Gastbeitrag: Zwischen Musenzwist und Musenkuss

Heute übergebe ich den Platz für einen Gastbeitrag einer lieben Bloggerfreundin. Sie neigt dazu, beim Schreiben mit „Augenzwinkern“ zu formulieren und die Worte zu setzen.

Ihren Blog findest du hier: https://heathermkaufman.com/
Besuch sie doch mal 🙂

und nun, viel Freude beim Lesen ihres Beitrags – liebe Heather, damit bist du gemeint 😉

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Zwischen Musenzwist und Musenkuss

Irgendwann gibt es für alles ein erstes Mal. Das gilt auch für Schreiberlinge und beginnt zaghaft mit dem Dasein eines ‚Leserlings‘. Das erste vorgelesene Buch, das erste selbstgelesene Buch, die ersten selbstgeschriebenen Buchstaben – von mir noch mit dem Griffel auf eine Schiefertafel gekratzt -, die ersten kindlichen Schreibversuche mit tintenblauen Fingern, und etliche eindrucksreiche Jahre später, erste tagebuchähnliche Memobücher, erste kleine Geschichten, das erste Selfpub-Kinderbuch, ein erster Blog … Die Kette bleibt genauso offen, wie die dazugehörige Lebenslinie.

Die Auslassungspünktchen könnten für weitere Bücher (vielleicht ein erstes Verlagsbuch) stehen. Gerade jetzt stehen sie für ein anderes erstes Mal, denn die liebe Rhiannon, Content Creator dieses inspirierenden Blogs, fragte mich, ob ich Lust hätte, einen Gastbeitrag zu schreiben. Wer einen Blick auf unsere höchst unterschiedlichen Reichweiten wirft, wird meine Unsicherheit nachfühlen können, aber welcher Schreiberling kann schon der Versuchung nach ihrer/seiner Lieblingsbeschäftigung widerstehen? Thematisch soll es um das Schreiben gehen. Oder um Kreativität. Am besten um beides.

Nur die Kreativität verwandelt die Auslassungspünktchen in Fakten. Je nach Neigung, Begabung oder Talent entsteht durch sie etwas Neues, Unbekanntes, wenn auch vielleicht nur im Auge des Schöpfers selbst. Und während ich noch meine Hände schwebend über der Tastatur hielt, um diesen Beitrag zu schreiben, wurde ich Gedankenzeugin eines seltsamen Dialogs:

K: »Na, sieh mal einer an, so trifft man sich endlich wieder!«
F: »Hallo? Warum gleich so zickig?«
K: »Hast dich ja hübsch rar gemacht in den vergangenen Wochen!«
F: »Wieso? Hast du mich etwa vermisst?«
K: »Vermisst ist untertrieben! Du weißt selber, wie sehr ich dich brauche! Ich habe regelrecht am Rad gedreht, als du sang- und klanglos abgetaucht warst.«
F: »Du meine Güte! Da gönne ich mir einmal ´ne kurze Auszeit, die bitter nötig war, weil du mich regelrecht ausgesaugt hast. Warum belämmerst du nicht zur Abwechslung die anderen mit deinem Problem?«
K: »Ach, hör doch auf! Ich habe Fleiß um Hilfe gebeten, die alten Ideen angerufen, bin sogar zum Gedächtnis nach Hause gefahren, alle hatten nur faule Ausreden, warum sie mir gerade jetzt nicht helfen können. Die Inspiration ist seit Wochen verreist und sitzt wahrscheinlich irgendwo coronabedingt und unerreichbar fest. In meiner Verzweiflung habe ich dann das Gelaber der Logik über mich ergehen lassen.«
F: »Und?«
K: »Nichts ‚und‘. Nicht innovativ genug, nicht originell, todlangweilig.«
F: »Mensch, jetzt lass dich nicht so hängen. Du bist undankbar, denn wir alle reißen uns nonstop für dich die Gene auf. Also hör auf zu jammern! Was hast du bis jetzt?
K: »Okay, ich kenne das Problem und die Ausgangssituation. Danach habe ich, wie immer, das Ziel definiert. Gleich im Anschluss, dem Gesülze der Logik und ein paar hilfreichen Tipps vom Gedächtnis sei Dank, habe ich alle Fakten zusammengetragen, aber danach habe ich mich hoffnungslos verfranzt. Seitdem fühle ich mich total uninspiriert. Ohne dich komme ich nicht weiter.«
F: »So, so. Nun geht´s also um die Wurst oder um´s Eingemachte – apropos, irgendwie habe ich jetzt Hunger. Geht´s dir auch so? Könntest du uns fix ein paar Häppchen machen?«
K: »O, bitte fang nicht wieder an zu prokrastinieren! Ich werde noch wahnsinnig!«
F: »Ha, ha, Genie und Wahnsinn – ein anderes dysfunktionales Duo in unserem Schaffenskreis. Komm, sei nicht sauer – ich verstehe doch deine Sorgen. Du brauchst jetzt meine Imagination, meine Fähigkeit Gedanken zu malen, damit du sie mit deinem Gedächnisinhalt neu verknüpfen kannst. Ich liebe deine Phase des Brainstormings über alle Maßen, in der alles möglich ist, alle Grenzen aufgehoben sind und ich richtig aus dem Vollen schöpfen kann!«
K: »Hör auf zu schwärmen und leg´ endlich los, damit ich deine Ideen mitschreiben kann.«
F: »Langsam, gute Freundin, nicht so hektisch! Was habe ich eigentlich davon?«
K: »Wie meinst du das, und seit wann ist dir das denn wichtig? Nach unserer gemeinsamen kreativen Phase, filze ich alles genau durch, kläre, trenne Nützliches und Brauchbares von Blödsinn, schaffe neue Verbindungen, erfinde, entdecke und setze all das zum Endergebnis um, dem großen Paukenschlag. Das Ergebnis sollte sich dann sehen lassen können! Wenn du möchtest, kann ich dich kurz erwähnen. Oder was hast du dir sonst vorgestellt?«
F: »So, wie ich es fragte. W-A-S H-A-B-E I-C-H D-A-V-O-N? Oder glaubst du kleine ‚Schlüsselkompetenz‘, ich schenke dir immer weiter meine Ideen, damit du den Lohn ernten kannst?«
K: »Meine liebe Fantasie! Eines will ich mal klarstellen. Du bist ein Teil von mir, zwar mit gewissen Freiheiten, aber mehr auch nicht. Denn ohne mich, könntest du dich überhaupt nicht mitteilen. Kaum jemand erführe, dass du überhaupt existierst, würde ich nicht mit meiner Gabe, dich mit der Wirklichkeit in Einklang zu bringen, den sichtbaren Beweis liefern. Wie oft hast du mir schon Flöhe ins Ohr gesetzt, die nicht umsetzbar waren und alle schrien auf, ich sei nicht mehr kreativ. Dein Gewinn sind meine Ergebnisse, die von dir zeugen und wiederum die Basis für neuen Ideen sein können. Ohne mich bist du unsichtbar!«
F: »Nun, wenn das so ist, liebste Kreativität, kann ich meine Auszeit ja getrost noch ein wenig ausdehnen und mache mich mal ohne dein Zutun unsichtbar. Meines Wissens bist auch du nur ein Teil von etwas Größerem und womöglich verzichtbar, wenn du deinen Job nicht mehr beherrschst. Vielleicht gelingt dir dein Projekt sogar ohne meine Hilfe, aber ich versichere dir, das wird verdammt schwer! Weißt du was? Du kannst mich mal küssen wo ich schmutzig bin!«

Dieser Zwist führte mir erneut die unterschiedlichen Eigenschaften von Fantasie und Kreativität vor Augen. Zwei von vielen Begriffen, die fälschlicherweise, auch von mir, häufig synonym verwendet werden. Fantasie erschafft die Ideen, die die Kreativität umsetzt. Es gibt Ideen, die sich nicht verwirklichen lassen – dann bin ich nicht kreativ. Fantasie hat jeder und man kann sie erweitern, aber leider auch verkümmern lassen. Fantasie ist die Frage, Kreativität die Antwort. Fantasie hat kaum Grenzen, Kreativität hingegen schon. Zur Kreativität gehören aber neben Fantasie noch Begeisterung, Eifer, Fleiß, Disziplin, handwerkliche Fertigkeiten, Talent und die Gabe, das Vorgestellte mit der Realität in Einklang zu bringen, um etwas zu Erschaffen, zu ‚Schöpfen‘.

Die Fantasie eines kleinen Kindes fragt, ob Popel wohl zum Mond fliegen können, die Kreativität lässt es aus Toilettenpapierrollen, Watte, Papier, Zwirn, Klebstoff und allerlei Krimskrams experimentieren, bis eine nützliche Trägerrakete entsteht. Diese schöpferische Kraft, den Erfindungsreichtum, die Fähigkeit, alte Denkweisen aufzuweichen, um neue Verbindungen zu schaffen, gilt es früh zu fördern. In jedem Alter (im Erwachsenenalter aber bitte ohne Popel). Die erwachsene menschliche Fantasie greift nach den Sternen und ermöglichte der Kreativität den Spaziergang auf dem Mond und eines fernen Tages die Schaffung eines Vergnügungsparks auf dem Mars. Sie ist zudem die Voraussetzung für Empathie, ohne die wir kaum befähigt wären, beispielsweise einen einfühlsamen Roman zu schreiben.

Wenn wir Schreiberlinge uns mal wieder in einer Schaffenskrise befinden oder uns an einer Blockade die Zähne ausbeißen, weil sich die Fantasie eine Pause gönnt, hilft es manchmal, wenn wir das restliche ‚Team‘ zusammentrommeln und andere Projekte beispielsweise nur mit Handwerk und Fleiß produzieren, denn das ärgert die Fantasie ziemlich, und sie lässt sich mit Eifersucht gut provozieren. Oder wir stärken uns in der Zwischenzeit mit neuem Wissen, Spionage bei der Konkurrenz oder dem Üben vorhandener Fähigkeiten.

