispiele gäbe es ja genug.

Gestern Abend durften wir zwei Neuzugänge in unserer Familie begrüßen – Lara, die Schildpatt und Loki den roten Kater (juhu, mein Holder ist nicht mehr der einzige Mann im „Rudel“ … G)
Wir hatten wirklich Glück, die beiden sind verspielt, aufgeweckt und das Zusammentreffen mit Carry und Maze lief auch besser ab, als erwartet. Carry meint natürlich, sie muss knurren, aber Maze zeigt Interesse und das bereits nach wenigen Augenblicken. Tjo, somit haben die beiden Kleinen eine Katzenmama in Kürze … immerhin dackelt sie wie eine Glucke bereits den Kleinen hinterher und passt sehr gut auf …

Ich will so bleiben, wie ich bin …
Auch Familienzuwachs verändert das Leben, wie es bis zu dem Moment gelebt wurde, was nicht nur auf Kinder bezogen ist, sondern jedwedes Wesen, das in das persönliche Umfeld aufgenommen wird. Leben bedeutet Veränderung, bedeutet Entwicklung – wir leben nicht aneinander vorbei, sondern werden von unserem Umfeld natürlich auch beeinflusst (im Guten wie im Schlechten).

So wie wir sind, so reagiert natürlich auch das Umfeld. Heißen wir neues Leben willkommen, so wird es üblicherweise auch entsprechend reagieren, indem es sich zu entfalten beginnt.

Wenn wir schreiben, so erzählen wir von Veränderungen im Leben einer Figur. Es gibt so viele Geschichten, die mit einem Tierbaby anfangen und dessen Erwachsenwerden begleiten. Wenn du das noch nicht kennst – lies mal „Solos Reise“, die Geschichte ist zuckersüß und auch irgendwie traurig, aber wunderschön zu lesen.

Kurz und gut – du wirst Lara und Loki auf meinem Blog sicher ab und zu wiederfinden, genau wie Carry und Maze 😉 Wir wissen noch nicht wohin die gemeinsame Reise gehen wird – aber das weiß keiner, wenn neues Leben in das eigene tritt, und die beiden Kleinen sind überaus erwünscht.

Wenn du eine Tiergeschichte schreiben würdest, in der du von einem Tierkind erzählst und es dann auf dieser Reise begleitest – was würdest du wählen und wovon würdest du erzählen?
Erinner dich an die Tierdokumentationen, die es früher gab – in der u.a. von Bärenbabies erzählt wurde, aktuell gibt es im Streaming eine Dokureihe über Tierbabies wie Elefanten oder Löwen.

Welches Tier wäre deine Wahl und was würdest du erzählen?

Wie lassen sich Emotionen heranziehen? – Enttäuschung!

Kennst du das Dilemma mit den Emotionen?

Wir können nicht mit ihnen aber auch nicht ohne sie. Einerseits sind sie wichtig zur Entwicklung, andererseits sind sie schmerzhaft und tun weh. Ob das Liebe, Wut, Hass, Enttäuschung oder anderes ist – wir brauchen sie aber um uns zu entwickeln. Egal, wie schmerzhaft das auch sein mag.

Eine Emotion, ein Empfinden, das wir alle kennen, ist Enttäuschung.

In den Geschichten, die wir lesen und die wir selber schreiben, geraten die Charaktere so oft in bittere Enttäuschungen und das daraus resultierende ist häufig eine Entwicklung, wie die Figur sich in Zukunft verändern mag.

Es gibt so viele Gründe, warum wir scheitern können, sei es, mangelnde Vorbereitung, sei es die Dinge passen aktuell nicht oder schlichtweg, es ist nicht das, was wir für unsere tatsächliche Entwicklung benötigen. Tritt Erwünschtes oder Erhofftes nicht ein, sind wir dann auch enttäuscht – und das ist bitter.

Natürlich gibt es häufig viel stärkere Probleme, die die Menschheit betrifft, ABER im Grunde ist eine Enttäuschung, die eine bestimmte Figur betreffen, schwerwiegender für diese, als wenn beispielsweise in einem anderen Land ein Sack mit Reis umfällt und dort zu vermodern beginnt. Es ist meist unser eigenes, kleines Reich, wo wir Träume und vielleicht Wünsche hegen – ABER auch Ziele verfolgen. Wenn wir diese akut nicht erreichen oder erlangen können, so ist mitunter Enttäuschung da – und wir wissen vielleicht vorerst auch gar nicht damit umzugehen.
Was daraus folgt, sind häufig Trauer über den Verlust und vielleicht auch Wut oder sonstiges.

