Mein Charakter lebt – deiner auch?

Wo es »reicht« bei einem Sachbuch Fakten aufzubereiten und klar und einfach lesbar zu schreiben, verlangen Romane mehr.

Ich merke es, während ich über meine neuen »Haupthelden« Noah und Carry schreibe. Welch ein Glück, dass ich zumindest Carry praktisch ihr ganzes Leben lang kenne.

In einem dicken »Lern-richtig-schreiben-Wälzer« empfahl der Autor, seine fiktive Figur zu interviewen und zu tun, als säßen sie sich gegenüber.
Bei einem Vogel klappt das bedingt, nur wie sieht es mit anderen Charakteren aus?

Nehmen wir einmal einen einfachen, menschlichen Charakter, ist dieser weitaus komplexer.

Fragen wären beispielsweise:

*) Identität:
Bist du jemand, der ….

*) Erwartungshaltung:
Was befürchtest oder erwartest du, dass …

*) unbewusste Überzeugungen:
Was musst du immer, wenn ….

Welche Persönlichkeit hat der Charakter und was mag die Figur?

In vielen Blogs hier lese ich, dass Schreiberlinge sich schwertun ab, sobald ein gewisser Punkt überschritten ist. Hier hat der Autor den Vorschlag gemacht, »rede« mit der Figur. Warum will er/sie nicht, wie du möchtest und laß dir sagen, was der Charakter selber vorzieht zu tun.

Viele Schreiberlinge spüren zwar beim Verfassen, was sie mit ihrem Charakter machen möchten und können, aber was, wenn du das nicht kannst?

Probier einmal diesen Charakter zu »interviewen«.
Manchmal, glaube ich, ist er einfach jemand, der sich eingesperrt fühlen könnte und daraufhin jegliche Kooperation verweigert.

Was machst du, wenn deine Figur einmal nicht mag?

12 Antworten auf „Mein Charakter lebt – deiner auch?

  1. Dieses Interviewen spiele ich oft im Kopf durch, ich hatte erst angefangen, einen kompletten Steckbrief anzufangen, habe es dann aber doch gelassen. Ich weiß auch so, welche Wünsche ect. meine Hauptfigur hat. Das ist der Unterschied zu meinen Nebencharakteren, da muss ich drauf achten, die stärker auszuarbeiten.

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  2. Mir passiert es manchmal (okay, öfter), dass ich eine Figur schreibe und noch nicht genau weiß, was ihre Persönlichkeit ist. Die kristallisiert sich dann oft während dem Schreiben von selbst heraus, wenn ich Glück hab. Dann muss ich manchmal zwar etwas mehr editieren, weil sich durch die Figur einiges verschoben hat, aber meistens ist das recht lohnend. Ansonsten verwende ich das Charakterkonzept gerne mal als neuen Spielcharakter bei Pen-and-Paper-Runden, besonders wenn ich die Figur an sich cool find, aber noch nicht genau weiß, wie sie tickt. Indem ich dann in irgendeiner Kampagne in ihre eigene Haut schlüpfe, erforsche ich sie praktisch von innen heraus. Das mit dem Interview finde ich aber an sich auch keine schlechte Idee, sollte ich mal ausprobieren!

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      1. Mittlerweile einiges – DnD ist der Klassiker, aber ich hab auch schon Pathfinder, Engel, Vampire the Masquerade und Dragon Age gespielt und bin immer dabei, wenn’s um neue Systeme geht (in nächster Zukunft wird zB das Steampunk-System Iron Kingdom und das Sci-Fi-System Stars Without Number getestet). Teilweise leite ich dann auch gelegentlich. 🙂

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      2. Ein paar der von dir genannten kenne ich.
        Hast du schon mal „Cthulhu“ gespielt? „Kleine Ängste“ oder „Power, Plüsch und Plunder“?

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      3. Ja.
        „Kleine Ängste“ – die Spieler sind kleine Kinder, die die „Monster unter dem Bett oder im Kleiderschrank“ sehen – nur sind sie real – (horrorlastig gehalten).

        „Power, Plüsch und Plunder“ – da sind die Charaktere Spielzeuge – ein wenig wie „Toy Story“ – kann von lustig bis sehr ernst gehen.

        Wenn du mal was Neues ausprobieren willst, das könnte gefallen.

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      4. Danke für den Tipp, die klingen beide ziemlich spannend, ich werd mir das auf jeden Fall merken und es auch in dem Discord-Channel für queere PnP-Spieler*innen in Wien, den ich moderiere, mal anbringen 😀

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