Vielleicht spornt uns auch jemand zu kreativer Leistung an? (Meine ist übrigens nicht menschlich, aber dennoch natürlich.) Seit ihr schon einmal von einer Muse geküsst worden? Verratet, wer es war oder ist es und wie sich dieser Kuss auf eure Arbeit auswirkt.

Umarmst du den Drachen?

Umarme den Drachen – sagte der Meister und lächelte …

Welches Bild hast du dabei vor dir? Vor sehr vielen Jahren sah ich „die 36 Kammern der Shaolin“, viele Shaw-Brothers-Filme später sah ich ihn wieder und selbst jetzt ist der Film manchmal auf meiner Filmliste und will angesehen werden.

Wir denken so oft, dass Schreiben einem als Talent in die Wiege gelegt wurde. Bei vielen ist das auch richtig, die spüren von Beginn an gut, wie sie Worte setzen müssen, damit der Text gern gelesen wird. Es gibt so viele, die lebendig erzählen können und doch nichts schreiben. Die breite Masse jedoch braucht Zeit, um genau das zu erlernen, was andere als „selbstverständlich“ betrachten.

Ich war als Kind eine Leseratte, was dazu führte, dass ich ständig Bücher dabei hatte. Wer viel liest, nimmt auch vieles mit im Lauf der Jahre. Worte bleiben hängen, eine Vorliebe für bestimmte Arten zu schreiben ebenso. Es ist somit eine gute Vorbereitung für den späteren Werdegang als tatsächlicher Schreiberling. Wenn du dich selbst betrachtest, wirst du sicher gut spüren, wohin du selbst tendierst und ob dir schreiben leicht oder schwer fällt.

Im oben angesprochenen Film musste der Schüler verschiedene Sachen erlernen. Erst, wenn eine der „Kammern“ beherrscht wurde, durfte der Schüler weiterziehen. Beispielsweise musste er lernen, über Wasser zu „fliegen“ oder einen langen Stock mit einem schweren Gewicht am anderen Ende zu beherrschen. In Filmen wie diesem geht es vor allem darum, den eigenen Geist zu beherrschen, vorwärtszukommen durch Entwicklung. Die physische Ebene ist einfach „Mittel zum Zweck“ – beherrschst du den Körper, dann beherrschst du auch den Geist.

Umarmst du den Drachen, so beherrschst du ihn und übernimmst auch seine Fähigkeiten, da er zu einem Teil von dir wird. Der Hauptcharakter tat im Grunde genau das und obsiegte. Er wurde stärker und vermochte Dinge zu lösen, die er vorher nicht konnte. Doch die wenigsten schaffen es von alleine. Fast immer ist irgendwo ein „Meister“ oder „Lehrer“ dabei. Wenn das fehlt, so können Lernwillige auch von anderen „profitieren“, indem sie Bücher erwerben oder schlussendlich andere nachahmen und imitieren.

Doch wie überall hat auch das einen Haken. Vielleicht kennst du das Buch „das Zen der ersten Million“. Der Autor selber lebte lange Zeit in einem Zen-Kloster, bis ihm sein Meister einen Auftrag erteilte und wegschickte. Schlussendlich erfuhr er, warum: Er sollte erst das Fundament erschaffen, bevor er sich dem Geistigen widmen solle.

Nehmen wir ein Beispiel:
Wenn du ein Stück Land hast, dessen Boden beispielsweise nahe an einem Flussufer liegt oder das ohnehin nur wenig Belastung zu lässt, wie würdest du das Haus erbauen? Ein erfahrener Baumeister nutzt sein Wissen, um erst den Boden zu stabilisieren, vielleicht Stelzen wegen drohender Überflutungen oder ähnliches. Kurz und gut, er/sie würde ein starkes Fundament erschaffen, bevor es an die nächste Ebene geht.

Im eigenen Leben ist es nicht immer so, da wollen wir weit hinaus, gleich die Quantenphysik lernen, ohne das kleine 1×1 zu können. Es fehlt häufig die Basis hinter allem, wodurch Träume mitunter auch leicht kaputt gehen.

Beim Schreiben ist es oftmals sehr ähnlich. (Bedenke aber, jeder Schreiberling ist etwas anders – darum haben wir zum Glück so eine Fülle an Literatur und somit für jeden Geschmack etwas.)

Wir wissen vielleicht nicht immer, was wir mit etwas Erlerntem anfangen sollen, aber wie beispielsweise Mathematiklehrer es Schülern manchmal nicht erklären können, warum sie Mathe lernen sollen, so kommen sie vielleicht mal drauf, oha – beim Billardspielen kann ich es ja auch brauchen 😉

Ein Buch zu schreiben bedeutet weit mehr Arbeit als „nur“ Blogbeiträge zu verfassen. Es bedeutet, den Text fertigzubekommen, Korrekturlesen und gerade für Selfpublisher noch vieles mehr wie Cover aussuchen oder den Verlag auswählen und dann vielleicht noch Werbung zu machen. Doch das ganze Drumherum hilft nichts, wenn kein Text da ist.

Stellen wir uns das Veröffentlichen vor, wie die Kammer der Shaolin aus dem Film.

Der erste Stepp war „über das Wasser fliegen“ – warum lassen wir nicht die Gedanken fliegen und einfach zu? Die Suche nach der Kreativität verliert sich häufig im Alltagsstress, bis sich ein kleiner Funke meldet. Vielleicht ist es ein Traum, an den du dich erinnerst oder eine Zufallsbegegnung. Wenn du schon mal ein Deja-Vu hattest, auch das kann der „Weckruf“ sein und noch vieles mehr.

Bald schon lernte der Charakter im Film, wie er den Weg zu gehen hatte, veränderte sich dabei, denn auch, wenn die Übungen körperliche waren, so dienten sie auch dazu den Geist zu harmonisieren, stabilisieren und zu entwickeln. Aus anfänglichem Hass und Wut wurde Besonnenheit und Klarheit. Genau das können wir ja auch unseren Figuren auf ihrem Weg zum Werden mitgeben 😉

Blick in deinem Leben zurück, welche Person hat dich besonders gut geleitet?
Bei mir war/ist es ein Mann, der mich über sehr viele Jahre hinweg immer wieder auffing, aber er war/ist nicht der Einzige 😉
Du wirst auch einige haben, die du für dich als „inneren Lehrer“ siehst.

da war noch die Sache mit den Jedi …

Einen anderen – aber ähnlichen Ansatzpunkt – nutzten die Jedi aus Star Wars. Siehst du den ersten, alten Film bewusst an, so erkennst du, dass es eine ähnliche Grundstruktur wie viele Märchen und Sagen aufweist. Es ist halt ein wunderschönen schwarz/weiß Schema. Siehst du aber genauer hin, so sind auch diese Figuren nicht immer so leicht zu „lesen“, wie es scheint.

Du hast in diesem modernen Märchen auch die Geschichte vom Lehrer und seinem Schüler, der ihn über viele Jahre hinweg begleitet und mit Tipps weiterhilft, bis der Schüler auf seinem Weg weit genug ist, um selbst zu Meister zu werden und das Wissen und die Kenntnisse weiterzugeben.

Doch EINES kann kein noch so guter Lehrer seinem Schüler abnehmen – sich den eigenen Dämonen zu stellen und den eigenen Drachen zu umarmen. Der Lehrer kann (ge)leiten und Beistand stellen. Er kann unterstützen und darauf achten, dass sich der Schüler kein Bein bricht, aber er kann ihm den Weg nicht abnehmen. Ein guter Lehrer gibt dem Schüler all das nötige Werkzeugen mit, das dieser braucht, um seinen Weg zu gehen, aber er diktiert nicht.
Ebenso wird ein guter Lehrer zu Beginn, den Schüler wie einen Welpen behandeln – ihn spielen lassen in einem geschützten Umfeld aber keinen echten Gefahren aussetzen. Er wird ihn immer wieder testen und prüfen um herauszufinden, ob der Schüler für den nächsten Schritt bereit ist oder ob er noch Zeit braucht. Gleichermaßen ist ein guter Lehrer ein Zuhörer, der mit Rat zur Seite steht und den Schüler nicht gängeln.

Kurz und gut, ein guter Lehrer ist daran interessiert, dem Schüler das nötige Werkzeug mitzugeben und ihm zu helfen, aber nicht zu bevormunden. Er kann seinen Schüler bis zu einem gewissen Punkt bringen, aber darüber hinaus muss sein Schüler (oder bei den Jedi eben Padawan) den Weg selber gehen.

Für den Schüler ist das sicher nicht immer einfach. Viele sehen zwar ein großes Ziel, aber der Weg dahin erscheint ihnen allzu lange – und dann geben sie auf. Ein guter Schüler hingegen nimmt die Hürden auf sich, sucht sich nicht den bequemen Weg mit Schummeln (und ja, ich kenne auch die Geschichte des Kobayashi-Maru-Tests von Kirk 😉 ). Nein, ein guter Schüler arbeitet an sich selber, um weiterzukommen, denn er will ja auf etwas hin.

Betrügt der Schüler, so enttäuscht er nicht nur seinen Meister (meiner Meinung nach ist es ein No-Go!, denn ist der Lehrer gut, dann wird er das ohnehin mitbekommen), er betrügt sich schlussendlich auch selbst.

Umarme den Drachen!