Enttäuschung birgt doch das Wort „Täuschung“ in sich, eine Art Täuschung an uns selbst, wenn wir uns ein gewisses Bild oder eine bestimmte Erwartung ausmalen. Die Enttäuschung enttarnt vielleicht diese Annahme und zeigt uns die Wahrheit. So mag es dann aber auch eine Art Ausgleich geben, wo wir etwas erhalten, das wir so nicht erwartet haben. ABER es ist eben nicht das, was uns diesbezüglich vorschwebte.

Enttäuschungen können zu interessanten Geschichten führen:
verschmähte Liebe – zu Rache
Abgelehnte Bewerbung – Frustration
Falsches Geschenk – Trauer

… und vieles mehr, du kannst das natürlich auch vermischen.

Wenn wir Emotionen als eine Art „Motor“ heranziehen um eine Geschichte zu schreiben, etwas, wo wir die Geschichte aufzubauen gedenken, so ist Enttäuschung eine recht interessante Sache. Geschichten um Liebe, Lust und Begehren gibt es viele – eine der bekanntesten ist wohl die von Romeo und Julia. Rache – auch solche Romane finden sich zuhauf … Enttäuschungen resultieren wohl in alledem oder fördern diese Entwicklungen ..

Die eigentliche Frage ist, wie die Figur damit umgeht und was schlussendlich daraus werden wird. Eine enttäuschte Figur kann beispielsweise diesen Aspekt überwinden, daraus lernen und erkennen, wie sie die Dinge besser angehen könnte, oder sie stolpert und fällt von der Enttäuschung in Rachegelüste hinein.

Im Grunde steckt hinter einer Enttäuschung vielleicht auch der ein oder andere Funke dessen, was eine Figur wirklich erreichen will oder was es als Ziel sich selbst gesetzt hat. Schauen wir hinter diesen Aspekt, so könnten wir doch – bei genauer Betrachtung – vielleicht einen kleinen Silberfaden entdecken, der uns sagt, was das eigentliche Ziel dieser Figur sein könnte.

Wie würdest du die Emotion der Enttäuschung nutzen, um eine interessante Story zu erschaffen?

Bist du da?

Meine Carry ist eine ganz besondere Mieze – sie liebt das Abenteuer. (und das kann manchmal recht anstrengend sein).

Wenn du genau hinsiehst, sie trägt ein Katzengeschirr mit Leine und ein Insektenschutzhalsband, dafür darf sie aber auch etwas in den Bäumen klettern und die Natur genießen (soweit es eben möglich ist) – achja, und sie liebt es auf der Schulter zu reiten.

Das rechte Foto entstand, als sie heute auf einem Baum herumturnte – was sie in ihrer Freude aber gerne dabei vergaß, war, dass ich immer unter ihr stand und sie im Notfall mit den Händen erreichen hätte können. Mehrmals ist sie wackelig oben gestanden und einzelne Male ausgerutscht – und ich habe ihr meine Hand so hingehalten, dass sie darauf balancieren konnte, bis sie sich wieder hochgezogen hatte.

Jetzt, im Nachhinein betrachtet, begriff ich, was ein mir sehr lieber Freund einst sagte: „Ich war immer da, wenn du Hilfe brauchtest, auch, wenn du es nicht gemerkt hast.“ Im Nachhinein betrachtet, gab es Situationen, die viel schlimmer hätten ausgehen können und ich mich wunderte, warum? War es, weil er einfach in meinem Herzen war oder weil er mir innere Kraft gab? Spielt es denn eine Rolle?

