Wo versteckt sie sich nur?

Wie „sinnlich“ gehen wir eigentlich durchs Leben?

Vielleicht kennst du diesen Spruch:
„ … nicht alle Sinne beisammenhaben!“
Im Grunde besagt er nichts anderes aus, als „nicht ganz gerade ticken“, „ eine Schraube locker haben“ oder auch simpel „leicht verrückt sein!“ – wobei der Ursprung auf das 18. Jahrhundert zurückzuführen ist.

In den letzten Monaten ist mir klar geworden (und vielleicht nicht nur mir), dass vieles von dem auf der Strecke bleibt, das sich lohnt zu halten – ABER wir auch eine große Chance damit erlangen, um etwas Neues zu erreichen, vielleicht wurzelnd in alten Tagen.
So viele von uns haben den Eindruck „entwurzelt“ zu sein – sich mit früheren Zeiten zu befassen (oh weia, es gibt so unglaublich viele leckere Kochrezepte aus einstigen Tagen – die Märchen und Sagen, die uns Schauer einjagen oder schlichtweg die Erklärung, warum Stonehenge überhaupt existiert 😉 ).
Wir als Gesellschaft haben so vieles vergessen, so viele Traditionen verlegt und verloren (oder wüsstest du, woher beispielsweise der Nikolaus wirklich stammt?).

Wir verlernen mitunter vieles um anderem Platz zu machen – und so ist es mit der Kreativität. Durch die Umstände, die lauten Schreie von so vielen … verlieren wir so leicht den Bezug zu unserem inneren Ich, der eigentlichen Seele der Kreativität – ABER auch den Tränen der Ewigkeit, in der wir verbleiben, wenn wir schon lange gegangen sind. Wenn du dich jemals mit Geschichte beschäftigt hast, stolperst du sicher über unzählige Anekdoten – der beste Geschichtslehrer ist halt genau das (mach die Geschichte lebendig, dann bleibt dir das auch im Herzen und im Gedächtnis) – oder wüsstest du noch, was ZB 333 bei Issos wirklich geschah? (Kleine Eselsbrücke meiner Geschichtslehrerin: 333, bei Issos große Keilerei). Es war eine der Schlachten von Alexander dem Großen 😉 so ganz nebenbei erwähnt.

Kreativität ist eine Gabe, die wir haben und die wir uns nicht kaputt machen lassen sollten, wobei es doch keine Rolle spielt, wie stark und ausgeprägt sie in uns seit der Geburt schlummert – nein, wir sollten sie nicht verlieren, frei wie einen Vogel fliegen lassen, denn dann kehrt sie zurück – ABER nicht einsperren. Locken und verführen – ABER nicht zwingen.

Eigentlich ist es wie mit der Liebe, die wir meist erst dann finden, wenn wir nicht gezielt nach ihr suchen – Aphrodite und Venus können echt sooo fies sein …

In den letzten Monaten hat sich die Kreativität zurückgezogen. Falls der Eindruck trügt, bitte sag es mir – ich würde mich hier gerne eines Besseren belehren lassen. Wir sind als Gesellschaft auf dem besten Wege in ein neues Biedermeier.
Falls du dich mit dem Biedermeier nicht so wirklich auskennst, es war eine Zeit es Rückzugs ins Private. Musik wurde gespielt, Künste wurden gepflegt – ABER es war auch eine Zeit der Überwachung, falls dir der Name „Metternich“ nichts sagt, recherchier einmal über den Herrn nach.

Wenn wir die Kreativität als Begleiterin haben wollen – und welcher Künstler, Autor oder anderweitig schaffende Mensch möchte das denn nicht? So ist es eine Überlegung herauszufinden, wie wir sie anlocken, ohne sie zu zwingen.

Nimm dich selbst dazu als Beispiel – so wie du im Moment bist, so, wie du dich empfindest und wie du lebst. Betrachte deine Sinne:
*) Tasten
*) Sehen
*) Hören
*) Riechen
*) Schmecken

Davon einmal abgesehen gibt den „6. Sinn“, Wärmesinn, Gleichgewichtsinn, Bewegungssinn, Worte-sinn, Gedanken-sinn, Lebenssinn und Ich-Sinn – was sich im Großen und Ganzen als zu drei Kategorien unterteilen lässt:
Umgebungssinne
Körpersinne
Soziale Sinne

Befassen wir uns aber nur mit den oberen 5 Sinnen, die wir tagtäglich nutzen, so sind sie für uns selbstverständlich – bis wir sie verlieren (und sei es auch nur vorübergehend).

Eine Möglichkeit, die Kreativität einzuladen ist es, einen der 5 Sinne für eine Weile bewusst zu negieren. Kannst du dich an das letzte Mal „blinde Kuh“ erinnern? Wie war es denn, als du mit verbundenen Augen dagestanden bist? Oder weißt du noch, wie du aus Schnupfen heraus eine Weile nichts schmecken und/oder riechen konntest?
Erst in diesen Momenten erkennen wir wirklich, dass so vieles, das selbstverständlich scheint, es nicht ist – genau wie die Kreativität. Wir glauben vielleicht, sie sei Teil von allem – ABER wir können sie auch verlieren. Wie die anderen Sinne können wir sie aber auch zurückbekommen (hoffe ich jetzt einmal) 😉

Teste einfach einmal aus, wie es sich für eine Weile ohne einen der fünf Sinne lebt – wo etwas fehlt; wird durch anderes ergänzt … was will dir deine Kreativität damit sagen?

Hast du dir das schon einmal überlegt? Denn Schreibblockaden können beispielsweise auch daher kommen, nicht nur, weil Worte im Moment fehlen mögen.

Ein Gedanke zu “Wo versteckt sie sich nur?

  1. Pingback: Missum – heather.m.kaufman

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