Hat sich der Schüler durchgemogelt, fehlen häufig gewisse Grundparameter und der Drache verschlingt den Schüler. Das kann in Wahnsinn enden oder schlichtweg darin, dass er aufgibt. Ist der Schüler soweit, dann kann er den Drachen umarmen und dessen Stärke in sich aufnehmen.

Siehst du den Unterschied? 😉

Was würdest du daraus basteln?

Meinst du, die Augen sind der Spiegel zur Seele?

Fürchtest du dich vor Clowns?

Überleg dir einmal, wann du das letzte Mal einen Clown gesehen hast. Ich spreche dabei nicht von den „traurigen Clowns“, einem Pierrot, sondern von einem, der das Publikum zum Lachen bringen soll.

Sie sollen amüsieren und erheitern, sollen ablenken und Freude bereiten und doch haben sehr viele Menschen Angst vor ihnen. Doch warum? Kennst du den Grund?

Nehmen wir als Beispiel „Pennywise“. Für sehr viele war/ist er der Grund, warum sie Furcht beim Anblick eines solchen Spaßmachers empfinden. Hast du dir je „Es“ angesehen? Ich sah den Film vor vielen Jahren und mir ging es danach wie vielen – Clowns verpassten mir eine Mega-Gänsehaut und das legte sich erst nach etlichen Jahren. Damals gruselte es mich gründlich vor ihnen.

Doch abgesehen von literarischen/filmischen Aspekten stellt sich die Frage, warum haben Menschen oft wirklich Angst vor Clowns? Sieh dir die Gesichter an, die sie sich aufmalen, betrachte die Bewegungen und die Gags, die sie nutzen. All das zielt dazu ab, das Publikum im besten Sinne zu unterhalten.

Sieh dir die Augen des Clowns an – lächeln sie auch?

Unterbewusst nehmen wir diese Unterschiede sehr wohl wahr. Vielleicht sehen wir es nicht bewusst, aber das Unterbewusstsein sehr wohl. Gehen wir von den Clowns weg und betrachten wir einen x-beliebigen Menschen von der Straße oder in deinem Umfeld und du siehst diese Person lächeln, betrachte einmal die Augen. Tun sie dies auch?

Heute tragen wir Masken, weil uns dies vorgeschrieben wird. Die Mimik, über die wir lange Zeit glaubten, jemanden „lesen“ zu können, spielt keine Rolle mehr. (Wie auch, wenn wir sie unter der Maske nicht sehen können?) Also konzentrieren wir uns auf etwas anders – nämlich die Augen.

In letzter Zeit las ich vereinzelt Blogbeiträge, die von einer Art „evolutionärer Entwicklung“ sprechen. Dabei meinen diese Blogger, der Eindruck entstünde daher, da immer mehr Menschen lernten, über die Augen zu „kommunizieren“, da der Rest des Gesichts unter der Maske verborgen bleibt.

Über viele Jahre hinweg blieb mir schleierhaft, wie Frauen, wenn sie den Schleier tragen, mit ihrem Gesicht kommunizieren können, wo doch häufig nur die Augen zu sehen sind. Ein großes Rätsel und Mysterium, vielleicht haben diese Frauen es nur einfach gelernt mit ihren Augen auszudrücken, was sie tatsächlich sagen wollen.

Evolution bringt immer wieder die erstaunlichsten Dinge zum Vorschein. Wir entdecken Aspekte, die wir sonst nicht sehen würden, das Leben bahnt sich neue Wege und vieles mehr.

Augen sind weit mehr als „nur“ die Sehorgane, die der Körper uns bietet. In ihnen lässt sich so vieles lesen und so vieles mit ihnen ausdrücken. Oder siehst du es anders?

Wenn wir vom Gesicht nur die Augen wirklich wahrnehmen, so ist dies ein gravierender Unterschied, als würden wir auch den Rest dazu sehen. Derzeit konzentrieren wir uns rein auf die Sehorgane in Kombination mit Körpersprache und lernen dadurch, andere auf völlig neue Weise zu „lesen“.

Nehmen wir ein anderes Beispiel. Sieh dir die Tuareg an. Meines Wissens nach ist es das einzige Volk, in dem Männer den Schleier tragen, Frauen jedoch nicht. In vielen (historischen) Malereien und in verschiedensten Filmen tragen Frauen in Wüstengegenden häufig dünne Seidentücher vor dem Gesicht, aber das Gesicht selbst ist nach wie vor sichtbar. Es gab immer wieder Zeiten, in denen Menschen aus unterschiedlichen Gründen ihr Gesicht verhüllten. Vielfach hat es mit Religion zu tun, heute mit der Gesundheit und über lange Jahre hinweg waren auch schon mal Schimasken (wegen der Kälte) oder Mopedhelme gegen den Fahrtwind sinnvoll.

Immer wieder blieb die Frage, wie soll man/frau mit dem Gegenüber „kommunizieren“, allein anhand der Augen? Dies kann auch Angst machen, weil das Gegenüber nicht offen „lesbar“ ist, wir die Reaktion des Gegenübers einfach nicht einschätzen können. Was also tun? Es kann dadurch zu verschiedensten Missverständnissen kommen, die können wir vor allem lösen durchs Reden oder indem die „Evolution“ sich entwickelt und somit neue Möglichkeiten zur Kommunikation schafft 😉

Seit wir die Masken tragen, scheint es, als wären viele Menschen aggressiver geworden, zurückhaltender und vieles mehr, das ins eher Negative geht. Wie viel davon ist dabei nur die Angst, den anderen nicht mehr „lesen“ zu können?

Spielt das wirklich eine Rolle?

Eigentlich schon. Kommunikation ist nämlich weit mehr, als „nur“ das gesprochene Wort. Wir kommunizieren auf verschiedensten Ebenen, von Worten über Gestik bis hin zur Mimik.

Doch was hat das alles mit dem Blog hier zu tun?

Ganz einfach. Augen sind – wie schon geschrieben – der Spiegel zur Seele. Sie sind Eintrittstor und erzählen Geschichten, wenn wir dies zulassen, und sie hören (lesen) wollen.

2002 drehten die Pang-Brüder Oxide und Danny den Horrorfilm „the Eye“. Natürlich wurde auch dieser Streifen in den USA neuverfilmt. (Ich empfehle, hier das Original anzusehen, nicht das Remake!) Die Frage stellt sich, was passiert, wenn jemand die Augen eines Verstorbenen implantiert bekommt? Die Antwort darauf kann erschreckend sein. Wenn du den Film noch nicht kennst 😉 ansehen – (lohnt sich vor allem, wenn du Asia-Horror magst).

Die Augen sind wie ein Schlüssel, „es fällt mir wie Schleier von den Augen“ – so heißt doch auch ein Sprichwort. Wir verbinden uns die Augen, um die anderen Sinne stärker zu erfahren und vieles mehr.

Eine meiner Lieblingsgeschichte, die ich immer wieder lesen kann ist „im Bann der Göttin“ – von Tamorra Pierce. Darin geht es um die junge Alanna, die sich zum Ritter ausbilden lässt und sich dafür als Junge ausgibt. In einer Sequenz findet sie Puppen, die in einem Sack stecken, holt sie heraus und plötzlich erkennen viele die Wahrheit.

So kannst du es auch handhaben. Nimm eine Figur, die bildlich gesprochen, mit Blindheit geschlagen ist. Dabei kann dies mit einer Situation zusammenhängen oder auch mit tatsächlicher Blindheit. Figuren wachsen und lernen – genau wie wir – wenn wir leben. Sie reifen, wenn sie Erfahrungen machen und gelangen schlussendlich an einen für sie essentiellen Punkt in ihrer Existenz.

Wie schlage ich die Figur mit Blindheit?

Wähle hier zwei Punkte für deine Figur.
Punkt 1 – wo ist das Ziel der Figur? Wohin geht es, bzw. was soll er/sie/es erreichen?
Natürlich kannst du der Figur klar und deutlich zeigen, wohin es geht und ihm/ihr/es Steine in den Weg legen – ODER du verhüllst, wohin es wirklich geht und enthüllst immer nur ein Stückchen nach dem anderen, bis du ihm/ihr/es das eigentliche Ziel zeigst.
Punkt 2 – wo startet die Figur?

Nehmen wir ein Beispiel:
Der Charakter wird der erste sein, der mit Außerirdischen kommunizieren lernt. Heute ist er/sie/es ein Kind von sagen wir mal 3 Jahren. Du kannst dieser Figur von Anfang an gewisse Interessen mitgeben oder ihn/sie/es einfach durchs Leben treiben lassen. Hat er/sie/es ein klares Ziel vor Augen, so kann diese Figur zielstrebig drauf hinarbeiten – ABER ist wirklich sicher, dass er/sie/es stark genug dafür ist? Oder du nutzt den Schleier und hebst immer mal wieder ein Stückchen. Lass die Figur erst Sachen lernen, bevor du den Schleier etwas mehr hebst. So verhinderst du, dass die Figur von Haus aus wahnsinnig werden könnte, wie in den Szenen, wenn er/sie/es Cthulhu trifft 😉

Der Grundgedanke besagt nun:
Überlege dir gut, ob du deine Figur mit Blindheit schlagen lässt und sie Stück für Stück an ihr Ziel geleitest oder führst … ODER ob du sie von Haus aus klar und deutlich ans Ziel bringst. Beide Möglichkeiten haben ihre Vorteile 🙂

Die Augen sind der Spiegel zur Seele – und wenn du der Figur eine Möglichkeit gibst, etwas in den eigenen Pupillen zu entdecken, so könnte er/sie/es auch vorzeitig den Schleier lösen 😉 – selbst im Wahnsinn liegt eine Form von Genie.

Welche Version würdest du für dich selber vorziehen und warum?

Kreativität kennt viele Gesichter – welche sind dir besonders vertraut?