Das Wichtigste an einem wahren Freund ist, dass er/sie da ist, wenn er/sie nicht einmal wahrgenommen wird und doch hilft – ABER einen nicht einschränkt bei der Selbstentfaltung. Manchmal brauchen wir Hilfe und Unterstützung, ohne dass wir es wirklich sehen, solche Freunde sind die wahren Diamanten im Leben … und genau auf diese können und dürfen wir wirklich stolz sein. DAS sind die wahren Schätze, die wir im Leben erlangen können – nicht Geld oder materielle Güter, sondern solche Seelen, die uns helfen uns weiterzuentwickeln, auch, wenn es manchmal schmerzhaft sein mag, bzw. wir uns alleingelassen fühlen (obwohl diese Person da ist, nur wir es nicht wahrnehmen). Manches müssen wir selbst herausfinden – ohne, dass wir eine Anleitung bekommen, denn das Leben gibt uns keine Gebrauchsanleitung mit …

Für diesen Freund, diese ganz besondere Seele, bin ich dankbar, jetzt im Nachhinein betrachtet, begreife ich langsam, dass es auch sehr schwer ist, unten zu stehen, aufzufangen und einfach den anderen mal machen zu lassen, mit all den Fehlern, die diese Person macht, um zu einer Reife zu gelangen und sich zu entwickeln, denn Fehler müssen wir machen um zu lernen. Es ist Dankbarkeit, die ich für ihn und sein Handeln bis heute empfinde, tiefe Dankbarkeit – aber niemals Vorwürfe (auch früher nicht).

Bei meiner Carry merkte ich heute, wie schwer es auch manchmal fallen kann, sie einfach mal zu lassen – und das zeigte mir wiederum, dass dieser Freund vielleicht manchmal ähnlich dachte.

Betrachten wir einen x-beliebigen Pantheon (oder auch die christliche Mythologie), kommt vereinzelt eine Geschichte von einem höheren Wesen, das einen Menschen auch in schweren Zeiten begleitete – und immer da war. Leider sah der Mensch das nicht und machte dem Wesen Vorwürfe, bis ihm die Wahrheit gesagt wurde. Leider kommt nie heraus, was dieses Wesen dabei empfand, denn es tat doch immer sein Bestes, um zu helfen – und genau das finde ich recht schade.

Wenn wir schreiben, Geschichten erzählen, so erzählen wir häufig (manchmal sehr häufig), nur von einer Sicht der Dinge. Natürlich, es ist oft einfacher, leichter, sich nur auf einen Strang zu konzentrieren – ABER es ist spannender, und macht eine Geschichte lebendiger, aus der Sicht mehrerer Figuren zu berichten. Nehmen wir doch einfach mal – weil es sich so anbietet – eine Figur, die von einem Leid zum nächsten wandelt und vermeint, allein gelassen zu sein, dabei jedoch stets das Schlimmste abgefedert bekommt. Diese Figur beschwert sich beständig … wie mag es dabei eigentlich jenem Wesen zu gehen, das hier hilft – und nein, es muss nicht unbedingt ein Schutzengel sein. 😉

Meiner Meinung nach ist die beste Art, jemandem zu helfen, ihn/sie auch mal auf die Schnauze fallen zu lassen, weil die Erfahrung einfach der beste Lehrer ist. Fehler machen wir meist nur selten in Wiederholung, weil sich nur wenige bereitwillig mehrmals die Hand auf der heißen Herdplatte verbrennen oder an der gleichen Stelle x-mal ausrutschen. Wenn du Computerspiele spielst, wirst du vermutlich auch neue Wege suchen, wenn mal eine Taktik nicht so ausgeht, wie du sie angedacht hast. 😉

Ich habe in diesem Freund ein gutes Vorbild und auch dafür bin ich dankbar – ABER ich bin nicht er und so sehe ich seine Art und verbinde sie mit meinem ich, denn jeder „Lehrer“ ist doch auch anders 😉

Wie würde diese Figur des „Unterstützenden“ deiner Meinung nach sein können, um sie als Romanfigur möglichst interessant gestalten zu können?

Was ist deine größte Angst?

Jeder, wirklich jeder, kennt das Empfinden von Angst, ist es doch ein Urempfinden, das alle Lebewesen irgendwie teilen – egal ob Mensch, Tier, Pflanze oder vielleicht ganz andere Geschöpfe.
Angst per se soll das eigene Überleben sichern, so war wohl der Urgedanke der Natur, als sie uns dieses Empfinden mitgab. Sehen wir hinaus, scheint es oft so, als gäbe es nichts anderes mehr als Angst …

Vor einigen Jahren sah ich eine Fotomontage auf der Seite eines amerikanischen Bloggers, die mich bis heute nicht wirklich loslässt, aber ich finde sie einfach nicht mehr.
Links war ein Foto eines jungen Soldaten aus dem 1. Weltkrieg, mit dem Gewehr über der Schulter, davonlaufend – rechts war ein junger Mann mit Kleidung der 70er Jahre und schulterlangem Haar, der sich die ebendieses Haar raufte und wirkte, als wolle er panisch davonlaufen.
Die Schrift dazu:
Einst hatten wir Angst und zogen in den Krieg, um unsere Freiheit zu verteidigen, heute haben wir Angst vor Worten.

