Wie hältst du es mit der heutigen Zeit und Covid?

Erinnerst du dich an eine Zeit vor Corona?

Mich erinnert die aktuelle Zeit doch ein wenig sehr an die „Weimarer Republik“, in der es nur zwei Parteien gab – entweder warst du für die eine oder für die andere. Gab es damals überhaupt jemanden, der sich nicht für die eine oder andere Seite entschied? Vielleicht die kleinsten Kinder, die noch nicht soweit waren – ansonsten hatte wohl jeder so seine eigene Meinung, von der er/sie sich aber auch nicht abbringen ließ.

Hier ein Dank an lyriost, denn da hat mich meine Erinnerung wohl ein klein wenig getrogen. Ich kann mich noch gut erinnern an Geschichten aus jener Zeit, wo zwei herrschende Parteien so sehr gegeneinander stritten, dass es häufig nichts anderes war als – für oder gegen mich? Leider hat diese Zeit dann zu etwas geführt, das nicht soooo dolle war, aber das brauche ich ja nicht extra erwähnen. Schade ist nur, dass wir nicht miteinander, sondern lieber gegeneinander arbeiten.

Sehen wir uns die heutige Zeit an, so gibt es auch hier nur zwei Lager – Impfbefürworter und Impfgegner. Wie jeder andere auch, habe auch ich mich entschieden, meine Entscheidung war für mich die richtige und viele in meinem Umfeld teilen diese Entscheidung. Es gibt da diesen einen, chinesischen Fluch „und mögest du in interessanten Zeiten leben“, nun ich glaube, das tun wir tatsächlich!

Wenn wir die Nachrichten lesen, so ist zu erkennen, dass weniger die Fakten, als vielmehr das Bauchgefühl dominiert, die Emotionen vorherrschen und Vernunft wohl längst den Löffel abgegeben hat – ABER das betrifft irgendwie BEIDE Seiten.

Es ist nicht zu leugnen, dass CV längst im Leben jedes Einzelnen angekommen ist, egal ob wir wollen oder nicht. Spielt es eigentlich wirklich noch eine Rolle, wo der Ursprung war, oder ist es nicht längst viel wichtiger geworden, einen guten Umgang damit zu erlernen?

Letztens erst unterhielt ich mich mit einer mir lieben Bloggerfreundin darüber, dass viele Reiseblogger schweigsamer geworden sind, dafür aber Rezeptblogs doch etwas vermehrt auftauchen … Blogs, die sich vor allem mit Corona befassen hätten vor Jahren vielleicht noch als „Verschwörungstheorien“ gegolten und vieles mehr. Ja, Corona hat auch die Bloggerwelt beeinflusst und wird es weiterhin tun.

ABER stell dir einmal eine einzige Frage:
Willst du zulassen, dass Corona wirklich das einzige Thema im tatsächlichen Leben ist?
Es dominiert in vielfacher Weise – und genau dadurch verliert sich die Aufmerksamkeit auf andere Lebensbereiche und -aspekte hin. Was ist beispielsweise mit den Forschungen an wissenschaftlichen Bereichen wie der künstlichen Niere oder anderen durchaus lebensrettenden Aspekten? Muss sich wirklich alles dem Thema Corona unterordnen?

Wir leben in einer lauten, hektischen Zeit, die Aggressivität steigt in einem Ausmaß, der Angst machen kann. Heute saß ich in einem kleinen Wäldchen in der Nähe meines Wohnortes bei einem kleinen Waldsee und merkte wie ruhig und still es hier war. Vogelgezwitscher und das Wehen der Blätter im Wind, das leise Rascheln, wenn die Blätter an den Bäumen herumgewirbelt wurden und so ganz nebenbei bekam ich dabei eine kühle Nasenspitze ab 🙂

Was laut und aggressiv daherkommt, sorgt leicht dafür, dass das Leise entschwindet und zum Schweigen gebracht wird. Wir hören den Demonstranten zu, spüren die Aggressivität in den Stimmen von Menschen, die wir vielleicht einst als bedächtig und besonnen kennenlernten und überhören dabei das leise Weinen jener, denen nicht mehr zugehört wird.

Heute hören wir die Klingen eines neuen Krieges, wo Säbelrasseln und Schwerter aufeinanderprallen in Form von zwei Gegenparteien, die sich mitunter nur noch an die Gurgel gehen wollen – anstatt gemeinsam eine gute Lösung zu finden. Nun, des Menschen Wille ist sein Himmelreich – so heißt es doch so schön, oder irre ich mich?

Ich sehe die Welt momentan doch eher wie das bekannte Yin-Yang-Symbol – in allem steckt ein Teil des absoluten Gegenteils.