Unterschätzen wir die kreativen Ergüsse, die wir haben?

In vielen dystrophischen Geschichten wird die Kreativität als „Monster“ gesehen, etwas, das ausgemerzt gehört. Heute, kommt einem manchmal vor, sind wir wieder an einem ähnlichen Punkt angelangt, wie in so vielen Zeiten früher.

Weißt du, wann es Bücherverbrennungen gab?

Bücherverbrennungen waren meist ein Zeichen einer dunklen Ära. Häufig galt es, unliebsame Gedankengänge zu unterbinden, Freiheit und Kreativität zu unterdrücken. Heute denken wir zwar vielfach, frei zu sein, aber betrachten wir es genauer, sind mitunter Zweifel an dieser Sachlage vorhanden.

Durch verschiedenste Umstände fehlt uns häufig die Zeit, Energie oder anderes, um die Kreativität zu entdecken. Blogs, die die Kreativität fordern (egal ob nun mit Handarbeit, Do-it-yourself oder anderen Themen) sind wirklich wichtig geworden. Sie zeigen auf, dass in unser aller Herzen noch Kreativität schlummert, die geweckt werden will.

Zugegeben, es ist manchmal echt schwer, wenn eine Phase da ist, diese kreativen Ergüsse zu locken – ABER die sind ok und manchmal ist es gut, sie zu fühlen. So wissen wir zu schätzen, was wir eigentlich haben, wenn uns die Muse küsst.

Sehe ich mir die Anfänge meines Blogs an, so merke ich langsam, dass eigentlich alles in die Richtung führte, wo ich jetzt bin. Rückmeldungen, in den Kommentaren und per E-Mail zeigen die Wichtigkeit auf, Unterstützung zu geben, Mut zu machen und auch mal ein paar Tipps zu geben, um die Kreativität wieder in Fluss zu setzen.

Hätte die Kreativität eine Gestalt, so wäre sie vermutlich sehr individuell. Für mich hat sie etwas von meiner Muse, einem Fluss, der dahinfließt und noch einiges mehr. Für dich ist sie vielleicht ein Regenbogen mit dem Gold eines Kobolds auf dem anderen Ende, ein Buch mit 1000 Siegeln oder vielleicht gar dein eigenes Kind, das dich beständig inspiriert.

Heute möchte ich dir von meinem neuen Projekt erzählen.

Neben all den anderen Projekten arbeite ich an der Skaldenschule, es gibt verschiedene Bände darin, mit Inspirationen für jeden Tag. Dies kann sowohl eine Tätigkeit als auch eine Zeichnung zu einem bestimmten Wort sein. Kreativität hat viele Gesichter, nicht nicht nur eines 😉
Sieh in den Spiegel – vielleicht siehst du sogar deines darin 🙂

Der aktuelle Band ist ein wenig anders gedacht.
Hier kommen Interviews mit verschiedenen Self-Publisher-Autoren dazu, die davon erzählen, wie sie ihr Werk geschaffen haben und wo sie jetzt gerade stehen.
Du kannst jeden von ihnen besuchen:

*) https://schreibrausch.com/
–> vom und über das kreative Schreiben

*) https://fraukasselwillwunder.com/
–> vom Mut niemals aufzugeben

*) https://martinawrites.com/
–> Schreiberling mit Ambitionen und Lust auf mehr

*) https://gefuehlsgedankenfragmente.de/
–> von Gedichten und Geschichten über Beziehungen und Zuhause

*) https://michaelsenautor.wordpress.com/
–> vom Werden und Schreiben eines ambitionierten Schreiberlings

(Lust dich anzuschließen? Schreib mich an 😉 )

Es geht hierbei darum, verschiedene Erfahrungswerte zu zeigen, wenn du ein Buch schreiben und schlussendlich veröffentlichen möchtest. Du wirst darin Tipps finden, wie du deine Kreativität auch mal ein wenig anstupsen kannst 😉

Dazu eine Frage an dich:

Was erwartest du dir von einem Buch dieser Art? Ich habe zwar einen Fahrplan, aber du kennst mich inzwischen vielleicht gut genug, dass du weißt, dass ich auch Feedback von dir schätze.
Gerade das erste Buch, das geschrieben werden will, öffnet ja sehr viele Fragen. Es beginnt mit „was schreibe ich“, über „welchen Verlag nehme ich“ und geht bis „wie mache ich Werbung für mein Werk“.

Wenn du noch ganz am Anfang stehst, wirst du sicher viele Fragen haben. Fragen sind superwichtig und sehr gut, denn nur Fragen bringen uns weiter, helfen uns bei der Entwicklung und schlussendlich zu einem abgeschlossenen Ganzen. Jedes Buch, an dem wir arbeiten, ist ein Werk unserer eigenen Entwicklung 🙂

Kommen wir noch einmal auf den Titel zurück – „Kreativität hat viele Gesichter!“ – so spiegelt sich auch jeder Schreiberling als solches in der Fülle wieder. Wir wollen keine Bücherverbrennungen, sondern ganz im Gegenteil, unser Füllhorn öffnen und Wissen weitergeben oder einfach nur unterhalten. 🙂

Ich kann dir meine Erfahrungen auf deinem Weg mitgeben, die von mir Interviewten tragen andere Erfahrungen in ihrem Herzen und so schließt sich ein Kreis. Denn egal, aus welchem Grund wir schreiben – schlussendlich zählt doch eines: „Entwicklung und Freude an der Sache“ – alles andere ist Bonus 😉

Wie siehst du es?

Ist ein offener Bücherkasten dein bester Freund – kennst du die „Gehsteig-Bücherei“?

Ein offener Bücherkasten oder auch offener Bücherschrank ist der wahrgewordene Traum vieler Bibliophiler 🙂 gehörst du zu ihnen?

Nutzt du sie eigentlich?

Über lange Jahre hinweg wurden Telefonzellen immer seltener, gingen verloren und schienen beinahe schon Geschichte zu werden, bis irgendjemand auf die Idee kam, ihnen neues Leben einzuhauchen.

Die Grundidee ist wundervoll. Bücher können gratis weitergegeben werden, wenn wir sie nicht mehr brauchen. Bei meinem Umzug aus Wien stellte ich viele Bücher verteilt in diese Bücherkästen. Immerhin fand ich in den letzten Jahren auch immer wieder Gustostückerl. Das letzte Buch, das ich mir mitnahm, war beispielsweise „die Papstmacherin“ – nunja, jetzt weiß ich zumindest, was eine „Pornokratie“ ist. Eigentlich ist damit „nur Mätressenherrschaft gemeint und geht bis in die Zeit der Wikinger zurück. Wenn du dich für diese Themen interessierst oder begeistern kannst, lies das Buch, es zahlt sich aus.

Ich werde es demnächst wieder in einen offenen Bücherschrank zurückstellen 🙂

Tatsächlich verbergen sich manchmal wahre Schätze darin, von Kochbüchern, Kinderbüchern über allgemeine Literatur, bis hin zu historischen Werken ist nahezu alles zu finden.

In Wien findest du wirklich viele davon, sehr viele sind ehemalige Telefonzellen, aber beispielsweise im 2. Bezirk ist (oder wahr?) Ein Lokal, das sein Fensterbrett dafür nutzte (bring und nimm). Es gibt sie bei der Mariahilferstrasse, im 5. Bezirk, Schottengasse, beim Brunnenmarkt und an vielen anderen Flecken kannst du da schon fündig werden. Im Lauf der Jahre fand ich dann noch welche in Stockerau und anderen Orten, die zum „Speckgürtel von Wien“ zu rechnen sind.

Ist dir schon einmal in den Sinn gekommen, dass diese Gehsteig-Bücherei ein richtig kreatives Umfeld bietet? Nimm dir ein Buch, das du vielleicht nie kaufen würdest, und lies es. Vielleicht entdeckst du ein doch recht interessantes Genre für dich. Vielleicht findest du eine Visitenkarte in den Büchern, einst als Lesezeichen gedacht – oder eine Notiz von jemandem, der sich eine Brieffreundschaft wünscht.

In abgewandelter Form gibt es „versteckte Kästen“ schon sehr viel länger. Wer heute „geheime Botschaften“ mit unbekannt teilen möchte, bräuchte eigentlich nur ein Buch mit einer Notiz versehen, es in den Bücherkasten stellen und warten, bis der andere es entnimmt. Es wäre doch für „Kinderspiele“ ein ganz nettes Detektiv-Thema 😉
Früher gab es sie in abgewandelter Version, um beispielsweise Spione nie direkt miteinander zu konfrontieren. Dies wurde beispielsweise in der ehemaligen DDR genutzt, als die Mauer noch stand.
Gehen wir weiter zurück zu Winston Churchill, so nutzten seine „Spione“ diese ebenfalls gerne. Wie das aussah, kannst du dir in der Netflix Serie „Churchills Geheimagenten – Die Neuen“ ansehen.

Wie sahen solche Kästen dann aus?

Telefonzellen waren es wohl keine. Hier handelte es sich um Dinge, die auf den ersten Blick 100% mit dem Umfeld harmonierten. So konnte dies ein Stück ausgehöhltes Holz sein, eine Milchpackung neben einer Mülltonne oder etwas ganz anderes sein. Das Wichtigste daran war lediglich, es durfte nicht auffallen. Auf diesem Weg ließ sich Kontakt wahren und halten ohne, dass die beiden Korrespondierenden direkten Kontakt zueinander aufnehmen mussten. In heiklen Zeiten war dies eine recht gute Möglichkeit Informationen weiterzugeben. Es garantierte zwar keine 100%ige Sicherheit, ABER minimierte das Risiko.