Es ist vielfach der Umgang mit der Angst – und vieles davon kann überwunden werden, … manchmal ist es ein Trauma, vielleicht eine Spinne, die wir als Kleinkind gesehen haben, die Angst vor einer Zukunft, die wir uns vorstellen oder etwas ganz anderes. Wir können uns ihr stellen, davonlaufen, verarbeiten oder Lösungen im Umgang damit suchen.

Kürzlich gab es in einem Film eine (wie ich finde) richtig gute Anwort auf die Frage, was ist Ihre größte Angst? – Die Antwort war „ungenutztes Potential“!

So sehen wir die Dinge oft wirklich nicht – ABER es stimmt. Ungenutztes Potential ist etwas, das uns klein bleiben lässt, wo wir nicht wachsen können, wo wir uns selber zum Stubenhocker degradieren und in einer Bubble leben, weil wir Kritik nicht vertragen oder vieles mehr. Die Angst davor, mehr und besser zu werden, lässt unser Potential mitunter ungenutzt vergehen. Ist das nicht sehr schade?

Nehmen wir beim Schreiben also eine Figur, die viel ungenutztes Potential hat, aber Angst vor allem Möglichen, so stellt sich die Frage, wie wir diese Figur dazu nutzen locken können, genau dieses Potential zu nutzen?
Dabei spielt es gar keine Rolle, welche Art von Figur das sein mag.

Nehmen wir als Beispiel meine schwarze Katze Maze – sie hasst es wie die Pest aus der Wohnung zu gehen, weil sie (warum auch immer), einfach nicht will. Klar, es besteht die Möglichkeit, sie nach draußen zu tragen, stattdessen bin ich schon mal froh, wenn sie am Fenster hockt und den Spatzen draußen nachgackert.
Von 0 auf 100 zu zwingen ist bei ihr gar keine gute Idee – sonst hab ich nachher eine Katze mit Trauma zu Hause … nix gut.

Dann wiederum gehe ich in meine Vergangenheit zurück, wo ich einst immenses Bauchweh davor hatte, vor anderen zu sprechen. Als es mir auf die Nerven ging, trat ich bei Redewettbewerben an und errang den 2. Platz … ich konfrontierte mich mit dem, was mir Angst machte – im Nachhinein betrachtet, war es aber auch ein Erforschen von Möglichkeiten meines Potentials.

Zwischen diesen beiden Aspekten gibt es noch sehr viele andere Möglichkeiten. Potential einfach verloren gehen zu lassen ist sehr schade, aber ein schrittweises Herantasten geht fast immer.

Nimmst du dir also eine Figur, die du beschreiben und mit der du Abenteuer erleben willst, so ist eine gute Idee, sie auszuarbeiten mit ihren Ängsten (oder sie erzählt es dir einfach) … und dann das Potential dahinter zu erkunden. Oft glauben Ängste vielleicht, uns auch einfach nur beschützen zu müssen, ABER das ist gar nicht notwendig.

Welches Potential könnte sich beispielsweise hinter diesen Ängsten verbergen?

*) vor anderen zu sprechen
*) Spinnen oder Hunde
*) Erschöpfung, als Furcht wahrgenommen
*) fremde Länder nicht sehen wollen
*) allein zu sterben

Such dir ruhig weitere Ängste aus – was könnte sich hinter all den Ängsten verbergen und wie ließe sich das Potential hervorrufen?

Steckt im „ich kann nicht“ nicht auch „ich darf nicht?“

Manchmal steht jeder von uns vor etwas, das ihm/ihr klar macht … bis hierher und nicht weiter. Vieles davon hat durchaus Sinn, anderes ist individuell und für so manchen gar nicht nachvollziehbar.