Nicht alles ist schlecht an der jetzigen Situation, aber vieles könnte besser gemacht worden sein.
Corona und die verhängten Lockdowns brachten Aspekte wie „Homeoffice“mit sich, wo Arbeitgeber endlich erkennen konnten, dass ihre Angestellten auch zu Hause gute Arbeit leisten können, viele haben gemerkt, es liegt ihnen, andere wiederum können damit gar nicht klarkommen.
Rasche Erfolge bei Entwicklungen wie eben der Corona-Impfung, nur, weil die Menschen sich tatsächlich auf eine Sache konzentrieren, statt an verschiedenen Teilaspekten von verschiedenen Bereichen zu arbeiten.
Anfangs erhielten so viele Hunde und Katzen ein neues Zuhause (was leider nicht auf Dauer war 😦 )

Auch die heutige Zeit hat einiges, das wir für später bewahren sollten:
gemeinsam für etwas streiten und dahinterzustehen … aufzustehen und sich nicht immer alles gefallen zu lassen hat zwar bei den Bauernaufständen nicht sonderlich viel gebracht – ABER doch auch Revolutionen mit bleibendem Erfolg (Französische Revolution, Boston Tea Party) auf die Beine gestellt.
Vielleicht steckt auch etwas Gutes darin, das als Samenkorn später Früchte tragen wird.

Nimm dir die Zeit und analysiere die aktuelle Zeit einmal … es ist ein Umbruch. Diese müssen nicht schlecht sein, sondern können auch sehr viel Gutes bewirken – vorausgesetzt es gibt einen entsprechenden Lernfaktor (der leider nicht immer gegeben ist).

Doch kehren wir zum eigentlichen Gedanken wieder zurück:
Corona dominiert derzeit so vieles, wir vergessen dabei so leicht andere Bereiche und Aspekte wie beispielsweise die eigene Kreativität. Was hilft dir, wenn du dich erschlagen fühlst? Wie erhältst du dir die Kreativität ohne im Sumpf der aktuellen Schwingungen unterzugehen?

7 Gedanken zu “Wie hältst du es mit der heutigen Zeit und Covid?

  1. Ich erinnere an die Zeit vor der Krise.
    Es hat sich vieles verändert.
    Teilweise sind neue Möglichkeiten da und die andere Seite mit Einschränkungen. Ich finde, Regierungen haben zu spät reagiert und wir sind die Leidtragenen.
    Ich wünsche mir manchmal die Zeit wieder zurück. Die Unbeschwertheit und Freiheit, aber ich glaube sie kommt für uns nicht mehr zurück. Unsere Kinder lernen damit umzugehen und zu guter letzt wird es später wie eine Grippe sein, die da bleibt. Nur was kommt dann?
    Jedenfalls wiederholt sich das ständig, aber wir werden nie wirklich daraus lernen. Wir werden vergessen und wenn es dann wieder kommt, erinnern wir uns an die Zeit zurück. Laut Medien soll es so etwas auch immer wieder geben.

    Gefällt 2 Personen

    1. Rhiannon

      vielleicht waren wir in den letzten Jahrzehnten von all den Möglichkeiten zu sehr verwöhnt, sodass wir als Menschheit vielleicht nur nicht mehr verstehen, dass auch weniger seinen Sinn hat und wir durchs Einschränken die Dinge und Möglichkeiten einfach mehr schätzen lernen.

      deine Gedankengänge können durchaus zutreffend werden – aber wie lange es dauern wird, bis der Schmerz vergeht … das steht wohl noch in den Sternen
      (ich glaube nicht so recht, dass der Schmerz zerrissener Freundschaften oder Familienbande so leicht wieder heilen wird.

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  2. Buddha hat gesagt: ‚Hüte die Tore Deiner Sinne.‘ Das heißt für mich: Kein Kontakt mit Menschen, die voll Hass sind und auch nicht mit Menschen, die behaupten, dass gerade sie den Durchblick haben und sich mit mir unterhalten, weil sie mich von Ihrer Sichtweise überzeugen wollen. Medienkonsum nur sehr eingeschränkt und vor Allem nur selten Nachrichten. Die neuesten Corona-Regeln erklären mir die Leute sowieso ständig. Ich halte mich dran, bin auch geimpft. Was ich nicht will: Geistesvergiftung. Ich möchte nicht, dass Alarmismus, Hass, Gier und Selbstgerechtigkeit bei mir Raum greifen. Mein Leben, meine Gedanken, und meine Gefühle gehören mir. Was da Raum greifen darf bestimme ich. Ganz alleine ich.

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    1. Rhiannon

      wer zu viel Wut in sich trägt – neigt leider zu häufig dazu um sich zu schlagen …

      gute Einstellung … 🙂
      hat ein wenig was vom „von der Stadt aufs Land“ wo es ruhiger und beschaulicher zugeht …

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    1. Rhiannon

      erst mal danke für deinen Kommentar – ich bin immer willens, dazuzulernen 🙂

      für jene Ära habe ich geschichtlich genau das in Erinnerung, was ich schrieb, aber gebe gerne auch zu, dass ich damit unrecht lag – ergo werde ich einen entsprechenden Vermerk im Beitrag dazutun …

      darum – vielen Dank für deinen Einwand 🙂

      blöde nur, dass ich mir damit ein anderes Beispiel suchen muss … 😉
      spielt aber keine Rolle – denn die Wahrheit ist einfach wichtiger …

      im Grunde ist es einfach nur sehr schade, was derzeit so abgeht, denn im Grunde hätten wir mit der Situation heute eine immense Chance – statt sich als Menschheit zu „befetzen“ – einfach an einem gemeinsamem Strang zu ziehen

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  3. Pingback: Missum – heather.m.kaufman

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