Die offenen Bücherschränke von heute werden eines Tages auch nicht mehr gebraucht werden, aber derzeit sind sie eine wundervolle Idee um etwas weiterzugeben an Unbekannt. Wie würde es wohl einem Buch ergehen, wenn es aus seinem „Schlaf“ in einer alten Bibliothek geweckt werden würde, ausgemistet wird und in einem solchen Kasten käme? Stellen wir uns die Gedanken dieses Buches vor, wie es in seinem Inneren vor Aufregung scheppert, wenn sich die Tür öffnet. Würde es sich freuen, mitgenommen zu werden, oder wäre es eher verängstigt, weil es noch in seinem inneren Schlaf verweilen möchte? Wie würde es sich fühlen, wenn neue Hände es halten würden und darin blätterten? Manchmal ist eine Gedankenspielerei wie diese ausreichend, um ein paar neue Ideen für Geschichten zu haben 😉

Stellen wir uns einen solchen Bücherschrank vor, wo würde der stehen? Wo würdest du einen hinstellen? Stünde er vor einer Schule, um die Kinder zum Lesen zu animieren oder vielleicht doch in einer Wohnhausanlage? Etliche, die ich fand, standen an Straßenecken, wo Menschen vorbeigehen, ohne hinzusehen, aber vereinzelt sind immer wieder welche dort, öffnen die Tür und suchen nach den verborgenen Schätzen darin. Gehörst du dazu?

Wo hast du einen gefunden?
Erzähl doch mal, nutzt du sie?

Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen …. oder doch?

Warum sich anstrengen, wenn es doch keinen interessiert?

Hast du einem Kind einmal genauer zugesehen, wie es mit allen Mitteln um die Aufmerksamkeit seines Elternteils buhlt und kämpft?
Wir strengen uns häufig bis ins hohe Alter an, um jemand anderen zu beeindrucken und dessen/deren Aufmerksamkeit zu erlangen. Doch warum tun wir das und was hat das mit dem Schreiben zu tun?

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich einst selber jünger war und alles dran setzte, um eine ganz bestimmte Person in meinem Leben stolz auf mich zu machen. Dafür strengte ich mich ganz besonders an – doch das ersehnte Lob blieb aus. Es war nicht das, was diese Person haben wollte. Irgendwann begriff ich, dass es nicht der beste Weg ist.

Wenn wir schreiben, schreiben wir oft nur für uns selbst, aber glauben doch, es sei für den Leser von Interesse. Die Frage ist daher, ob dem wirklich so ist.

Für wen schreibst du?

Willst du etwas schreiben, so ist es eine gute Idee anfangs einmal drauflos zu schreiben. Häufig entwickeln sich die Texte in die eine oder andere Richtung. Vielleicht ist dir von Anfang an bewusst, für wen du schreiben willst. Es ist in Ordnung, wenn du für dich alleine schreibst – doch warum willst du dann veröffentlichen?
Es ist auch in Ordnung, wenn du für andere schreibst, doch dann ist die Frage, was tust du dafür, um deine Leser zu verstehen?

Gerade anfangs machen wir als Schreiberlinge uns darüber entweder zu viele oder viel zu wenige Gedanken. Nur du alleine kannst entscheiden, für wen du die Worte aufs Papier bringst oder in die Tastatur hämmerst.

Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen …. oder doch?

Hast du dir je darüber Gedanken gemacht, was es bedeuten mag, warum Texte vielleicht nicht gelesen werden? Es ist doch wie in so vielen anderen Bereichen. Wenn es nicht gelingt, den Empfänger zu erreichen, wird dieser selbst die größte Bemühung nicht erfahren, geschweige denn wahrnehmen und schon gar nicht konsumieren wollen. Was hilft ein Text, der nach den ersten zwei, drei Seiten wieder weggelegt wird in den du über Monate hinweg Arbeit, Schweiß und Tränen investiert hast?

Darum ist die Frage zu Beginn, für wen willst du schreiben? Hast du darüber schon einmal nachgedacht? Natürlich hilft Werbung, Marketing und vieles mehr dazu gelesen zu werden – ABER was hilft das bekannteste Produkt, wenn es dann nur im Regal steht und keiner liest es? Das ist wohl eher nicht der Wunsch, warum wir schreiben.

Es gibt dazu zwei recht „bekannte“ Beispiele:
Viele haben die Bibel zu Hause stehen, aber haben sie wirklich alles die ganzen Kapitel und Seiten tatsächlich gelesen? Wie viele hatten wohl „mein Kampf“ im Haus und haben es sicher nicht gelesen.

Überlege dir einmal, wie viele Bücher du dir gekauft oder anderweitig organisiert hast, sie angelesen hast und einfach nicht weiterlesen konntest. Häufig liegt es an der Art, wie der Text geschrieben wurde. Nun stellt sich doch die Frage, wie muss ein guter Text geschrieben sein, damit du ihn gerne liest? Hat der Schreiberling des Textes es geschafft, dich zu begeistern und mitzureißen, oder hat er/sie nur für sich selbst geschrieben?
Nehmen wir als Gegenbeispiel Ken Follet. Er schuf mit Geschichten wie „die Säulen der Erde“ Romane, bei denen den meisten Lesern gar nicht auffällt, wie die Geschichte vorbeifliegt und schon ist das Ende des Buches erreicht.

Doch woran liegt das? Was machen die einen so, dass die Leser dranbleiben, die anderen wiederum schaffen es nicht?

Beschreibe bildlich

Wenn du von einer alten Bank im Wald erzählst, was schwebt dir vor? Wie sieht sie aus? Ist es eine neue, erst kürzlich aufgebaute Bank mit gerade Lehne und Betonklötzen an der Seite oder vielleicht doch ein altes Teil, das leicht knarzt, wenn sich jemand draufsetzt? Wo moosbedeckte, alte Holzplanken zum Verweilen einladen und die Sonne sich in den alten Schrauben spiegelt?

Als Leser mag ich es, wenn die Geschichten und Texte nicht einfach nur stichwortartig erzählt werden – sondern auch, wenn der Schreiberling dahinter etwas mehr ausschmückt. Die Frage ist dann, wie weit macht es Sinn? Es gibt auch Geschichten und Romane, wo so gut wie alles in x Einzelheiten geschildert wird und somit der Raum für die eigenen Gedanken völlig fehlen mag. Nur ja nichts auslassen – ist hier wohl die Devise 😉

Nehmen wir Texte aus früheren Zeiten, so sind sie häufig karg in ihrer bildhaften Sprache, manche Autoren nutzten ewig-lange Schachtelsätze, andere wiederum umrissen die Sachlage und ließen den Leser einfach raten, was geschehen war oder werden mochte.

Ein speziellerer Fall ist hier der Roman „Dracula“. Hast du die Geschichte jemals gelesen oder kennst du „nur“ die Filme? Und wenn, welche Version davon kennst du? Der Text ist in Form von Tagebuchaufzeichnungen und Briefen gehalten – nicht unbedingt einfach zu lesen, da einem mitunter die farbigen Beschreibungen fehlen. Aber auf seine Weise ist der Roman etwas ganz Besonderes in seiner Art des geschriebenen Wortes.

Häufig tendieren wir dazu, das zu schreiben, was wir selber gerne lesen. Dagegen ist rein gar nichts einzuwenden – ganz im Gegenteil! Doch ist es eine gute Idee, diese Art zu verwenden und darauf aufzubauen, den eigenen Stil zu entwickeln.

Wie passt das mit meinem Titel zusammen?

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie egoistisch der Mensch sein kann? Die Grundstruktur liegt im Überleben des kleinen Kindes. Es muss egoistisch sein, weil es abhängig ist von anderen. Darum setzt es die eigenen Interessen an oberste Stelle – in Kombination damit, gefallen zu wollen.

(Was du tust, interessiert, verflixt noch mal, keinen ….) – diesen Gedanken tragen wir über viele Jahre hinweg mit. Wir strengen uns am, um zu gefallen, wir geben uns Mühe, um Aufmerksamkeit und Bewunderung zu erlangen. Unglaublich viele Personen sind gefallsüchtig und können ohne Aufmerksamkeit anderer nicht mehr existieren. Nur ganz wenige haben es geschafft, sich hier gänzlich auszuklinken, denn sind wir uns ehrlich selbst gegenüber, so tut uns Lob doch allen gut 😉

Die Kernfrage lautet also vielleicht weniger, für wen schreibst du, als vielmehr, „ich schreibe, um anderen zu gefallen, – magst du mich lesen? Ich bin soooo gut getextet, du musst einfach Gefallen an mir finden!“ Aber dem ist ganz und gar nicht so.

Du kannst einen Text ausfeilen, wunderschön mit Worten spicken, bis ins letzte Detail herumfeilen und dann gefällt er nicht. Vielleicht schaffst du einen hingeworfenen Text, der supergut ankommt – doch woran liegt es?

Hast du dir jemals amerikanische Werbespots angesehen und mit den Spots aus dem deutschsprachigen Raum verglichen?
Amerikanische Werbung erzählt häufiger Geschichten und will unterhalten – deutschsprachige Werbung vermittelt üblicherweise nur „kauf mich“. Wohin greifst du, wenn du solche Dinge vergleichst?