Wenn du schon mal in einem Klettergarten warst und vor einer Strecke „verweigert“ hast, so hattest du vielleicht den Eindruck des „ich kann nicht“. Sind wir dann mit Freunden unterwegs, überwindet sich mitunter diese Scheu und du gehst die Strecke dann noch. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, als ich vor einer Strecke stand und erst mal überlegen musste, wie ich diese begehen konnte … oh, es war schon recht lustig 🙂 und ja, ich bin die Strecke gegangen, obwohl ich alleine den Tag dort verbracht hatte.

Im Laufe unseres Lebens hören wir immer wieder „das darfst du nicht!“ – und wundern uns Jahre später, warum wir glauben „das kann ich nicht“!. Manches davon macht schon Sinn, denn würden wir keine Regeln haben, wäre das Zusammenleben mitunter sehr viel schwieriger – ABER andere Aspekte wieder halten uns klein und lassen Möglichkeiten in uns verblühen.

Was ist mit:
ich kann nicht vor anderen reden, kann nicht lernen, kann nicht lesen, kann nichts verstehen, kann nicht erkennen, kann Neues nicht verstehen …
Vielleicht erkennst du ja ein gewisses Muster 😉

Genau das können wir uns auch beim kreativ sein und Schreiben zunutze machen.

Stell dir eine Figur vor, die sich selber nichts zutraut. Ja, solche Geschichten gibt es zur Genüge, aber es wird häufig „nur“ gezeigt, wie sie schlussendlich genau diese Furcht ablegt. Nehmen wir aber einmal an, diese „ich kann nicht“ Gedanken sind Aspekte der eigentlichen Figur selbst und mit der Zeit erst dazu geworden. Was aber, wenn diese Aspekte einmal solo gesetzt werden… was können wir daraus machen? Wie könnte sich dieses „du darfst nicht“, zu einem „jetzt erst recht“ wandeln?

Eine Verwandlung von „du darfst nicht“ zu „ich kann nicht“, kann ja auch eine Art innere Lösung sein und das nicht dürfen akzeptieren zu können ;-), aber oft genug ist es dann nichts anderes als ein Verdrehen des inneren ich und des inneren Kompasses – und genau das könnten wir mit einer Geschichte lösen.

Rowina, eine Schülerin, traut sich nicht vor anderen zu sprechen. Sie wurde immer wieder aufgefordert, zu schweigen, wegen des familiären Umfeldes, aber auch ihre Freunde haben sie immer wieder überschrien. Und so kam sie dann zur Einstellung, sie kann das nicht – denn nur wenn sie schwieg und nichts sagte, wurde sie schlussendlich als „besonders brav“ gelobt. ABER ihr Inneres wollte sprechen und erzählen – und so begann sie zu schreiben, aber nur geheim, denn sie „konnte ja nicht sprechen“…

Was könnte sie nun also tun? Denn ihr inneres ich ist unglücklich. Was meinst du?

Und welche anderen Beispiele fallen dir noch so ein? Denn ALLES was wir als „ich kann das nicht“ empfinden, könnte seine Ursprung genau in solchen „Musterdenken“ haben.

ein kleiner Step vorwärts

Manchmal ist es Zeit einen Schritt weiter zu gehen – darum gibt es ab jetzt meine Wikinger-Ergebnisse auch auf Instagram:
https://www.instagram.com/skaldkonur/

Viele von euch haben hier den Vorteil, sich damit schon länger beschäftig zu haben … 😉
also für Tipps bin ich jederzeit offen …

Der Instagram-Account ist nur für die Wikinger-Thematik reserviert, es soll in Richtung „experimentelle Archäologie“ Ergebnisse und mehr zeigen, aber wirklich einen Plan hab ich noch nicht … mal sehen, was sich so ergeben wird 😉

Kurz und knackig:
Ich will damit zeigen, wie die Wikinger wirklich waren und lebten, vielleicht möchtest du mit mir gemeinsam die damalige Zeit erkunden? Fühle dich eingeladen dazu …

Tragisch Göttliches – sind sie mehr als Spiegelbild für uns?

Kennst du Göttersagen?

Gerade in der Schulzeit, wenn die ägyptischen, griechischen und römischen Götterwelten an der Tagesordnung sind, lernen wir die Tragik so mancher Geschichten kennen. Erinnert es einen nicht an unsere menschliche Existenz?