Wir lieben Geschichten – und taten es schon immer. Wir greifen dort zu, wo wir eine Geschichte haben, ungekünstelt und „menschlich“, wollen als „Du“ angesprochen werden, nicht als wandelnde Geldbörse.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es daran mangelt. Wir als Schreiberlinge wollen erzählen – hast du dir je wirklich darüber Gedanken gemacht, aus welchen Motiven heraus wir schreiben?
Version 1 – du schreibst, weil du für dich schreibst und einfach etwas loswerden willst … ob du es dann veröffentlichst, spielt für dich keine Rolle
Version 2 – du schreibst, um zu unterhalten, Geld ist hier eher die Nebensache, du willst unterhalten
Version 3 – du schreibst, weil dich vor allem das Geld dahinter lockt

Die Motivation des Schreibens kann sich wandeln, vielleicht habe ich auch eine Motivation übersehen – ich trag sie gerne nach, wenn du mir verrätst, was du darüber denkst 😉

Warum sich also mit dem Schreiben beschäftigen, wenn es vielleicht nie jemand interessiert, WAS du schreibst? Kafka konnte ja auch nicht davon leben 😉 und doch schrieb er weiter.

Verfolgst du meinen Blog schon eine geraume Weile, dann hast du vielleicht eine Ahnung, warum ich schreibe – wie steht es um dich? Was ist deine Motivation dahinter und könntest du dir vorstellen auch zu schreiben, wenn es niemals jemand lesen würde?

Schenke ihnen Leben 11

Vorschlag 11 – Drache im Wald

Vor einigen Tagen wanderte ich – wieder einmal durch den Wald. Irgendwie stolpere ich dabei immer wieder über wundervolle Dinge. Der Wald ist wie eine Schatztruhe, nicht nur der darin lebenden Wesen wegen, sondern auch, weil er einem manchmal etwas aus einem ganz anderen Blickwinkel zeigt.

Also an dem Tag kletterte ich eine recht steile Steigung hinauf, und als ich den Blick in Richtung nächstem Waldweg hob sah ich einen Drachenkopf. Schau dir den Baumstamm einmal ganz genau an – er sieht doch aus wie ein Drachenkopf. 🙂

Nun, ich setzte mich daneben, holte mein Picknick heraus und betrachtete den Baumstamm vor mir genauer und erinnerte mich dann an den Film „der Drachentöter“. Ein uralter Disneystreifen aus dem Jahr 1981. Gibt es den eigentlich auf dem Streamingdienst Disney? Hm … gute Frage, ich würd ihn gern mal wiedersehen. Vielleicht wäre es wieder einmal an der Zeit für diese Art von Fantasy-Filmen. In meiner Jugend liefen so viele davon im Fernsehen, Conan ist einer berühmtesten dieses Genres.

Drachen müssen nicht immer böse sein – warum auch? Es gibt so viele wundervolle Geschichten wie Grisu, der unbedingt Feuerwehrmann werden möchte. Dann sind Drachen einfach nur die Opfer – wie in den Nibelungen.

ABER es gibt noch eine Art von Drachen – die ziemlich fiesen welchen. Auf diese Weise kam ich dann zu den Sagen, die es um Wien gibt. Unter anderem findet sich darin auch die Geschichte und den Basilisk in der Innenstadt – nach den Sagen folgend ruht unter Wien ein fürchterliches Wesen. Erwacht es, geht die Welt unter – oder noch schlimmeres mag geschehen.

Doch lassen wir dieses Geschöpf lieber ruhen, keiner hat derzeit Lust auf solche Begegnungen.

Was jedoch ist dieser Drache da oben dann wirklich?

Wenn er mir richtig zugeflüstert hat, ist er ein Wesen, das den Wald beschützt, vor unliebsamen Kreaturen, die dem Wald und seinen Bewohnern schaden wollen. Er hat mir seinen Namen nicht verraten (hör ihm zu, vielleicht sagt er ihn dir). Doch in seinen Augen sehe ich, dass er schläft und doch wach ist. Er beobachtet und wartet zu – und wenn jemand daher kommt, der Müll wegwirft oder ein Tier aus Mutwillen heraus jagt, dann ist er knapp davor aus seiner Holzhaut zu fahren.

Ich hege die Vermutung, dass er ein Waldgeschöpf ist, aus den Legenden heraus entstanden …. also sind wir in seiner Nähe doch sorgsamer und behüten die Natur.

Es taucht das Bild einer Familie auf, die ich vor einiger Zeit im Wald erlebte. Unglaublich laut und schreiend, als gäbe es kein Morgen. Auch allzuviel Lärm ist nicht gut für die Wälder und das darin lebende Geschöpf und so erwacht es langsam, gemütlich … es ist an der Zeit für Schutz zu sorgen.

Erzähl mal, welche Fähigkeiten und Gaben kann dieser Drache nutzen um sein Heim zu schützen?

Welche Fixpunkte wählst du für den Schicksalsfaden?

Wenn wir reisen, wohin reisen wir und was erleben wir?

Kennst du die Serie „Dr. Who“? Nach dem Hintergrund des Denkens in der gallifreyischen Kultur besteht die eigene Lebenslinie darin, ein paar Fixpunkte zu haben, um die keiner herumkommt. ABER wie dieser Charakter zum jeweiligen Fixpunkt gelangt, das kann sehr unterschiedlich sein.

Ein Charakter aus Gallifrey, ein sogenannter Time-Lord, wird also in der Zeit seiner Existenz immer wieder etwas haben, um das er/sie nicht herumkommt. Die Zeit dazwischen jedoch – hier kann er/sie sich frei entfalten und verschieden agieren. Er/sie ist also frei darin sich zu entwickeln, und seinen Weg wie Rotkäppchen immer mal wieder verlassen. Schlussendlich jedoch ist er/sie dann in Großmutters Hütte.

Manche sehen es in ihrem eigenen Denken genauso oder zumindest sehr ähnlich. Diese Punkte sind nichts anderes als bestimmte Ereignisse oder Erfahrungen, die eine Persönlichkeit zu machen hat, bevor er/sie den nächsten Schritt im Leben unternehmen kann. Wobei dieser Fixpunkt im übertragenen Sinn auch einfach nur „Buuummm – Bombe“ heißen könnte.

Nehmen wir den Faden vom letzten Beitrag auf und spinnen ihn weiter.

Wir haben nun den jeweiligen Schicksalsfaden verschiedener Figuren, als Ganzes miteinander verwoben. Vielleicht zeichnet sich auch schon ein hübsches Wandgemälde ab oder ein gelungenes Kreidemuster auf dem Steinboden unter unseren Füßen oder es sieht ganz anders aus.

Da es hier um unsere Hauptfigur geht, ist sein/ihr Faden in Grün, die anderen sind in Grau. Stell dir vor, wie sich der grüne Faden durch das Gewirr an anderen Fäden windet. Vereinzelt hast du goldene Glasperlen im Fadenspiel. Diese Perlen sind nichts anderes, als die zuvor angesprochenen Fixpunkte.

Wie aber kannst du das nutzen, um einer Figur Leben einzuhauchen? Dazu nimmst du den Schicksalsfaden einer Figur und siehst ihn dir genau an. Wer sagt, dass es immer linear zugehen muss? Du kannst auch einen Punkt in die Mitte des Lebensfadens legen und von dort aus starten. Nehmen wir hier wieder das Beispiel meiner Wikingergeschichte. Dort findest du den weiblichen Gegenpart zum Hauptcharakter. Den „zentralen“ Punkt in der Geschichte stellt das Treffen der beiden Figuren dar, die eigentlich niemals zusammenkommen würden. Bedenken wir einmal, wie weit die Entfernung zwischen dem hohen Norden und dem Herzen Afrikas ist und wie lange eine Reise mit früheren Mitteln gewesen sein mochte.
Und doch steht sie irgendwann als junge Frau, mit ihrer goldbraunen Haut und den dunklen Augen auf dem Marktplatz eines Dorfes im hohen Norden. Davon ausgehend stellt sich die Frage, wie kommt sie dahin?

Hier bietet sich an Schritt für Schritt zurückzugehen. Sie hat eine lange Reise hinter sich (sonst wäre sie nicht hier). Also ist die erste Perle der Beginn der Reise. Um es spannender zu machen und etwas märchenhaften Touch einfließen zu lassen, nehmen wir hier noch die göttlichen Elemente dazu. Als Kind träumte sie von späteren Zeiten, von ihm, als erwachsenen Mann. Damit startet die ganze Sache und wir haben eine Möglichkeit auch etwas Märchenhaftes einfließen zu lassen. Das sind die zwei Glasperlen ihres Lebens davor.

Wie füllen wir den Raum zwischen den Fixpuntkten des Schicksalsfaden aus?

Gibt es in ihrer Familie besondere Fähigkeiten oder ist sie „auserwählt“ von den Göttern? Vielleicht kann sie im Traum in die Zukunft sehen und sieht hinter dem Mann Schneeflocken? In ihrem Umfeld bisher gibt es keinen Schnee, was also sieht sie?
Zwischen ihrem Traum und dem Beginn der Reise kann auch viel geschehen. Ihr Dorf könnte überfallen worden sein, sie könnte verheiratet sein (was sie nicht ist), vielleicht hört sie einen bestimmten Ruf in ihrem Herzen und macht sich selbst auf den Weg.
Vom Beginn der Reise bis zum Marktplatz kann auch viel geschehen sein. Sie sollte dort verkauft werden – oder vielleicht ist sie selbst Händlerin geworden? Ist sie als Sklavin nach oben gebracht worden? Wie kam sie in die Hände der Händler?

Bereits zwischen diesen Glasperlen gibt es viele Möglichkeiten, wie sich die Dinge entwickeln können.

Einfacher ist es hier beispielsweise, wenn die Figur, über die schreibst, keine Fiktion ist, sondern es sich beispielsweise um eine Biographie handelt. Hier hast du bereits einen vorhandenen „Schicksalsfaden / Lebensfaden“, der sich mit anderen längst verwoben hat und Teil eines vollständigen Konstruktes ist. Dabei kann es sich um die Biographie eines Anverwandten handeln (beispielsweise das Leben von Großmutter zu Zeiten der 40er Jahre oder es kann eine historische Persönlichkeit wie Hildegard von Bingen oder Zwingli sein).