Im Grunde stellen göttliche Wesen und ihre Pantheone eine Art Spiegel der Menschen dar, sie tragen ihre guten wie schlechten Seiten, sind liebevoll und eifersüchtig, schmieden Ränke und helfen, herrschen und dienen und vieles mehr. Wie vieles finden wir in ihnen, wenn wir genauer hinsehen?

Ab und zu kommen Filme und auch Romane mit den Göttern zu uns, werden im Fernsehen und Kino gezeigt. Ein paar Beispiele sind:

Ägyptische Mythologie:
„Moonknight“
Gods of Egypt
Immortal – New York 2095: Die Rückkehr der Götter

Griechische Mythologie:
Percy Jackson – Diebe im Olymp
Kampf der Titanen
Krieg der Götter

Nordische Mythologie:
Serie „Ragnarök“
Drachenkrieger – Das Geheimnis der Wikinger
Serie „Vikings“

Betrachten wir die Geschichten um Götter, erhalten wir zumindest ein rudimentär passendes Ebenbild jener Zeit, in der sie besonders stark verehrt wurden. Dass der Glaube an sie heute wieder erstarkt – ist eigentlich kein Wunder, denn sie sind mitunter so viel menschlicher als das Göttliche in den Buchreligionen, mit ihren Stärken und Schwächen können wir Menschen uns mitunter viel einfacher identifizieren, als mit dem Rauschebart im Himmel.

(Dass Glauben aber eine ganz persönliche Sache ist, ist ein anderes Thema und hat mit diesem Beitrag nichts zu tun!)

Kennst du dich mit den Mythologien aus?

Nimm als Beispiel Fenris, den Wolf. Gebunden und verbannt hängt seine Befreiung mit Ragnarök zusammen – dem Zeitpunkt, an dem das Jetzt zu vergehen beginnt. Er wuchs auf in gutem Glauben, wurde vielleicht von den Göttern sogar geliebt, bis er größer wurde und die Angst vor ihm wuchs – und darum wurde er gebunden. Dabei hat er nichts falsch gemacht – er ist einfach nur gewachsen. Wenn wir die Medien lesen, wie oft werden Tiere gebunden aus ähnlichen Motiven heraus oder schlichtweg ausgesetzt? So etwas kann das Herz eines Wesens brechen und Dinge hervorbringen, die sonst vielleicht nie geschehen wären. Was tut ein verletztes Wesen?

Dabei ist das nur ein Beispiel an Tragik in den mythologischen Geschichten und Erzählungen. Nach heutigen Maßstäben wären Aspekte wie die Ehe von Isis und Osiris beispielsweise ein absolutes No-Go (Ehe zwischen Geschwistern – in dem Fall Zwillinge). Athena wurde aus dem Haupt von Zeus geboren und Odin opferte ein Auge für Wissen. Manches aus den Mythologien wäre heute wohl eher in Splatter- und Horrorfilmen zu finden. Betrachten wir die Götterwelten näher, so sind sie mitunter sehr weit weg von freundlicher „Kinderkost“, aber genau dadurch werden sie interessant. Sie „leben“ und sind nicht so steril wie das Bild vom Himmel mit den Sphären/Harfenklängen.

Wenn wir die Mythologien so durchsehen, finden wir sehr viele Parallelen, beispielsweise die Nornen oder auch die Götter der Liebe oder des Krieges, nur die Art wie sie dargestellt werden ist häufig sehr unterschiedlich.

Für Geschichten, die wir schreiben, könnten wir im Grunde auch einen Aspekt aus eine x-beliebigen Mythologie nehmen und diesen auf neue Weise nutzen.
Nehmen wir doch einmal die Sache mit Odins Auge. Was wären wir bereit, zu geben, um Weisheit zu erlangen? Alles – wirklich alles – hat seinen Preis, das vergessen wir heute einfach nur sehr leicht. Aber genau diese Suche finden wir in so vielen Abenteuergeschichten wieder.

Welche Mythologie würdest du heranziehen und welchen Aspekt daraus würdest du nehmen? Was würdest du aus diesem einen Aspekt machen? Sei aber vorsichtig, wer weiß, wie die Götter darauf reagieren würden 😉 manche von ihnen kannst du damit zum Lachen bringen, andere könnten rachsüchtig reagieren 😉

Wohin führt der Weg?

Welche Geschichte, die du gelesen oder gesehen hast, hatte das meiste Entwicklungspotential in deinen Augen?