Freier bist du, wenn du eine Figur aus dem „Nichts“ erschaffst. Wobei das auch so eine Sache für sich ist. Wenn du einmal „die unendliche Geschichte“ gelesen hast, dann erinnerst du dich sicher, wie Bastian aus dem Nichts, ein völlig neues Phantasien erstehen lässt. Er kreiert und erschafft es völlig neu und doch wird nichts so, wie er es anfangs glaubt. Und auch, wenn es als Kinderbuch „beworben“ wurde, so ist es doch viel mehr als das, es regt zum Nachdenken an und lässt einen selbst nach all den Jahren (ich bin Jahrgang 1977 😉 ) mit einer leichten Gänsehaut zurück. Je älter wir werden, umso mehr Geheimnisse lassen sich in dieser Geschichte entdecken.

Weißt du eigentlich, warum ich all das hier schreibe?
In all der Zeit, wo ich den Blog führe, ist immer mehr zu sehen, dass es so viele da draußen gibt, die vor einem leeren Blatt sitzen und nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Im Kopf ist eine Geschichte, eine Idee und sie will raus. Ich fühle, dass ich helfen will, genau diesen Geschichten ein Leben zu geben. Also, ran an die Schreibfeder oder die Tastatur, du kriegst das hin! – Versprochen 🙂
Es ist häufig nur das Handwerkszeug, das fehlen mag – nicht mehr – nicht weniger. Und wenn dich die Kreativität im Moment zu meiden scheint, sie ist einfach nur ein Schmetterling, der mal davonflattert und sich dann auf dein Knie setzt und dich ansieht.

Kommen wir aber zurück zum ursprünglichen Kernpunkt der Sache.
In jeder Geschichte gibt es einen roten Faden / Schicksalsfaden / Lebensfaden von mindestens einem Charakter. Der Aufbau eines solchen Fadens ergibt aus verschiedenen Gründen heraus einen Sinn und dazu möchte ich in die Kunst abschweifen. Soweit ich weiß (und wer es besser weiß, bitte korrigiere mich 🙂 ) haben Maler einst für die Gemälde in der freien Natur ein Rechteck aus Holz genutzt. Dazwischen waren Fäden gespannt und anhand dieser Fäden ließ sich ein ganzes Gemälde leichter aufbrechen. Sie teilten ein großes Ganzes in verschiedene, kleinere Zonen.

Mit deiner Figur machst du genau das Gleiche. Du nimmst ihren Schicksalsfaden und zerteilst ihn in kleinere Portionen. Dadurch hast du die Möglichkeit dich nicht auf alles gleichzeitig konzentrieren zu müssen, sondern Stück für Stück abarbeiten zu können.

Nehmen wir wieder die Wikingergeschichte. Bereits zwischen den goldenen „Glasperlen“ kannst du zwischen zwei (und sicher noch mehreren) Versionen wählen, wie du hier siehst:

Und genauso kannst du in jeder anderen Version, deine ganze Geschichte auf kleinere Brocken herunterbrechen. Diese Methode liegt sicher nicht jedem, ABER sie ist eine gute Sache, wenn du mit dem ganzen Schreiben erst beginnst – und sie ist auch hilfreich, wenn du einfach mal nicht mehr weiter weißt. Stehst du vor einer Schreibblockade, ist es eine gute Möglichkeit, um einfach neue und andere Möglichkeiten auszuloten.

Wie siehst du die Sache mit dem Schicksalsfaden? Nutzt du sie selbst? (Und achja, ich wage mich ja wirklich an diese Wikingergeschichte – anhand dieses Beispiels siehst du übrigens auch, wie ich vorgehe, um einen Roman zu verfassen, es war bei meinem Erstling „Wenn Krähen lieben….“ meine Wahl um den Text zu erfassen. Dass sich dann Mortimer einfach so dazwischen schob und mitmischen wollte – er war mir sehr willkommen, weil er einfach genau den märchenhaften Touch schenkte, den ich brauchte um zu erkennen, was ich in Zukunft schreiben will und wohin meine Schreibfeder mich führt.

Manchmal können wir noch so viel planen, wie wir wollen, es spielt keine Rolle, denn die Fäden beginnen sich manchmal zu verwirren, zu verdrehen und schlussendlich taucht ein ganz neuer Faden auf, den wir zuvor nicht gesehen haben, der aber immer schon da war.

Lass dich in dem Fall nicht verwirren, sondern greif zu. Betrachte den neuen Faden ob er zu deiner Geschichte passt oder nicht. Manchmal passen sie nicht, dann nimm eine geistige Schere und schneide den Faden durch. Solange er nicht zu einem der Fixpunkte gehört, kannst du ihn einbinden, musst es aber nicht. Hast du den Eindruck, er ist sinnvoll für den Verlauf der Geschichte, dann erhöhe ihn und schreib über ihn.

Beginne anfangs mit ganz dieser goldenen Glasperlen. Nutze die Macht der Fixpunkte sehr sorgfältig, denn du wirst merken, dass sich eine Geschichte im Laufe der Zeit verändert. Hast du Zwischenpunkte, die dir sehr wichtig erscheinen, dann mach sie ruhig zu zusätzlichen Fixpunkten. Lass dir aber auch genug Freiraum.

Bedenke, du willst die Leser unterhalten.

Natürlich kannst du eine Geschichte schreiben, die keiner versteht, oder die strukturell eine Katastrophe sind – ABER auch solche sind wichtig in der Literatur zu haben. Der durchschnittliche Leser jedoch zieht einfachere Kost vor, mit einfacheren Worten und einer nachvollziehbaren Handlung. Dabei kann die Art der Geschichte durchaus komplex sein. Um sie für den Leser als lesenswert zu erschaffen, ist es wichtig, die Geschichte auch „leserfreundlich“ zu schreiben.

Hier kannst du dich durchaus an den durchschnittlichen Krimis orientieren. Es gibt einen Fall, etwas ist passiert und am Ende gibt es die Lösung. Wie du dahin kommst – ist ein anderes Thema 😉

Mit Hilfe eines solchen Schicksalsfadens tust du dir leichter, um dem Leser genau das zu geben, was er/sie haben will – etwas „leserfreundliches“, mit „Magie zwischen den Zeilen“ und vor allem, dass die Chance besteht, dass er/sie auch bis zur letzten Seite weiterliest. Doch Vorsicht – es kommt nämlich auch aufs Fleisch an und nicht nur auf das Skelett.
Denn was ist der Schicksalsfaden anderes als das Skelett und somit die pure Grundstruktur?

Wie siehst du das?

Schicksalsfaden und Verweben – wie stellst du dich als Schicksalweberin an?

Die Knoten eines Teppichs, fertig gewebte Stoffe und das geschriebene Wort haben eines gemeinsam – Fäden verbinden und schaffen ein harmonisches Ganzes.

Vor einiger Zeit schrieb ich über die „Schicksalsweberinnen“. Sie ziehen die Fäden für jeden – will man/frau der Mythologie Glauben schenken. Du findest den Beitrag hier: https://myskaldkonur.com/2020/09/20/kennst-du-die-schicksalsweberinnen/
Ein Schreiberling ist auch nicht viel anderes, als diese mythologischen Wesen, webt er/sie doch den Faden der Geschichte und damit das „Leben“ seiner/ihrer Figur.

Die meisten „Neulinge“ im Schreiberterrain konzentrieren sich auf eine einzige Hauptfigur oder könntest du dir vorstellen, ein Werk zu erschaffen wie „Krieg und Frieden“ von Tolstoj? Wie vielen Figuren bot er darin eine Bühne? Wir brauchen nicht gleich nach Tolstojs vielen Fäden zu schielen, für den Anfang reicht doch ein einziger auch völlig aus.

Nehmen wir als Beispiel die Nornen – Urd, Verdandi und Skuld
*) Urd steht dabei für das Einst
*) Verdandi für das Heute
*) Skuld für das Morgen

Sie sitzen dabei an der Wurzel der Urquelle und nutzen deren Gabe, um das Schicksal, den Schicksalsfaden, zu spinnen. Dieses Trio erinnert einen doch frappant an verschiedene Märchengestalten 😉

Schicksalsfaden und Wassertropfen

Stell dir vor, du stündest genau dort und hättest das Wasser dieser Urquelle zur Verfügung. Ein einziger Tropfen reicht aus, heb ihn hoch, lass darin die Sonne sich spiegeln und erfreu dich am Glanz des baldigen Fadens. Wie eine Spinne ihr Netz spinnen mag, so kannst du dies auch mit diesem einzigen Tropfen. Sieh in ihn hinein und betrachte die schillernde Schönheit darin. Dreh und wende den Tropfen, du siehst verschiedene Farben, vielleicht sogar mehr.

Als ich mit dem Brettchenweben begann, erschien mir anfangs alles wahnsinnig kompliziert. Natürlich gibt es unterschiedlich schwere Muster, die gewebt werden wollen, aber wenn du einmal weißt, wie es geht, ist es gar nicht mehr so kompliziert. So ist es auch mit dem Betrachten dieses einen Tropfens.

Wo willst du deine Figur platzieren? Dabei ist noch lange nicht die Örtlichkeit gemeint, sondern das Alter – falls du damit anfangen möchtest. Bei manchen Figuren ist das nicht ganz so einfach 😉
In vielen Geschichten steht doch das Heute als zentraler Kernpunkt. Du hast eine Figur an einem bestimmten Punkt ihres Lebens – dem Heute. Setzt du dort an, kannst du auch den Tropfen in verschiedene Richtungen weiterfließen lassen. Damit erschaffst du das Gestern und das Morgen. Interessant ist es, wenn die Figur beispielsweise das Gedächtnis verloren hat, so entspinnt sich das Gestern erst im Lauf der Handlung. Oder was ist mit einer Figur, die hellsehen kann und genau weiß, wie sich ihre Zukunft entwickelt?