In einem Gutteil aller Geschichten geht es um die Entwicklung von Figuren, wie sie ihre Schwächen abzulegen suchen, etwas erreichen wollen, Stärken finden und vieles mehr. Vergleichen wir die Figuren am Ende mit dem, was sie zu Beginn waren, so stehen wir als Leser oft vor einem echten „Aha-Erlebnis“ oder „Wow-Effekt“. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine lange Serie wie die Geschichte um „Uhtred von Bebbanburg“ in „Last Kingdom“ geht oder etwas, das in vielleicht 50 Seiten abgehandelt werden kann.

Wir alle entwickeln uns in unserem Leben, Erfahrungen führen uns zu einem neuen Ich, wenn wir – du genauso – Entscheidungen treffen, ist es genauso eine Entwicklung, wie wenn wir uns alledem verweigern und vielleicht als Einsiedler in die Natur zurückziehen.
Die wohl besten Schreiberlinge schaffen es, uns mit in diese Welt zu nehmen, mitfiebern lassen und einfach eine Verbundenheit zu fühlen, die die Geschichte lebendig werden lässt. Doch wie schaffen sie das? Die Frage kann dir der jeweilige Schreiberling wohl nur selber beantworten – ABER es ist wohl eine gute Idee, sich zu überlegen, wie du eine Entwicklung in einer Figur vorantreibst.

Es gibt immer mehrere Möglichkeiten von einem Ende der Entwicklung zur nächsten zu gelangen. Eine dieser Punkte besteht darin zu sagen, wo die Figur schlussendlich sein soll. Stellen wir uns doch einen ganz konkreten Endpunkt vor, wie beispielsweise eine Figur, die auf einer einsamen Insel gelandet ist und dort die letzten Tage seines Lebens in Frieden verbringt, oder eine andere Figur, die im Feuer eingeschlossen ist und nicht weiß, wie es weitergehen soll. Eine andere Figur steht vielleicht auf dem Podest und hält eine Goldmedaille für den Sieg in Händen und strahlt vor Glück, die andere wiederum liegt im Sarg unter der Erde und wurde scheintot begraben.
So viele Leben es auch geben mag, jedes Leben hat irgendwo einen Punkt, wo es schlussendlich hinwill oder aus bestimmten Umständen heraus landen soll.

Nehmen wir also einen x-beliebigen Punkt, ein bestimmtes Szenario, wohin diese Figur kommen soll. Wie wäre es in dem Fall mit einer Figur, die einen kleinen, aber bedeutsamen, Wissenfunken finden soll? Dieser eine Funke ruht verborgen in der Erde verborgen, etwas, das die Entwicklung der Menschheitsgeschichte nachhaltig verändern wird (erinnerst du dich an den Stein von Rosette, durch den erstmals Übersetzungen alter Sprachen wirklich möglich waren?).
Diese Figur, soll eines Tages diesen Funken in Händen halten und damit eine Chance, um etwas zu erreichen, das vieles aus der Vergangenheit erklärt.

Doch diese Figur lebt nicht einmal im gleichen Land, es ist eine junge Teenagerin, die im Augenblick die Sorge hat, wie sie einmal ihr Leben finanzieren soll.

Nun stellt sich die Frage, wie sich die Figur entwickeln muss, um schlussendlich an diese besagte Stelle zu gelangen. Sie ist schüchtern, introvertiert und leicht aus der Bahn zu bringen, sie ist neugierig und interessiert.

Wie also kommt die Figur von ihrer Ausgangsbasis zum Fundplatz?
Was muss sie lernen, um zu erkennen, zu verstehen und zu wissen, wieso sie gerade dort graben soll?

Wenn wir als Schreiberlinge eine solche Situation aufbauen können wir ein paar Brocken in die Geschichte einstreuen, die nötig sind, beispielsweise Fixpunkte wie eine Reise oder im Fall der Figur einen Punkt, warum sie überhaupt dorthin fahren soll. Dies kann eine berufliche Reise ebenso sein, wie einfach mal eine Auszeit nehmen. Wenn sie vor Entscheidungen steht, dann ist es sinnvoll, ihr Möglichkeiten zu bieten, die ihr die Wahl leichter machen. Vielleicht hat sie auch ein Trauma erlebt und besondere Fertigkeiten erlernt – wodurch sie erst auf diesen Gedanken kommt.

Wenn wir einer Figur in einer Geschichte eine Entwicklung ermöglichen, so sind Erfahrungen sehr wichtig, Stillstand hilft der Entwicklung nicht. Ob diese gut oder schlecht sind, sei dahingestellt, aus jeder Erfahrung lernen wir und genau dadurch entwickeln wir uns auch. Wenn eine Figur dann meint, sie muss einen eigenen Weg gehen, na umso besser 😉 denn dann hat sie einen guten Grund, auch wenn er vielleicht dem ursprünglichen Gedanken nicht entspricht.

Wenn du als Schreiberling eine Idee hast, wohin die Geschichte gehen soll, dann überleg dir eine Ausgangsposition und verstreue Punkte, die der Figur helfen, sich zu entwickeln. Fixpunkte vielleicht oder Erlebnisse – denn wenn es um das Ziel geht, kannst du so auch ein klein wenig steuern.

Oder nutzt du eher eine Ausgangsposition und lässt dich lieber überraschen, was werden wird?

Wärst du ein guter Mentor?

Was ist für dich ein Mentor?

Im Grunde kann jeder für einen anderen ein Mentor sein, unabhängig von Alter und Rang, Geschlecht oder anderen Aspekten. Vielfach geht es um das Weitergeben von Wissen, Erfahrungswerten und so ganz nebenbei auch ein wenig „Weisheit“ im Umgang mit der Welt.
Gerne wird es als „Mentoring“ im modernen Alltag bei Firmen verwendet, früher hieß es vielleicht „Lehrer“.

In sehr vielen Geschichten tauchen solche Figuren auf, sie sind es häufig, die gute Tipps geben und damit einer anderen Figur – zumeist dem Hauptcharakter – bei der Entwicklung helfen. Wesen in Geschichten aber auch im Realen lernen voneinander … dies mag genausogut die Entenmutter sein, wie auch „Mary Poppins“ oder schlichtweg ein liebevoller Nachbar, der stets mit Rat und Tat zur Seite stehen mag oder jemand ganz anderer.

Üblicherweise besteht das Dasein aus Phasen wie „Leben bekommen“, lernen, weitergeben und dann von der aktuellen Existenz gehen. Dabei spielt es keine Rolle ob Mensch, Katze oder vielleicht ein Fantasiegeschöpf, selbst uralte Wesen waren wohl einmal jung 😉 und brauchten jemanden, der Wissen lehrte, und/oder schenkte.

Es ist wie mit einem gewebten Stück Stoff – eine Masche baut auf der anderen auf und ist Stütze für nachfolgende Maschen. Wenn du dir alte chinesische Filme wie „die 36 Kammern der Shaolin“ ansiehst, merkst du, dass es immer wieder Figuren gibt, die erst unbeherrscht sind, losschlagen wollen und dann mit der Zeit erkennen, dass es manchmal auch Geduld und Ruhe braucht, um zu einem bestimmten Ziel zu erreichen. Es liegt einfach in unserem Naturell erst mit der Zeit zu erkennen, dass es verschiedene Wege gibt, um ein Ziel zu erreichen. Genau hier helfen uns Mentoren – um dies zu erkennen. Aber mal ehrlich, wer hat sich noch keine blutige Nase geholt, weil er/sie/es einfach den eigenen Gedanken durchboxen wollte – und wie war das noch mit der heißen Herdplatte? 😉

Schau dir einmal die älteren Generationen an. Früher waren sie häufig da, um ihr Wissen weiterzugeben, indem sie Märchen erzählten und ihre Enkel beim Erwachsenwerden unterstützten. In verschiedenen Kulturen wurden ältere Menschen als Begleiter einer jüngeren Person zur Seite gestellt, um ihn/sie in eine bestimmte Rolle hinein zu begleiten. – dabei muss diese Rolle aber nicht immer erwünscht gewesen sein.

Im Grunde sind wir als Schreiberlinge auch eine Art Mentor für die Figur an der wir arbeiten. Wir bieten Hilfestellungen, wenn die Figur nicht mehr weiter weiß, geben vielleicht einen Traum mit auf den Weg oder schlichtweg eine andere Figur, die zeitweise als „Unterstützung“ agieren mag.

Wie siehst du die „Arbeit“ eines Mentors, insbesondere wenn du selbst schreibst?