Doch um beim einfacheren Punkt zu bleiben, webst du den Schicksalsfaden wie eine gerade Linie. Du stellst dabei die Figur auf einen Punkt ihres Lebens und siehst dabei zu, wie sich das Einst formt und wie das Morgen erstehen kann.

Wo die Nornen (und anderen Schicksalsweberinnen) einen einzigen Faden spinnen und sich dieser formt, so ist es beim Brettchenweben ähnlich und doch anders. Du hast dabei mehrere Fäden nebeneinander, die du zu einem hübschen Muster verweben kannst, wie du hier siehst. Das ist übrigens mein aktuellstes und eigentlich eher ein Zufallsprodukt geworden 😉

So wie wir selbst durch das Leben wandeln, folgen wir einem inneren Pfad, meist sieht das aus wie bei Rotkäppchen. Sie sollte ja der lieben Großmutter etwas Gutes bringen und wich doch ständig vom Weg ab, weil sie alles Mögliche sah und es genauer betrachten wollte. Vom Weg abzuweichen ist nichts Schlechtes, denn Feinheiten in unserem Leben erlernen wir häufig genau dadurch. Gehen wir den Weg strikt weiter, ohne uns umzusehen, kann es leicht passieren, dass wir etwas Übersehen, das aber wichtig ist.

Mit dem Schicksalsfaden erschaffst du nichts anderes als eine Art Lebenslinie für deine Figur, doch sie ist im Normalfall nicht alleine in der Welt, sonst würde doch die gesamte Interaktion fehlen. Und hier kommen wir zur Verbindung mit den Teppichen, den Stoffen und den gewebten Bändern.

Du kannst einer Figur einen Schicksalsfaden erschaffen. Doch neben dieser gibt es andere Schicksalsfäden von anderen Figuren. Als Schreiberling verknüpfst du sie allesamt zu einem wunderschönen Wandteppich. Du erzählst damit nicht nur eine Geschichte, sondern schlussendlich soll aus all den Fäden etwas Ganzes erstehen, das mitreißt und bewegt.

Nehmen wir beispielsweise eine Figur aus der Wikingerzeit – einen jungen Krieger. Die Geschichte beginnt in seiner Jugend, doch bereits in jungen Jahren erfährt er verschiedenes aus seiner Zukunft. In dieser Zwischenphase kannst du bereits einen gewebten Faden sehen – auch, wenn es bis dato nur Bruchstücke sind. Als zweiten Faden haben wir eine junge Frau, in etwa in seinem Alter, die aber in Afrika lebt. Die Kulturen sind unterschiedlich. Wie können wir also diese Fäden miteinander verknüpfen?
Hier helfen Geschichtskenntnisse 🙂
Da Sklavenhandel in früheren Tagen durchaus Gang und Gäbe war, wird die junge Frau von Sklavenhändlern verschleppt und im hohen Norden verkauft. Ihren Faden legen wir dabei so an, dass sie bereits als Kind von diesem Wikinger geträumt hat. Damit sind beide Fäden von Kindertagen an miteinander verbunden und verwoben. Doch soll es damit enden, dass er sie „kauft“? Nein, denn eigentlich kauft er sie ja nicht, sondern befreit sie auf dem Markt, um zu verhindern, dass sie in schlechte Hände gerät. Er schenkt ihr die Freiheit, denn sie hat er als Junge gesehen.
Das ist eigentlich gar nicht so kompliziert 😉
Spinnen wir das Band weiter (nicht mehr Faden, sondern Band), dann sind ihre Leben miteinander verbunden auf lange Zeit. Sie haben beide Kontakte zu anderen Figuren und schon verweben sich weitere Fäden in das Stück und aus dem kleinen Bändchen wird ein Teppich.

Kannst du dich an das Zitat aus dem Wolkenatlas erinnern?
„Unsere Leben gehören nicht uns. Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden. In Vergangenheit und Gegenwart. Und mit jedem Verbrechen und jedem Akt der Güte erschaffen wir unsere Zukunft.“

Es sagt viel darüber aus, wie der Faden gesponnen werden kann, der schlussendlich als verwobenes Werk das Leben einer Figur darstellt. Doch ohne den Schicksalsfaden einer einzelnen Figur zerfällt das große Ganze.

Hast du jemals einen Teppich gesehen, der sich aufzulösen beginnt und wo einzelne Fäden verloren gehen? Er hält vielleicht noch, aber es ist zu sehen, da fehlt etwas. Die Stärke einer Struktur geht leicht verloren, wenn ein Faden entschwunden ist. Nun stellen wir doch in den Raum, der Faden einer Figur löst sich in Luft auf. Was bleibt dann übrig? Du bist als Schreiberling der Schöpfer über diese Figur. Nimmst du sie aus der Geschichte, was bleibt im Anschluss daran über? Wie kommen die anderen Figuren und das ganze Geschehen klar? Natürlich, jeder ist ersetzbar und die Schicksalsweberinnen wissen, wie sie eine Lücke füllen. Beispielsweise setzen sie Fäden einfach anders und drapieren sie um, sodass das Ganze weiter bestehen bleibt.
Doch was, wenn genau dieser eine Faden verloren geht?

Hier sind auch wieder zwei Möglichkeiten gegeben. Zum einen bricht die Geschichte in seiner momentanen Form zusammen. Die anderen Charaktere spüren den Verlust und müssen damit umgehen können oder es erlernen. Die andere Möglichkeit besteht darin, dass den ursprünglichen Faden ein anderes Wesen bekommt. Nehmen wir als Beispiel eine Figur, die eine wichtige Sache erfinden soll und in frühen Jahren aus dem Leben bugsiert wird. Diese Sache muss trotzdem erfunden werden, weil es für den Werdegang der Story notwendig ist – also besteht die Möglichkeit, diese Sache eine andere Figur erfinden zu lassen. Was wäre, wenn beispielsweise nicht Marie und Pierre Currie die Radioaktivität erforscht hätten, weil Marie nie nach Paris gekommen wäre? Hätte vielleicht ein Laborassistent von Pierre durch Zufall Maries Entdeckung gemacht? Das Ergebnis für unser heutiges Leben wäre annähernd gleich – doch der Entdecker wäre ein anderer gewesen.

Das Schöne am Spinnen der Fäden sind die Möglichkeiten.

Weil sie so viele Möglichkeiten bieten, so vieles mit sich machen lassen.

Jetzt ist es an dir – wie siehst du das mit dem Spinnen der Fäden und dem Verweben der Schicksale?

Endet die Zeit der Märchen oder fängt sie gerade erst an?

Wo sind sie nur die Superhelden des Lebens?

Dazu erst einmal die Frage an dich, siehst du dir gerne Comic oder Filme mit und um Superhelden an? Wenn ja, warum und was magst du an ihnen bzw. was fasziniert dich an den Superhelden?

Ob nun Marvel oder DC, ob Batman, Superman, Catwoman oder vielleicht gar Thor oder Dr. Strange, sind sie vielleicht die neuen Märchen, die die früheren wie Rotkäppchen oder Schneewittchen ersetzen?

In Band 5 meiner Buchreihe „Der Kuss der Skaldin“ findest du als eine der 365 Möglichkeiten beispielsweise, stell dir vor, du wärest ein Superheld – welche Superfähigkeit würdest du haben und warum? Was würdest du damit tun?
Ist doch ein ganz nettes Gedankenspiel 🙂

Wenn wir uns die alten Märchen in Erinnerung rufen, so steckt in ihnen meist ein Kern einer Lektion oder die Möglichkeit sich „zu entwickeln“ oder zu erkennen, was ohnehin schon da ist und mit etwas Glück etwas Besseres zu erreichen. Die meisten Superhelden hingegen kommen im Schnitt durch Zufall an ihre Fähigkeiten und wissen meist auch ganz schnell, wie sie damit umzugehen haben.

Vielleicht brauchen wir derzeit Figuren wie Wolverine oder Flash.

Doch was ist mit den alten Märchen wie „der Teufel mit den 3 goldenen Haaren“ oder „Frau Holle“?

Nehmen wir einfach einmal die typischen, geschenkten Fähigkeiten:
Schnelligkeit – unter Missachtung der physikalischen Gesetze
Unsichtbarkeit – betrifft es auch die Kleidung oder „nur die Figur selbst“?
Superkraft – wo ist der Hebelpunkt? Denn auch die stärkste Figur braucht logischerweise einen Ansatzpunkt – was ist, wenn dieser fehlt?
Und was es nicht alles mehr gibt …

In den Märchen hast du beispielsweise häufig eine unsichtbare Welt neben der unseren, es ist das Eingreifen von höheren Mächten oder das Auftreten einer bestimmten Aufgabe, die zu lösen ist.

Gehen wir zurück in der Geschichte, kommen wir wiederum zu „Superhelden der Antike“ wie Herkules, der im Grunde beides vereint, indem er seine Gabe seiner Herkunft (seinem Vater) verdankt, aber auch Aufgaben bekommt, diese zu lösen.

Sowohl Märchen als auch Superhelden haben sicher beiderseits ihre Daseinsberechtigung, wobei es auch mal Spaß macht, die Unterschiede zwischen beiden Bereichen zu durchleuchten.

Gedankenspiele

Wäre es nicht einmal ein interessantes Gedankenexperiment eine Superheldenfigur in eine Märchenwelt zu versetzen oder einer Märchenfigur Superheldenfähigkeiten zu verpassen?

Welche Superheldenfigur würdest du nehmen und wohin versetzt du sie?